Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches «reisblatt.
Nr. 281
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Samstag. S. Dezember 1931.
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Mrg. 58.
Aus dem Programm der Notverordnung.
DaS Winterprogramm der Reichsregierung soll unter allen Umständen Anfang der kommenden Woche der Oeffentlichkeit bekannt gegeben werden. In den einzelnen Ressorts wird immer noch in Permanenz gearbeitet. Das Reichskabinett hat auch schon mit der ersten Lesung der Entwürfe begonnen, die in großer Fülle vorbereitet wurden. Was aber in der kommenden Notverordnung endgültig stehen wird, ist zur Zeit, worauf wir immer hm- gewiesen haben, noch ganz unklar und keineswegs endgültig abgeschlossen. Politische Entscheidungen oder gar parlamentarische Entscheidungen, die die Kabinettsarbeit aufhalten oder ändern könnten, kommen dagegen nicht in Frage. Wir weisen darauf deshalb besonders hin, weil in den letzten Tagen solche Gerüchte auftauchten.
Die Tagesordnung der Kabinettssitzungen zeigen uns das weitgesteckte Programm der Reichsregierung, das im einzelnen folgende Vorlagen enthalten soll:
Herabsetzung des steuerfreien Existenzminimums, der Pfändungsgrenze und der Leibrenten, Senkung der Löhne und Gehälter für Arbeiter und Angestellte, Kürzung der Beamtengehälter. Zu den letzteren ist aber zu sagen, daß weder in der Gehaltskürzungs- noch in der Lohnfrage feststeht, zu welchen Terminen sie vorgenommen werden sollen, weil die Reichsregierung der Lohn- und Gehaltsfenkung die Preiss enkung vorangehen lassen und ihre Auswirkungen abwarten will. Weiter gehören in das Programm die Auflockerung der Tarifverträge, Reform der Sozialversich erung, wobei erst noch geklärt werden muß, ob sie in die Notverordnung ausgenommen oder auf gesetzmäßigem Wege durchgeführt werden soll, sodann Erhöhung der Umsatz st euer. Außerdem sollen die „gebundenen Preise einschließlich der Preise der Markenartikel", die freien Preise für Gegenstände des täglichen Bedarfs, die Reichsbahntarife, die Gebühren der Rechtsanwälte, Notare und Aerzte, die Arzneitaxen usw. systematisch gesenkt werden. Bei der Herabsetzung der städtischen Tarife für Gas, Wasser und Elektrizität sowie der kommunalen Verkehrstarife will man gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag vorgehen. Zn Betracht kommen weiter die Senkung der Haus- zinssteuer, Herabs etzung der Mieten in den mit Hauszinssteuermitteln erbauten Häusern, Kündigung langfristiger Mietverträge, Vorbereitungen für die Beendigung der Wohnungszwangswirtschaft, weiter die Beseitigung der Mineralwasserfteuer, Einschränkung des Nachtbackverbots und Einfüh rung eines Dier-Pfennig-Stückes.
Dann kommen Maßnahmen in Frage zur Reorganisation des Bank-, Kredit- und Zinswesens, in Verbindung mit der Einführung der Kapitalertrazs- steuer für festverzinsliche Werte, schließlich die endgültige Entscheidung über das künftige Schicksal der Dresdner- und der Danatbank. Zwei Vorlagen werden sich anschließen, welche sich mit dem Schutz der persönlichen Ehre und mit der Regelung des Waffengebrauchs und Wasfenbe- sitzes befassen.
Die „DAZ." bestätigt, daß die Notverordnung das Gesetz gegen die Staatsverleumder enthaften wird, das vom Reichsinnenminister vor kurzem angekündigt worden sei.
Lehre und Warnung!
Zum Sturze des englischen Pfundes.
Die Entwicklung, welche die Währung Englands feit jenem 21. September genommen hat, an welchem England sich zum Abgehen vom Goldstandard entschloß, ist außerordentlich lehrreich für alle Wirtschaften der Welt, sie bildet aber auch eine ernste Warnung.
