Vellage zur Fuldaer Zeitung
Nr. 264
Nicht verzagen.
Don Franz C i n g i a - Schramberg.
Wenn manchmal auch die Dunkelheit Den Lebensweg dir ganz verhüllt, — Es kommt doch wieder eine Zeit, Wo Sonnenschein den Pfad erfüllt.
Und wenn dir manchmal schwer und bang Ein sorgenvoller Tag vergeht, —
Bald hörst du wieder Hellen Klang, Der zauberselig dich durchweht.
Nur deine Hoffnung darfft du nicht Versinken lassen unbedacht.
Sie gleicht dem wunderstarken Licht, Das deine Schritte fröhlich macht.
Deutsche Frauen, helft Eurem Bolt!
Es ist noch nicht lange her, daß wir deuffchen Frauen während der über vier Jahre andauernden Katastrophe des Weltkrieges einer Belastungsprobe standgehalten haben, die nur durch entschlossene Einmütigkeit und Opferbereitschaft überhaupt zu bestehen war. Damals hat die Last, die unfern Schultern bestimmt war, nur deshalb getragen werden können, weil in uns Frauen jener tiefe Sinn für Mütterlichkeit und menschliches Mitleiden ganz erwachte, der uns über die Atmosphäre niedriger Vorurteile und blinden Parteihaßes emporhob.
Zum zweiten Mal in einer für geschichtliche Maße unfaßbar kurzen Zeit wird dieser mütterliche, ausgleichende, duldende, tragende und tröstende Sinn der deutschen Frauen angerufen. Es scheint fast, als wäre diesmal die Belastung noch um Vieles größer: denn während damals von der Abwehrfront, die wir Frauen im Innern unseres Landes bildeten, die taterfüllte Kampffront der Männer stand, ist es heute leider soweit gekommen, daß Millionen von Männern durch Arbeitsnot zu Untätigkeit nud entmutigendem Warten verurteilt sind, und daß nun an die Frauen dieser Männer der kaum noch zu erfüllende Anspruch gestellt wird, nicht nur die äußerste wirtschaftliche Not durch verdoppelte Sparsamkeit und unermüdliches Wirken im Kleinen nach Möglichkeit abzuwenden, sondern darüber hinaus alle seelischen Kräfte efnzusetzen, um die Massen der unfreiwillig feiernden Männer im inneren Gleichgewicht und in Zuversicht zu erhalten.
Das Ende dieser Belastungsprobe scheint für uns Frauen noch nicht erreicht zu sein. Die Ereignisse der letzten Wochen bedeuten schon unter normalen Verhältnissen einen solchen Anspruch an die Widerstandsfähigkeit der Einzelnen, daß es dem ausländischen Beobachter unfaßkich erscheinen muß, mit welcher Ruhe und Geduld selbst diese furchtbaren Erschütterungen von unferm Volk getragen werden. Noch stehen wir mitten im Kampf. Noch ist nicht entschieden, welche Wandlung die bedrohliche Lage nach dem Abschluß der Verhandlungen mit den anderen Mächten nehmen wird. Noch wird der Druck der letzten Sorgenwochen um nichts erleichtert. Und selbst wenn eine irgendwie geartete Hilfsaktion zu- standekommen sollte, könnte auch sie nicht sofort eine fühlbare Verminderung der Sorgen jedes Einzelnen mit sich bringen. Wenn der Kampf der letzten Wochen jedoch eine Klarheit für uns gebracht hat, dann ist es leider die, daß wir als Volk ärmer sind als je zuvor. Aber diese Klarheit wiederum hat einen gewissen praktischen Wert; denn wir wissen nun, daß wir auf Jahre hinaus alle persönlichen Wünsche, die über das Lebensnotwendige hinausgehen, zurückzustellen hoben, und daß jeder Einzelne von uns alle Kraft einzusetzen hat, um
zunächst einmal das Fundament einer neuen Lebensmöglichkeit für uns alle mit auszubauen, zu dem unsere Staatsmänner in den gegenwärtigen Verhandlungen den Grundsatz zu legen versuchen.
