Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
Ilr. 262
Donnerstag, 12. Aon. 1931
Wb. 58.
Die Parlaments-Eröffnung in London
Parlamentsbeginn in Paris.
wtb. Paris, 11. Noo. (Eig. Meld.) Das frans zösische Parlament nimmt morgen nach 41/» monatlicher Pause seine Tätigkeit wieder auf. Die außerordentliche Session wird gegen Weihnachten zu Ende gehen. Vorläufig nehmen die Interpellationen, die sich auf die Außenpolitik beziehen, das größte Interesse in Anspruch.
Seit dem Jahre 1918 änderten die Amerikaner ihre Einwanderungspolitik, da sie wünschten, daß der nordgermanische Typ für die nordamerikanische Rasse charakteristisch bleibt. Die Verkürzung der Einwanderungsquote traf daher besonders die romanischen und osteuropäischen Völker Europas. Als der Faschismus ans Ruder kam, waren jedoch die Schwierigkeiten, die aus der abgeänderten amerikanischen Einwanderunqspolitik das alte römische Regime gemacht hatten, mit einem Sdjkig beseitigt. Duce Mussolini gab nämlich die Parole aus, daß Italien, das feine Kinder gut unterrichtet und erziehen läßt die Früchte dieser Erziehungsarbeit selbst genießen sollte. Jeder Italiener, erklärte der Faschismus, muß im eigenen Lande Arbeit finden und sich ernähren können. Es gab also seit der beginnenden Herrschaft des Faschismus auch in der Wanderungspolitik keine Mei- mingsverschiedenheiten mehr ' zwischen Rom und Washington.
Dagegen kommt es den Italienern heute noch sehr zugute, daß ihre nach Nordamerika ausgewanderten Landsleute jährlich gewaltige Summen m die italienische Heimat zurücksenden. Umgekehrt profitieren die Italiener in USA. davon, daß die Herrschaft des Faschismus sich günstig entwickelte und das Aniehen Italiens in der ganzen Welt hob Waren die Italiener in USA. noch vor zehn Jahren verachtet und verspottet, so sind sie heute ein angesehener Volksteil der amerikanischen Gesamtbevölkerung geworden. Der Gefelligkeitstrieb der Italiener, ihr gemeinsames Leben in italienischen Kolonien, ihr zähes Festhalten an ihrer Sprache und den Gewohnheiten ihrer italienischen Heimat erleichterte es dem Faschismus sehr, seine Ideen auch unter den Italienern der USA. zu verbreiten. Die faschistische Organisation besitzt in den Vereinigten Staaten Nordamerikas gegenwärtig in "en verschiedensten Städten 1600 Vereine. Besonders volkstümlich machte die Italiener die große Oper in New York, in der die besten italienischen Kräfte alljährlich austreten. Eine gemeinsame ita- lenisch-amerikanische Vereinigung besitzt die Un- leritutzung hoher und höchster Regierungsstellen, ^eit dem Sommer 1922 werden in zahlreichen Merikanischen Städten alljährlich Kurse abgehal- I «n, die den Amerikanern die italienische Sprache und Literatur, die Geschichte, die Archäoloaie, die Wirtschaft, die Industrie und die gesellschaftliche Entwicklung des Landes näherbringen sollen. In
Signor Erandi auf der letzten Septemberkonferenz des Genfer Völkerbundes anregte und das in der letzten Woche in Kraft trat, ist nach Ansicht dieser Völkerbundsfreunde auf eine amerikanische Initiative zurückzuführen. Es ist schon möglich, daß die Väter dieses Gedankens in Washington sitzen. Wir werden auch fernerhin damit rechnen müssen, daß die Italiener Gedanken und Ziele ver. fechten, die von den Amerikanern mit gleicher Entschiedenheit vertreten werden. Jedenfalls rechnet heute schon die ganze Welt mit einem engen Zusammenarbeiten der Italiener und Amerikaner auf dem Internationalen Abrüstungskongreß, der, wie
* Eine Stimme Mehrheit. Im Braunschweigischen Landatg wurde das von den Sozialdemokraten eingebrachte Mißtrauensvotum gegen den nationalsozialistischen Minister Klagges in namentlicher Abstimmung mit 20 gegen 19 Stimmen abgelehnt.
