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Nr. 266

Dienstag, 17. November 1931

Zahrg. 58

Partei:

bei

erh. Stimmen I. Reichs- Mand.

Die zahlreichen Wähler im Freistaat Hessen, die cm Sonntag Hitler gewählt haben, werden oben- stehende Worte nicht zu Gesicht bekommen und, wenn auch, so werden sie nicht viel darüber nachdenken. Heute ist derjenige der rechte Mann, der seinen Mitmenschen nicht viel Denken zu- mutet, sondern ihre Bedürfnisse nach Redensart, Tamtam, Uniform und ähnliches befriedigt. Aber hier und da wird man doch einmal überlegen, daß es etwas anderes ist, wenn die deutsche Zen­trumspartei, nachdem sie seit 1918 ununterbrochen bi verantwortlicher Weise in der hessischen

Der Ausgang der Hessen-Wahl.

Immer mehr Wähler laufen den radikalen Parteien zu. Aatio- nalsozialiften gewinnen sehr stark, Kommunisten gewinnen nicht unbeträchtlich. Die Niederlage der gemätzigten Rechtsparteien und der Staatspartei. Zentrum gewinnt über 8000 Stimmen.

Sonntag nachmittag sind zur Teilnahme an der Dölkerbundsratstagung in Paris eingetroffen: der englische Staatssekretär des Auswärtigen, Sir John Simon, der italienische Delegierte S c i a l o j a, der polnische Außenminister Zaleski und der japanische Botschafter in London, Mats u d e i r a.

legenheit zu geben, sich im Rahmen der bestehen den Bestimmungen zu verständigen.

Am Samstag wurden die Kämpfe bei der Nonnibrücke fortgesetzt. Die Chinesen hielten ihre Stellung. Die Japaner ziehen Truppen zum Vormarsch auf Tsitsikar zusammen.

Reuter meldet aus M u k d e n : Der Kom­mandeur der japanischen Truppen hat unter Ein­setzung von Infanterie, Artillerie, Kavallerie und Flugzeugen in der Nähe des Nonni-Flusses die chinesischen Truppen angegriffen, um einer chine­sischen Kavalleriedrohung zu begegnen. Im Ver­laufe des Gefechtes schlugen die Japaner 4000 Mann chinesische Kavallerie in die Flucht und besetzten das Dorf Tschienhuanti nordöstlich der Nonni-Cisenbahnbrücke. Die Verluste auf beiden Seiten sind nicht bekannt.

*

wtb. Paris, 16. Nov. (Eig. Meldg.). Die Chi- cago-Tribune berichtet, daß der amerikanische Bot­schafter in London, General Dawes, gestern Un­terredungen mit dem japanischen Botschafter in London und dem chinesischen Delegierten Dr. Sce, gehabt habe. Das Blatt erklärt, es sei möglich, daß die ganze chinesisch-japanische Streitfrage noch vor dem Zusammentritt des Völkerbundsrates ge­regelt werde.

General Ma lehnt alle japanischen Forderungen ab.

General Ma hat das japanische Ultimatum, bis zum 25. November seine Truppen von der Nonni- Brücke nach Tsitsikar zurückzuziehen, abgelehnt. Daraus erhielt er ein zweites Ultimatum, Tsitsi­kar den japanischen Truppen zu übergeben. Auch diese Forderung wurde abgelehnt.

Deutschland und Frankreich.

Nach Abschluß der letzten gemeinsamen Sitzung des deutsch-srangösischen Wirtschaftsausschusses am Samstag wurde von französischer amtlicher Seite eine Mitteilung herausgegeben, in der erklärt wird, daß sich hinsichtlich aller Fragen, die sich auf die Entwicklung der deutsch-französischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit bezögen, bereits jetzt günstige Ausblicke eröffnet hätten.

Regierung war, und ebenso im Reich, ihre Stim­men um fast 10 000 vermehrt, als wenn eine Partei, die bisher überhaupt nur in Wahl­agitation tätig war, einen großen Zulauf, na­mentlich aus Kreisen der eben erst wahlmündig ge­wordenen Jugend, ferner aus Leuten, die sich bis­lang um Politik wenig gekümmert haben und ähn­lichen Schichten erfährt. Und zwar in dem Augen­blick, wo die täglich wachsende Not die Regierungs­parteien zur denkbarsten Unpopularität zwingt.

