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Mrs. 58.

Freitag. 4. Dezember 1931.

Nr. 280

Bet Reichskanzler beim ReichsMäsidenIen

Lrlcheii» led)»mal wöchentttch WochenbeUagen:Die Weit im Bild" undBuchenblötter'. Notationsdruck und Verlag der Fuldaer Äctiendruckerei in ftulba. Fernrufe: Schrift- :: (eitung 3153. Fuldaer Äctiendruckerei 3151 und 31-52. n

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uldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

wtb. Berlin. 2. Dezember. (Erg. Meld.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den Herrn Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag üb er den Fortgang der Beratungen der Reichsregierung über dasWirtfchafts- programm.

VDZ. Berlin. 3 Dez. (Eig. Meld.) Die Reichs­tagsfraktion der Deutschen Volkspartei hielt am Donnerstag eine Sitzung ab, in der die bevor­stehende Tagung des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei in Hanno­ver behandelt wurde.

Die Konferenz der Fivanzmlnlster.

wtb. Berlin, 3. Dez. (Eig. Meld.) Im Reichs­finanzministerium fand heute unter dem Vorsitz des Reichsfinanzministers Dietrich eine Kon­ferenz der Finanzminister der Länder ftatt. Die Verhandlungen wurden durch ein Referat des Reichsministers der Finanzen, der die derzeitige Lage der Reichsfinanzen darstellte, eingeleitet. Dem Referat folgte eine eingehende Aussprache, an der sich die Finanzminister aller Länder beteiligten. Die Verhandlungen, die vertraulich waren, sollen den abschließenden Beratungen des Reichs­kabinetts als Unterlage dienen. Einigkeit bestand darüber, daß die öffentlichen Haus­halte um jeden Preis in Ordnung zu bringen sind.

Die Welt-Krise.

Die BIZ- bezeichnet die amerikanische Meldung, wonach Präsident Hoover die Präsidentschaft unter die große internationale Tributkonferenz persönlich übernimmt, als falsch.

Der belgische Außenminister Hymans wird sich am kommenden Montag nach London begeben.

Im finnländischen Parlament gab der Innen­minister die aufsehenerregende Erklärung ab, daß

Am Mittwoch hat der deutschnationale Partei­ausschuß in Berlin getagt und hat den Geheimrat Hugenberg, dessen Amtszeit abgelaufen war, wieder zum Führer der Partei gewählt.

Nach Erledigung der organisatorischen Fragen hielt der Parteiführer Dr. Hugenberg eine große Rede über die gesamte politische Lage. Er be­schäftigte sich eingehend mit den Problemen der Innenpolitik und mit dem Verhältnis zu den anderen politischen Kräften in Deutschland, ins­besondere auch mit dem Zentrum.

Dr. Hugenberg erklärte u. a.:Wenn irgend­jemand, so dürfte ich vor der Beschuldigung sicher sein, die Harzburger Front zersetzen zu wollen. Denn ich habe seinerzeit zum Kampf gegen die drohende Geißel des deutschen Volkes, gegen den Poungplan, aufgerufen. Ich habe immer wie­der die Zusammenarbeit der nationalen Kräfte betrieben. Ich habe zur Bildung der Harzburger Front gedrängt. Wenn gerade jetzt von führender Stelle Worte ins Land hinausgehen wie das:Es werde in Deutschland erst wieder Friede sein, wenn der Nationalsozialismus den ande­ren Parteien den letzten Mann entrissen habe" oder wie das:Wenn das gegnerische System zu Sturze käme, so werde dies ausschließlich das Verdienst der Nationalsozialisten sein," so möchte ich hierzu nur eine Randbemerkung machen: Repräsentant des heutigen Systems ist doch wohl in vorderster Linie das Zentrum warum bezeichnet das Zentrum gerade mich als den einzigen Gegenspieler?

Aus dem Lande kommen Hunderte von An­fragen an mich. Die einen sagen:3m Wahl­kampfe 1930 hast du gesagt: Macht nur den rechten Flügel stark! Das haben viele Tausende dahin verstanden, daß sie für die National­sozialisten stimmen sollten; denn et bilde doch heute den rechten Flügel." Dazu ein kurzes Wort. Den rechten Flügel bllden noch heute wir Deut sch nationale. Im Geiste der na­tionalen Erweckung übertrifft uns niemand. Den Kampf gegen Marxismus und Bundesgenossen hat niemand mit solcher Klarheit geführt. In allen Wirtschafts- und sonstigen Fragen liegen die Grundzüge unserer Aufbaupläne für jeder­mann offen und klar. Wir brauchen in Deutschland nationale Erhebung der Geister und des Willens. Aber wir brauchen auch Nüchternheit und Klar­heit. Wer sie will, muß unsere Hausmacht stark machen.

