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NILS

22. Oktober

VeNage zur Fuldaer Zeitung

Ar. 244

Spät-Herbsttag.

Von Franz Tingi a-Schramberg.

Tiefe Regenwolken schweben Schwer und dunkel durch den Raum. Und du denkst dem kurzen Leben Sinnend nach wie einem Traum.

Und die kühlen Winde greifen Hart und rauh nach jedem Tor.

Leise Trauertöne streifen Im Vorüberwehn dein Ohr.

Mancher Weg ist nun verlassen. Ganz vom Nebel eingehüllt.

Und durch deine Lebensgassen Wandern Wünsche unerfüllt.

Frau und Frauenarbeit ans dem Lande.

Von Jos. Alb. Geiger, Laimnau bei Tettnang.

Wie in frühesten Zeiten unserer Geschichte eine nahezu erdrückende Last von Arbeit auf die Schultern der Frau gewälzt wurde, so scheint dies auch in einer Zeitperiode des gesteigerten Kampfes ums Dasein auf dem Lande und hier insbesondere beim Bauer zu fein. Wohl nirgends ist der Aufgabenkreis so vielseitig, verantwortungsvoll und umfangreich wie bei der Bäuerin. Sie ist oft Gattin, Mutter, Hausfrau, Landwirtin, mitunter auch Buchhalle­rin und selbständige Geschäftsführerin in irgend einem Zweige der ländlichen Wirtschaft in einer Ptrson. Jahr­aus, jahrein ist sie vom frühen Morgen bis zum späten Abend in der Sorge ums tägliche Brot, um das leibliche und geistige Wohl ihrer Familie und die Wohlfahrt des ganzen Hauses fcstgebannt im Hause, ohne wohltuende Ablenkung und Zerstreuung. Ja, man kann ruhig sagen, daß sie oft in den verschiedenen Zweigen der ländlichen Arbeit die Hälfte zu leisten hat. Beim Obst- und Ge-

Kinderszenen.

Immer lacht Magnus. Als er kaum 3 Monate zählte, lachte er schon. Und in seinen Augen lag das Schelmen­.hafte eines rechten rheinischen Jungen. Magnus lacht, wenn man an seine Wiege tritt, die vorher einsam in der Schlafkammer stand. Er lacht, wenn man spielt mit ihm, ihn neckt, wenn man der großen, aufgeblasenen Gummi­puppe auf den Leib drückt, daß sie einen quiekenden Ton von sich gibt. Am herzhaftesten aber lacht er, wenn Mut­ter sich selber vor Lachen schüttelt.

Der Tag kann draußen wolkenverhangen fein, der Regen mag trostlos an die Stubenfenster hämmern wenn Magnus lacht, füllen sich alle Stuben mit Son­nenschein.

Ich bin mit Magnus allein hn Zimmer. Ich habe seine Wiege nahe ans Klavier gerückt. Mit seinen tief- blauen Augen schaut er das schwarze Ungetüm und seine schimmernde Klaviatur an. Und staunt. Lacht nicht, ver­sucht mühevoll das Köpfchen zu heben, fällt dann wieder zurück in die Kissen und betrachtet immerzu das große schwarze Ding.

Tiefe Dreiklänge in den Bässen schlag« ich an. Mag­nus weitet seine Augen noch mehr, starrt erschrocken auf das Instrument, sein Gesicht hat den großen Ernst eines Erwachsenen. Dann greife ich hohe Dreiklänge, die hell wie Glocken klingen. Da schwindet mit einemmal der Ernst aus seinem Gesicht: er lacht wieder. Und als gar, rhythmisch stark betont, ein Kinderliedchen durchs Zimmer jubelt, hüpft sein Körperchen vergnügt in der Wiege, seine Hände suchen etwas zu greifen, als wollten sie nach den Tonen langen wie nach einem Spielzeug.

Ob Magnus einmal die Musik lieben wird?

Wieder einmal bin ich allein im Zimmer mit Mag­nus. Er bemerkt mich nicht. West hat er feine Blau-

müsebau ist die Frau nicht fetten die Seele des Ganzen. Man sollte nun glauben bei solch geregelter Zusammen­arbeit von Mann und Frau mühten die Leute aus dem Lande zu Reichtum und Wohlstand gelangen. Nichts von alledem. Theodor Fontane hat heute mehr als je recht, wenn er in seinenWanderungen"' hervorhebt, daß wer persönlich anfaßt und fleißig arbeitet, selten reich wird, sondern der, welcher mit der Arbeit hundert anderer Handel treibt und sie als kluger und schlauer Rechner sich zu nutze zu machen weiß."

