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Politik im Bild

Handel und Wirtschaft

Begebenheiten aus aller Welt

Kürzung der Dividende von 9

jahre bekanntlich eine

nach Vornahme Abschreibungen

habe nicht die Absicht, die Tätigkeit der Labora­torien zu beschränken, die sich mit Calmette-Ver- suchen bei Tieren befassen.

— Neuer Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd.

Als Nachfolger des gestorbenen Geheimrats Stimming

hat der AR. dem Direktor Ernst G l ä ß e l den Vorsitz im Vorstand übertragen und Direktor Adolf Stadt­länder zum stellvertretenden Vorsitzenden berufen. In den bisher von ihnen geleiteten Abteilungen werden sich die genannten Herren nenenswert entlasten und zwar wird W. Raven zym Abteilungsdirektor für das Passa­gierwesen und Hans Reineken jr. zum Abteilungsleiter für die Frachtabteilung ernannt werden.

aramms fein, das eine gleichzeitige Senkung Preise und Löhne vorsieht.

* Selbstmord zweier Rechtsanwälte in Berlin. (Eig. Meld.) Rechtsanwalt Dr. Pagenkem­per, gegen den wegen Untreue und Unterschla­gung Haftbefehl erlassen wurde, hat sich in seiner Villa in Lichterfelde erschossen. — Ferner e r- s ch o ß sich der Sozius Prof. Dr. Alsbergs, der 28 jährige Rechtsanwalt Dr. Waller L i ß n e r, in seiner Wohnung in Spandau. Ueber die Mo­tive, die Lißner zu seinem Schritt getrieben haben, herrscht noch völlige Unklarheit.

Der schleichende Bürgerkrieg.

Schwere Zusammenstöße zwischen Reichsbanner- leuken und Ralionalsozialisten.

Am Montag abend kam es in Königs­heim (Oberlüusitzj anläßlich einer von den So­zialdemokraten veranstalteten Versammlung zu schweren Zusammenstößen »wischen Reichsbanner- angehörigen und Nationalsozialisten. Die Ver­sammlung, zu der zahlreiche National­sozialisten aus der Umgebung erschienen wa­ren, nahm einen sehr stürmischen Verlauf. Die Zwischenrufe und Gegenkundgebungen nahmen schließlich einen derartigen Umfang an, daß die Versammlung geschlossen werden mußte. Beim Abzug der Nationalsozialisten kam es zu einer Schlägerei, in deren Verlauf auch Schüsse ab­gegeben wurden. Die ganze Einrichtung des Saales wurde zertrümmert. Nacr den bisherigen Feststellungen wurden fünf Reichs- bannerangehörige schwer und mehrere leicht ver­letzt. Auf Seiten der Nationalsozialisten gab es neun Verletzte, darunter zwei schwer. Die Zahl der Verletzten dürfte sich noch erhöhen.

llnabhanMelk der Mandschurei?

Nach Meldungen aus Tokio und Mukden sind neue Bestrebungen im Gange, die Unabhängigkeit der Mandschurei von China auszurufen. Die Führer der japanfreundlich gesinnten mandschuri­schen Kresse sollen in Tokio den Boden vorberei­ten, um eine neue Regierung in Muk­den zu bilden, die der Mandschurei eine eigene von Nanking unabhängige Verfassung zu geben hätte. Die Tokioter Zeitungen heben hervor, daß bis zur Bildung dieser unabhängigen Regie­rung die M i l i t ä r d i k t a t u r in Mukden herr­schen werde. Der Generalsekretär der japansscheu Handelskammer in Mukden erklärte, daß Japan nach der Amtsübernahme durch die neue Regie­rung einen militärischen und einen Handelsvertrag mit der Mandschurei schließen werde. — Nach Be­richten aus Nanking wird der japanische Geschäfts­träger Schigemutsi in den nächsten Tagen nach Tokio abreifen.

Weihnachlskasse geraubt.

Der Reichsverein ehemaliger Kriegsgefan­gener in Rothenburg o. T. hielt eine Ver­sammlung ab, in deren Verlauf auch die für die W e i h n a ch t s k a s s e gesammelten Spargelder ausgezahlt werden sollten. Ms der Kassierer Georg Jakob auffallend lange auf sich warten ließ, forschte man nach seinem Verbleib und fand ihn schließlich auf einem Feldbahngleis in seinem Blute liegend bewußtlos aus. Die Täter — es handelt sich um mehrere Personen — haben Jakob anscheinend aufgelauert und ihn durch einen wuch­tigen Schlag auf den Kopf sowie dreizehn Messerstiche in Brust, Arm, Kopf und Bein schwer verletzt. Dann r a u b t e n sie die Akten- lasche ch i t 800 R M. Inhalt. Bisher hat man noch keine Spur von den Tätern. .

