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2. Dezember

Beilage zur Fuldaer Leitung

Ilr. 2Z8

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Eine Reihe Gesellen haben sich hilfesuchend in seelischen und geistigen Nöten an einen Lehrer gewandt, daß er ihnen Berater und Heiser sei. Dieser wendete sich an Kaplan Kolping und hier gebraucht K. einen Satz von Bedeutung:Da habt ihr ein Werk gebaut, an dem ich mein Leben lang gefreit habe". Er wird jedoch nicht zuerst Präses, soll wohl noch mehr Entsagung und Opfer auf sich nchmen. 1847 wird er dann Präses des Vereins, der sich schon zu ansehnlicher Höhe entfaltet hat. Anfang des Jahres 1849 kann er nach lieber- Windung der Schwierigkeiten als Domvikar nach Köln übersiedeln.

Der 6. Mai 1849 Ist ein bedeutender Tag. Kolping gründet mit nur 7 Mann in einem Klassenzimmer der Kolumbaschule den dortigen G.-V. Hier wurde auch das ersteIreu kolping" fest und in unverbrüchlicher Treu« ausgesprochen. Sein Werk wächst weiter, un­ermüdlich ist Dater Kolping an der Arbeit, er selbst gönnt sich keine Ruhe mehr, er ist überall, und fein Feuergeist entzündet die Herzen, Gemeinschaften wach­sen, Häuser blühen empor aus dem Nichts, der Körper des Mannes aber wird immer schwächer. Durch die aufreibende Arbeit geschwächt, erlahmen feine Kräfte« kaum 52 Jahre alt sinkt ein Mann ins Grab, dem die Menschheit viel zu verdanken hat.

Und wir Kolpingssöhne, wir wollen uns seiner in diesen so überaus schwierigen Zeiten besonders erinnern, wollen auf Gottes Allmächtige Hilfe vertrauend nicht mutlos werden, sondern klaren Auges der Zukunft ent­gegensehen. Wollen aber auch in dieser Zeit, wo so­viel von Haß, Neid und Mißgunst geredet wird, in treuer und hilfsbereiter etter brüderlichen Liebe zu­sammenstehen. Wollen getreu nach unserem Programm handeln, um so wirtlich durch die Tat mitzuarbeiten an dem Wiederausstteg unseres Daterlandes.

Wir wollen, um mit unserem Obmann des deutschen Seniorates zu sprechen, Opfer bringen, mir wollen an die Zutunft glauben: wir wol­len treu bleiben, dann wird diese Not­zeit uns nicht als ihre Opfer buchen kön­nen, dann werden wir die Zeit besiegen und die Zukunft wird unser sein.

Still knien wir am Grabe unseres großen Führers und aus tieffter Seele klingt es empor. Wir danken hier Kolping und beten zu ihm. K f i e n f i k.

