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Eintritt: 20 Pfennig

in Oesterreich ist bisher

scheu Staatsmänner ausgelacht, wenn wir ihnen gesagt hätten, daß eine winzige religiöse Aufwallung in einem

katholischen Kirche uni) jenen, die sie zu zerstören wün­schen. Denn: täusche man sich nur ja nicht. Wo immer die katholische Kirche die Nationalreligion eines Volkes

Welt. . .

der

Die Dolksbildungsarbeit bemüht sich um den

erwachsenen

en, der in der Ent-

Th. Demmig.

unterdrücken.

redet oder streitet, man kann ihn vielleicht ent­zünden. Denn dieser Glaube ist wie ein Licht. Er schließt die Hoffnung und die Liebe in sich, wie überhaupt keines von den Dreien ohne das andere bestehen kann. Wer diesen Glauben hat, der mißt den Dingen der Welt nicht allzu große Bedeutung bei, nicht, weil er sich verachtet, sondern weil er Wertvolleres besitzt.

Wir sollten eigentlich nur eines tun: ringen

eine klare Entscheidung gefallen.

galt Spanien als das Monument festgewurzel­ten und unanfechtbaren Katholizismus. Die Feinde der Kirche weisen nun auf Spanien hin als Beweis, wie verhängnisvoll der Einfluß des Katholizismus sei.

Die Verteidiger der Kirche lesen eine andere Lehre aus dieser Situation. Sie sagen, daß die Kirche be­wahrt hat, was sie bewahren konnte, und daß Spanien ungeachtet mancher materieller Nachteile das gesündeste, glücklichste, edelste und würdigste Leben aller westeuro­päischen Nationen besessen hat. Beide haben Unrecht: Unter der Oberfläche des spanischen Lebens arbeitete eine Gärung, die schließlich von den Feinden der Na­tionalreligion ausgenutzt werden konnte. Als diese anti­katholische Gärung vor 20 Jahren in Katalonien aus­brach, sprach man von einer katatonischen Autonomie- Bewegung. Es war etwas ganz anderes. In Spanien wie im Frankreich des 19. Jahrhunderts, wie im Ita­lien vor 1870, wie in Wien vor dem Krieg waren die antireligiösen Mächte stark und wurden immer stärker und aktionsbereiter. Sie haben ihre Gelegenheit wahr- genommen, und wir werden sehen, was daraus fol­gen wird. Wenn Spanien untergeht, werden alle ka­tholischen Kräfte im Süden, im Zentrum and im We­sten Europas einen Schlag erhalten. Er w'rd nicht töd- lich sein, aber sie werden schwer darunter zu leiden haben und geschwächt werden. Wenn dagegen eine ge- nügend starke nationale Reaktion die sittliche Gesundheit wiederherstellt, wird eine entsprechende Heilswirkung sich nicht nur in Spanien, sondern im ganzen europäi­schen Körper zeigen. Darum sage ich, daß der Aus­gang der spanischen Angelegenheit von erstrangiger Be­deutung ist für die kommende Generation in Europa. Sie wird alle modernen Krisen überdauern: sie wird auf lange Zeit hinaus die Wagschale der europäischen Kultur nach der einen oder der anderen Seite her-

yvi vuiyciujcii uuiu/ einen Kameltreiber namens Mohammed, sich sehr viel gewaltiger auswirken würde als ihre großen Intrigen in Konstantinopel: ja, daß sie die ganze Weltgeschichte umwälzen würde! Wie sehr wurden die tiefsten und innersten Triebkräfte der Reformation von den führen­den Männern des 16. Jahrhunderts mißverstanden! Sie hielten die Rivalität zwischen England und Frankreich, ja selbst die Lokalkämpfe in Italien für weit wichtiger als die theologische Debatte in Deutschland.