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Der Völkerbundsrat hat am Montag die vierte Woche feiner Mandschurei-Tagung begonnen, die bisher so gut wie ergebnislos ver­laufen ist Als Vertreter für den Untersuchungs­ausschuß in der Mandschurei sind für Deutschland Dr. Svlf. General v. Seeckt und Gouverneur Schnee vorgeschlagen worden.

Nationalsozialistische Ausfchreikungen in Wup perfaf. In der Nacht zum Sonntag wurde in ei­nem Kaffeehaus der Nationalsozialist E., der einen Kellner mit einem Schlagring bedroht hatte, von einem Polizeibeamten festgenommen und zur Po­lizeiwache gebracht. Vor dem Polizeirevier sam­melten sich darauf etwa 40 Personen an, meist Ge­sinnungsgenossen des E., die unter großem Lärm die Freilassung des Festgenommenen forderten. Bei dem Versuch, die Ansammlung zu zerstreuen, bemerkte ein Polizeibeamter, daß der National­sozialist K. eine Schußwaffe in der Hand hatte. Er flüchtete und warf die Schußwaffe fort wurde jedoch von einem Beamten angehalten und zur Wache gebracht. Auch die Schußwaffe, ein geladener Trommelrevolver, Kaliber 7,65 mm, wurde später gesunden. Zivilpersonen machten daraus aufmerksam, daß noch ein zweiter Na­tionalsozialist eine Schußwaffe offen bei sich sühre. Bei der Verfolgung gab dieser meh­rere Schüsse auf einen Beamten ab, durch die dieser am Fußgelenk verletzt wurde Der Täter entkam. Später wurde der National­sozialist E.. der nach Feststellung seiner Persona­lien vorläufig entlassen worden war, erneut mst einem Schlagring angetroffen und festgenommen ®. und K. und der größte Teil der Demonstranten hatten vorher an einer nationalsozialistischen Ver­sammlung in der Barmer Stadthalle teilgenom- men.

* (Eahneffe-3mpfungen bei Tieren in England. Auf Wunsch eines englischen Abgeordneten, die Verwendung von Calmette-Impfungen bei Vieh in England zu verbieten, bzw. von der Zustimmung des Ministers abhängig zu machen, teilte der Land­wirtschaftsminister im Unterhause mit, daß in England BCG-Kulturen.von Pros. Galmette an medizinische und anerkannt zuständige Stellen für Laboratoriums- und praktische Versuchszwecke ver­teilt worden feien. Die tierärztlichen Laboratorien hätten Jmpfkulturen an Tierärzte für die Behand­lung von Kühen ausgegeben. Bisher aber fei noch kein Fall zu feiner Kenntnis gebracht worden, wonach die Impfungen eine nachteilige Wirkung gehabt hätten. Die Impf-Kulturen würden in 'England nicht durch Handelsfirmen verkauft und feien nicht öffentlicht erhältlich. Er

wert.--Und ebenso bemerkenswert ist der

folgende Satz, den mir in dem Bericht des Ber­liner Korrespondenten des „Daily Telegraph" fin­den: „Welche Abkommen auch immer andere Deutsche Regierungen abgeschlossen haben oder ab­schließen werden, wir werden es ablehnen, poli­tische Zahlungen fortzusetzen, deren Forderung von der Entschlossenheit, uns zu versklaven, ein­gegeben ist." Dann folgt der Satz über die Be­reitschaft der Nationalsozialisten, kommer­zielle Schulden anzuerkennen. Es ist die Frag? erlaubt, was der erste Satz bedeuten soll und ob sich Hitler über alle seine Konsequenzen klar ist.

Märkte.

Vorbericht des Berliner Schlachlviehmarkles.

