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Nr. 298

Beilage zur Fuldaer Zeitung

25. Dezember

Weihnachtstag.

Immer muß ich mich versenken

Ties beglückt in diese Schau: Aus den Tagen, alt und grau, Einer blüht, da alte schenken.

Ja, aus hassendem Gewimmel Notoerhaftet, erdenwärts, Einmal wieder pocht das Herz Heimatlich den Schlag zum Himmel.

Und ein Fest ist, weißgewandet, Mild durchstrahlt vom Lichterglanz, Wo die Liebe hebt den Kranz Hoch, vom Jubelchor umbrandet.

Laurenz K i e s g e n

Weihnachten im Bilde.

Alke und neue Kunst.

Von H. Röttgers.

Es kann nicht wundernehmen, daß das Mysterium der heiligen Nacht von jeher ein Lieblingsgegenstand der bildenden Kunst gewesen ist. Ueberaus zahlreich sind die Gemälde, besonders aus der Frühzeit der christ­lichen Kunst, die sie zum Gegenstand haben. Am be­kanntesten ist wohl dieHeilige Nacht" von C o r r e g - g i o. ein Gemälde, das uns auch deshalb am meisten be­rührt, weil es unserem modernen Empfinden wohl am ehesten entspricht. In seiner charakteristischen, das Hell­dunkel bevorzugenden Art und Weise hat Correggio das Jssukindlein, das in den Armen seiner Mutter liegt, und das darüber geneigte Antlitz Mariens in ein helles Licht gestellt, das von den in der linken oberen Ecke schwebenden Engelsgestalten herkommt, während alles übrige in ein mystisches Dunkel getaucht ist. Nur der eine oder andere der Hirten, die das Kindlein anbeten, treten in den Lichtstrahlen ein wenig deutlicher hervor. Die ganze Umgebung dagegen, die Armseligkeit des Stalles, die Tiere, das alles verschwindet in dem Halb­dunkel des Raumes. Das Mysterium der Geburt Christi ist in diesem Bilde ausgedrückt.

Im Gegensatz dazu gefallen sich die meisten der älte­ren Künstler in der eingehenden Darstellung aller Einzelheiten. Es wird peinliche Sorgfalt darauf verwandt, daß keines der in der Helligen Schrift ange­gebenen Details fehlt. Darum wird auch weniger die Geburt Christi selber zum Gegenstand genommen, als die darauf folgenden Begebenheiten, die Anbetung der Hirten und noch lieber die Anbetung der hl. drei Könige. Diese letztere Begebenheit gestattete den alten Künstlern so recht die Entfaltung ihrer ganzen malerischen Kunst und die reiche Ausfüllung des Raumes. Dabei wird sehr oft kaum noch auf die eigentliche und wahre Sze­nerie der Geburt Christi Rücksicht genommen; der arm­selige Stall muß, wenn nicht einem Palast, so doch we­nigstens der Andeutung eines solchen, oft genug in Form einer prächtigen Säule oder eines von Säulen getragenen künstlerlischen Bogens weichen; im Hinter­gründe eröffnet sich eine reiche Landschaft, Maria und Joseph erhalten mitunter statt der demütigen eine wahr- hast königliche Haltung. So reich ausgestaltet ist zum Beispiel das Gemälde des Meisters vom Tode der Ma­ria, das sich in der Dresdner Galerie befindet, ebenso das Bild Botticellis in der Petersburger Eremi­tage und Ghirlandajos .Anbetung der Hirten" in der Akademie zu Florenz Die niederländischen Maler dagegen, Geertgen, Mostaert und Van der Weyden, weisen eine einfachere und realistischere Gestaltung auf, wenngleich sie nicht ganz von den oben geschilderten Eigenheiten frei sind. Meister Dürer dagegen gibt sich sowohl in seinerGeburt Christi", die sich »n der Münchener Alten Pinakothek befindet, wie in seiner Anbetung", die in Florenz (Usfizien) ist, einfach und schlicht, dem deutschen Volksempfinden entsprechend Da knien Maria und Joseph das Kindletn liegt in ihrer Mitte, Engel knien umher, und Menschen seiner Zeit in kleinem Format nachgebildet, knien da, wie zum Kusse bereit während das Iesukindlein ihm die Slnw mtgegenstreckt

