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Die Iriedensrede des Bischofs von Berlin

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Neues in Kürze

Die

Ein außerordentlich heftiger Schnee sturm hat in Schweden gewütet und besonders an der Küste große Verheerungen angerichtet.

Ihren 75. Geburtstag

begeht heute in geistiger Frische die Sattlermeistiers- Witwe, Frau MathildeAtzert geb. Thaler dahier. Buttermarkt 18 Leider ist sie wegen kör­perlicher Gebrechen schon seit Jahren an das Zim­mer gebunden. Mit großer Spannung erwartet ste täglich die Fuldaer Zeitung, die sie vom ersten bis letzten Blatt eingehend studiert. Den Gescheh­nissen im politischen Leben widmet sie ihre beson-

Ein amerikanischer Handelsdampfer aus Newport stieß auf der Themse mit einem Schlepper zusammen, der sofort unterging. Die zehnköpfige Besatzung ist bis auf einen Mann ertrunken.

Tragödie aus dem Eise.

Trauriges Ende eines Schülerausflugs.

Am Sonntag unternahm ein Erzieher des in Pil« gramshain bei Striegau in Schlesien befindlichen steil- und Erziehungsinstituts mit mehreren Jungen einen Spaziergang. Ein Junge ging auf das Eis des Blümel-Bruches und brach ein. Sein tOjähriger Freund wollte ihn retten, versank aber ebenfalls in den Fluten. Als der Erzieher die stilferufe der Kinder ver­nahm, sprang er sofort ins Wasser und es gelang ihm, die beiden Jungen zu erfassen, doch klammerten sich diese so an ihren Retter, daß alle drei zunächst u n t e r g i n g e n. Nur dem Erzieher gelang es, wie­der an die Oberfläche zu kommen. Er konnte in völlig erschöpftem Zustande gerettet werden. Die beiden Jun­gen, deren Eltern in Berlin wohnen, sind ertrunken. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden.

Opfer des Verkehrs.

Kraftwagen fährt in eine Menschengruppe.

CNB. Karlsruhe, 29. Dez. (Eig. Meld.) Im Vorort Rintbeim fuhr gestern abend ein Kraftwa­gen in eine Gruppe Menschen hinein. Ein Maler­meister Fischer aus Zürich erlitt schwere Verletzun­gen, denen er erlegen ist. Der Führer des Kraftwagens flüchtete.

vier Tote bei einem Zusammenstoß zwischen Zug und Auto.

In der Nähe von Mantua stieß bei einem Bahnübergang ein Auto mit einem Zuge zusam­men. Bon den acht Insassen des Kraftwagens wur­den vier getötet, drei schwer verletzt, während einer leichte Verletzungen erlitt.

nicht die Illusion der Wirklichkeit erzielen; so er­gaben die ersten Bildstreifen Edisons bei der Vor­führung auf der Projektionswand schlimme Ver­zerrungen. Einen technischen Fortschritt bedeutete bereits die Perforierung der Filmränder, die ein ruhiger stehendes Bild erzielten, einen weiteren die Erfindung des sogenannten Malteserkreuzes, eines sich rasch drehenden Kreuzes vor dem Pro- sektionsapparat, mit dessen Hilfe die einzelnen Bil­der so ineinander übergehen, daß der Eindruck der fortlaufenden Bewegung auf der Leinwand ent­steht.

Der erste Versuch der Filmreportage, Berli­ner Straßenszenen vom Ende der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts, bildet ein wertvolles Zeit­dokument: Die Straßen sind voll von Pferdedrosch­ken und Equipagen, während die Kraftwagen noch völlig fehlen, und wir wundern uns über die Ko­stüme, die unsere Eltern und wir damals trugen Ebenso erstaunlich wie der Abstand von diesen Straßenaufnahmen zu modernen ist derjenige zwi­schen den ersten Spielfilmen — die Sammlung enthält „Andreas Hofer". „Richard Wagner", die ersten Filme der Henny Porten u. a. — und den heutigen vollkommenen Leistungen. An Hand der Tausende von Objekten läßt sich die Entwicklung genau verfolgen; oft bedurfte es mehrerer Jahre voller Versuche und Enttäuschungen, ehe man wie- der einen Schritt vorwärts gekommen war

Natürlich hat auch der Tonfilm Berücksichti­gung gefunden. Den Nichtfachmann wird es über­raschen zu erfahren, daß bereits im Jahre 1910 das erste brauchbare Tonfilmgerät konstruiert wurde. Damals ging man allerdings andere Wege als heute: Man ließ den Film und eine gleichzei­tig aufgenommene Schallplatte mit Hilf« einer sinnreich erdachten Verbindung nebeneinander ab- rollen. da die Pbotozelle noch nicht erkunden war.