Das Zentrum kann, namentlich, wenn man den Unflat sich vor Augen hält, der im Wahl­kampf auf es abgeladen worden ist, und der am Vorabend der Wahl die H ö ch st g r e n z e erreichte (eine Verlautbarung desVölkischen Beobachters" am Samstag schoß den Vogel ab) stolz auf den Ausgang dieser Hesfen-Wahl sein. Wahlerfolge in der Opposition, sind schon oft dagewesen. Da ist der Sieg des Hakenkreuzes am Sonntag nichts einzig­artiges. Aber die unerschütterliche Behauptung einer Partei, die, wie das Zentrum, so mit den unange­nehmsten Verantwortungen sich belasten muß, das nach dem Krieg und einigen anderen Experimenten

Von Pariser gut unterrichteter.Seite verlautet, daß Botschafter v. Hoesch Laval einen schrift­lich fe st gelegten Vorschlag unterbreitet habe. Nach Pariser Blättermeldungen befindet man sich auch weiterhin auf der Suche nach einer Einigungssormel.

In den Verhandlungen zwischen Botschafter von Hoesch und Finanzminister F l a n d i n ist eine Einigung dahin zustande gekommen, daß zunächst der BJZ.-Ausschuß und die private Ban­kierkonferenz stattfinden sollen, um dann eine Re­gierungskonferenz einguberufen.

Laval erklärt vor dem gemeinsam versammel­ten Auswärtigen- und Finanzausschuß des Senats u. a., daß Frankreich jedenfalls nicht daran denke, in irgendeiner Form französisches Geld nach Deutschland zu bringen.

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Reichsfinanzminister Dr. Dietrich hielt in Magdeburg eine Rede, in der er erneut betonte, daß alleKriegsfchulden gestrichen werden müß­ten.

*

Der Präsident des ftanzösischen Heeresausschus- ses hielt eine aufsehenerregende Rede, die unge- gerechtfertigte Angriffe gegen Deutschland enthielt und in der er sich insbesondere gegen eine Rüstungsgleichheit aussprach.

Die Mitglieder des Wirtschafkskomitees auf dem Pariser Nordbahnhof.

Links: Staatssekretär Trendelenburg (X). der Führer der Delegation, hinter ihm rechts: Mini- terialdirektor Posse, rechts neben ihm Geheimrat Frowein.

Das deutsch-französische Wirtschaftskomitee hat in Paris feine Arbeit ausgenommen, lieber» raschenderweise ist von Seiten der französischen Wirtschaftsführer ein Austausch der techni­schen Erfahrungen angeregt worden.

das v o n a n d e r e n a n g e r i ch t e t e C h a o s immer wieder in Ordnung gebracht hat und wahrscheinlich für die Zukunft wieder eine ähnliche Aufgabe erhält, das ist eine politische Leistung, die auch der ehrliche Gegner anerkennen muß.

Wahlberechtigt: 955 181.

Abgegebene gültige Stimmen: 785 481, Wahlbeteiligung: 82,2 Prozent.

Aus Berlin liegt folgende Information vor: Nachdem die erste Zusammenkunft zwischen den Vorsitzenden der Arbeiterausschüsse der deutsch- französischen Wirtschaftskommission beendet ist, läßt sich der allgemeine Eindruck über diese Füh­lungnahme dahin zusammenfassen, daß sie für die demnächst beginnenden sachlichen Arbeiten einen guten Auftakt darstellten. Es scheint, daß diesmal auch die Franzosen das ernste Bestreben haben, zu einem praktischen Ergebnis zu gelan­gen. Die Verhandlungen gaben u. a. Gelegen­heit, die kürzlich von der ftanzösischen Regierung beschlossenen Einfuhrbeschränkungen zu besprechen, unter denen die deutsche Wirtschaft zu leiden ha­ben wird. Es muß versucht werden, die Hemmnisse zu beseitigen, die der Zusammenarbeit und der Verständigung im Wege stehen. Eines der schwie­rigsten Probleme besteht darin, dem französischen Wunsch auf Abänderung des deutsch­französischen Handelsvertrages von 1927 gerecht zu werden. Um wesentliche Aende- rungen des Handelsvertrages zu vermeiden, könnte man versuchen, den interessierten Industrien Ge­

ber Sozialistischen Ärbeiterpattei, konnte nur die letztere ein Mandat erringen. Der Christlich-Soziale Volksdienst, der bisher nicht im Landtag vertreten war, hat, trotzdem er gegenüber der Reichstags­wahl einige tausend Stimmen einbüßte, einen Kandidaten durchgebracht. Alle übrigen Parteien 3$,eben stark dezimiert in den Landtag ein.

