Nr. 10
Beilage zur Fuldaer Zeitung
14. Ianuar
VT
Januar-Abend.
Von Augustus.
Kahle Aeste zittern himmelan. Sie sind wie Filigran Im zarten Abendblau. Erste Sterne funkeln. Und in den dunklen Straßenzügen blitzen Bogenlampen grau.
Der Sonntag der Hausfrau.
3m allgemeinen ein sehr leidiges Kapitel.
Von Hermine van der Mühlen-Liegnitz.
Der Sonntag soll nach gottgewolltem Gebot ein Ruhetag sein, ein Tag, an dem man die Arbeit der Woche rückschauend überblickt, an dem man sich erholen und neue Kräfte für die Last und Mühe der kommenden Woche sammeln soll. Soll ... .1 In der Praxis sieht es nämlich für die meisten Hausfrauen ganz anders aus. Kaum daß sie die nötige Zeit finden, den Gottesdienst zu besuchen. Müssen sie in der Woche schon im allgemeinen früh aus den Federn, so gilt dies vom Sonntag im besonderen Maße, denn welche Frau möchte nicht dem Gottesdienst beiwohnen, um dort göttliche Kraft für die Arbeit des Alltages zu sammeln Das kann sie aber in der Regel nur, wenn sie früher wie gewöhnlich aufsteht, um ihren Hausfrauenpflichten voll und ganz nachzukommen. Denn die wenigsten Hausfrauen können sich heute noch eine Hilfe leisten. Kommt die Frau dann aus der Kirch«, dann geht ein Hetzen und Jagen los, da muß das Frühstück berettet, die Wohnung aufgeräumt und der Ofen angeheizt werden. Die Kinder müssen gewaschen und angezogen werden, der Mann verlangt diese und jene Hilfeleistung und ehe man es sich versieht, ist es höchste Zeit, das Mittagessen beizusetzen. Stehen dann die einzelnen Familienmitglieder auch noch später wie am Werktag aus, muß sich die Hausfrau ganz besonders sputen, um
die Zeitversäumnis durch erhöhten Eifer hereinzuholen. Am Nachmittag dasselbe Bild!! Nach dem Mittagessen hält der Herr Gemahl sein Schläfchen, die Kinder gehen spazieren oder machen Ausflüge, nur die Hausfrau hat keinen Sonntag, sie steht hinter dem Spültisch, um das Geschirr aufzuwaschen! Ist die Küche glücklich in Ordnung gebracht, wartet man schon wieder auf den Kaffee, immer wieder verlangt man von der Hausfrau neue Arbeit! Ist das ein Sonntag? Und muß das wirklich sein? Wäre es nicht viel schöner, wenn die Familienmitglieder gerade am Sonntag recht pünktlich aufstehen wollten, um der Frau und Mutter ein wenig an die Hand zu gehen? Kann nicht auch einmal der Heranwachsende Sohn oder der Herr Gemahl das Anheizen des Ofens besorgen? Ist es wirklich notwendig, gerade am Sonntag ein besonders großes und ausführliches Mittagsmahl zu sich zu nehmen, das weit erheblichere Arbeit macht, als das Essen an den Werktagen. Könnte man sich nicht mit einem einfacheren Gericht begnügen, um die Mutter zu entlasten, wenn man aus wirtschaftlichen Gründen schon nicht in der Lage ist, ein Gasthaus aufzusuchen und so der Hausfrau das Kochen zu ersparen? Das Geschirrabwaschen sollte man überhaupt, wie alle anderen nicht dringend notwendigen Arbeiten, auf den Montag verschieben. Keine Familie ist wohl mit Tellern und Tassen so knapp, daß sie unbedingt sofort gereinigt werden müßten. Wenn es aber schon sein muß, so schadet es dem Mann oder den Kindern gar nichts, wenn sie der Mutter abtrocknen, wenn sie aufräumen helfen und fo dafür sorgen, daß auch die Hausfrau zu einem Spaziergang in frischer Luft kommt in den frühen Nachmittagsstunden, denn ihr Körper verlangt genau so danach, wie der aller anderen Familienmitglieder. Wenn aber die Hausfrau nicht ausgehen will, so tut ihr ein Mittagsschläfchen oder ein Stündchen bei einem netten Buch, bei der Zeitung nicht minder gut. Das erhöht die Arbeitsfreude. Bei billiger Rücksichtnahme aller mutz es sich ermöglichen lassen, daß auch die Hausfrau weiß, daß es Sonntag ist. Nur Egoisten vermögen das nicht einzusehen. Und die sollte es in einer ordentlichen Familie einfach nicht geben.
