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NILS
3. Ianuar
Vellage zur Fuldaer Zeitung
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Sühne geleistet worden ist. Das stimmt, das
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wir
sind.
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wäre inhaltlich noch immer genug. Katechismus und der Erklärung Geschichte in deinen Kindertagen Jesus heißt Erlöser oder Heiland, scm Wissen ist dir noch gar nichts
bist du weder erlöst, noch geheilt. Ich will dich keineswegs in der Heilslehre abfragen. Du würdest mir gerne antworten, daß die Erlösung im Kreuzestod geschehen sei. daß dem himmlischen Va-
war der große Beweis göttlicher Liebe an die Menschheit. Durch den Tod Jesu wurde uns die Möglichkeit gegeben, wieder der Gotteskindschaft teilhaftig zu werden. Aber die Möglichkeit ist noch keine Wirklichkeit. Wir müßen auch Geheilte und Erlöste werden. Die Gnade ist gegeben aber der Acker dieses himmlischen Samens, das sind wir. Erlöst sein heißt befreit sein, befreit von den Sorgen der Erde, von Mißgunst, Lieblosigkeit, Neid: befreit von dem hastigen Getriebe des Lebens, das da dem Groschen nachrennt, befreit von dem sinnlichen Rausch unserer Tage, der nur Betäubung bringt: befreit von dem Wahn, daß durch eine rechnerische Geldverteilung die Menschen glücklich würden. — Sost ich denn mein Leben wegwerfen oder es verleugnen?, fragst du. — Keineswegs! Du sollst es nur tiefer leben. Ich gönne dir Arbeit, Brot, gutes Einkommen: auch das Kind in der Krippe gönnt es dir. Aber es gibi noch viel Wichtigeres, das ist der Friede des Herzens mit dir und mit anderen und mit Gott Und diesen Frieden kündet dir einer selbst in der Armut des Stalles, das ist Jesus, dein Heilbringer .
Sein Herz doch heimlich zur Krippe muß.
Wir pilgern all' zum armen Stall: Laß ein uns, und laß ein sie all! Ja, alle Welt. alle, alle sind da Und singen Gloria'und Alleluja. Laßt uns dabei auch sein und steh'n. Kniend seh'n. was in dieser Nacht gescheh'«. Daß die Menschheit, wir alle, die im Stalle Finden die Krippe und Gott und das Kind.
Heinrich H 8 s l e r - Freiburg i.
Zeit.
„Was denken Sie vom Krieg?" fragte sie. steht es mit uns? Was lagt man draußen?" -
„Nunja, die Leute reden . . . dies und das
selig werden könnten.
Evangelium: Luk. 2. 21.
Cs ward ihm der Name Jesus gegeben.
Dein Heilbringer.
Betrachtung zum Sonntagsevangelium.
Das heutige Sonntagseoangelium ist äußerst kurz. Nur zwei Säße find es: Als die acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten wurde ward ihm der Name Jesus gegeben. So hatte Ihn der Engel genannt, noch ehe Er im Mutterschoß- empfangen war.
Dies kurze Evangelium wird noch dazu an zwei F-iertagen nacheinander verlesen: am Neujahrstag. dem Fest der Beschneidung, und am folgenden Sonntag, dem Fest des allerheiligstcn Nomens Je?u — Merkwürdig, welch ein Gewicht die beiden Sätze haben, daß sie die Kirche zweimal vor- leien läßt und jeden der beiden Gedanken darin zum Fest erhebt Der Sinn der Beschneidung hat eine Aehnlichkeit mit dem der Krippe. Warum sucht sich der Gotteslohn "einen Stall, indem es riecht wie in einem richtigen Stall, in dem der Dunst an den Wänden herabläuft — du darfst dir den Stall niemals wie das Kripplein in der Kirche denken, das man gleichsam in frommem Spiel gebaut hat — und in dem Tiere Heu Wiederkäuen, zur Geburtsstätte aus: und warum läßt er sich wie alle jüdischen Biiblein beschneiden? Dies ist so einfach zu erklären, so ganz selbstverständlich im Sinne der göttlichen Sendung an die Menschheit. Jesus wollte keinem der Irdischen etwas voraus hoben Aermer als in einem Stall kann niemand geboren werden: und auch im Gebrauch der religiösen Formen wollte er keine Ausnahme bilden. Aber jede religiöse Form wie die der Beschneidung, hat ihren rechten Sinn wenn religiöse Menschen sie gebrauchen. Die Beschneidung ist ein Dank und eine Weihe des Neugeborenen an Gott der ja letzthin durch die Eltern dieses Kind schuf, lieber diesen religiösen Brauch wollte sich Jesus nicht Hinwegsetzen, weil er nicht gekommen war. Auf st and und Auflehnung wider das Gesetz zu bringen, sondern das Gesetz zu erfüllen im rechten Geist Auf den rechten Geist kommt alles an durch ihn läßt sich jederzeit das Antlitz der Erde
