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MMMÄMNM

Verlage zur Fuldaer Zeitung

NILS

1. Januar

Mensch vor dem Kalender.

Von Aloys Christoph W i l s m a n n.

Daß wir das Werden und Sterben gerade so und nicht anders erleben,

Darüber kann manBetrachtungen anftelten" und bisweilen angstvoll erbeben.

Aber ändern werden wir nichts daran . .

Einmal nur kreist unsere Erde in jährlichem

Schwung um die strahlende Mitte,

So wandelt Frühling in Sommer, Herbst sich in Winter Traum in Erinnerung, Dank sich in Bitte,

Wird zum Geheimnis, was einst als Rätsel begann.

Seltsam: wieviel Leben mein ahnendes Herz zwischen diesen Blättern erspürt,

Wieviel fremdes Schicksal, das, noch verborgen, mitten durch mein Schicksal führt,

Irgendwohin . . .

Schneller entgleiten plötzlich meinen tastenden Fingern die Tage und Wochen,

Schwarze und rote Zahlen nur, aber die Pulse des Ewi­gen pochen

Leise, ganz leise darin.

Brandwunden im Gesicht sind fast immer die Folge. Dabei haben es nur die allerwenigsten Frauen notwen­dig den Christbaum zu verbrennen. Man kann chn auf eine andere viel hübschere Art noch nutzbar machen. Nach seiner Abschmückung wird er zu einem Futterbaum für die hungernden Vögel umgestaltet. Zu diesem Zweck be­hängt man ihn mit einem Futterschälchen, das täglich aufgefüllt wird, mit ein paar Meisenringen, gibt an Fäden kleine Speckstückchen oder Schwarten daran, auch einige Maiskolben oder Hirteähren und stellt dann den Baum in den Garten oder an das Fenster. In wenigen Stunden haben die Vögel die neue Futtergelegenheit ausgekundschaftet, und man hat die Freude, den ganzen Winter über das muntere Treiben zu beobachten, beson­ders dann, wenn man dafür Sorge trägt, daß der ehe­malige Weihnachtsbaum immer wieder mit Futter ver­sehen wird. Man kann chn dann im Frühjahr, wenn sich unsere gefiederten Freunde wieder selbst mühelos er­nähren können, immer noch dem Feuer Wergeben, er brennt dann sogar besser, weil er genügend ausgetrock­net ist.

Im Weihnachtszimmer sieht es Wrigens auch bös aus. Da haben die Kerzen am Christbaum getropft, es

hat auf dem neuen Sofakissen böse Wachsflecken ge­geben, und auch der Teppich hat einen Teil davon abbe­kommen. Da ift nun guter Rat teuer, und doch gibt es ein einfaches Mittel, das den Schaden ohne weiteres und ohne Fleckchen wieder gut macht, das Bügeleisen. Man läßt das Eisen mäßig warm werden, nimmt ein Seidenpapier und bügelt nun solange über die Wachs­flecke, bis sie völlig verschwunden sind. Bleiben kleine Wachsränder, so lassen sich diese mit gereinigtem Ter­pentinöl restlos beseitigen. Ist sehr viel Wachs abge- tropst, so kann man es vor der Behandlung mit dem Bügeleisen mit einem stumpfen Messer leicht abschaben, doch achte man darauf, daß dos Gewebe nicht beschädigt wird.

Run noch ein kurzes Wort über den Christbaum­schmuck. Er muß, wenn er vom Baum genommen wird mit einem Staubpinsel und einem weichen Staubtuch sauber abgerieben werden, damit sich der Staub nicht auf ihm festsetzen kann. Das hat den großen Vorzug, daß man im nächsten Jahre den Schmuck ohne weiteres an den Baum hängen kann, außerdem behält er durch diese kleine Nachbehandlung jahrelang seinen schönen Glanz.

Rach den Feiertagen.

Lin paar nachweihnachkliche Ratschläge für die Hausfrau.