* Landtaqspräsident Dr. Barkels operiert. (Eig. Meld.) Der Präsident des Preußischen Landtages, Bartels, unterzog sich am Mittwoch vormittag einer Operation, die von Professor Sauerbruch vorgenommen wurde. Bartels hat vor einigen Tagen das Westsanatorium verlassen und befindet sich wieder in seiner Wohnung im Landtagsgebäude. Sein Zustand ist nach wie vor ernst.
ren 1918 bis 1920 unterstützt worden wäre, wäre weder England noch die übrige Welt in die heutige Lage geraten. Macdonald bemerkte dann weiter, daß die industrielle Lage Anzeichen der Besserung zeige. Die Regierung halte an ihrem Wahlaufruf fest und werde einen Plan zur Verbesserung der Handelsbilanz aufstellen. Im Zusammenhang hiermit würde sie das Parlament um besondere Vollmachten ersuchen.
Hinsichtlich des sogenannten Dumpings und anderer ähnlicher Erscheinungen werde die Regierung nicht blindlings zu Maßnahmen greifen, die angeblich ein notwendiges Heilmittel wären. Die gegenwärtige Unterhaustagung werde, wie er hoffe, nur kurz sein.
Hachdem Macdonald mitgeteilt hatte, daß das Unterhaus das Londoner Verkehrsgesetz zu erledigen haben werde, ging er au f d i e i nternatio- nale Lage ein. Die englische Regierung stehe jetzt vor den großen Geldschwierigkeiten Europas. Sie wünsche eine Atempause, um sich der neuen Weltlage anpassen zu können.
Sowahr ich hier stehe, so sagte Macdonald, sage ich, daß, solange menschlicher Wille der Welt u n- natürliche wirtschaftliche Bedingungen auferlegt, die Welt niemals Erfolg haben kann. Es sei unmöglich, gleichzeitig hohe Zolltarife einzuführen und zu bestimmen, daß gewipe Mengen von Gold von einer Nation an die andere überführt werden. Diese Art von W i r t f ch a f t i st verrückt. Sie müßte notwendigerweise mit der Verarmung der Nation enden, das Gold zu bezahlen hat, müßte aber letzten Endes auch die Nation treffen, die das Gold erhält.
großzügiger Weise wird alljährlich auch eine umfassende Propaganda für den Besuch Italiens in ganz Nordamerika gemacht. In Rom besteht eine eigene amerikanische Bücherei, die über 12 000 aus- gewählte Bücher in englischer Sprache besitzt, die amerikanischen und englischen Studenten das Leben in Italien wesentlich erleichtert. Daneben gibt es seit einer Reihe von Jahren eine besondere Amerckanische Akademie in Rom, deren rühriger Direktor sich äußerst lebhaft um die Ausgestaltung der italienisch-amerikanischen Beziehungen bemüht.
Im Hintergründe der Annäherungsbemühungen Italiens an die Vereinigten Staaten stehen hochpolitische Zeitfragen. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und die. finanziellen wie die politischen Schwierigkeiten in Groß-
Appell an Dr. Luther.
Wie der New Parker Vertreter des „Börsen- Couriers" zuverlässig erfährt, wurde bei der G ro ß b a nkbe sp rech u n g bei der Federal Reservebank über die Zukunft des Stillhalteabkommens die Absendung eines Ka- bels an Reichsbankpräsident Dr Luther beschlossen. In diesem Kabel werde um die baldige Vorlegung deutscher Vor sch läge gebeten, um zu vermeiden, daß bei Akzeptkrediten nach dem Dezember alle Fälligkeiten auf Ende Februar gelegt würden.
Zwischenfall auf einem Flugplatz.
Lin ankifaschiskisches Propaganda - Flugzeug in Konstanz beschlagnahmt. — Die beiden Insassen festgenommen. — Ein Kraftwagen mit faschiften- feindlichen Fluqblättern beschlagnahmt. — Die drei Insassen verhaftet.
Auf dem Konstanzer Flugplatz wurde ein Junkers-Flugzeug mit der Nr. 2155, da die Papiere nicht in Ordnung waren, beschlagnahmt. Die beiden Insassen,'ein gewisser Viktor Häfner aus Berlin als Flugzeugführer und ein zweiter Mann, der sich als Belgier ausgab, wurden festgenommen. Gleichzeitig wurde ein Auto mit französischen Kennzeichen beschlagnahmt, daß Tausende von fafchististenfeindlichen Flugblättern in italienischer Sprache mit ich führte, beschlagnahmt. Die drei Insassen des Autos, italienische Staatsangehörige, wurden festgenommen. Wie festgestellt wurde, sollte das Flugzeug die antifaschistischen Schriften über Italien abwerfen.