Schon aus dem der Biblischen weißt du es:
Aber mit die- geholfen, damit
der katholischen Welt etwas zu jagen hatte. Und dieses Werk ist fürwahr ein Wegweiser für alle diejenigen, die aus der Wirrnis unterer Tage einen Weg in eine lichtere Zukunft, an das jenseitige Ufer suchen. Nicht ein ©laubiger konnte diesen Weg weisen, sondern ein in dem Chaos durch die Krast der Religion Bekehrter. Die Hauptgestalt in Heinrichs Roman ein bayerischer Edelmann, muß erst tief in Sünde fallen, er muß erst am Leben verzweifeln, bis Gott ihn zerbricht und ihm die Gnade der Religion gibt. Nur die Meisterschaft eines ganz großen Dichters konnte das so gestalten, wie es Heinrich gelungen ist. Jener nach einer Jugendsünde von seiner Familie verstoßene Edelmann hinterläßt seinem Neffen ein Tagebuch, in das er sein einsiedlerisches Leben in Lausanne ausgezeichnet hat. Ist diesen scheinbar willkürlichen und zusammenhanglosen Aufzeichnungen hat Heinrich mit der visionären Hellsichtigkeit des begnadeten Dichters die Zeit des Uebergangs gestaltet. Abgründe eines schier unermeßlichen Verständnisses für alle Beziehungen menschlichen Lebens werden hier aufgerissen. Mit bewundernswerter Weltweite und unerbittlicher Wahrhaftigkeit läßt der Dichter die Zeit des Uebergangs an uns vorüberziehen. Der russische Revolutionär, der intellektuelle Aesthet, die mitleidige Gräfin, die gläubige Komtesse, die trauernde Osfizierswitwe, der eigenbrötlerische Philosoph, der enge Nationalist und der 2lufge» fähl offene - das Leben all dieser ist lo gradlinig es auch verlaufen mag, schicksalhaft unter dem Aspekt des Uebergangs. Alle diese Menschen leiden an einer unausgesprochenen Tragik. Es ist die besondere Größe dieser Dichtung, daß der Uebergang in seinem Chaos, in feiner Mannigfaltigkeit geschaut wird, und zwar mit einer so unbestechlichen Ehrlichkeit, wie sie in unserer unehrlichen Zeit nicht mehr überboten werden kann. Es geht ein Raunen vom Sterben und Untergang durch dieses Buch, der furchtbare Krieg- wirft feine Schafen — aber, was sie alle ersehen, ist ein neues Zeitalter, die wiederhergestellte Menschheit. In ganz weitsichtiger Schau läßt Hein- rich seine Menschen vom Uebergang in eine neue Ze» sprechen. Unter diesen Menschen ist der eine, jener bayerische Edelmann, der im Katholizismus Frieden und Lösung gefunden hat. In meisterhafter dichterischer Komposition werden nun in jenen Menschen des Uebergangs alle Verfallserscheinungen unserer Zeit der religiösen Urkraft des Katholizismus in jenem gläubig bekehrten gegenübergestellt Ganz unaufdringlich, aber überzeugend erwächst aus dem wesenhaften Christentum des einen die Krast des positiven Seins. Als sichere Zukunft wird dieses Christentum deutlich, das sich wie lichte Ruhe über das Chaos des Uebergangs breitet Weil dieses Buch in alle Tiefen der Gegenwart steigt und sie mit unbedingter Ehrlichkeit dem Katholizismus con- frontiert, deshalb ist Heinrichs neues Werk der Roman der Übergangszeit wie kein zweiter — der katholische Zeitroman.
widerte ich zögernd.
„Wird es noch lang dauern?" fragte sie weiter. —
„Solange wir es eben noch aushalten." —
„Den Hunger, meinen Sie?" —
„Nicht nur." —
„Sie wollen nichts sagen. Aber ich muß mit Ihnen reden. Entschuldigen Siel" — —
Der schmerzliche Ernst ihrer Miene entschuldigte sie auch ohne Worte. „Verfügen Sie nur über mich —", sagte ich teilnehmend.