Auch die neuesten Versuche auf dem Gebiete des Farbtonfilms lowie der plastischen Gestaltung des Filmbildes fehlen nicht.

Groß ist die Zahl der wertvollen geschriebenen und gedruckten Dokumente aus der Geschichte des Films Die erste Konzessionsurkunde für ein Licht­spieltheater fehlt ebensowenig wie der erste Film- kontrakt von Henny Porten. Sehr interessant ist es in den Zeitungs- und Zeitfchriften-Ausschniiten

aoec bei Erhebung des rlelftungsanjpruchs von al­len Beiträgen weniger als 60 auf Grund der Ver­sicherung-pfli cht, die übrigen also freiwillig ge­leistet. so dauert die Wartezeit 120 Beitragsmo- natc. Nach den bisherigen Bestimmungen oer- ^"ugerte sich die Wartezeit nur, wenn weniger als 30 Pflichtbeiträge vorlagen und dann auch nur auf 90 Beitragsmonate. — Das Heilverfahren ist keine Pflicht-, sondern eine sog. Kannleistung, bei der die Erfüllung der üblichen Wartezeit nicht ver­langt wird; nach den Richtlinien der Rfa. wird ein Heilverfahren schon nach Zurücklegung von 12 Beitragsmonaten gewährt.

Die Ruhebestimmungen

sind wesentlich erweitert worden. Das R u h e - g e l d der Anqestelltenversicherung ruht, wenn gleichzeitig gewährt werden:

a) Krankengeld von mindestens einmonat­licher Dauer,

b) Verletztenrenten aus der Unfall­versicherung,

c) Beschädigten- und Dienstzeitren- t e n aus den Versorgungsgesetzen,

d) Ruhegehälter und Wartegelder aus früherer Beamten- oder beamtenähnlicher Stellung, und zwar bis zur Höhe dieser Bezüge. Das gilt auch, wenn an Stelle einer dieser Leistungen Krankenhaus- oder Heilanstaltspflege tritt.

Die Hinterbliebenenrenten der An- geftelltenversicherung ruhen, wenn gleichzeitig gewährt werden:

a) Hinterbliebenenrente aus der Un­fallversicherung,

zu blättern in denen die Urteile der Zeitgenosien über den Film niedergelegt sind. Es fehlt nicht an spöttischen Aeußerungen über diese neue Er­findung, die von vielen al? Spielerei gewertet wurde und von der die wenigsten ahnten, welchen Siegeslauf sie bald antreten sollte. Die Film­industrie steht hinsichtlich des Wertes ihrer Erzeug­nisse jetzt unter den Industrien der Vereinigten Staaten von Nordamerika an siebenter Stelle und verzeichnet Jahresgewinne von über einer Mil­liarde Dollar. Die Zahl der Lichtspielhäuser auf der Erde beträgt schätzungsweise 50 000, von denen etwa 17 000 auf die Vereinigten Staaten von Ame­rika (Newyork allein 4000), das Deutsche Reich 4000 (Berlin zwischen 300 und 400) entfallen.

