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ö. Dezember

Ilr. 282

Beilage zur Fuldaer Zeitung

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Anton Heinen als Volksbildner

Volksbildung kann nur auf gebaut wenden auf der Grundlage der Volkserziehung, denn Bildung setzt die Erziehung voraus und vollendet sie, derart,daß das Bewußtsein der Volksgemeinschaft in jedem Volksglied zu einem grundlegen­den Bestandteil seiner Weltanschauung wird."Wer immer sich für seine Zeit und sein Volk verantwortlich weiß, wer das Bewußtsein der Glied­schaft lebendig in sich trägt, der stellt den kommenden Typus des Gebildeten in sich dar." (Krieck.)

Wenn man diese grundlegenden und wegweisenden Sätze Ernst K r i e ck s mit dem Ausspruche Heinens vergleicht, mit dem er den Herzpunkt seiner Lebensarbeit angab:3d> tue nichts mehr, es sei denn, Menschen zur Verantwortung anzuleiten" so ist dieser Aus­spruch fast wie eine Antwort auf die Forderung Kriecks, eine Antwort allerdings, die eher war als die Forde- rung; denn Kriecks Erziehungsphilosophie erschien 1930, nachdem Heinen fast ein Menschenalter in Wort und Schrift am Werke der Volksbildung war. Und wenn man die Erkenntnisse des neuzeitlichen Pädagogen und Erziehungsphilosophen Krieck als Maßstab anlegt an das Lsbenswerk Heinens, so sieht man staunend, wie sich hier zwei Männer begegnen, die von ganz verschiedenen Ausgangspunkten kommen.

Indes mag hier dieser Hinweis genügen und die Feststellung, daß Heinen als Volksbildner den Forde­rungen der modernen Wissenschaft in einer Weise ent­spricht, die man schlechthin als deren Erfüllung be­zeichnen muß. Wesentlicher für uns ist die Einsicht in die Eigenart dieses Mannes und seiner Arbeit, deren Bedeutung für die Gegenwart noch nicht in genügen­dem Maße erkannt ist. Dabei wird die Tätigkeit Hei- nens als Redner außer Betracht gelassen, da sie natur­gemäß auf einen kleineren Kreis beschränkt bleiben

muh, während der Wirkungsbereich des Buches fast unbeschränkt ist.

Unter der Flut von Büchern ähnlichen Inhalts und ähnlicher Richtung nehmen die von Heinen eine Son­derstellung ein. Sie alle tragen das Gepräge einer Per­sönlichkeit, die als ein Schauender im Mittelpunkt der Dinge steht. Sie sind frei von salbungsvoller Lehr­haftigkeit und lebensfremder Wissenschaft, sie zwingen nichts auf mit ausgeklügelten Beweisen, sie eifern nicht und streiten nicht. Aber sie erwecken und entzünden unwiderstehlich und wissen die verschütteten Quellen in jeder Seele freizulegen. Sie scheinen wohl auch Man­chem auf den ersten Blick simpel und hausbacken, weil wir die schlichte Werterfülltheit nicht mehr gewohnt sind; es kommt diesen Büchern weniger daraus an, daß wir zum Schlüsse etwas begriffen haben, sondern daß wir ergriffen sind. Und sie ergreifen unsere Seele mit einer geheimnisvollen Macht, sofern nur irgend ein An­satzpunkt vorhanden ist. Man wird an die großartige Einfachheit in der Lehrweise des Heilandes erinnert, wenn man diese Bücher lieft. Dem entspricht auch die Art Heinens, stets von den nächstliegenden Dingen, von den Lebenswirklichkeiten auszugehen, um etwas deut­lich zu machen. Das letzte Geheimnis der Wirkungs­macht Heinenscher Bücher allerdings liegt in der Per­sönlichkeit des Verfassers und ist einmalig und uner- klärbar. Einen bezeichnenden Einblick jedoch gewinnen wir, wenn Heinen in derBergpredigt" (S. 15) er­zählt:

Hat mir einmal Jemand gesagt:Sie haben jahre­lang studiert und an den Quellen der Weisheit gesessen, haben große, dicke Bücher daheim; daß Sie über die Dinge so gar anschaulich klar und einfach sprechen kön­nen, das nimmt mich nicht wunder. Aber wir schlich­ten, einfachen Leute!" Und ich habe ihm zur Antwort gegeben:Lieber Freund, ich habe wohl zehn Jahre ge­braucht, bis ich das ganze studierte Zeug einmal wie­der ausgeschwitzt hatte und mich auf jene einfache Sin*

derweisheit besonnen, die mir meine Mutter mitgege­ben hatte.Es stimmt schon, und je älter man wird, je mehr sieht man ein, was der Herr hat sagen wollen mit dem Wort:Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so könnt ihr nicht eingehen ins Himmelreich."