Und trotzdem bleiben Mäßigkeit, Fleiß, Tatkraft, Reinlichkeit, Ordnungsliebe, Sparsamkeit, Berufsfreudig­keit, Friedferttgkeit das Rückgrat jeder bäuerlichen Wirt­schaft. Sie bedingen das Glück und Wohlergehen der Haus-, Land- und Bolkswirtschast. Auf der inneren seeli­schen Gesundheit des bäuerlichen Betriebes ruht, wie auf einem sicheren Fundamente, das ganze große, vielräderige Staatsgebäude. Bei vielen scheint das in Vergessenheit geraten zu fein. Wieviel nicht programmäßig feststell­bare und errechenbare Anstrengung körperlicher und gei­stiger Natur, wieviel Kampf gegen ungünstige Einflüsse der Witterung, gegen pflanzliche und tierische Schädlinge, auch bei größerem Betriebe mit dem Arbeitsperfonal, hat doch die bäuerliche Wirtschaft im Gefolge. Es gehört des- halb in erster Linie auch von selten der Frau Lust und Liebe zum bäuerlichen Beruf, Häuslichkeitssinn und eine gewisse Kunst dazu in allem die richtige Mitte zu halten, und bei unvermeidlichen Widerwärtigkeiten und Bitter­keiten nicht kleinmütig und verdrossen zu werden.

All das hat aber die intensiv« Forderung und Pflege der geistigen und seelischen Bedürfnisse der Landfrau zur Voraussetzung. Wer will es leugnen, daß eben hier noch manches im Argen liegt? Auch die Frau auf dem Lande hat Wisiens- und Bildungsttieb, das Bedürfnis nach zeitgemäßer Aufheiterung und Unterhaltung in ihrem verantwortungsvollen Schaffen. Es ist deshalb auf dem Lande sehr wichtig, das Herz der Familie, die Frau, geistig und seelisch zu stärken, damit die Familie als Ganzes die Kraft gewinne, den Stürmen des Lebens ruhig und sicher ins Auge zu sehen.

äugen geöffnet. Immerzu tasten sie die Gegenstände im Zimmer und an den Wänden ab. Wenn ihm etwas be­sonders gut gefällt, etwa die Uhr mst chrem gleichförmi­gen Tick-Tack, em Bild, das von der Sonne beschienen wird, oder eine Blume am Fenster, dann formt er die Laute:Wuwu". Jeder Gegenstand, der seine beson­dere Aufmerksamkeit erregt, erhält von Magnus die Be­zeichnungWuwu". Und feine Hände langen nach dem Gegenstand, möchten ihn in die Wieg« hineinziehen, möch­ten fteundschaftlich spielen mit ihm.

Da tritt Mutter ins Zimmer, legt ihm di« aufgebla­sene Gummipuppe in die Wiege. Magnus drückt sie an sich, die Puppe quiekt, und Magnus jubelt:Wuwu!"

Peter Backes.

Frauenfragen aus aNer Wett.

Don Franz Ober leit» er, Regensburg.

Es ist ein Irrtum unserer modernen Frauen, wenn sie glauben, die bekanntesten Toilettenartikel, wie Spie­gel, Spangen, Kämme usw. seien eine Erfindung der Neuzeit. Die alten Aegypter, Römer und Griechen kann­ten all diese Dinge schon. Daß aber auch unsere Stamm« eitern, die alten Germanen, diesem weiblichen Schmuck nicht abhoD waren, geht aus Funden hervor, die man dieser Tage in Buchau am Federsee (Württemberg) ge­macht hat. Dort wurden bei Grabungen Frauenkämme in Handform gefunden, die mindestens schon im Jahre 5000 vor Christus, möglicherweise sogar noch früher, ge­schnitzt wurden. Auch Spangen und Agraffen hat man gefunden, die aus der gleichen Zeit stammen.

*

Ein Berliner Mädchengymnasium wird augenblicklich in der Unterprima von einer Schülerin besucht, die ver­heiratet ist und zuhause ein kleines Baby von dreioiertel

(Frau Dr. Cardauns), eine Fabrikpflegerin und eine Schwester wertvolle Einblicke in diese Frage tun ließ, dabei gleichzeitig die Hilfen aufweifend.

Zentralausschußsitzung und Delegiertenversammlung fanden gleichfalls am Vortage statt und brachten mehrere wichtige Entschließungen.

