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Nr. 284

Beilage zur Fuldaer Zerrung

S. Dezember

tüt haben.

Werner.

Bernd Lembeck.

Was sollen wir spielen?

von

Grundsätzliches zu den Theaterabenden in unseren Vereinen

LAGER«

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gang 1931-32 Heft 1) und dem Weihnachtsheft (Jahr-

die^

NILS

gang 1930=31 Heft 1) vonSpiel' und fing!" dem Höfling-Verlag-München. (Wir benutzen diese legenheit, um empfehlend auf dieseBlätter für gendspiel und Eemeinschaftsfeier, herausgegeben der Katholischen Jugend Münchens" hinzuweisen.

aus Ge- Ju- von Je-

Ad- wir

Hafter Bauern und Bauernföhne

Lerantwortlich fürDas Blatt der Jugend": Dr. oec, publ Joseph Sauer-Fulda.

daß jedermann wie selbstverständlich in den Bann ses einen großen Gedankens hineingezogen wird.

Wenn wir in diesem Sinne hier von unfern vents- und Weihnachtsfeiern sprechen, so meinen

Mit den langen Abenden und der herannahenden Weihnachtszeit taucht jetzt wie alljährlich wieder die Frage in den Vereinen auf: fallen wir Theater spielen? Und nach dieser Frage die andere, weit schwierigere: was sollen wir spielen?

Die Frage, of> man wieder eine Theateraufführung veranstalten soll, ist zumeist schnell beantwortet aus zwei Gründen. Einmal ist die Lust dazu da, der geheime Drang, der vor allem die Jugend auf die Bretter treibt, die die Welt bedeuten, nämlich eine andere, fremde, bunte, bewegte Welt, eine Welt mit anderen Menschen, anderer Sprache, anderen Jnterssen, anderer Tracht als die des Alltags, kurz die Lust am Abenteuer, um, wenn auch nur für ein paar Stunden, aus der eigenen Haut tzerauszukommen. Sie liegt in jedem jungen Menschen und läßt auch das oft gesetzte Mittelalter noch nicht ganz rei. Dieser Trieb spricht also stark für das Theaterspiel. Dazu kommt noch als zweiter nicht zu unterschätzender Faktor der geplagte Vereinkassierer, der erklärt: wir müssen Theater spielen, damit wir etwas in unsere Vereinskasse hineinbekommen, die öd und leer ist wie vor dem ersten Schöpfungstag.

Dagegen könnte heutzutage die allgemeine Not unseres Vaterlandes sprechen. Und es werden in der Tat Stimmen laut, die sagen: es ist keine Zeit für Lustbarkeiten. Dem ist entgegen zu halten, daß man das Vereinstheater durchaus nicht schlechtweg in den SammelbegriffLustbarkeiten" unterbringen darf. Im Gegenteil, es muß dahin kommen, daß man es in den Vereinen und im Volk als eine ernstzunehmende Sache auffaßt. Allerdings muf? dann demWas und Wie" der nötige Wert beigelegt werden. Cs wird bisweilen lebhaft getadelt, daß manche jugendliche Arbeitslose seine kärgliche Unterstützung ins Kino trägt. Haben die Tad­ler auch einmal darüber nachgedacht, woher das kommt? Sieht er nicht in den wechselnden Bildern der flimmern»

gen zu sprechen und vor allem zu überlegen, wie man die gewonnenen Erkenntnisse praktifch in der eigenen Dorsgemeinschaft auswerten kann.

