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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 25

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Sonntag, 31. Januar 1932.

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China erklärt Japan den Krieg.

wkb London, 30. Ian. (Eig. Meld.) wie Reuter aus Schanghai meldet, erklärt China Iapan den Krieg.

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wkb. Nanking, 30. Ian. ((Eig. Meld.) Reuter: Die Regierung Hal ein (Kommunique veröffentlicht, in dem sie den japanischen Angriff auf Schapei brandmarkt und die Unterzeichner des Völ­kerbundpaktes, des Selloggpakles und des Reun- Mächle-Verkrages dringend auffordert, unverzüg- Nch positive Maßnahmen zu treffen, damit Recht und internationale Verpflichtungen nicht vom japanischen Militarismus mit Füßen getreten werden."

Japanische Flugzeugmutterschiffe in Schanghai.

wkb. Schanghai, 30. Jan. (Eig- Meld.) 2 ja­panische Flugzeugmutterschiffe sind heute einge­troffen.

Zuspitzung der Lage in Nanking?

wtb. Nanking, 30. San. (Eig. Meld.) Das hiesige amerikanische Konsulat hat allen amerikanischen Staatsangehörigen bekannt gegeben, sich bereit zu hallen, um binnen zwei Stunden einer diesbezüglichen Anweisung die Stadt räumen zu können. i

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wtb. Shanghai, 30. Jan. (Eig. Meld.) Es werden weitere chinesische Verstärkungen aus Nan­king erwartet. In Schapei gibt es zur Zeit kleine Scharmützel.

Japan und der Völkerbund.

wtb. Tokio, 30.Ian. lEig. Meld.) Der Außenmini­ster teilte dem britischen Botschafter mit, daß Japan in der ausländischen Konzessionszone in Shang­hai nichts unternehmen werde, ohne sich vorher mit den örtlichen Behörden verständigt zu haben. Ein Vertreter des Außenministeriums gab zu ver­stehen. daß Japan sich veranlaßt sehen könnte, s i ch vom Völkerbünde zurückzu ziehen, wenn eine Berufung auf die Art. 10 und 15 des Völkerbundssatzes erfolge.

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> Nach mehrstündiger Aussprache beschloß der Völkerbunds rat. das offizielle Verfahren des Artikels 15 einzuleiten. Damit ist zum elften Male vor dem Völkerbundsrat das offizielle Kriegsverfahren auf Grund des Artikels 15 in ei­

nem kriegerischen Streit zweier Großmächte zur Anwendung gekommen.

Eine neue Komplikation.

wtb. London, 30. San. (Eig. Meld.) Wie Reu­ter aus Schanghai meldet, hat der chinesische Au­ßenminister bei den Konsularvertretern der aus­wärtigen Mächte in Schanghai Protest dagegen erhoben, daß das internationale Kon­zessionsgebiet rechtswidrig von den Japa­nern als Stützpunkt für militärische Operationen auf chinesischem Ge­bietbenutzt werde. Tschiangkaischeck betonte, dies könne zur Folge haben, daß der-japanische Teil des Konzessionsgebietes mit Granaten belegt werde. Jede Verantwortung für die Folgen müsse er ablehnen.

wtb. London 30. San. (Eig. Meld.) Zu den Vorgängen in Schanghai fordert dieLondonerT i- m e s" eine allgemeine Aktion durchgreifender Art,, um die Ordnung wieder herzustellen.

wtb. Moskau. 30. Jan. (Eig. Meld.) Auf Ver­fügung des chinesischen Kommandos 'ollen auf der Südstrecke der o st ch t n e s i s ch e n Bahn einige Brücken gesprengt wor­den sein.

Deutschland und der Konflikt.

Einberufung des Auswärtigen Ausschusses beantragt.

VDZ. Berlin, 30. Jan. (Eig. Meld.) Die kommunistischen Mitglieder des auswärtigen Aus­wärtigen Ausschusses des Reichstages haben, wie das Nachrichtenbüro des VDZ erfährt, bei dem stellvertretenden Aus'chußvorsitzenden, Abgeordn. Scheidemann, die sofortige Einberufung des aus- wärtigen Ausschusses beantragt. Als Tagesord­nung haben sie vorgeschlagen: Die j a p a n i sch e n Kriegsmaßnahmen gegen China und die Haltung der deutschen Reichsre­gierung und des Völkerbundes.