hal die poliüsche Frau sich bewahrl?
Bon Jos. Albert
Seit der Staatsumwälzung 1918 ist die Frau politisch gleichberechtigt mit dem Manne. In den düstersten Bildern hat man in Büchern, Reden, Zeitschriften und Zeitungen diese Frauenpolitisierung gemalt. Man sprach von Entwürdigung der Politik, von Verweiblichung des öffentlichen Lebens, von Vermännlichung der Frau, Schwächung der Charakterfestigkett, Zerrüttung bes Familienlebens und dergleichen mehr. Man hielt die Frau nicht reif für politische Betätigung, ohne zu bedenken, daß auch die Männer in dem Augenblick, da man das politische Mitbestimmungsrecht der Völler schuf, nicht reif gewesen sind und diese „Reise" größtenteils heute noch zu wünschen übrig läßt. Wer die Frauenbewegung kennt, weiß auch, welche Fülle schätzenswerter Kultur- und Bildungsarbeit als Vorbereitung für staatsbürgerliche Betätigung seit Jahrzehnten in diesen Frauenorganisationen geleistet wurde. Dg waren nun die einen voll schwerer Sorge und meinten, di« ganze poli- tische Arbeit gehe in gegenstandslose Gefühlsduselei über. Andere erhofften vom Eintritt der Frau in die politische Arena eine gewaltige Steigerung unserer gesamten nationalen Kultur. Tatsache ist heut« (auch wenn die Gegnerschaft gegen die politische Betätigung der Frau noch recht groß ist), daß gewisse wohltätige Wirkungen auf das politische Leben durch Anteilnahme der Frau wohl zu spüren sind. Einmal ist zu beobachten, daß da, wo die Frauen mitreden und mitstimmen, der Ton in Versammlungen ein ruhiger und gesitteterer geworden ist. Die Frauenausschüsse haben sich u. a. gut bewährt. Die Frauen zeigten Eifer und Fleiß und vermochten sich in die den meisten ungewohnte Tätigkeit leicht einzuarbeiten. Einesteils hat die weibliche Tätigkett die männliche auf das beste ergänzt und manche Härte im sozialwirtschaftlichen Leben wurde durch sie gemildert (soziale Fürsorgegesetze für Frauen und Jugendliche, Berufsberatung und dergleichen). Die Bürokratisierung der männlichen Bildungsschicht erhielt durch die Frauen, da sie undoktrinär, warmherzig und lebenswahrer sind, eine schätzenswerte Abschwächung. Die nackte Jnteressenpoli- tik, die heute leider zu stark unser öffentliches Leben beherrscht, wurde durch ausgleichend« Stellungnahme in schwierigen Jnteressenkämpfen gemildert, da der Frau im sozialen Schichtenkampf nicht nur eine weitherzige Auffassung zuzusprechen ist, sondern auch die Idee der Gerechiigkeit von ihr viel unmittelbarer erfaßt werden kann, als von den meisten Männern. Wird der Frau auch mehr der erhaltende, konservative Geist zugeschrieben, so zeigt sich in ihrer ganzen Haltung den öffentlichen Problemen gegenüber eine starke Neigung zum lieber* eifer, so daß sie doch manchmal etwas zu rasch und zu
Geige r-Laimnau.
