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WO- 58.

int sechsmal wöchentlich Wochenbeilagen:Die Welt . . . _ . ...... .. i hma Hiorinn

Donnerstag, 22. Oktober 1931

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AJj in 'ild" und ..Buchenblätter' Rotationsdruck und «er ag JlC. bei Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: schrist.

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Italien und Deutschland wollen

weniger

Verbesserte Reichsfinanzen.

Die Befürchtungen über eine ungünstige Ent- Wicklung der Einnahmen des Reiches sind, der Voss. Ztg." zufolge, durch die neuesten. Berichte der Finanzämter an das Reichsfinanzministerium nicht bestätigt worden. Die Eingänge aus den Steuern, Zöllen und Verbrauchsabgaben sind in der zweiten Woche des Oktobers erheblich besser gewesen als in der ersten. Wenn diese Entwicklung anhält und äußere Ereignisse nicht eine völlig neue Lage schaffen, kann angenommen werden, daß der neue Voranschlag, der vor Erlaß der letzten Not. Verordnung aufgestellt worden ist, eingehalten wird.

wtb. Tokio, 21. Okt. (Eig. Meldg.). Wie ver­lautet, hat Br iand den von Japan gestellten Bedingungen für eine Räumung der Mandschurei zu gestimmt, jedoch vorgeschlagen, daß China die Erklärung abgibt, es werde alle seine Der- tragsverpflichtungen beobachten.

Entrüstung in China.

wtb Ninkina, 21. Okt. (Eig. Meldg.). In den amtlichen Kreisen und in der Bevölkerung hat die Ankündigung der 5 japanischen Forderungen

wtb. Tokio, 21. Okt. (Eig.Meldg ). Die amt­lichen Kreise sind davon unterrichtet worden, daß Schiangkaischeck Frankreich und Großbri­tannien vorgeschlagen hat, Truppenabteilungen von Tientsin nctdi Schankaikwan zu entsenden, um den Ausbruch eines chinesisch-japanischen Konflik- tes zu verhindern. Andererseits wird bekannt, daß die Befehlshaber der in Sckanheikwan stehenden chinesischen und japanischen Truppen vereinbart haben, daß die ch-nesischen Truppen nördlich der Eisenbahn und die japanischen südlich von chr blei­ben sollen.

In hiesigen amtlichen Kreisen ruft die sich im­mer mehr verstärkende an tijap anische Be­wegung in China ernste Besorgnisse hervor. Man befürchtet offenbar, daß es zu einem Zwi­schenfall kommen möchte, der eine Flotten- a k t i 0 n nötig machen und die Lage verschlim­mern wurde.

Der chinefisch japanische Konflikt

Gefahrdrohende antifapanische Bewegung.

wachsen.

Man täusche sich nicht darüber, daß die soge­nannte nationale Front entschlossen ist, weiter zu kämpfen. In einer rechtsstehenden Wochenzeit­schrift, die man sonst auch auf unserer Seite gern nur als konservativ bezeichnet, hat ihr fier- ousgeber in diesen Tagen seine Freunde aufgefor­dert, jetzt bald zu marschieren und die Macht zu ergreifen Die Gelegenheit sei günstig, meint er, und er läßt erkennen, daß man nicht zögern dürfe, jetzt außenpolitisch die Früchte zu pflücken, die in­folge der Politik des Reichskanzlers Dr. Brüning reiften. Er fordert den Sturm auf das System im Ganzen, und damit meint er, wie gar nicht mißverstanden werden kann, den Parlamen­tarismus. Dem gegenüber scheint es uns die Aufgabe des neuen Innenministers zu sein, an sei­ner Entschlossenheit, die Verfassung unter allen Um­ständen und mit allen Mitteln zu verteidigen, kei­nen Zweifel aufkommen zu lassen. Wir wollen gewiß keine Generalsdiktatur predigen, aber, wenn von rechts her eine sogenannte n a t i 0 n a le D i k- t a t u r verlangt wird, dann müssen wir unter Um­ständen eine Diktatur der Weimarer Verfasiung gegenüberstellen. Das ist auch die einzige Mög­lichkeit, das Bertrauen der Mehrheit des Volkes zu bewähren. Denn letzten Endes sind die Grund­rechte der Weimarer Verfassung doch noch das einzig einigende Band. Wenn die Oppoii- tion ' zur Macht gelangte, dann wurde auch sie schwerste Difierenzen nicht verhüten können. Ihre Meinungen gehen ja im Grundsätzlichen sehr weit auseiyander. Man braucht sich nur daran zu «r innern, daß Frick in charzburg erklärt hat, wenn sie erst an der Macht wären, wurden sie die Deutzch- nationalen alsbald aus der Koalition wieder ym auswerfen. .

