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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Nr. 3

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" und .Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

Dienstag, S. Januar 1932.

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3dltg. 59.

Mut imponiert auch dem Gegner.

Das oberschlesische Zentrum zur politischen Lage. Was die Frankfurter Zeitung sagt.

Der erweiterte Parteivorstand der Oberschle­sischen Zentrums besprach in vertraulicher Sitzung die politische Lage und insbesondere die letzten Not- verordnungen. Der Vorsitzende. Abgeordneter Prälat Ulitzka würdigte die große Notverordnung vom Dezember als eine politische Tat des Reichs­kanzlers Brüning, die auch weiten Kreisen der Be­völkerung trotz der neuen schweren Opfer Mut und Hoffnung gegeben habe, da sie zeige, daß die Regierung entschlossen und gewillt sei. zu handeln. Jetzt sei auch Deutschlands Gang zu den bevorstehenden außenpolitischen Entscheidun­gen besser vorbereitet.

Dezirkssekretär Lubig (Ratibor) berichtete über die Beurteilung, die diese Notverordnung in wei­ten Wählerkreisen finde und kam trotz Kritik im einzelnen zu dem Schluß, daß die Entschlossenheit der Regierung und ihr Mut selbst in vielen Schichten der Gegner des Zentrums starken Anklang gefunden hat. Viel­fach sei im Lande ein S t i m m u n g s u m - schwung zugunsten Brünings festzustel- len.

Bemerkenswerte Gedankengängs werden in der Frankfurter Ztg." in einer politischen Betrach­tung zur Jahreswende eingeschlagen. Der Ber­liner Mitarbeiter derFranks. Ztg." geht dabei bis zum Kern der Dinge, wenn er schreibt:

Was dentolerierenden" Parteien zugemutet wird, ist grausam, ja widersinnig. Weltgeschich- liche Entscheidungen, Schicksalsfragen für Deutsch­land und Europa, werden in die schwachen und obendrein widerstrebenden Hände einzelner Par­teien gelegt, während die anderen für sich das Recht in Anspruch nehmen, alles, was geschieht, in Grund und Boden zu verdammen! Sind die n a - türlichen Funktionen der Parteien nicht von ganz anderer Art als diejenigen, die ihnen heute aufgenötigt werden Zerstören wir nicht ihre Kräfte, rauben wir den Parteien nicht die Lebens­energie für ihre wahren Aufgaben, indem wir einzelnen von ihnen ein ungeheuer­liches Uebernfaß von Opfern und von Verantwortung auferlegen? Ist es nicht ein Wahnsinn, etwa das Zentrum oder die SPD. Mit der Verantwortung für die Reparationspoli­tik zu belasten zwei Parteien, die überdies a m wenigsten dazu beigetragen haben, daß es zu diesem Weltkrieg und damit zur Reparationsrechnung überhaupt k a m? Die Erfahrung anderer Länder lehrt uns, daß sich das Prinzip der Parteiregierung und der P arteiveran t wortlichk e it in der Zeit großer nationaler Krisen über­haupt nicht durchführen läßt,am aller­wenigsten dann, wenn Opvositionsstellung gleich­bedeutend ist mit Flucht vor der Ver­antwortung.

Die radikalen Parteien werden wohl ihren sträf­lichen Nihilismus nicht aufgeben, und somit wird vorerst beim Tolerieren bleiben müssen. Wird ai wahre Zusammenhang dem Volk, den Wählern (die ja nicht identisch sind mit Parteimitgliedern und Parteifunktionären) nicht doch allmählich be­greiflich werden? Aber tat die Regierung und tun wir alle genug, um darauf hinzuwirken? Geschieht genug, um dem Volk zu zeigen, daß diese tolerie­renden Parteien in Wirklichkeit durchaus nicht die Verantwortung tragen? Geschieht vor allem genug, um die Distanz zwischen Regierung und Volk zu verringern? Dr. Brüning hat fertigge­bracht, das Regierungsgeschäft aus der Fraktions- atmosphärs herauszuheben, aber je weiter die Di­stanz zwischen der Regierung und den Parteien wird, desto näher müßte der Kanzler dem regier­ten Volk kommen, desto verständlicher müßte er ihm werden.