Fast erscheint diese Darstellung wie ein Vorläufer zu der Interpretation, die ein moderner Maler, Fritz von Uhde, seinerHeiligen Nacht" gegeben hat. In einem elenden Treppenflur, der nichts als eine Laterne an der rechten Seite und eine Treppe an der linken Seite sehen läßt, oher nach hinten zu in eine Weite auszu­laufen scheint sitzt Maria, das Kind auf dem Schoß Links nahen gebeugte, elende Gestalten, am Stock, mit Werkzeugen in der Hand, und rechts eröffnet sich das Bild eines Tingeltangels. Und ein anderes Bild: in­mitten einer Schneelandschaft lehnt Maria mit einem elenden Bündel in der Hand an einem Zaun, während Joseph in den Schnee hinausstapst, um in einer in der Nähe befindlichen Hütte ein Obdach zu suchen, eine Mahnung an den bitteren Ernst, der doch auch Hinte'' der Weihnacht steht, eine Mahnung daran, daß es auch für uns gilt, unsere Mitmenschen zu erlösen, zu erlösen von der bitteren Not, wie sie einst der Herr und seine Eltern gelitten haben, und wie sie heute noch Unzählige leiden."

Weihnachtsfreude.

Von Franz Wibmer-Pedit.

Mit festem Ruck riß ich das vereiste Fenster aus. Ein Sprühregen feinen Pulverschnees stäubte mir ins Gesicht. Vorsichtig kehrte ich den Balken ab, denn unter ver Schneewächte dieser Nacht lag ja der Wunschzettel an das Christkindl, den die Kleinen und Größeren mit viel Mühe und Fleiß geschrieben, und mit großer, feierlicher Wichtigkeit am vergangenen Abend der Himmelspost ei­nes Fensterbalkens anvertraut hatten. Nun kamen sie zum Vorschein, von einem alten Briefbeschwerer festge­halten, sonst hätte sie wohl der Wintersturm fortgetragen, emporgewirbelt bis zum Himmel, und für den Him­mel waren sie ja gedacht und klebten doch noch so feit auf der Erde, wie alle unsere Wünsche. Ich nahm

die Wunschzettel in die Hand und mußte einen stillen Seufzer tun ich kannte ihren himmelstürmenden, kin­derseligen Inhalt. Wünsche, unbegrenzt.Warum denn nicht, schreiben und bitten kann man ja, wir wer­den ja sehen", meinte der jüngste, dreijährige, der Opti­mist.

Wir werden ja sehen" sagten auch ich leise und nahm aus der Geheimlade die ersparte Weihnachtsbar- Ichaft heraus, zählte sie ab, ach zum wievielten Male, es wurde nicht mehr und war im Vergleich zu den Kin­derwünschen eine unendlich bescheidene Summe. Es war eine vergebliche Liebesmühe, Soll und Haben stimmte nicht und es konnten nun einmal nur die letz­ten Wünsche vorgemerkt werden, jene Wünsche, die die Kinder sozusagen zum Zuspitzen noch hinzugeschrieben haben.

Der Bub eine Federschachtel und Abzugbildlein. Das Dirndlein für ihre alte, zerraufte Puppe einen neuen Kamm und ein neues Kleid. Die Große aber, das Haus­mütterchen, ach, die wußte ja schon, die hatte nur mit- gctan, um den andern nicht die schöne Vorfreude zu verderben. Was hatte sie nur ausgeschrieben!Und

zum guten Schluß ein liebes, braves Brüderchen, daß wir zwei Buben und zwei Mädeln sind."

Du gutes, treues Kind!" Eine Zähre tropfte mir auf das ohnehin schon feuchte Blatt, auf dem das feine Schneegerinsel zu schmelzen begann. Auch in mir ward ein heißer Wunsch wach:Wenn es doch am Weihna^ts- abend schon da wär das Kleinchen, so würden die Kin­der gewiß leichter über die unerfüllten Wünsche hin- auskommen . . .