Von Hertha Denzel-Leipzig.

Das Weihnachtsfest ist oorWer, man war froh und glücklich im Kreise der Familie, ein paar Tage der Aus­spannung und des Nichtstuns und das Freimachen von den Sorgen des Alltags tat Leib und Seele gut.

Nun aber verlangt die tägliche Arbeit wieder ihre Rechte, und ganz besonders die Hausfrau muß in dieser nachweihnachtlichen Zeit mancherlei Dinge beachten wenn sie nicht allen möglichen ärgerlichen Schaden an- richten will, dessen Ausbesserung wieder Zeit, Mühe und Geld kostet. So hört man fast in jedem Jahre, daß Beim Verbrennen der Weihnachtstanne oder ihrer abge- sallenen Nadeln ein Ofen explodiert ist. Die harzigen Bestandteile des Christbaumes erzeugen, wenn sie in größeren Mengen im Ofen verfeuert werden, ein explo­sibles Gemisch, das ganz leicht auch einen ziemlich festen Ofen zum Bersten bringen kann. Deshalb Tannennadeln und Holztelle vom Weibnachtsbaum stets nur in kleinen Mengen verfeuern, dabei aber auch Kopf weg, damit die Flamme nicht unversehens hoch oder gar herausschlägt

Christkind, versteht Du ...?

Christkind, verstehst du die Not und das Leid? Begreifst du die zitternde Angst unserer Zeit? Kannst du das Elend, das furchtbare, fassen. Das heute das Antlitz der Straßen und Gästen Und Winkel und Hüllen so schreckhaft verzerrt? Weißt du, wie Hunger und Sehnsucht brennen In leidvollen Herzen, die Gott nicht mehr kennen? Weißt du, wie weit die Verzweiflung rast In gehetzten Seelen, die über der Last Den Weg zu dem Frieden der Weihnacht verloren? Das Christkind hebt schweigend die kleine Hand Ich weih, daß der Vater das Leid gesandt. Ich sehe, daß Menschen in Schuld und Not Verzweifelt geflohen von ihrem Gott, Daß, wer ihnen Brot gibt und klingeWes Geld, Dafür ihre Seelen umsonst erhält

In menschlichem, blindem, armseligem Wahn." Nun bring ich in meinem Gottesherzen Als Sühne die Not der Kreuzesschmerzen. Nun halte ich liebend dem Vater mein Leben Für diese armen Verirrten entgegen.

So will ich sie brechen, der Sünde Not, Und menschlicher Sehnsucht nach ihrem Gott In Gnaden den Weg der Erfüllung weisen." Leih du deine Hand mir, zu lindern das Leid, Sei immer als Werkzeug der Liebe bereit. Laß mit deinen Lippen mich trösten in Güte, Das glimmende Fünklein in Liebe behüte. So laß mich stets strahlen aus all deinem Walte Daß alle die Menschen den Frieden erhalten, Den götüiche Liebe der Well zugesandt." Das Christkind hebt schweigend die kleine Hand Und sendet den Segen ins weite Land!

Gf. M. N o r m a n n.

Sprachstörungen und Schule.

Don Dr. med. E.

Nicht selten findet man als Arzt bei Aufnahme der kleinen ABC-Schützen Kinder, die mit Sprachstörungen behaftet sind. Es muß uns habet Wunder nehmen, daß den Eltern wohl meist die Abweichungen in der sprach­lichen Entwicklung der Meinen schon seit längerer Zeit ausgefallen sind sie sich aber wenig darum gekümmert hoben, diesen Zustand vor der Einschulung zu bessern oder beselligen zu lassen. Was von selten der Erzieher komit versäumt ist, bemüht sich die Schule nachzuholen, >ndem sie solche Kinder möglichst stühzeitig zu ersoffen stcht und sie besonders überwacht unb entsprechend be­deut.