entschieden Partei nimmt und so die Meinung sich verstärtt, daß das an und für sich so leidenschaftliche Parteiwesen durch sie noch komplizierter werde. Aber es ist doch zu wett gegangen, wenn man darin ein gefahrbringendes Element für das ganze politische Leben erkennen roiH. Die ruhige, sachliche Arbett in den Ausschüssen des Reichs- und Landtags wie in den Stadtparlamenten seitens der Frauen (von einigen unrühmlichen Ausnahmen abgesehen) bestärkt uns nicht in dieser Meinung. In der Politik und durch die Polittk haben gemeinschaftsbewußte Frauen der verschiedensten Stände gelernt, den Sinn für große Aufgaben zu entwickeln, sich fähig zu machen, in größeren Zusammen- hängen sich zu bewegen und sich für seine Ansichten und Urteile in der Praxis des Lebens verantwortlich zu fühlen. „Wenn die Zeiten gewaltsam laut werden, so kann es nicht fehlen, daß auch die Frauen ihre Stimmen vernehmen und ihr gehorchen." Mit diesem Wort« hat Luise Otto zu ihrer Zeit die Selbstsucht des Mannes in die Schranken gefordert. Der Kampf begann. Und die Frau ist von Etappe zu Etappe siegreich weitergedrungen, weil das Recht auf ihrer Seit« ist. Heute nehmen sie vollberechtigt teil am Kranz« der Arbeit und des Sieges, und dieser Anteil soll ihnen durch gewalt- reaktionär« Maßnahmen nicht beschnitten werden. „Wenn das Daterland in seiner größten Not und Erniedrigung nach der Frau gerufen hat, so liegt darin eine Vertrauenskundgebung, die nicht getäuscht werden darf. Unsere Politik ist immer mit Willenskraft, Fleiß und Wissen geführt worden. Weise Beobachter haben während des Krieges entdeckt, daß es uns an zweierlei gebricht, an Weibheit und Liebe. Diese sind Tugenden echter, reiner Weiblichkeit. Gerade auf dem kampszerstampften, von Leidenschaften zerwühlten Boden der äußeren wie inneren Politik sollten sie sprossen und hoffnungsvolle Blüten treiben, die einen endlichen Völkerfrühling. künden." (Fanny Jmle, „Die Frau in der Politik").'
Die Frau im Beruf.
weibliche Berufsjugend prüft ihr können.
Seit Jahren prüft die kaufmännische Jugend ihre beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse in „Berufswettbewerben". 1931 haben im Verband der weiblichen Handels- und Büroangestellten (DWA) 3500 berufsfreudige Jungmädchen im Alter bis zu 21 Jahren im anspornenden Wettkampf chre Berufskräfte gemessen. Gern wurde von den jungen Angestellten, die erfüllt sind von
einem frischen Berufssportgeist, am Sonntag ein- auch mehrmals im Jahr der Wettbewerb ausgetragen.
Die Durchführung des Berufswellkampfes fand in allen Orten in enger Verbindung mit dem Lehrkörper der Berufs- und Handelsschulen statt, von denen auch zumeist die Räume zur Verfügung gestellt wurden. Eine größere Anzahl Berufs- und Handelsschülerinnen nahm an den Wettbewerben teil.
Zur Prüfung wurden folgende Fächer gestellt: Stenographie, Buchführung, Rechnen, Deutsch, Schriftverkehr, Fragen aus der Praxis, Situationsaufgaben und Verkaufskunde, weiter Sprachen, fremdsprachliche Stenographie und Plakatschrift. Je eine Aufgabenserie wurde für die Teilnehmerinnen zusammengestellt nach Alter und Beruf und auch unter diesen Gesichtspunkten geprüft (z. B. Handelsschülerinnen, Derkaufslehrlinge, Kontoristinnen bis zu 16 Jahren, von 16—18 Jahren ufro ). Obwohl kein Zwang zur Beteiligung an den vorgesehenen Fächern ausgeübt werden kann, sind von 122 Orten mehr als 10 000 Einzelarbeiten den Prüfungskommissionen und Preisrichtern zur Begutachtung vorgelegt worden.
