Fuldaer Land und Aachbargeviet
— horas uei Fulda Der Mannergesangverein „Eintracht" 1886 begeht am 2. W e i h n a ch t s- feiertage, abends 7.30 Uhr im Dietrich'schen Saale sein 4 6. Stistungssest, verbunden mit Theater- aussührung und Gejangsoorträgen. Zur Aufführung gelangt das oieraktize Schauspiel „Die Spieluhr im ©lob kenturm" o. Siber. Neben Weihnachlschören non Prae- torius. Kämpf, Gebhard gelangt eine neue Chorkampo- fition L. Baumanns, der Kunstchor „Bodensee", zur Ausführung (Siehe Anzeige.)
— Oberbimbach (ftt. Fulda). Man schreibt uns: Soeben kommt aus Eisenach die Nachricht ein, mit welch freudigem Dank dort die Sendung von Kartoffeln in bet letzten Woche entgegengenommen wurde. Schon im Lause des Jahres hat sich die Pfarrei Oberbimbach wiederholt als opferwillig gezeigt, so, als das Landratsamt rief, als ein Kloster um Brennmaterial anklopfte und der Caritasverband im Herbste noch besonders bringens bat. Jede Familie steuerte nach ihren Verhältnissen bei. Man glaubte, nun sei es mit den größeren Sammlungen vorbei. Da drang noch der flehende Hilferuf aus Eisenach nach hier. Die Diasporagemeinde darf man nicht im Stiche lassen! Darum wurde noch eine Sammlung mit dem schönsten Ergebnis durchgeführt. Wien Spendern und Hellern ein herzliches „Vergelt's Sott".
— Oberbimbach (Kr. Fulda). Man schreibt uns: M 13. Dezember sand hier die Gründung eines katholischen Jungmännervereins statt. In jer Nachmittagsandacht begeisterte der hochw. Herr biözesanpräses, Kuratus Kind-Marborn, für die kcttho- .sche Jungmännerorganisation. Es folgte sodann die Sründuiigsversammlung im Weitzmiilier'schen Saale. Noc., .uiftlärenbcn Referaten, des Diözesanpräses Kind und .es Diözcfanleitcrs Gesang trat die hier bestehende DJK geschlossen dem Verein bei. Auch noch einige Fernstehende erklärten ihren Eintritt. Zur Derschöne- rung der Feier trug der nachbarliche Jungmännerverein Großenlüder mit seiner 'llufikabteiiurlZ erheblich bei.
— Bad Salzschlirf. Zu dem kürzlich gemeldeten Autounfall teilt uns der Führer des Kraftwagens mit, saß ihn nach Seugenau *"agen keine Schuld an dem Unfall trifft.
-- Salmünster (Kr. Schlüchtern). Manschreibtuns: Die Geschäftsstelle Salmünster des Kurhessischen Bauern-Vereins veranstaltete am 14. Dezember in Salmünster, am 15. in Ahl und am 16. Dez. in Alsberg jeweils abends eine Versammlung, deren Besuch sehr gut war. Als Redner war Herr Dipl. Landwirt Länderer aus Kassel erschienen, der das Thema: „Welche Maßnahmen erfordert die gegenwärtige Lage vom Landwirt" behandelte. Die Ausfühmn- gen befaßten sich zunächst mit der wirtschaftlichen Lage und ihren Ursachen. Besondere Bedeutung maß der Referent der richtigen Verwendung der Handelsdüngemittel bei, wobei es ihm gelang, die Landwirte davon zu überzeugen, daß auch unter den heutigen Wirtschafts- Verhältnissen ihre Verwendung noch rentabel sein tarnt. In Anbetracht ihrer Wichtigkeit wurde ausführlich auf die Kalidüngung eingegangen, deren qualitätsverbesjernde Eigenschaft 'besonders im Mittelpunkt der Ausführungen stand. An das Referat schloß sich die Vorführung landwirtschaftlicher Lehrfilme an, wovon der eine die Unkrautbekämpfung mit Hederich-Kainit zeigte. Es folgten die Filme „Ernte, eine Geschichte aus der Schwalm" und ein lustiger Trickfilm „Die verregnete Kirmes". Allgemein wurde der Wunsch laut, auch m Zukunft solche Veranstaltungen abzuhalten.
Eine Familientrngödie.
