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Fuldaer Land und Rachbargebiek

Zeairums-Versammlung.

— Aus dem Biebergrund. Am Sonntag fanden in Hofbieber und in Langenbieber gut besuchte Zentrumsversammlungen statt. In Langen­bieber sprach Landtagsabgeordneter R h i e l - Fulda, in Hofbieber Reichstagsabgeordneter Dr. Crone- Münzebrock. In der Aussprache, die sich lebhaft gestaltete, zeigte es sich, daß die Wählerschaft des Ful­daer Landes der gegenwärtigen politischen Lage und ihren Forderungen volles Verständnis entgegenbringt

— Großenlüder (Krs. Fulda). Man schreibt uns: Am Sonntagabend fand hier eine sehr gut besuchte Zentrumsoersammlung statt. Herr Reichs­tagsabgeordneter Schwarz aus Frankfurt a. M. hielt ein sehr packendes, ausklärendes und die Zuhörer über­zeugendes Referat über die Wirtschaftskrise und die er­folgreiche Tätigkeit der Zentrumspartei feit dem Kriege, besonders jetzt unter Reichskanzler Brüning. Reichsten Beifall erntete der Redner. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe, Herr Bürgermeister Brühler dankte dem Abgeordneten. Eine sehr rege Aussprache setzte ein, in der manche Frage, des. kultureller und landwirtschaft­licher Art behandelt wurde. Aus der Mitte der Ju­gend, die stark vertreten war, sprach der Geselle Fer­dinand G e r k ein mutiges Wort für die Partei, zur Freude aller Anwesenden, was auch mehrfach zum Aus­druck kam. Der Iungmann, der mit noch 4 anderen jungen Leuten aus der Pfarrei an der Schulungswoche des Windthorstbundes in Fulda teilgenommen hotte, mahnte die Jugend zur politischen Schulung und for­derte sie auf, nächsten Donnerstag abend zur ersten Jungzentrumsoersammlung ins Jugendheim zu kom­men, zur Gründung einer Windthorstbund- gruppe. Zentrumsjugend Glück auf! Mit einem Hoch auf den Herrn Reichskanzler schloß die Versamm­lung.

— Künzell bei Fulda. Wie uns mitgeteilt wird, wirkte an der Ehrung für den hiesigen Herrn Bürgermeister Mackenrodt anläßlich seines 25jährigen Dienstjubi- liäums nicht die Musikkapelle Petersberg, sondern die Ka­pelle der Freiwilligen Sanitätskolonne Fulda mit.

— Kämmerzell. Nachdem, wie schon berichtet, am vorletzten Sonntag der Landtagsabgeordnete F i n k - Wiesbaden in einer namentlich von der männlichen Ju­gend gut besuchten Zentrumsoersammlung wirkungsvoll gesprochen hatte, brachte der letzte Sonntag für die Frauen und Jungfrauen der Gemeinde einen Elisa- bethabend. An Hand zahlreicher, zum Teil recht wertvoller Lichtbilder sprach P. Honoratus O. F. M. in seiner herzlichen Art von dem Wirken der großen Heili­gen und stellte St. Elisabeth den zahlreich'Erschienenen als Vorbild opferwilliger Liebe dar. Unser Herr Pfar­rer richtete in einer kleinen Ansprache die Aufmerksam­keit auf die herankommende hl. Mission. St. Nikolaus beschloß den stimmungsvollen Abend.

— Aus der Rhön. Der ungeheure Geldmangel in den wirtschaftlich schlecht gestellten Gebieten der Rhön gibt vielen Leuten Veranlassung, außerordentliche Spar­maßnahmen zu ergreifen. Ein großer Teil der Bevöl­kerung ist nicht mehr in der Lage, das monatliche Stromgeld für das elektrische Licht zu bezahlen. Vereinzelt wurden in der Rhön schon Haus- oschlüsse abgetrennt. Man kehrt zurück zum Kerzen- cht und zur Petroleumlampe. So setzt die wirtschaft­liche Not den technischen Errungenschaften ihre Grenze.

Freistaat Hessen.

Freiwilliger Arbeitsdienst bei kommunaler Rokstandsarbeit.