„Sie kommen von draußen und gehen wieder fort?"
„Schon morgen gehe ich wieder." —
„Und dann sind Sie fort?" —
„Ja, bann bin ich wieder fort." —
„So muh ich Ihnen etwas erzählen . . . Ich bin ... ich war . . . ich bin verlobt. Mein Verlobter ist vor drei Tagen vom Kriegsgericht zum Tode ver- urteilt worden. Zum Tod durch Erschießen." —
Ich schrak zusammen und tonnte kein Wort sagen.
erneuern. In ihm bricht sich alles Leben Schwindet der durchflutende, schöpferische Geist, dann erstarrt jede Religion wieder zum Gesetz. Dem Einzelnen wird sie zur Formel, die ihn leer läßt. Füllt aber der Geist aufs Neue wieder die alten Formen, so ist alles wieder neu, wieder jung- geboren. Die Welt der Geschichte, auch die Geschichte unserer Kirche kündet genug davon.
Aber auch dem Einzelnen ergeht es so. Jesus ist nicht nur der Erneuerer der Menschheit, er ist der Erneuerer jedes Einzelnen. Und wenn dos heutige Eoangelium noch kürzer wäre und auf das einzige Wort „Jesus" zusammenschrumpfte, es
In jenen Tagen sprach Petrus, vom Heiligen Geiste erfüllt zu ihnen: Ihr Vorsteher des Volkes und ihr Aelteste höret: Da wir heute zur Rechenschaft gezogen werden wegen der Wohltat an einem kranken Menschen und sagen sollen, durch wen er geheilt wurde, so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund: durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus von Nazareth, den ihr gekreuzigt, den aber Gott von den Toten auserweckt hat, durch ihn steht jener gesund vor euch. Das ist der Stein, den ihr Bauleute verworfen habt: er ist zum Eckstein geworden. In ihm allein ist Heil: denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem
Es liegt ganz im Wesen unseres Zeitalters das durch die Wirkungen eines alle Lebensgebiete säkularisierenden Liberalismus verdorben ist, daß alljährlich um die Weihnachtstage eine Inflationswoge restlicher christlicher Gedanken und Gefühle über den seichten Strand bürgerlicher Seelenhaltung hinspült. Man finat mit viel Aufwand an Gefühl und Gemüt „Ihr Kindelein kommet!" und „Stille Nacht" und legt mitunter sogar recht großen Wert auf die Feststellung, daß „in unserer christlichen Familie" der neutrale. Heid, Iud und Christ gleichermaßen bevorzugende Weihnachts- m a n n das kleine Gotteskind — ach die holde „Legende" ist so süß für die Kinder! — noch nicht vom Weihnachtsbaum verdrängt hat. Freilich wenn in den Monaten darauf nicht ein zwingender f a m i (i ä r er oder „nationaler" Grund einen Kirchgang anstandshalber erforderlich macht — Hochzeit, Taufe — so ist für viele mit der Talmi- frömmigfeit am Weihnachfstag der Bedarf an religiös-seelischer Erhebung gedeckt. Der beträchtliche Rest des Jahres gehört den immer drängenden Geschäften den nimmer aufhörenden „Sitzungen". dem Vergnügen und der Gesellschaft. Dieses Bild ergibt sich bei näherem Zusehen, natürlich m>t entsprechenden aus der jeweiligen sozialen Lagerung hervorgehenden Unterschieden bei ziemlich allen Schichten des Volkes. Weihnachten und weihnachtliche Feier ist nicht mehr Fülle, ist nur mehr Form
Es sei ferne, daß wir diese Feststellungen ’n frömmelnder Selbstgerechtigkeit, in überheblichem Hochmut treffen; ganz im Gegenteil: es schm er zt diese unheilige Heilige Nacht, es schmerzt ihr Mißbrauch zur Demonstration eines verkrüppelten und verbogenen Christentums, es schmerzt diese neue rohe Entblößung des ärmsten aller Menschenkinder. Es peinigt so schmerzliche Gewisienersorschung, weil wir alle, ja wir „gute Christen" alle, von jener säkularisierten Haltung angesteckt, gewiß aber mitschul- d i g wurden Und bestünde diese Mitschuld auch nur darin, daß wir untere Brüder und Schwestern nicht stärkten durch die Kraft eigener kernhafter und von keiner Menschenscheu angekränkelten Gläubigkeit!