Schwiegersohn niißhandelt die Schwiegermutter. — Diese 'liebt nach einigen Tagen. — Ein Verfahren wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang ist eingeleitet.
0 Hünfeld. Einen tragischen Abschluß nahm eine Mißhandlung der Schwiegermutter durch ihren Schwiegersohn in der Gemeinde Hiinhan im Kreise Hünfeld. Wie schon öfters, so war es auch vor mehreren Tagen zwischen Schwiegersohn und Schwiegermutter zu Streitigkeiten gekommen, in deren Verlauf der Schwiegersohn seine Schwiegermutter tätlich angriff, mit einem Werkzeug erheblich verwundete und ihr u. a. blutende Verletzungen am Kopfe beibrachte. Die Heilung der Wunden nahm anfangs einen normalen Verlauf, bis sich Ende der vergangenen Woche Komplikationen einstellten und die Schwiegermutter, die 75 Jahre alte Witwe L. W an den Folgen einer eingetre* tenen Blutvergiftung am Samstag verstarb. Am Mon- lag abend erfuhr schließlich der zuständige Landjäger oon den durch den Schwiegersohn D. verübten Mißhandlungen und benachrichtigte alsbald die zuständige Staatsanwaltschaft beim Landgericht Hanau, die sofort die Beschlagnahme der Leiche anordnete und gegen den Schwiegersohn ein Verfahren wegen Körperverletzung mit tödlick-em Ausgang einleitete, sodaß sich im nächsten Jahre das Schwurgericht Hanau mit diesen Vorgängen zu beschäftigen haben wird.
Unter das Fuhrwerk geraten und getötet.
— Bebra. In der Nähe des Dorfes Binsförth kam beim Ausweichen ein Fuhrwerk ins Rutschen, wobei der Gespannführer unter die Räder des Wagens zu hegen kam und schwer verletzt wurde. Kurze Zeit später ft der Bedauernswerte seinen Verletzungen erlegen.
3m Zeichen der Selbsthilfe.
Gründung einer Molkereigenossenschaft für den kreis Schlüchtern.
u. Schlüchtern. Im Rahmen der infolge des Tiefstandes der Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse notwendigen Selbsthilfe - Maßnahmen der Bauernschaft wurde hier, nachdem entsprechende Bemühungen schon länger im Gange waren und sich auch lebhafter Befürwortung durch Landrat Dr. Müller erfreuten, zur Gründung einer Molkereigenossenschaft für den Kreis schlüchtern geschritten. Die neue Genossenschaft, für die sich in der von dem Beigeordneten der Stadt Schlüchtern, Fenner, geleiteten Gründungsversammlung sofort 60 Mitglieder einzeichneten, wird den früheren Schlüchterner Molkereibetrieb übernehmen. Die Stadt Schlüchtern ihrerseits ist stark an dem Projekt interessiert und dürfte etwa 30 Anteile übernehmen. In den Vorstand wurden berufen: Rentner Ferdinand Fenner-Schlüchtern, Landwirt Wilh. Gerlach - Hof Reith. Altbürgermeister und Landwirt Reinhold Creß-EIm. Den Aufsichtsrat bilden: Bürgermeister G a e n ß l e r-Schlüchtern, Landwirt A. Scheel-Hutten, Bürgermeister Blum-Gundhelm. Beiträge, Hafffumme und Satzungen wurden gleichzeitig erstellt und festgelegt Mit der Tätigkeit, die sich insbesondere der Frischmilchverwertung annehmen wird, soll im Frühjahr 1932 begonnen werden.
Goldene Hochzeit.
— Weichersbach (Krs. Schlüchtern). Am zweiten Weihnachtsfeiertage ist es dem Landwirt und Mühlenbesitzer Friedrich H e i l und dessen Ehefrau Anna Barbara, geb. Hölzer, vergönnt, in bester geistiger und kvr- verlicher Frische das Fest der Goldenen Hochzeit zu begehen. Der Jubilar steht im 81., die Jubilarin im 71 Lebensjahre. _______________
Aus Ittederheffen.
Z00jähriges Jubiläum der Rektoratsschule Fritzlar.