Vielerlei Beschwer und Sorg und Müh ist dem Weihnachtsabend vorangegangen, da war er endlich da. nur das Brüderchen oder Schwesterchen ließ noch auf sich warten Da mußte man sich eben behelfen wie man konnte. Der Lichterbaum erstrahlte, er war diesmal merklich kleiner, es konnte aus triftigen Gründen kein neuer Baumschmuck nachgeschafft werden und kleinere Bäume sind auch bedeutend billiger. Aber nein, die Kinder merkten nichts. Im lichten Glanz der Kerzen verbarg sich die Armut des Baumes, es ging eben Heuer nicht anders, da noch Großes vor der Tür stand Man muß sich strecken nach der Decken, nach dem Prinzip wird gewirtschaftet.

Ich behielt mir zwar noch immer etwas ängstlich die im ersten Jubel begriffenen Kinder im Auge. Aber die sahen ihre letzten, kleinen erfüllten Wünsche gar nicht an. nicht etwa, weil sie das Große, Ersehnte vergeblich suchten, aber unter dem Lichterbaum stand ein behäbiger properer Kinderwagen, festlich hergerichtet, wie zu erster Ausfahrt. Üeber dem gebauschten Bettlein eine weißgestickte Decke, blau unterlegt, zarte Switzenvor- hänge mit blauen Seidenmaschen zurückgehalten. Es war zwar der alte Wagen, nur neu gestrichen, doch so 'ritisch sind diese gläubigen Kinderaugen nicht. Die zwei Kleineren mntanzten jubelnd die Wiege, in der sie selbst vor nicht zu langer Zeit noch gelegen hatten. Die Große legte die Hände auf den Fahrgriff, ganz ver­träumt, ganz andächtig. Sie war noch nicht dreizehn, aber schon eine kleine, unbewußte Mutter.Wenn's nur schon glücklich drinnen läge." Doch auf der blau schim­mernden Decke lag ein Zettel. Der Bub sah ihn zuerst. Ha! Ein Brief vom Christkindl!" Ja, ja, das kann

nur ein Brief vom Christkindl fein, so schön von Ver­gißmeinnicht und Engelsköpfchen umrahmt. Ich mußte mich setzen und feierlich vorlesen, die beiden Kleinen schmiegten sich mir zu Seiten, die Große stand noch beim Kinderwagen, den Kopf ein wenig geneigt, ganz auf eine frohe Botschaft lauschend. Der Vater aber sah in den Kerzenschimmer, mitten hinein, darum wohl leuch­teten seine Augen so, ganz klar und hell waren sie, wie eine einzige Freude. Und meine Stimme zitterte ein wenig beim Lesen.

Siebe Kinder alle drei!

Euch will ich heute etwas ganz Besonderes bringen. Das heißt, ihr müßt noch etwas Geduld haben, ich habe es an diesem Abend nicht mehr zwingen können und hab euch vorderhand nur einmal den Wagen ins Haus gestellt. Das kleine Gefchwisterlein kommt in wenig Tagen nach. Ein Brüderl, oder Schwester!, das kann ich nicht genau sagen, ihr werdet es so und so lieb ha­ben, ich kenn euch ja. Gebt aber nun nur ja auf den Wagen recht acht, daß er nicht schmutzig wird, sonst macht das Himmelskind ein schiefes Mäulchen und weint, und macht nicht heidi, heidi. Das andere Ge­

wünschte kann ich euch diesmal freilich nicht alles brin­gen, ich hatte zu viele Auslagen, denkt euch nur, so ei­nen schönen Wagen, und bann erst das kleine lebendige wirkliche Püppchen! Aber wie ich mein liebes Kleeblatt kenne, ihr seid gewiß hoch zufrieden, und habt auch Ur­sache, zufrieden zu sein. Ein Himmelskind bekommen nur ganz wenige als Weihnachtsgeschenk, heuer habe ich einmal euch vorgemerkt. Und nun grüß ich euch liebe Kinder und eure guten Eltern, auf recht baldiges Wie­dersehen! Das C h r i st k i n d."