In weitaus stärkstem Maße waren die Kontorangestellten an den Wettbewerben beteiligt, nur ca. 20—30 Proz. aller Teilnehmerinnen stellten die Verkäuferinnen. Als Altersklasse waren die 16—18jährigen am stärksten vertreten, 70 Proz. der Teilnehmerinnen standen im
Alter bis zu 18 Jahren. Die Prüfung der Arbeiten wurde in Gemeinschaft mit Handelsschullehrerinnen und „lehrern sehr streng durchgefiihrt, damit nicht ein Können, das von jeder weiblichen Angestellten gefordert werden muß, mit einem Preis gekrönt wird, während es beim Wettkampf doch darauf ankommen soll, besondere Leistungen zu zeigen. Bei der Prüfung wurde die Gesamtleistung, nicht das einzelne Fach, zugrunde gelegt, wett es sehr wichtig ist, vielseitig gebildet im Beruf zu stehen.
Die jungen weiblichen Angestellten gaben recht gute Proben ihres Könnens ab und zeigten damtt, daß sie die Notwenigkeit umfassender und gründlicher Berussschulung erkannt haben. 75 erste und 109 zweite Preise konnten zur Verteilung gelangen, außerdem eine ganze Anzahl Trostpreise. Als Preise wurden gegeben: Ferienfreizei- ten, Photoapparate, Musikinstrumente, gute Bücher ufm. Don einer zu hochwertigen Preisform hat der VWA bewußt abgesehen, da er der Meinung ist, daß diese — gegeben für ein an sich selbstverständliches Berufswissen — den jungen Menschen zu einer Überschätzung seiner Leistungen führen können. Das ist aber nicht Ziel der Berufswettkämpse, vielmehr sollen sie wohl der Jugend zeigen, was sie kann, sie aber auch gleichzeitig auf Mängel und Lücken Hinweisen und anspornen, immer weiter und gründlicher an ihrer Berufsfortbildung und -Vervollkommnung zu arbeiten.
Für Küche
Etwas vom Gulasch.
(Ein Schmerzenskind in der Küche.
Don Betty Groß- Kulmbach.
Manche Hausfrauen, die sonst recht tüchtige Köchinnen sind, bringen trotz aller Bemühungen keinen schmackhaften Gulasch auf den Tisch, und der Herr Gemahl behauptet immer wieder, im Restaurant fei der Gulasch bester. Wenn der Hausherr dann aber einmal auf einer Geschäfts- oder Serienreife nach Oesterreich oder Ungarn gekommen ist, bann hat es di« Frau erst recht schwer, da „er" ganz bestimmt behaupten wird, nur die Oesterreicher seien die wahrhaften Gulaschköche. Dabei ist die Sache an sich recht einfach, wenn man sich von den m der deutschen Küche allgemein üblichen Rezepten für Gulasch freimacht, die wirklich nicht gut sind Da haben die Männer schon recht! Man versuche es also einmal mtt einem neuen Rezept, etwa dem folgenden:
Ungarischer Gulasch.