— Fritzlar. Die städtische höhere Knabenschule Fritzlar, die auf ein 300jühriges Bestehen zurückblicken kann, hielt aus Anlaß dieses Jubiläums unter stärkster Anteilnahme der Behörden, Freunde. Gönner und Eltern der Schüler eine Feier ab. Den Fcstvortrag hielt der bekannte Forscher der Fritzlarer Geschichte, Studienrat Dr L e n n a r z, der ein reichhaltiges Bild der Vergangenheit der Schule vor den Zuhörern entrollte. Bürgermeister Dr. Schnitzler überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Die Glückwünsche des Prooinzialschulkollegiums wurden von Oberftubienrat Dr. Süßmann-Kassel dargebracht.
Aus Oberhessen.
— Marburg Der Posthatter des Dörfchens Winterscheid (Kreis Ziegenhain) hatte nach und nach etwa 600 Rm. Poftgelder veruntreut. Als die Verfehlungen ans Tageslicht kamen, ersetzte er den Schaden, doch hatte er sich vor dem Strafrichter zu verantworten Das Gericht erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Da der Postverwaltung kein Schaden entstanden ist und der Posthalter nachweisbar in schwerer Not handelte, soll nach Verbüßung von zwei Monaten Strafaufschub erfolgen.
Fuhrmann von einem Auto erdrückt.
— Melsungen. Bei Altmorschen fuhr das Auto eines Bebraer Heilkundigen in einer Kurve gegen ein in gleicher Richtung fahrendes Fuhrwerk. Das Auto kam auf der glatten Straßendecke ins Rutschen und überschlug sich Hierbei wurden die Insassen und der hinter dem Fuhrwerk gehende ©espannführer von dem Wagen begraben Während die Autoitrsafsen unverletzt blieben, erlitt der Fuhrmann einen Schädelbruch und wurde a u f der Stelle getötet.
Zusammenlegung von Schuten im kreis Eschwege.
— Eschwege. Der Kreisausschuß beschloß die Zusammenlegung der Schulen Rechtebach-Friemen, Wippe- rode-Bernsdorf und Motzenrode-Hitzelrode. Damit beläuft sich die Zahl der im Kreis Eschwege abgebauten Stellen auf 5.
Von der Kasseler pädagogischen Akademie.
— Kassel. Wie wir hören, beabsichtigt der Lehrkörper der hiesigen evangelischen Pädagogischen Akademie durch eine Eingabe an das Ministerium zu erreichen, daß der jüngere Jahrgang, der Ostern 1933 seine Abgangsprüfung ablegen soll, noch das letzte Jahr seiner Ausbildung in Kassel bleiben kann Seitens der Pädagogischen Akademie ist ein stark gedrosselter Etat ausgestellt, nach dem dem Staat nur noch die Deckung der persönlichen Ausgaben zugemutet wird.
— Kassel. Der Reichsrat hat beschlosien, die beim Hauptzollamt in Kassel bestehende Untersuchungsstelle für ausländisches Fleisch aufzuhe- b en. Die Untersuchungsstelle wird zum 1 Januar 1932 geschlossen. ______
Neues aus Frankfurt.
— Frankfurter Theater bleiben unverändert bestehen. Gelegentlich einer Pressebesprechung wurde von Magi- stratsseite mitgeteilt daß es zwischen Magistrat, Theater- beputation und der Leitung der beiden städtischen Bühnen zu einer Uebereintunft gekommen ist, wonach der städtische Zuschuß der noch 1929 3.1 Millionen Mark betrug, tm kaufenden Jahre auf mindestens 1.4 Millionen Mark gesenkt wird. Dadurch wird es möglich, sowohl das Schauspielhaus als auch das Opernhaus in unveränderter Weise fortzuführen Die Gagen find allerdings teilweise bis zu 50 Prozent herabgesetzt worden. Mit Rücksicht auf das Goethejahr und das Sän- gerbunbesfeft werben 1932 bie Theaterferien ausfallen, so daß beibe Häuser auch in ben Monaten Juli und August offen fein werden.
— Aus Liebeskummer in den Tod. Als morgens Angestellte ein Friseurgeschäft am Peterstor öffneten, fanden sie in einer Sabine auf dem Boden liegend die 22jährige Kontoristin Emilie D. tot vor. Der Raum war völlig mit Gas gefüllt. Da das Mädchen am Kopf eine Verletzung hatte, wurde die Mordkommission alarmiert, die jedoch feststellte, daß ein Verbrechen nicht vorlag. Der Besitzer des Ladens, mit dem die D. ein Verhältnis hatte, weilte am Sonntag im Taunus. Zuvor hatte er mit feiner Braut eine Auseinandersetzung, weil er nicht in die von dem Mädchen gewünschte Verlobung einwilligen wollte. Da es in letzter Zeit zwischen den beiden wiederhott zu Unstimmigkeiten gekommen war, scheint bas Mädchen sich entschlossen zu haben, freiwillig aus dem Sehen zu scheiden. Es kam am Sonntagmittag in den Laden, als die Mutter des Inhabers dort anwesend war. Später entfernte sich die Frau und ließ das Mädchen allein zurück, das dann die Gashähne öffnete und so ums Leben kam.