— Schlitz. In der jüngsten Sitzung des hiesigen Ge- einderates wies Bürgermeister Dr. N i e p o t h, der bekannte volksparteiliche Abgeordnete int Hessischen Landtag, bei einer Besprechung über kommunale Not- itandsarbeiten u. a. darauf hin, daß viele junge Leute, die meist eine Lehrzeit als Handwerker hmter sich hät­ten, infolge der Not der Zeit beschäftigungslos seien, auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen die Erwerbslosen- mterstiitzung nickst erbH^n unb heshnlb bei der Ar­beitsbeschaffung besonder« zu berücksichtigen wären Bürgermeister Dr. N i e p o t h machte dabei den Vor­schlag, bei kommunalen Notstandsarbeiten künftig dem Gedanken des freiwilligen Arbeitsdienstes näherzutre­ten, wobei es sich natürlich nur um zusätzliche und ge­meinnützige Arbeiten handeln könne, die volkswirtschaft­lich wertvoll seien und als Notstandsarbeit im bis­herigen Sinne nicht durchgeführt werden könnten Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag des Bürger­meisters grundsätzlich zu und erteilte ihm den Auftrag, in dieser Richtung zur Arbeitserschließung in Schlitz alle weiteren Schritte in die Wege zu leiten.

(Ein kleines Kind tödlich verbrüht.

— Offenbach a. 21L Am Samstag abend fiel in einer Wohnung in der Friedhofsstraße ein anderthalbjähriges Kind in einem unbewachten Augenblick in eine Bade­wanne mit heißem Wasser. Es wurde mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht, wo es bald dar­auf seinen Verletzungen erlag.

Beim Holzfällen lebensgefährlich verunglückt.

— Heppenheim (Bergstraße). Beim Holzfällen rutschte ein umgeschlagener Baum und traf einen in den 30er Jahren stehenden Holzfäller von hier, der sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, im Rücken. Der Mann wurde in hoffnungslosem Zustand in die Heidelberger Klinik gebracht.

Schlägerei bei einer Sammlung für die Winterhilfe.

— Worms. In den letzten Tagen besuchten Wagen der Wormser Winterhilfe die Ortschaften des Kreises Worms, um dort Kleidungsstücke und Lebensrnittel für die Nothilfe abzuholen. So fuhren die Wagen auch nach Kriegsheim. Während des Einsammelns kam ein dortiger Maurer mit einem Angehörigen der Sammel­aktion wegen politischer Meinungsver­schiedenheiten in Stre't rcr- kam zu einer regel­rechten Schlägerei, bei der der Maurer so schwer verletzt

wurde, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

21 000 Alk. unterschlagen und geflüchtet.

— Erbach (Rheingau). Der 23jährige Handlungsge­hilfe Hans Prinz von hier ist nach Unterschlagung von 21 000 Mk. flüchtig gegangen. Der Defraudant, der sich in Begleitung seiner Geliebten befindet, hat sich vermut­lich nach Frankfurt a. M. gewandt, um von hier aus nach Berlin weiterzufahren. Prinz war Leiter der B e- triebskrankenkasfe der Firma Rudolf Köpp u. Co. in Oestrich. Er hat den unterschlagenen Betrag der Betriebskrankenkasse entnommen. Prinz war auch Kreisleiter der NSDAP.

Neues aus Frankfurt.

— Neubau der Reichsbank. Die Reichsbank läßt au­genblicklich an der Taunusanlage einen Neubau errich­ten, der jetzt im Rohbau fertiggestellt wurde. Mit dem Innenausbau soll im Frühling begonnen werden. Zum 1 Dezember 1932 glaubt man den gewaltigen Gebäude- komplex beziehen zu können. An den umfangreichen Bauten waren jetzt monatelang mehr als 300 Frankfur­ter Arbeiter beschäftigt.

