FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.
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> i riebe im lechsmai wöchentlich WochenbeUagen: „Die Welt Ylw im Bild' und „Luchenblätter' Rotationsdruck und Verlag
• öer Fuldaer Äctiendruckerei tn Fulda. Fernrufe: Schrift» ~ leitung 3153, Fuldaer Äctiendruckerei 3151 und 3152. r.
Dienstag, 24. November 1931.
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Wfl. 58.
Hitler—Brüning — Hugenberg.
Wenn man unvoreingenommen die Dinge betrachtet, dann zeigt sich deutlich, daß der Führer der Nationalsozialisten, Adolf Hitler, von einem ganz erheblichen Teil des deutschen Volkes, namentlich von den jungen Generationen als Führer angesehen wird und ihm die Huldigung und die Autorität zuerkannt werden, die man einem überragenden Führer in den Kreisen seiner Anhänger zuerkennt. Ein anderer Kreis deutscher Jugend hängt mit nicht weniger begeisterter Treue an Brüning, dem derzeitigen deutschen Kanzler. Wer Gelegenheit hat, die Stimmung der Zentrumsjugend zu beobachten, weiß, wie opferbereit und unbedingt die Gefolgstreue der Anhänger Brünings ist. Daß hinter Hstler und daß hinter Brüning, so verschieden die Programme und Methoden der beiden auch sein mögen, in gleicher Weise geschlossene Scharen von Anhängern stehen in Gefolgschaststreue und imGlauben anden Führer, läßt sich gar nicht verkennen. Und aus dieser Tatsache ergeben sich ja auch die zeitgemäßen Gespräche in der Presse „Hitler mit Brüning", „Hitler ohne Brüning", „Brüning ohne Hitler". Auch in der Deut sch- nationalen Volkspartei hat man diese Lage jetzt klar erkannt und möchte mit allen Mitteln der Beredsamkeit nun auch Herrn Hu- genberg zu einem Führer, werden lassen, wie es Hitler und Brüning sind. Im Sportpalast in Berlin wurde dieser Versuch mit Nachdruck unternommen und auch im Land scheint man auf die Idee gekommen zu sein, Hugenberg als dritten Führer und möglicherweise als den O b e r f ü h - re r des deutschen Volkes emporzureden. Wir glauben, daß die Absichten, Hugenberg als Führer neben Brüning und Hitler zu setzen, zum Mißerfolg verurteill sind. Brüning sowohl als Hitler gehören zur Frontgeneration. Beide haben für Deutschland und seine Zukunft in Reih und Glied mit ihren Volksgenossen gekämpft. Sie sind auch nach dem Krieg an der Spitze des Volkes und in der Sache des Volkes, verschieden in ihren Ideen und ihrem Ziel zwar, aber doch in gleicher Weise von der Sache des Volkes, der Maste her, im Politischen vorwärts geschritten. Deshalb stehen sie auch heute, beide Männer in den 40er Jahren, mit der Jugend Deutschlands in ihrem inneren Leben und Empfinden fest verbunden vor uns. Herr Hugenberg aber hat schon im Jahre 1865 das Licht der Welt erblickt, stt also heute schon dem Alter nahe, in dem sich selbst die nicht der 65- Iahr-Grenze des Beamtentums unterworfenen Dorischen im Hinblick auf den bevorstehenden 70. Geburtstag nicht mehr als Führer a u s r u f e n lassen. Während des Krieges war er Vorsitzender des Direktoriums der Friedrich Krupp-A.-G. in Esten, vieles Hauptwerkes der deutschen Schwer- Industrie. Der Groß-Industrie und der Groß- Finanz, zweifellos wichtigen nationalen Dingen, galt das Lebenswerk des Geheimen Finanzrats. Der Sachwalter der Groß-Industrie und der Groß- Finanz mag vom volkswirtschaftlichen und politischen Standpunkt unentbehrlich sein im 3tat des Volkes. Aber als volktümlicher Führer feiner Nation ist er nicht vorstellbar. Führer kann nur sein, wer viele Einzelne über ihre Sonder-Interessen hinweg um eines großen gemeinsamen Zieles willen zusammenschließt und zufammenhält. Wie Hugenberg bei einem solchen Versuch scheiterte, zeigt H a r z b u r g. Die Hu- genberg-Blätter haben von Dr. Goebbels letzter Sportpalast-Rede keine Notiz mehr genommen, während sie früher solche nationalsozialistische Veranstaltungen als eigene Sache betrachteten. Und die Nationalsozialisten haben Hugenbergs letzte Veranstaltung im Sportpalast totgeschwiegen. Mr sind also heute schon so weit, daß die Freunde von geftem sich nicht mehr kennen.