Dieser Ausbau fordert von uns Frauen eine ganz wesentliche Mithilfe. Eine Mithilfe, die noch neben dem äußerlichen Kampf ums tägliche Brot, noch neben kräftezermürbender körperlicher und nervenverbrauchender geistiger Arbeit von uns erwartet wird. Sie besteht in der Notwendigkeit, tätig beizutragen zu der W i e d e r s ch a f- fung eines seelischen Gleichgewichtes, einer trotzigen Zuversicht, eines kraftspende n d e n Optimismus, die in die Herzen unserer Männer einkehren müssen, wollen sie überhaupt fähig werden, die übergroßen Aufgaben zu erfüllen, die die Neubefestigung unseres wirtschaftlichen und politischen Staatsgefüges verlangt.
Aber damit ist unsere Sendung ja noch nicht erfüllt. Nicht allein haben wir um die Ermutigung und Wiederaufrichtung unserer verbitterten Männer zu kämpfen, sondern wir haben sie zusammenzuführen aus unseliger Zerrissenheit zu einer Einheit, der auch das Ausland das Vertrauen wieder zuwendet, das durch die sich überstürzenden Ereignisse der letzten Wochen offensichtlich erschüttert worden ist.
Zu dieser wichtigen politischen Leistung sind gerade wir Frauen besonders berufen, die wir über parteiliche und weltanschauliche Interessen hinaus den verbindenden Wunsch und Willen haben, endlich den wirklichen Frieden vorbereiten zu helfen, ohne den alle wirtschaftlichen Maßnahmen und finanziellen Versprechungen wirkungslos bleiben.
Wir müssen in weiteren Zusammenhängen denken lernen, als nur in persönlichen eigennützigen Interessen. Von den Fehlern unserer Vergangenheit wollen wir uns entschlossen abwenden. Kritik an dem Geschehenen wird die Geschichte zu üben haben, nicht wir Lebenden. Wir dürfen uns den Blick nicht mehr trüben lassen für die Zukunft und müssen mit allen Kräften den Glauben an den Sinn unserer gegenwärtigen Not als einer Prüfung und überwindbaren Etappe zur Wiedererstarkung wachrusen und pflegen.
Wie stellt sich nun die praktische Ausführung dieser Aufgaben für uns Frauen im einzelnen dar? Wir find ja nicht so unmittelbar wie die Männer in das Gefüge des Staates eingereiht, obwohl wir uns das Recht dazu feit langem erstatten haben. Abgesehen von den wenigen unter uns, denen ihre Stellung einen direkten Einfluß auf den Lauf der Dinge gestattet, ist uns übrigen nur das vertraute Mittel der gewiß mühevollen, aber umso eindringlicheren Kleinarbeit gegeben. Sie wird darin bestehen, allen pessimistischen Regungen, allen Quertreibereien und umstürzlerischen Umtrieben in unserer Umgebung mit Güte und Entschiedenheit zu begegnen. Im weitesten Maße müssen wir die Sorgen und Aengste, die unsere wirtschaftliche Lage in uns wachruft, mit uns allein abzumachen suchen, Mut und Zuversicht bewahren und allen denen ein fröhliches und tapferes Gesicht zeigen, deren Verzweiflung und Mutlosigkeit die Atmosphäre des Vertrauens und seelischen Widerstandes zu vergiften droht. Ganz besonders soll sich diese Haltung im Familienkreis auswirken, in dem die Generation heranwächst, auf deren Schultern die Verantwortung für ein freieres und gesünderes Deutschland einmal ruhen soll Es kommt alles darauf an, gerade diese Generation zum Bewußtsein härtester Pflichterfüllung, zu freiwilliger Einordnung und zugleich zu einem unverwüstlichen Optimismus zu erziehen, zu einem Optimismus des Herzens, den der Krieg und feine noterfüllte Folgezeit in der jetzt handelnden Generation
Oorfkmder erzählen.
MikgekeNk von einem Dorffchnllehrer ans dem Fuldaer Land.
Auf der weide.
Mit vieler Mühe war ich auf dem Soisberg angelangt. Da dachte ich an unseren Kirschbaum. Ich ging hin und schaute hinauf. Da stand ich wie der Ochs norm neuen Scheunentor. Wer hat die Kirschen geholt? Die Starenluder vielleicht. Nun ging ich zornig wieder zu meinen Kühen. Neben am Weg war ein kleines Ouellchen. Ich machte einen Graben bis an meine Weide. Unten machte ich einen Brunnen hin.