Goüverneur a. D. Dr. Schnee beim Reichs­präsidenten.

wtb. Berkin, 30. San. (Eig. Meld.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den Gouver­neur a. D. Dr. Schnee, der' sich in seiner Eigen­schaf tals deutsches Mitglied der vom Völkerbunds­rat ernannten Mandschurei-Kommission meldete.

Karte Chinas von der Manjchurei bis nach Schanghai.

Sn der Ecke links der Stadtplan von Schanghai.

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Zum russisch-polnischen Aichkangrifsspakt.

Während man sich in Deutschland und West­europa in den letzten Tagen und Wochen 'ast aus­schließlich mit der Lösung der Reparationsfrage be­schäftigte. ist im Osten ein neuer Vertrag abge­schlossen worden, der ein außenpolitisches Ereig­nis von weittragendster Bedeutung ist. Es ist dies der russisch-polnische Nichtangriffspakt. Dieser Pakt ist nur ein Glied in der Kette der neuen vielen russischen Verträge, mit denen sich Rußland selbst und auch seine Nachbarn gegen Angriffe sichert. Ein Vorbote dieses Vertrages war der bereits vor einigen Tagen abgeschlossene Nichtangriffspakt zwi­schen Sowjetrußland und Finnland. Sn Vorberei­tung sind weitere derartige Verträge mit Rumä­nien und Frankreich.

Die Verhandlungen zwischen Polen und Ruß­land, die jetzt zu einem Erfolge geführt haben, ge­hen bereits jahrelang zurück. Vor sieben Jahren hatte Rußland schon die Snitiative ergriffen, um sich gegen die damals noch sehr lebhafte Aktion der westeuropällchen Staaten zu sichern und jeder Intervention vorzubeugen Was damals nicht ge­lungen war. ist heute von der russischen Diplo­matie zuwege gebracht worden. Nach zwei Setten hin kann der Abschluß dieses Vertrages als ein Erfolg der sowjetrussischen Außenpolitik gebucht

werden. Einmal ist es sicherlich von höchster mo­ralischer Bedeutung, daß es Rußland gelungen ist, unmittelbar vor Beginn der Genfer Abrüstungskon­ferenz einen derartigen Nichtangriffspakt abzu­schließen, der sicherlich auch nicht ohne Rückwirkung auf die Haltung der beteiligten Staaten in Genf bleiben dürfte. Des weiteren aber ist dieser An­griffspakt für die russische Diplomatie ->m Erfolg, weil es ihr gelungen ist. ihn durcbzufetzen. ohne daß Polen seinen Hauptwünschen dabei Geltung verschaffen konnte. Seinerzeit, vor sieben Sohren, vls zum ersten Male die Verhandlungen zwischen Polen und Rußland über einen derartigen Vertrag ausgenommen wurden, trat Polen mit der Forde­rung hervor, das Nichtangriffssystem im Osten in Form eines Kollektivoertrages zwischen Rußland und den Nachbarstaaten unter polnischer Führung durchzuführen, Tschitscherin, der damalige russische Außenkommissar wies diese Forderung zurück, und daran scheiterten die damaligen Verhandlungen. Heute ist es Rußland gelungen, diesen Pakt abzu­schließen, ohne Verbindung mit der Unterzeichnung gleichartiger Verträge mit den übrigen Randstaa­ten. Ein weiterer Erfolg Rußlands liegt darin, daß der Vertrag bei irgendwelchen Streitigkeiten aus dem Vertrage selbst eine selbständiges Schieds­gericht oorsieht, über dessen Funktion noch ein Sondervertrag entworfen werden soll. Es ist also

auch in diesem Punkte der polnische Wunsch nicht durchgedrungen, die friedliche Beilegung derartiger Streitigkeiten dem Völkerbund unterbreiten zu kön­nen. Wenn man bedenkt, daß Polen immerhin im Völkerbunde feinen gewaltigen Schützer Frankreich hat, so kann man die Bedeutung eines Nachgebens auch in diesem Punkt erst recht einschätzen.. Sow­jetrußland hat aber damit von neuem seine Di­stanzierung gegenüber dem Völkerbund zum Aus­druck bringen können.

