stldaerZeitung
Anzeiger für die Stabt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblalk.
Wrg. 58
Sonntag, 13. Dezember 1931
Nr. 288
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Am Leben und Sterben.
Man kann nicht laut genug warnen vor dem giftigen Gedanken, der von gewisser Seite geflissentlich genährt, das; es doch nicht mehr schlimmer kommen könne, als es sei, und daß es deshalb einerlei sei, ob man jetzt alles zusammenschlage. Dieser Gedanke ist ein s e l b st m ö r d e r i s ch e r Gedanke. Denn es kann wirklich noch schlimmer kommen, als es ist. Der Armut nach unten sind keine Grenzen gesetzt, wenn das Volk seinen Staat und seine Wirtschaft preisgibt, katastrophal würden die Dinge erst, wenn keine Unterstützungen an die Arbeitslosen ausgezahlt werden könnten, wenn im neuen Wirbel der Billionen unsere Hausfrauen wieder stundenlang Schlange stehen mützten um einen Laib Brot oder ein Viertelliter Milch, wenn unser Transportwesen zusammenbräche und der Staatsapparat stillftände, wenn der Bürgerkrieg durch die Straßen unserer Städte und die Dörfer unseres Landes raste. Das wäre der Zusammenbruch. Und den wollen wir nicht. Niemals und unter keinen Umständen. Deshalb mußte die Regierung Brüning handeln.
Eine furchtbare Verantwortung nehmen aber diejenigen auf sich, die die erste innere Reaktion gegenüber der rettenden Unbarmherzigkeit der Regierung, dem deutschen Volke die 3 H u- sionen zu nehmen, aufs neue das hartgeprüfte Volk in Illusionen hineinjagen und. statt die seelischen Wunden zu schließen, aufs neue ätzende Lauge darübergießen. „Wenn die deutsche Politik der Versuchung nachgeben würde, die Leiden der Gegenwart durch Steigerung unklarer Gefühle und durch Herausstellung unerreichbarer Ziele zu heilen, so würde es mit Deutschland zu Ende gehen. Für jeden, der in der Verzweiflung solchen Zielen nachjagk, muß ein schreckliches Erwachen kommen", betonte der Reichskanzler in seiner Rundfunkansprache. Diese seine Worte sind nur zu wahr. Und wie bas Ende aussehen würde, wie das schreckliche Erwachen sein würde,
haben wir oben gesagt. Deshalb bedeutet diese Notverordnung, die die letzten Konsequenzen aus unserer Lage zieht und wie ein erhellender Blitz wirkt, der plötzlich zeigt, wo wir in der Finsternis stehen, den Beginn des Endkampfes zwischen sachlicher nationaler Verantwortung und tllu- sionärer, antinationaler hemmungslo- s i g k ei t.
Daß der Reichskanzler in seiner Rundfunkrede diesen Entscheidungskampf, bei dem es um deutsches Leben und deutsches Sterben geht, mit geballter Energie ausgenommen hak, wirkte befreiend. Viele begannen bereits an ihm zu verzweifeln, weil sie sich sagten, daß alle sachliche Arbeit doch nichts nütze, wenn der Kanzler durch Vergraben in diese sachliche Arbeit die Verbindung mit dem Volke verlöre und widerstandslos das Feld denen räumte, die es zertrampeln würden. Dr. Brüning hat denen, die so dachten, in seiner Rundfunk- rede den Beweis geliefert, daß er trotz und alledem der Kämpfer ist, der keine Position preisgibt, der unter keinen Umständen das nationale Rek- tungswerk durch „nationale" Schreier, die nicht wissen, was sie tun, gefährden lassen wird. .»Reichspräsident unb Reichsregierung", so sagte Brü- n i v g in der Rundfunkrede, „verfügen allein Über bie Machtmittel bes Staates. Sie werben mit unerbittlicher Strenge, notfalls unter Verhängung bes Ausnahmezustanbes, gegen alle eingesetzt werben, bie sich unterfangen würden, in den Stunden stärkster Nervenproben den verfassungsmäßigen Gewalten in den Arm zu fallen.“ Sieget- waId ergänzte diese Worte in seiner Rede in Münster dahin, daß er sagte: „Die jetzige Regierung hak mehr Mark in den Knoche«, als das 1918 zusammengebrochene System“ Diese Worte sind klar und deutlich, ebenso wie das, was der Kanzler über die Illegalität der sogen. Legalität der nationalsozialistischen Pläne sagte.
Die WeltzolM im Zeichen der internationalen Sdjutöenregetung.
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In diesen Gebäuden entscheidet
Das Capitol in Washington, wo gegenwärtig der Kamps der Parteien um die Regelung der Schuldenfrage tobt.
sich die Zukunft des Reparationsproblems.