Es wäre nicht recht, wollte man in diesem Zusam­menhang Heinrich Hansjakob, den Bauerndich- ter, vergessen. Er, der Stadtpfarrer vorn Münster in Freiburg L Br., ist zeitlebens ein echt bäuerlicher Mensch geblieben. So sehr liebte er feine Bmrern, daß er mit jedem Krach anfangen konnte, der es wagte, ein Wort gegen diesen Stand zu sagen. Herrliche Gestalten first» es, die in seinemErzbauern" aufmarschieren, fein derLeutnant von H a s l e". Ergreifend schön rft die ErzählungS er Vogt auf Mühlstein", die Geschichte einer unglücklichen Liebe. ImAbend­läuten" läßt er zum letzten Male, wie er sagt, seine Liebe zu feiner Schwarzwaldheimat erklingen, nimmt er Abschied non feinen Bauern. Er hat wohl nicht ganz unrecht gesehen, wenn er schrieb:Beim Abschied blicke ich so trübe in die Zukunft meiner lieben Kinzigtäler, und darum ward mir heute das Herz so schwer, als die groß' Glock' von Hasle Abend läutete. Ich kam mir, da ich in kommende Zeiten schaute, vor, wie ein alter Wegweiser, der einsam an weltferner Straße steht und nach einem Ort hineinweist, der längst untergegangen ist" (!)... Möge die Fuldaer Landjugend das Erbe dieses echten Bauernfteundes aufnehmen und in feinem Geiste und in feiner Liebe an die Lösung der modernen Bauernfragen Herangehen!

sich zu gut sein, nur der Bajazzo des Publikums sein zu wollen, der es unter allen Umständen zum Lachen bringt.

Noch eine andere Unsitte muß hier erwähnt werden. Der Ersparnis wegen leiht man von benachbarten ober befreundeten Vereinen Rollenmaterial. Dasselbe Stück geht dann von Verein zu Verein bis die Rollenbücher sich in fliegende Blätter auflösen. Sparsamkeit ist ver­nünftig. Aber ein kluger Vereinsvorstand wird nicht in diesem Punkte anfangen. Es. geht auf Kosten der Leitung und der Sache. Und außerdem auf Kosten des Gewissens. Denn es ist Betrug gegenüber dem Verlag, der von dem Verkauf feiner Werke lebt und das Auf­führungsrecht nur mit Ankauf der Rollen und Textbücher erteilt. In Städten und bei bedeutenderen Bühnenwer­ken wird es nicht leicht möglich fein, so einSchwarz­spiel" ohne Aufführungsrecht ungestraft in Szene zu setzen, da hier der Verband Deutscher Bühnenverleger auf die Aufführung achtet. Aber auch auf dem Land und in Kleinstädten sollte sich jede ernsthafte Spiellei­tung Grundsätze zu eigen machen, die mit der Moral in Einklang stehen. Treue und Ehrlichkeit auch im Kleinen muß eine Grundforderung unserer Ver­einsarbeit fein. Zudem die besten Früchte sind es nicht mehr, an denen schon alle Wespen genagt haben. Jeder Verein sollte ein gesundes Streben nach Original:«

Unsere Admnls- und Weihnachtsfeier.

Rechtes Feiern ist keine Kleinigkeit, ist eine Kunst, manchmal sogar eine große Kunst. Wahre Feierstun­den sollen Stunden innern Erlebens in denen wir von einem hohen Gedanken, von einer überragenden Lebens­idee ergriffen werden. Man muß schon hineingehen, noch mehr aber wieder heimgehen mit einer stillen, ver­haltenen Seelenfreude, die einem das Grau des all­täglichen Lebens etwas erhellt. So gesehen kann wahre Feier nur jene fein, die aus dem Leben und Er­leben der Zeit heraus gestallet wird, getragen von einem leitenden Gedanken, in einheitlich geschlossener und straffer Festesfolge (zu deutsch: Programm!), so-

Der Windkhorstbund in Oberhessen.