— Der Frankfurter Gemüsekrieg. Um die hohen Standgebühren in der Großmarkthalle tobt zwischen den Markthallenbesuchern und der Stadt ein heftiger Streit. Die Händler wollen nur noch die Hälfte der Gebühren bezahlen, während die Stadt die volle Summe verlangt und Repressalien bet Nichtzahlung droht. Eine Herabsetzung der Standgebühren habe die Steigerung der Bürgersteuern zur Folge, erklärt die Stadt. Nun wird aber der Großmarkthalle im nächsten Jahre ein sehr schwerer Konkurrent erstehen. Der Frankfurter Landwirtschaftliche Verein richtet auf seinem großen Ge­lände gleichfalls einen Großmarkt für den Verkauf land­wirtschaftlicher Erzeugnisse ein und hat dazu bereits die Erlaubnis des Polizeipräsidiums erhalten. Den Händ­lern und Landwirten soll hier das Standgeld auf einen außergewöhnlich niedrigen Satz herabgesetzt werden. — Hoffentlich ist bei diesem Gemüsekrieg das Publikum, wie es erfahrungsgemäß immer der Fall zu fein pflegt, der lachende Dritte.

— Einbrecher, die sich selbst verraten. In der Nacht zum Sonntag brachen Einbrecher in ein Konfektions­geschäft am Liebfrauenberg ein. Sie kleideten sich zunächst neu ein und packten bann eine Anzahl Kleider und Män-

Wmdkhorskbund Fulda).

Donnerstag, den 10. Dezember 1931,

abends 8 Uhr findet im Jugendheim zu

Großenlüder

eine Versammlung statt, zu der alle Jung' Wähler herzlich eingeladen sind. Es spricht Dr. Sauer-Fulda. Freie Aussprache

tel zusammen, um damit wieder zu verschwinden. In­zwischen war die Außentür von irgend jemand verschlos­sen worden, so daß die Diebe die Tür gewaltsam auf- brachen. Durch das Geräusch wurde eine Schupopatrouille aufmerksam, die die Einbrecher beim Verlassen des Ge­schäftslokals in Empfang nahm. Die Kriminalpolizei ist damit beschäftigt, die Personalien der Einbrecher festzu­stellen.

— Sechs Einbrecher verschleppen einen Geldschrank. Das Zweiggeschäft der Lebensmittelgroßhandlung von Latscha in der Oppenheimer Landstraße wurde in der Nacht zum Samstag von sechs Einbrechern heimgesucht. Die Kerle drangen in die Geschäftsräume ein und holten aus diesen den sechs Zentner schweren eisernen Geld- schrank heraus. Che sie an den Weitertransport des Schrankes gingen, aßen sie einen Schinken und tranken dazu eine Anzahl Flaschen Wein. Nach den vorgefun­denen sechs benutzten Messern und Gabeln nimmt man an, daß an dem Einbruch sechs Personen beteiligt wa­ren. Dann fuhren die Leute den Schrank auf einem gestohlenen Drückkarren nach einem Acker an der Mör- felder Landstraße und zertrümmerten hier den Schrank. Aus ihm erbeuteten sie mehrere tausend Mark, einige tausend Rabattmarken und die Geschäftspapiere. — Der zertrümmerte Schrank wurde Sonntag stütz von Passanten aufgefunden. — Hausbewohner hatten wohl den Radau auf dem Hofe gehört, wagten aber nicht die Alarmierung des Ueberfallkommandos in dem Glauben, daß sie die Kosten dafür zu tragen hätten.

— Der „Akademiker", der nichk deutsch schreiben kann. Auf Grund eines Inserats lernte eine Frankfurter Dame einen Herrn kennen, der sich ihr als Dr. ing. Jung vorstellte, und erzählte, daß er ein Laboratorium in Kiel besitze, bas er nach München verlegen wolle. Zu diesem Zwecke benötige er Geld. Er erhielt von der Barne, der er d i e Heirat versprach, insgesamt 1000 M., machte sich aber dann dadurch verdächtig, daß dieser an­gebliche Akademiker nicht einmal richtig deutsch schrei­ben konnte. Es wurde dann festgestellt, daß es sich um einen wegen Diebstahls, Betrugs und Unterschlagung vorbestrafter Schwindler, den 46jährigen Wilhelm Güls aus Neuwied handelte, der feine Bewährungsfrist für den Rest einer Zuchthausstrafe dazu benutzte, um in diesem und noch einem anderen Falle die Herzen von Frauen zu brechen und ihnen bei dieser Gelegenheit das Portemonnaie etwas leichter zu machen. Cs gelang der Kriminalpolizei in dem Augenblick den Schwindler feftzunehmen, als er im Frankfurter Hauptbahnhof den von Regensburg kommenden Zug verließ.