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In einer Versammlung im Berliner Sportpalast, die zahlreich besucht und durch die Anwesenheit etlicher Prinzen und Prinzessinnen ausgezeichnet war, hat der deutschnationale Führer Hugenberg wieder einmal eine „Abrechnung mit dem Zentrum" vorgenommen. Wir wissen im Augenblick nicht, zum wievielten Male Hugenberg sich in ähnliche Unkosten gestürzt hat, wir finden nur, daß die letzte Sportpalastrede seinen früheren Ausführungen über dasselbe Thema gleicht wie ein Ei dem anderen.
An sich läge kein Anlaß vor, die Vorstellung im Sportpalast zu erwähnen, wenn nicht ein ganz besonderer Zweck aus ihr zu erkennen wäre. Wie selbstbewußt Hugenberg mich austrat und so starke Worte auch gesprochen wurden, so mar doch unverkennbar, daß die ganze Versammlung im Zeichen einer gewissen Unsicherheit stand. Hugenberg hatte das Zentrum zwar als Angriffspunkt gewählt,, in Wirklichkeit waren aber andere Parteien der Harzburger Front gemeint Denn aus mancher Wendung des deutschnationalen Parteiführers sprach die Sorge über ein Ausein a nderfallen der nationalen Opposition. Schon einmal, sagte Hugenberg, hätte das Zentrum einige deutschnationale Abgeordnete wie Graf Westarp, Treviranus, Mumm und Lambach, eingewickest, wie das Zeistrum „heute gern einige Führer der nationalen Opposition einwickeln möchte". Vor diesem neuen „Sündenfall" erhob Hugenberg feine warnende Stimme, und das war wohl der eigentliche Zweck der ganzen Veranstaltung. Alles drum und dran ist Nebensache. Herr Hugenberg fürchtet, daß sich einige Führer der nationalen Opposition vom Zentrum „einwickeln" lassen, und deshalb veranstaltete er eine äußerlich von Kraftgefühl ge- sihwellte Kundgebung, die in Wirklichkest von U n- sicherheit und Angstgefühl beherrscht wurde.
In der Versammlung kam es zu einem Zwischenfall, als Hugenberg davon sprach, in dem
Die Schlußsitzung des Mrlschaflsbeirales.
Was der Kanzler erklärt. — Hindenburgs Schlutz-Anfprache.
E.N.D. Berlin, 23. Nov (Eig. Meld.) Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten fand heute vormittag die Schlußsitzung des Wirtschastsbeirats der Reichsregierung statt. Reichskanzler Dr. Brüning berichtete über den Verlauf und das Ergebnis der Beratungen. Reichsbankpräsident Dr. Luther und die beteiligten Reichsminister machten ergänzende Ausführungen. Die Arbeiten des Wirtschaftsbeirates hegten für die bevorstehenden Entschließungen der Reichsregierungen wertvolle Anregungen. Reichskanzler Dr. Brüning faßte das Ergebnis der in den Ausschüssen des Wirtschaftsbeirates getätigten Arbeiten zusammen. Er sagte u. a.: Der Wirtfchastsbeirat stelle sich auf den Boden der Reichsregierung, daß
jegliche Maßnahmen inflationistischen Lharakters entschieden abzulehnen
feien bei der Aufgabe, die Aufwendung der gesamten d-utslben Wirtschaft an die durch Wäh- rungsverhältnisie und andere Gründe bedingten Preisentwicklung auf dem Weltmarkt anzupassen. Erste Voraussebung einer Wiedergesundung der deutschen Wirtschaft sei der
Ausgleich der Haushalte bei Reich, Ländern und Gemeinden.
Es herrscht Uebereinftimmung darüber, daß auf die Dauer die deutsche Wirtschaft nicht in der Lage sei, öffentliche Lasten in der jetzigen Höhe zu tragen.
