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Fuldaer Land und Nachbargebiel

Rirsft/'chr Propaganda-Mittel.

Vorsißender der Zentrumsfraktion des Reichstags,

In einer Zeit größter wirtschaftlicher Not und politischer Bedrängnis des deutschen Volkes ruft die Zentrumspartei ihre Freunde zu einem macht­vollen Bekenntnis für die Politik Brünings auf.

Einheitlich, verantwortungsbewußt und ent­schlossen hat die Zentrumspartei ihre Kräfte einer zielbewußten Reichsregierung in entscheidungs­vollster Zeit zur Verfügung gestellt. Schweres ist vom deutschen Volke noch zu tragen.

Je mehr Zerrissenheit und Planlosigkeit im deutschen Volke die Hoffnung zu untergraben drohen, um so mehr muß es unsere Sorge sein, durch geeignete Aufklärung und Ausbau unserer Organisation unsere Reihen zu stärken und sie so als Kerntruppe für den Kampf um unsere Frei­heit und die innere Gestaltung unseres Vaterlandes nach unseren christlichen Grundsäßen in der Hand bewährter Führung zu halten.

Opfer für unsere Partei und unsere notleiden­den Brüder sind Opfer fürs Vaterland 1

Wintersonne und Höhenluft.

Von Professor Dr. Franz Müller.

Es ist eine auch von ärztlicher Seite anerkannte Erfahrungstatsache, daß eine Erholungsreise im Winter in der Hälfte der Zeit so viel "leistet wie eine Sommerreise. Die Luft an klaren Wir.ter- tagen ist staubfrei, verhältnismäßig trocken (pro Liter Atemluft geben die Lungen zwischen Ja­nuar bis März im Mittel: in Arosa 45, Davos 44, Clärens 43, Lugano 42 mg Wasser beim Aus- atmen ab.) An geschützten Orten, im Schwarz­wald, in Oberbayern, Schlesien, der Schweiz, ist das Winterklima sehr „ausgeglichen": Sonnen- und Himmelsstrahlung, ultraviolette Strahlung, Luft­feuchtigkeit und Luftelektrizität zeigen im täglichen Verlauf viel geringere Schwankungen als im Tief­land. Die Trübung der Luft in der Tiefebene, die uns gerade die chemisch wirksamsten Strahlen raubt, ist im Winter besonders niedrig. Bezeich­net man die Trübung der idealen Atmosphäre mit 1, f» ist sie im Mittel im Monat Januar in Davos 1,5, Arosa 1,34, Rietzlern, Allgäu 1,55, Taunus 1,4, Frankfurt a. M 3,6; für den europäischen Kontinent kann man als Mittelwert 2,25 ansetzen Zahlen von den Meeresküsten fehlen leider noch.

Die unsichtbaren ultraroten Wärmestruhlen wer­den von der Hautoberfläche wenig absorbiert Die hellen Strahlen durchdringen die Oberhaut und entfalten in der Tiefe größere Wärmewirkung als auf der Hautoberfläche Daher wirkt die Wärme der Sonne ganz anders auf uns als die eines Ka­chelofens. Das Kapillarblut der Haut absorbiert einen Teil der ultravioletten Strahlen, das Haupt­

große Rehbestand erheblich zurückgegangen ist. Einige Wilddiebe konnten bereits gefaßt und abgeurteilt werden. Jetzt standen wiederum zwei Einwohner aus Biedenkopf, denen Wilddieberei zur Last gelegt wurde, vor Gericht. Die Anzeige war von einem der schon früher abgeurteil­ten Wilddiebe ergangen, der inzwischen von den Jagd­pächtern als Jagdaufseher angestellt worden ist und Prä­mien für die Feststellung von Wilddieben erhält. Auf eine diesbezügliche Anfrage des Verteidigers der beiden Angeklagten antwortete der Staatsanwalt, daß sich frühere Wilddiebe als Jagdaufseher oft sehr gut bewährt hätten. Beiden Angeklagten konnte die ihnen zur Last gelegte Wilddieberei nicht be­wiesen werden. Einer der Angeklagten, in dessen Woh­nung man ein ganzes Lager von Wilddiebsflinten, Muni­tion ufw. gefunden hatte, erhiell lediglich wegen verbote­nen Waffenbesitzes 20 Mk. Geldstrafe.