In vielen Fällen wird es sich um sogenannte .Stammelfehler" handeln. Die Kinder sind nicht imstande,gewisse Laute und Lautverbindungen her- oorzubringen oder richtig zu bilden". Wenn auch alle Kleinkinder diese Stufe des Stammelns durchmachen, so muß der Zustand doch im Schulalter als Sprachfehler betrachtet werden. Durch besondere Beobachtung und .Hebung und sprachliche Erziehung wird es dem Lehrer bei dem größten Teil der Kinder gelingen, diese Fehler in der Aussprache während des Unterricbts zu beseitigen, wenn auch gleichzeitig die Ellern durch Lehrer und Arzt belehrt sind und zu Hause sich befleißigen, die Arbeit der Schule zu unterstützen. Da die Aussicht auf Heilung gerade im Kindesalter von vier bis sechs Jahren am günstigsten ist, sollte man bei Aufnahme in den Kin­dergarten möglichst auch sprachgehemmte und sprach- geftörte Kinder besonders berücksichtigen, um sie schon vor der Einschulung von ihrem Leiden zu befreien. Diese Maßnahme wird auch von den Schulärzten ausgiebig an­gewandt und verspricht bei Einstellung auf die Eigenart des Kindes und bei ein wenig Geduld manchen guten Erfolg. Ob es notwendig ist, nach bestimmten Grund­sätzen die Hebungen von besonders geschulten Hilfskräften leiten zu lassen, richtet sich nach den örtlichen Berhäll- nisfen und der Lage des Falles.

Während man die Beobachtung macht, daß das Stammeln in der ersten Schulzeit bedeutend abzunehmen pflegt, nimmt dagegen das Stottern im Schulalter nicht selten zu. Bei dieser Sprachstörung istdie Aus­sprache von Silben besonders vor Konsonanten zu Beginn oder mitten in der bis dahin glücklich ge­führten Rede erschwert und gestört". Unter Berück­sichtigung, daß die Ursachen des Stotterns mannigfach« fein können und von den einzelnen Aerzten verschieden­artig beurteilt und bewertet werden, andererseits durch diese Fehler das Fortkommen der Kinder in der Schule und später im Beruf gehemmt sein kann, muß von der Schule aus alles geschehen, um den kleinen Patienten zu Helsen. Bei individueller Anleitung und Belehrung und entsprechender Rücksichtnahme auf den körperlichen und geistigen Zustand des einzelnen Kindes wird man mit Hilfe erzieherischer Beeinflussung und sprachlicher Er­ziehung zum Erfolge kommnen. Oft sind Umwelteinflüsse und sprachlich schlechte Vorbilder zu Hause für die er­wähnten Sprachfehler mitverantworüich zu machen. Die

Schwe nn.

Wahl der Methode der Behandlung des Stotterns und die Auswahl der Hilfsmittel zur Beseitigung des Zu­standes muß sich sowohl nach ärztlichen als auch er­zieherischen Gesichtspunkten richten.

Da es von Wichtigkeit ist, solche sprachgestörte Kin­der möglichst stühzeitig zu erfassen und zu betreuen, werden die Ellern von Seite her Schule bei Anmeldung her Kinder für den Kindergarten bezw. zur Schule also vor her Einschulung aufgeforbert. biese bem Schularzt namhaft zu machen. Es können bann recht- zellig entsprech«nbe fürsorgliche Maßnahmen einge­leitet werben zum Besten her Kleinen. Die Art her Durchführung dieser ist örtlich verschieben.

Wegen her Bedeutung der Sprachstörungen in der Schule und später im Beruf und ihrer Vorbeugung dür­fen wir diese nicht unterschätzen, sondern müssen uns vielmehr auch dieser Sorgenkinder besonders annehmen, in gemeinsamer Zusammenarbeit zwischen Elternhaus, Schule und Arzt.

Der feuchte Aufnehmer.