„Wo fährst du hin?" fragte mich Rudi Jost. „Auf den Eichberg." „Da tummele dich, daß du zu mir kommst." Mit Schwätzen waren wir oben angelangt. „Soll ich dir einmal mein Häuschen zeigen?" „Ja." Da, es war eingeriffen. „Das hat keins getan als Paul und Gregor Gollbach. „Die haben dort hinter dem Busch auch ein Häuchen gebaut, das kriegen sie auch eingerissen. „Was liegt denn dort in unserer Hecke? Ist das nicht eine alte Trommel? Zieh sie einmal heraus!" Das war aber nicht eine Trommel, sondern ein alter Eimer. Ich hängte ihn an einen Dornbusch, nahm ein Stück altes Eisen und hieb auf den Eimer, daß man meinte, der Schmied klopfte auf den Amboß.
Eines Tages spielten meine Schwester, ich und noch mehrere Kinder am Steiger bei den Ziegen. Wir rissen Gras heraus, banden es zusammen und stellten es in Haufen. Wir wollten es gerade heimfahren, da hinter der Bank war unser Haus. Auf einmal kamen zwei besoffene Bettler aus dem Walde. Ich bin fo ein Angsthase und lief gleich fort. Autsch, da fiel ich über den Stein, fo, nun lag ich hinter dem Rain. „Ha, nun bin ich geschützt," rief ich voller Freude. Nun kroch ich ein bißchen hervor. Aha, die Bettler sind schon fort, jetzt wird das Korn heimgefahren. „Morgen kannst du allein maschinen, nicht wahr, Maria?" „Ja, ja." „Ein Stück Kuchen will ich aber auch haben, wenn ich auch nicht maschinen helfe. So, nun laß dir morgen alles gut schmecken."
Mein Onkel sagte: „Ich tue dir jetzt die beiden Kühe in den Garten, wenn du sie nicht richtig hütest, gibt es keine Kirschen." Als ich sie so schön beim Seif hatte, wußte ich einen Rat. Ich nahm meinen Peitschenriemen und band ihn an das Seit. Danach legte ich mich in das kühle Gras. Die weiße Kuh riß sich einfach los. Als das die Rote sah schlich sie sich heimlich bei die andere. Ich fing die Rote und machte ihr das Seil los. „Nun lauf, wohin du willst," dachte ich. Als die Kühe schön fraßen, schlich ich mich heimlich um die Ecke und wollte mir ein paar Nüsse holen. Als ich aber die lachenden Kirschen sah, konnte ich es nicht las
sen, ich mußte erst einmal daran gehen. „Aber wie dran kommen?", dachte ich. Ganz einfach, ich klettere den Baum hinaus. Schnell ein paar schwarzrote Kirschen und nichts wie ab. Hier, die noch. Da hängt noch eine schöne. Jetzt ab, laß dich nicht mehr blicken, sonst geht es dir an den Kragen. Als ich aber runter wollte, blieb ich an einem kleinen Ast hängen, und das ganze Hosenbein war aufgerissen. Aha, jetzt kommt schon die Strafe. Als ich unten war, rannte ich wie ein Rehbock von bannen. Ein Glück, daß die Kühe nicht durchgebrannt waren, sonst hätte ich denen auch noch nachspringen müssen.
Um halb fünf fuhr ich auf die Ziegenweide. In der Hecke war ein Loch. Ich holte einen Arm voll dürres Holz und steckte es in das Loch, daß nicht so viel Wind an uns konnte. Meine kleine Schwester und ich setzten uns hinein. Cs ging noch ein bißchen Wind, aber ich dachte, das macht nichts aus. Wir gingen wieder heraus, und ich machte mich barfuß. Ich gab meiner kleinen Schwester einen Stock und sagte: „Jetzt hau mich einmal!" Sie lief mir nach, jetzt hatte sie mich. Mit der Linkers hielt sie mich fest, und mit der Rechten haute sie mich. Wenn sie hart gehauen hatte, weinte ich, aber ich machte nur Spaß. Aus einmal kam sie und gab mir einen Kuß. Ich lachte wieder, und sie lief mir wieder nach. Aber sie schlug mich nicht mehr so hart.