Andere Freunde im Lande sagen mir:Die Nationalsozialisten unseres Bezirkes kämpfen trotz der gemeinsamen Front a u f d a s s ch ä r f st e gegen uns." Dazu muß ich bemerken: Ich kann mich nicht um jeden Stunk im Lande kümmern ihr müßt mit den Waffen kämpfen, mit denen ihr bekämpft werdet und wenn es irgendwo einmal zu schlimm werden sollte, so wird euch der gemeinsame Blick auf die Sache die Möglichkeit eröffnen, daß Herr Hitler und ich noch rechtzeitig Ordnung stiften.

Ich glaube bewiesen zu haben, daß ich die Sache über die Partei stelle, indem ich zugunsten der nationalen Opposition als Gesamtheit im Juli 1930 die ei gene Partei aufs Spiel ge-

die Gerüchte über einen bevorstehenden Staats­streich in Finnland nicht unbegründet seien.

Paris und London verhandeln.

wtb. Loudon. 3. Dez. (Eig. Meldg.). Gestern svrach der französische Botschafter de Fleuriau im Foreign Office vor, um den Wunsch seiner Re­gierung nach Eröffnung von Bespre­chungen über die Hand elsbeziehun- g e n zwischen beiden Ländern zu übermitteln.

e

5m Unterhaus erklärte bei der Erörterung des neuerlichen Pfundsturzes ein Abgeordneter, daß England an Einlagen, die in Ausländsanleihen ge­macht worden feien, auf Grund einer sorgfältigen Schätzung, rund zwei Milliarden Pfund verloren habe. ____

Der Reichstagsansschuß für Liquidations­und Derdrängtenfchäden nahm am Donnerstag einen vertraulichen Bericht der Regierung über bett Stand der internationalen Verhandlungen über Zahlungspfllcht und Zahlungsfähigkeit ent­gegen, der dann in einer Aussprache erörtert wurde, die aber gleichfalls vertraulich be­handelt wird.

Noch gerechtfertigt?

Abg. Dr. Köhler (Zentrum) warf im Haus­haltsausschuß des Reichstages die Frage auf, ob bei den langen Pausen in den Arbeiten des Reichstages die hohen Zahlungen an die Reichsbahn für die Freifahrkarten der Abgeordneten noch gerechtfertigt seien?

* Kommunistischer Antrag auf Landtagsauf­lösung in Oldenburg. Ueberraschenderweise haben nunmehr die Kommunisten als erste einen Volksantrag (Volksbegehren) auf Auflösung des Oldenburgischen Landtages in die Wege geleitet. Die Auflegung der Listen in den Gemeinden dürfte vom 15. Dezember bis 11. Januar erfol­gen.

setzt habe. Aber ich bin der Meinung, daß die Deutschnationale Volkspartei niemals nötiger ge­wesen wäre als heute: wir sind uns insbesondere bewußt, daß wir den Kampf um Deutschland nur zum Siege führen können, wenn wir in dem Kamps um Preußen siegen. Der Kampf um Preußen ist zugleich ein Geisteskampf gegen den heutigen Staat, der vom wahren Preu­ßentum nichts weiß und nichts wissen will.

*

Die Satzung der Deutschnationalen Solf spartet ist um einen bemerkenswerten Artikel bereichert worden. Bildlich gesprochen han­delt es sich um den Artikel 48 der deutschnatw- nalen Parteiverfassung. Geheimrat Hugenberg war faktisch schon bisher der unumschränkte Ge­bieter, der Diktator der Deutschnationalen Volks­partei; er war es aus zwingenden Gründen sach­licher, organisatorischer und wirtschaftlicher Macht. Nur fe i n Wille war für die Partei und ihre Ent­scheidungen maßgebend. Wer sich ihm entgegen­stellte, eigentlich hat dies feit der großenRei­nigung" niemand mehr gewagt der wurde kalt- gestellt Diese faktische Machtstellung des deutsch­nationalen Führers ist nun sozusagen verfas­sungsmäßig gesichert worden. Dem Par­teivorsitzenden wird, so heißt es in dem neuen Ar­tikel der Satzung, die Vollmacht verliehen,in Abweichung von den Satzungen, soweit es im Interesse der Partei erforderlich erscheint, Anordnungen zu treffen, die für alle Organe der Partei verbindlich sind."

