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Beilage zur Fuldaer Zeitung
Ar. 243
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und Frieden geeinten Europas.
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Windlhorftbund, Gau Fulda
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das nächste Paar nehmen? Bewegung schafft Appetit, woher ihn befriedigen, wenn man nur fünfzig oder sechzig Pfennige am Tag für seine „Magenbedürfnisje" ausgeben darf?
Hart ist dieser Kampf um das nackte Leben. Um so grauenhafter, als er sich unter der Oberfläche des Alltags abspielt, den Augen der Menge verborgen. Sind doch fast alle diese Arbeitslosen vorher gut bürgerliche Menschen gewesen. Hatten ein Heim, eine Familie, hatten ein — wenn auch oft karges — Auskommen. Heute schämen sie sich, zu sagen, daß sie arm sind. Nur hin und wieder ersährt die Welt durch eine Zeitungsnotiz von diesem Kampf ums Leben. Der größte Teil der Arbeitslosen leibet ft um m diese Not. Oft nicht einmal dem nächsten Nachbarn bekannt. Aufbegehren dagegen? Wozu? Besser wird es doch nicht dadurch. Lieber schon wie die Tiere des Waldes sich verkriechen und langsam zu Grunde gehen!
Erschreckt öffnen sich die Augen, wenn man a n d i e Zukunft denkt. So gern möchte man als junger Mensch einen eigenen Herd gründen, möchte jemand haben, den man lieben und für den man sorgen darf. Müde schließt man die Augen wieder vor so viel Glück, dos unerreichbar ist. Man muß sich als Arbeitsloser damit abfinden, daß man nicht heiraten kann.
Hinter den vier Millionen Arbeitslosen stehen, knapp geschätzt, zehn Millionen, die unter den Entbehrungen dieses Zustandes mitleiden. Fauen und Kinder. Mit ihren Vätern, mit ihren Männern entbehren und hungern sie. Gewiß, viele stellen sich bereit, zu helfen und zu lindern. Vieleswurdegetandas muß anerkannt werden. Aber nur wenige erkannten, daß die Arbeit», losigkeit mehr ein seelisches, als ein physisches Problem ist. Tausend Demütigungen war und ist der Arbeitslose ausgesetzt. Dieses Bemitleiden! Dieses Schenken und geben in verkehrter Form. „Da, Du armer Teufel, wir schenken Dir auch etwas, weil es dir so dreckig geht!" Das ist gewöhnlich die Form. Die meisten geben nur von ihrem Ueberfluß. Selten ist e i n Geben aus der Verantwortung des Besitztums, des Verdienens. Selten eine Einschränkung der persönlichen Bedürfnisse um der notleidenden Menschen willen. Wir Arbeitslose wollen keine Almosen, well wir keine Bettler sind. Wenn man gibt, soll man opfern, Opfern aus Bruderliebe. Tausend Dank jenen, die so geben.
ausfehen in den Familien, wo der Sohn nur noch allein!, ger Verdiener ist?
Eine Schmach unseres Jahrhunderts ist die leibliche Not aus der Arbeitslosigkeit. In Argentinien feuert man Lokomotiven mit Weizen. In Brasilien schüttet man Kaffee ins Meer. In den Pampas Südamerikas erschießt man ganze Rinderherden. Alles, weil man nicht genug Geld daran verdient. Auf der ganzen Welt aber hungern mehr als 20 Millionen Menschen. Man wird irre an der Welt. Soll ich erzählen von Familien, wo man seit Wochen und Monaten nur noch von Brot, Margarine und trockenen Kartoffeln lebt? Und auch dies hat man nicht immer genug. Soll ich erzählen von den ledigen Menschen, deren Arbeitskraft durch ungenügende Ernährung untergraben wird? Vor kurzem erzählte mir ein solcher, daß ihm, als er nach langer Zeit einmal wieder ein Stück Braten bekam und aß, davon schlecht wunde, weil der Magen solche Kost nicht mehr annehmen wollte. Mein Bruder erzählte mir — er hat Pflichtarbeit vom Wohlfahrtsamt— wie verzweifelt der Meister sei, wenn einmal schwere Arbeit vorkomme. Nur wenige könne er dafür brauchen. Einmal sollten Drahtrollen aus- und abgeladen werden. Von den 20 Arbeitern konnten nur 4 diese Arbeit leisten, die anderen waren zu ausgemergelt. Dabei wogen die Rollen nur 40 Kilo. — Und wie mit dem Essen, so ist es mit der Kleidung. Viele, viele haben nur noch einen Anzug, ein Paar Schuhe, von Wäsche gar nicht zu reden. Ist das nicht alles ein Hohn im Zeitalter der Überproduktion? Muß in den arbeitslosen Menschen nicht ein Haß aufspringen gegen die Gesellschaft, wenn sie in der Stadt die Auslagen in den Schaufenstern sehen?