Er schwieg Antwort schien er nicht zu erwarten Die beiden wurden endlich vorgelasfen und nach ihnen als vorläufig letzter an dieiem Tag, auch ich. Die Besprechung mit Baron R . . . verlief perfönlidi angenehm aber in der Sacke ergebnislos Ich bewunderte leine Klarheit, leinen Witz und erstaunte über feine Apathie . Wir können nun einmal hier nichts machen: fragen Sie mich gar nicht, ich will nickt darüber reden —", mit dielen Worten beenbmfe er do» Gelnräch.
„Ja. wird denn für das Kriegsende hier gar nichts vorbereitet . . .?" sagte ich fckvn halb im Weggehen.
„Doch, doch", anwartete er bitter, . ich und noch xin paar Herren hier haben unser Testament lchon gemacht . . wallen Sie nun, daß ich auch das Sterben nach einübe?" —
Als ich durch fein Vorzimmer fortging, sah ich dort 'chon wieder jemanden am Fenster ftehen und warten, irgendein hachaufgefchafsenes junges Mädchen, wie mir schien. —
Anderntags wallte ich in die Schweiz zurückkehren Ich sah. daß nichts zu tun war ich mußte mick darein ergeben — ganz wie Baran R . . . und wohl viele andere auch.
Den Nachmittag und Abend wallte ich nun nach allein in Berlin verbringen, allein mit meinen Enttäuschungen, aber bodi wenigstens ohne weitere erfolglose Besprechungen. Auf einem kleinen Umweg ging ich ins Hotel zurück. Ich wollte etwas effen, aber es gab nichts, und für das Abendessen war es noch viel zu früh. Im ganzen Saal befand sich ein einziger Gast, eine junge Dame, sie faß so daß sie auf die Straße lehen konnte, und trank leeren Tee oder dergleichen. Ich fetzte mich an den nächsten Tisch, dicht neben dem ihren, weil ich auch das Straßenleben betrachten wollte. Aber aI“Mb versank ick in trübe Gedanken und Iah eine kleine Weile nichts meb/ Dann fiel mir plötzlich die Stunde im Vorzimmer des Barons R . wieder ein, auch die Worte jenes .Alten aus dem Morgenland": „. . . . sondern kommen später wieder andere Bilder. Wechsel über ganze Welt, und alles . . ." wiederholte ich in Gedanken.
„Verzeihen Sie", sagte da die junge Dame am Ne- bentifd) halblaut und wandte sich mir zu. „Bitte?" fragte ick mechanisch und sah sie an Sie lckien schlank und groß zu sein, noch ein ganz junges Mädchen.
„Ich möchte etwas fragen', sagte sie. Da erhob ich mich und begab mich an ihren Tisch.
„Oder störe ich Sie?" fragte sie jetzt.
„Ich erwarte niemand", antwortete ich ausweichend „Ich möchte Sie etwas fragen, entschuldigen Sie!“ — „O bitte . ." Ich letzte mich.
„Sie kommen vom Ausland?" —
„Ich komme vom Ausland und gehe ins Ausland Aber ich bin ein Deutscher."
„Gehen Sie in die Schweiz?"
„Ja, in die Schweiz."
Vollständig abgebrannt
ist die Kleiderkammer des Vinzenzverems. Die Nachfrage nach Kleidungsstücken aller Art ist noch groß.
die Wüste dieser Zeit uns selber keine trügerische Fata rnorgana an den Horizont träumen; mir sehen klar und nüchtern die Allzuvielen, die in Gottesferne roanbern. Dies ober zu sagen, wird berechtigt sein: die Menschheit von heute bedrückt fast Untergangs st immung: es geht durch sie ein Ahnen, daß ihr Ende hämmert, wenn sie ihr Schicksal nicht wieder mit ihm zusammenbindet, der aller Dinge Anfang und Ende ist: Gott!
„Nur insoweit ist die Existenz eines Volkes sichergestellt. — auch die physisch« und die wirtschaftliche — als dieses Volk noch an Irrationales glaubt", so hören wir heute manchen, der nicht bei uns steht, sprechen. Und andere sprechen, des gleichen Mangels gewiß, von dem bisherigen, stets vergeblichen Bemühen, Menschen rein „rational* zu sammeln: „Echte Sammlung kommt aus irrationalen Tiefen. Der Rationalismus wird abgelostl" Wir stimmen bei. Nur möchten mir als gläubige Christenmenschen etwas weitergehen: laßt uns statt „Gläubigkeit* tapfer „Glauben" sagen und statt das „3 rrationale „ebenso tapfer: Religion!