— Berlin, 8. Dez. (Gig. Meld.) Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Rinder 9—39, Käl­ber 18—55, Schafe 15—36. Schweine: vollst. Schweine von 240—300 Pfd. Lebendgewicht 43—44, vollst. Schw. von 200—240 Pfd. Lebendgewicht 39—42, vollfl. Schw. von 160—200 Pfd. Lebendgewicht 36—39, vollfl. Schw. von 120—160 Pfd, Lebendgew. 33—36, Sauen 36—38. Aufgetrieben waren: Rinder 1808,. Kälber 2335, Schafe 4411, Schweine 15234. Marktverkauf: Bei allen Aiehgattungen ruhig.

Konkurse und Insolvenzen.

— Konkurs Firma Gebr. Wassermann u. Co. G. m. h. in Iulda. In dem Konkursverfahren über das Ver­mögen der Firma Gebr. Wassermann u. Co. G. m. b. H. in Fulda sand am Montag der Schlußtermin statt. Einwendungen gegen dos Schlußverzeichnis erfolgten nicht. Verfügbar sind 2394*95 Mark, die nur für die bevorrechtigten Forderungen im Gesamtbeträge von 2878,76 Mark zu verwenden sind. Somit entfallen auf diese Forderungen 83 Prozent. Die nicht bevorrechtig­ten Forderungen in Höhe von 25865,62 Mark bleiben unberücksichtigt. Nach beendeter Ausschüttung der Masse wird das Verfahren aufgehoben. ■

— Kasseler Garnfabrik Obstfelder und Diehschold Kassel. Ueber das Vermögen der Firma Kasseler Garn­fabrik Obstfelder und Dietzschold in Kassel, Orleans* straße 3, ist Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Termin zur Verhand­lung über den Vergleichsvorschlag ist auf den 21. De­zember vor dem Amtsgericht in Kastel anberaumt.

— Insolvenz im Kasseler Werkzeugmaschinenhandel. Die Firma W i e t h o s f u. Co. G .m. b. H. hat sich ge­zwungen gesehen, die Zahlungen einzustellen. Die Ge­sellschaft strebt einen gerichtlichen Vergleich an, dessen Quote erst nach Fertigstellung des Status bekannt gege­ben werden kann. Die Gesellschaft gehört zu den führen­den Firmen der Werkzeugbranche und Werkzeugmaschi- nenfäbriten Mitteldeutschlands.

Dr. von Michael,

der neue Staatsminifter von Mecklenburg-Strelitz, der nach dem Sturz des Freiherrn von Reibnitz zu Lessen Nachfolger gewählt wurde. Dr. von Mi­chael gehört der deutschnationalen Fraktion in mecklenburg-strelitzschen Landtag an.

auf 7 Prozent erfolgte. Besondere Verluste auf Rohma­terialien sind nicht entstanden und in größerem Um­fange auch nicht möglich, da ein spekulativer Einkauf nicht in Frage kommt. Die Finanzlage ist zufrieden­stellend. Den Pfundforderungen stehen ausreichende Verpflichtungen in Pfunden gegenüber. Das Effekten- portefeuille findet, auch wenn die heutigen Verhältnisse als Grundlage für die Bewertung angesehen werden, seinen Ausgleich in sich selbst. Eine Voraussage für die weitere Geichäftsentwicklung läßt sich nicht machen.

— Allianz und Stuttgarter Lebensversicherungs-A.-G. Im November d. I. sind in der großen Lebens­versicherung 3700 Anträge über 2 4 Millionen Rm. Versicherungssumme eingegangen, in der Spar- und Versorgungsversicherung mit monatlicher Beitragszahlung 9100 Anträge über 11 Millionen Rm. Versicherungssumme. Der Gesamtzugang im Novem­ber betrug also 12 800 Anträge und 35 Millionen Rm. Versicherungssumme gegen 28 Mill. Versicherungssumme im August, 31 Mill. Rm. im September und 34 Mill. Rm. im Oktober.