Der verhaftete Deutsche ist wegen Verrates militärischer Geheimnisse bereits mit 5 Jahren Zuchthaus vorbestraft.
diese sogenannte Werksgemeinschaft als etwas andres erscheinen denn als ein Hindernis und eine bewußt reaktionäre Maßnahme mit dem Grundgedanken, daß der .Arbeitnehmer nach wie vor zum Dienen im Staat und zum Arbeiten für die Arbeitgeber bestimmt sein soll.
Als Zentrum können wir dem weiteren Verlauf dieser Auseinandersetzungen in Ruhe und Gelassenheit entgegensetzen. Nur eine Frage muß gestellt werden: Was wäre aus der deutschen Politik geworden, wenn der Kanzler und das Zentrum im Oktober die Nerven verloren hätten, ein Kabinett der Harzburger gekommen wäre und alle diese grundsätzlichen Strei» tigkeiten zwischen Deutschnationalen und Nationalsozialisten im Kabinette auf dem Rücken Ms deutschen Volkes ausgetragen worden wären?
sche Beobachter jetzt in einer Erwiderung auf. Er akzeptiert dies Wort Hugenbergs, „weil schöpferische Jugend das Element des Nationalsozialismus ist, aus den Worten aber etwa eines Dr. Stabiler eine hoffnungslose Vergreifung vergeblichen Anspruch auf Geltung erhebt."
Diese Bemerkung kann man wirklich nicht gerade liebenswürdig finden. Umgekehrt hatte Hu- genberg kurz zuvor in Darmstadt erklärt: „Wir haben nicht die Absicht, uns als Vorspann benutzen und dann — dabei wurde als Muster Mussolini genannt — uns einen Fußtritt geben zu lassen."
Im übrigen schreibt Graf Reventlow in seinem Reichswart (Nr. 45 vom 7. November d. I.) dem Stahlhelm folgendes ins Stammbuch:
Die Stahlhelmleitung hat neulich erklärt, und zwar zu chrem sozialpolitischen Programm, daß der Stahlhelm auf dem Boden der sogenannten „Werksgemeinschaft" stehe . . . Die Vertreter der „Werksgemeinschaft", also jetzt auch der Stahlhelm, verlangen „Freiheit der Wirtschaft," also modern maskierten Liberalismus! . . Daß das liebergewicht des Arbeitgebertums ein erdrük- kendes bleiben würde, liegt auf der Hand, auch wenn der Staat dafür sorgte, daß der Arbeitnehmer „gut behandelt wird." Weder ist der deutsche Arbeitnehmer für Einführung einer modern aufgebügelten patriarchalischen Dienstherrschaft des Arbeitgebers zu haben, noch kann irgend jemand, dem die Lösung der sozialen Frage den einzigen Schlüssel zu einer deutschen Zukunft bildet,
Einzug des königlichen Wagens durch das Spalier der Garde ins Parlamentsgebäude.
Die Eröffnung des Parlaments bietet den schaulustigen Engländern jedesmal ein Bild höchsten Glanzes. Der Einzug des Königs in das Parlament, bei dem für jeden Schritt ein genaues Zeremoniell vorgeschrieben ist, dauert meist länger als die ganze erste Sitzung, bei der der König nur wenige Worte zu sprechen hat.
britannien und in Deutschland haben Italien zusammen mit Frankreich in den Vordergrund der europäischen Politik geschoben. Ein Wettstreit um die Vorherrschaft zwischen diesen beiden Ländern erscheint für Italien ungünstig, denn der Wohlstand, der Reichtum und die natürlichen Hilfsquellen der Franzosen sind größer als jene der Italiener. Die Franzosen sind ferner seit altersher ein kriegerisches Volk, während die Italiener aus ureigenstem Interesse und im Gefühl chrer eigenen militärischen und strategischen Schwäche aus Ueberzeugung für den Frieden eintreten. Gerade in ihren Friedensbestrebungen und in ihren Bemühungen, den Frieden zu sichern, treffen sie ober auf vollkommen gleichgeartete Bestrebungen
Grandis Fahrt nach ASA.