Aus dem Fovag-prozetz.

Die Gründung der Südwestdeukfchen Bank.

Die Verhandlung am Montag beschäftigte sich mit der Gründung der südwestdeutschen Bank. Zu diesem Punkt wird Dr. Kirsch bäum und Sauerbrei) oorgeworsen, daß sie bei der Eintragung ins Handels­register unrichtige Angaben gemacht haben. Die Süd- westdeutsche Bank ist aus der im Jahre 1923 gegrün­deten Badischen Landesgewerbebank in Karlsruhe heroorgegangen, die als Zentralinstitut für die badischen Handwerkergenossenschaften fungierte und als solche der Preußenkasse unterstand. Um sich von der Revisionspflicht gegenüber der Preußenkllffe zu befreien, entschloß man sich zur Abtrennung des Genossenschaftsgeschäftes und die Favag rief gemeinsam mit befreundeten Versicherungs­gesellschaften die Südwestdeutsche Bank als Hausbank des Konzerns ins Leben. Um die 30—40 000 Rin. Stempelsteuern zu sparen, wurde der Vertrag nicht un­terschrieben, die Transaktion ober tatsächlich so durch­geführt, wie es im Vertrage vorgesehen war. „Sie müssen den Vertrag ablehnen, später können Sie ma­chen, was Sie wollen," hatte Dr. Kirschbaum zu Sauer- brey gesagt. Der ehemalige Direktor der Landesgewerbe­bank, Hermann L o e s, Berlin, der sich zu der Grün­dung der Südwestdeutschen Bank als Zeuge zu äußern hatte, will vollständig perplex gewesen sein, als er von Sauerbret) einen Brief erhielt, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß der Revisor die Gründung der Südwestdeut­schen Bank als einen „Schulfall einer ver­schleierten Sachgründung, w i e sie seit Jahren nicht vorgekommen sei", bezeichnet habe. Er sei daraufhin nach Frankfurt gefahren, wo ihm Becker erklärte, daß der projektierte Vertrag nicht abgeschlossen werden könnte, da die Stempelsteuer zu hoch sei. Kirschbaum gab schließlich eine längere Er­klärung ab, in der er nachzuweisen suchte, daß bei der Gründung eine strafbare fehlerhafte Uebernahme er­folgt fei. Damals fei dasselbe geschehen, wie später bei der Uebernahme der Favag durch die Allianz und der Gründung der Neuen Frankfurter. Nachdem die Grün­dungsakten dieser letzteren Gesellschaft herbeigeschafst waren, wurde erklärt, daß es hier etwas anderes [ei, da

in diesem Falle keine Erklärung wie im Falle Südwest­deutsche Bank abgegeben worden sei.

Einbrecher schieben auf polizeibeamke.

Ein Beamter verletzt. — Zwei Einbrecher bei der Der- solgung erwischt.

— Kassel. Ein Beamter des Wach- und Schließinsti- hites stellte auf dem Lager einer Kohlenhandlung in der Porkstraße Einbrecher fest. Als sich der Wächter den Büroräumen, in denen sich die verdächtigen Personen be­wegten, näherte, wurde er beschossen. Der Wächter er­widerte die Schüße. Einig« Polizeibeamte, die durch >ie Schüsse herbeigerufen worden waren, alarmierten das Ueberfallkornrnando. Inzwischen hatten zwei Personen über einen Zaun hinweg das Weite gesucht, konnten je­doch von den Polizeibeamten, die mit einem gerade vor- beikornrnenden Personenkraftwagen die Verfolgung auf­nahmen, festgenommen werden. Als das Ueberfallkom- mando das Grundstück der Kohlenhandlung umstellt hatte, fiel plötzlich aus einem nahegelegenen Garten ein Schuß, der einen Beamten am Knie verletzte. Der Schütze konnte trotz Durchsuchung der umliegenden Grundstücke nicht gesunden werden.

(Eine ehemalige Zuckerfabrik durch Großseuer vernichtet.

= Efchwege. Ein verheerendes Großfeuer legte in der Nacht zum Montag gegen %2 Uhr die ehemalige Zuckerfabrik Niederhone vollständig in Asche. Die Fabrikanlagen find bis auf die Grundmauern völlig nie­dergebrannt. Auf dem Fabrikgelände hatte ein Schreiner- meister eine Werkstatt, in der das Feuer ausbrach und auf die Maschinenhallen Übergriff. Zwei große Ma­schinenhallen und drei Wohnungen fielen dem Feuer zum Opfer.