Wolle, Wolle und immer wieder Wolle heißt die Po role für den Winter, insbeiondere aber für die Frauen, die Wintersport treiben. Das Wollkleidungsstück par excellence bleibt immer noch der Pullower, der sich beim Wintersport umso bester verwenden läßt, als man jetzl überall die wasserdichte Wolle bekommen kann, die das unangenehme Naßwerden durch Schnee völlig unterbin­det, dabei aber von ihren wärmenden Eigenschaften nichts eingebüßt hat.

Fabrikanten und Konfektion machen sich schon ernst hafte Gedanken über die Modefarben des kommenden Sommers. Violett und Orange in ihren verschiedenen Abschattierungen werden besonders beliebt sein, denn ein großer Teil der neuen Kollektionen ist in diesen Farben gehalten.

Wissen Sie auch schon meine Damen, daß die moder­nen Röcke wieder ganz wie stüher hinten mit Druck- knöpfen oder auch mit Haken und Schlingen gesihlosten werden? Rur arbeitet man jetzt über den Verschluß eine Falte, damit es, selbst wenn der eine oder andere Knopf nicht halten sollte, nicht ,chlitzen" kann.

Wie aus Buitenzorg (Java) berichtet wird, sind an der Ostküste Sumatras drei Polizeibeamte bei der Verfolgung von etwa 20 Banditen getötet worden. Die Polizeibehörden haben alle Maßnahmen ergriffen, um die Banditen unschädlich zu machen.

Aus Oberhessen.

Raubübersall am Hellen Tage.

— Marburg. Am Hellen Tage ereignete sich hier ein frecher Raubüberfall. Ein fremder Mann trat in ein Gemüsegeschäft auf der Ketzerbach und wollte dort etwas kaufen. Plötzlich faßte er die Frau an der Kehle und würgte sie. Ehe er sich die Kasse aneignen konnte, waren auf die Hilferufe der Frau Leute von der Straße herbei­geeilt. Trotzdem gelang es dem Täter zunächst zu ent­kommen. Er wurde verfolgt und schließlich von der Polizei festgenommen.

1 3ahr Gefängnis wegen Brandstiftung.

— Illarburg. Das Große Schöffengericht verurteilte den Landwirt Staab aus Neuenhain bei Homberg, Bez. Kastel, zu einem Jahre Gefängnis, weil er am 5. September d. I. feine Scheune nebst Stallung vorsätzlich in Brand gesteckt hatte.

Der Wilddieb als Jagdaufseher.

— Marburg. In den Wäldern um Biedenkopf wird schon seit Jahren viel gewildert, so daß der früher

Lin Dachdecker tödlich abgestürzt.

= Offenbach. Am Dienstag vormittag stürzte der Dachdecker Heinrich H o l d e r aus Bürgel vom Dach eines Hauses in der Bettinastraße. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus transportiert, wo er kurz nach der Einlieferung gestorben ist.

Neuerdings bringen die Kürschner abknöpfbare Pelz­kragen auf den Markt. Sie lassen sich ohne weiteres auf Kostüm und Mantel tragen, da sie mit wenigen Handgriffen abgeknöpft und wieder befestigt werden können.

Neues aus Frankfurt.

= Vor Antritt der Gefängnisstrafe Selbstmord verübt. Vor etwa Jahresfrist hatte der 26jähr. Gärtner K. M ö- s e r, der mit seiner Frau in Unfrieden lebte, auf diese ein Revolverattentat verübt und die Frau durch sechs Schüsse schwer verletzt. Für diese Tat erhielt Möser seinerzeit eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, die er bisher aber noch nicht verbüßt hat. Nach­dem feine Frau von ihren Verletzungen wiederhergestellt war, zog Möser mit ihr wieder zusammen. Die Ehe ge­staltete sich aber auch weiterhin sehr unglücklich, da der Ehemann sich viel mit anderen Frauen einließ. Vor kur­zem hat die Frau sich von Möser getrennt, der sich dann mit einem 19jährigen Mädchen zusammentat und mit ihm gemeinsamen Haushalt führte. In diesen Tagen erhielt Möser nun die Anforderung zur Verbüßung seiner vor Jahresfrist über ihn verhängtenGefängnisstrafe. Vor dem Strafantritt scheint er sich gescheut zu haben, denn man fanb ihn, der seit einiger Zeit arbeitslos war, in seiner Wohnung in Oberrad durch Gas vergiftet tot auf. Das Mädchen war gleichfalls bewußtlos und wurde dem Krankenhaus zugeführt. Beide hatten die Gashähne des Schlafzimmers geöffnet, um so gemeinsam aus dem Le­ben zu scheiden.