Was kann der Kanzler im Rahmen seiner Voll­machten tun, um dieses schwierigste politische Pro-

Zu lösen, das in seiner vollen Schwere erst Eich das Verlangen der Parteien nach formeller Entlastung aus der Verantwortung sichtbar gemacht wurde . Wir stellen ihm die Frage obwohl wir vermuten, daß er sie sich nicht selten selbst stellt, < ^lLeine politische Konzeption denkbar ist, die

Schchrrpunkt so verschiebt, daß die Tolerierungs- beschluste des Reichstags die allmählich lang­wellig gewordenen Abstimmungen über agitatorische Mißtrauensantrage überragt und überschattet durch eine im höchsten Sinne nationale posttliche Arbeit, für die das gesamte Volk, so­weit es guten Willens ist, die Verantwortung übernehmen kann! Nachdem der wirtschaftliche und soziale Kurs für die nächste absehbare Zeit in den Notverordnungen festgelegt ist, müßte sich wohl der Versuch lohnen, unter den unsicher gewordenen demokratischen Bau ein neues Fundamet in Ge­stalt eines politischen Planes zu schieben, der auf wenige, aber große und positiv eZiele gerichtet ist, auf Ziele, die Millionen von Deutschen unvergleichlicher wichtiger erscheinen müßten, als die Demagogie ihrer Parteien, Ziele, die für sich selbst werben, Ziele, um derentwillen sich eine nationale Gemeinschaftsleistung ganz von selbst versteht.

Der Kanzler tendiert nach dieser Richtung. Die erste Hälfte des neuen Jahres wird zeigen müssen, ob ihm die.Zusammenfassung der Volks­kräfte zu solchen großen Handlungen gelingen wird. Aus seinen Reden wissen wir bereits, daß er sich die Lasten der Notverordnungen nicht bloß als Opfer gedacht hat, die wir einer mehr ober weniger kunstvollen Balancierung des Budgets oder einer wirtschaftlichen Sanierung darzubringen

haben. Der Kanzler hat erklärt, daß er der deut­schen Politik damit in erster Linie ein neues feste­res Fundament verschaffen will, auf dem sich weiterbauen läßt. Herr Dr. Brüning hofft, uns dadurch zunächst einen wesentlichen Teil unserer außenpolitischen Freiheit zurückerobern zu können: vor allem die Befreiung von den un­tragbaren Reparationslasten. Das Schick­sal der Regierung wenn nicht gar das Schick­sal Deutschlands, ja Europas ist mit dieser Frage eng verknüpft. Wir gehen Entscheidungen von außerordentlicher Tragweite entgegen. Es ist vollkommen klar, daß unser Volk die rigorosen Notverordnungen nicht auf sich nehmen würde, wenn die Reparationsgläubiger auf den Gedan­ken kämen, sie seien ein gutes Mittel,, nm Deutsch­land zu neuen Zahlungen zu befähigen. Es ist der große Erfolg der bisherigen deutschen Repara­tionspolitik dieser vielgeschmähten Politik, die den unglücklichen NamenErfüllungspolitik" trägt , daß nicht nur für uns, sondern für den größ­ten Teil der Welt feststeht: nicht Unser böser Wille, sondern die tatsächliche Unmöglichkeit sol­cher internationaler Geldverschiebungen verhindert die Durchführung der Reparationsverträge.

Dank dieser Tatsache besteht heute zum ersten Male seit Versailles eine fast lücken­lose nationale Front. Dies kannpfleg­lich und mit vollendetem Takt behandelt zu einer kostbaren Grundlage auch für die inner­deutsche Arbeit von 1932 gestaltet wer­den.

*

Soweit die Franks. Ztg. Wer in das Volk hineinhorcht, hört heute in wachsendem Maß be­sinnliche Stimmen. Es gibt immer mehr Leute, selbst an Stammtischen, denen es klar wird, daß Brünings stille Arbeit wertvoller und gediegener ist, als Hitlers Phra- s e n. Hitler hat zu Neujahr erklärt,Das Schick­sal Deutschlands entscheidet sich in den nächsten Monaten, so oder so . . . Die Weisheit wird in sehr weiten Kreisen alsWeisheit" erkannt und das ist ein F ortschritt.

Englische Voraussage.