Zu diesem Gulasch werden folgende Zittaten benötigt: Ein Pfund Gulaschfleisch, sechs Zwiebeln, eine Gelberübe, Salz und Pfeffer, eine Messerspitze Paprika, etwas Tomatenmark, sowie das notwendige Fett. Das in Würfel geschnittene möglichst zarte Gulaschfleisch wird mit den sechs sehr fein geschnittenen Zwiebeln und der Gelbenrüb« in reichlich Fett beigesetzt, leicht gesalzen und zugedeckt, so lange gedünstet, bis der Saft der Zwiebeln und des Fleisches eingekocht ist. Dann hebt man den Deckel und läßt den Gulasch weiterkochen, bis di« Zwiebeln leicht angebräunt sind. Nun wird ein Löffel Tomatenmark hinzugegeben, dann überstäubt man den Gulasch leicht mit Mehl, füllt mit Wasser oder mit Fleischbrühe auf und läßt ihn vollends garkochen. Kurz vor dem Anrichten wird bann noch eine Messerspitze Paprika zugegeben, die dem Gulasch den pikanten Geschmack verleiht. Man verwende aber nur den besten Rosenpaprika, der milder und aromatischer ist.
Sjegebiner Gulasch.
Vorzüglich schmeckt auch der sog. Szegediner Gulasch, der folgende Zutaten erfordert: Ein Pfund Schweinefleisch, 2—3 große Zwiebeln, Salz und Pfeffer, ein Pfd. Sauerkraut, einen Eßlöffel Tomatenmark, einen Viertelliter sauren Rahm. Wieder wird das Schweinefleisch in kleinen Würfeln mit den Zwiebeln unter Zugabe von reichlichem Fett in der Kasserolle beigesetzt. Ist der Fleisch- und Zwiebelsaft in dem zugedeckten Topfe ziemlich eingekocht, füllt man mit Wasser oder Fleischbrühe auf und gibt gleichzeitig das kleingeschnittene Sauerkraut, das man fest ausgedrückt hat, in den Topf. Am besten wird auch gleich der Eßlöffel Tomatenmark hinzugefügt. Nun wird der Gulasch noch eineinhalb bis zwei Stunden bei mäßig großem Feuer gedämpft, wobei man jedoch darauf achten muß, daß er nicht anbrennt. Kurz vor dem Anrichten vermischt man einen Eßlöffel Mehl mit einem Viertelliter sauren Rahm, den man dann mit dem Gulasch kurz aufkochen läßt.
Italienischer Gulasch.
Zu diesem sehr schmackhaften Gericht benötigt man ein Pfund Gulaschfleisch, zwei bis drei Zwiebeln, dreiviertel Pfund Reis, vier Eßlöffel Tomatenmark. Gewürz, sowie Käse zum Ueberftreuen. Der Gulasch wird wie das ungarische Gericht vorgekocht, nur schneidet man di« Fleischbrühe und die Zwiebeln noch bedeutend fei
und Haus.
ner. Während das Fleisch beigesetzt ist, dünstet man den Reis mit Butter an, füllt mit Wasser oder Fleischbrühe auf und kocht ihn weich, jedoch so, daß er nicht zerfällt. Fleisch und Reis werden dann unter Beifügung des Tomatenmarkes gemischt, um gemeinsam völlig garzu- kochen. Vor dem Anrichten wird dieser italienische Gulasch mit geriebenem Schweizer- ober Parmesankäse dick überstreut.
Karpfen mit Rahmtunke.
Der geschuppte und gesäuberte Fisch wird der Länge nach geteilt, die Rückengräte entfernt, gesalzen und gepfeffert und in heiße Butter gegeben, in der man zuvor feingewiegte Kräuter gedämpft hat. Alsdann übergießt man den Fisch mit saurer Sahne und läßt ihn gut in heißer Röhre gar werden.
Praktische Winke.
Reiherfebern zu reinigen.
In diesem Winter werden wieder sehr viel Federn von Reihern getragen, deren Reinigung sich die meisten Frauen sehr schwer vorstellen. Wenn man aber nur ein wenig Geschick hat, kann man die Reinigung selbst ausführen. Man legt die Federn auf einen Tisch ober auf ein glattes Holzbrett und reibt sie mit einer milden Kernseife ein. Dann wäscht man sie mit einem reinen Schwamm, auch ein Gummischwamm ist gut dazu verwendbar, nach der Spitze zu, bis aller Schmutz entfernt ist. Die Reiherfedern werden bann in klarem Wasser solange gespült, bis keinerlei Seifenreste mehr in ihnen enthalten sind. Man trocknet sie am warmen Ofen möglichst rasch.
