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Ar. 13

Beilage zur Fuldaer Zeitung

17. Ianuar

laßt

Evangelium: Joh. 2. 111.

Die Hochzeit zu Kana.

&en Don der Kirche getrennten Gemein­schaften ist in weitestem Umfange auch der Glaube an den Gottmenschen Chri­stus geschwunden. Man darf noch froh fein, daß einzelne immer noch eine Auffassung von Christus haben, die der des Nestorius ähnlich ist, indem man ihn als von Gott in besonderer Weise erleuchteten und geleiteten Menschen gelten läßt. Bei einer solchen Austestung von der Grundwahr­heit des Christentums ist eine Einheit der Kirche nicht denkbar. Wer nicht mit Petrus bekennt: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, «'n kann Petrus nicht in die Gemeinschaft der Gläubigen aufnehmen. Ohne dieses Bekenntnis hat auch der Glaube an die Erlösung durch Chri­stus keinen Sinn. Nur eine göttliche Person konnte Gott die vollwertige Genugtuung leisten, konnte unser Heiland und Erlöser sein.

Die, Leugnung dieser Wahrheit beraubt aber auch die Menschheit ihrer größten Würde. Was redet man heute so viel von Menschenwürde. Wer nicht bekennt, daß in der einen Person des Herrn Jesus die menschliche Natur mit dcr göttlichen so innig vereinigt ist, daß sie nur eine einzige Per­sönlichkeit bilden, der raubt der Menschheit ihren größten Ruhmestitel, den Gottessohn als ihren Bruder wählen zu dürfen. Und kann man sich da noch wundern, wenn so viele heute das süße Joch Christi abschütteln, wenn selbst solche, die noch als Junger Jesu gelten wollen, seine göttliche Würde leugnen? Heute noch wie ehedem ist in keinem andern Heil als in Christus. Nicht aber in einem Christus, wie menschlicher Aberwitz ihn sich zu- recktlegt. sondern in jenem Christus, der da sagt: ^Nicht Fleisch und Blut hat dir das (nämlich das Bekenntnis zu Christus, dem Sohne des lebendigen Gottes) geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist."

wie er vorher Sklave eines bösen Triebes war. Das ist der Sinn einer Wandlung: daß sie den Menschen ein Stück wachsen läßt. Aber nicht ein Stück in Selbstüberhebung, sondern ein Sttick in die Freiheit der Kinder Gottes. Die irdischen Sorgen und Mühen verlieren an Größe und Härte, weil der Mensch ihnen gegenüber großzügiger, freier und edler geworden ist.

Die Stunde der Freiheit der Seele ist jedem Menschen zugedacht. Aber sie ist nicht bereit« für jeden gekommen. Manche leben in der Gliedschaft Christi und spüren seinen Frieden doch nicht. Gott bestimmt die Stunde der Wandlung, der Gnade. Aber der Mensch muß sich ihr bereit halten. Oft wird es wie in Kana sein, daß die Stunde der Not zum Geschenk wird. Jede Hochzeit hat etwas von einer Wandlung. Jede Ehe fordert ständige Be­reitschaft. Denn es sind zwei Menschen, die hin-

I fort nicht mehr allein für sich da sein wollen, son­dern auch für den anderen. Das fordert frei sein oon sich, über sich selbst hinauskommen. Da läßt sich nicht mehr in den Tag hineinleben, da heißt es für andere sorgen. Aber auch die Kraft des Menschen wächst dabei. Gott selbst will ihn so haben. Er darf teil an der Liebe haben, deren Quelle Gott ist. Und von Gewandelten geht Warme aus. Die Kinder um ihn spüren sie, die Erwachsenen fühlen ihre Kraft.