In diesen Worten liegt auch der Schlüssel für die Kunst Heinens, die schwierigsten Dinge so klar und ein­leuchtend zu sagen, daß auch der einfachste Mensch sie versteht, sofern er nur irgendwie auf Innerlichkeit ge­stimmt ist. Es gibt keine Derständnisschwierigkeiten für die suchende Seele in Heinens Büchern, trotzdem sie nur handeln von den höchsten und letzten Dingen. Denn jede Wirrnis unserer Zeit geht letzten Endes auf reli­giöse Ursachen zurück und ist nur von dieser Sicht aus zu lösen. Und vielleicht ist Anton Heinen einer der Wenigen, wenn nicht der Einzige, dem es gelungen ist, in den Büchern den religiösen Fragen der Gegen­wart jene schlichte, volkstümlich« Form zu geben, die wir wiederfinden im Volkslied und im Märchen.

Obwohl Heinens Bücher volkstümlich sind im be­sten Sinne, wäre es falsch, zu glauben, mit ihrer Ein­stellung m Volksbüchereien sei genug getan. Denn alle die Bücher wollen betrachtet fein, nicht gelesen. Sie gehören ins Haus, und sie dorthinzubringen, ist nicht schwer, denn das Volk hat ein sicheres Gespür für das Echte. Das wird der bestätigen, der je versuchte, die Bücher Heinens einfachen Menschen in di« Hand zu geben. Sie sind die religiösen Hausbücher der Gegen-- roart, und jedes von ihnen ist eine stumme und ein­dringlich« Predigt, doch nicht etwa nur für das Volk. Denn so mit jede echt« volkstümliche Kunst sich richtet auch an den Gebildeten, der ja auchVolk" ist, so haben Heinens Bücher den gleichen Wert auch für den Höchst- gebildeten, sofern er gebildet und nicht ver­bildet ist. llnb vielleicht haben sie noch einen be- sonderen Wert für ihn dadurch, daß sie ihn wieder hin- sühren zu den Grundlagen seines Wesens und Lebens überhaupt, zu denMüttern" im Götheschen Sinne

und dadurch einer Bolkwerdung den Weg bereiten, die ja Sinn aller Volksbildung ist.

Das Ziel seiner Arbeit und das des Katholiken in der heutigen DolksbÜbungsarbeit gibt Heinen mit den Worten (Katholische Bildungswerte S. 103): Er hat die Ansprüche Gottes geltend zu machen. Er hat nichts anderes zu tun, als was die Propheten immer wieder getan haben. Will er als Fachmann auftreten, so hat er Fachmann zu sein, und zwar ganzer Fachmann. Er soll aber auch und nicht etwa neben­bei ganzer religiöser Mensch fein, der aus den Ewigkeitswerten seiner Kirche geformt ist . . . Kann man von der Religion her die Gesetze des staatlichen Lebens, die Gesetze der Wirtschaft und der Kunst und Wissenschaft ändern oder illusorisch machen? Da» wäre eine direkt törichte Anschauung. Von der Reli­gion her kann nur eines geschehen, was allerdings für uns Menschen und unsere Bindugen das Herzstück ist: Menschen können umgewandelt werden aus Ichmen­schen zu Wirmenschen, aus Verantwortungs­losen zu Verantwortlichen, aus Sklaven der Materie zu Freien des Geistes, aus Lügnern in Wahrhaftige.

Einem Menschen kann ich bloß helfen, sei es durch Abwehr von Gefährdungen, sei es durch Erweckung von Kräften, die in ihm schlummern, daß erzu sich selbst komme", daß er die Idee, den Gottesgedanken Mensch" in seiner Weise, an der Stelle, an die ihn Berus oder Zufall gestellt hat, so weit verwirkliche, als seine Kräfte reichen, (ebd. S. 10).