Don Trudel Perskowitz - Andernach a. Rh-

Ti er feuchte Aufnehmer ist und bleibt der einfachste zuverlässigste Staubschlucker im Dienst der Hausfrau. Nachstehend einige Anwendungsmöglichkeiten.

Das gesundheitswidrige Staubaufwirbeln beim Keh­ren mit dem Besen wird dadurch vermieden, daß man mit einem um den Schrubber gelegten feuchten Auf­nehmer die auf dem Boden liegenden Unreinigkeiten an eine Stelle des Raumes zusammenwischt. Dabei nimmt bas feuchte Tuch Staub unb sonstigen Schmutz birekt auf Mehrmaliges Auswaschen zwischendurch erhöht die Auf­nahmefähigkeit und verhütet Schmieren. Das größere Ueberblcibfcl entfernt bann bie Kehrichtschaufel.

Eine heikle Sache, zumal wenn jetzt täglich geheizt wirb, ist bas Entleeren ber Aschenkästen beim Aus­räumen her Oefen. Meistens fehlt bie Möglichkeit, bas Ausschütten im Freien vorzunehmen, um bort ben in ber Wohnung so lästigen Aschenstaub verfliegen zu lassen Auch für diesen Fall ist ber feuchte Aufnehmer der bewährte Retter in ber Not. Er wirb so über ben zur Aufnahme ber Asche bestimmten Eimer gelegt, baß er beffen offene Seite dicht abschließt. Run wirb ber Aschenkasten vorsichtig barunter geschoben, ausgeleert unb mit bem Boben nach oben wieher herausgezogen, um so jebes Stäubchen möglichst noch abzufangen. Den Aufnehmer läßt man noch eine kleine Welle zum Ab- decken auf dem Eimer liegen. Aller Staub, gegen besten Ausbreitung man sich sonst vergeblich wehrt, ist nun burch bie Feuchtigkeit aufgesogen unb gebunben worden.

Schmutzige Schuhe, bereu Säuberung in Etagen­wohnungen auch öfters Kopfzerbrechen macht, werben

Silvester bei berühmten Menschen.

Von Hehwig Krauskops.

Die Tage des Jahreswechsels, sonst in Hebermut itnb leichtem Sinn begangen, forbern aus altem Recht, wohl weil man sich unaufgeforbert an jeher Wenbe fro­heren Ausblicken hingibt, leichtere Gebauten auch von uns", schrieb

Rubols ffi. Rinding

am Silvesterabend 1914.Der Ernst der Front" stimmte ihn zwar nachdenklich. Gleichwohl:Etwas wie eine Silvesterphilosophie wandelt mich an und mag sich emporkräuseln wie die Dämpfe des Punsches, ben w.'r . . . trotz Feinb unb Tob am Silvesterabend brauen werben. Philosophien sinh anfechtbar, Silvesterphiloso­phien nicht. Denn sie sind systemlos wie die Wolken des Punsches aus bem Glase". So hielt es auch

Goethe.

Fertige schnell ein Gericht unb bie festliche Schale bes Punsches, Rot von ber Glut, unb bebiene ben Gast an ber winzigen Tafel

io forberte homerisch Johann Heinrich Voß seine Gattin auf, ben alten Goethe einzulaben, ber zusammen mit Schiller so manche Silvesternacht bei Champag­ner am Weimarer Hofe gefeiert, aber seit seiner Leipziger Stubentenzeit hoch ein Freund des Silvesterpunsches ge­blieben war. Von seiner Jugendfreundin Kätchen Schön köpf kennen wir fein Lieblingsrezept: .Zwey Bouteillen Pontac in einen Napf, zwey Pomeranzen halbiert, aus dem Rost gebraten. Ein groß Stück schwarz Brot mit Rinde, etwas stark gedörrt. Diese zwey Stück nebst dreiviertel Pfund Zucker in den Napf. Eine Vier­telstunde stehen lasten; zugedeckt. Sodann etwas TOus- katnuß gerieben unb auch bem Vorhergehenden zugesetzt Ist es zu stark, so kann man es mit etwas Wasser ver­setzen". Goethe konnte jedoch auch bei solchen Gelegen­heiten während der größten Heiterkeit plötzlich ernst wer­den, wie es uns fein Freund Stephan Schütze berichtet:

Silvester 1807 feierte Goethe im Hause der Johanna Schopenhauer, ber geistreichen Mutter bes bekann­ten Philosophen, bie einige Jahre zuvor ben ersten bür­gerlichenSalon" in Weimar eröffnete. Sie hatte, um bem Abenb eine befonbere Weihe zu geben, Sänger unb Sängerinnen bes Theaters eingelaben.Goethe kam von ber Lektüre italienischer Schäferidyllen unb befanb sich in einer sanften lyrischen Stimmnug, in welcher er sich auch in großer Anmut über bas Gelesene ausfprach Nachdem herrliche Lieber, befonbers von Zelter, waren gesungen worben, währenb Goethe in ben Zimmern auf unb ab ging, setzte sich bie Gesellschaft an verschiedene Tische. Ich bekam einen Platz unter ben Künstlern unb gab mich hier um so lieber luftigen Einfällen hin, als in biefem Kreise sich eine Lachtaube befand, die für Scherze sehr empfänglich war. Aber plötzlich mitten in der Fröhlichkeit klopfte Goethe auf ben Tisch, au­genblicklich Stille unb Gesang gebietenb. Da hätte man sehen sollen, wie bas halb ausgesprochene Wort auf ben Lippen erstarb, wie bie Mienen zuckten unb ein Wet­terleuchten über bie Gesichter fuhr . . . Hnb wie Goethe einmal aufgeftanben war, schlich einer nach unb kam mit ber Nachricht zurück: Er lacht! was denn die vorige Lust wieder zurückführte".

An den F ü r st e n h ö f e n ging's sonst an ben Neu- jahrstagen recht lustig zu. Wir sehen bie frohe Laune von bamals sich noch heute spiegeln in bem Neujahrs­brief, ben bie echt deutsche

Liselotte von der Pfalz

tm Jahre 1699 von Versailles aus an bie Kurfürstin Sophie nach Hamwoer schickte:In bulci jubllo ho ho, nun finget unb seih froh ho ho, unfers Herzens Woho- hone liegt in praesepia ho ho, und leuchtet als die Soho» hone, matris in gremio ho ho, alpha cs et o ho, alpha es el o. Wo Euer Liebden dies heute nicht gefungea ha­

ben, so bin ich doch versichert, daß die Pauken unb Trompeter es Euer Liebden vorgespielet haben; weil es heute Neujahrstag bei Euer Liebden ist, wünsche ich Euer Liebden also alles Glück und Vergnügen, so sie sich selbsten wünschen und begehren mögen".

Wir staunen heute darüber, daß selbst bie Zellen äußerster Rot bie Siloesterfeiern bei blefenhöchsten unb allerhöchsten Herrschaften" in nichts einschränkten. Wer erwartet etwa folgende Schilderung in bem eigenhänbig geführten Tagebuch ber

Lönigin Luise

über bie Silvesterseier 1808 zu Riga auf ihrer Reise nach bem Zarenhose zu Petersburg:Um 3 Uhr Diner, um 6 Uhr deutsche Theatervorstellung, großer Beifall bei unserer Ankunft; um 9 Uhr zum Ball in demselben Ge­bäude, . . . reizender Saal, frische Luft, großer Luxus von Mumen rings um den Divan, ben ich einnahm; rei­zende Gesellschaft; schone Frauen, reich unb gut gefiel« bet; viel Diamanten unb Perlen; ich tanzte noch eine Anzahl Polonaisen, einen Schottischen mit bem General Lieven unb einen Walzer mit bem Prinzen Czetwer- tinfky. Prächtiges Souper ..."---