Vorfahren ihn geformt und gestaltet. Aus dem Wur­zelgrunde des religiös-kirchlichen Lebens ist er gewor­den. Das gesunde, kernig-herbe, naturhast-erdgebundene Menschentum und der tiefe religiöse Sinn der Väter ha­ben ihn werden und entstehen lassen als Teil jener edlen Bolkskultur und Volkskunst, die unsere Vorfah­ren durch das ganze Jahr geleiteten und begleiteten Schrecklich viel ist seitdem von ihm abgebröckelt; Stück um Stück ist verschlungen vom Geiste der Zeit. Sie will nichts mehr von chm wissen, ist darüber hinaus; und in chrer Verblendung ist sie noch stolz auf die Not und Armut chres Daseins in der Dürre ihres Gemütes. Wir wollen nicht rechten. Wer wir, die wir ringen und kämpfen mn echte Neugestoltung u. innere Wandlung in Christo, wir wollen diesen edlen Brauch wieder heim- und zurückholen in unsere an wahren Ge­mütswerten so arme Zeit; freilich nicht in einem sinn­losen schematischen Abklatsch; in echter Erfassung seines überzeillichen Sinnes und in einer neuen Sinnge­bung wollen wir ihn neu gestalten, damit er selbst wie­der Leben gestalte und forme in den Schichten und Gruppen unseres Volkes. Denn wir wissen allmählich: Bolkssitte und Volksbrauch sind nicht nur Kindereien und Spielereien eines noch kindlich-naiven Mittelalters, rote moderne, volksfremde Zungen vielleicht lästern mögen. Sie sind das Bett, in dem die Wasser des Volkslebens, auch des religiösen Volkslebens, ruhig und sicher dahinfließen. Sie sinh roie Bannwälder, die Menschen zu ihrem Schutz im Gebirge angepflanzt ha­ben; und Volk und Volksleben verliert einen maßgeb­lichen Schutz, wenn man sie fällt, genau so, wie Lawinen die Dörfer und Gehöfte am Fuße des Berges vernichten, wenn die Wälder niedergemacht find. Sie sind wie die Brücken vom Leben und Weben im Gotteshaus zum Leben daheim in der Familie und draußen in der Ge­meinde und im Volk, wie Brücken vom Sonntag jur Werkarbeit hn Alltag; Abgründe, aus denen der Tod der Auflösung und Zersetzung im Volk und Volksleben droht, tun sich auf, so man sich erkühnt, diese Brücken niederzureitzen.

Nun einige Anregungen und Hinweise für diese Werk arbeit. Schlicht ist sie, fern der großen Oef- sentlichkett wird sie getan. Doch groß ist sie, oder kann sie es wenigstens werden in ihrer hoffentlich neu und Neues gestaltenden Wirkung.

Da ist zunächst der Adventskranz. In jedes Jugendheim gehört er. Im Glanz und Schein feines Lichterkranzes hören wir die Wventslesung und schauen da die edelsten des jüdischen Volkes in ihrem Ringen mit sich selbst und mit dem Volke um wahre Gotteserfennt- nis und echten Gottesdienst; wir fingen die bezaubernd schlichten Weisen zu den trauten Liedern, in denen das Sehnen der Menschen verborgen liegt; sprechen vom Wachsen und Werden und vom Schicksal des Reiches Gottes auf Erden und von unserer Arbeit für das Reich unseres Königs und der Wiedererrichtung seiner Herr- schäft in der Welt und unter den Menschen in Kultur und Politik und auch in der Wirtschaft.

Da ist weiter die Krippe. In der Adventszeit muß sie für das Heim hergestellt werden, ganz einfach um­schlicht oder auch größer und reicher je nach den Möglich­

jenen die Maske vom Gesicht reißen, die durch ihr« Agi­tation und ihre Jllusionspolitik unser Vaterland kurz­sichtig ober hochverräterisch einer Kraftprobe entgegen- treiben. Wenn die vielen Hunderte unserem seit lan­gem arbeitslosen Bundesbruder K s i e n f i k begeistert zuftimmten, als er am Schluß der großen Kund­gebung im Stadtsaal (Dienstag, den 17. Nov.) zum mannhaften Zusammenstehen, zum heiligen Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit auf- forderte, so war das keine leere Demonstration, sondern rin Zeichen, daß die Jungmannschaft des Fuldaer Lan­des die Forderungen der Zeit zu verstehen beginnt

Die Schulungstagung hat in dieser Richtung viele Anregungen gegeben. Denken wir nur an den Vormit­tag des Donnerstag (19. Nov.), als Prof. Dr. Des» sauer in der Harmonie über das Thema

3m Kamps mit der Wirtschaftskrise"

sprach. Ganz selten haben wir Prof. Dr. Dessauer so überzeugend und innerlich ergriffen sprechen hören, rote hier, wo er den Jungen den Sinn der Wirtschaft und die Ursachen der Krise, die auch die meisten der Ta. gungsteilnehmer arbeitslos gemacht hat, klar machte. Das roav keine Demagogie, keine Hetze, man fühlte, da steht ein Mann, der die tieferen Zusammenhänge kennt. In den Zuhörern reifte die Erkenntnis heran, es gibt, kein Patentmi11el, das uns plötzlich aus der Not befrett. Die Ueberwindung der Krise kostet einen zähen, opfervollen Kampf gegen die Mächtigen der