— Vergiftung durch Kakteen? Vor einigen Tagen verstarb im Stadtteil Schwanheim die Gattin eines Ma- giftratsrates an Blutvergiftung, die sie sich bei der Blumenpflege durch den Sttch einer Stachel von Kakteen zugezogen haben sollte. — Dazu erfahren wir von fachmännischer Seite: Es ist ausgeschlossen, daß sich jemand durch Sen Stich eines Kakteen-Stachels unmittelbar eine Vergiftung zuzieht, da sämtliche mit Stacheln ausgerüsteten Kakteen vollkommen giftfrei sind. Nur einige Arten von Kakteen, bie aber keine Stacheln haben, enthalten Gifte, die aber im menschlichen Blute, wenn sie auf irgend eine Art in dieses gelangen, nicht wirken. — Bei der Blutvergiftung der genannten Frau kann es sich nur um eine sekundäre Infektion handeln, also um Vergiftungsersckeinungen, die erst später, und zwar durch den Eintritt giftiger Stoffe in die offene Wunde wirksam werden. _____________
wegen Mißhandlung seiner Sinder verurteilt.
— Wiesbaden. Ein wahres Martyrium hatten die Kinder des Bauhilfsarbeiters Philipp Dillitz in Fraien- ftein durchzumachen Die vier Kinder im Alter von 3/4 Jahren bis neun Monaten wurden von Dillitz in barbarischer Weise geschlagen, getreten und mißhandelt. Ohne alle Ursache oder aus ganz geringfügigem Anlaß wurden sie rot und blau geschlagen. Die Körper der Kleinen zeigten Striemen, blutunterlaufene Stellen und kleine Wunden. Der jähzornige Dillitz. der auch feine Frau mißhandelte, stand jetzt wegen fortgesetzter Mißhandlung seiner Kinder vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte hat aus seiner ersten Che zwei Kinder, die zweite Frau brachte ein Kind in die Ehe und ein Kind ist in der Ehe geboren. Sie Mißhandlung dieses damals vier, jetzt neun Monate alten Bübchens, mit dem die Mutter, als es blau geschlagen war, zum Arzt eilte, war der Anlaß zum Einschreiten der Behörden. Das Gericht verurteilte das Scheusal von Vater zu sechsMonaten Gefängnis. Drei Monate soll er verbüßen, der Rest ihm bedingt erlassen werden, wenn er sich fortan keinerlei Straftaten, insbesondere keine neueren Mißhandlungen feiner Kinder zuschulden kommen läßt. Ferner wurde ihm sofortige Verhaftung angebroht. falls er bie Kinder wieder in dieser brutalen Weise schlägt.
So schlimm wirb es nicht werden.
— Wiesbaden. Unter der Spitzmarke „Bildet Schutzwachen!" schreibt die „Rheiniscke Volkszeitung": „Es sind von bolschewistischer Seife Ordres ergangen, bie katholischen kirchlichen Weihnachtsfeiern zu stören. Man wird auch versuchen. in den überfüllten Gotteshäusern durch irgendeinen Ruf ober Schrei eine Panik unter den Andächtigen hervorzurufen. Es erscheint angebracht, mit Hilfe zuverlässiger Personen Vorkehrungen zu treffen, um Ruhestörungen beim Gottesdienst zu verhüten."
Freistaat Hessen.
Von einem stürzenden Baum erschlagen.
— Alsfeld. Bei dem Nachbarorte Ruhlkirchen wurde der von dort stammende 21 Jahre alte Schneider Karl Dippel, als er in Gemeinschaft mit anderen jungen Leuten mit der Herrichtung eines Sportplatzes in der Nähe des Dorfes beschäftigt war. von einem von einer 3 Meter hohen Anhöhe herabstürzenden Baumstamm getroffen und zur Seite geschleudert, wobei er mit dem Kopf gegen einen eisernen Feldbahnwagen !chlug. Die Verletzungen bur chden Baumstamm und den überaus schweren Anprall gegen die Feldbahn waren so ichwer daß der bedauernswerte junge Mann auf der stelle den Tod fand.