Deine Stunde ist noch nicht gekommen, solang- du nicht Gottes Frieden in deinem Leben spürst. Ist sie aber erst einmal gekommen, dann wirst du auch nicht mehr unterliegen in den Enttäuschungen des Lebens. Ohne herzlos zu werden, wirst du bei Niederlagen mt Leben den Staub abschütteln und auf neue Wege sinnen, damit die Stunde der Begnadigung sich erneuere.

rufen. Das nährt in ihm die Hoffnung, daß sich auf diese Weise und mit Hilfe der Gottesmutter selber die Wiedervereinigung mit der alten Kirche und dem Avostolischen Stuhle anbahnen wird. Um wie viel mehr darf der Nachfolger Petri diese Wiedereinigung bei jenen Christen hoffen, die trotz der Trennung den Glauben an den Gottessohn und die Liebe und Verehrung der Gottesmutter bewahrt haben, jene, deren geistige Vorfahren vor fünfzehnhundert Jahren ein so mächtiges, so ein­mütiges Bekenntnis zum einen Gottes- und Men- schensohn, zur Gottesmutter und zum Felsen Petri als Hort der Reinheit des Glaubens und der Ein­heit der Kirche abgelegt haben.

I Der Papst vergißt auch nicht, auf dis Lehren hinzuweisen, die sich für die christliche Familie, für die Einheit und Reinheit des ehelichen Lebens aus der göttlichen Mutterschaft Mariens ergeben. Die­sem 3n>etf soll auch das Fe st vergöttlichen Mutterschaft Mariens dienen, das Pius XI. für die ganze katholische Kirche einff'ch- ren will, während es bisher nur in einzelnen Diö­zesen gefeiert wurde.

Wir schließen diesen Ueberblick mit den Worten der Enzyklika, die alle getrennten Christen zur Einheit mit dem Stuhle des hl. Petrus einladen:

Von der hohen Warte des Apostolischen Stuh- i les aus ermuntern Wir alle diejenigen, die sich als Anhänger Christi rühmen, und die alle Hoffnung des Heiles für die Einzelnen und die menschliche Gesellschaft auf ihn fetzen, sie möchten sich immer fester und inniger an die Römische Kirche anschlie­ßen, hr der allein der unverkürzte und vollkom­mene Glaube an Christus herrscht, in der Christus mit dem aufrichtigen Kult der Anbetung verehrt und mit brennender, nie aufhörender Liebe ge­liebt wird. Mögen besonders die getrennten Bi- I schöfe sich daran erinnern, daß der Glaube, den ihre Vorfahren zu Ephesus feierlich bekannt ha­ben, heute ebenso wie in der Vergangenheit von diesem obersten Lehrstuhl der Wahrheit unver­ändert bewahrt und erfolgreich verteidigt wird. Mögen sie sich erinnern, daß die eckte Glaubens- einheit auf jenem Felsen ruht und Halt bekommt, den Christus gelegt hat, und daß sie nur durch I die Autorität der Nachfolger des hl. Petrus in ihrem Bestände bewahrt werden kann."

Dr. Gottfried Brunner.

(Vergl.Fuldaer Zeitung" Nr. 7 vom 10. Januar.) Christus, der wahre Gokkes- und Menfchenfohn.

Maria, die Golkesmukker. .

Ist Christus nickt der wahre Gottessohn, son­dern nur dessen Schützling, so ist auch Maria nicht im eigentlichen Sinne die Gottesmutter. In Kon­stantinopel war es gerade die Leugnung der gött­lichen Mutterschaft Mariens, die erst zur Auf­deckung t>es. Irrtums des Nestorius führte. Die Nolksfrömmigkeit oob den Widerlegungen der Theologen erst die Stoßkraft. Die Verletzung der Mutterwürde Mariens machte' die Oeffentlickkeit aufmerksam auf die Verletzung der Gotteswürde ihres Sohnes. Die Marienverehrung rettete den Glauben an die Gottheit Christi.