Mit unbekanntem Ziel „abgereist".

— Nauheim (Ried). Die hiesige Obst- und (Se­rn ü f e-G roßmarki G. m. b. H. ist in Z a h l u n gs- schwierigkeiten geraten. Der Geschäftsfüh­rer, Feldmann, ist mit unbekanntem Ziel abgereift. Man nimmt an, daß die Gesellschaft Gelder aus dem Umsatz zur Bezahlung der Markthalle verwendet hat und auch schließlich durch Absatzschwierigkeiten zur Zah­lungseinstellung gezwungen wurde.

3*/4 Jahre Zuchthaus für vorsätzliche Brandstiftung.

— Limburg. In der ersten Sitzung der Herbstsession des Limburger Schwurgerichts am Montag wurde ge­gen den 58jährigen Landwirtschaftsgehilfen Scheele, der 27 mal vorbestraft ist, wegen vorsätzlicher Brandstif­tung verhandelt. Der Angeklagte hatte in der Frühe des 1. November 1931 auf dem Hofgut Krempel bei Rennerod (Westerwald), wo er in dem dort eingerich­teten Wandererheim für durchreisende Handwerksburschen vorübergehend Unterkunft gefunden hatte, aus Rachsucht wegen persönlicher Dif­ferenzen mit dem Hausvater Vockel, der ihn zum 1. No­vember entlassen hatte, einen Stall anzündete, der nebst der angebauten Scheune ein Raub der Flammen wurde. Noch am gleichen Abend stellte er sich der Polizei und gab bei seiner Vernehmung feiner Genugtuung über den Brand Ausdruck, da er jetzt von der Landstraße und da­mit von ihren. Gefahren befreit wäre. In der Schwur­gerichtsverhandlung gab er als Motiv zur Tat Rach­sucht an. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Gefängnis, jedoch ging das Schwurgericht über diesen Strafantrag hinaus und verurteilte den Angeklagten zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrver­lust. Der Angeklagte nahm die Strafe an.

Aus Waldeck.

Das Sprengstoffaklentat in Waldeck.

— Waldeck. Unter dem Verdacht, das Sprengstoff­attentat auf ein Erholungsheim in Waldeck begangen zu haben, wurde der Mechaniker Kleinschmidt ver­haftet. Die Kriminalpolizei sand in feiner Wohnung Sprengkapseln und Teile einer Zündschnur, wie sie bei dem Anschlag benutzt wurden. Kleinschmidt war mit dem Hausbesitzer Wiegand, der bei dem Anschlag verletzt wurde, verfeindet.

Aus Geisa und Umgebung.

— Geisa. (Vorsicht bei Geschäften mit Hausierern.) Gegenwärtig wird un­sere Gegend von Hausierern ge­radezu überschwemmt. Obwohl in den Zeitungen immer wieder darauf hingewiesen wird, bei Geschäften mit solchen Leuten recht vorsichtig zu sein, da Ueberoorteilungen der Käufer sehr oft festgestellt werden müssen, ist man in Käuferkrei­sen noch nicht vorsichtig genug. Was das für Fol­gen haben kann, zeigt ein Fall, der erst kürzlich in einem Nachbarorte passierte. Der Verkäufer ließ sich den Kauf schriftlich bestätigen auf einem Bestellschein, in dem vermerkt war, daß Anfech­tungen ausgeschlossen sind. Natürlich war der Be- tellschein vorher vom Käufer nicht durchgelesen worden. Die ankommende Ware mußte angenom­men werden, da eine Reklamation ausgeschlossen war. Also: Vorsicht! Am besten schon: Man kauft in heimischen Geschäften, in denen man im- wer gut bedient wird.

Haltlose vorwürfe gegen die Gothaer Polizei.