Geschichten von Tieren.
„Jetzt spielen wir beide," dachte ich. Ich holte den Ball und warf ihn dem Kätzchen vor die Beine. Es stellte sich kerzengerade hin und wollte den Ball fangen. Da brauche ich gar nicht zu den anderen Kindern zu gehen, ich habe ja das Kätzchen. Ich faßte es ein wenig an und streichelte es. 0, wie weich war es, es hatte ein ganz zartes Fellchen. Aber da nahm es die Krallen und kratzte mich arg, daß ich es gleich fallen ließ. 0, armes Kätzchen, jetzt bist du hart gefallen. Ich streichelte es da ein wenig, wo es hingefallen war.
Es war in den Ferien, als eines Morgens die Mutter rief: „Tilla, steh auf, es läutet gleich zusammen!" „Ach ja, jeden Morgen aufstehn, nicht einmal hat man ein bißchen Ruhe. Ich stehe nicht auf. die andern Kinder gehen auch nicht in die Kirche." „Das ist mir einerlei, du stehst auf, sonst sage ich dir nichts!" Nun bin ich aufgestanden und habe mir erst die Augen aus- gerieben und tat mich langsam an. Als ich mein Kleid anziehen wollte, sah ich etwas — pfui, wie stank das! Das alte Katzenvieh war in der Nacht herein- geraten und hatte mir die Kleider voll gemacht. Ich
fast ertötet haben. Nur darum konnte ja auch der falsche Glaube entstehen, daß Politik nur mit dem Verstand gemacht wird, ein Irrtum, dem einer unserer größten Staatsmänner bereits in weit weniger kriti-chen Zeiten als den heutigen entgegengetreten ist. Kein Geringerer als Bismarck hat nämlich über die Bedeutung der Frau in der Politik gesagt, „sie repräsentiere das Herz wie der Mann den Verstand, und in kritischen Verhältnissen in der Politik äußere sich das Herz oft stärker als der Versionb."
Auf die Standhaftigkeit der deutschen Frauenherzen kommt es in diesen Wochen der inneren und äußeren Ungewißheit an. Sie muß sich dem Bemühen der Männer an die Seite stellen, die alle Kräfte des Geistes an die schwere Aufgabe zu setzen haben, eine Wendung zum Besseren in der bedrohlichen Lage unseres Volkes herbeizuführen. Sie muß uns befähigen, mit gutem Beispiel allen denen voranzuleben, die noch nicht erkannt haben, daß uns zur Stunde nichts mehr nottut, als allen kleinlichen Streit untereinander zu vergessen, Haß, Eifersucht, Geltungsbedürfnis und Machtgier zu begraben und für Monate und Jahre nichts weiter als unsere Pflicht zu tun, wie schwer und anspruchsvoll und scheinbar unerfüllbar diese Pflicht auch sei! Es gibt nur diesen Weg zu unfern nationalen Wiederaufstieg. Haben wir Frauen erst diese Erkenntnis in uns und in allen, die uns nahe stehen, befestigt, fo werden wir einen Teil der Arbeit geleistet haben, die zur Herstellung einer nationalen Einheitsfront von uns gefordert wird.
Dr. Ilse Bure sch.
Hebet das Einlagen» von Hüffen.
Von Betty Gro ß-Kulmbach.