— Die Gefahren der Straße. — Zwei Todesopfer. Em junger Mann wollte in der Bremerstraße mit seinem Fahrrad einen Straßenbahnwagen überholen. Dabei stieß er mit dem Wagen zusammen und stürzte kopfüber vom Rade. Der Radfahrer erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf der Stelle starb. Im Stadtteil Höchst wurde in ber Bolongarostraße ein 60jähriger Invalide von einem Lastkraftwagen angefahren und schwer verletzt. Der Ver­unglückte wurde von der Rettungswache ins Höchster Krankenhaus gebracht, wo er gestorben ist.

* Deutscher Student aus Straßburg ausgeroie- sen. Aus Straßburg wird gemeldet: Die Polizei hat den deutschen Studenten Hans Hartmann aus­gewiesen, der angeblich unter den Straßburger Studenten deutsche Propagandaschriften verteilt haben soll. Man behaupte, daß Hartmann im Auftrage von Dr. Ern st, dem Herausgeber der „Elsaß-Lothringischen Heimatstimmen", gehandelt habe. ____

erregbar ist, wenn die Haut sich entzündet und auch dadurch der Schlaf gestört ist. Trainierte Sports­leute brauchen immer einige Tage der Akklimati­sation, um ihre Höchstleistung wieder zu erreichen. Das war die Ursache des Versagens einer deutschen Mannschaft bei Wettkämpfen in Davos. Dian akklimatisiert sich aber schnell an Höhe und Wi i- terstrahlung. Die Bräunung der Haut, die von ganz engen, nur 13 millionstel Millimeter in der Wellenlänge unterschiedenenStrahlen erzeugt wird, ist schon ein Anpassungsvorgang. Das braune Pig­ment schützt die tieferen Hautschichten vor Schädi­gung durch eindringende ultraviolette Strahlen. Darum sollen Menschen mit empfindlicher Haut sie in den ersten Tagen durch eine dunkelrötliche Salbe schützen. Wer es verträgt, suche zwecks schnellster Erholung im Winter große Höhen (über 1200 Meter) auf, aber die um 1000 Meter hoch gelege­nen Orte unseres Mittelgebirges leisten oft das gleiche. Auch am Meeresstrande stt das Winter­klima besonders erholsam, strahlenreich und viel­leicht mehr als im Gebirge beruhigend. Da der Tag im Winter erst relativ spät anfängt, kann man morgens ausschlafen und wird sich auch da­durch ost besser und intensiver erholen als auf einer Sommerreise, bei der man, um recht viel „abzu­machen", mit Morgengrauen aus dem Bett kriecht.

So wird eine Fabrik angeprangert, die nicht ihr Pensum schafft.

Die Sowjetbehörden benutzen alle Mittel der modernen Vetriebspropaganda, um den Fünf­jahresplan zu verwirklichen. Für gute Leistungen werden besondere Auszeichnungen verliehen, Fa­briken jedoch, die in ihrer Produktion hinter dem im Fünfjahresplan aufgestellten Quantum Zurück­bleiben, erhalten ein riesiges Plakat an die Fassade geheftet, das „Wappen des Kamels".

pigment neben ihnen auch die längeren sichtbaren. So stellen die gebräunten Hautschichten einen „Wärmeakkumulator" („von Schrötter") dar. Wir fühlen uns trotz intensiver Kälte warm.