Aus Weimar wird von zuverlässiger Seite mitgeteilt, daß auf Grund der von den Kommu­nisten im Landtag erhobenen Vorwürfe gegen die Gothaer Polizei eine Untersuchung vom Innen­ministerium eingeleitet worden sei. Nach dem Er­gebnis dieser Untersuchung seien die Anklagen ge­gen die Gothaer Polizei völlig zusammen­gebrochen. Die Vorwürfe, die von den Kom­munisten in Form einer Großen Anfrage vor­gebracht wurden, ließen sich nicht aufrecht erhalten.

kleine Nachrichten.

In Eyba (Kreis Saalfeld) brach nachts fast gleichzeitig in zwei etwa 100 Meter voneinander entfernt liegenden Scheunen eines Tischlers Feuer aus, das beide Gebäude mit den Erntevorräten bis auf die Grundmauern vernichtete. Man ver­mutet Brandstiftung.

Kurz vor Mitternacht brach im Anwesen des Bürgermeisters in Unterkoskau bei Schleiz Feuer aus, das von der Scheune auf ein Stickerei- gebäude übersprang. In kurzer Zeit brannten in- olge des herrschenden Sturms beide Gebäude voll- tändig nieder. Drei große Stickereimaschinen wurden zerstört. Der Brand soll durch Unvorsich­tigkeit entstanden sein.

In einem Tertilhaus in Meiningen wur­den nachts die Türen mit Nachschlüsseln geöffnet und hauptsächlich Herrenstofie und Frauenartikel owie größere Posten Seide, Tischdecken und Wäsche gestohlen. Anscheinend sind die Waren, Sie bei vorsichtiger Schätzung auf 10000 Mark zu bewerten sind, im Auto abtransportiert worden.— Auch im Volkshaus und in der Redaktion der Werra-Wacht haben Einbrecher alles durchwühlt und u. a. zwei Geldkassetten mit Inhalt geraubt.

Zur Förderung der Vorstadtsiedlung hat die Stadtverwaltung von Meuselwitz in günstiger Lage Gebäude für 13 Siedlungsstellen von 1200 bis zu 2000 Quadratmeter Größe bereitgestellt.

Bilder vom Tage.

Dauer Runciman,

W'

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jäSEÜÜKi«-.

der englische Handelsminister, der bisher feiten Versuch Frankreichs, England ins Schlepptau sei­ner Handelspolitik zu bringen, energisch zurück­wies. England besteht auf einer Zurückstellung der politischen Schulden Deutschlands zugunsten der privaten. Ebenso ist es Frankreich bisher nicht gelungen, England zum Beginne von Handelsver« tragsverhandlungen zu bewegen.

H- -

Der Mahatma pflanzt in einem Londoner Garten einen Ariedensbaum.

Nach Abschluß der Round-Table-Konferenz in London, die die politischen Schwierigkeiten In­diens nicht zu lösen vermocht hat, ist Gandhi über Frankreich nach seiner Heimat zurückgereist. Nur das Friedensbäumchen, das er vor seiner Abreise pflanzte, soll ein Zeichen fein, daß der Führer der indischen Freiheitsbewegung die Hoffnung auf eine gütliche Einigung mit England nicht aufgab.

Die Erlöserkirche in Moskau, eines der bedeutendsten Bauwerke der russischen Hauptstadt, ist mit Dynamit in die Luft gesprengt worden. Schon vor längerer Zeit war das Gold von den Kuppeln abgenommen und die Kunst­schätze aus dem Innern der Kirche entfernt, worden. Auf dem Platz der Kathedrale soll ein großes Kon­greßgebäude errichtet werden.

Wie wird das Wetter?

In Verbindung mit einem Vorstoß kälterer Lust aus Nord hat das Azorenhoch einen kräftigen Ausläufer über dem Kontinent nach Skandinavien hin entwickelt. Dieser Ausläufer wird zwar durch weitere vorn Ozean aus­gehende Wirbeltätigkeit angegriffen und geschwächt, doch wird er seinen Einfluß auf unser Wetter nur langsam verlieren. Nachts wird es zum Auftreten von Straf)« tungsfröften kommen.

Witterungsausfichten für Mittwoch: Nachts noch kalt, Bewölkung jedoch sich wieder verstärkend, doch nur ver­einzelt auch Niederschläge.

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Dänemark

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Norwegen

78,17

78,33

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75,33

Schweden

77,42

17,58

75,67

76,83

Prag

12,47

12,49

12,47

12,49

Wien

68,94

59,06

58,94

59,06