Die Viehhändler boykottieren den Gießener Viehmarkt.
— Gießen. Der von den Vertretern der Viehhandels- Drganifationen empfohlene Boykott des Gießener Bieh-
marktes durch den Biehhandel trat am Dienstag in vollem Umfange in Erscheinung. Es war nidjt ein einziges Stück Vieh zum Verkauf angetrie- ben. Der Viehhandel hat zunächst auf die Ausübung feines Gewerbes verzichtet, andere Märkte aber noch nicht befahren.
— Gieße«. Der städtische Finanzausschuß hat sowohl ben kommunistischen Antrag, wie die beiden sozialdemokratischen Anträge betr. Gewährung einer Winterhilfe abgelehnt, da die Mittel hierfür nicht zu beschaffen sind.
— Laubach. Der vor einigen Tagen bei Holzfäller- arbeiten in den großen Waldungen zwischen Laubach und Schotten von einem stürzenden Baumstamm zu Boden geschlagene Arbeiter Wilhelm Böcher aus Groterskirchen ist im Laubacher Krankenhaus, wohin man ihn mit einem Schädelbruch und Gehirnblutung gebracht hatte, feinen schweren Verletzungen erlegen.
Erfolgloser Ueberfall auf ein« Stattouskasse.
— Darmstadt. Ein vermummter Mann drang abends in den Kassenraum der Station Wolfskehlen em und verlangte von dem diensttuenden Beamten unter Vorhalten eines Revolvers di« Herausgabe des Geldes. Der Beamte setzte sich aber zur Wehr und schlug dem Räuber die Waffe aus der Hand. Darauf machte sich der Räuber schleunigst aus dem Staube.
Der 3unge soll „Theresia" heitzen.
Die Behörde beanstandet den Namen. — Der Vater klagt. — Das Gericht entscheidet gegen den eigensinnigen Vater.
— Darmstadt. Das Oberlandesgericht Darmstadt hat sich grundsätzlich zu der Frage der Vornamen- G e b u n g geäußert. Ein hessischer Standesbeamter hatte nämlich für einen Knaben die beantragten Vornamen Ludwig Aloysius Theresia eingetragen Der letzte Beivorname wurde beanstandet und auf eine Verfügung des Amtsgerichts hin bie Löschung die- fes Namens beschlossen. Die sofortige Beschwerde bes Vaters wurde vom Landgericht zurückgewiefen und die sofortige weitere Beschwerde auch vom Oberlandesgericht verworfen. Die letzte Instanz hat erklärt, besondere gesetzliche Vorschriften über die Vornamen beständen nicht. Im allgemeinen fei Gewohnheitsrecht maßgebend. Anstößige oder sinnlose Vornamen seien nicht eintragsfähig. Der Vorname solle die Unterscheidung der einzelnen Träger des gleichen Familiennamens ermöglichen, wie auch deren Geschlecht kennzeichnen. Daher sei allgemeine Auffassung, daß männlichen und weiblichen Personen nur die ihrem Ges-bl echt zukommenden Vornamen beizulegen seien. Als Ausnahme fei — einer im kathollchen Volksteil weit verbreiteten Sitte entgegenkommend — der Beivorname Maria auch für Knaben zugelassen Das Bestehen einer ähnlichen Uebung für andere weibliche Vornamen, z. B. Theresia, fei ebensowenig an- zuerkennen, wie die des Gebrauchs männlicher Vornamen für Mädchen. Es entstehe die Gefahr der Verwirrung, wenn etwa in der gleichen Familie Kinder beiderlei Geschlechts männliche und weibliche Vornamen nebeneinander trügen. (Man versteht nicht recht, warum der Amtsschimmel dem Vater nicht das Vergnügen gönnt, feinen Jungen Theresia zu nennen.)
— Höhr. Die neue Keramische Fachschule hier, in der Hauptstadt des Kannebäckerländchens, wurde jetzt fertiggestellt und dem Betrieb übergeben. Sie ist in ihrem ganzen Aufbau, noch mehr nach ihrer inneren Einrichtung zu urteilen, die modernste Anstatt ihrer Art.