In der klaren, kalten, trockenen Luft eines Wintertages ist die Atmung leicht und meist ver­tieft. Die Kälte bewirkt, um die Körperwärme kon­stant zu erhalten, im Stoffwechsel.Steigerung der Verbrennungsprozesse und damit Zunahme des Appetits, auch ohne stärkere körperlick)e Anstren­gung. In der bestrahlten Haut besteht bei wei­ten Kapillaren (Haargefäßen), schnellere Blutströ- mung als sonst. Außerdem dürften, ähnlich wie bei Hautverbrennungen durch Feuer, bei der Strah­lenwirkung eines Wintertages, die, wie gesagt, schnell zur Bräunung der Haut führt, Zellzerfalls­produkte in der Haut oder in den tieferen Körper­gebieten entstehen und zum mindesten mit die Ur­sache der allgemeinen nervösen „Umstimmung" fein, die wir an uns wahrnehmen.

Den veränderten äußeren Bedingungen muß die Kleidung und die Ausrüstung beim Wintersport Rechnung tragen. Die Kleidung muß möglichst po­rös, leicht, dabei warm genug sein. Das Gepäck für Skitouren trägt man im Rucksack, der die Kom­bination von Strahlenfülle und Höhenluft, zumal wenn eine Schneedecke die Strahlen fast restlos reflektiert, einen für den Tieflandbewohner zu­nächst ungewohnten und oft zu starken Reiz aus­übt. Wenn man sich in einem Winterkurort in den ersten Tagen zu lange im Freien in der Sonne aufhält, oder gar sofort mit dem Sport anfängt, so kann man sich nicht wundern, wenn man nachts infolge Herzklopfens nicht schlafen kann, wenn man

Neue Bücher.

Wein Postbuch. Was jeher vom Post- und Telegra­phenverkehr wissen muß. Von Postinspektor Paul Haupt. Verlag W i l h. S t o l l f u ß, Bonn. P.-Sch.Kto. 76183, Köln. Preis Mk. 1.25. Ein solch praktisches Postbuch hat bisher gefehlt. Gebührentarife uni) Verfandvorfchrif- ten für In- und Ausland, kurz, alles das, was jeher vom Postverkehr wissen muh, hat ber sachkundige Her- ausgeber in leicht verständlicher Form dargelegt. Das Neue aber an dieser Schrift ist die übersichtliche Anordnung des Stoffes. Durch die alphabetische Reihenfolge nach Schlagworten wird es jedem Benutzer beim Versand viel Zeit und Verdruß, sowie oft auch Gebühren ersparen. Das Bändchen, in dem die neuesten Slenherungen berück­sichtigt sind, gehört in das Büro jedes Erwerbszweiges, in jä>es Haus. Die Sammlung „Hilf dir selbst", in der auch diese Schrift erschien, ist um eine nutzbringende Er­weiterung bereichert worden.

Neuer Alugzeug-Rekord.

Der erste geschlossene Streckenflug Frankfurt—Per- lin im schwanzlosen Flugzeug. — Eine Rekord­leistung des Fliegers Groenhoff.

Der bekannte Frankfurter Segelflieger G r o en- h o f f startete am Dienstag mittag 2 Uhr mit ei­nem schwanzlosen Flugzeug in Richtung Berlin mit einem glatten Abflug vom Frankfurter Flug­hafen aus. Seine Absicht war, die Bedingungen eines von einem Berliner Verlag ausgesetzten Preises, der seit zwei Jahren läuft, zu erfüllen, die das Durchfliegen einer Mindeststrecke von 300 Kilometer vorsah. Groenhoff hat sich vor einiger Zeit auf der Wasserkuppe selbst eine schwanz­lose Maschine gebaut, die mit einem Motor von nur 20 PS. ausgestattet ist. Im Gegensatz zu dec sogenannten Köhl-Maschine handelt es sich um einen Storchhochdecker. Der Flug dauerte 1 Stunde 55 Minuten. Groen­hoff landete wohlbehalten auf dem Berliner Flug­hafen. Es handelt sich bei diesem Flug um den ersten geschlossenen Streckenflug. Die seinerzeitige Ueberführung der Koehl-Maschine benötigte be­kanntlich zwei Unterbrechungen.

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Der amerikanische Hauptmann Hanaks legte in seinem Flug.zeug die 728 Kilometer lange Strecke C l e v e l a n d (Ohio) — New Port mit einer Durchschnitts geschwindigkeit von 411 Stundenkilometern zurück und hat damit einen neuen Flugzeug - Schnelligkeitsrekord ausge­stellt..

kleine Randbemerkungen zur Mode.

Von Berta Segura- Wien.