Umgekehrt hat später bei den aus der G l a u - benssvaltung des 16. Jhs. hervorgegan­genen Gemeinschaften zweifelsohne die Ableh­nung der Marienverehrung, ja der Hohn und Spott, mit dem man die katholische Ma­rienverehrung überschüttete, in verhängnisvaller Konsequenz zur Ablehnung der Gottheit Christi geführt. Man gab vor, der Marienkult benach­teilige die Gott gebührende Verehrung; aber das Verlassen der Mutter endigte mit der Absage an ihren göttlichen Sohn. Der Hl. Vater begrüßt es als ein gutes Zeichen, daß heute im prötestanti- ichen Lager mieber Stimmen laut werden die nach einem Wiedererwachen der Marienverehrung

Aus dem Ermland.

wird uns geschrieben:

Die in Braunsberg erscheinende Ermlän- d ische Zeitung besteht jetzt 60 Jahre und wurde ms Leben gerufen, als der Kulturkampf das Ermland besonders schwer heimsuchte. Das Ermland mit etwa 240 000 Einwohnern besaß bis 1870 keine katholische Zeitung. Aus Anregung des neuen Diözesanbischofs Dr. Philippus Krementz war zu Beginn des Jahres 1869 das P ast oral­bla tt für die Diözese Ermland ins Leben gerufen worden, und in diesem gab am 16. November 1871 Subregens Dr. Kolbe rg die Gründung der Erm- ländifchen Volksblätter bekannt. Sie fanden im Ermlande rasche Verbreitung und gingen später in

Zweiter Sonntag nach Erscheinung.

Eingangslled: Pf. 65, 4.

Sie ganze Erde soll dich anbeten, o Gott, und dir fingen, ein Loblied fingen deinem Namen, Al­lerhöchster. (Pf. ebd. 12.) Preiset Gott in Jubel- lredern, alle Lande; singt Psalmen feinem Namen, gebt dem Liede festlichen Klang.

Epistel: (Röm. 12, 616.)

Die Hochzeit zu Kana.

Bekrachkung zum Sonnkagsevangeliurn.

Hochzett wurde gehalten zu Kana in Galiläa. Das war in einem Dörfchen oder einem bescheide­nen Städtchen im Gebirge. Die Leute, die dort wohnten, waren schlichte Leute, bei denen es knapp herging. Aber Hochzeit feiert man nur einmal im fieben und da wurden Verwandte und Gäste ge­laden. Auch Jesus nahm daran teil. Er tat es gern Denn er liebte die einfachen Menschen auch in ihrer Festfreude, die sie über die Kärglichkeit des Alltags erhob. Es ging nicht zu wie bei den Rerchen, wo der Sekt sprudelt, selbst der Wein es war eine geringe Sorte, weil für den besseren bas Geld fehlte war knapp bemessen Der . Bräutigam schaute ab und zu unruhig zum Speise- meister, ob der nicht käme und sagte, daß der Wein alle sei. Die Mutter Jesu merkt das. Sie sitzt nicht als steife Dame zwischen den Gästen, die sich bedienen läßt, sondern Hilst hier und dort ein we-

a^5- A"ch 3efus macht kein Aufhebens von sich. Da flüstert ihm die Mutter zu:Sie haben keinen Wein mehr." Und er erwidert: ,,Wa« ist das dir und mir? Meine Stunde ist noch nicht gekommen/ Aber die Mutter weiß, daß sie kommt, wenn auch die Antwort des Sohnes merkwürdig klingt. Es gibt Grenzen zwischen den Menschen es gibt eine Grenze zwischen dem Gottessohn und seiner Mutter. Der Wille des Vaters wirkt zu feiner Zeit. "

Wasser wird zu Wein gewandelt. Wasser ist etwas Alltägliches. Es fließt aus hundert Quel- hm es ftrömt immerzu, der Ueberfluß fließt in den Bach, von da in den Fluß und zuletzt ins Meer. Aus der Quelle geschöpftes Wasser wird umge­wandelt, wird zu einer edlen Gabe. Jesus hat zeitlebens nichts anderes getan, als der Wand- lung gedient. Auch heute will er im Sakrament ntchts anberes, als Menschen um wandeln Im Menschen schlummern gute und schlechte Ei­genschaften und Kräfte, sie ruhen im Kind, sie ru­hen im Erwachsenen. Hinwendung zum Bösen bedeutet Unruhe, Gequältsein. Hingabe ans Gute bedeutet Freude und Friede. Wenn ein Mensch lahflornig war und den Jähzorn überwindet, dann rst er em Gewandelter. Vorher packte ihn d'e Er- | regung, wenn ihn ein Merger traf, er konnte sich mcbt zuruckhalten. Jetzt ist er feinem Feind und noch mehr sich selbst, überlegen. Er spürt, daß er ntdjt mehr einer dämonischen Kraft verfallen ist sondern, daß er frei geworden ist. Und wenn ei­ner den Haß überwindet, dann spürt er, wie bi? fiiebe etn Reichtum ist. Er ist Herr seiner selbst I