Alle, denen von amts- und gottesroegen Volk an­oertraut ist, werden in den Büchern des priesterlichen Dolksbildners Anton Hemm die Hilfen zu gedeihlicher Arbeit finden auch in unserer notvollen Zeit, und Hei­nens Bücher im Volke werden unsere besten Mitarbei­ter fein zu dem letzten Ziele jeder Volksblldungsarbeit: Daß jeder werde ein Herold der göttlichen Liebe. -W.

neben dem Ratio na lismus die Hauptwur» zel des Weltelendes. Wollen wir die Kirche dafür strafen, dah sie in unserem eigenen Interesse, nicht nur dem religiösen, sondern auch dem wirtschaft­lichen und sozialen, darauf verzichtete, sich zur Ausbreitung ihrer Misiionen diesem Mammonis» mus in die Arme zu werfen?

Gedanken sör die Zeil vor Veihuachke«.

Der Krippenbau.

In dieser Zeit bauten wir als Knaben unser Kripp- chen so: Bei einem Kaufmann wurde Papier erbettelt, das als Hülle für Zuckerhüte gedient hatte. Dieses Papier bestrichen wir mit Seim und streuten auf diesen ein Ge­misch von Silbersand, Metallspänen, fein zerkleinertem Glas und dgl. Dieses Papier war der Stofs, von dem ein Berg aufgerichtet wurde, der eine Höhle enthielt, die als Stall bienen mußte. Die Figuren, soweit man sie nicht selber von Wachs mittels Gips formen Herstellen konnte, waren bei dem W. a. d. M. zu haben. Medizinal­rat Dr. Schwarz hat in seinenBuchenblättern" be­schrieben, wie eine Mutter ein Krippchen baute . . .

Und in der Ecke bei dem Bette, ein Krippchen hat auf einem Brette für ihren Liebling sie gebaut; drin man auf Stroh gebettet schaut, so arm das Jesukindlein, dane­ben Ochs und Eselein. Darüber sich der Engel findet, der Frieden aller Welt verkündet, der Stern, der die drei Kön'g« führt, Maria, Joseph und ein Hirt, nebst einer großen Lämmerschar, im Moose nicht vergessen war, die rot und weiß gestrichene Planken, das Krippchen zierlich schön umranken. Vorn stand ein Mönchlein mit dem Sack, in dem auch schon ein Kreuzer stak. Im Vorgefühl der Lust des Knaben kann sich die Mutter schon laben."

Wir Knaben glaubten nach der Ueberlieferung, den Stall in eine Höhle verlegen zu müssen. Plant man etwa nach diesem Glauben einen Krippenbau für eine Kirche, so muß dieser ein Aussehen haben, daß kein Kritiker etwas gegen dessen Naturhastigkeit einwenden kann. Zur Erreichung dieses Zieles kann Webstoff dienen, doch muß dieser so angebracht werden, daß keine Falte seine Ver­wendung verraten kann; eine Möglichkeit, die im vorigen Jahre an einem Krippenbau im kath. Gesellenhaus be­wiesen wurde; absolut unvermeidbare Falten waren da mit Ampelpflanzen verdeckt. Die Arbeit wurde nach einem größeren, farbigen Lichtbilde des berühmten Felsens von Masabielle, der sich bei Lourdes befindet, ausgeführt. W. Herchenbach schreibt:

Schon die äußere Form dieses mächtigen Felsens er­füllt die Besucher mit Verwunderung, denn der untere Teil desselben ist von drei ungleichen Höhlen durchbro­chen. Di« erste, die sich gleich über dem Erdboden öffnet, ist die größte; sie gleicht einem riesigen Backofen, lieber derselben besinden sich noch zwei kleinere, von denen die größere Aehnlichkeit mit einer Kirchennische hat. Vor derselben breitet sich ein, aus einer Felsens palt« hervor- ragender wilder Rosenstock aus. Dieses ist der Ort, an den sich die merkwürdige und weit bekannt« Erscheinung der hl. Jungfrau knüpft. Der genannte Felsen besteht aus Basalt, der wahrscheinlich einmal in geschmolzenem Zustande gewesen ist." Gerade diese Gesteinsart läßt sich mit Webstoff am leichtesten vortäuschen, weil seine Flä­chen sich überall glatt anfühlen und doch dabei die Mög­lichkeit bieten, eintönige Formen zu vermeiden. Natur­studien und schöpferische Ideen müssen dabei mithelfen. Der Webstoff muß einheitlich basaltartig gefärbt sein. Es dürfen also nicht hervorragende Stellen aufgelichtet wer­den. Die Höhle ist innen mit gesiebtem Heusamen so zu bestreuen, daß die Plinthen (Sockel) der Figuren nicht zu sehen sind. Die Flächen außerhalb der Höhle (soweit sie nicht mit Moos ober anderen Gewächsen überkleidet sind,) müssen mit Basaltsplitt versehen fein. Natürlich gibt es auch Höhlen von anderem Gestein, dessen Nachbildung vielleicht ebenso möglich ist, wie die der Basallhöhle. Wo eine Höhle ist, hat die Natur bewiesen, daß zweifellos das betreffenb« Gestein hängen bleibt, und nicht in den Hohl­raum abstürzen kann. Nur solches Gestein (kein erdich­tetes) rechtfertigt die Nachbildung. Die Oeffnung der Hohle darf nicht (etwa wie ein Torbogen) gemauert er­scheinen. Die Ränder der Oeffnung können phantasiereich gestaltet sein; z. B. wie die Umrisse der Milseburg.