Nichts, nichts tarnt sich der Arbeitslose leisten. Kostenlose „Vergnügen", Natur, Bewegung kann er nur mit Vorsicht genießen. Wandern nützt die Schuhe ab, woher
lismus des nationalistischen Macht- ft a a t e 5.
Wir kämpfen für kulturelle Selbstbestimmung und Eigenständigkeit, für die Freiheit der Muttersprache, für die menschlichen, volklichen und sozialen Rechte der Kinder, der Jugend, der Familie unseres V o l k es, für die Freiheit seines religiösen und kirchlichen Lebens."
Die Anerkennung von Lebensrecht und Freiheit, die Abwendung der Not und des Unrechts für das Volkstum halten wir für eine unerläßliche Voraussetzung einer neu en sittlichen und politischen Ordnung im Zusammenleben der Völker und der Befriedung Europas. Der Ordnung und dem Frieden Europas wollen wir Volksdeutsche katholische Jugend aller europäischen Länder dienen, aus innerster Ueberzeugung und besonderer Verpflichtung.
Wir nehmen unsere volksdeutsche Aufgabe auf uns in Gemeinschaft und Treue, Freude und Verantwortung: mit dem entschlossenen Willen, unserem großen Volk zu dienen, seine Kraft zu erneuern und das Reich Gottes in chm aufbauen zu helfen.
Christus, Herr unseres Volkes und des in Recht
Volkes, das in Europa in der Verbundenheit von Blut und Kullur, in der Einheit der Muttersprache, der Gemeinschaft au sSchicksal und Willen, über die Grenzen der Reiche und Staaten hinaus das große deutsche Volkstum ift
Für dieses Volkstum fordern mir kraft naturgegebenen göttliches Rechtes nb aus unserem jungen Lebenswillen
Anerkennung, Freiheit und Lebensraum. Recht und und Gerechtigkeit.
Wir anerkennen solches Recht jedem Volkstum, das in menschlicher, sittlich gebundener und gerechter Ordnung mit den anderen Zusammenleben will. Wir wißen uns dabei eins mit dem Streben unserer Kirche, die jedes Volkstum hegt und pflegt. Die kirchlichen Führer bitten wir darum, Hüter und Sachwalter eines jeden, auch unseres Volkstums zu fein.
Um der unveräußerlichen Rechte des Volkstums willen geht unser gemeinschaftliches Ringen gegen politische und kulturelle, soziale und wirtschastliche Unterdrückung unseres Volkstums in allen seinen Gruppen und Siedlungen; gegen den Inperia -
katholische Zagend und Volkstum.
Das Nürnberger Manifest.
In keinem anderen Staate kennt man es, daß Parteien chren politischen Gegnern die „nationale Gesinnung" absprechen. Nur im deutschen Reich haben einige Parteigruppen die „nationale Gesinnung" in Erbpacht genommen und erlauben sich, in Heldenpose die politisch Andersdenkenden als „Landesverräter" usw. zu beschimpfen. Jeder, der mit dem deutschen Volkstum verwachsen ist, muß diese Entwicklung schmerzlich empfinden. Ist es nicht eine tiefe Tragik, daß gerade die nationalen „Parteien", die sich in der „Nationalen Opposition" zusammengeschlossen haben, ihre nationale Gesinnung am wenigsten beweistn. Ist es nicht ein Verbrechen am deutschen Volkstum, wenn 3 n - tereffengruppen ihre eigensüchtigen und für die breiten Schichten des deutschen Volkes verderblichen Ziele unter dem Wort „national" verbergen? Es ift wahr, was Prof. Dr. Dessauer kürzlich auf einer politischen Kundgebung in Frankfurt a. M. sagte:
„Unter keinem Namen ist in den letzten Jahren unserem Uaterlanbe mehr geschadet worben als unter dem Wort „national“.