Domprediger. Von der Domkanzel in Saratow drang dann alsbald der Ruf von dem tüchtigen deutschen Kan­zelredner durch ganz Rußland. Zugleich mit der Er- nennung zum Domherrn wurde Zottmann im Jahre 1863 zum Regens des Priefterseminars befördert. Nun war die Bahn frei!

Auf allen Gebieten galt es nachzuholen. Vor allem wurden deutsche Zeitschriften und Bücher beschafft. Auf Beranlassung des Bischofs unternahm dann Zottmann eine Reise nach Bauern, um dort Aus­schau zu halten nach deutschen Priestern. Mit drei deutschen Theologen kehrte er von seiner ersten Reise zurück. Im Jahre 1870 wurde das Bistum Tiraspol durch den Tod des Bischofs, der wie em Vater für sein« deutschen Diözesanen gesorgt hatte, schwer betroffen. Die Augen der deutschen Bevölkerung richteten sich nun auf Zottmann. Anders aber dachte über ihn die kaiserliche Regierung sie betrachtete die aufrechte deutsche Haltung Zottmanns nur mit Argwohn. Zwei Jahre lang ließ sie den bischöflichen Stuhl unbesetzt. Erst auf die Inter­vention Roms hin erfolgte im Jahre 1872 die Ernennung Zottmanns zum Bischof von Tiraspol.

, . Nun konnte der neue Bischof in vollem Umfange sein Werk, das bereits viele gute Früchte gezeittgt hatte, vollenden. Das Priesterseminar füllte sich mit den Söhnen der deutschen Kolonisten. Priester mit deutscher Univertätsbildung leiteten den Un- terricht, die Seminarbibliothek erhielt die besten Werke deutscher Autoren. Gemeindebüchereien wurden gegrün­det in das sogenannteKleine Seminar" (Gymnasium) wurden auch solche Kolonfftensöhne ausgenommen, die nicht Theologen werden wollten. Durch 'deuffche Predig­ten und Volksmissionen wurde eine Erneuerung des ge- sawten religiösen Lebens angebahnt. Für die deutschen Katholiken des Wolgagebietes um Saratow gründete Bi- schof Zottmann eine deuffche Zeitung, dasDeutsche Vo l k s b l a t t , sur die deutschen Bauernfanrilien wurde

Die Leuchte der Wahrheit/*

Gedanken zu dem neuen Rundschreiben des hl. Dakers.

Kaufmanns geboren. Nach dem Besuche des Gymna- smms in Eichstätt und der Hochschulen in Würzburg und München , legte er im Jahre 1853 die Prüfung für das höhere Lehramt ab. Von den typisch deutschen Sehn- sucht, ms Ausland zu gehen, getrieben, bewarb sich Zottmann mit Erfolg um eine Erzieherstelle im Hause des griechischen Gesandten Zographos in Petersburg Sem mehriahriger Aufenthalt in Petersburg und später in Moskau brachte ihn auch mit dem deuffchen Bevöl­kerungselement des russischen Reiches in Berührung. Vor allem in Moskau bot sich ihm die Gelegenheit, ©tarn- mesgenosien und Glaubensbrüder aus dem Wolgagebiet naher kennenzulernen.

Die seelische Not dieser deuffchen Menschen übte auf ihn einen so erschütternden und nachhaltigen Eindruck aus, daß er sich entschloß. Geistlicher zu werden, um im Dienste von Glaube und Volkstum sich ganz seinen Glau- bensbrudern unter den Wolgadeutschen zu widmen.