Warum ist es wahrscheinlich, daß diese spanische An­gelegenheit solche Auswirkungen für die Zukunft ha­ben wird, welches auch ihr augenblicklicher Ausgang sei? Der Grund ist dieser:

In dem Europa, das auf den Weltkrieg folgte, sind offensichtlich zwei Hauptmächte am Werk: die ka­tholische Kultur, die sich hauptsächlich auf das Landvolk stützt mit feinen starken kontinuierlichen For­men, seiner Anhänglichkeit an die alten Sittengesetze, seinem Kampf um das Privateigentum, und auf der andern Seite das heidnisch-industrielle Sy­stem und seine Abart, der Sozialismus in seiner radikal st en Form, dem Kommu­nismus. Wenn die katholische Kultur eine einige wäe, wenn die Gesellschaften, die zu ihr halten, die Ver­teidigung ihrer Traditionen zu ihrer gemeinsamen Hauptsorge machten, so bestünde kein Zweifel, daß sie siegen würden. Aber diese Einigkeit besteht nicht. In­nerhalb der kacholischen Kultur besteht etwas wie ein geistiger Bürgerkrieg. In jeder Nation ist diese Kultur gespalten in eine Partei, die treu die katholische Ver­gangenheit fortführt, und in eine Partei, die lieber die katholische Kirche zerstört sähe, als ein Atom ihres per­sönlichen Nationalismus aufzugeben! Der Ausgang die­ses inneren Kampfes im traditionellen Körper Europas ist ungewiß. Weder in Frankreich noch in Italien, noch

25. Sonntag nach Pfingsten.

Eingangslied: 3er. 29, 11. 12 u. 14.

So spricht der Herr: Ich sinne Gedanken des r. dens und nicht des Leides. Ruft mich an, und ch will euch erhören, ich will euch heimführen aus oer Gefangenschaft, aus allen Ländern. (Pf. 84,2). Du hast, o Herr, dein Land begnadet, be­endet Jakobs Knechtschaft.

Epistel- 1. Tess. 1,210.

Brüder! Wir danken Gott allzeit für euch alle und gedenken euer ohne Unterlaß in unfern Ge­beten. Wir sind eingedenk vor Gott, unferm Va­ter, eures werktätigen Glaubens, eurer opferwilli­gen Liebe und eurer beharrlichen Hoffnung auf unfern Herrn Jesus Christus. Mr wissen, von Gott, geliebte Brüder, daß ihr auserwählt seid; denn unsre Berkündigung des Evangeliums hat sich bei euch nicht bloß in Worten vollzogen, son­dern in Kraft und im Heiligen Geiste und in reicher Fülle. Ihr wißt es ja, wie wir unter euch um euretwillen gewesen sind. Und ihr seid unsre und des Herrn Nachahmer geworden, indem ihr das Wort trotz der vielen Trübsal mit der Freude des Heiligen Geistes ausgenommen habt. So seid ihr ein Vorbild geworden für alle Gläubigen in Mazedonien und in Achaia. Denn von euch aus erscholl das Wort des Herrn nicht nur in Maze­donien und Achaia, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, so daß wir nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen. Denn man er­zählt überall von uns, welche Aufnahme wir bei euch fanden, und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und vom Himmel herab seinen Sahn zu erwarten (den er von den Toten aufer- weckt hat), Jesus, der uns errettet vom kommen­den Zorne.

©ein Glaube hat dir geholfen."

In unserer Zeit voll Not und erbittertem Da­seinskampf, in der die größte Tüchttgkeit und der beste Wille nichts mehr nützen, was soll uns da der Glaube noch helfen? Der ist gut für alte Wei­ber und kleine Kinder, aber nicht für den werk­tätigen Menschen, bei dem es heutzutage wahr­lich auf andere Dinge ankommt.

So sagen Viele, und sie scheinen recht zu haben, wenn man weiter nicht in die Dinge schaut, son- dern nur so darüber hinweg. Vielleicht denken sich auch noch manche Menschen unter dem Wort (Stauben" etwas ganz Falsches.

Nach der landläufigen Meinung hat man Glau­ben, wenn man etwas für wahr hält. Alfo daß es einen Gott gibt, eine Vergeltung, die Ewigkeit. Das ist richtig und auch falsch. Denn das ist nur der halbe Glaube. Die andere Hälfte besteht darin, daß das Fürwahrhalten dieser Dinge auch zu einer Lebensmacht für uns geworden ist. Wer also glaubt, daß es einen Gott gibt, der kann nicht so leben wie einer, der es nicht glaubt. Man kann nicht sagen: Ich glaube an Gott und kann ein Schurke dabei sein; und wenn mans schon ist, dann hat man eben keinen Glauben, auch wenn man es behauptet.