Unter dem reichen Segen, den der Herbst uns an Obst zu bringen pflegt, gehören Wal- und Haselnüsse zu den meistbegehrtesten Früchten, denn sie vereinen Wohlgeschmack, hohen Nährwert und gute Haltbarkeit zugleich. Allerdings muß man die Nüsse aber auch zu behandeln wissen, sonst erlebt man keine rechte Freude daran, besonders dann nicht, wenn der Sommer naß war ober die Nüsse nach einem größeren Regen geerntet wurden. Ehe man die Nüsse in den Aufbewahrungsraum bringt, wo sie am besten auf Holzhorden mit Stäbchen gelagert werden, sind sie sorgfältig zu verlesen. Alle irgendwie beschädigten Nüsse, darunter auch alle Früchte, die schwarze ober braune Flecken haben, werben sofortigem Gebrauch zugeführt Um Laubteilchen ober Reste ber grünen Schale zu entfernen, werben bie Nüsse mit einer rauhen Wurzelbürste abgerieben unb bann viellicht eine halbe Stunde, wenn sie sehr naß sind auch etwas länger, in der nicht mehr sehr warmen Ofenröhre leicht vorgetrocknet. Sie büßen bann wohl etwas am Gewicht ein, boch nimmt ihre Haltbarkeit durch dieses sehr einfache Vorröstverfahren zu. Der Geschmack wird nicht beeinträchtigt. Sind bie Nüsse bann ab gekühlt, so bringt man sie an den eigentlichen Lagerplatz, der ab und zu gelüftet werden soll. Man dreht dabei die Nüsse zweckmäßigerweise öfter um. Wie alles Obst muß man auch Nüsse von Zeit zu Zeit durchsehen, um schlechtgeworbene zu entfernen. Bei aller Vorsicht und selbst bei sorgfältigster Behandlung kommt es vor, baß Nüsse ölig schmecken, b. h. das in den Nüssen enthaltene Fett ist ranzig geworden Obwohl diese Nüsse an sich nicht gesundheitsschädlich sind, abgesehen von ihrem unangenbemen, tranigen Geschmack, verwende man sie lieber nicht, da sich bei empfindlichen Personen Magenverstimmungen einstellen können. Auch wurmige Nüsse kommen dann und wann einmal vor. Sie sind vom Genuß auszuschließen unb müssen, um eine s
sofort hinunter zum Herd, ba saß sie brunter. „Wigbert, schnell einen Reißigknüttel her!" „Was willst du damit machen?" „Brauchst noch lange zu fragen, siehst ja, daß ich die Katze verhauen will." „Laß sie bloß gehen!" „Ich laste sie nicht gehen, bie hat mein Kleid nicht voll zu machen." „Haha, das schabet bir einmal gar nichts!" Und den ganzen Tag habe ich sie geflammt, wo ich sie nur erwischen konnte. Jetzt läßt sie sich nicht mehr vor mir sehen.
Wir waren in ber Scheune. Ich sah bie Kätzchen gerabe, wie sie um bie Wette liefen. Das graue war vorn und bas weiße hinten. Ich fetzte mich auf einen Stein, ber gleich neben bem Scheunentor ftanb. Jetzt packten sie sich um bie Hälfe unb rangen miteinanber. Das graue kam gleich unten hin. Schnell (prang es auf unb legte bas weiße unten hin. Das weiße sprang auch wieber auf. Das graue aber fprang auf den Sva- zierwagen. Das weiße wollte auch hinauf, aber bas graue kratzte es. Als das graue sah. daß es nicht b’n- auf konnte, ging es langsam durch die Scheune. Da sprang das graue schnell herab und lief, was es lausen konnte, dem weißen na*. Als es bei ihm war. packte es das weiße am Schwanz und hielt es fest. Das weiße war nicht schlecht erschrocken, drehte sich um unb wollte feben, wer ba wäre. Aha. ba sprang das graue schon über bas Heu hinweg und versteckte sich. Das weiße suchte unb suchte und fanb es nicht. Wäh- renb es noch luchte, sprang bas graue in ben großen Futterkorb. Ich jagte es heraus unb fütterte bie beiden Kätzchen.
Manchesmal habe ich großen Zorn auf die kleinen Kätzchen, denn sie laufen in ber Küche herum. Wenn ich sie rausjagen will, laufen sie auf den Boden Dann tue ich ihnen Milch in den Trog. Der Zorn bat sich bann gelegt, und ich streich-le sie wieder, aber sie laufen vor mir weg. Summe Dinger, ich konnte euch einen Tritt geben, daß ihr fliegen tätet bis nach Berlin. Denn wenn man es mit ihnen gut machen will, so laufen sie fort.