Für heute nur noch einige Hinweise auf brauchbar« Literatur. Da ist zunächst ein kleines unscheinbare, Büchlein: Woentssreude von B. Münch (-#0 Pfg) Gor lieblich plaudert der Verfasser über Adoentswerkarbeit. Ein willkommenes Büchlein. In jedem Verein sollt« man es zur Hand haben. Manche Anregung findet der besinnlich« Leser bei A. M. Rathgeber, Im Schat­ten des Dorfkirchleins. Ueber denAdvents« kranz im christlichen Heim" spricht der Fran­ziskanerpater Ath. Bierbaum (0,40 Mk); er zeigt ihn uns als das Symbol einer herzinnigen Weihe der heili. gen Adventszeit und als den berufenen Vorläufer von Krippe und Christbaum. Für die Krippenarbeit fei ver­wiesen auf: Fr. Graf, Die Papierkrippe in Wort und Bild. (0,60 Mk.) Ein guter Beitrag zur praktischen Krippenarbeit. Gute Vasteibücher mit vielen Beispie­len für ein zweckmäßiges und billiges Basteln sind die beiden Bücher von Friedrich Dücker Kripenbastel» buch und Figurenbastelbuch (3,50 Mk.) Al, gute, brauchbare Krippen-Modellierbogen empfehlen wir die figurenreichen von Josef Bachlechner (einem innigen Tyroler Sripoenfd-nife-' 1 amu n->uie:t,'*»n und

gegenwartsnahen von Pfarrer Grosse? des Düsseldor­fer Jugendhauses. Walter.

Kolpings Drang nach höherem Wissen nahm immer stärkere Formen an, und wenn er nur eine freie Mi­nute hatte, las er in Büchern, die er nur bekommen konnte. Man könnte hier meinen, es wäre so ein rich­tiger Stubenhocker gewesen, aber weit gefehlt, denn die ^schichte erzählt, daß er auch schr die Natur liebte. Mit aller Gewalt trieb es ihn in die Stadt, erstens wollte er sich in feinem Handwerk weiter fortbilden, zweitens aber und vor allem zog ihn fein Bildungsdurst dorthin. Schwer enttäuscht war er jedoch, denn er stieß aus all den Jammer des damaligen Gesellentums. Nicht als ob alle, die diesem Stande angehörten, total verkommen gewesen wären, es gab ja stets ehrenhafte junge Leute unter ihnen, aber bie große Menge berf eiben war phy­sisch und moralisch tief gesunken. Er hatte gemeint, nn großen und ganzen strebsame junge Leut« zu finben, in Wirklichkeit aber stieß er auf einen Sumpf Micher Gemeinheit, Unwissenheit und Genußsucht. Aus dem bitteren Seelenkampfe, den er damals durchmacht«, ge­staltete sich immer tlarer der Entschluß der Standesän- benmg. Er betete viel und inbrünstig um Erleuch­tung von oben und je mchr er betete, desto unabweis­barer drängte sich ihm der Gedanke auf, Priester zu werden. Dieser Gedanke hiell ihn aufrecht in allen Versuchungen, welche manchmal sehr groß waren. Er eilte dann zu seinem Lieblingsplätzchen, zum Gna­denbilde der schwarzen Muttergottes in der Kupfergasie zu Köln.