Die Sammlung soll, ebenso wie die anderen Abteilungen des Deutschen Museums, dauernd auf dem Laufenden gehalten werden. Sie umfaßt die für die Mit- rind Nachwelt wertvollen Dokumente aus der Entwicklungsgeschichte der Menschheit ohne Rücksicht darauf, welcher Nation der Erfinder oder Entdecker angehört, besitzt also eine weit über den Rahmen einfe Landes hinausraaende Bedeutung. Wir können stolz darauf sein, daß es der Initia­tive deutscher Männer seine Entstehung verdankt und daß es zeigt, wie groß der Anteil deutscher Geisteskraft an den technischen Fortschritten der Menschheit ist. ___________

dere Aufmerksamkeit. Eine besondere Vorliebe Hai das Geburtstagskind für das Lösen von Rätseln (Kreuzwort- und Silbenrätsel). Mit erstaunlicher Ausdauer und Geduld vertreibt sich Frau Atzert damit die Zeit und mißgönnt sich im Uebereifer dieses Rätselratens manches Stündchen wohlver- Äienter Ruhe in ihren alten Tagen. Möge ihr der liebe Gott im Kreise ihrer Kinder und Enkel­kinder in ihrem Ruhelessel auch weiterhin einen recht heiteren Lebensabend schenken.

Fast 1000 neue Landarbeikerwohnungen in Hessen. Rossau.

Bis Ende Oktober 1931 wurden in Hessen- Nassau mit Tilgungsdarlehen der wertschaffenden Ärbeitslosenfürsorge insgesamt 997 Sandarbeiter­wohnungen gefördert Hierunter befanden sich 68 Werkswohnungen und 929 Eigenheime Im ein­zelnen waren es 1923'24 173 Wohnungen 1925 102, 1926 33, 1927 154, 1928 224, 1929 106 1930 138 und 1931 67.

Zur Ablösung von Neujahrsglückwünschen

ist in Fulda seit vielen Jahrzehnten Gelegenheit durch eine Spende für die Armen der Stadt geboten. Die Liste der Spender wird in der Neujahrsnummer der „Fuldaer Zeitung" ver­öffentlicht. Wer sich noch beteiligen möchte,'wende such sofort an das Wohlfahrtsamt oder an die Ful- dauer Actiendrnckere:. Schluß der Einzeichnung: Mittwoch 12 Uhr.

falsche Zwanzigmarkscheine.

Ahnungsvoller Engel. Wir bewundern Ihre wirt­schaftliche Einsicht. Tanzen kann jeder, aber denken wie Sie, können nur wenige. Selbstverständlich sollte das Auffichtsratsmitglied eines Unternehmens, das in ganz Deutschland vertreten ist, jeden Morgen und Abend in jedes Schaufenster seine A. G. hineingucken, ob alles in Ordnung ist. Im „Dritten Reich" wird so verfahren werden. Bis dahin wollen wir bei unserem Ver­fahren bleiben und unsere publizistischen Mittel anwen­den, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Dabei fragen wir keinen Deut danach, in welchem politischen La­ger der Uebeltäter sich befindet, ob er getauft oder ungetauft ist, wer bei ihm finanziell beteiligt ist, wer nicht, ob er in F. Z. inseriert oder ob er nicht inse­riert. Das ist unsere Auffassung von überpartei­lichem Kampf für ein christliches Deutschland. Wenn Sie da mitmachen wollen, sollen Sie uns willkommen sein.

Auf der achten Reichstagung des Friedensbun­des deutscher Katholiken hielt Bischof Dr. Schrei­ber von Berlin eine vielbeachtete Rede zur Klar­stellung des katholischen Standpunktes gegenüber Krieg und Frieden. Die heilige Weihnachts- Oktav bietet uns den willkommenen Anlaß, die Rede im Wortlaut wiederzugeben. Möge die Schlußmahnung der Rede, die zum Gebete auf­fordert, von allen Katholiken beachtet werden. Wenn nach dem heiligen Augustin das Gebet nicht so sehr.den Zweck hat, Gott unsere Anliegen vor­zutragen, die er ja schon kennt, als vielmehr in uns selber jene Gesinnung zu erzeugen und zu starken, die uns der Erhörung würdig macht, dann gibt es kein wirksameres Mittel zur För­derung der Friedensgesinnung als das Gebet um den Frieden. D. Schr.

Krieg und Frieden sind die Grundgedanken, um die unsere Tagung kreist. Was liegt da näher, als daß ich gleich in der Eröffnungssitzung die grundlegenden Reali­täten Krieg und Friede einer grundsätzlichen Erörterung unterziehe. Maßgebend für diese Erörterung sind die leöem gesunden Gewissen eingegrabenen Normen der Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschenliebe die ihre kon­kretere Fassung im natürlichen Sittengesetz und im Chri- ftentum gefunden haben. Was ich von diesem grundsätz- I l'cheu Standpunkt aus feststelle, ist Gemeingut des Frie­densbundes Deutscher Katholiken.