Man meint, auch die Idealgesinnten in den Kreisen, di«
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Der windthorstbund hält in der Woche vom 16. bis 21. November in Fulda eine politische Schulungstagung ab, zu der alle polittsch interessierten jungen Katholiken aus Fulda, Stabt und Land, sowie den Kreisen Hünfelb unb Gers selb herzlich eingelaben sind.
Programm: Montag, den 16. November, abends 8 Uhr VegrÜtzungsabend. Dienstag und Mittwoch, ben 17. unb 18. November: Der Fich er des Reitsverbandes der Deutschen Windthorstbünde, Reichstagsabgeordneter Dr. Krone -- Vertin spricht über politische Fragen. Donnerstag, den 19. November: Reichstagsabgeordneter Prof. Dr. Oeflaner spricht über wirkschasttiche Fragen. Freitag, den 20. November: Reichstagsabgeordneter Hofmann-Ludwigshafen behandelt das Thema: „Deutsche Jugend und deutscher Volksstaat . Am Nachmittag spricht Dr. Kramer-Fulda über „Grundsätzliches zur Kommunalpolitik . Samstag, den 21. November, Schlußkundgebung.
wir sorgen für Unterkunft und volle Verpflegung. Tagungsbeitrag 5.— Mk. Diejenigen, die sich selbst verpstegen und abends nach Hause fahren, entrichten einen Unkostenbeitrag von 2.— Mk. Sofortige Anmeldung an Dr. Sauer, Fulda, Redaktion der Fuldaer Zeitung. (Tel. 2153). Das genauere Programm wird noch mitgeteilt
Helft!
Kommt dir einer und bittet dich: Gib mir von deiner Ernte, Liebe Seele, o neige dich, Ehe er sich entfernte.
Lade ihn in deines Gartens Ducht, Daß 4 im Frieden gesundet, Reiche ihm Brot und biete die Frucht, Die dir am liebsten gemundet, Unter allem, ja, was du haft, Bist du selber ein armer Gast, Sei denn an deinem zitternden Ast Ein« Frucht, di« sich rundet.
Ruth Schaumann.
Blick für das verloren, was im nationalen Interesse liegt. Sonst hätten sie sich nicht auf der traurigen Harzburger Tagung vor den Wagen der Reaktion unb der Kapitalisten spannen lassen. Es ist schon wieder soweit, daß das Wort „National" bei den breiten Massen in Verruf geraten ist, weil sie instinktiv unlautere unb volksfeindliche Absichten wittern, die diejenigen verfolgen, di« die Drahtzieher der „nationalen Opposition" sind.
Ausgabe der volksbewußten deutschen Jugend ist es, gegen ben Mißbrauch des nationalen Gedankens mit aller Entschiedenheit aufzutreten. Wir müssen das Wort „national" mit dem rechten Inhalt erfüllen unb diejenigen entlarven, die das Volk mit nationalen Phrasen verdummen wollen. Die Jugend darf sich nicht zu „nationalen Demonstrationen" mißbrauchen lassen, die unserem Vaterlcmde schaden. Di« Jugend muß sich zu gut dazu dünken, für die Machtgelüste einzelner kleiner Gruppen zu kärnpsen. Die deutsche Jugend will zuerst für die Rechte des deutschen Volkstumes kämpfen. Sie wird es sicher auch lernen, Parteiinteresse und Führerdünkel von nationaler Gesinnung zu scheiden. Am tiefsten scheint bis jetzt die organisierte katholi- sche Jugend ben volksdeutschen Gedanken ersaßt zu haben. Auf dem Katholikentag in Nürnberg kam das stark zum Ausdruck. Dort war nicht nur die reichsdeutsche katholische Jugend vertreten, sondern auch die Oesterreicher, die Sudetendeutschen unb die Deutschen aus Ungarn, Jugoslawen, Rumänien, aus Polnisch-Oberschlesien usw. Die Ausländsdeutschen berichten von dem unausgesetzten Kampf deutschen Volkstums um Erhaltung und Erweiterung der einfachsten Rechte, um Entlastung von härtestem Druck, um das Durchsetzen notwendigsten Lebensraumes. Alle berichteten von dem steten Kampf anbersnationaler Staatsführung und ihrer Bürokratie gegen die kulturellen Rechte des deutschen Volkes, gegen deutsche Sprache, deutsche Schule, deutsche Jugendorganisation. Sie berichteten von der sozialen Unterdrückung des deutschen Bauern, Arbeiters unb Handwerkers, der deutschen Intelligenz, des deutschen Landarbeiters, die zum Tell unter den elendesten Lohn- verhältnifsen arbeiten müssen. Klar kam zum Ausdruck, daß katholische Führer, Schulen, Priester, Jugend- und Kulturbünde die stärksten, ja oft einzigen einwandfreien unb zuver- lässigsten Träger bes Deutschtums sind.