Den richtunggebenden Inhalt seines Lebens sollte Zottmann im Priesterseminar in Saratow vorgezeichnet finden. Die ersten Eindrücke, die er frier gewann wa­ren sehr betrübende. Der damalige Leiter des Semi- nars war ein ausgesprochener Nationalpole, dem die polnische Bewegung Über alles ging und der die «ohne der deutschen Kolonisten bewußt .zurücksetzte, um öte aus weiter Ferne herbeigeeilten polnischen Zöglinge und zu fördern. Deutsche Bücher und Zeitschriften wurden vollkommen unterdrückt, der Vil- dungsstand im allgemeinen ließ zu wünschen übrig. Sehr Bomini nnernrh^ ft" ätschen wohlgesinnte, aus dem Ko^n dl-Dwzesanbischof, Helanus d/e °°rtreffl,chen Anlagen Zottmanns und be- wirkte daß er angesichts seiner guten philologischen und philowphischen Kenntnisse, bald zum Priester ge­weiht wurde. Zottmanns Wunsch, in einer Bauern- gemeinde wirken zu können, ging jedoch nicht in Erfül­lung. Denn Bischof Kahn ernannte ihn sofort zum

*

Jeglicher Beeinflussung des faschfftischen Regimes ent­zogen ist die vatikanische Presse. Ihr wichtigstes Organ ist derO s s e r v a t o r e Romano", 1861zur Verteidigung der Rechte der Kirche" gegründet. Seine Bedeutung läßt sich aus der Quellenangabe der Zeitun- gen in aller Welt tagtäglich ablesen: es ist die Meinung des kirchlichen Oberhauptes selbst, die aus ihm spricht. Die monatlich erscheinenden Amtsblätter der römischen Kirche sind dieActa A p o st o l i c a e S e d i s". Eine Neugründung aus dem letzten Jahre hat sehr aufmerken lassen, dieI l l u st r a z i o n e Vaticana", in Schrist- leitung und Verlag des Osservatore frerausgegeben. In textlicher und technischer Aufmachung hat diese päpst­liche illustrierte Halbmonatsschrift ein sprechendes Zeug­nis für den fortschrittlichen Geist in der Vatikanstadt ge­geben, und alle Anerkennung bei Gläubigen und Ungläu­bigen gefunden. Sie erscheint ab Januar 1932 auch in einer eigenen deutschen und französischen Ausgabe zwei- nial im Monat. Zur vatikanischen Presse zählt man ge­wöhnlich auch die Monatsschrift der JesuitenCivilta cattolica"; vor dem Kriege gaben sie daneben eine TageszeitungLa Voce della Verita" heraus, die sich nicht gehalten hat. (Katholische Welt; Stimme der Wahr- freit.)

An letzter Stelle muß die vatikanische Rund- f u n k z e i t u n g erwähnt werden, die von der Päpst- lichen Akademie der Wissenschaften redigiert wird.Seien- tiarum Nuntius Radiophonicus" strahlt täglich zweimal über den vatikaneigenen Sender seine Sendungen aus. In der ersten Abteilung werden die Nachrichten und Mitteilungen der Kurie in lateinischer Sprache durchge­geben, in der zweiten Abteilung wichtige Aufsätze und Artikel in der Muttersprache des Verfassers. Dr. Fr. Kr,

bis Ermlänbische Zeitung über. Schon nad) einjährigem Bestehen hatte bas Zentrums­organ sämtliche 50 Prooinzzeitungen bis auf Sie beiben größeren Königsberger Blätter an Abon­nenten überflügelt. Die Gründung war sehr schwierig gewesen.

Die katholische Weltpresse.