Georg H o s« n f e l d.

Zweiter Advenlsonnlag.

Eingangslied: 3f. 30, 30.

Du Volk von Sion, siehe, der Herr wird kom­men, die Heiden zu erlösen. Und der Herr wird seinen majestätischen Ruf kundtun in der Freude eures Herzens. Pf. 79, 2) Hirt Israels, höre uns, du, der Joseph wie ein Schäflein führt.

Epistel: Röm. 15, 413.

Brüder! Alles, was geschrieben ist, ist zu un­serer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Geduld und den Trost, den wir aus den Schriften schöpfen, Hoffnung haben. Gott aber, der Spen­der der Geduld und des Trostes, verleihe euch, daß ihr ein und desselben Sinnes untereinander seid nach dem Vobbilde Jesu Christi, damit ihr ein­mütig, mit einem Munde, den Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus verherrlicht. Daher nehme ein jeder von euch sich des andern an, wie auch Christus sich um euch angenommen hat, zu Thren Gottes. Denn: Christus Jesus hat sich der Beschneidung unterworfen um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die den Vätern gegebenen Ver­heißungen zu erfüllen; die Heiden aber verherr­lichen Gott um seiner Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich preisen un­ter den Heiden, o Herr, und deinem Namen lob- singen. Und wiederum heißt es: Frohlocket, ihr Heiden, mit seinem Volke. Und abermals: Lobet den Herrn, ihr Heiden alle, und preiset ihn, ihr Völker. Ferner sagt Jsaias: Kommen wird der Sproß Jesse und sich erheben, um über die Heiden zu herrschen; auf ihn werden die Heiden hoffen. Gott aber, der Spender der Hoffnung, erfülle euch mit jeglicher Freude und mit Frieden durch den Glauben, damit ihr überströmet von Hoffnung und von der Kraft des Heiligen Geistes.

Evangelium: Matth. 11, 210.

Sieh, ich sende meinen Boten vor dir her, daß er dir den Weg bereite.

Anbesteckke Empfängnis.

Don G o e r g e.

Du bist gesegnet, Jungfrau Maria, vom Herrn, dem höchsten Gott, mehr denn alle Frauen auf Erden. Du bist der Glanz Jerusalems, du, die Wonne Israels, du die Ehrenkrone unseres Volkes. Ganz schön bist. du, Maria, und keine Makel ist an dir." Nun erklingt wieder der wun­dersam heilige Lobgesang hinein in das Dämmer­licht begonnenen Adventszeit. Der von fei­ten der Gläubigen bereits seit Jahrhunderten ge­feierte TagMariä Empfängnis" als deutlichster Ausdruck jener alten vor 77 Jahren zum Glau­benssatz erhobenen Lehre und die herrlichsten Schöpfungen der christlichen Kunst, die von ihren kindlich-einfachen Darstellungen an in den ersten christlichen Kultstätten die gewaltigste und sinn­fälligste Lobpreisung des Lebensganges der aller­seligsten Jungfrau wiedergeben und so den Weg zu den Herzen der Menschen ebnen mußten, reden zu uns doch die eindringlichste Sprache, so daß das demütige-stolze Wort im Gebirge von Judäa sich mehr und mehr erfüllt hat:Von nun an werben mich selig preisen alle Ge- schlechter der Erde."