Zunächst zeigt es sich, wie ungeheuerlich gefährlich es ist, überhaupt Expermiente mit einer Währung zu machen. Wenn die englische Regierung sich damals entschloß, sozusagen eine Abwertung des Wertes des englischen Pfundes vorzunehmen dadurch, daß die Goldeinlösepflicht der Noten aufgehoben wurde, so spielte der Gedanke mit, auf diese Weise sozusagen mit einem Federstrich eine, Senkung des Lebenshaltungs-, vor allem des Preis- und Lohnniveaus in England um die Entwertungsquote vorzunehmen. Dieser Senkung auf der einen Seite würde in entsprechendem Ausmaß die Entlastung Englands von seinen Schuldverpflichtungen gegenüber dem Ausland gefolgt sein.
Man glaubte eine zeftlang, daß die Entwertungsquote selbst bei 20, höchstens bei 25 Prozent Halt machen, daß also das englische Pfund statt wie bisher bei fünf Dollar, nun bei etwa vier Dollar stabilisiert werde. Eine zeitlang konnte man auch schier glauben, dieses Ziel werde erreicht. Was wir nun aber jetzt m diesen letzten Tagen vor uns gesehen haben, ist eine Entwertung des englischen Pfundes, die schon über die 30 Prozent- Grenze hinausgeht. Fast um ein volles Drittel ist die englische Währung inzwischen abgesackt. Und die Gefahr einer Inflation in England mit allen ihren katastrophalen Folgen nicht nur für die englische, sondern auch für die gesamte Weltwirtschaft, steht unmittelbar bevor.
Wie ist es wohl dahin gekommen? Gewiß sind die Attacken von der wirtschaftlichen Seite her stark maßgebend gewesen dafür, daß das englische Pfund absackte, weil eben das Vertrauen zur Stabilität der englischen Währung mehr und mehr sank. Hier sieht man wieder, daß man ein Währungsexperiment wohl in seinen Anfängen sieht, aber niemals weiß, wo es endet. Die Abwertung des Goldwertes des englischen Pfundes war sozusagen die letzte Berzweiicüngsmaß- nahme des vorigen Kabinetts Mac Donald, um der bedrängten Finanzwirtschaft Lust zu machen, aber
auch um die Industrie durch Gewährung einer erheblichen Exportprämie zu gewinnen.
Diese Taktik ist freilich fehlgeschlagen, denn die englischen Wahlen sind vorwiegend unter der Parole erfolgt mit Stumpf und Stiel den Einfluß einer Regierung auszurotten, unter der es möglich war, daß die bis dahin unangetastete Autoritär Der englischen Währung in Verruf kam. So wurde auch in merkwürdiger Verkennung der wirklichen Hintergründe vielfach das Ergebnis der englischen Wahlen, das man mit einem großen Erdrutsch verglich, gedeutet.
Was Mer ist nun die Folge? Eine so von Grund auf geänderte englische Regierung, wie sie durch die Wahlen zustande kam, mußte ja, um den seit Jahrhunderten geheiligten wirtschaftspolitischen Auffassungen gerecht zu werden, eine schier unübersteigliche Zollmauer um England selbst herumlegen. Es war schon außerordentlich charakteristisch, daß die Reaktion des englischen Pfundkurses auf das Wahlergebnis selbst ganz die gegenteilige Entwicklung annahm, als in England und wohl auch in anderen Ländern erwartet ,worden war. Das englische Pfund hob sich nicht, es fiel. Und es fiel mit jeder einzelnen neuen wirtschaftspolitischen Maßnahme dieser neuen englischen Regierung.
In demselben Augenblick, in dem England eine neue Zollschranke errichtete, wich das Pfund um mehrere Punkte und ist nun auf einem Tiefstand angelangt, den auch der schwärzeste Pessimist in England und in der ganzen Weltwirtschaft nicht für möglich gehalten haben würde.
Was würde wohl geschehen, wenn in England heute Wahlen vorgenommen würden? Jedenfalls sind die Hoffnungen, die das englische Volk auf die Bildung wie auf die Tätigkeit seiner neuen Regierung hinsichtlich der Auswirkungen auf die englische 'Währung gesetzt hat, ebenso fehlgefchla- gen, wie die Versprechungen, die die englischen Parteien den Wählern in dieser Richtung gegeben hatten.
Die Vorgänge in England bedeuten gerade für uns Lehre und Warnung:
Lehre dahingehend, daß das Antasten der Grundlage einer Währung ungeheure Gefahren mit sich bringt, die in ihren letzten Auswirkungen überhaupt nicht abgesehen werden können, die aber dazu angetan sind, eine ganze Wirtschaft von Grund auf zu zerstören.