Im Kreise Kirchhain liegen eine Anzahl katholischer Dörfer, deren Bewohner zäh am Althergebrachten fest­halten. Biele Frauen und Mädchen tragen noch die er­erbte Tracht, und es ist ein Genuß, Sonntags nach der Kirche die Mädchen in ihren farbenfrohen Kleidern durch die Dorfstraßen gehen zu sehen. Treuer noch wie in der Tracht haben die katholischen Oberhessen an ihrem Glau­ben festgehalten. Obwohl sie seit Jahrhunderten isoliert mitten zwischen Andersgläubigen wohnen, ist ihr Land ein kernkatholisches Land geblieben. Seit Jahrzehnten stehen die Oberhessen auch unerschütterlich zur Zentrums­partei.

Die radikalen politischen Strömungen der Jetztzeit gehen aber auch nicht an den oberhessischen Dörfern vor­bei. Die wirtschaftliche Bedrängnis bringt es mit sich, daß junge Bauern leicht auf die nationalsozialistischen Lockrufe hereinfallen, und daß manche der vielen heute arbeitslos zu Hause sitzendenWestfalengänger" ihr Heil m dem bolschewistischenArbeiterparadies" suchen. Viel­leicht hat man von unserer Seite dieser Entwicklung zu lange untätig zugesehen. Doch ist jetzt auch die oberhes­sische Jungmannschaft erwacht. Einige junge Männer waren auf der Schulungstagung des Windthorstbundes in Fulda. Sie kamen mit dem Willen zurück, Vorkämp­fer für unsere Idee zu fein. Und so hatten wir Windt- horstbündler am 1. Adventssonntag Gelegenheit, in acht oberhessischen Orten zum Kampf für die deutsche Einheit und zur treuen Gefolgschaft für Brüning aufzurufen. Die Versammlungen waren durchweg sehr gut besucht; die Aussprache mit unseren oberhessischen Kameraden zog sich meist bis gegen Mitternacht hin. In der nächsten Zeit sollen auch in den übrigen Ortschaften des katholischen Oberhessen Versammlungen stattfinden. Nach der Weih­nachtszeit werden sich dann diejenigen, die entschlossen mit uns arbeiten wollen, zu einem mehrtägigen Schu­lungskursus treffen.

Den Kommunisten und Nationalsozialisten können wir raten, keine Stürme mehr auf dieschwarzen Hochbur­gen" zu versuchen. Wir haben aber auch durchaus nichts dagegen, wenn sie noch eine Zeitlang weitertoben. Umso eher wird man in dem katholischen Jungvolk und vor allem in der Zentrumspartei dann auf uns hören.

Wenn wir aber glauben, es wagen zu dürfen, bann nur nach genauester Durcharbeitung ber Feierfolge und nach grünblichster Vorbereitung. Es muß wirklich fein werben, etwas vollkommenes fein. Sehr schwierig ist vielfach bie Frage bes Saales. Wo bas Heim benutzt werben kann, ist es gut. Aber wenn man in ben Dunst ber Wirtschaft gebannt ist, bann muß Vorsorge getroffen werben für möglichste Ruhe und ruhige Abwicklung ber wirtschaftlichen Geschäfte. Noch sind unsere Wirte nicht so weit, baß sie auch einmal im Jahre bei einer solchen Feier aufihre Einnahmen" verzichten unb in Erwägung ber sonstigen Verdienste durch uns diesen Abend den Ausschank einstellen. Ue- ber Sinn und Inhalt der Feier ist dem oben Gesagten nichts mehr zuzufügen. Es gibt eben für die Weih­nachtsfeier nichts schöneres als das Geheimnis der Weihenacht selbst, allerdings in zeitnaher Darstellung. Feiern wir es deshalb so, und wir haben eine würdige Weihnachtsfeier.

Material gibt es genug. Man muß es nur zu fin­den und recht zu benutzen verstehen. Statt nun hier eine große Anzahl guten Materials in Lied unb Ton unb Lesung unb Spiel zusammenzustellen, verweisen wir nochmals auf die schon oben erwähnten Hefte. Nennen wollen wir nur das für Werkjugend, über­haupt Arbeitergruppen sehr geeignete Spiel von Michel Becker: Volk vor dem Kind. Und zum Schluß noch eines: Vergessen wir auch die Schallplatte nicht, die gute sinnvolle Schallplatte. Mehr noch als bisher müssen wir sie in unserer Arbeit benutzen; auch sie ist Quelle reinster Freude.

zunächst die Feiern in Gr.uppe unb Verein.