Nein, das Fürwahrhalten allein tut es nicht, man muß sich den Dingen verpflichtet wissen, an die man glaubt, sie müssen Herrschaftsrechte in unserer Seele haben und dürfen nicht bloß Be­diente fein, die man benutzt, wenn man sie gerade braucht, am Sonntag vielleicht ober in der Not.

»2ch glaube an Gott", das kann nur der wahr­hast sagen, der von der unerschütterlichen Gewiß­heit durchdrungen ist, daß Alles letzten En­des ruht in Gottes Vater Hand und dort wo hl aufgehoben und geborgen r st, auch er selbst und fein Lebensgeschick. Ein

im allen Museums Saal (Statute) vom 15. bis 22. November

Sonntag geöffnet von 12-18 Uhr, sonst täglich von 11-18 Ahr

ist, dort werden die Feinde der Kirche sich niemals zufrieden geben, ehe sie nicht ihre Lehre und ihre Ideale restlos unterdrückt, ihre Organisation zerstört und die Vision unsichtbarer Dinge aus den Seelen und den Sit­ten des Volkes ausgerottet haben. So ist es immer gewesen in der Geschichte.

Aber* zugegeben, daß es auch in Spanien so ist, daß die spanische Angelegenheit im wesentlichen nichts anderes ist als ein Kampf auf Leben und Tod zwischen der katholischen Kirche und den Mächten der Finsternis: warum nenne ich diese Angelegenheit dann das wichtigste Ereignis des gegenwärtigen Augenblicks,, ein Ereig­nis, das sich auf Generationen hinaus gewaltig aus­wirken wird?

Oberflächlich betrachtet, scheint die Behauptung ab­surd, daß ein augenscheinlich politischer Kampf in einem der zahlreichen europäischen Staaten, und zwar einem nicht allzu bedeutenden innerhalb der modernen inter­nationalen Angelegenheiten, von außerordentlicher Be­deutung für die Gesamtheit Europas sein soll. Was geht da vor sich, was nicht nur die Spanier und die Katholiken, sondern unsere gesamte Kultur betrifft? Wie kann gesagt werden, daß angesichts der zahlreichen welt- bedeutenden Probleme diese spanische Angelegenheit die allerwichtigste sei? Nun, es ist eine altbekannte ge­schichtliche Tatsache, daß das Ereignis eines bestimmten Jahres, das im Laufe der Zeit sich zu weittragendster Bedeutung entwickelte, im ersten Augenblick unwichtig erschien. Es ist eine altbekannte geschichtliche Tatsache, daß die Menschen irgend ein sensationelles Tagesereignis eine Schlacht, einen Regierungswechsel ober derglei­chen für wichtiger erachten als ein geistiges Ereig­nis, das mit der Zeit sich als sehr viel gewaltiger und wirkungsvoller erwies. Wie hätten uns die byzantini-

unb beten um diesen Glauben. Er schließt alles Andere in sich und wird uns helfen, auch in heutigen so schweren Zeit und gerabe in ihr.

gläubiger Mensch kann nie auf die Dauer mutlos fein, keinesfalls ein Griesgram unb Schwarzseher. Denn wie kann der niedergeschlagen einhergehen, der feine Sache unb bie Welt in Gott wohlgebor­gen weiß? Unerschütterliche Zuversicht unb frohe Bereitschaft sind Folgen rechten Glaubens und gleichzeitig auch bie besten Beweise für ihn.

Allerdings man kann diesen Glauben weder kaufen noch sich auf irgendeine Weise anquälen. Er ist ein freies Geschenk der göttlichen Liebe, ist Gnade, ist ein Geheimnis. Man kann ihn nicht fasten ober vermitteln daburch, baß man über ihn

Reich ist nicht von bieser Freilich, wenn der gottgeschaffene Mensch zu einer Zahl der Statistik gemacht wird, dann muß sich unsere Ueberzeugung gegen eine solche Verkennung der Menschennatur sträuben.

Cs geht auch nicht um Pragrammfragen, wenn es sich darum handelt, ob wir nur Volksbildung ober freie Volksbildung, d. h. im Meinungsaus­tausch mit anderen Weltanschauungen, etwa in Heimvolkshochschulen, arbeiten sollen. Katholischer Geist ist weltoffener Geist. Dort wo Menschen. ren wollen, ist der Bildner gm Platz. Das gilt im eigenen wie im fremden Lager. Es kommt da­

gegenüber wie Wasser und Feuer gar nicht uns trifft, soweit es im Bereich der Wirtschaftsfragen stehen bleibt.Mein

Am die Bildung des Volkes

Der Sinn der katholischen Bildungsarbeit.