Je herrlicher und reiner wir die Heiligkeit des göttlichen Heilandes erstrahlen lassen, desto makel­loser muß sein Tempel erscheinen, der ihn um- borgen hat.Du und deine Mutter", so ruft der hl. Ephraim aus,ihr seid die einzigen, die in je­der Hinsicht ganz schön sind, denn an dir, o Herr, ist kein Flecken, und an deiner Mutter keine Ma­kel." Die Empfindung brach immer mehr durch, daß die Ehre, die dem Sohn gebührt, es nicht ver­trägt, daß ein Schatten von Sünde auf die Mut­ter fällt. Darum schon das Wort des hl. Augu-

licht. Im 11. Iahrundert finden wir das Fest auch in Deutschland. Schließlich hatte sich hn 14. Jahr­hundert die Verehrung derEmpfängnis der Un­befleckten" zum hochbeliebten Festgedanken der Unbefleckten Empfängnis" vertieft, so daß bann Sixtus IV. das Fest der Empfängnis der unbe­fleckten Jungfrau für die ganze Kirche einführte und Pius IX. die Lehre zum Glaubenssatz erhob.

All die Jahrhunderte hindurch war es ein förm­licher Wettstreit unter den Gläubigen, die Mutter des Herrn zu verehren und zu verherrlichen. Aller­orts wölbten sich die herrlichsten Kirchen und Ka­pellen zu ihrem Gedächtnis, kindlich fromme Ma­rienbilder bis zu jenen monumentalen Schöpfun­gen, die ihresgleichen auf dem weiten Erdenrund zu suchen haben, schmückten mehr und mehr die Altäre in den großen Kirchen sowie manche stille Andachtsstätte draußen am Wegrand des Lebens. Gerade die vielen und grandiosen Bilder der Immaculata", bedeuten nicht nur eine sinnfällige Interpretation, sondern auch die gewaltigste Er­hebung des Festgedankens vom 8. De­zember. So leuchtet die hehrste der Mütter, von der Verehrung und Liebe einer Welt getra­gen, in unsere Tage hinein, hellig und groß, un­befleckt und rein, die Immaculata.

ftinus:Wenn von Sünde die Rede ist, nehme ich Maria aus, die um der Ehre ihres Sohnes wil­len nicht in Frage kommen kann.

In wachsender Verehrung der Gollesmutter mutzten sich die Gläubigen immer tiefer in die marianifdjen Dogmen einfühlen und ka­men zu der Erkenntnis, daß sie nur Aus­flüsse aus »dem Christusdogma sind. So wurde auch die Lehre von der unbe­fleckten Empfängnis allmählich Gemeingut der Kirche und derjenigen Gläubigen, deren Gefühl sich gegen die Annahme wehrte, daß die Seele der Gottesmutter von der Sünde beschwert sein könnte. Die tief in den Herzen der Gläubigen verankerte Marienliebe sproß und wuchs zu einem gewaltigen Baume, die schließlich zu der Einführung all der lieblichen Marienfeste führte, die uns durch das Kirchenjahr begleiten. War als ältestes Mariensest seit dem Konzil von Ephesus die Verkündigung Mariä" begangen, wel­ches das Geheimnis der Gottesmutter verherrlichte, so fand etwas später der Erinnerungstag an die un befleckte Empfängnis Eingang und Verbreitung, der das erste Mal um 744 er­wähn t wird; dabei wurde nicht etwa nur die Heiligung Mariä hn Mutterleibe, sondern die Sündenlosigkeit des empfangenen Kindes verherr-

die Missionen finanziell so lange zu stützen, bis sie auf eigenen Füßen stehen.

Ja, aber die Missionsgesellschaften und die Kirche hätten sich doch des kapitalistischen Wirt- schastssystems bedienen können. Sie hätten durch kluge Spekulationen Milliarden anhäufen können. Sie hätten gewaltige Pflanzungen anlegen und die Naturschätze der Kolonialländer mitausbeuten kün­den. Dann könnte die Weltmission aus sich selbst heraus finanziert werden." Liebe Freunde! Hätte die Kirche das getan, so wäre die Behaup­tung der Kommunisten nur zu gerechtfertigt, die Missionen seien ein Exponent des Kapitalismus, ein Schrittmacher der imperialistischen Weltmächte. Der Ruf: Tod den Kapitalisten würde mit einer gewissen Logik in den Ruf: Tod den Missionen übergehen können. Die Kirche wäre heillos kom­promittiert vor den farbigen Völkern. Ihre Mission stürzte mit stürzenden Wirtschaftssystemen. Wie stände sie einem Gandhi gegenüber, der sick bei seiner Ankunft in Europa vor der Zollbehörde als ,/armen Bettler" ausgab? Wie stände sie ihrem Begründer Christus gegenüber, der die Armut erwählte, um sein Reich aus» zubreiten?