Kattun zu waschen.
Kattun verliert beim Waschen auch heute noch gerne die Farbe, da er nicht immer Indanthren gefärbt ist. Man verhindert dies, indem man aus<l Teilen Wasser und einem Teil Weizenkleie eine Mischung herstellt, die fünf Minuten kochen muß. Nach dem Erkalten wird der Rottung in dieser Mischung gewaschen und sauber nachgespült. Seife ober irgendeine andere Waschhilfe darf jedoch nicht genommen werden.
verhärtetes Del in Nähmaschinen.
Mitunter entstehen Störungen an Nähmaschinen durch verhärtetes Oel. Man spritzt in diesen Fällen mit dem Oeler einige Tropfen Benzin in die Oellöcher, das das verhärtete Schmiermaterial auflöft. Die Maschine wird dann mit weichen Lappen gut ausgepuht und wie gewöhnlich mit möglichst frischem Oel versehen.
Wachstuch auszufrischen.
Das Wachstuch wird mit Seifenwasser gut abgewaschen und mit einem wollenen Lappen leicht nachgetrock- net. Darauf verreibt man einen Tropfen Petroleum auf dem Wachstuch, das dadurch wieder einen schönen Glanz bekommt.
Gelbgewordene Klaviertasten zu bleichen.
Mit der Zeit werden die Klaviertasten gelb. Man bleicht sie mit Terpentinöl, das mit einem Flanellappen gut auf den Tasten verrieben wird. Wenn man dann die Tasten der Sonn« aussetzen kann, wird man mit dem Erfolg besonders zufrieden sein.
Aus dem Wörterbuch unserer Krankheiten.
DKGS. In buntem Wechsel fanden sich einst Deutsch, Latein und Griechisch zusammen, um unsere heute geltenden Krankheitsbezeichnungen zu schaffen Allerdings haben sich, besonders seit der Zeit des Humanismus, Latein und Griechisch gerade hier recht breitgemacht und manches deutsch« Wort aus unserer Sprache verdrängt. Z. B. hat schon in sehr früher Zeit das lateinische Wort febris, unser „fieber", der ursprünglichen deutschen Bezeichnung „Ritten" völlig den Garaus gemacht. Gut deutsch ist dagegen unser „Schnupfen", übrigens gleichen Stammes mit „Schnauze" und „schnauben", ebenso das „Geschwür", das von „schwären" herkommt; bei Lessing hieß es noch „Geschwür", bis sich die Nebenform Geschwür durch- setzte und nur das Hauptwort Schwär blieb. Die „Grippe" stammt zwar in dieser Form aus dem Französischen, ist aber letzten Endes aus dem gotischen greifen, unserem „greifen", „anpacken" zu erklären. Die „Influenza dagegen ist rein lateinisch und bedeutet lediglich Ansteckung.
Wie jedes gesunde Lebewesen gegen einen eingebrun- genen Fremdkörper kämpft, so ringt auch die Sprache mit dem Fremdwort. Kann sie es nicht loswerden, so rückt sie so lange daran herum, bis cs wie ein deutsches Wort klingt ober aussieht. Ein Beispiel bafür ist bas griechische Wort „Katarr h", bas „Herabfluß" bedeu
tet. Es tarn durch die Aerzte des 17. Jahrhunderts in Umlauf und verdrängte den einheimischen Namen „dampfe". Und was machte das Volk daraus? Den „Kater", der seit etwa 1850 — wenn auch mit etwas anderem Sinn« — zu unserem Sprachgut gehört und nah altgermanischer Weise den Ton auf der ersten Silbe trägt, so daß die Endsilbe verkümmerte.