Erster Sah unserer gemeinsamen Geisteshalkung. wir verurteilen und verfemen nicht jeglichen Krieg wir ken- nen vielmehr auch einen gerechten Krieg, den Krieg der Notwehr eines Staates gegen unbefugte Eingriffe äuße- rer Feinde, die feine Existenz und berechtigte Entwicklung

b) Witwenrente aus den Dersorgungs- qefetzen,

c) Hinterbliebenenbezüge aus einem früheren Beamten- oder beamtenähnlichem Dienst­verhältnis,

und zwar bis zur Höhe dieser Bezüge.

Beim Zusammentreffen von Ruhegeld bzw. Hinterbliebenenrenten der Angestelltenver­sicherung mit Bezögen aus den Versorgungsgeset­zen oder mit Ruhegehältern oder Wartegeldern früherer Beamten oder Personen mit früher be­amtenähnlicher Stellung wird, wenn der Ver­sicherte freiwillige Beiträge entrichtet oder sich frei­willig höher versichert hat, vom Ruhen der Teil der Rente ausgenommen, der dem Verhältnis der freiwilligen zur ge­samten Beitragsleistung entspricht. Beim Ruhen neben Bezügen aus der Unfallversicherung, aus den Versorgungsgesetzen und aus dem Beamten­oder beamtenähnlichen Dienstverhältnis bleibt von diesen ein Betrag von 25 RM. monatlich unbe­rücksichtigt.

Die Ruhensbestimmungen und der Fortfall der Kinderzuschüsse und Waisenrenten für über 15 5aftrc alte Kinder trifft auch die bereits lausen­den Renten.

Der Kinderzuschuß ,auf,den ein Berechtigter Anspruch hat, kann mit dessen Zustimmung, oder, ,alls diese verweigert wird, auf Anordnung des Versicherungsamtes einem Dritten auf dessen An­trag ausgehändigt werden, wenn dieser den Un­terhalt des Kindes überwiegend bestreitet.

Die Beitragsenkrichkung zur Angestellkenversicherung wird von der Notverordnung nur insoweit betros- sen, als der Rfa gestattet wird, für Beitrags- r ü ck st ä n d e Z i n s e n zu erheben. Die Höhe des I Zinssatzes bestimmt das Reichsversicherungsamt.

Die sich aus dem Angestelltenversicherunos- I Gesetz ergebenden Wahlen (Vertrauensmänner, ^erwaltungsrat, Beisitzer zu den Spruchbehörden) I kann die Reichsregierung bis zu einem Jahr ver­schieben.

deutsche Fliegerin Elli Beinhorn ist in Delhi eingetroffen. Elli Beinhorn wird in einigen Tagen den Weiterflug nach Kalkutta und von dort nach Siam und den Sunda-Inseln antreten.

Bor noch nicht allzu langer Zeit waren wir gewohnt, mit dem Worte „Museum" den Begriff von etwas mehr oder minder Altem, Verstaubtem iu verbinden. Erst seit verhältnismäßig wenigen fahren besitzen wir. vor allem in Deutschland Museumsleiter die Wert darauf legen, die ihnen anvertrauten Sammlungen in enger Verbindung mit der Gegenwart, der stets in Fluß befindlichen Entwicklung zu halten. Vorbildlich in dieser Rich- tung ,st das „Deutsche Museum" in München das feine Entstehung und seinen erstaunlichen Aus­bau der Tatkraft von Dr.-Ing. Oskar von Miller verdankt. Zu den vielen Abteilungen, die in dem gewaltigen Bau auf der Münchener Museums- lnfel ie einen Abschnitt des menschlichen Ersin- rungsgeistes anschaulich zur Darstellung bringen, kommt demnächst eine neue, der Entwicklung 'des Films gewidmete. Es ist Dr. Oskar v. Miller gelungen, die einzigartige Sammlung Mester in Berlin-Dahlem für fein Museum zu sichern, die nach Umfana und Stückzahl größte und vollstän- digste Sammlung auf diesem Gebiete, wurde darin doch in annähernd 150 000 Nummern die Entste- hung und der Werdegang des Filmes festgeleot.