Höpker - Aschoff bei Braum. Der bisherige preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff, der vor kurzem zurückgetreten ist, hat den erkrankten Ministerpräsidenten Dr. Braun in Asc 0 n a be­sucht. Dieser Akt dürfte nach Auffassung desBer­liner Tageblatts" in erster Linie auf die Absicht

Man könnte etwa folgende Formel prägen: - - ....... .....' von ein­

ander als miteinander!

Damit ist nicht gesagt, daß es nicht auch be­sondere deutsch-italienische Aufgaben gäbe, die der Lösung harren, die aber unter einem fluchtigen Ministerbesuch kaum berührt werden können. M denken hierbei nicht nur an den deutsch-ttaliem- schen Handelsverkehr, der von Deutschland immer noch Opfer verlangt, sondern auch an den deutsch­italienischen Fremdenverkehr. Die Rompilger.die aus religiösen Gründen nach den heiligen Statten wallfahrten sollen ganz außer Betracht gelaßen werden. Aber auch ohne sie zieht Italien mir Recht alljährlich große Scharen von Deutschen an, denen Italien aber auch nicht entfernt Entspre- chendes an die Seite zu stellen hat. fiter wirken sich u a. Reiseerschwerungen aus, die in Italien m der Praris immer noch bestehen. So könnte man noch manches nennen, was gegenseitig besser zu ordnen wäre. Soll der Besuch nicht eine wertlos« Geste bleiben, so muß man von Volk zu Volk di- Probleme anpacken und dadurch die Solidarität üben, die man von der Gesamtheit verlangt.

Was war in Braunschweig?

Der Bericht der Braunschwergischen Rcxierung im Reichsinnennnnistermm eingetroffe«.

C. N. B. Berlin, 21. Okt. (Eig. Meld.) Wie wie vom Reichsinnenministerium erfahren, ist jetzt der vom Reichsinnenminister angeforderte Bericht der Braunschweigischen Regierung über die Vorgänge anläßlich der nationalsozialistischen Tagung im. Reichsinnenministerium eingetroffen. Der Bericht deckt sich im wesentlichen mit dem bereits münd­lich vom Braunschweigischen Gesandten gemachten Mitteilungen und auch mit der Darstellung, die der Earnison-Aelteste von Braunschweig, Oberst Geyer, dem Reichsinnenminister gegeben hat. Danach | sollen die Vorgänge ziemlich harmlos gewesen sein.

Italien und wir.

Don unserem römischen Mitarbeiter.

Der bevorstehende Besuch Grandis in der Reichshauptstaüt ist von der italienischen Presse bisher nicht in besonderer Weise kommentiert wor- den. Dos hatte offenbar eine besondere Ursache: das faschistische Italien wartete mit großer Span­nung den Ausgang der Abstimmungen im deut­schen Reichstag ab, aber außerdem ist über die deutsch-italienischen Beziehungen zur Zett, das er­kennt man amh in Italien, nichts besonderes zu sagen. Man wird in den Tagen unmittelbar um den Besuch Grandis die Stimmung etwas aufsri- fieren, aber das wird nicht über die Tatiache hm- wegtäuschen können, daß Italiens brennendstes Interesse jetzt auf andern Gebieten liegt.

Die faschistische Presse hat aus erklärlicher Sym­pathie mit den Nationalsozialisten natürlich von den nationaliozialistischen Demonstrationen gebuh- rend Notiz genommen. Aber sie hat doch auch mit mehr als Chronistenpflicht die Aeußerungen von fetten der Deutschen Regierung gebracht, zum Be ­spiel FinanMinister Dr. Dietrich Erklärungen gegen Dr. Schacht, Hindenburgs Briefwechsel mit dem Kanzler, Brünings Reden usw.