In einer deutschnationalen Mitteilung über die­sen Vorgang heißt es, daß der Parteivorstand dem Führergedanken selbstverständlich in seiner Ver­körperung durch Hugenberg lebhafte Kund­gebungen dargebracht habe. Man denkt, wenn man dies liest, unwillkürlich an ein Wort eines klugen Politikers, der einmal sagte: Wenn man politisch etwas tun müsse, mas man nicht gerne tue, bann sei es immer noch am besten, es nach außen hin mit Begeisterung zu tun. Es hat den Anschein, als ob von dieser Art der Begei­sterung in dem deutschnationalen Parteivorstand ein kräftiger Hauch zu spuren mar. Man kann sich kaum vorstellen, daß die deutschnationalen Par- teiinstanzen einschließlich der Reichstagsfraktion, in der so manches sel bst bewußte staatsmän­nische Talent dem Dritten Reiche entgegenschlum­mert, ganz bereitwillig und mit natürlicher Be­geisterung einen außerhalb der Parteiverfassung stehenden persönlichen Machtfaktor mit solch weit­gehenden Vollmachten geschaffen haben. Viele werden wahrscheinlich der Meinung gewesen fein, daß man den Führergedanken auch übertrei­ben könne. Und sie haben recht. Mit dem Arti­kel 48 der Parteiverfassung kann man alles ma­chen, nur das eine nicht: man kann mit ihm dem oerdörrenden Geäst eines einst großenPartei­baumes" kein frisches Leben zusühren.

In derKölnischen Volks,zestung" lesen wir:

Wenn Hugenberg den Nationalsozialisten 1 eine kleine Liebenswürdigkeit unter vier Augen

sagen will, hält er eine Rede gegen das Zen­trum. Und wenn Adolf Hitler den Deutschna­tionalen mitteilen will, daß er sich ein für alle­mal die Belehrungendieser Herrschaften" verbitte, und daß die Zukunft ausschließlich den National­sozialisten gehöre, dann überschreibt er diese Er­klärungHitler und das Zentrum". Eigent­lich wären beide, Hugenberg sowohl wie Hitler, verpflichtet, einen erheblichen Beitrag zur Opferwoche der Zentrumspartei zu stiften, weil die Existenz des Zentrms es ihnen ermöglicht, einen scharfen politischen Kampf ge­geneinander zu führen, ohne daß es der Mann auf der Straße zu bemerken braucht. Doch im Ernst gesprochen. Die Mechode der beiden Kon­kurrenten um die Führung dernationalen" Op­position wirst ein bezeichnendes Schlaglicht am den politischen Gesinnungsterror, mit, dem von der Opposition gearbeitet wird. Dieser Terror wird jetzt nicht mehr allein gegen Außenstehende angewandt, sondern spielt bereits innerhalb der verschiedenen Oppositionsgruppen eine Rolle. Das sind in der Tat herrliche Ausblicke auf das Dritte Reich. 5m übrigen nehmen sowohl Hugen­berg wie Hitler nicht an, der Ehre der Zentrums­partei nahetreten zu können, wenn sie sich gegen­seitig als national unzuverlässig wegen angeb­lichen Hinüberblinzelns zum Zentrum verdächti­gen. Wir können daraus vielmehr nur den Schluß ziehen, daß beide einen ganz gewalt i g e n Respekt vor dem Zentrum haben müssen, in dessen Schatten sie ihren häuslichen Streit,mit­einander aussechten können. Dies unfreiwillige Eingeständnis der Kraft und der Bedeutung des Zentrums kann uns nur ehren.

*

Adolf Hitler erläßt einen Tagesbefehl an die SA. und SS., in dem es heißt: Laßt Euch nicht provozieren! Laßt Euch nicht nerführen! Ganz von selbst, mit gesetzmäßiger Sicherheit wird uns das Schicksal die Gewalt in die Hände geben. Bis dahin beißt die Zähne zusammen und erfüllt Eure Pflicht. *

Wie derVölkische Beobachter" berichtet, wurde am Dienstag im Braunen Hause in der Aufnahmeabteilung die 700 000. Mitgliedskarte ausgestellt.