Wie frisch mutet uns bieferHöflichkeit" gegenüber bas Menschentum und bie Tatkraft an, mit ber

General Blücher

über ben Rhein setzte! Aus Bacharach schrieb er am 1. Januar 1814:HErtzens libe Frau. Der stütze neu« jahrsmorgen wahr vor mich erfreulig ba ich ben Stoltzen Rein Paffirte, hie uffer ertöhnten vor Ireudengefchrey, unb meine braven Truppen Empfingen mich mit Jubel . . . ber lehrrn von meine braven Cameratten ist so groß baß ich mich verbergen unb bamit alles zur Ruhe kommt; bie jenseitigen deutschen Bewohner Empfangen uns mit Freubenthränen . . . aber um gottes willen ich krige keine briffe von bich . . . lebe wohl ich küsse bich taufenb mahl in gehonten unb bin lebenslang bein Blü­cher."

Richt weniger als hier bie Gattentreue, beglückt uns bie brätuliche Liebe in dem entzückenden Brief, den

dicht über einem am Boden ausgebreiteten feuchten Auf­nehmer abgebürstet

Türvorleger unb Matten brauchen nicht täglich im Freien geklopft zu werden. Es genügt, wenn man sie auf c'. i feuchten Aufnehmer legt unb sie mit bem Schrubberrücken rechts unb links tüchtig ausklopft.

Oes Jahres letzte Stunde....

Das trinkt man ba?

In ber Silvesternacht kommen vor allem bie Punsch­getränke zu Ehren. Einen richtigen Punsch zu brauen will verstanden sein, unb nicht jede Hausfrau ist Mei­sterin darin. In manchen Gegenden Deutschlands vor allem in Norddeutschland ift das Punschbrauen Sache bes Mannes, eine Tätigkeit, ber er sich mit belonberer Liebe unb Sorgfalt widmet. Aber auch die Hausfrau sollte den einen ober anderen Punsch herstellen können, unb zu diesem Zweck seien nachstehend einige Rezepte mitgeteilt, die teils mit mehr, teils aber auch mit ge­ringeren Geldmitteln hergestellt werden können. Sehr fein unb schmackhaft ift ber norddeutsche

Hauspunjch.

Um ihn herzustellen benötigt man 800 Gramm Zucker, den man mit 2 Liter Wasser übergießt. Die Schalen ei­ner Zitrone und einer Orange werden abgerieben unb mit dem Saft von 2 Drangen unb 2 Zitronen vermengt. Die Saftmischung gießt man bann zu ber Zuckerlösung unb bringt bas Ganze zum kochen. Wenn es anfängt zu schäumen, gießt man bie Flüssigkeit durch ein Sieb unb fügt eine Flasche Rhein- ober Moselwein bazn, 2 Flaschen Burgunder, einige Gläser Kognak. Die Mischn-g wirb bann in einer sestschließenben Kasserolle etwa eine halbe Stunde auf dem Herd sehr warm gestellt, jedoch muß die Hausfrau aufmerken, daß der Punsch nicht kocht. Man serviert das Getränk heiß und gießt es möglichst schnell in bie Gläser.

Oesterreichischer Punsch.

y» Pfund Zucker wird mit der abgeriebenen Schale von 4 Drangen unb einer Zitrone vermischt unb leicht gelb gebräunt Dann gießt man auf bie Zuckermasse y> Liter Wasser, ebensoviel Tee, % Liter Rotwein unb eine Taffe Rum. Einige Nelken unb etwas Zimmt er­höhen ben Wohlgeschmack.

Apselsinenpunsch.

3 Apfelsinen werben an Zuckerstücken abgerieben unb mit bem burchgesiebten Saft von 6 Apfelsinen und 1 Zirione übergossen. Auf die Masse schüttet man 2 Pfund Zucker, eine Flasche Weißwein, eine Flasche Rotwein, 1 Liter Wasser, % Liter Arrak und läßt das ganze heiß werben, jedoch möglichst nicht kochen. Vor dem Servieren kann man noch einige Gläschen Rum zufetzen.