Ein Punkt, der uns in Deutschland am mei­sten interessiert, ist aber die Stelle dieses neuen Vertrages, die betont, daß irgendeine Garantie für die heutigen polnischen Westgrenzen nicht Ge­genstand der Vereinbarungen ist. Denn die Ab­machungen über die territorialen Unverletzlichkei­ten und Unversehrtheit der beiden Bertragsab- schließenden beziehen sich nur auf Rußland und Polen, und es wird in dem Artikel IV ausdrück­lich betont, daß die Verpflichtungen aus dem Ver­trage in keinem Falle internationale Verpflichtun­gen oder Rechte beschränken oder ändern, die sich für beide Parteien aus Uebereintommen ergeben, die sie vor dem Snfrafttreten dieses Vertrages ab­geschlossen haben. Wenn man beachtet, daß Polen noch vor sieben Sahren bei den oben schon ange­deuteten ersten Verhandlungen mit Rußland Ge­wicht auf die Frage legte, in den Nichtangriffs­vertrag eine Garantie der heutigen polnischen Westgrenzen einzuschließen, so muß das Fehlen oder auch nur der Hinweis auf eine derartige Verpflichtung für Polen immerhin eine gewisse Ent­täuschung bereiten. Polen ist also auch hier ebenso auf Widerstand zur vertraglichen Anerkennung sei­ner jetzt unhaltbaren Grenzziehung gegenüber Deutschland gestoßen, wie bei allen seinen bisheri­gen Versuchen, seine Westgrenzen mit Hilfe Frank­reichs oder auf dem Wege über Frankreich durch ein Ostlocarno zu sichern. Darüber hinaus besagt aber der Artikel 4 auch, daß die im Vertrage von Rapallo zwischen Deutschland und Rußland getrof­fene Regelung ihrer gegenseitigen politischen Be­ziehungen durch diesen neuen Vertragsabschluß nicht berührt werden.

Gerade im Hinblick auf das starke polnisch-fran­zösische Zusammengehen ist der Abschluß diefes Vertrages und das Nachgeben Polens, vielleicht von besonderer Bedeutung. Frankreich hat sicherlich das Zustandekommen dieses Paktes gefördert, wenn nicht womöglich sogar in Anbetracht feiner Ver­handlungen mit Rußland gefordert. Nachdem vor einiger Zeit plötzlich in der Presse Meldungen von Verhandlungen zwischen Rußland und Frankreich auftauchen und diese, Verhandlungen auch nicht, dementiert und abgeleugnet wurden, konnte man erkennen; daß tatsächlich Frankreich Rußland'ge­genüber seine Politik einer völligen Wandlung un­terziehen möchte. Snzwischen sind ja auch ichon die Verhandlungen zwischen dem französischen Äu- ßenministerium und Rußland soweit gefördert daß schon ein fertiger Entwurf über einen ähnlichen Vertrag wie mit Polen vorliegt. Frankreich will sich und sein Protektionskind Polen eben gegen jede kriegerische Aussichtsmöglichkeit eines Zusan- menaehens Rußlands mit Deutschland sichern. Mit Rücksicht auf die antibolschewistische Einstellung des französischen Bürgertums und feine feindliche Ein­stellung gegen das heutige Rußland, das die Vor­kriegsschulden des zaristischen Rußlands zu zah'en sich geweigert und damit gerade die französischen Bürgerkreise so stark getroffen hat, wagte das französische Außenministerium bisher nicht, an diesen Vertrag mit Rußland heranzutreten, ge­schweige denn sich offiziell dazu zu bekennen. Noch viel weniger wird es seinem Parlament einen derartigen Vertrag vorlegen, solange er irgendwie als Preisgabe irgendeines feiner östlichen Bur.des- genoffen gedeutet werden kann.