Am Vorabend trafen sich di« grenzland-deut- schen Frauen vom Osten und Westen zu einer Feier­stunde, di« in wirkungsvoller Deutlichkeit Kunde von den religiösen Grundlagen aller Treue zu Volk und Volks­tum und der umfangreichen Frauenarbeit zur Erhaltung des Volkstums gab.

In der Delegiertenversammlung wurde eine Reihe von Entschließungen gefaßt, die u. a. den W'llen zur Mitarbeit an der Winterhilfe zum Aus­druck bringen, gesteigerte Aktivität gegen das Vordringen des Bolschewismus fordern, Hilfe für die erwerbslose weibliche Jugend verlangen und den Gedanken des Freiwilligen Arbeitsdienstes be­grüben, dem auch für di« Frau zur Durchführung ver­halfen werden müsse. Eine wettere Entschließung for­dert angesichts des bevorstehenden Zusammenttitts der Abrüstungskonferenz eindringlich eine allgemeine und gleiche Abrüstung.

Am Sonntag nachmittag fand eine Derlammlung der Reichslandfrauenvereinigung statt, in der Pater Oswald v. Nell -Breun ing, S. I., aus Frankfurt a. M. über die Krise in der deutschen Landwiri - schäft und Anna Gräfin S pre t i über die Aufgaben der katholischen Landfrauen sprachen.

Abends fand eine

öffentliche Kundgebung

statt, die mit musikalischen Darbietungen eröffnet wurde, und in deren Verlauf Ministerialrätin Dr. h. c. Helene Weber, M. d. R., über Kultur und Wirtschaft sprach. Auch dieser Kundgebung wohnte der Breslauer Fürstbischof, Kardinal Bertram, bei.

Am Montag wurde die Generalversammlung des Ka­tholischen Deutschen Frauenbundes mit einer Versamm­lung der Reichshausfrauenvereinigung befchlosien.

Erwerbstätige Frauen.

Die Erwerbstätigkeit der Frau ist eine internationale Erscheinung, lieber ihren Umfang geben Ziffern über die Berufszählungen in den verschiedenen Ländern im Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich (Jahrgang 1930, 6. 24) interessante Aufschlüsse. Die Angaben be- treffen fast alle europäischen Staaten und außerdem die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Kanada, Austra­lien und die Südafrikanische Union.

Don allen diesen Staaten steht Deutschland mit 11,5 Millionen erwerbstätigen Frauen an der Spitze, dann kommt Frankreich mit 8,5 Millionen, Polen mit 6,0, Großbritannien mit 5,7 und Italien mit 5,3 Millionen erwerbstätigen Frauen. Weniger als 5, aber mehr als 1 Million weibliche Erwerbstätige sind gezählt worden In der Türkei (1,8), in der Tschechoslowakei (1,7), in Bulgarien (1,2), Ungarn (1,1) und Spanien (1,0).

In allen andern Staaten liegt die Ziffer unter einer Million. Rußland, das bei seinem gegenwärtigen Wirt­schaftssystem eine sehr große Zahl von Frauen in die Wirtschaft emgefpannt hat, ist in der Aufstellung nicht mttenchalten; sehr wahrscheinlich würde es die für Deutschland angegebene absolute Zahl von 11,5 Millionen erwerbstätigen Frauen noch erheblich übersteigen.

Bettachtet man nun die relativen Ziffern, di« an- geben, einen wie großen Prozentsatz die weiblichen Er­werbstätigen von dem weiblichen Teil der Gesamtbevöl­kerung ausmachen, so ergibt sich ein wesentlich an­her e s Bild.

Don der weiblichen Bevölkerung sind ein Drittel und mehr erwerbstätig in: Litauen (67,2 Proz.), Lettland (54,3 Proz.), Estland (49,1 Proz.), Bulgarien (48,3 Pro­zent), Polen 45,1 Proz.), Frankreich (42,3 Proz.), Finn­land (37,1 Proz.) und in Deutschland 35,6 Proz.

Ein Viertel ober mehr von der weiblichen Bevölke­rung stehen im Erwerbsleben in der Schweiz (31,4 Proz.), in Italien (26,9 Proz.), in Ungarn (26,1 Proz.), in Schweden (25,8 Proz.) und in Großbritannien (25,5 Prozent).