Der Berliner Essetten-Freiverkehr.

wtb. Berlin, 8. Dez. (Erg. Meld.) Im heutigen tele­phonischen Freiverkehr wollte man in den Vormittags­stunden eine gewisse Beruhigung feststellen. Die weitere Erholung der deutschen Werte in Newyork wurde als ein gutes Zeichen angesehen und auch sonst schien man hinsichtlich der Notverordnung etwas zuversichtlicher gestimmt zu fein. Man scheint sich die SPD. geneigter machen zu wollen, indem man von einer Senkung der Einkommensteuer-Freigrenze absieht, auch soll doch eine allgemeine zehnprozentige Mietsenkung eintreten. An eine Kapitalertragsteuer wird auch nicht mehr gedacht, doch wird allerdings hierfür eine einmalige lOprozentige Kouponsteuer geplant. Letztere wurde natürlich in er­ster Linie für die festverzinslichen Werte von Bedeu­tung fein, da die Mehrzahl der Aktiengesellschaften in diesem Jahre doch keine Dividenden zahlen. Man konnte also zunächst für Aktien ein gewisses Deckungsbedürfnis feststellen und nannte gegen gestern abend leicht befestigte Kurse. Farben erholten sich anfangs um ca. 1 Prozent, d. h. ihr Verlust hatte gestern abend 2 Prozent betra­gen, wobei man einmal von Glattstellungen bei der Li- guidationskaste und zum anderen von Tauschorders ge­gen Farbenbonds sprach. An den übrigen Märkten waren die Kursveränderungen dagegen heute sehr ge­ring. Bankaktien lagen behauptet: von Elektropapieren waren Siemens und AEG. weiter auffallend wider­standsfähig, während Schuckert und Licht ü. Kraft eher etwas zur Schwäche neigten. Müntanwerte zeigten ruhige Tendenz, und für Kunstseideaktien bestand eher etwas Interesse. Arn Markte der f e st v e r z i n s l i ch en Werte blieben die Veränderungen gering, nur Reichs­bankvorzugsaktien schwächten sich um ca. 2 Prozent ab. 3m Verlause des Vormittags wurde die Tendenz aber allgemein schwächer. Die Information eines Mittagsblattes, daß die Notverordnung auch eine Zwangskonvertierung der Zinsen vorsehe, verstimmte und löste bei der Spekulation Abgabeneigung aus. Man wollte auch wissen, daß heute die deutschen Werte in der Schweiz wieder schwächer seien und brachte dies in Zu­sammenhang mit den Baseler Verhandlungen, die scheinbar für Deutschland nicht gerade günstig stän­den. Es hatten sich ja bereits am gestrigen ersten Ver­handlungstage verschiedene Schwierigkeiten gezeigt, die aber doch wohl hauptsächlich politischer Natur waren. Die Kurse der Aktienwerte verloren daher meist wieder ihre ersten Gewinne und gingen teilweise noch unter das gestrige Abendniveau zurück. Bemerkenswert schwä­cher lagen hierbei Bankaktien.

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— Stillegung der Waggonfabrik ttreb« Kassel. Wie wir erfahren, sieht sich auch die Waggonfabrik Gebr. Credg u. Co., Kassel gezwungen, zu Anfang Januar 1932 ihren Betrieb vorläufig stillzulegen. Die Kün­digungen sind bereits ausgesprochen worden. Der Reichsbahnauftrag für 1932 ist so stark herabgesetzt wor­den, daß er etwa nur ein Sechstel der bisherigen Auf­tragsmenge beträgt. Die Stillegung ist jedoch nur eine vorübergehende Maßnahme. Man hofft den Betrieb, wenn auch in verringertem Umfange zum Februar 1932 wieder aufnehmen zu können.

— Stillegungsantrag beim Hesfen-Rasfauischen-Hiit- fenverein. Der Hessen-Nassauische Hüttenverein hat für die Eibelshäuserhütte, die Neuhütte, die Lud- wigsbütte und die Amalienhütte vorsorglich Stillegungsantrag gestellt. Begründet wird diese Maßnahme mit der Beendigung der Saison und dem dadurch in vollem Maße fehlenden Absatz. Das Werk wird jedoch im Rahmen der gegebenen Möglichkei­ten weiterarbeiten lassen.

— Starker llmsahriickgang bei A. E. ®. In der A.-R-Sitzung der AEG. teilte der Vorstand mit, daß der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr sich auf etwa 370 Millionen belief, gegenüber 520 Mill, im Vorjahr, also um rund 30 Proz. zurück-gegangen ist. Der im abgelaufenen Jahr rückläufige Auftragseingang hat auch im neuen Geschäftsjahr noch keine Besserung erfahren. Durch den Ausfall der Investierungen der öffentlichen Hand und der Industrie war ausreichende Beschäftigung nicht möglich. Die Exportmöglichkeiten wurden mehr und mehr behindert. Der Abschluß wird trotz Maßnahmen zur Senkung der Produktionskosten

Eine Kommunistische Spionngezenkraie.