Eine einfache Uebertragung aus Farbe-Erfcheinun- gen liegt im „Scharlach" vor, einem Worte persi- lchen Ursprungs, sowie in der „R o s e" und den M a- sern"; bei letzteren ist die Maserung des Holzes auf das Bild der Kinderkrankheit angewandt worden. Zu mißverständlichen Erklärungen hat der „Star", die bekannte Augenkrankheit, Anlaß gegeben; sie hat nichts mit dem Bogel zu tun, sondern hängt mit unserem „starren" zusammen.
Auch die Mythologie spielt in unsere Krankheiten hinein. So ist beim „Alpdrücken" nicht an die Alpen zu denken, die einem etwa als Bergeslast auf der Brust liegen, sondern an den altgermanischen Glauben: ein böser Albe oder Else ängstigt den Schlafenden Der griechische Traum- und Schlummergott Morpheus hat dem „Morphium" den Namen gegeben.
Während ferner die „R uhr" ein gutes deutsches Wort ist und weiter nichts als „eilige Bewegung" be
deutet (damit verwandt z. B. „Aufruhr"), stammt die Bezeichnung für die asiatische Brechruhr, die „Cholera", die zuerst 1831 in Europa auftrat, aus dem Griechischen. Das Wort bedeutet eigentlich „Gallensucht" und findet sich teilweise in „Melancholie" (wörtlich „Schwarzgalligkeit") wieder. Wie Ruhr ist auch „Gicht" ein deutsches Wort; es kommt von „gehen", da die Krankheit in den Gliedern „umgeht" Früher sagte man dafür „Fluß" oder „S t'i ck f l u ß" im Sinne von erstickender Fluß. Die griechische Uebersetzung des Begriffs ergibt unseren „Rheumaiis mus".
Enen interessanten Bedeutungswandel schließlich hat nervös" durchgemacht. Das zugrunde liegende lateinische Wort heißt eigentlich nur „Sehne" und bezeichnet erst viel später unsere Nerven. Noch Lessing verwendet das Wort daher im Sinn von „kraftvoll", während es feit den dreißiger Jahren des 19. Jahr- Hunderts, wohl unter dem Einfluß des ftanzöstichev nerveux, den heute üblichen Sinn annahm. Dr. K. W
Die zehn Eheaedole der Japanerin.
Von Nini Strauß-Leipzig.
Die moderne Japanerin soll, wenn sie in den hl. Stand der Ehe tritt, die folgenden 10 Gebote beherzigen, die man auch manchem europäischen Mädchen warm ans Herz legen möchte.
1. Beherzige, daß die Ehe eine Versorgung auf Lebenszeit ist, der du dich würdig erweisen mußt.
2. Vergiß nicht die billige Rücksichtnahme auf die gesellschaftliche Stellung deines Mannes. Du kannst ihm sonst schwer schaden.
3. Der Mann gewährt dir Schutz und Sicherheit, er bereitet dir ein Heim, dessen Gemütlichkeit deinem Geschick und deinen Hausfrauentalenten anvertraut ist.
4 Mit der Eheschließung gibst du ein wesentliches Teil deiner persönlichen Freiheit auf. Willst du bas nicht, bleibe lebig.
5. Liebe und Achtung des Gatten muß immer von neuem verdient werden.
6 Der Sohn ist das Ebenbild des Vaters. Willst du wissen, wie dein Bräutigam als Gatte handeln wird, bekümmere dich um das Leben feines Vaters.
7. An unglücklichen Ehen tragen nicht immer die Männer die alleinige Schuld.
8. Fleiß, Arbeitsamkeit und ein gesunder Sparsinn fördern bas Glück jeder Ehe.
9. Kein Mann darf an der unbedingten Treue seiner Gattin auch nur einen Augenblick zweifeln dürfen.
10. Kinder sind das Band der Ehe. Benutze sie nicht als Prellbock für Auseinanderfetzungen, die du einmal mit deinem Gemahl haben wirst.