Das Ergebnis der volksdeutschen Kundgebung der ta. tholischen Jugend war der Entschluß, die volksdeutsche Zusammenarbeit mit allen Kräften zu fördern. Ein
Manifest der volksdeukschen katholischen Jugend in Europa
gab dem Willen der katholischen' Jugend Ausdruck. Es wurde einmütig beschlossen:
Mr bekennen uns als die Jugend des einen
rung, die bis in fein hohes Alter lebendig in ihm geblieben ist. Die Jugend nahm mit von dieser Begeisterung unb fand sich wieder geschlossen zu ernster Schulungsarbeit unter der Leitung bes Berbandssekretär Joseph Mommertz.
Der Nachmittag bracht« bann nach einer kurzen Ge- betsftunbe ben Aufmarsch der Kolpingssöhne Mit ihren Bannern. Wieder schaute die Bevölkerung auf unb mußte sich sagen: „Hier herrscht Disziplin, hier herrscht Wille, das muß echt fein." Was wir wollen, bas sagt ihnen bann die weitere Arbeit am Nachmittage und vor allem die machtvolle Kundgebung am Abend. Die Schulungsstunden des Nachmittags eröffnete der Bezirkspräses, H. H. Siadtkaplan Kreß, Bad Orb, der sichi m echtem Bewußtsein seines Präsesvateramtes an die Kol- pingsjugenb wandte. Herr Mommertz sprach bann über bas Werden Adolf Kolpings, unseres Führers und zeigte den Weg zum echten Führertum. Kolping, ber hervorging aus der Rot seiner Zeit, aus den Verhältnissen und Wissen dieser Zeit seine Erkenntnisse schöpfte, der dann mit diesen Erkenntnissen und der selbstlosen Tat „W u n b e n der Zeit heilte", der einen Weg wies, ben auch heute alle gehen müssen, „bie es mit dem wahren Volkswohle gut meinen" (Kolpingf. Im frisch gesungenen Lieb bekundete die Jugend aufs Neue ihren Willen zur Gefolgschaft. Wer bei der Schulungsarbeit an hen Bezirkstagen bas Programm bes Kathvl. Gesellenvereins tiefer verstehen lernt, wer nicht als Schreier unb gedankenloser Kämpfer für irgendwelche Ideen, die einer materialistischen Auffassung entspringen, auftritt, sondern als vernünftiger, ehrlich wollender Mensch an unterem Geschick mitgestalten will, der muß den Weg zurückfinben zu dem, was da? Grunbelement der kolpingschen Ideenwelt ist, zu dem, was immer das Werden, den Stand und die Kultur eines Volkes ausmachte, muß zurückfinben zu Gott. Das Wollen bes Kathol. Gefellenvereins, verwurzelt unb ausgehend von der Religion, paßt sich jeweils den Nöten,
Noch vor zwei Jahren war bas Derufsethos ein Kernpunkt unseres Kulturprogrammes. Heute hat diese Frage fast sekundäre Bedeutung. Im Brennpunkt steht die Arbeitslosigkeit. Ueber vier Millionen Arbeitslose meldet die Reichsstatisttk. Jede Ziffer dieser Zahl ein Schicksal. Der Wissende ahnt die furchtbare Tragik dieser Gesamtsumme, hinter der Menschen von Fleisch und Blut stehen, die Herz und Seele haben, die nach Leben, Gerechttgkeit unb Anerkennung schreien. Aber nur wer felbft arbeitslos ist, kann die furchtbare Not ermessen, die in dem Wörtchen liegt — arbeitslos. Unb die Verständnislosigkeit weiter Kreise, die bürokratische Behandlung durch die Behörden! Glaubt man doch selbst zuletzt, daß man kein Mensch mehr ist; nur ein lästiges, überflüssiges Anhängsel der Gesellschaft, ein Parasit! Wei tolles dazu beiträgt — Aeußeres, Behandlung —, machen sich Minderwertigkeitskomplexe in der Seele breit, die nur nach schweren Kämpfen überwunden werden. Unsere Seele schreit, wie früher tn den Höfen der Fabriken: „Laßt uns wenigstens Mensch sein! Nehmt uns unsere Menschenwürde nicht!"