Warnung dahin, daß eine Währung ihres natürlichsten Schutzes nicht entkleidet werden darf, wenn sie nicht Objekt übelster internationaler Spekulation fein soll. Dieser natürliche Schutz besteht in der Goldgrundlage, die immer noch die sicherste Basis bietet, gleichzeitig aber, auch wie eine Bremse gegen den Abrutsch roirtt.
Das Schicksal der englischen Währung zeigt, wie richttg die Politik der deutschen Reichsbank hinsichtlich der deutschen Währung ist. Die für den Schutz der deutschen Währung maßgebenden Stellen haben durchaus recht daran getan, daß sie die Goldgnmdlage verteidigt haben, daß sie sich mit allen Mitteln gegen die goldungedeckte Vermehrung von Geldzeichen zur Wehr setzen, die unweigerlich zur Inflation führen müßte.
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Wenn die Deutsche Reichsregierung nunmehr in Abwehr der englischen Zollmaßnahmen auch ihrerseits zu Gegenmaßnahmen übergeht, so tut sie recht daran, einmal um deswillen, weil Deutschland ein Interesse daran hat, seine Handelsbilanz aktiv zu erhalten und dadurch Hilfsmittel zur Abtragung feiner internationalen Verpflichtungen schafft, zum zweiten aber auch vor allem deshalb, weil Deutschland gerade wegen des englischen Pfundsturzes zu erhöhter Fürsorge zum Schutz seiner Währung gezwungen ist.
Im übrigen muß ja auch beachtet werden, daß Deutschland Schutzmaßnahmen für seine Mrt- schaft schon darum in ganz besonderem Maße treffen muß, um den Verbindlichkeiten aus dem Stillhalteabkommen, an deren Erfüllung doch gerade auch das Ausland das allerftärffte Interesse hat, Nachkommen zu können.
Die Kirchen und die Schulden.
wtb. Philadelphia. 4. Dez. (Gig. Meld.) Der Nationalverband der protestantl- schen Kirchen Amerikas nahm eine Ent» schließung an, in der eine allgemeine Verminderung oder Str ei ch u n g d e r internationalen Kriegss ch u l den gefordert wird. Neue Schuldenvertrage sollten ,e- doch, wie weiter verlangt wird, die Versicherung enthalten, daß Schuldennachlasse nicht für Kriegsrüstungen verwendet werden bürfeir^^^^^^^^^
* Mexikos neuer Gesandter in Berlin. Wie „Associated Preß" aus Mexiko (Stadt) meldet, hat das Außenamt die Ernennung des früheren Un» tersiaatssekretärs des Innenamtes, M e nd o z a- Gonzales, zum Gesandten in Berlin bekannt gegeben.
♦ Lin „Hungermarsch" nach Washington. Die Polizei der Bundeshauptstadt Washington und der Geheimdienst des Weißen Hauses treffen alle Vorbereitungen zum Empfang eines für Montag, dem Tage des Son» greßbeginns, erwarteten Einzuges eines „Hungermarsches" aus dem Msttelwesten. Die Teilnehmer an die» sem Zuge kommen in 2aftautomobilen. Man wird die Demonstration wohl in die Stadt lassen, die Bannmeile wird jedoch strengstens abgesperrt werden, so daß es den Demonstranten nicht möglich sein wird, ins Parlament zu kommen. Es sind auch alle Vorbereitungen zur Verhütung von Ausschreitungen getroffen,
Das Statut von Westminster.
Von Karl Wegener, z. Zt. London.
Im Statut von Westminster, das nunmehr nach langwieriger Arbeit einer widerspenstigen Bürokratie vom englischen Unterhause angenommen worden ist, wurde der Ausdruck „Empire", Reich, Weltreich, durch den Begriff „Commonwealth", Gemeinwesen, Staatsverband ersetzt. Damit erfolgte die Anerkennung eines Grades der Auflockerung des englischen Weltreiches, der feine Mitglieder aus. dem Rang der Dominien in das der selbständigen staatlichen Gebilde erhebt. Mit diesem Hinweis geht man nicht einmal so weit, wie der Minister für die Dominien Thomas, der die Meinung ausdrückte, daß „England sechst nun em Dominium geworden" sei. Das ist insofern eine Uebertreibung zum Nachteil Englands, weil Großbritannien natürlich sechständiger Staat bleibt und nicht Einschränkungen seiner Souveränität auf sich nimmt, die mit dem Begriff Dominium bisher verbunden waren. Es ist nicht so, wie man aus der Auffassung des Ministers Thomas folgern müßte, daß England einen Schritt zurück- gewichen märe; nein, die Dominien taten einen Riesensprung vorwärts.