Hationalfosialiflifdjet Terror.

Der frühere Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff sprach in Hagen in einer öffentlichen Versamm­lung der Staatspartei überAufstieg mit Hindenburg oder Untergang mit Hit- l e r.

Zu der Versammlung hatten sich zahlreiche nationalsozialistische Parteianhänger ein- gefunden, die den Saal besetzt hielten, während viele hundert Personen keinen Einlaß fanden. Die Versammlung verlief s e h r st ü r m i s ch , fo daß sich der Redner kaum Gehör ver- schaffen konnte und auch eine Aussprache unmöglich war. Unter dem Gesang eines natio­nalsozialistischen Kampfliedes ging die Versamm­lung auseinander.

Dr. Höpker-Aschoff gab in seinem Vortrag zunächst einen historischen Ueberblick über die Entwicklung der Reparationspolitik unv führte dann aus, mit der ernsten Mahnung Dr. Brü­nings an das deutsche Volk, in all seinem Han­deln der deutschen Außenpolitik ein Primat zuzuerkennen, könne man die Haltung Hitlers und Hugenbergs nicht in Einklang bringen. Dem Nationalsozialismus könne man den Vorwurf nicht ersparen, daß durch ihn die Zerreißung und die Gefahr des Bürgerkrieges in bas deutsche Voll hineingetragen worden sei. Für den kommenden Kampf in der Präsidentschaftsfrage gebe es nur zwei Möglichkeiten: Entweder Aufstieg und Bes­serung der Verhältnisse mit Hindenburg ober Chaos und Untergang mit Hitler und Hugenberg. Dr. Höpker-Aschoff gab der Ueberzeugung Aus­druck, daß die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes der Wiederwahl des ehrwürdigen Reichs- iräsidenten von Hindenburg zustimmen und die- er trotz seines hohen Alters bereit sein werde, >as große Opfer auf sich zu nehmen, um die Ge- chicke Deutschlands weiter aufwärts zu führen.

Hiller doch Reichsprästdentschafiskandidat ?

In einer Sportpalastkundgebung der National­sozialisten nannte Reichstagsabgeordneter Hinkel die Bildung sogenannter überparteilicher Ausschüsse

für die Reichspräsidentenwahl mit Dr. Eckener oder Oberbürgermeister Dr. Sahm an der Spitze eine Fehlspe tulation der liberal-mon­archistischen Parteien". Hinkel fuhr dann wörtlich fort:Wen die NSDAP als Kandidat no­minieren wird . . ." in diesem Augenblick unter« brachen die anwesenden S.-A.-Leute den Redner mit dem Ruf:Hitle rl", der von der Versamm­lung minutenlano wiederholt wurdedas steht noch aus, wird sich aber in nächster Zukunft er­geben."

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In der nationalsozialistischen Parteikorrefpon- denz veröffentlicht Rosenberg unter der über- schriftStrohmänner des Zentrums" einen scharfen Artikel gegen den Hindenburg-Aus­schuß. Schließlich werden wir noch hören, daß Hindenburg f e l b ff ein .Zentrumsmann und vielleicht sogar ein K r y p t o - Ka t h alik sei. Das Volk der Dichter und Denker befindet sich zurzeit in einem Geisteszustand, in dem feder Blöd­sinn Gläubige findet.

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In der nationalsozialistischen Versammlung im Berliner Sportpalast wurde ein Schreiben Hitlers verlesen, in dem es u a. heißt: Wir brauchten einen Reichspräsidenten, der dem Rede- und Uniformverbot ein Ende macht.

Selbstverständlich! Das ist für Deutschland das notwendigste. Es wird noch nicht genug gere­det. Es wird noch nicht laut und dröhnend ge­nug geredet! Mehr Reden! Und dann vor allem Uniformen. Das ist unser ganzes Elend, daß wir nicht alle in Uniform herumlaufen. Her mit einem Reichs­präsidenten, der uns alle zur Uniform verhilft; Dann sind wir aus aller Not heraus und einem reinen Kinderglück steht nichts mehr im Wege.