Selbstredend konnte man von Rom aus eben- sowenig wie anderorts ganz sicher voraussehen, nach welcher Seite die Entscheidung fallen wurde. Die faschistische Presse^ die in diesen Dingen noch immer sehr gelenkt wird, gibt kem deutliches Bild von der Stellungnahme, die man unter schein Gesichtspunkt zum Ausgana der deutschen Regierungserklärung einnimmt. Wir durften aber die Lage richtig beurteilen, wenn wir annehmen, daß Italien über den Sieg Brunmgs sehr erfreut und beruhigt ist.

Eine fingenberg-fiitler-Regierung hätte Mufso- lini vor Konsequenzen gestellt, die ihm im Augen­blick außerordentlich unbequem gewesen waren. Wenn das Experiment Deutschland nicht so teuer geworden wäre, hätte man der Rechtsopposltwn wirklich die bittere Erfahrung gönnen können, die sie hier in Italien gemacht haben wurde. Gewiß ist Mussolini daran interessiert, daß es auch in anderen Ländern zu faschistischen Bewegungen kommt. Aber das hat rein innenpolitische Grunde, und was die deutschen Nationalsoziaistenangeht, so fehlt es unter den führenden Faschisten ihnen gegenüber keineswegs cm Kritik.

Italiens sehr empfindliche finanzielle Lag« zwingt das Land gegenwärtig zu großer Ruw- fichtnahme nach allen Seiten, und es ist anzuneh­men daß der Amerikabesuch Grandis zur Folge haben wird, daß man dort auch den Italienern den guten Rat erteilen wird, ernstlicher einen Aus. gleich mit Frankreich zu suchen. Der Ruf Ita­liens nach Solidarität der Mächte ist mehr als Spiegelfechterei, es ist die einzige Möglichkeit m Italiens augenblicklicher Lage. Man kann sich ausmalen, in welche schwierige Situation Mußo- I [int gekommen wäre, wenn er Hitler zur Regie­rungsübernahme hätte beglückwünschen, gleichzei­tig aber eine Verbindung mit ihm hätte abwlnren müssen.

Es ist also sicher ehrlich gemeint, wenn Gran- dis Besuch nun zu einem Bekenntnis der freund­schaftlichen Gefühle gegenüber Deutschland und der I Regierung Brüning wird. Und wenn man sich auch wahrscheinlich nichts zu sagen haben wird, das die I Weltaufmerksamkeit sonderlich aufregen und tn Bewegung brinegn wird, so liegt doch gerade da­rin der große Wert der Begegnung, daß sich «sier zwei Nationen Schulter an Schulter Sergen die weithin gemeinsame Intereffen in einer ähnlichen Gesamtlage zu vertreten haben.

HöPker-Afchoffs zurück?,usühren sein, etwaige- verständnisse, die aus der in Abwesenheit des Ministerpräsidenten vollzogenen Demission zurück- geblieben sein könnten, aus der Welt zu räumen.

Beileidstelegramm des französischen Arbeits- mmisters. Zu dem Grubenunglück auf Zed)e Mont Cenis hat der französische Arbeitsminister zugleich im Namen des französischen Bergbaues dem Reichsarbeitsminister telegraphisch seiner auf­richtigen Anteilnahme versichert. Der Reichsarbeits- minister hat daraufhin dem französischen Arbeits­minister für die warmen Worte der Anteilnahme feinen aufrichtigen Dank ausgesprochen.

Groeners Aufgabe.

Der Reichswehrminister, dem jetzt auch die L«- tunq des Innenministeriums anheim fällt, nach­dem der Reichskanzler geglaubt hat,,er muffe den Leuten von Rechts, denen feine erste Regierung iu viele Zentrumsvertreter enthielt, gewisse Zu- aeständnisse machen Minister Groener also hat sich vor einem Pressevertreter darüber geäußert, wie er seine neue Aufgabe ausfaßt. Man kann sich im Ganzen über den energischen Ton, den er anschlug, freuen, denn Energie ist gewiß nicht immer die am stärksten entwickelte Eigenschaft deutscher Regierungsstellen gewesen. Groener ver­spricht, er werde nötigenfalls nicht davor zuruck- schrecken, sich die drakonischsten Ausnahmevoll­machten geben zu lassen, denn die Ruhe im Innern und die Sicherheit des Bürgers gingen über alles.