Mit ber Vorherrschaft ber bunten Wäsche scheint es vorbei zu sein. Weiße Leinenwäsche ist wieher stark im Kommen. Außerorhentlich schöne Kollektionen wer­ben von ben Fabrikanten vorgelegt. Der letzte Mode- schrei ist cremefarbene Leibwäsche mit schwarzen Spit­zen zusammengearbeitet.

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Die Strümpfe finb in ben letzten Wochen noch bunt- ler geworben. Braun, insbesondere negerfarben, wirb gerne getragen. Der schwarze Strumpf scheint ebenfalls wieher feinen Weg machen zu wollen, was mancher Frau nicht unwlllkommen fein bürste, hie noch Vor­räte an Strümpfen biefer Art ihr eigen nennt.

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Auch ber Schleier feiert fröhliche Auferstehung. Man sieht ihn schon überall, halblang unb lang, zu Hüten unb zu Kappen getragen. Alles schon einmal bageroe» fen, auch in ber Mode.

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Eine sehr praktische Neuheit haben bie Fabrikanten von Leib- unb Hüfthaltern auf ben Markt gebracht, inbem sie ben Reißverschluß auch an biesen, vielen Frauen unentbehrlichen Kleidungsstücken, anbringen ließen.

Mndkhorskbund &).

Alle für bie Zeit bis zum 3. Januar 1932 vor­gesehenen öffentliche» Versammlungen, vor allem bie Versammlungen in Großenlüder, müssen wegen ber Verordnung der Reichsregierung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Wie wird das Wetter?

Ueber dem mitteleuropäischen Festland erstreckt sich ein Hochdruckrücken von West nach Ost, in dessen Bereich meist heiteres Wetter herrscht, lieber ber Ostsee entwickelt sich aber ein liefbrutfgebiet, bas hort lebhafte Nieder­schläge bringt unb eine schmale Zone, innerhalb deren Regen fällt, weit nach Südwesten erstreckt. Diese Zone wird auf ihrer Ostwärtswanderung unser Gebiet voraus- sichlich berühren, so daß mindestens nördlich her Main­linie Nebel unb später auch Bewölkung unb Niederschläge wahrscheinlich sind Danach dürfte aber bald wieder Auf- klaren unb Nachlassen der Niederschläge einsetzen.

Witterungsausfichten für Donnerstag: Bei Luftzu­fuhr aus West verhältnismäßig mildes Wetter mit zeit­weiliger Aufheiterung. j

Wissenschaft und Forschung.

— Neuer Vizekanzler des Ordens Pour le werile für Wissenschaft unb Künste. Nach dem Ableben des Zweiten Vizekanzlers U. v. W i la m o w i tz-M o e l l e n d o r f f ist von den Ordensrittern der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Heinrich Lüders, derzeit Rektor der Uni­versität Berlin, zum Zwesten Vizekanzler gewählt wor­den.

Eine Versammlung des Winothorstbundes in Großentaft.