Damit knien mir ganz nah« bei dem Weltgott in der armen Krippe. In dieser Nähe sind Volker noch niemals unglücklich geworden. Auch nicht, wenn sie, wie deutsches Volk, im Notwinter 1931 noch so lange durch Dunkelheit und Trübsal wanderten. Sie haben sich dort immer erneuert und ihrer Kräfte beste an göttlicher Krast genährt.
Auch unser Volk soll wiederum am Kripplein knien und kindergläubig das Gottgeheimnis mit all denen anbeten, die Ernst Thrasolt in seinem tiefen „Weihnachtsgang" dem Heiland zueilen sieht:
Wer wär' heut', der nicht rille zum heiligen Kind?
Und wer nicht mitgeht, wer zurückhäll den Fuß,
ich.
„Doch, der Herr denkt, daß Deutschland muß verlieren den Krieg, durch Hunger .... und durch anderes " —
Ich sah ihm ruhig ins Gesicht. Er lächelte wieder und sagte: „Ja, das denkt der Herr." —
„Nicht gerade verlieren", erwiderte ich, „aber doch schwerer gewinnen " —
„Verlieren!" sagte der Alte und schwieg.
„Verlieren", begann er nach einer Weile wieder, — „aber das geht nicht zuletzt." —
Ich sah ihn fragend an. Er begriff, daß er fick mangelhaft ausgedrückt hatte. „Das bleibt nicht", sagte er erklärend.....Sondern kommen später andere Bilder
. . . Menfck lebt Iobr Volk lebt ^"‘•rh-inherf . . Hunger ist nicht Sieg von Feind . . . Hunger ist Intervall Intervall, was ist das? . • ■ Pause, gut . . . Hunger ift Pause. . . kommen lpäter andere Bilder . . nicht lehr spät, zwanzig dreiß Jahr . . . Deutsches Volk, bestes Volk . . . kommen wieder andere Bilder, Wechsel über ganze Welt, und alles .... Möge der Herr nicht Schmerz tragen! Volk lebt Jahrhundert." —
„Wir pilgern all' zum armen Slall" Neue Gläubigkeit?
— er hatte feine drei Söhne im Kriege verloren, und ihre Mutter war ihnen gefolgt — der Tatkraft beraubt imb ein gewisser melancholisck>er Zynismus, in dem er sich zeitweise gefiel, versteckte nur feine innere Müdigkeii und Einsamkeit . . . Immerhin war an diesem Tage sein Vorzimmer voll von wartenden Leuten, wir mußten uns alle sehr lange gedulden, und ich war zudem nock der letzte in der Reihe Die Menschen in diesem Raum unterhielten sich ohne besondere Scheu. Nur zwei verhielten sich still, ein würdiger Greis und eine verschleierte junge Frau, vielleicht leine Tochter, die beide gleich Statuen am Fenster faßen und niemanden zu sehen schienen Vielleicht waren es Flüchtlinge aus dem asiatischen Rußland. Ich hatte neben dem Greis Platz genommen und ergab mich einem unfrohen Schweigen. Der Alte beachtete wich gar nicht. Schließlich sagte er zu mir mit fremdartiger Stimme: „Ich weiß, was der Herr denkt " — Ich blickte ihn erstaunt an, er lächelte, was der Herr denkt", — wiederholte er.
„Ich denke aber gerade an gar nichts". — antwortete
Menschen desAedergnngs.
Von Karl Borromäus Heinrich.
Nach zehnjährger Pause legt Karl Borromäus Heinrich im Verlag I. Küsel u. Fr. Pustet, München einen großen Zeitroman „Menschen des Uebergangs" vor (279 Seiten. Ganzleinen 7 M ), in dem nahezu alle europäischen Nationen vertreten sind. Mit Erlaubnis des Verlages veröffentlichen wir die nachfolgende Probe.
Am letzten Tag ging ich übrigens noch zum Freiherrn von R . . . ., einem Mann, der überall, und mit Recht für feinen gefunden Menschenverstand bekannt war. Leider hatten ihn schwere Schicksalsschläge m feiner Familie
Katholizismus und Gegenwart.