Ein Treiber erschaffen.
Die Treibjagd während des Sonntagsgotlesdienstes.
— Hachenburg. Während einer Treibjagd in der Nähe von Kundert entlud sich das Gewehr eines Iagdgastes, des Kaufmannes Süß aus Solingen. Die volle Schrotladung drang dem 27jährigen Treiber Klöckner aus Kundert in den Unterleib und führte noch wenigen Augenblicken den Tode des jungen Mannes herbei. Der Schütze befand sich, wie die Untersuchung ergab, nicht im Besitz eines Jagdscheines. Da die Jagd zudem während des sonntäglichen Gottesdienstes ausgeübt wurde, ist gegen die Teilnehmer Anzeige erstattet worden.
Nächtliche Schießerei in Aschaffenburg.
— Aschaffenburg. Nachts war in ein Fenster in der Elisenstraße ein Schutz abgegeben worden. Der Wohnungsinhaber rief die Polizei um Hilfe. Als die Beamten die Wohnung durchsuchten, krachte von der Straße her ein zweiter Schuß, der ebenfalls in die Wohnung ging, und dessen Kugel dem einen Polizeibeamten am Kopf vorbeifuhr. Die Polizeibeamten eilten auf die Straße und nahmen zwei Personen fest, in denen sie die Täter vermuteten. Während die Beamten die beiden Seute ab führten, ging hinter ihnen ein dritter Mann nach. Ein Polizist wandte sich gegen den Unbekannten, der hierauf die Flucht ergriff. Am Dienstag- morgen wurde der Bahnassistent Weißbecker verhaftet, der als Revolverschütze in Frage kommen dürfte. Wie verlautet, sollen die Ursache der Schießerei Liebes- Händel sein.
Turnen und Sport.
Futzball an Weihnachten.
Der 1. F. C. Borussia beschert den Fuhballenthusiaften an den Feiertagen gleich zwei Wettspiele. Zwei Der- eine sind verpflichtet worden, die beide gute süddeutsche Oberliga präsentieren. Der Fußballverein 04 Würzburg, der am 25. Dezember in Fulda weilt, ist in den letzten 8 Tagen durch seinen merkwürdigen Sieg über die Spielpereinigung Fürth und feine katastrophale Niederlage (9:1) gegen den Abstiegkand'daffn, Bayern Hof, in aller Munde gewesen. Die Offenbarter Kickers, die am 27. Dezemb-r Gäste der Boruffen sind dagegen interessieren die Fuldaer Fußballer schon deshalb besonders, da in ihren Reihen der frühere Beruf« fenftürmer Peter Meid feit Jahresfrist affin ist. Borussia muß auf die Mitwirkung Kamerls verzirtten. dessen Verletzung eine länaere Schonung bedingt, dennoch glauben mir an einen Sieg der Fuldaer Mannschaft über den Würzburger Fußballverein Die letzt- Beg-anung im Sommer d Js. endigte 5'0 für Bluff'" @rtmt»riaer dürfte es schon fein, die Kickers Offenbach zu schlagen vorausgesetzt, daß der Verein uns keine ausgefmnrtene Reifevmnnschaft schickt. Beide Spiele beginnen mHHirt 2 30 Uhr. S. N.
— vom Rasensvorlverem Befersberg. Nach Ausscheiden aus der Pokalrunde und Absage mehrerer Ver- banbsfpiele war der Verein gezwungen verschiedene Sonntage zu pausieren. Der Spielleitung ist es jetzt gelungen, zwei spiefftarke Mannschaften nach Petersberg zu verpflichten. Am 25. Dez-mber weilt die 1 Mannschaft des Sportvereins Künzell in Petersberg, während am kommenden Sonntag der Turn- und Sportverein B a ch r a i n als Gast in Petersberg weilt.
Kegelsport.
vom Keglerverband Fulda.