Zur Frage der
Preisbildung
sei notwendig, insbesondere die gebundenen Preise einem neuen Preisniveau anzupassen. Systematische Aufhebungen sämtlicher Preisbindungen werde jedoch nicht empfohlen. Sofern eine freiwillige Anpassung der Preise an aufzustellende Richtlinien nicht eintrete, erscheine allerdings sofortige Aufhebung der Bindungen erforderlich. Bei Erörterung der Preise stellte der Wirffchasts- beirat fest, daß die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise in weitem Ausmaße unter dem allgemeinen Preisniveau liegen. Daher hält der Wirtfchastsbeirat eine Verringerung der in vielen Gegenden noch besonders hohen Preisspannen für geboten.
Im Rahmen eines ausreichenden Gesamtprogramms erscheine eine entsprechende
Senkung von Löhnen und Gehältern unvermeidlich. Dabei müsse der Grundsatz des Tarifvertrages erhalten bleiben. Auf dem Gebiete des Schlichtungswesens sei eine veränderte Handhabung notwendig. Der Inhalt der Tarifverträge müsse sich mehr als bisher der wirtschaftlichen Entwicklung anpassen. Der Wirtschaftsrat ist übereinstimmend der Auffassung, daß eine
Senkung des Zinsniveaus
für die gesamte deutsche Wirtschaft als unbedingt notwendig anzustreben ist. Die Habenzinsen müßten auf einen angemessenen Betrag ermäßigt und der Risikoaufschlag individueller festgesetzt werden.
Zur Herabsetzung der allgemeinen Lebenshaltungskosten fei vor allem eine
Senkung der Tarife der öffenMchen Unternehmungen
erforderlich. Wenn auch eine Senkung der Personentarife und eine allgemeine Senkung der Frachtentarife nicht möglich erscheine, so doch für besondere wichtige Güter und für besonders notleidende Bezirke und Wirtschaftszweige. Die Reichsregierung werde nachdrücklichst auf die Landes- und Kommunalbehörden einwirken, um eine fühlbare Herabsetzung aller übrigen öffentliche Tarife, vor allem bei Straßenbahn, Gas und elektrischem Strom zu erreichen.
Auf dem Gebiete der
Wohnungswirlschafi
hält der Wirtschaftsbeirat eine Hercchsetzung der Mieten zur Anpassung an die verminderten Einkommen für unbedingt geboten. Das Ende der Wohnungszwangswirtchaf t sei weiter vor,zu rücken, dabei jedoch das soziale Mieterrecht für Inhaber kleiner und kleinster Wohnungen und für kinderreiche Familien sicherzustellen. Eine sofortige Aushebung der
Hauszinssteuer
erscheine nicht möglich, jedoch, sei gestaffelter Abbau wünschenswert.
Der Wirtschastsrat weist weiter auf die Maßnahmen für Bankenorganisation hin, die durch die Notverordnung der Reichsregierung vom 19. September getroffen worden sind und auf die Maßnahmen zur Sicherung der Ernte im Ofthilfegebiet. Überall in Deutschland müsse im Interesse der Volks
ernährung die ordnungsmäßige Fortführung der landwirtschaftlichen Betriebe sichergestellt werden.
Die Tagung des Wirffchaftsbeirats wurde mit einer
Ansprache des Reichspräsidenten abgeschlossen, der den Mitgliedern des Beirats und den zugezogenen Sachverständigen seinen Dank für ihre Arbeit aussprach. Er hoffe, daß die offene Aussprache
Verständnis für die lleberzeugung der anderen
geschaffen habe. Der Reichspräsident bat, daß die Reichsregierung nunmehr mit aller Beschleunigung ihre Entschließungen fasse.
Das Schuld en-Problem.
Der Reichsbankpräsident hat Dr. Karl Melchior- Hamburg zum Mitglied des beratenden Sonderausschusses bei der B. 3. Z. ernannt.
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Zur Uebermittlung der deutschen Denkschrift an die B. I. Z, erklärt die „Times" in einem Leitartikel, die Tribute könnten nur gezahlt werden, wenn Industrie und Handel in Deutschland wieder wie gewöhnlich arbeiteten. Die erste Bedingung sei daher die Wiederherstellung des deutschen Kredites.
Pertinax erklärt im „Echo de Paris", daß die Reichsregierung nicht ohne Schwierigkeiten eingewilligt habe, sich des Voungplans zu bedienen, um eine Revision der Reparationszahlungen zu erreichen. Es sei selbstverständlich, daß die Frankreich mit dem Poung- plan eingeräumten Rechte aufrecht erhalten werden müßten.
Wohnungsfragen.