Was gehr in Spanien vor?

(Sine bemerkenswerte Aeußerung.

Dor nicht langer Zeit veröffentlichte H i l a i r e B e l- loc einen Artikel über die Ereignisse in Spanien, die er als höchst bedrohlich für die ganze europäische Kul­tur bezeichnete. Der Ernst dieser Gefahr kann kaum nachdrücklicher hervorgehoben werden, als wenn ein so bewährter Historiker wie Hilaire Belloc feinem ersten Mahnruf bereits einen zweiten imUniverse" folgen läßt. Er selbst erklärt dies damit,daß dieses Thema das wichtigste Ereignis der gegenwärtigen Stunde ist, und daß feine Bedeutung bei weitem nicht gebührend anerkannt wird. Ich wiederhole: es ist von einer erst­rangigen politischen Bedeutung. Für Katholiken ist es immer bedeutsam, wenn irgendwo die katholische Kirche angegriffen wird. Aber in diesem Falle ist die Bedeu­tung eine universale! Es ist notwendig, immer wieder darauf zurückzukommen, sie immer wieder hervorzuheben, ganz besonders in Ländern, wo man über derartige An­gelegenheiten mit Stillschweigen hinwehzugehen pflegt, und die Mehrzahl der Staatsbürger gleichgültig den allgemeinen europäischen Fragen gegenüberstehen. . . .

Und wieder muß ich sagen: die spanische Revolution ist ein Kampf zwischen antikatholischen Mächten und der katholischen Kirche. Nichts anderes. Es ist kein Kampf zwischen verschiedenen Staatsidealen. Es ist kein Kampf für oder gegen die bie Demokratie, für oder gegen die Monarchie, für oder hegen die Autonomie gewißer Provinzen. Es ist kein Kampf zwischen Arm und Reich, und am allerwenigsten ist es ein Kampf zwischen nationalistischer Gesinnung Und igendwelchen kosmopolitischen Idealen, wie z. B. bem Kommunismus. Alle diese Kontraste stehen an -fr Oberfläche, aber sie sind geringfügig im Vergleich zu "fr Kernfrage, zu dem gewalligen Kamps zwischen der

bet nicht auf Grundhaltungen an, sondern auf bett Augenblick ber Wirklichkeit. Der Pharisäer rich­tete sich nach bem Programm seiner Lehre; ber Nächste aber ist ber, ber dir begegnet unb ber mit hörenbem Ohr zu dir kommt. Das kann auch ein Kommunist sein. Freilich, wenn bie Drgani« fationen sich als Dienende fühlen, als Stützen ber im eigenen Lager unb draußen in ber Welt stehen­den Führer, bann ist ihre Arbeit voll Segen für die Gesamtgemeinschaft. Es ist für uns nun ein­mal wesentlich im Interesse unserer Weltauffassung, den Einzelnen als den zu Erlösen­den zu sehen. In dieser Beleuchtung begreifen wir auch, daß ber Hauptantrieb der Volksbildung auf den Trägern ruht, bie mit dem Volk in ber praktischen Lebensverbundenheit stehen, ob dies nun Seelsorger, Fürsorgerinnen, Lehrer sind. Von I dem Empfinden des Herzens hängt letzten Endes der Erfolg der Bildungsarbeit ab. Um nicht miß­verstanden zu werden, möchte ich betonen, baß ich den Ueberbau der Organisationen keineswegs un­terschätze, sie stellen die andere Seite ber Volks- bitbungsfrage bar, bie gewiß ebenso wichtig ist. Aber es ist nur eine Seite. Die anbere ebenso zu betonen, war meine Absicht.

Joseph M. Wilhelm.

Gollvechollung aus Kindermund.