Gerade, daß die Misiionen auch in der heutigen Notzeit um die Karitaspfennige des christlichen Voltes betteln, ist ein Beweis dafür, daß die Korn, munisten lügen, wenn sie sagen, die Kirche fei in ihren Missionen dem Kapitalismus verfallen. Aus­drücklich verbietet übrigens das kirchliche Recht je­den Handel. Es erlaubt nur die Sicherung des Lebensunterhaltes. Nach unsäglichen Mühen ist es vielen Missionen gelungen, einen Teil ihrer Le. bensnotwendigkeiten durch Pflanzungen usw. zu bestreiten, insbesondere die regelmäßigen Auslagen der großen Priesterseminarien zu decken. Da aber die Wirtschaftsnot den Absatz der Produkte unter­bindet, und da eine ganz kleine Zahl gut fundier- ter Seminarien einer Ueberzahl solcher gegen- übersteht, die gar nichts haben, ist der Geldbedarf der Missionen ungeheuer. Wir dürfen nicht kalten Herzens in unserer eigenen Not diese Finanzkrise der Weltmission übersehen. Wir dürfen nicht ab- wehrend die Hand ausstrecken, wenn die Kirche am Weltmissionssonntag auch in diesem Jahre un­sere Hilfe erbittet. Der Mammonismus ist

Ich finde es unerhört, daß in diesen Notzei­ten, wo das eigene Volk nicht genügend zu essen hat, Gelder für die Unterstützung der Missionen gesammelt werden."

Es sind nicht Wenige, die so reden. Ob sie wis­sen, was sie tun? Mission ist ihrem Wesen nach ein Anfang. Die Mission bringt in ein bisher noch nicht erfaßtes Volk ein und versucht in un­endlichen Mühen allmählich sich selbst überflüssig zu machen uni) aus den Gliedern des betreffenden Volkes selbst eine Kirche zu bilden. Diese Kirche soll sich dann selbst erhalten. Bevor es aber so weit ist, ergehen viele Jahrzehnte, bei manchen Völkern, wie die Erfahrungen zeigt, Jahrhunderte. Gewiß hat der Nationalismus in der Kirche den Prozeß, den wir eben schilderten, vielfach verlang­samt. Daß dieser Prozeß aber öfter lange dauert, daran ist auch der Nationalismus nicht schuld. Denn die missionierten Völker sperren sich biswei­len lange gegen den geistigen Einfluß der Kirche oder stehen auf so niedriger Kulturstufe daß eine selbständige Kirche erst gegründet, werden kann, wenn der Kulturstand des ganzen Volkes gehoben ist. Manche Leute meinen, bei der Landung der Missionare müßte ein Vertreter des betreffenden Volkes den Glaubensboten sofort eine zinslose An­leihe geben. Sie achten nicht darauf, daß die« psychologisch unmöglich ist. Sie übersehen, daß bei den meisten Missionsvölkern noch gar kein ent­sprechendes Wirtschaftssystem besteht, mit dem die Mission arbeiten könnte. Sie denken nicht daran, daß oft viele Stürme und Verfolgungen über die Missionen gehen, bei denen es vielfach zur Ver­nichtung des Missionseigentums, sogar zum Tod der Missionare kommt. In den letzten fünf Jahren starben in China über 30 junge Missionare eines gewaltsa­men Todes, Dutzende anderer an Seuchen. Wie­viel tausende von Mark hat die Ausbildung dieser Missionare gekostet? Glaubt man, die chinesische Regierung würde schon 15 Jahre vorher den Mis­sionsgesellschaften pro Kopf 30 bis 40 000 Mark zur Ausbildung eines Missionars zur Verfügung stellen? Wenn die Kirche als Hauptaufgabe von ihrem Stifter den Auftrag erhielt, das Reich Got­tes auszubreiten, dann müssen eben die schon christ­lichen Völker nach Maßgabe ihrer Kräfte helfen,

Zum TBcltmiffions-Sonntag

Warum sorgen die Missionen nicht sür sich selbst?

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Maaenbeschwerden und Sodbrennen IlTabietren - 0.25II

Nur echt mit dem Bilde des Erfinders