Jnz Gegensatz zu vielen anderen Gebieten ist es beim Film heute noch möglich, die Entwicklung von Anfang an zu verfolgen. Zwar steht nicht aanz fest, wann die Idee geboren wurde, und trotz der kurzen Zeit, lassen sich wichtige Entwicklungs- stufen nicht zweifelsfrei mit einem Namen verbin­den; man muß vielmehr annehmen, daß wie auf melen anderen Feldern menschlicher Arbeit und Forschung so auch hier, wenn eine Idee reif war Parallelerfindungen erfolgten. Aber man darf wohl von der Erfindung Hannibal Goodwin's. s!Cr Paf)re 1887 aIs erster einen glasklaren, durchsichtigen, etwa ein Zehntel Millimeter dicken biegsamen Trager einer lichtempfindlichen Schicht verwendete, ausaehen. Die Sammlung Mester ent­hält die ersten Vorführungsapparate und Filmka­meras, die auf uns fast den Eindruck eines Kin­derspielzeugs macken Sie finden ihre Ergännmg in den ersten Filmstreifen, die bekanntlich den Nachteil aufweisen, daß auf ihnen wegen der un- genügenden Bewältigung der technischen Schmie- rigkeiten bei der Aufnahme zu wenig Bilder je Sekunde enthalten waren. Sie konnten daher

Eine große Volksbildungsarbeit durch die Presse, durch die Schulen, durch Versammlungen und Kongresse wird zur Herbeiführung und Vertiefung der Friedensgesin­nung in allen Ländern geleistet werden müssen. Dis Presse hat eine furchtbare Verantwortung. Und wenn man Umschau hält in der Presse der ganzen Welt, so möchte man mit denen, die den Frieden stören, vor ihrem eigenen Gewissen die Verantwortung nicht tragen. Auch häufige Zusammenkünfte von Menschen verschiedener Na­tionalitäten zwecks Gedankenaustausches über die Wege ->um Frieden werden sich wirksam erweisen. Wir alle wollen für den Frieden arbeiten. Nicht hn Sinne eines negativen Pazifismus, sondern in einer Weise, die ne- ben der vollen Hingabe an den Frieden unter den Völ­kern auch die unbedingte Treue zum eigenen Volkstum und unversiegliche Liebe und Opferbereitschaft für Volk und Vaterland vorsieht.

Wie das Rechtssystem und die Exekutivgewalt des Völkerbundes in Zukunft aussehen soll, wird sehr ein­gehender und umfassender Beratungen bedürfen. Sicher aber wird ein wirksames, unabhängigesSchiedsgericht ge­schaffen zur Bereinigung auftauchender Rechtsstreitig- keiten in den verschiedenen Staaten und Völkern und eine starke Macht gegen böswillige Störer der Ordnung bereitgestellt werden müssen, etwa in Form eines einheit­lichen Heeres.

Doch, was nützen alle menschlichen Anstrengungen, wenn der Segen von oben fehlt. Wir Christen sind überzeugt, daß wir zur Verwirklichung der angegebenen Ziele sehr der Gnade Gottes bedürfen. Deshalb hat uns bie Kirche schon gleich zu Beginn des Weltkrieges zum öffentlichen Gebet für den Frieden aufgefordert. Seit Jahrhunderten fleht das katholische Volk in den großen Litaneien zu Gott: Von Pest, Hunger und Krieg, erlöse uns, o Herr! Wir haben in der katholischen Liturgie eine eigene Messe für den Frieden, und in der heiligen Messe spricht der Priester Im Namen des Volkes beim Agnus Dei „Dona nobis pacem. Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gib uns den Frie­den!" Die wachsende Notwendigkeit des Völkerfriedens hat vor einigen Jahren im katholischen Volke den Ge­danken reif werden lassen, jeden Monat wenigstens ein­mal sich zu einer Friedensmesse im Gotteshause zu ver­sammeln. Auch wir im Bistum Berlin haben diesen Ge­danken verwirklicht. Das feierliche Pontifikalamt, dem Sie heute morgen in der Friedensgedächtniskirche am Humannnlaß beigewohnt haben, war diese Friedens- messe für den Monat November. Ein deutscher und französischer Priester haben habet den Gläubigen den Leib des Herrn gereicht. Möge Gott unserer Friedens­arbeit seinen Segen geben, denn der Weg ist weit und der Gefahren sind viele.