Zur Aufdeckung des illegalen Kurzwellensenders bei Wien

Ueber die geheime Spionagezentrale mit dem Kurz­wellensender in Baden bei Wien bringen dis Wiener Montagsblätter ausführliche Berichte, denen u. a. zil ent­nehmen ist, daß die van der Behörde feit einiger Zeit eingeleiteten Erhebungen ergeben haben, daß man einer zweifellos internationalen kommunisti­schen Spionagezentrale^ der bisher größ­ten E u r o p a s, a u f die Spur gekommen ist, bie mit den modernsten technischen Mitteln ausgerüstet war, um unabhängig von Post und Telegraph mit ihren Hintermännern m Verbindung zu bleiben. Ueber die Namen der bisher Verhafteten kann noch nichts mit Be­stimmtheit gesagt werden. Es steht nur fest, daß sie alle über sehr reichliche Geldmittel verfügten, die ihnen offen­bar vom russischen Geheimdienst zugekommen sind. Die Staatspolizei hat sich im Laufe des Sonntags mit den ausländischen Polizeibehörden ins Einvernehmen gefetzt, um möglichst rasch die Identität der Verhafteten festzü- stellen. Cs wurden bisher drei Männer und zwei Frauen verhaftet. Feftgestellt wurde auch, daß außer der Bade­ner Anlage noch in Wiener-Neustadt eine Anlage er- rtdjtet wurde. Vor Abschluß der Erhebungen ist kein offizieller Bericht zu erwarten.

' von derMaul-und Klauenseuche

Für diese Seuche, die unverzüglich auszusüh- rende Anzeigepfsicht bei der Polizeibehörde. Sie ist eine ansteckende, mit der Bildung von Blasen im Maule und an den Klauen, auch am Euter begleitete, schnell verlaufende Erkrankung des Klausnvishes (Rindvieh, Schweine, Schafe und Ziegen). Den Ansteckungsstoff kennt man bis heute noch nicht. Um ein Tier krank zu machen genügt beim Rind der 100 OOOfte Teil eines Kubikzenti­meters vom Blafeninhalt, was die außerordentlich leichte Verbreitung und Verfchleppung der Seuche erklärt. Die Krankheit zeigt sich nach 3—6—12 Tage der Ansteckung in leichtem Fieber, gering­gradiges Speicheln und Störungen in der Futter­aufnahme und des Wiederkauens. Ist das Fieber verschwunden, treten die Hanfkorn-Haselnußgroßen Blasen (grau bis gelblich-weiß) mit farbloser oder gelblicher Flüssigkeit an den Lippen, Zungen, Zahnfleisch, Nasenspiegel auf, die sobald sie geplatzt sind, nässende rötliche schmerzhafte Wunden hin­terlassen, deren Heilung vom Rande her in etwa 14 Tagen erfolgt. Inzwischen zeigt sich Abma­gerung, Verwerfung und Verringerung der Milch- absonderng. Die Tiere liegen viel, sind nur schwer zum Aufftehen zu bewegen und haben lahmenden Gang. Verläuft die Seuche bösartig, so kann plötz­licher Tod eintreten, bei welchem neben den Ver­änderungen im Maul und den Klauen der Herz­muskel graufleckig sich zeigt.. Um einen gutartigen Verlauf der Seuche zu fördern muß reichliche Ein­streu gemacht werden, hartes und stengeliches Fut­ter muß vermieden, die kranken Klauen müssen nach tierärztlicher Anleitung behandelt werden, nicht mit Geheimmitteln. Um den Ansteckungsstoff in der Welch wird durch ausreichende Erhitzung über offenem Feuer bis zum wiederholten Aufko­chen vernichtet. Aus Kleidungsstücken wird durch Desinfektion der Ansteckungsstoff vertrieben (Ab­bürsten mit Seifenwasser und 24 Stunden in 2,5 Prozent Kreosolwasser legen oder auskochen). Holz- schuhe sind mit 3 Prozent heißer Soda-Seifenlösung zu scheuern, Lederschuhe sind nach Abbürsten mit