Die Vorkämpfe für die Einzel- sowie Mannschaftsmeisterschaften auf Scheren- und Asphaltbahn sind soweit beendet. Man muß die Feststellung machen, daß die teilnehmenden Kegler gegenüber vorigem Jahre ihre geworfene Holzzahl um 20—25 Prozent verbessert haben, was besonders aus dem Grunde bemerkenswert ist. weil hier in Fulda noch sehr beschränkte Bahnverhältnisie herrschen. Der Stand der Meisterschaften ist folgender:
Einzelmeister 6 ch er e • 1 Will. Herrn. ..Seb. Sch." = 1965 Holz. 2. Heck. Ernst. „F. K." - 1880 H.. 3. Stroph, Hch. „F K." - 1879 H., 4. Schultheis. ,.F K." = 1876 H.. 5. Wohlgemuth, W., ..F. K " - 1875 H. Einzelmeister As phalt: 1. Stroph, „F. K" — 2104 H., 2. Staubach „Nrd." = 2099 H., 3. Döbel,
Bilder vom Tage.
Dr. Ernst Brandes.
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der Präsident der Landwirtfchaftskammer für die Provinz Ostpreußen, die auf Anordnung bes Staatsminifteriums aufgelöst wurde. Die Kammer hatte vor einigen tagen einen Antrag ange. nommen. in dem der Reichspräsident sowie bie Reichsregierung aufgeforbert wurden, zurückzutreten. __j
Otto h Kahn, einer der wichtigsten Bankenführer in New Pork, gab vor dem Finanzkomitee bes Senats Erklärungen über die deutsche Finanzlage ab. die größte Beachtung fanden. Kahn betonte, daß Deutschland feine Verpflichtungen erfüllen werde, und daß ein Monat weiterer Kriegsführung Amerika mehr Geld gekostet haben mürbe, als es jetzt von Deutschand zu fordern hat.
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Bedscherond Selleka Agedan, der abessinische Gesandte in Paris, beim verlassen des Reichspräsidentenpatais,
wo er dem Reichspräsidenten von Hindenburg den Dank des Kaisers Ras Tafai von Abessinien für das Geschenk Deutschlands anläßlich der Kailer- krönung überbrachte. Deutschland hatte dem Kaiser Ras Tafart zur Krönung eine Staatskarosse geschickt.
Arno, „Un. 02" - 2057 H., 4. Falles „Un. 02" ---! 2056 H., Weißmüller „Nrd." --- 2056 H.
Mannschaften-Schere: 1. Feuchte Kugel =a 9384 H., 2. Sebastian-Schieber — 9191 H., 3. „Nord» end" - 8953 H., 4. „Union 02" = 8935 H., 5. „Rot. weiß 8261 H. Asphalt: 1. „Union 02" = 10 343 H„ 2. Feuchte Kugel 10 201. 3. Nordend - 9 867, 4. Seb. Schieber = 9 699, 5. Rot-Weiß - 9 328.
Der Endkampf (200 Kugeln jeder Kegler) beginnt Mitte Januar. Man kann hiebei mit sehr spannenden Kämpfen zwischen den einzelnen Meisterschastsanwär» tern rechnen. St.
Motorsport.
Eineu neuen Motorboot-Weltrekord
für die unbeschränkte Klasse der Außenbordboote stellte der Engländer Harrison mit 89,043 St.-Kim. bei Cowes, in der Bucht von Solent, auf und eroberte damit den Weitrekord für England zurück, nachdem seit Mai dieses Jahres die Höchstleistung mit 87,160 St.-KInr. tm Besitz des Italieners DN---0 war.
Vom Rundfunk.
— wann spricht der Herr Reichspräsident? Bisher ist den Hörern des Südwefffunks der Reichspräsident nur als Sprecher bei den verschiedenen Rheinland-Feiern gegenübergetreten. In der Silvesternacht tritt zum ersten Male der Reichspräsident vor das Mikrophon des Berliner Senders, um üb er alle deutfchen Sender zum deutschen Volk zu sprechen. Die Veranstaltung findet 21.30 Uhr statt.
Tarifwesen.
Entscheidung in r die deutsche
kaliZndustrie.
rotb halle. 23 Dez lEio Meld.) Der Sonder» 'chlirtter für die deutsche Kali-Jndultrie entschied daß die Sätze der bisherigen Pnhntafel ab 1 Januar u m 15 Pro z. gekürzt werden Die Kürznua erstreckt sich nirtt auf Leistungsprämien. Zulagen und feste Son» derzuschläge.
berliner Devisenkurse
19 Dezember
Geld
Bnel
\ewyork
4,2*9
»,217
Brüssel
58, 9
»8.71
'lolland
'69 43
169,77
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14,18
14,22
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16,f 8
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35,74
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Wien
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22 Dezember Geld Brie!
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49,95 60,05