Eine schwere Prüfung muhte er noch mitmachen. Kol­ping arbeitete in einer Werkstatt in Köln. Die Fa- mielie des Meisters war klein, außer der Hausfrau nur noch eine Tochter. Das geräumige Haus gehörte dem Meister, welcher auch noch vermögend war. Er war bei der Familie wie daheim aufgehoben. Da der Mei­ster schon all war, und das Geschäft nicht mchr allein führen konnte, sagte er chm eines Tages, er könne das Geschäft übernehmen. Auch bie Tochter hatte ben Adolf in ihr Herz geschlossen und man wunderte sich, daß er nicht gleich mit beiden Händen zugriff. Als eines Tages wieder die Rede darauf kam, konnte es Kolping nicht mchr aushalten, seine Kraft erlahmte, er eilte auf sein Zimmer, weinte sich aus und mit dem Kruzifix in der Hand erneuerte er den Entschluß, Priester zu werden. Wunderbar gestärkt kam er auf die Werkstatt zurück. Als die Familie erfuhr, daß K. fort wollte, waren sie

Es fft bezeichnend, wie im gegnerischen Lager auf bas Gelingen ber politischen Schulungstagung des (Baues Fulda der Windihorftb-ünde reagiert wird. Einige offen­bar geistig minderbemittelte Jünger desdritten Rei­ches" senden wieder einmal Schmähbriefe.

Man machte sich sogar die Mühe, alle, von uns nicht mchr benutzte Anmeldungsformulare zum Windthorst- bund mtt den Namen bekannter jüdischer Einwohner zu unterzeichnen und uns zuzusenden. Die armen Tröpfe können einem leid tun, die solche Streiche fürpolitische Taten" halten. Sie beweisen damit freilich, daß sie reif sind, fürsdritte Reich". Hoffentlich gelingt es ihnen, in der bann kommenden goldenen Zeit, Fulda von der jüdischen Plage" zu befreien. Vorläufig haben wir berechtigte Zweifel. Den unvorsichtigen Schreiern aus dem Hitlerlager aber möchten wir raten, uns nicht her­auszufordern. Wir könnten sonst einmal mtt aller Deut­lichkeit erklären, daß es kein Mann aus unseren Reihen ist, der zusammm mit einem hiesigen jüdischen Geschäfts, mann in die bekannte Spionage-Affäre verwickelt fft. Die Zeiten sind vorbei, in denen wir aus Gutmütigkeit auf Frechheiten aus den radikalen Lagern schweigen. Die junge Generation des Fuldaer Landes ist enffchlof- sen, die Uebergriffe ber Radikalen zurückzuweisen. Mö­gen sich auch vielleicht manche Aeltere, bie ihren Besitz zu verlieren haben, ängstlich vom politischen Kampffeld zurückziehen nebenbei bemerkt, wenn es kracht, wird bas nichts nützen wir Jungen wollen unsere letzte Kraft für Deutschlands Einheit einsetzen und

Wir bauen-

sind aus Armut, Nacht und Not zur Arbeit auf­gerufen.

bauen mit zerfurchter Hand der Zukunft harte Stufen.

bauen! Wir, die Jungen, bauen aus dumpfem Schacht hinaus;

bauen fest mit festem Stein der Zukunft weites

Advent im Verein.

Der Advent ist wieder da, die stille, heilig-fromme, hoffnungsfrohe, boffchastsreiche Zett, die als eine große Vigil uns in Buße und Selbsteinkehr der Helligen Weih­nacht entgegenführen wlll. Etwas Geheimnisvolles liegt in ihr, und eigenartig-geheimnisvoll und befinn- lich-gemütooll vermag sie den Menschen in ihren Bann zu ziehen. Wir wollen uns ziehen und fassen lassen! Wir wollen es ernst nchmen mit der Vorbereitung und Wegbereitung für die Ankunftdes Er­lösers, auf daß wir ihm am Tage seiner Ankunft ent- entgegengehen können ganz reif und rein und offen und frei.

Dabei beschränken wir urffere Adventsarbeit nicht auf den Raum des kirchlichen Bodens in eifriger Teil­nahme am Gottesdienst und in der Bereitung unserer Seelen für die hl. Weihnacht. Adoentsgefft und Advents­streben soll auch hineinklingen u. hineinschlingen in die Arbeit unseres Vereins Adventswerkarbeit u. Advents- feier sollen unsere Advents- und Weihnachtsfreude sicht­lich erhöhen und steigern. Dazu greifen wir zurück auf alten deutfchen Adventsbrauch, wie unsere

Des kolpingssohnesVorbild** undFührer**.