Das war ein Jubel, ein reiches Beschenktsein, voll neuer Erwartung!

Ich selber mußte die bescheidenen Gaben hervorsuchen und sie den Kindern aufdrängen. Der Bub meinteJa. ja, ist ganz recht so, die Abzugbilder hebe ich auf, bis mein Bruder kommt, dem zeig ich's dann, wie man tut, er wird noch ein bisserl dalpasichig sein!" Und die Jüngste sagte:Ach, der neue Kamm ist mir für die alte Puppe zu schade, damit kämm ich mein Schwester- cken, das wird schöne, blonde Locken haben!" Die Große, Wissende, lächelte nachsichtig Über so viel kindli^e Ein­falt. Die Serien am B->um m-w-m lang schon er­loschen und verschwelt und doch hielt die wunderlich schöne Weihnachtsstimmung noch immer an. An ande­ren Jahren gab es um diese Zeit immer schon zerbro­chenes Spielzeug, Zank und Schelte, diesmal waren noch alle voll stiller, seliger Erwartung.

Nach drei Tagen aber kam wirklich das Brüderchen

Es hatte zwar noch keine blonden Locken, nur einen sanften, wolligen Flaum.

Es konnte auch mit Abzugbildern noch gar nicht um­gehen. Aber was tat dies, alles wird werden, so viel Freude steht ihnen noch bevor.

Es machte den Kindern auch gar kein Kopfzerbrechen, daß ich mich legen mußte. Hielt die Mutter doch das Himmelskind im Arm und lächelte so froh, gar nicht we eine Kranke. Hielt die Mutter doch nur das Himmels­kind recht warm, daß es nicht frieren mußte auf der winterlichen Erde.

So eine schöne Weihnacht gab es noch nie!

Christabend im Dorf.

Von Klaus G r o o t e.

Auf einem flachen Hügel inmitten des Dorfes steht die Kirche und weist mit ihrem alten Turm mahnend zur Höhe. Eine weißgetünchte Mauer zieht sich rundherum und schließt den geweihten Boden gegen den Dorfanger ob. Und rings um die Kirche, wie freundliche Gefähr­ten, wölben sich kleine Hügel mit Steinen und Kreuzen an ihrem Kopfende, als wäre jeder ein kleines Gottes­haus für sich.

Still liegt der Kirchhof in der hereinbrechenden Däi» merung. Ein weißes Tuch von Schnee hält ihn bedeckt. Und das ganze Dorf scheint wie der Friedhof in tiefer Ruhe zu liegen Hin und wieder schreitet ein Mann über einen Hof, eine Haustür geht hier und da, ein Lichtschimmer fällt aus einem Fenster, aber alles bleibt so traumhaft und besinnlich, als wäre das Dorf nur von stillen Geistern bewohnt.

Die Nacht finkt herab. Der Himmel wird dunkel, und nur das weiße Schneetuch unten verbreitet etwas Helle. Die erleuchteten Fenster werden zahlreicher, die Stille wird zu tiefem Schweigen. Man hört und steht nichts von allem, was in den Hütten vor sich geht Viel­leicht schreit dort ein Kind, vielleicht murrt ein Dienst­bote, vielleicht denken betrübte Eltern an einen früh ver­lorenen Sohn. Vielleicht schmückt dort einer einen Tan­nenbaum, hier werden Geschenke aufgelegt da jubeln Kinder in ihrer Vorfreude, dort lieft einer die frohe Botschaft von dem Heile. Das alles steht und hört man nicht. Man spürt nur, rote der Weihnachtsgedanke allent­halben hindringt und selbst über das alltägliche Tun und Lassen, das man auch an diesem Abend nicht vermeiden kann, einen verklärenden Schimmer wirft.

Am dunklen Horizont scheint das Grau der Nacht in Unendlichkeiten hinzuführen. Und diese Unendlichkeit bevölkert sich: es klingen Glocken, es blitzen Lichter auf und es steigen dankbare und freudige Gelübde auf zum Himmel. Die Nacht hat alle Grenzen aus der Land­schaft fortgeräumt Seine Wälder hemmen den Blick, keine Ströme scheiden hüben und drüben, keine Berge türmen sich mißgünstig vor dem Auge. Nähe und Ferne vereinen sich.