= Großentaft (Kr. Hünfeld). Man schreibt uns: Lhlrmglocken läuten! Katholische Jugend ist erwacht und marschiert auf zur Einheitsfront für unseren Reichs­kanzler Brüning! — „Und wenn die Gegner des deut­schen Dolksstaates losschlagen wollen, dann werden wir auch noch da sein und unseren Mann stellen." — Am letzten Sonntage waren bie Einwohner unseres Dorfes, unb besonders Jungvolk zu einem politischen Abend der Aufklärung und der Zielsetzung eingelaben. Unsere Ju­gend verstand ben Ruf, der an sie erging, voll be­müht ber Pflichten, die ihr, ber deutschen, republikani­schen Jugend, obliegen. Sie erschien mit dem kriti­schen Auge des heutigen Kampfbeöbachters, der sich nicht hurcb. i>ie noch so klug angelegte Tarnung des Feindes täuschen läßt. Und so konnten die Redner zu einer zweihundertköpfigen Menge sprechen, die zwar nicht mit dem stürmischen, überschäumenden Beifall ver­hetzter Massen die sinnvollen Worte aufnahmen, son­dern mit der wohlwollenden Gelassenheit unseres boden­ständigen «Bauerntums; aber sie klingen noch in den Herzen und werden vielfältige Frucht bringen! — Der erste Redner, ber Fuldaer Windthorstbundführer, sprach zu uns wie ein wahrer Jugendführer, der sich mit uns verbunden fühlt. Er setzte sich in verständiger Weise mit ben Fragen ber Vor- und Nachkriegspolitik und unserer Zukunftsaufgaben auseinander, unb scheute sich nicht, Verfehlungen unb Mängeln, die sich gezeigt haben und an denen wir noch heute zu tragen haben, mit dem rechten Namen zu nennen. Auch wies er energisch bie Vorwürfe zurück, als wenn das Zen- trum die Schuld an unserer Volksnot trage, ja so­gar bewußt auf den Zusammenbruch hingearbeitet habe, um die Macht zu erlangen; er sprach es auch für gemeingefährlich an, wenn verantwortungslose Ver- leumbungen und Hetzereien auch heute noch verbreitet werden können und dürfen. — Der zweite Redner, Bundesbruder Schmitt, sprach über das recht zeit­gemäße Thema: Unsere Wirtschastsnot, Ursachen und Auswirkungen. — In reichlichem Maße war Zeit unb Stoff 'zu erläuternder Diskussion gegeben, bie — auch aus den Reihen ber Jugendlichen — lebhaft benutzt wurde. Die beiden Redner gaben erschöpfende Ant­wort und konnten so viel zur Klärung des politischen Wollens und Denkens in unserer Gemeinde beitragen. Bb. Schmitt, der packende Schlußworte an uns richtete, faßte die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal zu­sammen: .Wir bekennen uns zur Realpoli­tik Brünings, die, aufgebaut auf der christlichen Weltanschauung, sich nach ben ewigen Sittengesetzen richtet, und die die größte und sicherste Gewähr gibt für Errettung aus Not und Wirrnissen.

Der „Runkeler Rote" tot.

= Runkel a. L. Fast siebenhundert Jahre erscholl der Ruhm des Runkeler Roten, dieses burgunderähn­lichen purpurfarbenen Rebensaftes von den Lahn­bergen, durch das Land. Von Jahr zu Jähr wurde die Anbaustäche, bie ben Neuwieder Fürsten zu eigen war, geringer. Nur die „Wissenden" wußten in ben letzten Jahren noch, wo man biesen edelsten ber Lahn­weine verzapfte. Der harte Winter von 1928 auf 29 fügte ben Stöcken auf dem zuletzt nur noch sieben bis acht Morgen großen Weinberge derart schweren Scha­den zu, daß man jetzt auch die letzte Anbaufläche auf- gegeben hat. Der Runkeler Rote ist tot! Von ihm lagern nur noch einige winzige Reste in ben tiefen Kellern ber hiesigen Schloßkellerei, und diese sollen nur bevorzugten Gästen kredenzt werden.

Jagdpacht um fast die Hälfte gesenkt.

— Nassau (Lahn). In her Gemeinde Hömberg hatten die Pächter her Gemeindejagd gegenüber dem bis­herigen Pachtpreis von 1500 Mk. ein Angebot von 1000 Mk. gemacht, worauf bie Gemeinde nicht einging. Das von den Pächtern angerufene Jagdpachteinigungsamt in Limburg setzte nun den Pachtpreis auf 850 Mk. fest.

Unserer heutigen Stadtauflage ist ein Prospekt der Fa (Eenftal-Dtogerie Carl Pauly beigefügt, auf ben wir unsere verehrten Le er besonders aufmerksam machen.

Freistaat Hessen.

Entsetzlicher Tod an der Arbeitstelle.

— Rieber-Ingelheim. In einer hiesigen Fabrik wurde vor einigen Tagen dem 23jährigen Arbeiter Schlosser durch eine Maschine ein Bein gequetscht. Der junge Mann geriet zu seinem Unglück habet auch noch mit hem verletzten Bein in ein mit Giftstoffen angestilltes Faß. Er zog sich eine Blutvergiftung zu, die seinem Leben nach entsetzlichen Qualen nach zwei Tagen ein Ende machte.

Ein Feldhüter tot uno ausgeplündert aufgefunden.