Sie hatten dafür schon 1926 einen guten Start gefunden durch die Protokollierung der Auffassung der damaligen Reichskonferenz, daß Großbritannien und die Dominien selbständige Staaten seien, gleich in verfassungsrechtlicher Hinsicht, und weder in inneren noch in äußeren Verhältnissen untergeordnet. Das war eine Auffassung von einer weitreichenden Erschütterung des englischen Machteinflusses, die durch das Statut von Westminster nunmehr wirkliches Recht geworden fft. Die ehemaligen Mitgliedstaaten des englischen Weltreiches unterstehen jetzt ausdrücklich in keiner Hinsicht mehr der Oberhoheit Großbritanniens. Aus dem Reich wurde ein V e r b a n b. In seiner Mitgliedschaft bestehen weitere starke Trennungsbestrebungen. Die Mitgliedstaaten der Commonwealth, die einmal sehr viel unselbständiger waren als beispielsweise die Länder des Deutschen Reiches, sind nun vergleichsweise weit selbständiger. Das englische Unterhaus verlor sein Recht der Rückgängigmachung von Gesetzen und Beschlüssen der Parlamente der Dominien. In England bricht Reichsrecht nicht mehr — rote bei uns — Landesrecht. Die englischen Dominien können jetzt eigene diplomatische Vertretungen unterhalten, die im Falle Kanada und selbst im Falle Irland bisher noch strittig waren. Nach dem Statut von Westminster unterliegt vor allem auch das Dertragsrecht der Mitglieder der Commonwealth keinen irgendwie gearteten Behinderungen mehr. In diesem Punkte erfennt das Statut einen Zustand an, den beispielsweise Südafrika sich kurzerhand durch sein Vorgehen beim Abschluß des deutsch-südafrikanischen Handelsvertrages geschaffen hatte, der auf der Grundlage der Meistbegünstigungsklausel erfolgte und die englische Wettbewerbsfähigkeit auf diesem Markte durch Aufhebung der Verzugszölle für das Mutterland im englischen Weltreich erheblich herabsetzte.
Das ist der Punkt, in dem das Statut von Westminster für Deutschland gerade in die» ser Zeit besondere praktische Bedeutung gewinnen kann. Wir stehen jetzt insbesondere auf handelspolitischem Gebiete ausdrücklich nicht mehr einem englischen Weltreiche gegenüber. Das Statut von Westminster ist nicht die Verfassung eines Reiches mit Nachgeordneten Unterstaaten, sondern einer Vereinigung von Staaten mit freiem Entschluß- recht. Sie können und werden unter anderem auch den Entschluß zum Austritt aus der Gammon» weallh fassen, wenn diese ihrer Entwicklung oder neuen p olitischen Gesamtauffassungen hinderlich wird. Solche Behinderungen werden sich am ehesten auf wirtschaftlichem Gebiet Herausstellen. Die Dominien können nunmehr sogar ohne Verstoß
gend das Statut von Westminster auch handelspolitische Entscheidungen treffen, die ihren Sonderbedürfnissen entsprechen, ohne Rücksicht auf England zu nehmen. Es wäre beispielsweise selbst der Fall denkbar, daß bisherige britische Dominten — ein Begriff, der nunmehr seines taffächlichen Inhalts völlig entkleidet ist — mit einem wirtschaftlich so wichtigen Lande wie Deutschland Han. delsvertragliche Abmachungen eingingen, dis Deutschlands Wirtschaft eine bevorzugte Be» Handlung durch Einfuhrkontingente oder Zoll- Nachlässe verschaffen, .Vorteile, die. bisher nur । England zugewandt werden konnten. _ j