Amerika und die Abrüstung.

wtb. Washington, 30. Januar. (Eig. Meld.) Unterstaatssekretär Rogers erklärte, daß die Ver­einigten Staaten durch die Ratifizierung des sepa­raten deutsch-amerikanischen Friedensvertrages von 1921 die Aufgabe übernommen hätten, sich <sn der Erzielung einer internationalen A b r ü st um a zu beteiligen.

Rediskonikrediiverlängerung bestätigt.

Nachdem der Verwaltungsrat der Bank von Frankreich am Donnerstag den Beschluß gefaßt hatte, den Anteil der französischen Notenbank an dem Reichsbankrddiskontkredit von 100 Millionen Dollär einstweilen bis zum 4. März zu verlängern, hat nunmehr, nachdem auch die Bank von England und dis Bundesreservebank von Newyork der Ver­längerung zugestimmt haben, die Bank für Inter­nationalen Zahlungsausgleich als Vermittlerin des Kredits der Reichsbank offiziell von der Ver­längerung Mitteilung gemacht.

* Dos neue österreichische Kabinett. Bundes­kanzler Dr. Buresch hat das Kabinett in folgender Zusammensetzung gebildet: Bundeskanzler und Außenminister: Dr. Buresch, Vizekanzler und In­nenminister: Ingenieur Winkler (Landbund), Fi­nanzminister: Dr Weidenhoffer. Handelsminister: Heini, Justizminister: Dr. Schuschnigg, fiteres- wesen: Vaugoin, Unterricht: Dr. Czermak, Soziale Verwaltung: Dr. Resch, Land- und Forstwirtschaft: Dr. Dollfuß. Sämtliche Minister mit Ausnahme Dr. Winklers gehören der Christlich-Sozialen Par­tei an, neu gegenüber dem vorigen Kabinett Bu­resch ist der Justizminister Schuschnigg, Rkchts- anwalt aus Innsbruck Außerdem ist ein Mitglied des Landbundes als Minister ohne Portefeuille in Aussicht genommen, über dessen Berufung aber erst nächste Woche entschieden werden soll. Die­sem würde aus dem Ressort des Jnnennzinisteri- ums das Sicherheitswesen (Polizei und Gendarme­rie) übertragen werden.

Der bayerische Landtag für Verringerung der Kreisregierungen. Der Landtag nahm nach sechs­stündiger lebhafter Debatte den deutschnationalen Antrag, die Zahl der Kreisregierungen im rechts- rheinischen Bayern auf zwei zu verringern, in namentlicher Abstimmung mit 52 gegen 45 Stim­men an. Gegen den Antrag hatten die Bayerische Volkspartei, die Nationalsozialisten und die Kom­munisten gestimmt.

* Keine 2lufhebung der Schlschtsteuer in Bayern. Im Plenum oes Landtages in Mün - chen wurden sämtliche Anträge über Aufhebung der Schlachtsteuer in namentlicher Abstimmung mit 57 zu 37 Stimmen abgelehnt, ebenso in ein­facher Abstimmung der Antrag auf Aufhebung der Verdoppelung der Schlachtsteuer. Es bleibt dem­nach bei der bayrischen Schlachtsteuer.

* Landtagswahlen in Mecklenburg-Slrelih am 13. März. Als Tag der Neuwahl des Mecklen- mrg-Strelitzer Landtages ist vom Staasministe- rium der 13. März festgesetzt worden.

* Kein Sichtverm'rlszwang zwischen Deutsch­land und Spanien. Durch Notenwechsel zwischen der deutschen Botschaft in Madrid und dem spam- schen Ministerium des Aeußern vom 28. d. I. ist der Sichtvermerkszwang zwischen Deutschland und Spanien mit Wirkung vom 1. Februar wieder aufgehoben worden.

Im Juni vorigen Jahres wurde aus dem Pul- verhäuschen eines Steinbruches bei Vlotho bei Hannover eine größere Menge Spreng­patronen und Sprengkapseln gesteh, len. Als Täter sind jetzt Hersforder Kommu­nisten verhaftet worden.