Gerade wollte ich einen Korb Holz holen, ba war Jäger Graukopf — das ist unsere kleine Katze — luftig am Hübnerfangen. Ich ging auf Zehenspitzen leise herzu. Sie fetzte sich hinter den Pflaumenbaum, bis eine Herde Küken beisammen war. Eins, zwei, drei und ein Satz, und bie ganze Herde stob ausemanber nach allen Seiten. Er sprang wieder zurück und hinter einen Pflaumenbaum. Aber jetzt konnte Graukopf warten. Da tarn die weiße Katze unb ging ganz elegant auf ihren Füßchen, um sie nicht zu beschmutzen. Auch sie konnte Sprünge machen und ließ sich auf Grau- topf nieder, der war nicht schlecht erschrocken. Ihm war bas Hühnerfangen gan^ sicher vergangen.
Eines Tages fuhren mein Vater und ich auf den Acker. Ich mußte Steine lesen. Damit war ich schnell
Weiterverbreitung der Schädlinge zu verhüten, verbrannt werden. Länger wie bis zum nächsten Frühjahr wird man im allgemeinen die Nüsse nicht aufheben, da ihre für die Ernährung wichtigen Bestandteile bei längerem Lagern immer mehr verloren gehen.
Die Frau in der Politik.
Reichsfrauenbeirat ber Deutschen Zentrumspartei.
Nach ber Sitzung bes Reichsparteiausschusses am Donnerstag voriger Woche hatte ber Reichsfrauen- bcirat der Deutschen Zentrumspartei seine Mitglieder und bie sonstigen beim Reichsausschuß anwesenden Frauen zu einer Besprechung eingelaben.
In ber Hauptsache wurden Fragen ber Organisation: Neugrünbung von Frauenbeiräten, Zusammenarbeit mit den katholischen Frauen- unb Frauenberufsverbänben, Werbearbeit an ber Jugend besprochen.
Frau Ministerialrat Weber, die Vorsitzende, betonte unter allgemeiner Zustimmung der Anwesenden, daß bie Frauen in ber Winterarbeit ben mobernen Wirtschaftsproblemen größte Aufmerksamkeit zuwenben müßten. In erhöhtem Maße gelte es, das Berantwortungsgefühl ber Frauen, insbesondere bet Hausfrauen, durch deren Hände ein gewaltiger Teil deS Volkseinkommens fließt, zu wecken. Sparsames, richtiges Wirtschaften im Kleinen, keine Panikstimmungen, Hilfsbereitschaft überall müssen die Bemühungen bet Regierung Brüning um „Klarheit unb Wahrheit in ber öffentlichen und privaten Wirtschaft" unterstützen.
Frau Weber wies in diesem Zusammenhang hin auf bie Mitteilungen bes Reichsfrauenbeirates, bie schon Anfang dieses Jahres zwei Sonderhef!e herausgebracht haben, in denen in einer den Frauen angepaßten Form Fragen der modernen Wirtschaft erörtert werden. Auch das neueste und das kommende Heft sind demselben Fragenkreis gewidmet. (Zu beziehen durch Reichsstauenbeirat der Deuffchen Zentrumspartei, Berlin N. W. 7, Reichstag.)
Erprobte Rezepte.
Ragout von Wildkaninchen. (Für 4 Personen, VA Stunde). Zutaten: 1 Wildkaninchen, 2 Eßlöffel Weizenmehl. 50 Gr. Schweinefett, Salz, 3 Tomaten, 1 kleine Zwiebel, 2 große Steinpilze, 1 Messerspitze Pfeffer. 10 Tropfen Maggi's Würze Zubereitung: Das sau- ber vorgerichtete Kaninchen wird in schone Stücke zerlegt, diese in Mehl gewendet und in dem Fett braun angebraten. Dann streut man Salz darüber gibt die ab* gezogenen Tomaten, die feingehackte Zwiebel und wenig Wasser hinzu und läßt das Fleisch langsam garschmoren. Zuletzt kommen die kleingeschnittenen Steinpilz« hinein, die man 10 Minuten ziehen läßt, schmeckt dann bas Gericht, besten Soße recht kurz eingeschmort fein soll, mit etwas Pfeffer ab und verbessert es mit Maggi's Würze.