i {er Vertrages, die nach den Erfahrungen der letzten zehn Jahre keine Befriedung Europas aufkommen lassen. Wir weisen hin auf die Kriegsrüstungen, die in dem Maße, als sie aufrechterhalten und fortgesetzt werden, eine stän- dtge und steigende Beunruhigung der Völker und Be­drohung des Völkerfriedens sind.

Noch folgenschwerer erscheint uns der Geist in der in­ternationalen Politik und im Denken und Fühlen eines großen Teiles des Volkes in ehemaligen Feindstaaten. I *n ben Deutschen die alleinigen Urheber des

I ^^"rieges und übersieht eine Reihe von gegenteiligen Feststellungen der Wissenschaft aus den Quellen und Archiven Deutschlands und anderer Staaten. Wäre es nidjt endlich an der Zeit, unter die Vergangenheit, in der wohl auch auch jeder unserer Ankläger ein Schuld, fonto hat, den großen Strich des Vergessens und Ver» I 9. E.5 öu setzen? Was sollen alle (Erörterungen über I b,e der Alleinschuld, der größeren und geringe­ren Mittchuld am Ausbruch des Krieges und der söge- nannten Verbrechen während des Krieges, wo durch diese (Erörterungen nachweisbar der Haß der Volker untereinander fortwährend geschürt und die Herbeifüh-

I rung des allgemeinen Friedens immer wieder verhindert wird? Haben wir denn überhaupt jetzt schon die nötige

I DOn &en Vorgängen des Kriegsausbruches, der I Kriegshandlungen und der Durchführung der Versailler Bestimmungen, um ein wirklich objektives, leidenschafts- lo;es Urteil zu fällen. Ist es angesichts der Notstände m Europa und der Krise in der ganzen Welt nicht vvr- ^sUlllicher, an der Wiederherstellung und Sicherung des Volkerfnedens mit bestem Willen, auch unter Opfern und Verzichten zu arbeiten? Insbesondere auch an der Ver. fobnung un& Verständigung zwischen Deutschland und ssrankreick, und ich füge bewußt hinzu: Deutschland und Polen? Lasse man die Frage der Kriegsschuld vorläufig beiseite, offne man feine Seele rückhaltlos und allgemein dem Geiste der Verständigung der Versöhnung, des Frie- dens Denn der Friede ist das Unerläßlichste und Not- roenbigffe, wenn wir Europa reffen wollen.

®as notwendig ist für diese Rettungsarbeit, muß ge­schehen. auch wenn es die schwersten Opfer fordert. Das ist nach der Meinung aller, die einen weittchauenden Buck und ein klares Urteil haben, die praktische Aner­kennung der vollen Gleichberechtigung aller Volker, auch des deutschen Volkes, in bezug auf die innen- und zwi­schenstaatlichen Belange. Das' ist ferner die gleichzeitige allgemeine Abrüstung. Das ist weiterhin der Ausbau des Völkerbundes zu einem wirklich wirksamen Organ der Sicherheit für sehen einzelnen Staat unh des Frie­dens unter allen Völkern.

Wir betonen neben hem Friehen mit allem Nach­druck auch die Sicherheit her einzelnen Nationen und wissen uns hierin z. B. auch mit unserem französischen Nachbarvolk einig.

Aber durch hie Erfahrung her Jahrtausende belehrt, können wir in Festungen, steh enden Heeren, Kriegsschif­fen und Luftflotten nicht die wirkliche Sicherheit eines Landes sehen, besonders nicht in der heutigen Zeit her fortfdjreitenhen Technik mit ben oft gänzlich unvorher­gesehenen, überraschenden Erfindungen. Die stärkste Sicherheit liegt in dem Friedensgeist der Menschen und Völker untereinander unh in hem alle Volker und Na- Hünen umfassenden Schutz durch einen allgemeinen Völ­kerbund, dem ein ausgebautes Rechtssystem und eine entsprechende Macht zur Durchführung seiner völkerrecht­lichen Bestimmungen zur Seite steht.