Aus London wird gemeldet:

Die Aufgaben der bevorstehenden Lausanner Reparationskonferenz werden besonders imOb- seroer" eingehend erörtert. Dem Blatt zufolge erwartet man, daß die britische Regierung noch vor Ende dieser Woche ihre Leitsätze für die Kon­ferenz formuliert haben wird. Die zahlreichen Be­richte über angeblich englisch-französische Verein­barungen in der Reparationsfrage entsprechen, wie das Blatt betont, nicht den Tatsachen. Ein dreijähriges Moratorium mit dem Versprechen, Deutschlands Zahlungsfähigkeit erneut zu prüfen, würde nach Ansicht desObserver" nicht genügen. Die einzige Möglichkeit fei, die kurze Zeitspanne vom 18. Januar bis 2. Februar zur Verlängerung des gegenwärtigen Moratoriums über den Juli hinaus zu benutzen, um einen Verzug Deutschlands zu verhüten und dann nach Schluß der Abrüstungs­konferenz die diplomatische Arbeit wieder aufzu­nehmen. Das Blatt hofft, daß so durch Einkehr besserer Einsicht in Washington der Erfolg der Konferenz nähergerückt werden könnte.

Im Gegensatz dazu vertritt Garvin im gleichen Blatt den Standpunkt, daß der beste Ausweg die Suspendierung der deutschen Reparationen für drei Jahre sei. Im übrigen betont Garvin, daß Großbritannien unter vollster Rücksicht auf Deutschland ein harmonisches Einvernehmen mit Frankreich suchen müsse, denn sonst könne nichts erreicht werden.

Sir Josiah Stamp erklärte einem Vertreter des Observer", daß die Reparationen, die hohen Schulden, die hohen Tarife und Gleichgültigkeit ge­genüber den Regeln des Goldstandards und ein Jndustriealismus des Laisser farie die Welt an den Rand des Abgrundes bringen werden. Nach dem Fortschritt, den der Wiggin-Bericht bedeute, und nach Aeußerungen wie denjenigen Mellons hege er ziemlich starke Hoffnung, daß der Baseler Ausschuß einen weiteren positiven Schritt vorwärts bedeuten werde. Aber die Temperatur sei inzwischen be­trächtlich infolge der Washingtoner Debatten ge­sunken. Die Welt ziehe anscheinend immer noch vor, mit politischen Unwirklichkeiten zu spielen.

*

Pariser Blätter erheben gegen die Neujahrs- Rede Hindenburgs Einwendungen. DasJournal" sagt, der Reichspräsident habe bei seiner Forde­rung auf Abschaffung der Reparationen den Base­ler Bericht übergangen. DerPopulaire" meint, die Rede sei nicht geeignet, den Kampf um die Ab­rüstung zu fördern.

*

An zuständiger französischer Stelle tritt man für eine weitere Hinausschiebung der Tributkonferenz ein. Keinesfalls dürfe sie vor der Beendigung der Berliner Stillhaltekonfernz statt­finden.

Reichskanzler Brüning wieder in Berlin. Reichskanzler Dr. Brüning ist Sonntag abend von feinem kurzen Weihnachtsurlaub wieder nach Berlin zurück gekehrt.

* Erkrankung des ehemaligen deutschen Kai­sers. Der ehemalige deutsche Kaiser hat sich eine schwere Erkältung zu gezogen und muß das Bett hüten. . A_. ,

Mandschurei selbständige Republik.

Wie aus Charbin gemeldet wird, hat General Tfchangtschunghui die Selbständigkeit der mand­schurischen Republik ausgerufen. In einem Zir­kulartelegramm hat er sämtliche Behörden in der Mandschurei angewiesen, nur die Anordnungen der mandschurischen Regierung auszuführen und keine Beziehungen mehr zu den Nankinger und Pekinger Behörden zu unterhalten.

Amerikanisch-japanischer Zwischenfall.

Nach russischen Meldungen aus Tokio hat der japanische Botschafter gegen die Verhaftung eines amerikanischen Offiziers in dem von japanischen Truppen besetzten Gebiet Einspruch erhoben. Das japanische Kriegsministerium hat darauf erklärt, daß die Angelegenheit von den japanischen Mili­tärbehörden geprüft werden wird. Das Verhalten

wtb. Essen, 4. Jan. (Eig. Meld.) Die für heute angekündigte verstärkte Propaganda der Kommu­nistischen R.G.O. für einen Streik im Ruhrgebiet scheint nach den bisher vorliegenden Meldungen den beabsichtigten Erfolg nicht ge­habt zu haben. Aus dem Präsidialbezirk Reck­linghausen wird gemeldet, daß von 54 Schächten nur auf der Schachtanlage West erholt 516 Bergleute streiken.