— Frankfurter Getreidemarkt vom 7. Dezember. Die Getreidebörse hatte ruhigen Geschäftsgang. Bei kleine­rer Nachfrage, aber doch nicht sehr drängendem Angebot lagen Weizen und Futterrnttek schwächer. Roggen war bei mäßigen Umsätzen gehalten. Es wurden bezahlt für je eine Tonne Weizen 224—225, Roggen 221.5 bis 222.5, Gerste 175—180, Hafer 155—160, für je 100 Kilo Weizenmehl Md. 3?.?5— 30.25 Ssnd"-nw^lunq 33.5 bis 34.5. nieberrb. 35.25—36, ^ondermoblung 33 5 bis 34.25, Roggenmehl 30.75—32, Weizenkleie 8.5, Roggen­kleie 9,25, Erbsen 32—33, Linsen 25—56. Heu 5-5.25, Stroh drahtgepreßt 3.75—4, gebündelt 3.75—4, Treber 13. —Kartoffeln. Industrie hiesiger Gegend 2 75 Rm. Tendenz: Flau.

— Frankfurter Pferdemarkt vom 7. Dezember. Dem letzten diesjährigen Pferdemarkt am Montag waren der päten Jahreszeit entsprechend ziemlich viel Pferde aufge­trieben, darunter gutes Material aber in der Minderheit. Leichtere Laufpferde und Schlachtpferde wurden zahlreich angeboten. Zunächst herrschte geringe Kauflust, später be­lebte sich das Geschäft etwas, so daß man mit dem Ergeb­nis im ganzen zufrieden fein konnte. Die Preise gaben leicht nach. Besonders weichend waren die Preise für Schlachtpferde, die vielfach bis zu einem Drittel der seit­herigen Sätze nachgaben. — Der nächste Pferdemartt wird am 4. Januar 1932 abgehalten.

* Die weiteren Ergebnisse der Gemeinderatswah­len in Württemberg bestätigen die allgemeine Ten­denz dieser Wahlen, die in einem Anwachsen der Na­tionalsozialisten und teilweise der kommunisti­schen Stimmen auf Kosten der Sozialdemokraten und Mittelparteien besteht.

t Urteil im Kommunistenprozeß in Nenmün- ster. In dem seit einer Woche gegen 21 Kom­munisten, die an den schweren Zusammenstößen am 11. November beteiligt waren, geführten Prozeß, fällte das Gericht folgendes Urteil: Der Haupt­angeklagte Timm wird wegen Landfriedens­bruches zu z w e i e i n hal b Iah r en G efäng - Nis, Winkler zu einem Jahr Gefängnis, Rahkfs und Koebbert zu je -sieben Monaten Gefängnis, die übrigen 17 Angeklagten zu Gefängnisstrafen von vier bis sechs Monaten verurteilt.

* Die Stopfnadel als Retterin in der Rot. Um die Mittagszeit traf in H o r f e n s der deutsche Dampfer „Brechsee" der Hamburger Reederei Schumann ein. . Der Kapitän berichtete, daß er eine sehr gefahrvolle .Reise hinter sich habe. Er sei in schweren Sturm geraten. Plötzlich unmittel­bar vor der Küste habe sich ein schwerer. U n - g l ü ck s f a l l ereignet. Eine Scheibe des Navi­gationsraumes sei von einer Sturzfee eingedrückt worden. Alle Seekarten ,die Schiffspapiere und ein Teil der Kantinenkaffe sowie der Apotheke des Schisses feien mitgerissen worbens Der Kapitän sah plötzlich, wie ein Matrose von der See gefaßt und gegen einen eisernen Bakken geschleudert wurde. Der Kapitän sprang sofort hinzu und ver­hinderte, daß der Mann in die See stürzte. Es er­wies sich, daß der Matrose eine schwere Kopf­verletzung erhalten hatte. Dem Kapitän blieb nichts anderes übrig, als den Mann sofort zu ope­rieren, d. h. in Ermangelung von irgendwelchen Apothekersachen ihm mit einer Stopfnadel und Vindfadendie Wunde zuzunähen Ueberraschenderweise hatte die Operation keine üblen Folgen. Das Befinden des Mannes soll gut sein.

Neues in kürze.

Die beiden Filialleiter der Bank der vstpreußischen Landschaft Müller und Völlrner in Königsberg sind ver­haftet worden. Die Verhaftung der beiden Filiallei­ter steht im Zusammenhang mit der Aufdeckung von Unterschlagungen in Höhe von etwa 50 000 Mark,

der ordnungsmäßigen voraussichtlich einen Betriebsverlust ausweisen, während im Vor-

Aus der Fuldaer Bankwett.