Advent unb Weihnachten sind Zeiten tiefster see­lischer Ergriffenheit. Unsere Feier sollen baher nichts geringeres sein als bie Fortführung unb Weiterführung bes kirchlichen Gottesdienstes im Heim in den Formen unb mit ben Mitteln einer veredelten und veredelnden Vereinsarbeit; herausgehobene, besonders fein gestaltete Heimabende in Wort und Lesung und Lied und Ton und Spiel. Den Inhalt der Feier bestimmt der kirchliche Charakter der Zeit. Ihren Ausklang finde die Ad- ventsfeier in erhöhter Weihnächte- und Erlösersehnsucht, unb bie Weihnachtsfeier in überschwenglicher Herzens­freude ob ber beglütfenben Ankunft des Erlösers. Das genüge hier über Sinn unb Inhalt biefer Feier. Im übrigen fei hingewiesen auf bie feinen unb grünblichen Aufsätze über diese Fragen in dem Adoentsheft (3aljr»

Brunnenschriften durch das Fachinger Zentralbüro, Berlin 12, W 8, Wilhelmstraße 55. Erhältlicn in Mineralwasser-Handlungen, Apotheken, Drogerien usw.

Versöhnung unter dem Christbaum nach jahrelangem Zwist und Neid unb Zank unb Streit, vom roieberge» funbenen Seelenfrieben eines reuigen ©ünbers, vom sentimentalen Christfestzauber usw. Schon des öftern ist in diesen Blättern darüber gesprochen worden, und immer war man sich einig darin: diesen liberal- bürgerlichen Unterhaltungsschwindel machen wir nicht mehr mit Uns steht das Mysterium der hl. Weihnacht zu hoch, als daß wir es durch derartige profane Verweltlichung nur zur Unter­haltung und Ergötzung entweihen und entheiligen. Da wird aber auch unsere ganz große Aufgabe sichtbar. Wir wissen: wir stehen in unserm Bund im Ringen um bas Werben einer neuen Bolkssitte in neuer Volksorbnung. Daraufhin erziehen wir uns, baraufhin wollen wir auch das Volk langsam erziehen; wir glauben an bie Möglichkeit solcher Erziehungsar­beit; sie ist uns bas Wichtigste in unserer volkspoliti­schen Arbeit. Aber wir schlagen uns mit ber eigenen Faust ins Gesicht, wenn wir biesen Kitsch weiterpfle- gen". Das bürfen wir einfach nicht mehr verantworten können. 3lid)t ber gegenwärtige Dolksgeschmack unb Volkswille ist maßgebend, benn bie sink» ganz weiner­lich-weibisch »erbittet Auch nicht bas, was anbere, die nicht in unfern Reihen stehen, tun, kann uns beeinflus­sen; die spekulieren meist doch nur auf den Geldbeutel. Uns aber darf ber Verbleust nicht bas Erste unb Letzte fein; für uns ist alles in erster Linie Dienst am Volke. Wir müssen auch schon einmal ben Mut haben, Wert barauf zu legen, in ber Hoffnung: steter tropfen höhlt doch endlich den Stein. Unb wenn bas jetzt nicht geht, wenn wir bas jetzt nicht vertragen kön­nen, bann lassen wir es ganz und beschränken uns auf eine feine Gruppen- und Bereinsseier. Das ist dann Arbeit für die Zukunft.

ber Verein sollte sie abonnieren. Jährlich erscheinen sechs Hefte für ben Bezugspreis von 4,50 Mark. Sie oerbienen unsere Unterstützung; benn Sie sind nach lan­gem Warten endlich das wirklich feine, neuzeitliche zeit­gemäße, von hoher Warte geleitete Werwlatt für Fest unb Feier unb Spiel.