Am 4. Dezember 1865 starb zu Köln a. Rh. einer ber bedeutendsten Männer des vorigen Jahrhunderts, Adolf Kolping, der Gesellenvater. Trauernd standen an seiner Bahre tausende treuer Kolpingssöhne, und sie alle konnten es kaum fassen, daß er, dem sie fs viel zu danken hatten, von ihnen gegangen fei. Nun ruht Adolf Kolping schon 66 Jahre in seinem Grabe, jedoch sein Gefft lebt fort in seinem Werke bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Sn einer Zeit tieffter Zerrissenheit im deutschen Va­terlande ist es gut, wenn man sich im besonderen Maße der großm Führer und ihres oft sehr schwierigen Le­bensweges erinnert. Für uns Kolpingssöhne steht als leuchtendes Vorbild die hehre Gestalt dessen vor uns, der aus Liebe für feine Söhne so früh ins Grab sinken mußte Adolf Kolping. An seinem Todestage wol­len wir uns feiner ganz besonders bewußt werden, und daran denken, was wir ihm und feinem Werke schuldig sind. Sein Lebensweg war ja ein Weg voller Opfer, Mühen und Entsagungen, aber auch ein Weg, ber von Mut, Liebe unb starkem Gottvertrauen zeugte.

Wer war Aböls Kolping? Als jüngster Sohn feiner Eltern wurde er am 8. Dezember 1813 zu Kerpen Köln geboren. Sein Vater war Schäfer bei einem Gutsherrn, und da die Familie viele Kinder hatte, ging es ihr auch nicht gerade rosig. Die älteren Geschwister mußten, bei der Feldarbeit mithelfen, unser Adolf mar jedoch zu schwach zu solcher Arbeit und konnte deshalb bie Wohltat eines regelmäßigen und sehr guten Schul­unterrichtes genießen. Sein Lehrer hatte bald heraus- gefunden, daß in ihm eine große Lernbegier steckte Wenn Adolf seinem Lehrer zulauschte, regte sich nicht selten der Wunsch nach höherer, wissenfchafllicher Bil­dung. Eine Erfüllung dieses Wunsches war jedoch in- folge der häuslichen Verhältniffe vorerst nicht möglich und so erlernte er nach Beendigung feiner Schulzeit das Schuhmacherhandwerk. Was indes Kolping unter­nahm, das tat er ganz und rechtschaffen. Er legte allen Fleiß daran, etwas Tüchtiges in feinem Gewerbe zu werden. Nachdem er die Lehre bestanden, arbeitete er in verschiedenen Werkstätten der näheren Umgebung.

alle wie vom Schlage gerührt. Er schreibt selbst darüber: Als ich das Unheil sah, das ich angerichtet hatte, wars mir doch, als würde mir ein Stück vom Herzen gerissen. In dieser Stunde verzichtete er auf sein eigenes Fami­lienglück, um durch fein späteres Werk taufende von Fa­milien glücklich zu machen. Was wäre wohl aus all den Gesellen und aus uns geworden, wenn Kolping in jener Stunde Heinen Enffchlutz geändert Hütte?

1836 wird er durch die Mühen der Arbeit und bie Sorgen, bie feine Seele nicht verließen, krank. Der Ortspfarrer, bem er seinen Entschluß mitteilt, ruft ihm zuSchuster, bleib bei deinem Leisten" Je­doch fein einmal gefaßter Plan soll durchgeführt wer­den. 1837 schm wir bann den 24jährigen Mann in der Tertia des Marzellen-Gymnasiums zu Köln, zwischm Knaben von 14 Jahren auf der Schulbank sitzen. Seinen Unterhalt bestreitet er mit Stundengeben usw., halbe Nächte muhte er bei Kerzenlicht hindurch arbeiten, um vorwärts zu kommen.

183839 wirst ihn ein heftiger Bluthusten aufs Krankenlager, ber ihn bedenklich schwächte. Doch Gott verließ ihn nicht.