Die Liquidation des Bankgeschäftes Gebr. kahmann.

Auf Veranlassung der Inhaber des Bank- und Wech­selgeschäftes Gebr. Katzmann in Fulda fand Montag nachmittag in der Harmonie eine Gläubigerverfammlung statt, um zu der angekündigten Liquidation Stel­lung zu nehmen. Rund 85 Gläubiger waren zu der Ver­sammlung erschienen.

Starke Abhebungen, die auf Grund von Gerüchten über einen größeren Verlust des Bankhauses einsetzten, haben die Geschäftsinhaber bekanntlich vor einigen Ta­gen veranlaßt, die Schalter zu schließen. Nach dem in der Gläubigerverfammlung vorgelegten Status betragen die Passiven 284719 Mk., denen Aktiva in Höhe von rund 355500 Mk. gegenüberstehen, so daß sich ein rechnerischer lleberschuß von rund 70 800 Mark ergibt. Bei Berücksichtigung von 55000 D u- b i o f e n bleibt immer noch ein Aktivsaldo von etwa 15 000 M k. übrig.

Die Bankleitung hegt die bestimmte Erwartung, daß bei einer ruhigen Abwicklung des Geschäfts keine Ver­luste für die Gläubiger eintreten werden. Aus Antrag des Rechtsanwalts Dr. Heinemann wurden die beiden Geschäftsinhaber mit der Durchführung der Li- quidierung des Bankhauses betraut. Zur Ueber- wachung der Abwicklung wurde ein 7köpfiger Gläubiger­ausschuß bestellt.

Oberbürgermeister Dr. Goerdeler-Leipzig

soll, wie gemeldet wird, für das Amt des Preisab- baukommiffars vorgesehen fein. Seine Aufgabe würde die Durchführung des Brüningfchen Pro- der

Seifenwasser mit Lapepn abzureiben, die man vor­her mit verdünnter Karbolsäure getränkt hat.

In Zeiten der Seuchengefahr soll man fremden Personen die gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ihr Beruf herumführt, den Zutritt zu dem Stand­ort der Tiere untersagen. Die Kleidungsstücke und Schuhe des neuen Dienstpersonals sollen unbe­dingt desinfiziert werden. Da die Seuche auch auf den Menschen übertragbar ist, weil sie mit den kranken Tieren umgehen müssen oder deren rohe Milch trinken, sollen sich die Tierpfleger oft die Hände desinfizieren und nur gehörig erhitzte Milch genießen. _______________

In der Strafsache gegen Generaldirektor a. D. Katzen eilenbogen und Gen. in Berlin ist die Vor­untersuchung abgeschlossen. Die Akten sind der Staats­anwaltschaft zur Stellung ihrer Anträge zugegangen.

katholische weit.

(Wiederholt, da nur in einem Teil der gestr. Anklage,

— Der Katholikentag in Essen 1932. Irn großen Essener Stadtgartensaal land die Wahl des Ortsaus­schusses für den Deutschen Katholikentag statt, der bekanntlich im nächsten Jahre vorn 1. bis 4. September tn Essen abgehalten wird. Nach dem Vor­trag des „Veni Creatur Spiritus" und einer Begrü­ßungsansprache des Oberstudiendirektors Dr. Fischer, in der an die Tatsache erinnert wurde, daß 1906 zum ersten Male in Essen ein Deutscher Katholikentag war hieß Oberbürgermeister Bracht namens der Stadt Essen die Erschienenen willkommen. Er gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß nach 26 Jahren Essen wieder die große Heerschau der deutschen Katholiken empfangen dürfe. Als Vertreter des Kölner Erzbischofs, Kardinal Schulte, sprach der Generaloikar und Prälat Dr. David. Der Kardinal wird das Protektorat' des Essener Katholikentages übernehmen. Die Grüße des Zentralkomitees der Katholiken Deutschlands überbrachte der Präsident Fürst Alois zu Löwenstein. Die Versammlung wählte zum Vorsitzenden des Lokalkomi­tees den Oberstudiendirektor Fischer, worauf dann die übrigen Mitglieder des Komitees gewählt wurden. Dann sprach Dompropst und Prälat Dr. Donders tMünster i. W.) über das Thema „Der Katholikentag und die heutige Zeit".