Zu Karl Borromäus Heinrichs Zeitroman „Menschen des Uebergangs".
Es muß zugegeben werden, daß feit langem in der katholischen Literatur der Roman fehlte, der den katholischen Menschen in das geistige Chaos und die Wirren der Zeit hineinstellte und ihn durch die Krast der Religion einen Ausweg und eine Lösung finden ließ. Um uns herum sind sie alle von dem angekränkelten Psychologismus des Thomas Mann bis zum desillussionierten Extrem der Radikalen eifrig dabei, die Sinnlosigkeit der Welt zu beweisen. Alle die, die an dem gewaltigen Umbau verzweifeln wollen, vergessen, daß sie selbst auf jenem Scheiterhaufen verbrennen. den sie einer untergehenden Epoche zu bereiten sich ereifern, lieber dem Neinsagen haben sie alle vergeßen, das Positive zu suchen, das auch noch im Uebergang ist. Wie eine Erlösung kommt daher jetzt Karl Borromäus Heinrichs Buch „Menschen des Uebergang". Zehn Jahre hat Heinrich geschwiegen, bis er
Fest des allerh lllgflen Hamens W*
Eingangslied: Phil. 2. 10—11.
Im Namen Jesu soll jedes Knie sich beugen, derer, die im Himmel, auf der Erd« und unter der Erde sind: und jede Zunge soll bekennen, daß der Herr Jesus Christus thront in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Ps. 8,2. Herr, du unser Herr, wie wunderbar zeigt sich dein Name auf der ganzen Erde!
Lesung: Apg. 4. 8—12.
EinegnteSchnllplatte vom
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O, gib von deinem UeberMß An Spiel und Kleid und Brot! Und hilf, wo du nur immer kannst In dieser bitt'ren Not!
Aus telephonischen Anruf (2768 und 3151) wird alles abgeholt.
Der Vinzenz-Verein.
Da das Bild des Kindes von Bethlehem, da das Kreuz von Golgatha nicht mehr als Lebenskraft in den Seelen so vieler Menschen wirksam sind, ist diese Welt müde geworden Da wir Gottes vergoßen und jener herrlichen Mahnung „venite gentes et adorate Dominum — kommt ihr Völker und betet an den Herrn", haben wir auch gelernt, nach den Höhen großen Menschentums zu pilgern und von dort aus zu Gottes Sterngefilden wie auch in die Täler der Meiftch- heit zu schauen. Uns ist Schwung, ist Universalität verloren gegangen, die großen Gedanken der Menschheit verloschen in der Wüste liberalistischer Selbstsucht des Einzelnen wie der Völker. Da wir verlernten, uns als Familie, als Menschenbrüder des Gotteskindes in der Krippe zu fühlen, haben wir auch den äußeren Frieden vergef» f e n und sind mit Heersckmren vernichtend gegeneinander gefahren, anstatt in Geist und Liebe uns zu begegnen.
weil das Gläublgseln im Religiösen versiegte, baute die Menschheit auch gar bald den Glauben an sich selber ab.
Das Ergebnis der „religioso depopulata" ist eine „humanftas devatata": der Abfall von Gott hat die Menschheit zerstört.
Aber nun beginnen wir wieder, in unserer Nacht der Sonne und der Sterne zu gedenken.
Es ist nicht zu leugnen: gerade die jüngere Ge- neration derer, die den Krieg auf ächzenden Schultern trugen, ist aus tiefer Not, Verlassenheit und Sehnsucht wieder im Aufbruch begrif- fen zu großen Gedanken: nicht nur Vaterland und Menschheit und F r i e d en steht auf ihren neuen Bannern. Auf ihnen leuchtet, sogar nicht mehr ganz selten, der Name Gottes. Der Ruf nach einer neuen Gläubigkeit hat auch religiösen Unterton: er wird fast nur von jenen eingangs erwähnten stumpfen Pfahlbürgern bespöttelt. gegen deren Selbstsicherheit und Sattheit in der Jugend von heute eine tödliche Abneigung herrscht Wir wollen bei unserer Wanderung bur*
„Nun eben . . . ich habe es erraten. Sie sind kein Kaufmann."
„Nein "
„Nun eben", sagte sie nochmals, offenbar ihre eigenen Gedanken bestätigend
Ich sah sie ftagend an Sie schien ernst und bekümmert zu jein ... wie alle guten Menschen In dieser