Ihre hochpolitischen hinkergründe.
Der italienische Außenminister Grandi ist am Samstag nach den Bereinigten Staaten Nordamerikas abgereift Noch in letzter Stunde entschloß er sich, den Marine-Sachverstän- d i g e n Augusto Rosso unter die Sachverständigen aufzunehmen, die mit ihm nach Amerika fahren. Dieser Entschluß fand sofort ein lebhaftes Weltecho, zumal aus Amerika die Nachricht zu uns gelangte, daß man in Washington größten Wert darauf legt, die italienisch-französischen Streitigkeiten über die Abrüstung zur See noch vor dem Zusammentritt des Allgemeinen Abrüstungskongresses am 3. Februar 1932 aus der Welt zu schaffen.
Signor Grandi ist in den Vereinigten Staaten Nordamerikas kein Unbekannter. Schon vor bald zehn Jahren fuhr er als ein Mitglied jener italienischen Vertretung über den Atlantischen Ozean, die mit der Regierung von USA. die italinienische Kriegsschuldenfrage zu bereinigen hatte. Damals hatte Grandi eigens die englische Sprache getemt, was ihm sofort die Hochachtung und zahlreiche Anerkennungen seitens der Angelsachsen eintrug. Äm letzten Jahre anläßlich der Londoner Seeabrüstungskonferenz hielt Grandi als italienischer Außenminister eine freie Rede in englischer Sprache, von der die englische Regierungspresse anerkennend bemerkte, daß er ein auffallend gutes Englisch spricht. Grandi hatte allerdings Gelegenheit, seine englischen Sprachkenntnisse im letzten Jahre reichlich auszunutzen, denn er empfing in Rom im letzten Februar den Besuch der englischen Minister Henderson und Alexander, es folgte der Amerikaner Gibson, und im Juli dieses Sommers war der amerikanische Staatssekretär Stimson längere Zeit in der italienischen Hauptstadt.
Die Anwesenheit des amerikanischen Staatssekretärs Stimson war zweifellos auf die Initiative Mussolinis zurückzuführen, der seit Januar dieses Jahres sich bemüht, mit den Amerikanern in engere politische Beziehungen zu kommen. Es gibt tatsächlich heute leine große Frage wirtschaftlicher oder politischer Natur, in der die Auffassungen und die Zielsetzungen der Italiener und der Amerikaner wesentlich auseinandergingen. Unmittelbar nach Ende des Weltkrieges lagen die Verhältnisse freilich anders. Damals waren die Italiener aufs höchste erbittert, daß der amerikanische Präsident Wilson ihre gebietspolitischen Ansprüche an der Adria nicht genehmigte. Viel wurde in jenen Tagen über den Wilsonismus geschimpft. Das hörte erst auf, als Gabriele d Annunzio die Hafenstadt Fiume besetzte und Rom durch geschickte internationale Verhandlungen durchsetzte, daß Fiume italienisch wurde.
Eine andere schwierige Frage war die Einwan d e run g s p o lit i k der "Amerikaner in der Nachkriegszeit. Es gibt insgesamt etwa zehn Millionen Italiener, die außerhalb ihres Vaterlandes leben. Bis zum Jahre 1890 ging der Hauptzug der italienischen Auswanderer unmittelbar nach Südamerika. In der Vorkriegszeit dagegen ‘ ^.t0^l^en Jahren 1900 und 1914, in denen jähr- i sich über 500 000 Italiener auswanderten, zogen über 50 Prozent dieser riesigen Auswandererschar noch den Vereinigten Staaten Nordamerikas. Daher kommt es auch, daß heute die amerikanischen Großstädte New York, Philadelphia und viele andere italienische Kolonien besitzen, deren B- völkerung nach Zehntausenden zählt.
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Harzburger Familien-Zwist.