Die gesamte Rechtsopposition ver­fügt jetzt über 32 Sitze. Wollte man den staats­parteilichen Abgeordneten, nachdem die Staats­partei während der letzten Landtagssession aus der Regierungskoalition ausgetreten war, mit zur Oppositton hinzurechnen, so wäre auch dann die Rechtsvpposttion nicht in der Lage, ohne das Zentrum eine Me hr heit zu bil­den, da chr mindestens drei Stimmen fehlen. Daß das Zentrum sich in Verhandlungen nach die­ser Richtung hin einläßt, dürfte fraglich sein. So bietet die hessische Landtagswahl dasselbe Bild wie in Hamburg, Sachsen und Oldenburg, daß nach keiner Seite hin eine regierungs­fähige Mehrheit gebildet werden kann. Mög­lich ist allerdings, daß vorläufig die bisherige Regierung als Zeschäftssührende Regierung im Amte bleibt.

Interessant ist, daß anscheinend die Jung­wähler, soweit sie evangelisch sind, geschlos­sen in das nationalsozialistische Lager marschiert sind.

Wir sind in die Regierung gegangen in Jahren, wo wir wußten, daß wir nur übermenschlich schwere Verantwortung auf uns nehmen mußten. Und wir haben es getan, weil wir der Ueber- zeugung waren, daß eine Pattei, die sich nicht den Vorwurf machen zu lassen braucht, daß sie sich verkauft habe an christentumsfeindliche Mächte, gerade aus dieser christlichen Auffassung heraus die Verantwortung auf sich nehmen müsse.

Brüning in seiner Mainzer Rede am 13. Nov. 1931.

Der Gewinn der Nationalsozialisten, die ... allen in der letzten Zeit stattgefundenen Wahlen bedeutend an Stimmenzahl gewonnen haben, tritt nach obigem bei den hessischen Wahlen besonders stark in Erscheinung. Sie konnten gegenüber der Reichstagswahl am 14. September 1930, also innerhalb eines Jahres, ihre Stimmen mehr als verdoppelst, und zwar von 137 981 auf 291189. Auch die Kommunisten haben an Stimmen zuge- nommen, während das Zentrum zwar drei Man­date einbüßt, aber die Gesamtstimmenzahl um rund 8000 gegenüber der Reichstagswahl ver­mehren konnte. Von den neu in den Wahlkampf gezogenen Patteien, den Radikaldemokraten und

Zu dem Wahlergebnis in Hessen schreibt die Frankfurter Zeitung" u. a.: lieber Hessen hinaus

Anhettssronl Sozlallflen-Sommunlsteu?

Die Folgen der Hakenkreuz-Wahl.

wird die F.uge der Regierungsbildung in dem klei­nen Lande weniger ins Gewicht fallen als der Eindruck des mächtigen Wahlsieges der National­sozialisten. In erster Linie verdanken sie diesen Sieg auch diesmal wohl der ländlichen Be­völkerung. Aber nicht nur ihr, kein Zweifel kann sein, daß sie den weitaus größten Teil des städtischen Bürgertums zu sich herü­bergerissen haben, kein Zweifel, daß sie auch in die Arbeiterschaft eingebrochen sind. Die­ser letzte Tatbestand darf allerdings nicht über­schätzt werden.