Italien und Vatikanstadt.

| Die innerpolitische Arbeitsweise des Fasch is- MUS hatsich aufdie PresseJtaliens kata- st r o p h a l a u sge wirkt. In ihrem wichtigsten Recht, dem der freien Meinungsäußerung, ist sie völlig lahm­gelegt. Der für die Betrachtung alles und jedes vorge- schriebene Gesichtswinkel ist der Faschismus, dasfub fpecie aeternitatis" der katholischen Presse hat darin nur eine nebensächliche Bedeutung. Weil Katholizismus nicht Faschismus ist, ist faschistische Presse nicht katholische Presse. Die Versuche der Faschisten, ihre Presse so zu deklarieren, scheitern am Grundsätzlichen. Eine Zei­tung mit liberalem Feui lleton und kirch­lichem Anzeiger ist nicht eine katholische Zeitung. Es ist so wett, daß in einer Millionenstadt wie Neapel ein katholisches Wochenblatt vergebens gesucht wird, tiefer im Süden ist nichts mehr zu finden. Dabei

[ ist Italien nach Brasilien das größte katholische Land dieser Erde. Als 1925 die nationalkatholische Partei im Faschismus aufging, sind bedeutende katholische Blätter mit hinübergeschwenkt, ohne die katholische Linie preiszu­geben. Die Konflikte nach den Lateranverträgen haben demM e m e n t o" in Turin, derUnita c a t t o. i i c a" in Florenz, demE o r r i e r e d'J t a l i a" in Rom jüngst das Lebenslicht ausgeblasen, weil diese Linie sich innerhalb der faschistischen Anschauungen eben nicht halten ließ. Die verbliebenen Blätter sind nicht von gesamtitalienischer Bedeutung, viel weniger wecken sie Echo im Ausland. (Italia" in Mailand, Ordine in Como,Nuevo Cittadino" in Genua,Eco di Bergamo" u. a.) Ein paar Wochenblätter suchen die Funktionen von Zeitung und Zeitschrift zu vereinen. Die schlimmen Verhältnisse haben bei den Katholiken das Verlangen nach grundsatztreuen Großzeitungen nur verstärkt. Ver­schiedene Pläne hat man ausgearbeitet, insbesondere ist an vier Zeitungszentren im ganzen Lande gedacht. An dem Aufbau eines wird gearbeitet. Die in Bologna erscheinende TageszeitungL'Av venire d'Jta'lia" ist innerlich und äußerlich für die neuen Zwecke umge­staltet worden. Binnen zwölf Tagen war die dafür er­forderliche erhebliche Summe von den Katholiken Ita­liens aufgebracht.

Der Kardinal Schuster von Mailand hat in einem Hirtenbrief, der sich für die Notwendigkeit einer katho­lischen Tagespresse einsetzt, die Zeitungen als dis Kirchenglocken der modernen Zeit angespro­chen. Wann wird in Italien das Geläute vollständig und ffangrein sein? Wird Italien zur Verwirklichung vielleicht ganz neue Wege finden? An bestimmter Stelle soll man sich mit dem Gedanken einerJournalistenkonB gregation" tragen.

llebrigens verehren die katholischen Journalisten Jta- liens in Siofue Borsi, einem in den Jfonzoschlachten 1915 gefallenen heiligmäßigen Kollegen, ihren besonderen Patron, dessen Seligsprechungsprozeß eingeleitet ist.

Brüder! Wir haben Gaben, die verschieden sind, je nach der Gnade, die uns verliehen wurde. Hat einer die Gabe der Weissagung, so gebrauche er ste in Uebereinstimmung mit dem Glauben. Hat einer ein Kirchenamt. so bleibe er bei diesem. Wer lehrt, lehre weiter; wer ermahnt, ermahne weiter. Wer spendet, gebe in Einfalt. Wer vorsteht, hie es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude. Die Liebe sei ungeheuchelt. Haiset das Bose, verharret im Guten. Seid einander zuge­tan in brüderlicher Liebe, kommt euch in Ehr­erbietung gegenseitig zuvor. Erlahmt nicht im Eifer, seid feurigen Geistes, dienet dem Herrn. Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal, beharrlich im Gebete. Kommt den Hei­ligen zu Hilfe in ihren Bedrängnissen, befleißia-t euch der Gastfreundschaft Segnet, die euch verfolgen; segnet, aber fluchet nicht. Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. | Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern euch zu niedrigen Diensten herbei.

Glaube und Volkstum.