Eines Tages erfährt Kolping, daß ein Schustergeselle, mtt dem er von früher befreundet war, von ben Blattern ergriffen sei. Sofort eilt er hin, pflegt ben verlassenen Kranken mit aller Liebe, bereitet ihn auf ben Tob vor, und stand chm bei bis zum letzten Augenblick. Er selbst wird eines Tages von den Blattern befallen, Gott hllft jedoch auch hier wieder sichtbar, er roirb gefunb, boch die Spuren der Krankhell sind ihm zeittebens als Ehrendenkmal ber Christlichen Nächstenliebe auf seinem Antlitz gezeichnet geblieben.

1841 ging er aus bie Universität nach München. Die Mittel für seinen Unterhalt bekommt er auf fast wunder­bare Weise von der Tochter eines Gutsbesitzers. 1844 .sehen wir ihn dann auf dem Priesterseminar in Köln. Am 13. April 1845 empfängt er die Priesterweihe in der Minoritmkttche zu Köln. Einen Tag zuvor färbt fein lieber Vater. Wie unerforschlich sind doch Gottes Raffchlüsse, wie unergründlich feine Wege gerade die­ser Tag, der dem jungen Priester bie reinste Freude und ben seligsten Trost brachte, sollte chm auch der Tag des herbsten Schmerzes werden.

Wir sehen Kolping auf feiner ersten Kaplanstelle in Elberfeld. Da weißt ihm Gott aufs neue ben Weg.

feiten. Wir arbeiten aber nicht nur für bas Heim. Ein jeber möchte an Weihnachten doch sicherlich auch eine da­heim in der Familie ausgestellt sehen. Auch diese wer­den an den stillen Abenden gearbeitet, fei es in der Gemeinschaft des Vereins hn Heim oder der Familie am väterlichen Tisch. Und noch anbere wollen wir basteln, mit denen wir zum hohen Feste arme Menschen beglüf- kend erfreuen. 7000 Besucher haben die Krippenausstel­lung neulich in Fulda gesehen; darunter wohl auch man­cher hoffentlich recht viele aus unfern Reihen. Verwenden wir das Gesehene und Geschaute.

Nicht vergessen wollen wir den N i k o l a u s t a g. mit seiner Freude und seinem hellem Sinn. Das müssen wir fördem in einer feinen, vornehmen Weise, ohne daß leider übliche gemeine Poltern und Ulfen unb Herum­ziehen auf ben Straßen und Gassen. Damit soll aber gar nichts gesagt sein gegen bie Derbheit, mit ber in langen Episteln die Mitglieder tüchtig hergenommen werden. Und gern und freudig wollen wir in der Nach­barschaft ben Nikolaus spielen, ben Sintern zur Lehr unb frohen Erheiterung.

Ueber die eigentlicheAdventsfeier" und die spätere Wechnachtsseier roirb in ber nächsten Nummer biefer Blätter manches zu sagm fein.

Haus.

All unser Wünschen baun wir ein, nach Wahrheit, Kraft unb Glauben,

Nach reinem, menschenwertem Werf, wir bauen, weil wir glauben.

Wir glauben, daß zur Arbeit wir vdn Gott allein be­rufen:

So reihen wir bie Welt empor auf immer höh're Stu­fen.

Man fängt uns nicht auf halbem Weg; wir stoßen burch die Netze.

Wir kämpfen um den Sinn ber Welt, um heilige Gesetze!

Wir treiben vorwärts, wecken aus. Was wert fft, muß entflammen.

Wer mutig ist, gehört zu uns! Wir stehen stark zusammen!

Mtt uns fft Gott! Wie darf da Not und Wirmis uns umnadjten?

Sie wollen überwunden sein durch uns und unser

Trachten.

Wir sind zur Stelle, wir die Jungen. Wer mit uns ist, muß glauben!

Wir bauen mit an dieser Well! Wir bauen, weil wir glauben!

Paul Joses von der Heide.

1,2 LTIL 4 ZYL.

ZWEISITZER

19955

NILS