Die häuslichen Gespräche unter den Harzburger Frontisten gehen munter fort und beginnen für einige der Beteiligten bereits häßlich zu werden. Die Tatsache, daß Hitler sich nicht dem Führeranspruch Hugenberg-Seldte unterordnen wollte, hatte den Stahlhelmsprecher Dr. Stabiler so in Harnisch gebracht, daß er einen direkt beschwörenden Artikel an die Adresse Hitlers in seinem Großdeutschen Reich veröffentlichte. Außerdem hatte Hugenberg im hessischen Wahlkampf gewisse Aeußerungen der Nationalsozialisten als „jugendlichen Ueber- schwang" bezeichnet. Dies Wort greift der Völki-
Jn der im Anschluß an die Thronrede von der Opposition im Unterhaus vorgebrachten Adresse zur Danksagung für die Eröffnungsansprache des Königs machte der Führer der Opposition Lansbury geltend, daß im Jahre 1918 das Parlament einen Frieden gemacht hätte, der kein Frieden gewesen sei. Es war ein Frieden, so sagte er, der dem deutschen Volke die Schuld an dem großen Kriege auf « bürdete. Wie aber jedermann wußte, ist das deutsche Volk nicht mehr verantwortlich als jeder andere, was ja klar a us den jetzt erschlossenen Tagebüchern derStaatsmä nn e r, b i e b e n Krieg und den Frieden gemacht haben, hervorgeht. Wäre es für die Regierung jetzt nicht an der Zeit, ihre Betrachtungen über die Frage, was hinsichtlich der Reparationen und Wiedergutmachung geschehen sollte, in diesem Sinne zu lösen, tote es von der internationalen Arbeiterbewegung gefordert wird, nämlich, jedes Andenken an den Krieg dadurch auszulöfchen, daß alle Wiedergutmachungen und Reparationen in der ganzen Welt ausgestrichen würden? Lansbury meinte, daß ein solcher Schritt, heute getan, rasch zur Gesundung der Welt bei= tragen müßte; dann werde die Welt ernten, was sie gesät hat, wie sie jetzt ernte, was sie 1919 und 1920 gesät habe.
Der Ministerpräsident Macdonald begann seine Rede mit dem Nachweis von der Notwendigkeit der Wahlen. Die Bildung einer Nationalregierung sei wegen der Haltung der Arbeiterpartei notwendig gewesen. Wenn die Politik der Arbeiterpattei — damals unter der Führung des jetzigen Ministerpräsidenten stehend — in den Jah-
* Fahnenjunker wegen kommunistischer Umtriebe verhaftet. Die außerordentliche Regsamkeit der kommunistischen Zersetzungstätigkeit in der Reichswehr, auf die am Montag vom Reichswehrministerium aufmerksam gemacht wurde, wird durch folgenden Fall blitzlichtartig beleuchtet. Wie die „Berliner Börsenzeitung" aus Dresden berichtet, wurde dort ein Fahnenjunker der Infanterieschule, der den Versuch gemacht hat, innerhalb der Reichswehr kommunistische Zersetzungsarbeit zu leisten, verhaftet. Einem Gefreiten der Garnison Dresden fiel das merkwürdige Benehmen des Fahnenjunkers Eberhardt von der Jnfanterieschule mehrfach auf. Aus gelegentlichen Aeußerungen und Veeinflussungsversuchen verstärkte sich in dem Gefreiten der dringende Verdacht, daß Eberhardt als Vertrauensmann der KPD. Zersetzungsarbeit in der Reichswehr betriebe. Der Gefreite meldete seinem militärischen Vorgesetzten seine Beobachtungen. Die zuständigen Reichswehrstellen setzten sich sofort mit der Kriminalpolizei in Verbindung, die den Fahnenjunker heimlich beobachtete und feststellte, daß dieser mit einem kommunistischen Ehepaar Kunath in der Dresdener Vorstadt Plauen und noch einer dritten Person Beziehungen unterhielt. Alle vier Personen wurden verhaftet. Bei der Vernehmunq legte Frau Kunath ein Geständnis ab, woraus hervorgeht, daß der Fahnenjunker Eberhardt tatsächlich der kommunistische Vertrauensmann in der Dresdener Reichswehr war mit dem Auftrage, kommunistische Zersetzungsarbeit zu treiben. Gegen die vier Verhafteten hat der Oberreichsanwalt die Anklage wegen Hochverrats erhoben.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 3153, Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. ::
ober auf vollkommen gleichgeartete Bestrebungen man sich erinnert, am 3. Februar des nächsten der Amerikaner. Das Rüstungsmoratorium, das Jahres in Genf Zusammentritt.
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