Aber man hat, wenn man die wohlabgewogenen Aeußerungen des Reichswehrministers, die gleich­zeitig mit einem gewissen schwungvollen Pathos erfüllt sind genau liest, das Gefühl, a.s ob Groener doch ein bißchen Scheu vor einem wirklichen Zu­fassen habe. Man kann natürlich fetzt leicht sagen, der Innenminister, nämlich Groeners Vorgänger, hätte das Reichsttessen der SA-Leute in Braun­schweig am letzten Sonntag von vornherein ver­bieten müssen. Das ist nur dann richtig, wenn die Republik entschlossen ist, staatsfeindlichen Parteien und Verbänden gegenüber überhaupt die Kon­sequenzen zu ziehen. Auch wir haben die Haltung des Innenministers Dr. Wirth gelegentlich sur zu milde gehalten, aber weiß man denn, ob nicht selbst einem Minister die Wege, die er gehen I möchte, von Stärkerem verbaut werden? Es herrscht wohl an den* höchsten Stellen ganz allgemein, die Tendenz, den Rechtsradikalismus m 0 g - lich st z u schonen und jedenfalls recht glimpflich zu behandeln. Ob diese Tendenz gut und richtig ist, mag dahingestellt bleiben.

Selbstverständlich wäre es unsinnig, von, dem Reichsinnenminister zu verlangen, daß er leben Nationalsozialisten und jeden kommumstlichen Wäh­ler in Schutzhaft nähme. Für den Nationalfozia- listen mag dabei auch noch gelten, daß es unter ihnen, wenigstens unter den jungen, manchen Idealisten gibt, der im Ernst glaubt, wenn schon nicht in gleichem Schritt und Tritt mit den SA-Leuten, so doch im Gefolge dieies oder lenes nationalsozialistischen Professors sich auf dem rech­ten Wege za befinden. Aber die Frage ist, ob es sich mit der Würde und mit der Klugheit des Staates verträgt, wenn man die osfenpchtlichen Auswüchse der extremen Parteien kaum gehindert wuchern läßt. Hitler zwar ist ja klug genug, wie­der einmal ein Rückzugsgefecht begonnen zu haben. Ihm sind die Ereignisse im Reichstag und wahr­scheinlich auch die Unterredung mit dem Reichs­präsidenten so nahe gegangen, daß er in Braun­schweig eine für seine Verhältnisse ziemlich einsich- tige Rede gehalten hat, die in ihren wesentlichen Punkten sich kaum von dem unterschied, was auch andere Leute zu sagen pflegen. Niemand, so meinte er, kann dem deutschen Volke von heute aus morgen Freiheit und Glück bringen, und oq- mit gab er zu, daß er und seine Freunde, , die sonst den Anbruch des Dritten Reiches wie einen plötzlichen Gold- und Manna-Regen zu verkünden pflegten, bisher zu viel versprochen haben. Wenn die Reichsregierung mit Recht solche Einschrän­kungen befriedigt zur Kenntnis nimmt, so, ist aber doch zu fragen, ob es auch richtig ist, auf üjnen ju bauen und ihnen zuliebe vieles andere durchgehen zu lassen. Was hilft es uns, wenn aus dem Saulus Hitler ein Paulus wird, während er gleichzeitig bemüht bleibt, den täglichen schweren Unfug, den seine SA-Banden anrichten, nicht zu verhindern? Freilich: das könnte er wahrscheinlich garnichr, denn diese Leute, die er jahrelang ge­hätschelt und mit falschen Freiheitsideen vollge- pumpt hat, sind ihm ja längst über den Kopf ge-

Fuld aerZertung

ffir hi» ctrtM -knlda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblafl.

Die deutsch-französische Kommission.