Daß es sich hier um eine einfache Schlußfolgerung aus dem Statut von Westminster und nicht um eine willkürliche Auslegung handelt, geht schon aus der Absicht Irlands hervor, nach Annahme des Status die letzten Bindungen obrigkeitlicher Art gegenüber England zu lösen. Bis heute gilt der Oberste Appellationsgerichtshof Großbritanniens auch für den Irischen Freistaat. Nunmehr wird dieser jenen letzten Rest eines Abhängigkeitsverhältnisses von England durch eigenes irisches Gesetz einfach abschaffen, ohne von dem englischen Unterhaus noch einen Einspruch erwarten zu müssen. Die kräftigste nationale Richtung im englischen Parlament zeigte deshalb bei der Beratung des Statuts auch große Nervosität. Ste kam im Anträge Churchills und des radikalen Flügels der Konservativen zum Ausdruck, die ein Gesetz verlangten, nach welchem dem irischen Par. tarnen! eine Beschlußfassung über die Aenderung des englisch-irischen Vertrages von 1922, durch den Irland Dominialrecht erlangte, untersagt werden sollte. Als Baldwin eine Erklärung abgab, dl« als dringlicher Rat empfunden werden mußte, dieses heiße Eisen lieber nicht anzufassen, blieb Churchill mit 50 gegen 350 Stimmen in der Mm. i
Auf diesem Hintergründe gewinnt der Kampf um die neue Staatsverfassung Indiens ganz besondere Bedeutung. Die Uebertragung des Do- minicllrechtes an Indien würde für England ut diesem Augenblick nichts anderes bedeuten als die Schaffung einer feindlichen Macht in Afien^ Indien würde sich ohne Zweifel nach dem ötatut von Westminster so selbständig wie irgend möglich verhalten und vielleicht sogar aus der Commonwealth austreten. Zwischen England und den Do- minien gibt es heute überhaupt nur noch ein Band von Wirklichkeitswert. Das fft der Schutz der mächtigen englischen Flotte. Welchen taffächlichen Nutzen würde er aber unter den gegenwärtigen Machtverhältnissen auf der Erde für die überseeischen Gebiete heute noch bringen können? Dre Beantwortung dieser Frage flößt auch den treuesten Stützen des bisherigen englichen Weltreiches, das der volllommenen Auflösung nunmehr ganz nahe gekommen fft, Besorgnisse ein, die jede ver- trauensvolle Zusammenarbeit mit Londpn weiter untergraben müssen.
Indien.
wtb. London. 4. Dez- (Eia. Meld.) Bei einem Empfang von Pressevertretern wiederholte Gan dih, daß vor seinem Eintreffen in Indien die etwaige Wiederaufnahme der Bewegung des Ungehorsams nicht erfolgen werde.
Der „inoffizielle" Krieg.
Die japanischen Gefamlverlust in der Mandschurei.
wtb. Tokio, 4. Dez. (Eig. Meld.) Nach einer Mitteilung des Kriegsministeriums betragen die Gesamtverluste der Japaner sett Beginn des mandschurischen Konfliktes am 18. September 210 Tote, darunter 12 Offiziere und 473 Verletzte, darunter 27 Offiziere.
Sie wollten in Ungarn „putschen«.
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Drei Anführer der extremen Jlationaliften, die in Ungarn verhaftet wurden: Kalman Zsabka, Ferencz Gyulai Molnar, Ferencz Karoly Hozmetz.
In Ungarn wurde dieser Tage ein Putsch- Versuch aufgedeckt und unterdrückt. Bei den Beteiligten, von denen 40 Personen verhaftet werden konnten, handelt es sich nicht um die Führer größerer Organisationen, sondern um einzelne radikale Nationalisten, die sich persönlich durch einen Putsch zur Macht bringen wollten.
Die mit den Putschisten vorgenommenen Verhöre haben bewiesen, daß diese eine Militärdiktatur planten und zum Diktatur einen Feldmarschalleutnant ausersehen hatten, der von der ganzen Sache ebenso wenig wußte, wie andere Persönlichkeiten, die für den Fall des
Gelingens des Puffches zu Würdenträgern be- , stimmt waren. (Na, na!) i-N i
* ,'1,
wtb. Budapest, 4. Dez. (Eig. Meldg.). Die Polizei hat die Verhöre in der Angelegenheit des Putschversuchs noch nicht abgeschlossen. Die Höft- | linge sind bestrebt, immer neue Namen in । die Affäre einzubeziehen. Sie erwähnen dabei auch hochgestellte Persönlichkeiten. Gestern ist bi« Gattin des Präsidenten der ungarischen Hitler» partei, Ladislaus Temesvary, verhört worden. Es ist begründeter Verdacht vorhanden, daß sie an den Vorbereitungen des Putschplanes t e i t g e n o m» men hat. Sie wurde im Militärgefängnis zu« rückgehalten, . > -■