Die Kirche hat nur den Zweck, bie Arbeiter unterzukriegen unb nieberzuhalten." Das ist Kom­munistendogma, daran glaubt jeder neunzehn­jährige Lehrbursch und danach dichtet er feine Pu­bertätsbramen. Der junge Herr Tauber, Schrift­setzer seines Zeichens, hat es wirklich getan, er hat eine Gottlosenrevue geschrieben unb dieses wirste Gemächte hat die Fichte-Wandersparte ber KPD- Jugend in Berlin-Wilmersbors sogar aufgeführt. Dies alles kommt jetzt an den Tag, da der junge Dichtersmann vor Gericht steht unb sich we­gen feiner lästerlichen Sudelei zu verantworten hat. Bei dieser Gelegenheit erfuhr man auch, was jene Revue den jugendlichen Zuschauern alles ge­boten hat, natürlich nur ff. raffiniertesklassen- politisches Ethos":

Achtung! Erstes Bild: Der Schlotbaron Dr. Aus­beuter läßt den lieben Gott persönlich erscheinen, damit er die Arbeiter wieder in die Kirche treibt: Die From­men kann man leichter ausbeuten. Der Hausknecht des Dr. Ausbeuter muß sich als lieber Gott maskieren: Vollbart, Reisetasche, Sonnenschirm.

Zweites Bild: Der liebe Gott wohnt dem Religions­unterricht eines Pfarrers bei. Beide besaufen sich. Der Wein Lacrimae Christi wird höhnisch alsBlut deines Sohnes, das für uns vergossen ist", bezeichnet.

Drittes Bild: Reichstag. Gott als Vorsitzender, noch im Schwips, die Beine auf dem Tisch. Pfarrer. Aus­beuter, Offizier, SPD-Vertteter (Ostjude), fassen Ent­schließungen wider die Gottlosigkeit.

Vierter Bild: Parade der S.-A.-Leute vor dem lie­ben Gott. Ansprache anMeine lieben Nazis".

Fünftes Bild: Apotheose. Nämlich: der gottspielende Hausknecht wird entlarvt. Klasfenbewußte Jungkommu­nisten verabreichen ihm und dem Pfarrer eine Tracht prügel und trampeln theatralisch auf dem Kreuz herum.

Das istRot-Sport" ber KPD-Kindergehirne.

_________ (Das neue Reich.")

Auch bie katholische Bildungsarbeit ist Notstanbsarbeit an bem Er­wachsenen, ber mit ben Widersprächen bes Lebens nicht mehr fertig wird. 2tucb wir stellen eine Weltanschauungsgruppe bar, bie mit bestimmter Zielrichtung arbeitet. Es ist der Glaube an Gott und bas Bewußtsein ber Verant­wortung vor Gott, die unsere Arbeit richten. Unb hier ergibt sich eine ganz andere Seite ber Betracht tung, die zu erfassen, von wesentlicher Bedeutung für ben Katholiken ist. Für uns ist der Einzelne nicht nur Glied einer Masse oder Bewegung, son­dern er steht als solcher vor Gott in der Entschei­dung, Chriftlein als Berufung anzunehmen oder abzulehnen Gottes- unb Nächstenliebe, Ewigkeits­verbundenheit und Geschehen in ber Zeit, sind bie letzten Inhalte katholischer Bilbungsarbeit. Der Reichtum der Gnade, das Dasein der Kirche als Mittler hat im Einzelnen feine Zielrichtung: Was ihr einem meiner geringsten Brü­der getan habt, bas habt i h r mir getan. So lautet bas Wort des Herrn.

Hier liegt der große Scheibepunkt zu ben an­deren Weltanfchauungsgruppen, bie im Menschen einen Teilträger ihrer Idee sehen. Für uns ist er mehr als eine Idee, für uns ist er ber Bruber in Ehristo, für ben der Erlöser ebenso wie für uns zur Erbe stieg.

Auch die Bedeutung unserer Orga­nisationen erhält hier eine andere Betonung. Sie müssen sich als Mittler, als Zwischenglie­der fühlen, nicht als Einrichtungen, die den Be­treuten nach den Grundsätzen ihres Programms zu formen suchen. Nichts ist ja dem Wesen unserer Religion widersprechender als normierte Men­schen. Das ist ja gerade ein Erfolg ber Massen­erziehung, baß sie bas Gefühl ber persönlichen Verantwortung vom Einzelnen genommen hat und auf die Gruppen ober den Staat übertragen hat. Dem Weg von oben, von ber Organisation her, muß ein entgegenkommendes Vertrauen von un­ten entsprechen. Die Wurzel des Vertrauens aber ist Liebe. Sie allein vermag bas Ohr dem Gegen­über zu öffnen. Der Arbeiter hat Vertrauen, ber mit seinem Präses über die Möglichkeiten bes kommunistischen Staates offen sprechen kann, der ganz offen aussprechen kann, daß die Entwicklung des Kapitalismus nicht durch den katholischen Volksteil unterbunden wurde.