Weihnachksspiel im 51 Ankoniusheim.

Vergangenen Sonntag boten die Antoniusheimer Kinder zum ersten Mal ihr diesjähriges Weihnachtsspiel dar. Sie hatten die Freude, einen vollgefüllten Saal vor such zu sehen von gespannt lauschenden und schauenden Großen und Kleinen, die durch ihre spontanen Beitolls- äußerungen zeigten, daß die kleinen Spieler und Spie­lerinnen sich sehen lassen konnten. Wieviel Mühe es allerdings kostete, den Spielern und den einübenden Schwestern, durch lange Wochen hindurch das Spiel vor­zubereiten, das läßt sich nicht so leicht einsehen, wohl aber ahnen, wenn man bedenkt, welche schwache Kräfte für die Spiele in diesem Heime zur Verfügung stehen. Umso erfreulicher und anerkennenswerter ist es, wenn dennoch so schone Leistungen erzielt werden, wie wie­derum beim diesjährigen Weihnachtsspiel. Cs wäre zu wünschen, daß auch diesmal wieder — wie im vergan­genen Jahr — ein reger Besuch den Kindern bie Mühen, die ihnen die Spielvorbereitung verursachte, und die Liebe und Freude, mit der sie das Spiel darbieten — sie spielen gerne vor vollen Bänken — lohnen würde. Die schon einmal die Kinderspiele sahen, kommen ja im­mer gerne wieder. Weil bas Spiel hoch manche Kosten verursacht, würbe eine Eintrittsgebühr festgesetzt (Nu­merierte Plätze 0,60 M., Sonst 0,40 M„ Kinder: Hälfte). Was nach Deckung der Unkosten übrig bleibt, ist für einen guten Zweck gegeben. Das Spiel wird w i e- derholt am 1., 3. und 6. Januar, jedesmal um 4" Uhr nachmittags.

Briefkasten der Schristleiknng.

Die Voraussetzungen eines solchen Krieges sind fol­gende: Schweres Unrecht ober sonstige schwere formelle moralische Schuld von feiten bes Gegners. Zweifelsfreie Nachweisbarkeit biefer Schulb. Unvermeidbarkeit der kriegerischen Auseinandersetzung nach Fehlschlägen aller Ernst und ganzer Kraft unternommenen friedlichen Verständigungsoersuche. Moralische Gewiß­heit, daß her Sieg her gerechten Sache zuteil werben wirb. Rechte Absicht, burch ben Krieg bas Gute zu för­dern unb bas Böse zu vermeiden. Rechte Art der Kriegs- fuhrung durch die Einhaltung der Schranken der Gerech­tigkeit und Liebe, näherhin im Rahmen des Naturrechts, des christlichen Sittengesetzes und her völkerrechtlichen Bestimmungen, Vermeidung schwerer Erschütterung an­derer Nicht unmittelbar in bie Kriegshanblung verwickel­ter Staaten, Kriegserklärung durch eine gesetzlich dazu autorisierte Obrigkeit. Proportion zwischen Schuld und Strafmitteln, sowohl während der Kriegsführung als auch nach Kriegsschluß bei her Bemessung her Sühne. Wir halten daran fest, baß diese Voraussetzungen samt unb sonders erfüllt werben müssen, ehe von einem ge- rechten Krieg die Rede sein kann. Denn diese ^orderun- gen werben erhoben vom menschlichen Gewissen ge­nauer vom natürlichen Sittengesetz, das alle Menschen ausnahmslos verpflichtet. Ob die Erfüllung dieser For. derungen bei der heutigen kriegskechnik noch denkbar ist, möchte ich ganz entschieden in Zweifel ziehen.