Reichsbannerkundgebung in Berlin«

Der Gau Berlin des Reichsbanners Schwär,z- rot-gold veranstaltete im Sportpalast eine Mas­senkundgebung gegen den Nationa l- so z i a I i s m u s. Als erster Redner sprach ein Vertreter der Bundesleitung des Reichsbanners, Landtagsabgeordneter Major a. D. Hauff. Der Redner wies in feinen Ausführungen auf das Borheimer Dokument der Nationalsozialisten hin und warnte vor einem Paktieren mit dem Natio­nalsozialismus. Nach ihm sprach der sozialdemo­kratische Reichstagsabgeordnete Tarnow, der dem Nationalsozialismus den Vorwurf machte, er verberge hinter der Maske des Nationalsozialis­mus den Angriff auf die sozialen Er­rungenschaften des deutschen Volkes. Wir Republikaner kämpfen, fo sagte der Redner, um die demokratische Republik nicht um der Staatsform willen das liegt an letzter Stelle, sondern um ihres sozialen Inhaltes willen. Im Anschluß an den Abgeordneten Tarnow sprach der Zentrumsvertreter Schulrat Keller­mann, der als Mitglied einer Reichsbannerdele­gation an der Abrüstungskundgebung in Paris teilgenommen hatte. Schulrat Kellermann fchllderte seine Eindrücke bei dieser Kundgebung. Trotz der Sturmszenen im Trocadero hätten die deutschen Vertreter die stärksten Eindrücke aus Pa­ris mitgebracht Man dürfe die Tumulte im Tro­cadero nicht als Ausdruck des französischen Volks­willens werten, sondern lediglich als eine orga­nisierte Hetze der Action Franc aise. Die deutschen Vertreter in Paris hätten durchaus das Gefühl und die Ueberzeugung gehabt, daß in Frankreich eine starke Bewegung zu Deutschland stehe, die gewillt sei, mit allen Mitteln den Kamps gegen den Faschismus zu führen. Schulrat Ksl- iermann richtete den ausdrücklichen Appell an Reichskanzler Brüning, den Gedanken des Kampfes für den Staat in feinen Regierungs­maßnahmen erkennen zu lasten, und zu beweisen, daß er eins sei mit dem Denken und Fühlen der Millionen Republikaner in Deutschland. Es sei die letzte Stunde, die Republikaner erwarteten vom Reichskanzler die Tat. Als letzter Redner wandte sich der technische Gauführer des Berliner Reichsbanners Neidhardt an die Schulformationen des Reichsbanners, die er für den Kampf für die Republik verpflichtete. Er richtete den Appell an die Republik, ihre Kämpfer nicht im Stich zu las­sen. Der Staat müsse seine treuen, entschlos­senen und begeisterten Kämpfer gegen die Todfeinde der Republik schützen.

Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfall. *

Der sozialdemokratische Parteivorstand hat die Herausgabe einer von Hörsing gegründeten neuen TageszeitungDeutscher Volkskurier" leb­haft mißbilligt. Es wurde festgestellt, daß die Herausgabe nicht mit Zustimmung der Bundeslei- tung des Reichsbanners erfolgt. Es handelt sich um die Propaganda für ein Arbeitsbeschaffungs- Plan Hörsings. Man rechnet mit Hörsings Rück­tritt als Leiter des Reichsbanners.

* Laudkagseröffnunq in Hessen. Der am 15. November 1931 gewählte Fünfte Landtag des Volksstaates Hessen tritt auf Grund des Artikels 22 der Verfassung am Dienstag, den 8. Dezember, mit­tags 12 Uhr, im Landtagsgebäude in Darmstadt zur konstituierenden Sitzung zusammen. ,

Lockerung der Wohnungswlrl chnsl.

VDZ. Berlin, 3. Dez. (Eig. Meld). Der preußische Staatsrat stimmte am Don­nerstag der Polizeioerordnung zu, wonach von 5 Uhr nachmittags bis 7 Uhr morgens Gelände­übungen und ähnliche Veranstaltungen, sowie di« Vorbereitungen dazu und alle Märsche in geschlossener Ordung unter freiem Him­mel verboten werden. Auch gegen die Polizeiverordnung über das Derbst der Abgabe von Hieb- und Stich­waffen an Personen unter 20 5ab« r e n wurden Einwendungen nicht erhoben. Ohne Aussprache wurde auch der neuenVer« ordnung über d i e Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft Zuge- stimmt, wonach das Wohnungszwangsrech- für Wohnungen von einer Iahresmiete von 1200 Mk. und mehr in Berlin und 700, 500, 300 und 240 Mk. für die Orte der übrigen Ortsklassen auf ge, Hoden wird

Am 11. Dezember wird der Staatsrat wieder zu- fammentreten, um weitere beratungsreife Dor- lagen zu erledigen.