Ser hessische SlaaksprSsidenk zur Wahl.

wtb. Darmstadk, 16. November. (Eig. Meld ' Der hessische Staatspräsiden Dr. Adelung ge­mährte dem Vertreter des wtb. eine Unterredung in der er den für die Nationalsozialisten so erfolg­reichen Ausgang der hessischen Wahl zum Teil auf die Spaltungen zurückführte, die vor der Wahl in den Lagern der Sozialdemokraten, der Kommunisten und der Demokraten ejngetreten und naturgemäß die Stoßkraft dieser Parteien außeror­dentlich gelähmt hat. Des weiteren sei zu beach­ten, daß die Nationalsozialisten sich in der bür­gerlichen Presse im allgemeinen einer w o h l w o l le n de n Beurteilung zu erfreuen gehabt hätten. (Sehr rich­tig!) Eine scharfe Stellungnahme sei von dieser Presse gegen sie nicht erfolgt. Als bemerkens­wertes Ergebnis der Wahl bezeichnete der Staats­präsident auch die schwere Niederlage, die die beiden Parteien, die die bisherige Regierung am stärksten bekämpft hätten, nämlich der Hessische Land bund und die Deut sch e Volkspartei, erlitten hätten, die in ihren Man­daten von 9 auf 2 bezw. von 7 auf 1 zurückgegan- gen seien. Auf die Frage, ob das jetzige Kabinett irgendwelche Folgerungen aus dem Ausgang der gestrigen Wahlen ziehen werde, antwortete der Präsident, daß die Entscbeidung darüber dem am 3. Dezemberzusa mm entr et enden L a nd tage zufalle. Auch Dr. Adelung hält die Bil­dung einer neuen Regierung für sehr schwierig. Eine auf der Weimarer Koalition aufgebaute Regierung, die nunmehr 13 Jahre hin durch bestanden habe, sei nicht mehr möglich, eine Rechtsregierung aber nur durcl Tolerierung durch das Zentrum, de­in einem gewissen Sinne die Schlüsselstel­lung inderHand habe.

Der Beginn der pariser Ratstagung

Die Kämpfe zwischen Chinesen und Japanern.

uldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

VDZ. Berlin, 16. November. (Eig. Meld.) Eine Rede des Führers der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion, des Abgeordneten Dr. B r ei t f ch e i d in Darmstadt, hat in politischen Kreisen zu lebhaf­ten Erörterungen Anlaß gegeben. Namentlich haben die die Kommunisten betreffenden Ausfüh­rungen Breitscheids Aufsehen erregt. In einem Teil der Presse ist aus dieser Stellungnahme ge­schlossen worden, daß schon seit längerer Zeit Verhandlungen zwischen Sozialde­mokraten und Kommunisten geführt würden und daß ein Zusammenschluß beider Par­teien nur noch eine Frage der Zeit sei.

. Don maßgebender sozialdemokratischer Seite wird dem Nachrichtenbüro des VDZ. dazu erklärt, daß zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten bisher keinerlei Verhandlungen statt­gefunden hätten und daß überhaupt von Verhand­lungen von Partei zu Partei weder für die Ver­gangenheit noch für die unmittelbare Zukunft die Rede sein könne. Breitscheids Rede gehe im we­sentlichen auf die Tatsmhe zurück, daß bei einem beginnenden Bürgexkrieg sich ohne je­des Zutun absolut aus dem Gefühl der Menschen heraus eine Ueberbrückung der Gegen­sätze zwischen Sozialdemokraten und Kommuni st en anbahne.

Wo die Nationalsozialisten als Gegner der Lin­ken auftreten, wie es mit Braunschweig be­gonnen habe und in den übrigen Ländern sich fort­setzen werde, ständen Kommunisten und Sozial­demokraten in gemeinsamer Abwehrfront neben­einander. Durch die Anti-Terror-Erklärung des kommunistischen Zentralkomitees sei diese wichtige Tatsache noch deutlicher gemacht worden. Ein solches Zusammengehen brauche keinerlei organi­satorische Aenderungen zur Folge zu haben, sodaß auch von parlamentarischen Arbeitsgemeinschaften nicht die Rede sein kann. Ein solches Vorgehen würde auch in Widerspruch zu der offiziellen kom­munistischen Parteiparole, dem Kampf gegen die Sozialdemokratie, stehen, die die Partei bisher

In ihrem Kommentar zu dem Ergebnis der hessischen Landtagswahlen schreiben die volks- parteilichenFrankfurter Nachrichten" u. a., nachdem sie die Unmöglichkeit einer parlamentari­schen Mehrheitsbildung ohne das Zentrum festge­stellt haben:Hier rächt sich, wie überall, die Tak­tik der Nationalsozialisten, die in der Hauptsache bisher beftrebt waren, die bürgerlichen Mittelparteien zu zerschlagen, anstatt ihren Elan auf die Zermürbung der sozialistischen Front zu verwenden." Das Zentrum gebe den Ausschlag. Es trage die Verantwortung gegenüber dem hessischen Gesamtvolk für den Ablauf der kommenden Ereignisse, und es fei zu hoffen, daß das hessische Zentrum klügere (!!) Politik als das Reichszentrum machen werde. Es werde nötig fein, die Ursachen des Verfalles der bürgerlichen Parteien rücksichtslos klarzulegen.