In allen übrigen europäischen Staaten (Rußland schei­det auch hier au sde Betrachtung aus), und in allen außereuropäischen Staaten sind mehr als drei Viertel der Frauen nicht erwerbstätig. Von allen europäischen Staaten hat verhältnismäßig die wenigsten erwerb stäti- gen Frauen Spanien, wo nur 9,4 Proz. der weiblichen

Jahren hat. Da die junge Mutter ihren Gemahl bei seinen Forschungen unterstützen möchte, muß sie ihre Gymnasialbildnug abschließen, um studieren zu können. Es ist natürlich, daß die Mitschülerinnen der jungen Frau mit besonderer Verehrung entgegenkommen und daß die Unterprimanerinnen tagtäglich in die Wohnung zu Besuch kommen, umihr" Baby zu besichtigen und zu oechäffcheln.

Der französische Staat beabsichtigt, neben der Geld­prämie, die kinderreichen Familien schon feit mehreren Jahren gewährt wird, weitere Erleichterungen für di« Mütter einzuführen. Insbesondere sollen kinderreiche Mütter in staatlichen Erholungsheimen untergebracht werden, während ihr Haushalt in der Zeit der Erholung von Wohlfahrtspflegerinnen versorgt wird, so daß die Frauen ohne Sorgen um das Zuhause ihrer Gesundheit leben können.

»

An einem Wöchnerinnenheim in Newyork ist augen­blicklich eine Assistenzärztin Marguerite Newman tätig, die neben ihrer ärztlichen Ausbildung sich besonders für Sprachen interessiert hat. Die junge Dame hat es soweit gebracht, daß sie 28 verschieden« Sprachen spricht, darun­ter attindische und altjapanische Dialekte. Die amerika­nische Staatsregierung wollte Fräulein Newman als Dolmeffcherin in die Verwaltung übernehmen, was diese jedoch abgelehnt hat, da sie ihrem ärztlichen Berus tteu bleiben will.

Auch in England ist der Geburtenrückgang noch fort­gesetzt im Wachsen. Nicht nur in den industriellen Bezir­ken mit ihrer von Tag zu Tag steigenden Arbeitslosig- kett, sondern auch m rein landwirtschaftlichen Gebietstei­len der Britischen Insel nimmt der Kindersegen ständig ab. Während noch vor wenigen Jahren die durchschnitt­

Bevölkerung erwerbstätig ist. In den Vereinigten Staaten beträgt der Prozentsatz der erwerbstätigen Frauen nur 16,5 und in Kanada nur 11,5 Proz. =S.

Warum und Weil in der Küche.

Wenn der Fleischbrühe ein eigentlicher Nährwert auch nur für das in ihr enthaltene Fett zukommt, so regt sie doch nicht nur den Appetit an, sondern vermag durch i^ren Mineralsalzgehalt die Herztätigkeit zu unterstützen.

Was wissen Sie von der Fleischbrühe?

Warum hat eine klare Brühe nur wenig Nährwert? W e il sie zum größten Teil nur aus Wasser und Fleisch­saft besteht.

Warum reizt sie den Appetit, befriedigt.ihn aber nicht? Weil sie wohl gewisse Reizstoffe enthält, die die Der- dauungsdrüsen zur kräftigen Absonderung an­regen, aber sonst wenig Nährwert hat.

Warum sind Wade und Ueberzwerch so ausgezeich- netes Suppenfleisch?

Weil die Teile des Rindes, die es im Leben am mei­sten brauchte und entwickelte, auch die besten Ex» trattftoffe enthalten.

Warum sollen alle Gemüse- und Kräuterzutaten klein- geschnitten werden?

Weil auf diese Weise die Säfte am besten ausgezogen werden.

Warum muß jede gute Fleischbrühe beim Erkalten fest werden?

Weil Knochen und Bindegewebe Seim enthalten, der während des Kochens herausgezogen wird.

Warum bildet sich beim Kochen Schaum und beim Erkalten ein Satz?

Weil sich das Eiweiß löst und niederschlägt. Dieser wertvolle Stofs darf nicht durch Abschäumen ent­fernt werden. Lassen Sie also die Suppe ruhig weniger klar auf den Tisch kommen.

Warum soll man das Fett erst kurz vor dem Ser- vieren abschöpfen?

W e i l es ein gutes Abdichtungs- und Schutzmittel gegen Bakterien ist.

Weiftet Lampe in bet Küche.

Mit dem Aufgehen der Jagd hat für viele Hasen das letzte Stündlein geschlagen, und es verlohnt sich des­halb, den Hausfrauen in ein paar Rezepten zu zeigen, wie man Meister Lampe, wie der Hase in der Jä­gersprache heißt, am besten zubereitet.