Nicht überall wird man eine gesonderte Abvents- und Weihnachtsfeier veranstalten. Das ist auch nicht unbedingt nötig. Sehr wohl lassen sich beide mit ei­nander verbinden. Man mache es bann so, daß man eine Weihnachtsfeier veranstaltet mit einer kleinen vor- gelegten Abventseinfühlung als Vorbereitung. Die Feier selbst nicht zu lang. Die durchschnittliche Dauer sei 1% Stunde; im allerhöchsten Falle 2 Stunden.

Ebenso wichtig, vielleicht noch wichtiger als die Fra­gen um die Feier im Verein ist die Frage: Sollen, ja können wir eine Advents- unb Weihnachtsfeier in unb für bie Öffentlichkeit wagen? Jeber Ver­ein muß bas für sich entscheiden im Bewußtsein der Verantwortungen, die wir vor uns unb ber Zukunft un­seres Volkes tragen.

Was in ben letzten Jahrzehnten, fest dem Zusam­menbruch unserer alten Volkskultur in Sitte unb Brauch, an sog.V o 1 k s d i 1 b u n g" von allen mög­lichen Vereinen unb Vereinchen geleistet worden tft, bas geht auf keine Kuhhaut. Das gilt ganz allgemein, I gilt besonders von den sog.Weihnachtsfeiern" mit ih­ren philiströsen Spielen vom reichen Onkel, von der I

Der Bolschewismus.

Wenn wir wissen, die Völker sterben am Bolsche« roismus, die Menschen ohne Gott entarten zu Unmen­schen, wenn wir wissen, Deutschland soll das Aufmarsch« und Durchmarfchgebiet des Bolschewismus werden, und feine Vorposten stehen bereits in unserem Lande: dann müssen wir alles aufbieten, um die christliche Kul« tur des Abendlandes zu retten!"

Kardinal Faulhaber.

ihrer Scholle aus dem Osten nach dem We­sten und über See vertrieben. Heute tragen wir an diesen Sünden unserer Väter: Im Westen haben wir Volk ohne Land, im Osten Land ohne Volk. Wie bie Siedlungsbestrebungen der Bodenresormer sich da einzusetzen versuchen, ist doch für den nachgeborenen Bauernsohn von größtem Interesse. Einige Artikel der Stimmen der Jugend", Jahrgang 1929 uni» 1930, zeigen, wie die Jugend sich um diese Probleme müht. Besonders ist der Artikel von Liertz:Bauern unb Bodenreform", Jahrgang 1929, Seite 244, sehr wert­voll. Beachtenswert ist die Arbeit von Dr. Egidius Schneider:Vauern-Not und Rettung" (Volksvereinsverlag 2.80 Mk.). Er geht ein auf die Ursachen dieser Nöte und die bäuerliche Selbsthilfe.

Aber in der Junglandbewegung geht es nicht allein um wirtschaftliche Fragen. Es gilt vielmehr, zuerst völlig neue Fundamente zu legen für echtes Bau­erntum, für eine starke Dorsgemeinschaft. Landflucht, Vergnügungssucht, Heimatentfremdung, Berufsnot sind die Stichworte/ die die Aufgaben hinreichend anöeuten. Da find es auch wieder dieStimmen der I u - gen d", die diesen Aufgabenkreis schon stark angefaßt haben. Vor allem fei auf den Artikel von Aloys S e y o ck:Erwachen des Jungbauerntum" hingewie- fen; Jahrgang 1930, Seite 238. Aber auch auf die vie­len andern Beiträge. Nachdrücklichst sei die Zeitschrift I u n g l a n t>" empfohlen, die das Düsseldorfer Ju- gendhaus herausgibt. Hier wird in diesem Geiste ge­arbeitet. Artikel uni» Bilder werden uns bald das Gespür dafür geben, worum es habet geht. Der Be­zugspreis für die jährlich 12 Hefte beträgt 3 Mk. Für die Verbandsmitglieder ist hierin zugleich der Verbands­beittag und die Versicherungsprämie eingefchlofsen.