Ein übler Fall.

wtb. Hagen i. W., 3. Dez. Das hiesige Schwur­gericht beschäftigte sich seit dem 23. November nut einer politischen Schießerei, die sich> tnt Mai d. I. nach einer n a t i o n a If o 31 a 11 ft t -chen Versammlung in der Stadchalle tn Hagen zwischen Kommunisten und Natio« n a l s o z i a l i st e n ereignete. Drei Personen wur­den damals getötet, mehrere verletzt. Ange­klagt damals aetötet, mehrere verletzt. A n g e S A -Leute aus Dortmund, die an der Versamm­lung der NSDAP, in Hagen teilgenommen hatten. Nach einer umfangreichen Zeugenvernehmung be­antragte heute vormittag der Staatsanwalt gegen die Angeklagten Gefängnisstrafen von insgesamt 54 Jahren.

*

wtb. Regensburg, 3. Dezember. (Eig. , Meld.) Im Laufe des gestrigen Tages wurden bei mehre- ren hiesigen führenden Kommunisten Wohnungsdurchsuchungen vorgenommen. Das vorgefundene Agitationsmaterial und revo­lutionäre Schriften wurden polizeilich beschlag­nahmt. __

* Bei der Landwirtschaftskammerwahl in der Provinz Sachsen erhielten die Nationalsozialisten 39 von insgesamt 60 neu zu besetzenden Abge- ordnetensitzen.

* Alfons XIII. durch die Beschlagnahme seines Eigentums kaum betroffen. Der Beschluß der spanischen Nationalversammlung, den ehemaligen spanischen König seiner sämtlichen Besitztümer f ü r v er lusti g zu erklären, hat nach einer Aeuße- rung einer dem König nahestehenden Persönlich­keit das Vermögen Alfons XIII. kaum be­troffen. Schon seit mehreren Jahren habe Alfons den Hauptteil seines Ver- mögens in ausländischen Papieren angelegt; er verfüge heute über 2030 Millio­nen Peseten, die in Frankreich, England, Holland, der Schweiz und Argentinien untergebracht sind. Die Beschlagnahme seiner Privateigentümer be- schränke sich daher auf die S ch l ö s s e r in Madrid und San Sebastian, die allerdings durch ihre In- nenausstattung von großem Werte seien, sowie auf seinen Anteil an der Madrider Untergrund- bahn.J

Forderungen der Japaner.

Wie Havas erfährt, hat man in Völkerbunds- ratskreisen mit großer Ueberrafchung eine Nach- richt aus Tokio zur Kenntnis genommen, daß bie japanische Regierung sich mit der Zurückziehung der chinesischen Truppen innerhalb der großen chinesischen Mauer nicht zufrieden geben würde, sondern darüber hinaus die Entfernung der Ver­waltung der Regierung Tschanghsüliangs aus Tschintschau fordere mit dem Verlangen, daß die zu schaffende neutrale Zone unter die Verwal­tung der in Mulden eingesetzten unabhängigen chinesischen Regierung gestellt werde.

Der bisherige Optimismus habe e>ine schwere Belastung erfahren.

* Der französische Nationalist, Parfümfabri­kant und Zeitungsverleger E o t y wurde am Mittwoch von der Pariser Zivilkammer dazu ver­urteilt, seiner geschiedenen Frau 130 Millionen Franken (rund 21,5 Mill.RM.) zu zahlen, die sie ctzs Entschädigung für ihre Be­teiligung an den Unternehmungen Eotys ver­langte. Vielleicht bringt sie das schöne Geld, jetzt in eine Gesellschaft ein, die den politischen Standpunkt des Herrn Eoty bekämpft. Dann ist siequitt. ~ .3

Zug-Anglück in Belgien.

Zwei lote, 22 Verletzte.

Zwischen Malines und Düffel stieß ein Zug der Strecke Brüssel-Antwerpen mit einem Zug der Strecke Lille-Antwerpen zusammen. Dabei wurden drei Wagen des letztgenannten Zuges umgestürzt. Zwei Personen wurden getötet und 2 2 verletzt, darunter zwei sehr schwer. Der Zug Brüssel-Antwerpen blieb unbe­schädigt und auch die darin beförderten Passagiere er­litten keine Verletzungen.

Der Direktor des Comptoir Financier et Com- merial du Sud-Est, einer Bank in Lyon, ist we­gen Vertrauensmißbrauches verhaftet worden. Die Bank wurde bankerott erklärt. Die Pas­siva sollen sich auf rund eine halbe Million Francs belaufen.

Hilgenbergs Hausmachl und Wer.

Ausfälle gegen das Zentrum follen die starken Spannungen im Harzburger Lager schamhaft verhüllen.