Oben: Das Savoy-Hotel in Basel, wo ein Sonderausschuß der B. I. 3. die deutsche Wirtschaftslage untersucht.
Unten: Die Reichsbank in Berlin, wo die internationale Bankier-Konferenz über die Verlängerung des Stillhalte-Abkommens berät.
Anläßlich des Beginns 8er Stillhaltever- handlungen in Berlin weist der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" auf die g r- gensätzlichen Auffassungen hin, die zwischen den deutschen Banken und ihren ausländischen Gläubigern bestehen, und die vielleicht ebenso schwer zu überbrücken sein würden, wie diejenigen in Basel.
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Die Vorbereitungen für die Anfang Februar beginnende Abrüstungskonferenz sind deutscherseits in vollem Gange. Angesichts der großen Bedeutung der Konferenz wird Reichskanzler Brüning persönlich die Führung der Abordnung übernehmen.
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Wie amtlich in London bestätigt wird, hat die englische Regierung an die französische Regierung eine Note gerichtet, in der sie eine Antwort auf die englischen Vorstellungen wegen der Z o l l e r höhn n g e n für englische Waren verlangt. Die Rote ist freundschaftlich gehalten. Die Antwort aus Paris wird in hiesigen diplomatischen Kreisen mit größtem Interesse erwartet.
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Die Reichstagsfraktion der D D P. hat beschlossen, den Antrag auf Einberufung des Reichstages zuzustimmen. Die Wirtschaftspartei wird gegen den kommunistischen Antrag auf jofortige
Einberufung, aber für einen Antrag auf Zusammentritt des Reichstages in der ersten Januar- Hälfte stimmen.
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Der polnische Außen Minister Z ale s- k i erstrebte bei der englischen Regierung die Unterstützung des Gedankens eines politischen Waffen st ill st andes und eines Ostlocarnos, hat jedoch wenig Verständnis gefunden.
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Auch in Frankreich nimmt die Arbeitslosigkeit ständig zu. Die Zahl der registrierten Erwerbslosen wird jetzt mit 104 000 angegeben, die der Teilerwerbslosen mit 2% Millionen Personen.
Prüfung der Reichsbank.
C. N. B. Basel, 12. Dez. (Eig. Meld.) Der beratende Sonderausschuß hat heute vormittag seine Untersuchung über die Wirtschafts- und Finanzlage Deutschlands fortgesetzt und feine Prüfung auf die Lage der Deutschen Reichsbank ausgedehnt. Die Prüfung steht auch hier im Zusammenhang mit den Feststellungen des Layton-Berichtes. Ein Vertreter der Reichsbank hat im Ausschuß eingehendes Matr- rial über die Entwicklung in den letzten Monaten vorgelegt und erläutert. Im technischen Unterausschuß gehen die statistischen Einzel- untersuchungen über die in Deutschland investieren kurzfristigen ausländischen Guthaben und die Frage
der Einkommen aus deutschen Guthaben im Auslande weiter.
Im allgemeinen besteht hier der Eindruck, daß die bisher mehr oder minder überwiegenden technischen Beratungen langsam ihrem Ende entgegengehen, daß in der kommenden Woche Fragen zur Erörterung gelangen, die die grundsätzliche Seite des Rep aratio n sprobIe - mes berühren. Es geschieht nicht ohne Absicht, wenn heute am Schlüsse der ersten Woche der Beratungen die ftanzösische Delegation durch die verschiedenem ihr zur Verfügung stehenden publizistischen Kanäle erneut den französisch en Standpunkt verkünden läßt, und es liegt auch ganz in der bisherigen französischen Linie, wenn man von französischer Sette jetzt versucht, das materielle Ergebnis der bisherigen Beratungen, das auf die Mehrzahl der Mitglieder des Ausschusses einen tiefen Eindruck gemacht hat, zu bagatellisieren. Möglicherweise wird es um die Mitte der kommenden Woche zu lebhaften und zähen Auseinandersetzungen kommen. Ans französischer Seite besteht offenbar die Absicht, die Beratungen vor Weihnachten zu unterbrechen und die Formulierung des Berichtes einer zweiten Tagung des Ausschusses zu Beginn des kommenden Jahres zu übertragen.
Leine Schuldenftreichnng.
wtb. washingkon 12. Dez. (Eig. Meld.) Reuter: Schatzsekretär Mellon sagte in einer gestern abend abgegebenen Erklärung: In keiner Anregung, die Präsident Hoover gegeben hat, ist irgendetwas erhalten, was eine Schulden st reichung einschließt. Es ist indessen Pflicht der maßgebenden Stellen, sich mit der Wirklichkeit zu befassen. Die Tatsache kann nicht unberücksichtigt bleiben, daß einige unserer Schuldner ihre vollen Zahlungen an uns nicht leisten können, ehe nicht eine erhebliche Besserung der Wirtschaftslage eingetreten ist.