®er gerechte Krieg ist sittlich erlaubt, ja sogar sozial- ethische Pflicht. Die Teilnahme daran als Erfüllung einer sozial-ethischen Pslicht kann darum zu hohem Verdienst werden. 3n diesem Sinne verherrlichen wir unsere im Weltkrieg gefallenen Soldaten von ihrer Uederzeugung aus gesehen. Sie waren nämlich überzeugt, in einem I gin-edjten Krieg zu kämpfen und im Dienste ihrer sitt- ttchen Pflichten gegen Heimat, Haus unb Hof, Weib unb Kind, Volk unb Vaterland zu stehen. Aehnlich dachten auch bie Solbaten anderer Länder. Darum auch Ehre ihrer sittlichen Pflichterfüllung für ihr Vaterland. Sie­fen Sinn hat auch bie Gefallenenehrung, bie wir am nächsten Dienstag in her Gedächtnishalle für die im Weltkrieg Gefallenen vornehmen.

Sicher kann ein Krieg Gutes wirken, er kann auch Ale Tugenden zur Entfaltung bringen. Aber diese Folgen des Krieges sind nicht naturnotroenbig unb nicht I regelmäßig, vielmehr ist auch der gerechte Krieg immer von so vielem materiellen und moralischen Elend beglei- tet, daß er stets als ein Hebel bezeichnet werden kann. I Darum unsere Bestrebungen, auch ben gerechten Krieg unmöglich zu machen. Aus dem Gesagten ergibt sich ganz von selbst die Berechtigung, ja Notwendigkeit aller I Friedensbestrebungen. Wir stellen in dieser Hinsicht ben Satz auf: Es ist Pflicht aller Menschen, bie der Wahr­heit, Gerechtigkeit und Menschenliebe dienen wollen, sich nach Maßgabe ihres könnens für die Herbeiführung des I Friedens unter den Nationen einzusehen und alle Hin­dernisse des Friedens mit beseitigen zu Helsen. Daß diese Pflicht mit besonderer Schwere auf den Christen und noch mehr auf den Katholiken lastet wegen her Lehre bes Evangeliums unb her Weisungen her Kirche, sei nur nebenbei erwähnt.

Dir begrüßen deshalb jede geordnete Friedensbewe­gung. Wir haben im Auge nicht jene Friedensbewegung, I bie gewissen Utopien nachjagt unb schließlich so weit geht, daß sie selbst das Recht der Notwehr unb damit den I gerechten Krieg verwirft. Wohl aber jene Friedens­bewegung, bie sich zum Ziel gesetzt hat, „durch Ersetzung des Machtprinzrps in ben zwischenstaatlichen Beziehun- I gen durch ein Rechtssystem ben Krieg, b. h. ben zwischen Mei ober mehreren Staaten nach bestimmten Rechts- I formen geführten Kampf gegeneinander, feiner Voraus- I sttzung als gerechten Krieg zu entkleiden". Diese Frie­densbewegung will nicht Beseitigung jeder Anwendung I der Gewalt im Leben der Völker untereinander — dies wäre Utopie —, wohl aber soll auch hier die Gewalt in I Öen JDienft des Rechts gestellt werden, das von einer un­abhängigen Stelle zu finden unb zu sprechen ist. Das I Recht auf Notwehr (Selbsthilfe) soll nicht genommen wer­den, wohl aber ihre Notwendigkeit, wie schon jetzt inner- I halb her einzelnen Staaten, so in Zukunft auch unter I ben Staaten zwischenstaatlich in steigendem Maß aus- geschaltet werden.

Leider stehen der Erreichung dieses Zieles außer­ordentliche Hemmungen und Hindernisse entgegen.

Wir denken da an gewisse Bestimmungen des Versail-

Die amtlichen Kassen machen ans die Nach­bildung der Reichsbantnote über 20 Mark vom 11. Oktober 1924 aufmerksam. Das Falsifikat ist im Buchdruckverfahren hergestM und hat einauf- fallend weiches Papier. Die Pflanzenfasern sind durch falsche, dunkel-violette, schlechtbefestiqte Fa­sern ersetzt. Das Wasserzeichen ist durch Aufdruck ^täuscht. Aks weiteres besonderes Merkmal säklt auf, daß die gemusterte Blindprägung mit Kontrollstempel mangelhaft nachgebildet ist. Die -Schriften und Unterschriften sind teilweise ver­krüppelt wiedergegeben. Die bisher beobachtete Notennummer lautete auf V 5 109 136.

Das erste Mno-Mseum der Welk

Bon Dr. Ludwig N o ck h e r, München.