Hasenleber.

Eine frische Hasenleber wird gehäutet und gewaschen, darauf schneidet man sie in Scheiben, paniert sie mit Ei, Mehl und Semmel und brät sie in Fett. Die Geber wird erst nach dem Anrichten gesalzen, damit sie nicht hart wird.

Hase im Topf.

Die Wiener Küche weiß den allbekannten Hasen im Topf besonders schmackhaft zu bereiten, wobei man auch einen älteren Hasen noch recht gut verwenden kann. Man hackt den Hasen roh in 816 Teile und dünstet ihn mst einem Pfund in Würfel geschnittenem Schweine­fleisch und einem halben Pfund kleinen Speckwüfeln unter Beifügung von einigen geschnittenen Zwiebeln und einer Zehe Knoblauch weich. Dann gibt man Pfef­fer, Muskatnuß, Wachholderbeeren und etwas Mehl zu dem Fleisch, salzt es und läßt es unter Zusatz von Speck und Zwiebeln in einem neuen Topf gut verschlossen wei­terdünsten. Nach einer Stunde gießt man eine Flasche Rotwein und ebensoviel Fleischbrühe daran, so daß das Fleisch ganz davon bedeckt ist. Nun wird der Deckel mit Mehlbrei luftdicht verschlossen und das Ganze muß noch einmal zwei Stunden in der Bratröhre dünsten. Wenn man den Hasen herausnimmt, wird die Soße noch etwas mit Mehl eingedickt. Hase im Topf auf diese Werse bereitet, schmeckt ganz vorzüglich zu Klößen aller Art.

Hasenhaschee.

Etwa ein Pfund gebratenes Hasenfleisch wird gehackt, mit angerösteten Zwiebeln und etwas Fett, einigen Eß­löffeln Rahm und einigen Kapern vermengt, worauf man mit Salz und Pfeffer würzt. Dann wird das Haschee aufgekocht und zu Kartoffeln oder einer sonstigen Beilage serviert. Man kann es auch recht gut zur Füllung von Pasteten verwenden, di« man vor dem Anrichten mit Worchestersoße pikant würzt.

liche englische 'Familie 2ZKinder hatte, kann jetzt die Einkinderehe beinahe als Regel gewertet werden.

*

Durch sorgsame Prüfungen hat man festgestellt, daß die Arbeitsleistung der Frau bei gewissen mechanischen Arbeiten beträchtlich steigt, wenn dabei gesungen wird oder wenn die Arbeiterin Musik hören kann. Das hat verschiedene deutsche Fabriken veranlaßt, Lautsprecher- Anlagen in die Arbeitssäle einbauen zu lassen, die Rund­funkmusik übertragen.

Ein Sonnenstrahl.

Don Rosa H a m a ch e r-Boppard.

In einer kleinen Stadt am Rhein . . .

In dem Eingang eines Geschäftshauses stehen drei Puppen in Lebensgröße. Sie stellen frische, rotwangig« Schulbuben vor und tragen hübsche Anzüge. So gar nicht steif sind diese Buben! Sprungbereit, man könnt« glauben, sie laufen im nächsten Augenblick davon.

Da trippelt ein kleines Flachsköpfchen vorbei, sieht die Kleiderpuppen, steht still und betrachtet sie aufmerk­sam. Wenige Augenblicke später tritt die Kleine näher, fegt zärtlich das Händchen auf den Kopf der ersten Puppe und drückt einen Kuß auf deren Lippen. Dann wieder­holt sich das herzige Spiel auch bei der zweiten uni» brüten Puppe.

Da öffnet sich die Tür, ein Ladenmädchen tritt her­aus und ruft rauh und unfreundlich:Nicht anfaffenl* Und schlägt die Tür zu. Die Augen des Kindes treffen meinen Blick. Ja, so muß ein Mensch aussehen, wenn jemand feine Seeleaus allen Himmeln reißt!"

Und die Nutzanwendung: Mütter, gebt den kleinen Mädchen etrans, das sie mütterlich umhegen dürfen. Ihr Herzchen hat so viel Zärtlichkeit, di« verströmen möchte!

Frau und Wirkschask.

Zur 11. Generalversammlung des KalhoUschen Deutschen Frauen­bundes In Breslau.