In der französischen Kammer kam es im Zusammenhang mit der Aussprache über die Gesetzesvorlage über di« Hilfsaktion des Staates für die Bank von Frankreich ju stürmischen Auseinandersetzungen. Die Forderung Lavals, die Wahlsystemvorlage am nächsten Mittwoch zu behandeln, wurde gleichfalls nach lebhaften Auseinandersetzungen angenommen.
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Der Internationale Gerichtshof im Haag hat festgestellt, daß Polen nicht das Recht des Zuganges zum Danziger Hafen oder des Aufenthaltes polnischer Kriegsschiffe im Hafen besitzt.
Die fast ergebnislose Ratstagung.
Roch dem Abschluß der fast vierwöchigen Tagung des Völkerbundsrates soll der Redaktions- ousschuß mit dem Präsidenten Vriand auch weiter von Zett zu Zeit zusammentreten, um gewissermaßen die Brücke von der Pariser Tagung zur nächsten Genfer Tagung des Rates zu schlagen. Tatsächlich liegen die Dinge so, daß der Rat in der mandschurischen Streitfrage ungefähr dort wieder angelangt ist, wo er sich zu Beginn seiner Pariser Tagung befunden hat.
Die großen Pariser Nachrichtenblätter enthalten sich im wesentlichen einer Kritik über das Ergebnis der Ratstagung, während die Blätter der Rechten und Linken ohne Beschönigung ihren Mißerfolg zugeben. So sagt der sozialistische „Populaire", daß Japan sich trotz seiner Zustimmung zur Entschließung alle Freiheit hinsichtlich der Fortsetzung der Feindseligkeiten vorbehalten habe. Der „Figaro" spricht von der Ohnmacht des Völkerbundes. Seinen dreimonatigen Anstrengungen sei es nur gelungen, die Lage in der Mandschurei noch zu verschlimmern. *
Die Londoner „Times" stellt in einem Leitartikel über Mandschurei und Völkerbund fest, daß das Ansehen des Völkerbundes eine ernste Schlappe erlitten habe, da es ihm auf der Pariser Tagung an Festigkeit gefehlt habe.
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wtb. Mukde«, 12. Dez. (Eig. Meldg.). Wie verlautet, sollen die ja p a n i s ch e n Ortsbehorden ein Ultimatum vorbereiten, das auf diplomatischem Wege Tichanghsulian übermittelt werden soll und in dem sie ihn beschuldigen, die Räuber dazu zu ermuntern, mit den chinesischen Truppen zusammen vorzugehen, um den Frieden zu stören und den in der Mandschurei wohnenden Japanern Schaden an Leib und Gut zuzufügen. Die japanischen Behörden erklären, sie werden scharfe Maßnahmen ergreifen, wenn Tschanghsulian seine Truppen nicht hinter die große Mauer zurückzieht und jede militärische Tätigkeit aufgibt.
Seltener Gast.
Em Walfisch an der Ostseeküste gefangen.
totb. Hadersleben, 12. Dez. (Eig. Meld.) Im Aarösund wurde gestern ein großer Walfisch gesichtet. Fischer gelang es, das Tier von ihren Booten aus in die Haderslebener Förde zu treiben, wo es getötet werben konnte. Der Walfisch, der um Stagen in bie Ostsee gelangt sein muß, hat eine Länge von 25 Meter und ein Gewicht von schätzungsweise 10 000 Pfund, iv,■
Aus dem tzessen-Lündchen.
Die staatspolitischen „Kunstwerke" der nationalsozialistischen Arbeiterpartei. — Wo Agitations- Politik hinführt. — Kommunisten und Nationalsozialisten überbieten sich in Winterhflfe „auf dem Papier". — Das Landvolk will nun auch jedem einkommenlosen Bauer 100 Mark Winterhilfe aaszahlen. — Alles wird angenommen. — Rur weiß keiner, wo die 30 Millionen Herkommen sollen, die für die Derlung erforderlich sind. — Das Reich wirb sich hüten, Hessen dieses Geld zu geben. — Das Landvolk möchte es durch Streichung der Ausgaben für die Gießener Universität und das Darmstädter Hoftheatsr ersparen. — Endergebnis: Studienrat Dr. Werner, der neue nationalsozialistische Landtagspräsident, verkündigt Vertagung des Landtags auf unbestimmte Zeit.