Anton Heinen gibt in dieser Richtuüg in seinem Iungbauer erwache" wertvolle Anregungen. Manches könnte auch Jos. WeigertsDas Dorf entlang" bieten. Es wäre sicher eine sehr fruchtbare Sache, wenn man sich innerhalb des Vereins zu Ar­beitsgemeinschaften zusammenschlösse, um über diese Fra-

kampflied junger Arbeiter

Aus, ihr Brüder, sprengt die Ketten! Nieder mit der Sklaverei!

Unser Recht gilt es zu retten! Macht zum Kampf die Arme frei!

Aus, zur Tat, ihr harten Sfteiter! Und die Feinde nicht geschont!

Wir, der Freiheit Wegbereiter, stehen in der neuen Front.

Manche Schlacht ward schon geschlagen, fest geschlossen Seit' an Seif.

Und bas Banner, bas mir tragen, kündet Ruhm aus alter Zeit.

Wo ergrauter Veteranen tapfre Schar im Kampfe stand. Wollen wir die Wege bahnen unserem neuen Vaterland!

Laßt uns kühn ben Hammer schwingen! An den Amboß legt die Hand!

Aus den harten Sklavenringen schmieden wir das Bru­derband!

Freiheit nimmer dem gebühre, der die Faust im Schoße hält.

Wir, der Arbeit Pioniere, bauen unsre neue Welt!

Laßt uns fest die Hände reichen, stark und einig, Mann für Mann!

Leuchtend strahlt als Siegeszeichen uns im Kampf das Kreuz voran.

Christus führt aus Nacht und Dämmern unser Heer im Werkmannskleid!

Kameraden, wo wir hämmern, dröhnt der Takt der neuen Zeit!

Und nun ein rechts Gelingen in diesem Notjahr 1931 . Walter.

DasLiidungsideal der kalholifcheuIugend

Der Jungbauer.

Gerade für den Jungbauern ist die Frage der Boden­reform von größter Bedeutung. Denn die Zusammen­ballung des Bodens in Händen weniger, wie sie sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts im östlichen Preußen waren es allein 4 Millionen Morgen in Deutschland vollzogen hat, hat 5 Millionen s-

Offener Brief an Herrn Etzel

aus Fulda", bezw. Hilders.

Sehr geehrter Herr Etzel!

In den Kasseler Zeitungen lesen wir, daß am ver­gangenen Freitag in einer nationalsozialistischen Kund­gebung in der Kasseler Stadthalle einPg. Etzel aus Fulda" die Rolle der Jugend in der nationalsozialisti­schen Bewegung dargestellt habe. Nach den Ausfüh­rungen der Ihnen sehr nahe stehendenKasseler Post" hatten Siesehr viel zu sagen, was immer wieder star­ken Beifall fand." Daß Sie dabei alsjugendlicher

den Wand ein paar Stunden Vergessenheit feiner trost­losen Lage? Sieht er nicht Leben, Handlung, Betäti­gung wenigstens im Bitte gegenüber ber zwangsweisen Untätigkeit, zu ber er oerbammt ist? Demselben Bedürf­nis kann unb soll auch bas Vereinstheater entgegen kommen. Unb weiterhin, besteht nicht bie Möglichkeit, es zu einer Schule ber Ausdrucksfähigkeit, ber Anpas­sung, ber geistigen Beweglichkeit zu machen, der nicht geringer Wert beizumessen ist?

Ein richtiges vereinstheaker kann für das Land unb die Kleinstadt die Verufsbühne ersehen, soll werte, geistige Güter vermittel«.