V.D.Z. Berlin, 23. Nov. (Eig. Meld.) Der Wohnungsausschuß des Reichstages befaßte sich am Montag unter dem Vorsitz des Abgeordneten Lipinski (Soz.-Dem.) mit Anträgen über die Förderung des Kleinwohnungsbaues. Zur Beratung stand ein sozialdemokratischer Antrag, wonach zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit für die Förderung des Kleinwohnungsbaues Hauszinssteuermittel mindestens in dem Umfange bereit gestellt werden sollen, der sich auf Grund der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 ergibt. Außerdem sollen die Länder, die die für den Wohnungsbau gesetzlich bestimmten Hauszinssteuermit- tel für andere Zwecke verwendet haben, angewiesen werden, diese Mittel wieder dem Kleinwohnungsbau zuzuführen. Auch von den Christlich-Sozialen liegt ein Antrag vor, wonach die für den Wohnungsbau bestimmten Hauszinssteuermittel schleunigst dem Kleinwohnungsbau zugeführt werden sollen. Außerdem sotten die Besitzer solcher Häuser, deren Friedenswert 5000 Maff nicht übersteigt, unverzüglich von der Hauszins st euer befreit werden.
Die Grotz-Venfionen.
Das Reichsgesetz soll auch für Länder und Gemeinden gelten.
In der Aussprache im Haushaltsausschuß des Reichstags wurde zunächst die Bestimmung über den Zweck und den Umfang der Kürzungsvorschriften behandelt Der Ausschuß beschloß, daß die Vorschriften des Gesetzes nicht nur für die ehemaligen Reichsbeamten sondern auch unmittelbar für di« ehemaligen Beamten der Länder, der Gemeinden, der Reichsbank und der Reichsbahn, sowie der sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes gelten sollen. Auch die Ruhegeldempfänger von öffentlichen Rechtsverbänden, von Körperschaffen, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes sollen enffprechend den Vorschriften dieser Vorlage behandelt werden. Diese Lösung erschien dem Ausschuß zur Erreichung einer unentbehrlichen Einheit als geboten. Das Pensionskürzungsgesetz soll erst in der übernächsten Woche weiterberaten werden. Am nächsten Dienstag wird sich der Ausschuß mit der Finanzlage des Reiches beschäftigen. '
~ * Kundgebungen gegen die neuen Steuern in Rumänien verboten. Aus Bukarest wird gemeldet: Das Ministeffum des Innern hat für ganz Rumänien alle Versammlungen und Kundgebungen gegen die neuen Steuern verboten. Am Freitag versammelten sich Demvnsffanten vor dem Parlament und bewarfen ein Auto, in dem Abgeordnete saßen, mit Steinen.
v. Co ebell f.
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Friedrich Wilhelm von Loebell, der bekannte deutschnationale Politiker und frühere preußische Innenminister, ist 76jährig in Brandenburg nach langer, schwerer Krankheit gestorben.
Von Loebell wurde 1855 in Kloster Lenin geboren. Nach dem Besuch der Ritterakademie in Brandenburg studierte er in Straßburg und Leipzig, wurde 1883 Regierungsassessor und 1889 zum Landrat des Kreises West-Havelland ernannt. 1888 trat er als Mitglied der Konservativen Fraktion in den Reichstag ein, aus dem er aber 1900 wieder ausschied.