Eine dunkle Gestalt kommt den Kirchweg hinauf. Es ist der Santor. Seine Söhne folgen. Ein schwerer Schlüssel knarrt in einem Schloß, die große Tür der Turmes öffnet sich, und sie treten ein. Und dann klingt ein erster heller Glockenton vorn Turme, tiefere Töne fol­gen ihm, und bald erdröhnt der Turm von vollem, ern­stem Glockenklang. Wie in heiligen Schauer liegen die Häuslein da, die Menschen halten inne und lauschen. Selbst die Tiere in den Ställen heben die Häupter nach dem ungewohnten Klang zu so ungewohnter Stunde.

Als die Glocken schweigen, ist es da nicht, als tönte weit draußen ein neuer Klang auf und trüge die frohe Botschaft weiter? Und noch ferner werden andere Glät­ten läuten, und ein Glockenklang wird die Botschaft dem andern überaeben, bis endlich das ganze Land voll von Klängen, voll von Freude und voll von Hoffnung ift.

Die Gestalten treten aus der Tür. Sie schließt sich wieder. Die Schlüssel drehen sich im Schloß. Ein Kirchhofstor fällt noch zu. Dann Stille. Die Kirche ist sich selbst überlassen. Sie steht und wacht und träumt. Und die Toten zu ihren Füsien unter den weißen Hü­geln träumen auch von jenem Glockenklange, der sie einst wecken wird, wenn jener mieberfommt, ber in hei­liger Ract-t em Stnb a--worben ift . . .

Im Dorfe aber rüstet man sich mählich zur Mitter» nachtsmette.

Die Lästige.

Weihnachtsskizze von Christel Broehl-Delhaes.

Einer nach dem anderen von Frau Kreuzingers Pen- fionsgästen hatte an das heimelige Wohnzimmer ge­klopft, die Tür einen Spalt breit geöffnet, eben den Kopf durch diesen Spalt gesteckt und leise ober laut, gemütlich ober hastig, je nach Temperament und LauneGrüß Gott" gerufen, oberAuf Wiedersehen!" und zudem noch Fröbliche Meibnacbten!"

Die alte Frau lächelte vor sich hin und nickte müde. Weihnachten, da flogen sie alle aus, da suchten sie sich alle ein Daheim und sehnten sich danach, wenigstens mit lieben Verwandten ober Bekannten zusammen zu sein. Weihnachten wollten sie alle nicht allein sein. Nur Frau Kreuzinger freute sich darauf. Weihnachten, ba konnte auch sie einmal ausruhen von allen Mühen, lang schlafen am Morgen, gemütlich aufstehen, ohne Hast in bie Kirche schauen unb sich recht einmal auf sich selbst besinnen. Als Frau Kreuzingers Mann starb und feine Frau mit­tellos zurückließ, ba war sie auf den Gedanken gekom­men, eine Pension zu errichten und sich ihren Lebens­unterhalt damit zu verdienen. Viele, viele Menschen hat-

Gebet in der Christnacht.

Herr,

Nacht ist es in mir, Dunkel breitet sich das Gefilde meiner Seele. Aber heimliche Stimmen wissen von Deinen Ver­heißungen zu erzählen.

O laß die Sternenräume Deines Himmels sich auftun. Sende, sende aus das Licht von der Hohe, Unb dein Engel künde mir die Boffchaft des Heiles. Denn sieh, ich bin der Hirte, der nächtlich roadyt. Ich bin der Weise, der weite Wege zieht, Ich aber bin auch der Bose, der dem Kinde nach dem ßeLen trachtet.

Wo ist der König? so rufe ich, Uno weiß nicht, geye ich aus. Ihn zu suchen, anzubeten, ihn zu morden? Dunkel ift das Gefilde meiner Seele. O sende, sende Deinen Stern, Daß er mich führe zu der Wiege der Wunder Gottes» meines Herrn.

Gerh. Paul. j

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Im Kerzenglanz des Weihnachtsbaums.