In verschiedenen Orten des Bezirkes kam es heute früh zu Behinderungen von Ar­beitswilligen. Die Polizei schritt überall rasch ein und nahm insgesamt 57 Personen fest. InBertlich wurden 26 Personen, in der Haupt­sache kommunistische Funktionäre festgenommen, die eine verbotene Versammlung abhielten. In Herten hatte man an verschiedenen Stellen Bäume gefällt und quer über die Straße gflegt, um damit die Aktionstätigkeit der Polizei zu ver­hindern. In Bottrop wurden heute früh an verschiedenen Stellen insgesamt 7 Schaufenster zertrümmert.

wtb. Essen, 4. Januar. (Eig. Meld.) Der Berg­bauverein teilt mit: In der heutigen Frühschicht sind nur auf drei Zechen Teile der Belegschaft

Danksagung des Reichspräsidenten.

wtb. Berlin, 4. Jan. (Eig. MeD.) Dem Herrn Reichspräsidenten sind anläßlich des Jahreswech­sels zahlreiche Glückwünsche aus dem In- und Aus­lande zugegangen. Da es ihm zu seinem Bedau­ern nicht möglich ist, sie einzeln zu beantworten, läßt der Herr Reichspräsident alle, die feiner in diesen Tagen freundlich gedacht haben, bitten, auf diesem Wege seinen herzlichsten Dank und seine aufrichtigen Wünsche für das neue Jahr entgegen­zunehmen.

* Gras Takkenbach zum Gesandken ernannt Wie mir erfahren, ist Graf von Tattenbach (Vortrag­gender Legationsrat und feit Frühjahr 1929 Ches des Protokolls int Auswärtigen Amt) unter Be­lassung auf seinem Posten zum Gesandten ernannt worden. _____________

* Das Verfahren gegen Dr. Best geht weiter. Entgegen den Nachrichten über eine Einstellung des Verfahrens gegen Dr. Best, den Verfasser des Boxheimer Dokumentes, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß die Untersuchung weiter geht.

Wettere Abstriche

an den preußischen Sach ausgaben.

VDZ. Berlin, 4. Ian. (Eig. Meldg.). Wie dem Nachrichtenbüro des VDZ. an unterrichteter Stelle erklärt wird, verhandelt der preußische Fi- nanzminifter gegenwärtig mit den übrigen Regie» rungsressorts über weitere erhebliche Abstriche an den Sachausgaben des Etats für 1932, um zu ver­suchen, auf diese Weise das noch bestehende Defizit von 167 Mill, mindestens wesentlich herabzudrük- ken. Wie schwierig diese Bemühungen sind, geht schon daraus hervor, daß Finanzminister Klepper selbst erklärte, die preußischen Sachausgaben seien bereits so weit eingeschränkt worden, daß aber­malige Abstriche fast unmöglich erschienen. Nun ist es aber, wie dem Nachrichtenbüro gesagt wird, dennoch gelungen, bereits bisher

abermals 20 Millionen

an den'Sachausgaben einzusparen durch kleinere Abstriche in allen Etats, die unter anderem auch die Reisekosten betreffen. Demnach verbliebe noch ein ungedeckter Fehlbetrag von 147 Mill. In personeller Hinsicht kommen zu Buche schlagende Einsparungen eigentlich nur beim Polizeietat und bei dm Lehrerbesoldungen in Frage. Die Ausga-

des Verhafteten sei unrichtig gewesen. Er wäre verpflichtet gewesen, den Befehlen des japanischen Offiziers Folge zu leisten.

Den amerikanischen Offizieren wurde vorge­schlagen, das besetzte Gebiet sofort zu verlassen.

wtb. London, 4. Jan. (Eig. Meld.) Die Kan- ton-Regierung hat sich gemäß dem Frie- densvertrage mit Nanking formell auf­gelöst.

Gandhi verhaftet.

Aus Bombay wird gemeldet: Gandhi ist ver­haftet worden.