In diesen Tagen sand in Breslau die 11. GenerÄ- oersammlung des Katholischen Deuffchen Frauenbundes statt. Etwa 1000 Delegierte aus allen Teilen Deuffch- lands nahmen an der Tagung teil. Vom Heil. Vater und vom Erzbischof von Köln waren Begrüßungstele­gramme eingegangen. Ferner hatten alle deuffchen Bi­schöfe sowie die Katholische Internationale Frauenliga und die österreichische Katholische Frauenorganffatton der Tagung ihren Gruß gesandt. Die Veranstaltung stand unter dem Leitgedanken:Frau und Wirffchaft".

Das Wort der Mahnung und des Aufrufens, das hie katholische deuffchen Frauenbewegung durch die Ge­neralversammlung des K. D. F. an die Zeit richten wollte, wurde in einer Stunde von großer, starker Ge­schlossenheit und Kraft in der Eröffnungsver- f a m mlun g am Samstag vormittag in Breslau gesprochen.

Daß das vom Segen der Kirche begleitete Wort des K. D. F. auch mit Aufmerksamkeit von der Oesfentlich- keit aufgenommen wird, bewiesen neben der Anwesenheit des Kardinals Bertram von Breslau die zahlreich er­schienenen bezw. vertretenen Reichs-, Landes- und Kom­munalbehörden und die begrüßenden Drgantfationen aus Deutschland und aus dem Ausland.

Die Vorsitzende des Kath. Deutschen Frauenbundes, Frau Dr. Gerta Krabbel, gab die Sinndeutung die­ser Generalversammlung, die in schwerster Zeit gewagt wurde, weil 'gerade durch die Not die Frau gedrängt wird, das auszusprechen, was sie als Sehnsucht und Wille zu einemAnderswerden" in sich trägt.

Die größte Sorge der katholischen Frauen ist es, daß der Mensch sich noch der Wirtschaft gegen­über behaupten kann, und das Leben, den Sinn, hie Größe und Schönheit des Lebens nicht unter derratio" erliegt

Silber die Frau will nicht als Klägerin und An- klagende gegen ein bestimmtes Wirtschaftssystem auftre­ten weiß man doch nicht einmal, ob das System an unserer Not schuldig ist, sondern sie will sorgen, daß man Neues, das werden will, aufnimmt. Auch von der

Wirffchaft soll die neue Sicht auf den ganzen Menschen aufgenommen werden und die kacholischen Frauen dan­ken dem Heil. Vater daß durch die Enzyklika Oua- bragefimo anno derMensch im Mittelpunkt und als ®e ft a 11 e r der Wirtfchaft wieder in feine Würde eingesetzt roh». Aufrufen wollen di« Frauen auch die Aerzte, di« Pädagogen, Denker und Priester nicht nur Einzelübel, sondern das U «b e l un­serer Zeit zu ergründen. Die schwerste Last unserer Zeit ist ihre Geistabgewandtheit und Geistlosigkeit. Durch den Glauben an den Geist gewinnen wir auch den Glau­ben an die noch wirkenden ober zu weckenden Lebens­kräfte in unserem Volk. Optimismus ist uns nicht Feig­heit, sondern Größe, begründet auf dem Vertrauen an Gottes Hut, in die wir unser Volk stellen.

Professor Dr. Theodor Braue r-Honnef zeigte ht feinem Referat die Spannung zwischen Geist und Wirtschaft, zwffchen Gestaltung durch den Menschen und Ausgeliefertsein an eine unpersönliche Ge­setzmäßigkeit Die heutige Zett versucht es, in die Wirt­schaft wieder den gestaltenden Menschen einzulassen, die unpersönliche, anonyme Führung abzulösen durch per­sönliche Initiative. Der christlichen Forderung nach einem organischen Gesellschafts» und be- russständischen Wirtschastsaufbau kommt das aus der Not geborene Drängen unserer Zett nach internationaler Zusammenarbeit, gemeinschaftlicher Be­wältigung der wirffchastlichen Schwierigkeiten im eige­nen Volk entgegen. Man sieht, getrieben durch bi« Not, die Aufgaben, alles Wirtschaften bewußter und überlegter auf Unterhaltsfürsorge für den Menschen ein» zustellen. Immer stürmischer setze sich der Drang zu in­ternationaler wirtschaftlicher Planordnung durch. Die Wirffchaft könne nur dann her Menschheit zum Segen gereichen, wenn sie ihre Funktion als Kulturfunktion der Unterhaltsfürforge auffaffe.

Der Eröffnungsversammlung war eine öffentliche Sitzung der karttattven Kommission des K. D. F. zur Frage der Rationalisierung und Volksge­sundheit vorausgegangen, die durch ein« Aerztin