Ein anderes ist es um die Sorge des Vereins- kasfierers. Sie sollte nicht in den Vordergrund treten, wenigstens nicht ausschlaggebend sein. Jede Aus­führung kostet Geld. Es wird auch jeder Vernünftige cinfefjen, daß die Unkosten wieder hereinkommen müs­sen, daß Eintrittsgeld erhoben werden muß. Wer die Aufführung soll nicht in erster Linie eine Einnahme­quelle sein. Die Spieler und der tragende Verein sol­len mehr von der Idee des Gebens als vom Willen zum Nehmen beseelt sein; denn: Geben ist seliger als Neh­men. Fort mit der vielgeübten Praxis, durch eine große Reklame möglichst viel Publikum heranzulocken und wenn man ihm das Eintrittsgeld abgeknöpft hat, auf das Programm und feine Ausführung weniger Wert zu legen! Ebenso ist es vom Ideal weit entfernt, ber angefünbigten Theateraufführung als Köber ein Tanzvergnügen anzuhängen. Das Theater soll nicht Zeitvertteib bis zum Beginn des Tanzes fein, sondern es soll Mittelpunkt unb noch besser ber einzige Gegen­stand des Abends fein. Wie oft wird durch eine falsche Zusammenstellung die Wirkung bes Abends totgeschla­gen. Schade bann für bie Arbeit. Ein Verein muß

Heißsporn" von bem bie Aufsicht führenden Polizeibeam­ten zur Ordnung gerufen wurden, erscheint auch uns unwesentlich. Wenn Sie aber feststellen, die deutsche Jugend scheide sich in zwei Fronten, den Nationa­lismus und den Kommunismus, so glauben wir dazu einige Bemerkungen machen zu müssen. Angenom­men, es wäre so, daß sich tatsächlich die ganze deut­sche Jugend in zwei zum äußersten entschlossenen feindlichen Heerhaufen gegenüber stände: Glauben Sie. Herr Etzel, Deutschland könnte dadurch gerettet werden, daß die deutsche Jugend auf einanöerlosfdjlägt? Sie kennen doch aus Ihrer Pennälerzeit sicher noch die deut­sche Geschichte unb wissen, welches Unheil ber blutige beutsche Bruderkampf im Laufe der Jahrhunderte über unser Volk unb Vaterland gebracht hat. Soll sich bie beutsche Jugenb auch in Zukunft aufeinanberhetzen lassen, ober schreit nicht bas Blut jebes Volksgenossen, ber im verberblichen Bruderkampf erschlagen wurde und noch täglich wirb, zum Himmel? Kann bas Deut­sche Reich mit Haß gegen andersdenkende Volksgenossen aufgebaut werden? Und bann, Herr Etzel! Sie als ehemaliger Stubent ber katholischen» Theologie bürsten boch wissen, baß es hunderttausende organisierte katholische junge Deutsche gibt, bie sich nie in biese Kampfstellung brängen lassen werben, sondern zur Sammlung aller aufbauwilligen Kräfte rufen. Sollten Sie vergessen haben, daß es noch eine katholische Jung- mannschast in Deutschland gibt, bie entschlossen ist, ihre harte Pflicht für bas Vaterlanb zu tun, so forbern wir Sie hiermit zu einer öffentlichen Aussprache in ihrem Heimatsorte Hilbers ober in Fulda auf. Wir ma­chen Ihnen dieses Angebot ohne jeden Hintergedanken, mit dem Ziele, eine Verständigung aller junger Deut­schen, bie guten Willens sink», herbeizuführen. Die Aussprache könnte in einer öffentlichen Versamm­lung, bie von einem Windthorstbündler unb einem Ihrer Parteigenossen geleitet wirb, vor sich gehen. In ber Erwartung, daß Sie uns auf unser ehrliches An­gebot ebenso offen unb klar antworten, zeichnen wir

mit lanbsmannschastlichem Gruß

Winbthorstbunb Fulda.