Ich will hier einen Augenblick auf eine Tat­sache einaehen, die sicherlich eine starke Wurzel zum Mißtrauen gegen unsere Haltung geworden ist. Ist es nicht unsere Schuld mit, daß Gott- lofenbemegung unb Sozialismus weiterhin so eng Hand in Hand gehen? Geben wir nur endlich zu, daß die Idee wirtschaftli­cher Gerechtigkeit denn an eine gänz­liche soziale Gleichmacherei denkt niemand mehr gar nicht unserer katholischen Auffassung wider­spricht: geben wir doch zu, daß das vielgerühmte Wort: Sozialismus und Christentum stehen sich

scheidungswelt des Alltags steht. Es gab freilich einmal Zeiten, in denen sich niemand um diesen Menschen kümmerte. Es war selbstverständlich, daß er an feinem Platz stand unb feine Entschei­dungen fällte, ohne auch nur im entferntesten an die Fragwürdigkeit feines Berufsdaseins zu den­ken. Heute ist b-as anders. Das Leben hat für viele Menschen ben Sinngehalt verloren. Weder Schule, noch handwerkliche Lehrzeit, noch Hochschule genügen, um dem Ein­zelnen den Halt zu geben, den er im Leben braucht. Eine innere Unsicherheit ergreift bie Men­schen. Nicht allein bie Wissenschaft sieht überall. Fragen gestellt, das ganze öffentliche Leben in sei­nem Wirtschafts- unb Staatsleben steht immer wieder vor neuen Erschütterungen. Auffassung steht gegen Auffassung, Programm gegen Pro­gramm.

Der Einzelne ist in diesen Fragekreis einge­spannt. Er fühlt die Spannungen und sucht nach Lösungen. Aber bas Weltanschauungsgefüge sei­ner Zeit gibt ihm nicht die genaue Zielrichtung, kann sie nicht geben, weil bie Gegenwart in sich zerklüftet und geteilter Meinung ist. Einst ver­mochte die Religion noch den Widerstreit ber per­sönlichen Haltungen zu überbrücken, wenigstens in der Mehrheit ber Fälle. Auch hinter ber sich ab« lösenben Sekte stand noch Gottesglaube. Heute werben auch diese letzten Einheiten in Frage ge­stellt. Ein großer Teil, der Mitmenschen ist einer seelsorglichen Erfassung nicht mehr erreichbar.

Nun ist aber bie menschliche Natur darauf an­gelegt, einem Sinngehalt zu leben. Ohne ihn gerät sie in Zerklüftung und Verzweiflung. Unb je leerer es im Innern aussieht, je schwächer ber Halt in der eigenen Meinung be­gründet ist, desto größer i st d i e G e f a h r, daß der Mensch einem Fremdeinfluß unterliegt. Die Neigung zum Radi, kalismus hat hier eine Hauptwur­zel. Diese Zusammenhänge brauchen wir nicht weiter darzustellen. Denn sie sind täglich spürbar. Wir verstehen aber auch aus ihnen, warum sich die Weltanfchauungsgruppen um diese Menschen bemühen. Tun sie es nur um eines Zweckes, etwa des politischen willen, fo verstehen wir zu­gleich, daß hier am Mitmenschen nur halbe Arbeit getan wird, daß er eigentlich seiner menschlichen Natur widersprechend als Schachfigur gebrauch! wird. Dort aber, wo man versucht, ben' gan­zen Menschen zu erfassen unb einem Zu- funftsibeal zu unterstellen, müssen wir bereits von Volksbildung sprechen. Die Kommunisten ver- suchsn in ihrer Art eine solche Bildungsarbeit zu Kisten. Wenn wir trotzdem ber weltanschaulichen Entwicklung in Rußland zweifelnd gegenüber« stehen, so tun wir es deshalb, weil wir wissen, daß die Eigenart des Menschen bei ihnen nicht in sei­ner Vielgestalt erfaßt wirb. 1

3lr. 265

Beilage zur Fuldaer Zeitung

NILS

15. Avvemder