Der Herr Reichskanzler hat u. a. als Sach­verständige und Vertreter von Industrie, Handel und Landwirtschaft und als Vertteter der Arbeit- nehmer zu der gemischten deutsch-französischen Wirtschaftskommission eingeladen:

Staatssekretär a. D. ^Bergmann, Geh. Rat Brecht-Köln, Geh. Rat Büßer, Frohwein, Reichs- minifter a. D. Dr. Hamm, Reichsminister a. D. Dr. Hermes, Geh. Rat Kastl, Clemens Lämmer, Direk­tor Lange-Berlin, Fabrikbesitzer Lange in Krefeld, Reichstagsabg. Lemmer, Dr. Melchior, Fabrikbe­sitzer Müller, Erlinghausen, Generaldirektor Dr. Poensgen, Reichsminister a. D. v. Raumer, Gras v. Roedern, Bauerngutsbesitzer Schill, Merzhausen, Karl Schmitz-Duisburg, Dr. v. Schnitzler, Wein­gutsbesitzer Frhr. von Schorl«ner-Lieser, Kom­merzienrat Schwarz-Nürnberg, Ingenieur Otto Schweitzer, Staatssekretär a. D. Frhr. v. Stein, Staatssekretär zur Disposition Dr. v. Simson, Reichsbahndirektor Wolf, Otto Wdlff-Köln.

Diese Liste ist nicht endgültig. Es ist vielmehr vorgesehen, gegebenenfalls auch andere sach- verständige zu den Beratungen der Konmußron zuzuziehen. _________

Der gegenwärtige Trierer Regierungspräsi­dent Dr. Sassen, der, wie bereits gemeldet zum Siedl ii ngskommissar ausersehen ist, M am 8. März 1886 in Fischeln bei Krefeld geboren. Er studierte Iura und war dann beim Landrats- amt Kempen Probejustitiar. Dann wurde er Mit der Verwaltung des Landratsamtes Krefeld be­auftragt Vom 1. August 1920 bis zum 1«. Okto- der 1922 war er Landrat von Krefeld und wurde bann Regierungspräsident von Trier. Cr war der er si e, der von den Franzofen a u s s e m b e- letzten Gebiet ausgewiesen wurde Dom 24. Januar 1923 bis zum 6. Oktober 1924 lebte er außerhalb des besetzten Gebietes. Wahrend sei­ner Ausweisung versah er eine OTtnifterialoirefc torftelte im preußischen VolkswohlfahrtsmiNiste- rium. __

Aus dem Preußischen Landtag.

Die Dienstagssitzung des Preußischen Landtages wurde eingeleitet mit einer kurzen Beileid kund - qebung des Hauses anläßlich des neuen schweren Grubenunglücks auf der Zeche Mont Cenis im Ruhrgebiet. Ministerialrat Rother vom Handels­ministerium nannte dieses Unglück einen bedauer­lichen Rücksch'az in der Wirksamkeit der Sicherheits­maßnahmen für die Bergwerke. Sobald die Unter­suchung abgeschlossen fei, werde man zu überlegen haben, welche weiteren Sicherheitsmaßnahmen für die Bergarbeiter notwendig seien.

Bei Sitzungsschluß kam es wegen der gleichen 1 Angelegenheit zu erregten Auseinandersetzungen

für eine Regelung des mandschurischen Konfliktes große Entrüstung hervorgerufen.

Aus Tokio wird gemeldet: In ihrer $eant= wortung der Hinweise der Mächte auf den Kel - logg-Pakt wird die japanische Regierung, wie verlautet, die Gründe wiederholen, aus denen sie den Kellogg-Pakt in der mandschurischen Frage unanwendbär hält. Sie wird ferner geltend ma­chen, daß China die antijapanifche Agitation und den Boykott, die durchaus keinen friedlichen Cha­rakter hätten, feine Verpflichtungen verletzt habe.

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wtb. Landon, 21. Okt. (Eig. Meldg.). Laut Daily Telegraph hätten die Japaner die Ve r- waltungvon Mukden den Chinesen formell übergeben. Den Chinesen wür­den japanische Ratgeber zur Seite stehen.

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wtb.Schanghai, 21. Okt. (Eig. Meldg.). Etwa 20 000 Personen erwarteten heute vormittag mit Fahnen und Musikkapellen in den Straßen die Vertreter von Kanton, die hier eingetrof­fen sind, um mit der Regierung von Nanking über die Einigung Chinas zu verhan­deln. Unter den 150 Delegierten von Kanton be­finden sich der Präsident der Kuomintang, Wang Tschingwei, Dr. Eugen Echen und Tschangfakwei, der Oberbefehlshaber der sogenannten Eisenseihen.