Dischof Zottmann, eine geschichtliche Führergestalk der katholischen Deutschen in Rußland.

In einer Zeit, in der wir fast täglich von den Quä- ir I9?" Bevölkerung in Rußland Kunde uns naturgemäß in hohem Maße Schi6sal der christlichen und stammver- wandten deutschen Bevölkerung des S ow- .der W o l g a, am Schwarzen 5teer, auf der Krim und in vielen Gegenden zer- m°hr als eine Million *e u 1 f $ V Menschen eine Heimat gefunden, die ihnen Kaiserin Katharina im Anfänge des 19. Ja»-r- ^gewiesen hatte. Neben Lutheranern und mnM ^rfn" J,bT e-r ?"ter ihnen auch viele Katholiken, wohl der vierte Teil der in Rußland lebenden Deutschen. Diese gehören größtenteils zur Diözese Tiraspol die im Jahre 1847 errichtet wurde und ihren Mittelpunkt ,n Saratow an der Wolga hat. Die Gechichte zeigt, daß früher schon die Deutschen in Rußland im Kampfe um d'e Erhaltung von Glauben und Volkstum viel zu lei­den hatten. Unter den zahlreichen Führergestalten der Vergangenheit ist auf katholischer Seite die des Bischofs »ranz lauer Zottmann von überragender Bedeu­tung. Eine Charakteristik und Lebensdarstellung dieses großen auslandsdeutschen Bischofs enthüllt uns zugleich em lebendiges und getreues Bild der Leidensge chichte der Deutschen insbesondere der Katholiken, im kaiser­lichen Rußland. 1

,, Bischof Franz Xaver Zottman ist nicht rußlanddeut- scher Abstammung. Seine Wiege stand in Bayern. In Ornbau an der Altmühl, das zur Diözese Eichstätt ge­hört, wurde Zottmann am 27. Juni 1827 als Sohn eines

ein Volkskalender geschaffen, der überall Eingang fand. Dabei vernachlässigte Bischof Zottmann keines­wegs die Diözesanen anderer Volkszugehörigkett. Vor allem predigte er auch russisch. Einen erfolgreichen Kampf führte er gegen den Alkoh ol, jenes furcht­bare, von der damaligen russischen Regie­rung geförderte Volks übel, das zu einer wah­ren Landplage geworden war. Die letzte große Fir- mungsreife Bischof Zottmanns durch feine Diözese, die außer dem Wolgagebiet auch die westlichen polnischen Landesteile sowie Gebiete im Kaukasus und am Schwar­zen Meer umfaßte, glich gewissermaßen einem Triumph- jug. Ueberall wurde er wie ein Vater verehrt.

Dieser Höhepunkt seines Wirkens sollte aber zu einem jähen Abschluß werden. Die kaiserliche Regierung hatte mit Absicht einen deutschfeindlichen Priester namens Kantakusz-Speranski 3um Kontrollorgan ins Ministe­rium alsDirektor des Departements der fremben Kulte" berufen, der nun überall nationailpolnische Ansprüche gel­tend zu machen versuchte. Mehrere bischöfliche Einsprüche bei der kaiserlichen Regierung wurden abschlägig be- schieden. Endlich erreichte Bischof Zottmann durch einen persönlichen Besuch beim Papste seine Absetzung. Damit war aber auch fein eigenes Schicksal entschieden. Die kaiserliche Regierung, die ihm einen Besuch in Rom sowie in Deutschland untersagt hatte, nahm die Rom- und Deutschlandreise zum Anlaß, ihn abzusetzen und aus Rußland zu verbannen. So schied der größte Bischof her jungen Tiraspoler Diözese im Jahre 1889 aus Ruß- land. Den Rest feines Lebens verbrachte Bischof Zott­mann aus Gesundheitsrücksichten teils am adriaffschen Steer, teils m Bayern, wo er 1901 das Zeitliche segnete und m feiner Heimatgemeinde Ornbau beigesetzt wurde. So fand ein Leben seinen Abschluß, dessen ganzer In- halt dem dienst am Glauben und am Volkstum gewid­met mar. sjj.

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