= Alzey. Seit einigen Tagen wird der Felbschütz Zahn aus Zotzenheim vermißt. Zahn wurde nunmehr in der Nähe der Sammelabdeckerei in Wiesbach tot aufgefunden. Ob ein Unglücksfall ober ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Er- mittiungen ber Gendarmerie unb Kriminalpolizei sind im Gange. Wie bie „Rheinhessischen Volksblätter" hierzu noch melden, fehlten bei der Untersuchung ber Leiche verschiedene Wertgegenstände und jeglicher Geld­betrag. Es wird deshalb vermutet, daß ein Räuber, der wußte, daß Zahn am Tage seines Verschwindens seine Rente abgehoben hatte, den Mann überfallen und ausgeraubt hat. _________

— Gersfeld. Die Kraftpost Bischofshei m— Gersfeld wird ben Winter über nicht eingestellt.

Folgen des Pfundsturzes.

— Schmalnau (Kr. Gersfeld). Die ungünstige wirt- schastiche Lage und die in der letzten Zeit eingetretenen größeren Verluste im Auslandsgeschäft haben das in de? ganzen Rhön bekannte Holzwarengeschäft W. Schip­per zum Zusammenbruch gebracht.

Aus dem Freigericht.

' — Somborn. Der nach langer Ruhepause vor einiger Zeit wieder hervorgetretene hiesige Katholische Männer- unb Arbeite r-V e r e i n hielt am vergangenen Sonn­tag im überfüllten Saale von Witwe Gottfried Simon einen gamilienabenb ab, ber einen schönen Verlaus nahm. Nach einem schneidigen Eröffnungsmarsch ber Musikkapelle Kreis trug Moys Reus einen sinnreichen Prolog vor. Den herzlichen Begrüßungsworten des hoch- murbiger Herrn Pfarrers Bangel schloß sich ein packender Vortrag des Herrn Arbeitersekretärs Hack aus Offenbach am Main über bas christliche Familienleben an. Es folgten dann ein ernstes Duett, ein Sprechchor „Schmiede ber Zeit" betitelt, ein Klarinettsolo des Herrn Valentin Gutmann, fporlliche Darbietungen ber örtlichen D. I. K., eine Nikolausüberrafchung von Herrn Franz Fickinger' eine Ansprache des Herrn Bürgermeisters Streb, Ge­sangsvorträge von Herrn Karl Weckmann unb ein lufti­ger Einakter.

Zuschriften aus unserem Leserkreis.

Für bie hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt bie Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz vor- gefdjriebene Verantwortung.

Der Fußweg von Schweben noch dem Bahnhof Flie­den, ber von vielen Einwohnern, die täglich zur Ar­beit fahren müssen, täglich benutzt wirb, befinbet sich in einem unglaublichen Zustand. Besonders bei feuchtem Wetter sind die Fußgänger ständig in Gefahr, bis an die Waden im Schlamm zu versinken. Ganz schwierig wird die Sache, wenn man den Weg nachts passiert; die meisten müssen aber jetzt bei Dunkelheit zur Bahn gehen unb kommen erst wieder zurück, wenn es wieder Nacht ist. Nach meiner Ansicht ließen sich bie Män­gel ohne großen Kostenaufwand seitens der Gemeinde beheben. Es ergeht die Bitte an die Gemeindeverwaltung, wenigstens die schlechtesten Stellen auszubessern unb mit ber Fliebener Gemeinde wegen ber gleichzeitigen Herstellung des in der Flie- bener Gemarkung liegenden Teiles des Weges in Ver­bindung zu treten. Für den Fall, daß die Gemeinde» toertoaltung auf diese Anregung eingeht, sei schon jetzt der gebührende Dank gesagt.

(Folgt Unterschrift.)

Berliner Devisenkurse

7 Dezember

8. Dezember

Geld

Bnei

Geld

Brief

Newyork

*,209

4,217 1

4,209

4,217

Brüssel

68,49

58,61

58,49

58,61

Holland

169,68

170,02

169,93

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uondon

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13,77

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Paris

16,4<

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81,77

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Spanien

36.06

85,14

34,61

34,69

talien

21,23

21,32

21,28

21,38

Dänemark

76,67

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Norwegen

75,17

75,33

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Schweden

75,67

75,83

75,17

15,53

Prag

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12,49

12,47

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Wien

58,94

59,06

58.94

59,06

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Pbil Johannes

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Direktor ber Fuldaer