1901 zog er als Mitglied der Konservativen Partei in das preußische Abgeordnetenhaus ein. 1904 legte er sein Mandat nieder, nack-dem er zum Vortragenden Rat in der Reichskanzlei ernannt worden war. Bis zum Rücktritt des Füfften Bülow stand er seit 1907 als Unterftaatsfetretär an der Spitze der Reichskanzlei. Während dieser Zeit wurde sein Name des öfteren in Gerichtsv e r. Handlungen genannt, in denen der Abgeordnete Erzberger als Zeuge gegen ihn auftrat. Als Bülow 1909 aus seinem Amte schied, zog auch Loebell aus der Reichskanzlei aus. Den ihm nunmehr übertragenen Posten des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg trat er nicht an, sondern lebte von da an bis zu seiner Berufung zum preu« ßifchen Innenminister (April 1914) zurückgezogen auf seinem Gute Benken. 1917 trat er von dem Amt zurück und erhielt nunmehr die Berufung zum Oberpräsidenten pon Brandenburg. Nach seinem Abschied im Mai 1919 wurde ^Loebell zum Präsidenten des Reichsbürgerrates ernannt und trat noch einmal 1925 durch die Gründung des „Reich s» blocks", der sich die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten zum Ziele gesetzt hatte, in Erscheinung. __________________________
General von Mudra f«
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General der Infanterie Bruno von Blubra,
einer der bekanntesten Armeeführer im Weltkriege, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Bruno v. Mudra ist ein gebürtiger Schlesier. 1872 trat er als Leutnant in das Garde-Pionier-Bataillon ein, mit dem er bereits den Krieg 1870/71 mitgemacht hat. Seine ganze weitere Laufbahn bis zum Ge- neralleutnant verlief im Pionierkorps. Als Generalleutnant wurde er 1909 Kommandeur der 39. Division in Kolmar im Elsaß. 3m März 1911 erhielt er das Kommando über das 16. Korps in Metz. 3m Weltkrieg war er mit seinem Korps zunächst an der Westfront, wo er vor allem bei bett Schlachten in den Argonnen und um Verdun hervortrat. Im Februar 1917 übernahm er den Oberbefehl über die Armeeabteilung vor Verdun. Seit Kriegsende lebte General v. Mudra in äu« ßerster Zurückgezogenheit in Wiesbaden, wo er denn noch während des Ruhrkampfes zeitweise von den Franzosen verhaftet wurde. Später verlegte General v. Mudra seinen Wohnsitz nach Schwerin.
schwarzroten Banner fehle die Farbe weiß, di« die Farbe der Sauberkeit fei. Der anwesende Polizeioffizier beanstandete darauf diese Wendung, ohne daß die Versammlung eine Unterbrechung erfuhr. Hugenbergs Presse ist über das Eingreifen der Polizei sehr entrüstet. Hugenberg gefiel sich in der Methode der halben Verdächtigung. Er machte Andeutungen über fehlende Sauberkeit, hütete sich aber, irgendwie deutlicher zu werden. Das ist beinahe schlimmer als offene Beschimpfungen, mit denen die Nationalsozialisten ihre Gegner bekämpfen.
Mit bestem Recht mahnt die „Germania" die Herren der Deutschnationalen Volkspartei, nicht zu kräftig die Farben weiß für sich in Anspruch zu nehmen. „Da sst z. B. ein gewisses Brüderpaar L a h u s e n, das zwar die weiße Farbe der Sauberkeit eingebüßt hat, aber nicht etwa dem Zentrum, sondern der Partei des Herrn Hugenberg
geistig und politisch, wie man hört, sehr nahe stand. Wir weisen Herrn Hugenberg auf diese und ähnliche Dinge hin, um ihm zu zeigen, daß das Weiße und Schwarze überall sehr wohl verteilt ist, und möchten in ihm die Empfindung wecken, daß es sehr geschmacklos und ziemlich unwürdig ist, mit diesen Farben politische Agitation zu betreiben."
Neben schaffen Angriffen gegen das Zentrum und den Reichskanzler Brüning enthielt die fragliche Hugenberg-Rede vor allem eine Warnung vor „Wirrköpfen, die sich des Volkes zu bemächtigen suchten."
3m übrigen sind in dieser Versammlung reichlich Phrasen gedroschen worden. Es zeugt wirklich nicht von nationalem Stolz, wenn ein Redner meinte, Deutschland sei in der starken Stellung des Schuldners, der nicht zahle« könne. Ja, gewiß, men« man kein
Hemd mehr am Leide hat, kann man einem keines mehr ausziehen-, daß dies aber imponierend fei, kann man nicht gerade behaupten.
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Der „faltenreiche Mantel der Harzburger Front", wie der „Völkische Beobachter" so sinnig sagt, entfaltet sich in der Tat immer mehr und bringt manches zutage, was von Hugenberg in feinen Falten verborgen war. Daß darunter noch mehr steckt als soziale Reaktion, nämlich ein ganz wüster tonfeffionller Kampf, plaudert das in Bremen erscheinende Stahlhelmorgan Niedersachsen — Volkswille (Nr 46 oom 12 Nov.) aus. Dies Stahlhelmblatt ist darüber daß die Freunde des Humanistischen Gymnasiums in Bremerhaven Kaplan Fahsel zu einem Vortrag über Kunst und Moral verpflichtet haben, völlig aus dem Häuschen geraten. Es