Reue Hausmannskost. (Für 4 Personen, 1 Vi Stunde). Zutaten: 250 Gr. Schweinebauch, 250 Gr. schieres Rind- fleisch. 50 Gr. Schweinefett, 500 Gr. gelber Speisekürbis, 1 kleine Knolle Sellerie, 1 Zwiebel, Salz. Pfeffer, 1 Messerspitze gemahlener Ingwer. 10 Tropfen Maggi's Würze. Zubereitung: Schweinebauch und Rind- fleisch werden in Würfel geschnitten unb in bem Schweinefett braun angebraten. Dann gibt man den gleichfalls in Würfel geschnittenen Kürbis und Sellerie hinzu, reibt die Zwiebel hinein, salzt nach Geschmack und läßt alles 1 Stunde langsam schmoren. Da der Kürbis sehr wasserhaltig ist, muß man mit Wasserzugabe sehr vor- sichtig sein. Zuletzt wird das Gericht mit Pfeffer, Ingwer unb Maggi's Würze abgeschmeckt. — Salzkartoffeln dazu reichen.
fertig,"denn ich las nur die dicksten herunter. Es dauert« nur eine Viertelstunde. Nachher fetzte ich mich auf unseren Steinhaufen. Als ich so ruhig dasaß, kam auf einmal eine Eidechse aus ben Steinen. Daneben lag ein Hagebuttenstock, an bem richtig spitze Zacken waren. Sie lief darüber, unb der Schwanz hängte sich an eine spitze Zacke. Sie krabbelte unb krabbelte und konnte nicht fort. Sie riß so lange, bis ber Schwanz abriß und die Eidechse ohne Schwanz weiterlief. Der Schwanz hing an dem Stock und zappelte, als ob er noch lebendig wäre. Da rief eine Stimme: „August, heimfahren!"
Ich hatte schon viel Freude,, denn beim Kleeholen gibt es immer Rebhühner, die vor Angst fortfliegen. Ms wir nun dicht am Klee vorbeifuhren, faß da ein Hase, die Ohren hinten raus gelegt, um ja nicht be- merkt zu werden. Auf einmal hieß es: ..Brrr. “ „Siehst du da den Hasen sitzen?" „Donner ja." „Geh hin und fange ihn!" Vorsichtig schlich ich mich hin, packte ihn schön bei den Ohren und hielt ihn hoch. Aber er kratzte mich ins Gesicht, daß ich ihn schnell genug fallen ließ. „Elendes Luder," sagte ich zornig. Die andern wollten sich tot lochen.
Zigeuner.
Die Zigeuner rasteten gerade bei unserem Garten. Auf einmal kam ein großer Junge aus dem Wagen und brachte einen alten Katzentrog mit I« buchte: „Was will denn der damit?" Er stellte ihn neben ben Wagen und zog seine Jacke aus. Dann holte er sich Wasser im Wagen schüttete es in ben Trog unb wusch sich ben Kopf. Ich dachte: „In so einem Katzentrog wäschst du bir die Haare?" Nachher zog er auch seinen Wams aus und wusch sich das Gesicht und bie Hänbe. Als ich bann ben Hof kehrte, kam ein Zigern nerfunge unb sagte: „Guten Tag, Fräulein " Er wollte bie Tür aufmachen, aber sie war zugefchlosten. Er sperrte ben Munb weit auf und machte große Augen. Er sagte: „Ist Mutter nicht da?" „Nein " „Wo ist sie denn?" „Das sage ich dir nicht." ..Gib mir ein bißchen Holz." Ich sagte gar nichts und wollte zur Haustür gehen. Er wollte hinter mir her ba rief ia)’ „Warte, jetzt hole ich bie Polizei." Er machte, daß er im Galopp fortkam unb guckte sich nicht mehr um.
Als ich nach Hause kam. war ein Zigeuner bei uns. Er wollte meinem Bruber eine Geige verkaufen. Er sprach: „Ich hon gut War. heilige Sache." Mein Bruber sagte: „Ich brauche keine Geige." Danach gmg er fort, er hatte ein großes Loch in ber Hose, so datz ein Hund durchkriechen konnte. Dann tarn eine Zigeunerin und bettelte um einen Topf Suppe. Wir gaben ihr einen Topf voll. Sie bedankte sich vielmals und ging weiter. Unterwegs hat sie den Topf ausgesoffen.