Die Deutschs Volkspartei hat alle Veranlas­sung mit der Klugheit sich selbst zu versor-

ruhemt lechsmal wöchentlich Wochendeilagen:Die Welt

>m Bild" und ..Buchenblötter" Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei tn Fulda. Fernrufe: Schrift-

teitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::

nicht aufgegeben habe. Es würde auch eine voll­kommene Liguidation der Tattik der Kommunisten in den letzten 10 Jahren bedeuten. Wohin aller­dings in späterer Zukunft diese Entwick­lung einmal führen werde, lasse sich heute noch in keiner Weise übersetzen. .

E.N.V. Berlin, 16. Roo. (Eig. Meld.) Ein Berliner Montagsblatt entnimmt heute früh einer Leipziger Zei­tung scharfe Angriffe gegen die Reichs- bahngesellschaft und ihre Leitung, insbesondere gegen Generaldirektor Dorpmüller. Der Reichs­bahn wird in diesen Angriffen verfehlte Tarif- und Verkehrspolitik vorgeworfen und der Vorwurf gemacht, daß sie die nationalsozialistische Partei mit Millionen­beträgen und durch Gestellung von Sonderzügen unter­stützt haben. Von selten der Reichsbahnhauptverwal­tung werden die Behaupwngen als jeder Grund­lage entbehrend und von A bis Z als frei erfun­den bezeichnet. Die Reichsbahn hat niemals aus irgend­welchen Geheimfonds oder sonstwie Unterstützungen an die Nationalsozialisten gezahlt. Die Behauptung über die bevorzugte Gestellung von Sonderzügen ist ebenfalls abwegig. Auf Grund der Eisenbahnverkehrsordnung er­hält jeder, der die erforderliche Anzahl von Karten ab­nimmt, einen Sonderzug gestellt.

*

VDZ. Berlin, 16. Nov. (Eig. Meld.). Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. erfahrt, wird voraus­sichtlich am Dienstag eine Besprechung der sozial­demokratischen Führer mit Reichskanzler Dr. Brüning stattfinden. Man ist bei der So­zialdemokratie der Auffassung, daß durch das Aus- tteten der Nationalsozialisten, das auf der anderen Seite eine geschlossene Abwehrfront auf der Lin­ken geschaffen habe, der Bürgerkrieg in b e- d ro h l i ch e N äh e g e ck t f ei. Die Sozialde­mokratie will diese politischen Fragen zum Gegen­stand einer Aussprache mit der 'Reichsregierung machen. Sie will von der Reichsregieruna eine eindeutige Erklärung verlangen, ob sie die Vorbe­reitungen des Nationalsozialismus zum Bürger­krieg weiter dulden wolle oder ob sie bereit fei, diesem Treiben mit allen Mitteln energisch entgegenzutreten.

In der Französischen Kammer machte ein.elsässi­scher Abgeordneter die Feststellung, daß die franzö­sische Elsaß-Politik in den letzten zehn Jahren für das Elsaß den Verl u st seiner Absatz­gebiete an Deutschland und die Vernichtung seiner Industrie und Banken zur Folge gehabt hätte.

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Ss W

*

Sozialdemokraten

168 299

tagswabl 215 747

15

24

Zentrum

112 440

104 246

10

13

Kommunisten

106 775

84 513

10

4

Komm. Oppositionspart.

14 954

1

2

Deutsche Volkspartei

18 325

49 929

1

7

Staatspartei

10 793

38 829

1

3

Redikaldemokr.

4 617

0

2

Chr. Soz Volksdienst

16 712

19 086

1

0

Volksrechtspartei

1529

4 702

0

2

Hess. Landvolk

20 766

57 575

2

9

Deutschnationale

10857

11 902

1

3

Soz. Arbeiterpartei

8177

1

0

Nationalsozialisten

291189

137 981

27

1