Der Hessische Landtag hat in Darmstadt wieder getagt mit dem Endergebnis, daß auf Wunsch der N a t i on a l so z i a I ist e n bis zur Klärung der politischen Lage die Neuwahl des Staatspräsidenten vor der Tagesordnung abgesetzt wurde. Diese Maßnahme bringt zum Ausdruck, daß die 27-Mann- Fraktion der hessischen Nationalsozialisten, der dm Initiative für die politische Gestaltung der Dinge nach dem Ausgang der hessischen Wahl zugefallen wäre, nicht weiß, was sie machen soll. Es rächt sich jetzt, daß die nationalsozialistische Partei ganz und gar auf dem Agitationsbedürfnis aufgebaut ist. In Braun, schweig, das noch kleiner ist als Hessen, haben die Nationalsozialisten durchgesetzt, daß neben den einen, von den übrigen Parteien für genügend gehaltenen Staatsminister, noch ein zweiter gesetzt wurde. In Hessen verlangen sie u m g e« kehrt, daß nur e i n Staatsminister bestellt wird. In Hessen tun sie so, als ob für alle Beamtenstellen nur Leute brauchbar seien, die durch das Berechtigungswesen abge stempelt wären. Sie sind dort also für eine geschlossene Beamtenkaste, in die auch nicht der tüchtig st e Außenseiter hineinkommen darf. JDer Grundsatz „FreieBahn demT ü ch t i g en" soll zu Gunsten streng durchgeführter „Berechtigung", wie sie im chinesischen Mandarinentum vorgebildet ist, abgelöst werden. Da. bei haben sie in Braunschweig zum Innen- und Iustizminister den früheren V o l k s s ch u l* lehrer Klagges gemacht. Ob er auch ohne nationalsozialistisches Parteibuch für diesen Posten des Innen- und Iustizministers qualifiziert erschienen wäre? Das ist eine andere Frage, die uns wohl erst im Dritten Reich beantwortet wird.
Was aber sonst im Hessischen Landtag zu sehen und zu hören war, grenzt schon,fast ans Humoristische. Die kommunistische Opposition wollte den Erwerbslosen als Winterhilfe aus der Staats- oder wenn erreichbar aus der Reichskasse einen kräftigen Batzen zuteil werden lassen. Die Kommunisten wollten noch etwas mehr geben, und. die Nationalsozialisten wollten am meisten geben. Kostbar, aber nicht unlogisch war, daß nun auch der Landbund den Antrag gestellt hatte, den Landwirten, deren Betriebe im Jahre 1931 keinen Ertrag bringen, eine Winterb eihil^f e in Höhe von 100 Mark zu zahlen. Die. Antragsteller warfen sich gegenseitig „üble Wahlmanöver vor. Der von den Nationalsozialisten besonders wütend bekämpfte Innenminister L e u s ch n e r erklärte, niemand im Hanse. könne der Regierung den Vorwurf machen, daß sie,mit den Gemeinden zusammen nicht alles versucht habe, um noch wettere Hilfe für die Notleidenden zu schaffen. Leuschner erklärte, der Regierung sei keineswegs die Not unbekannt, die vor allen Dingen auch neben den Erwerbslosen die noch in Arbeit stehenden Bewohner berühre. Mit ufer- losen Anträgen wie denen der National- sozialisten und Kommunisten sei es jedoch nicht getan. Wenn Hessen eine Beihilfe vom Rerch verlange, so würde dies auch von anderen Ländern geschehen. Etwa eine Summe von 1 Milliarde Mark würde erforderlich fein, die das Reich nicht habe. Es sei denn, daß man wieder mit Jnslationsmaßnahmen arbeiten wolle. Man verlange von der Regierung. Weitergabe der Anträge an das Reich. Wenn derartige Anträge an den Minister des Dritten Reiches gestellt würden, wäre der Antragsteuer als Politiker erledigt. Mit diesen A n t rage n nrach e man den Erwerb slosen Illusionen, die nicht realisierbar seien. Entweder würden die Anträge wider besteres Wissen gestellt, dann trieben die Antragsteller Schind luder mit der Not des Volkes (Lebhafte Unruhe bei den Nationalsozialisten und Kommunisten) oder die Anträge würden im Ernst gestellt, dann zeigten ihre Urheber aber wenig Verständnis von der finanziellen Lage des Landes. Die Regierung werde sich durch diese Anträge nicht von ihrer Pflicht abhalten lassen, solange sie die Geschäfte noch führe.
Der Bürgermeister von Schlitz, der als Vertreter der Deutschen Volkspartei im Hessischen Landtag sitzt, Dr. N i e p o t h, stellte fest, daß es selbst Hit le r nicht gelingen werde, aus dem hessischen Volk neue 19 Millionen Mark Steuern h e r a u s z u p r e s s e n, um den Winterhilfsanträgen zu entsprechen. Er machte die Nationalsozialisten aufmerksam auf die Pflicht als stärkste Partei des Landes, jetzt an verantwortlicher Stelle zu entscheiden, ob sie Agitation ober politische Arbeit leisten wollte.
Die Landvolk- Abgeordneten wehrten sich natürlich besonders energisch gegen die Steuer« pläne der Nationalsozialisten, zu denen bekanntlich, die früheren Landvolkswähler in den evangelischen