Der Präsident des allindischen Kongresies D a l l a b h a i Patel ist gleichfalls verhaftet worden. Gandhi und Patel wurden in das Der- wada-Gefängnis in Puna gebracht.

infolge her kommunistischen Streikpropaganda von der Arbeit ferngeblieben. Auf Monopol-Erillo in Kamm streikm von 672 Mann 168 (hier sind die Ausständigen zum größten Teil von den Kom­munisten gewaltsam an der Anfahrt gehindert worden). Auf Westerholl streiken von 1008 Mann 516 und auf Diergardt von 637 Mann 234. Auf mehreren Zechen wurden Mitglieder der Beleg­schaft wegen Streikaufforderung ftistlos entlassen.

*

In Lssen-Borbeck wurden mehrere Ter­ror alte gegen dm Straßenbahnbetrieb verübt, wobei ein Straßenbahnwagen entgleiste. Ein Straßmbahnzug wurde beschossen und mit Steinen beworsm. Die Zugangsstraßen zu einer Zeche waren durch Drahtverhau gesperrt. Die Polizei nahm insgesamt 80 Verhaftungen vor.

*

In Köln und Düsseldorf versuchten am Montagmorgen kommunistische Trupps das Per­sonal der Straßenbahnen zum Streik aufzu- reizen. Die Polizei zerstreute die Ruhestörer ohne ernstliche Zwischenfälle. In Köln wurden 36 Per­sonen, in Düsseldorf etwa 150 Personen fest- gm ommen.

ben für die Lehrer haben bereits nach der 2. preu» ßifchen Sparverordnung eine Verminderung erfah­ren; was die Polizeikosten anfangt, so habe der Innenminister erklärt, daß auf diesem Gebiete feiner weiteren Einsparungen in Frage kommen könnten. Wenn man auch das weitere Ergebnis der nach den Festtagen nun wieder verstärkt auf­genommenen Refsorfverhandlungen um die Sach­ausgaben abwarfen muß, bleibt doch als Ausweg aus dem Etatsdefizit vermutlich nur die Er­schließung einer neuen Steuerquelle; in diesem Zusammenhänge wird gesagt, daß eine Entscheidung über die Einführung der Schlacht st en er in Preußen auch zur Zeit weder in positivem noch in negativem Sinne gefallen ist.

Ob sich Preußen von den Verhandlungen mit dem Reich wegen eines besseren Finanz­ausgleiches oder Abzahlung aus die preußi- scheu Entschädigungsansprüche Nennenswertes tier« sprechen kann, mutz als fraglich bezeichnet wer- den, da dem Nachrichtenbüro an zuständiger Reichs- stelle erklärt wird, datz gerade in dieser Notzeit alle Länder mit finanziellen Ansprüchen an das Reich herantreten. Fest steht bisher nur, daß der preu­ßische Etat nicht mehr Mitte Januar zur parlamen­tarischen Behandlung reis ist.

* Beginn russisch-rumänischer Paklverhandlun- gcn. Die direkten russisch-rumänischen Verhand­lungen zwecks Abschlusses eines Nichtangriffspak­tes sollen am 15. Januar in Riga beginnen und von dem dortigen sowjetrussischen Gesandten und dem rumänischen Geschäftsträger geführt werden.

Hochwasser in Sachsen.

wtb. Dresden, 4. Jan. (Eig. Meld.) Beinahe sämtliche sächsischen Flüsse und Wasserläufe führen heute Hochwasser. Im Erzgebirge sind die Flüsse stellenweise über die Ufer getreten. Das Wasser ist bereits an vielen Stellen in Häuser eingebrungen unb hat Wiesen unb Fluren über­schwemmt.

Wie aus Aue gemeldet wird, hat dort das Schwarzwasser einen Stand erreicht, der dem von der Unwetterkatastrophe vom 6. Juli d. Js. noch übertrifft. Zahlreiche Wohnungen in Aue mußten geräumt werden. Im östlichen Erzgebirge mußte die Schmalspurstrecke Holtenau-Allenberg wegen Gefährdung zweier Eisenbahnbrücken gesperrt wer­den. Die Elbe ist bis Montagvormittag nur leicht gestiegen, doch teilt das Elbestromamt mit, daß für morgen oder Mittwoch mit einem gewaltigen Anschwellen gerechnet wer­den kann.' Das Regenwetter dauert überall an. Die Temperatur beträgt etwa 10 Grad Cel­sius. | . I . ' i .... I A

Die Teilsiretts im Ruhrgebiet.

Die kommunistische Streikhehe hat keinen Erfolg.