*

wtb. wasingkon, 21. Okt. (Eig. Meldg.). Im Staatsdepartement hält man es nicht für un­möglich, daß die Vereinigten Staaten auf gewisse Neütralitätsrechte im Kriegsfälle verzichten, falls eine wirtschaftliche Blokade von anderen Mächten gegen einen Angreiferstaat geschaffen werde.

zwischen Sozialdemokraten und Rechtsparteien, weil eine Jnterpellatton der SPD. zu dem Unglück von einemAntreibersystem auf Mont Cenis' spricht und behauptet, baß die Leitung dieses Bergwerkes zwar kein Gelb für die Sicherheit der Grubenarbeiter, wohl aber für den Stahl­helm gehabt habe. Diese Jnterpellatton und die anderen Anfragen und Anträge zur Grubenkata- sttophe auf Mont Cenis werden am Mittwoch verhandelt.

Am Dienstag schloß das Haus die politische Debatte mit dem Anhören der Schlußworte der Anttagsteller. Die Abstimmung über die Miß­trauensvoten usw. erfolgt am Donnerstag.

Zu erregten Szenen kam es dann bei einer Aussprache über den kommunistischen Antrag, einen besonderen Untersuchungsausschuß zur Nachprüfung der in der Öffentlichkeit viel erörterten Vorgänge in den Fürforgeanstalten einzusetzen. Abg. Schulz, Neukölln (Komm.), zog sich wiederholte Rügen des Präsidenten zu, als er unter Unruhe der Rech­ten und der Mitte von Ausschreitungen der Pfaffen und Pfleger" sprach. Abg. Frau Weisel (Zentrum) hielt den Kommunisten vor, daß sie die Politik in die Fürsorgeanstalten tragen wollten.

Der kommunistische Anttag, den erwähnten Untersuchungsausschuß einzusetzen, wurde gegen die Anttagsteller abgelehnt.

DDZ Berlin 21. Oktober. (Eig. Meld.) Der preußisch« Landtag erledigte in seiner heutigen Plenarsitzung bebattelos zahlreiche kleine Vorlagen. Angenommen werben dabei mehrere Antrags bes Landwirtschaftsausschusses, ,ebe Brotpreiserhöhung zu unterbinden und bereits eingetretene Brotpreiserhöhungen rück­gängig zu machen, unter der Voraussetzung, daß die bisherigen Maßnahmen zum Schutze der Getreideproduktion voll auf­recht erhalten bleiben.

* Ausbruchsversuch Scheringers. Der frühere Reichswehrleutnant Scheringer, der von den Natto- nalsozialisten zu den Kommunisten über­gegangen ist, hat, wie dasB. T." gerichtet, einen Ausbruchsversuch aus dem Untersuchungs­gefängnis in Moabit unternommen. Scheringer versuchte mit einer Nadelseile einen Gitterstab in seiner Zelle durchzuseilen, doch wurde der Aus­bruchsversuch frühzeitig von einem Wärter bemerlt. Nachdem die Direktton des Gefängnisses benach­richtigt war, wurde Scheringer alsbald umquar- tiert und in einer besonders sicheren Zelle unter - gebiad)t.

Der Parieioorstand der Wirischaftspartei tritt im preußischen Landtagsgebäude zu einer Sitzung zusammen, die sich mit den letzten poli­tischen Vorgängen und vor allem mit der Haltung der Wirtschaftspattei bei den letzten Reichstags­verhandlungen beschäfttgen soll. Don der Pattei- leitung werden nur, wie das Nachrichtenbüro des DDZ erfährt, die Mitglieder Mollath, Kockel und Dr. Weber-Dresden anwefend fein, da Pros. Dr. Bredt noch immer erkrankt ist. Die Vorstands­sitzung soll die Vorbereitungen treffen für die zum Mittwoch nächster Woche emberufene Reichs- ausfchutztagung der Wittschaftspattei. ,

Anzeiger für die Stnöf Julda und den Landkreis Auida

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