Billiger Teepunfch.

Man kocht einen starken Tee mit 2 Liter Wasser unb gießt diesen, nachdem er kräftig gezogen hat, in eine Suppenschüssel. Dann werden 750 Gramm Zucker unb der Saft von 3 Drangen unb 3 Zitronen hinzugefügt. Wer will, kann auch noch eine Drange ober Zitrone in ben Punsch abreiben. Die Mischung wird bann kräftig gekocht unb vor bem Anrichten mit einem halben Liter Rum ober Arrak vermischt. Der Teepunsch ist außer- orbentlich schmackhaft. K. N.

Aus den Arauen-OrgauiWonen.

Die Spiheuvertrelungen ber Hausfrauenvereine beim Reichskommissar ber Preisüberwachung.

Der Reichskommissar für Preisüberwachung in Ber­lin hatte bie Spitzenoertreiungen ber deutschen Haus­frauenvereine zu einer Besprechung gebeten, in ber alle Fragen ber Preissenkung, soweit sie Gegenstänbe unb Leistungen für ben lebenswichtigen Bedarf betreffen, be­handelt wurden. Seitens der Haussrauenvereine wur­den insbesondere zur Frage der Preisauszeich­nung unb zu ben H anbw e r ke r t ar i f e n Anregun­gen gegeben, bie vom Reichskommissar weiter verfolgt werben. Die Hausfrauenvereine finb vom Reichskommis­sar um Unterstützung bei seinen Aufgaben gebeten wor­ben. Bon ben Verbänden ist der Wille zur Mitarbeit bereitwilligst bekundet worden.

Luise v. Gall

an ihren geliebten Levin Schücking schrieb, 1843, in der Neujahrsnacht, halb ein Hhr: Prosit Neujahr! Mein Lisbfter! Als es zwölfe schlug, dachte ich an Dich, und meine Segenswünsche umflogen Dich. Hast Du es empfunden? Hast Du an mich gedacht? Oder schliefft Du bewußtlos einer Zeit entgegen, wo Du dem Pantoffel immer näher rückst? Ach, ich will Dich nicht tyrannisie­ren, und führt das Schicksal uns zu ewiger Treue unb ewigem Vertrauen zusammen, so will ich Dir gehorchen als meinem Herrn, das gelobe ich Dir, in der ersten Stunde des ersten Jahres, welches ich als Deine Braut antrete. Des Himmels Segen über Dich, mein Liebster, ich möchte Dir gerne noch viel sagen, aber meine Augen sind schwer. Nur mein Herz ist leicht unb fliegt ins ferne Defterreid) zu Dir zu Dir!"---In ber Stunbe

solch innigen Gedenkens überkommt uns wohl immer die Sorge, ob es denn eigentlich Sinn t>abe, einem lie­ben MenschenGlück" zu wünschen.

Friedrich Nietzsche

meinte in feinem Neujahrsbrief an seineHebe gute Mutter" Genua 1881):Daß basGlück" eines Tages mit Trommeln unb Trompeten erst noch käme, bar an glauben wir ja Alle nicht mehr; Jeher hat seine Auf­gabe unb muß täglich zusehen und sich tummeln, daß sie geräth unb geräth sie, so ist man guter Dinge; schlimmsten Falls macht man eine gute Miene, wie ich jetzt zum bösen Spiele bes Winters . . ."

Wie hoffnungsfreudig klingt demgegenüber der Sil* vcsterwunfch bes auf Gott vertrauenden

Eduard Märike

in bes neuen Jahres erster Stunbe:In Ihm feis begonnen, Der Monbe unb Sonnen An blauen Gezeiten Des Himmels bewegt Du Vater, Du rate Lenke du unb wenbe! Herr, bir in bie Hänbe Sei Anfang unb Enbe, Sei alles gelegt!"