Traurig ist es, die Haufen der erwerbslosen Jugendlichen in ben Straßen zu sehen. Schlafen, Essen, Skatspielen, Spazierengehen und „Stempeln" ist ihr Lebensinhalt. Schaffensfreude, Arbeitslust kommen nicht mehr auf. Nur ein kleiner Prozentsatz sucht sich systematisch Selbstbeschäftigung. Was soll aus dieser Jugend werben, die nie arbeiten gelernt hat, die nur unter Zwang entbehren mußte? Wird sie nicht in einen Taumel bes maßlosen Genießens fallen, wenn sie einmal wieder Serbienft hat? Erschütternd ist der Kampf in ben Familien. So mancher Sohn, sonst ein guter Kerl, hat mir versichert, baß bas Leben in ber Familie eine Hölle sei, weil ber Vater ihn, ben großen und starken Kerl, noch mit ernähren müfse. Wie mag es erst
Unsere Stellung zur Hitlerjugend!
In ber nationalsozialistischen Partei bestehen drei Jugendorganisationen: die Hitler-Inge n b (H. I.), derNationalsozialistischeSchü. lerbunb (N. S. S.) und ber Nationalsozialistische deutscheStubentenbund. Alle drei sind als Karnpsverbänbe in die Partei eingeorbnet. Innerhalb derselben haben sie eigene Organisation unb Führung. Die 10- bis 14jährigen Schüler sind in Jungvolkgruppen erfaßt. Die Reichsleitung der H. I. gibt als Zeitschrift die „Sturmjugend" heraus, mit Sondernummern m Pommern, Ostpreußen, Berlin, Sachsen, Thüringen, Bayern. Das Organ bes N. S. S. ist ..Der Aufmarsch".
Ziel der Jugendorganisation ist ble Erziehung zum Nationalsozialismus. Dabei wird immer wieder betont, daß es sich beim Natoinalsozialismus^um eine neue Weltanschauung handelt. Beim Faschismus handle es sich lediglich um eine neue Weltanschauung, die natürlich auch zu einer neuen Staatsanschauung, aber auch zu einer völlig neuen Kulturanschauung, Wirt- schaftsanschauung und sozialen Ordnung führt", schreibt einer der Führer ber n. s. Jugend im offiziellen Führer- organ („Die Deutsche Zukunft", Iuniheft 1934).
Wie in der Partei, so wirb auch in ber 3uger«borgam« fation die Propaganda mit allen Mitteln betrieben. Wie in ber Partei werden habet große Worte nicht gespart. Dem N. S. S. wirb das Ziel gesteckt: „Kein Schüler verläßt die Schule, bis er nicht Nationalsozialist gewor den ist". Die Hitlerjugend ist ber „Grundstein für die korw- wende Volksjugendbewegung" (Völkischer Beobachter o. 8 9 in einem Artikel über die Septemberpropaganda der H. I.). In der „Deuffchm Zukunft" wird festgestellt: „wenn es heut« in Deutschland noch disziplinierte und opferbereite Jugend gibt, dann beruht dies auf dem erzieherischen Wert ber nationalsozialistischen Bewegung.
Die Stellung der beuffchen katholischen Jugend zur Httlerjugend ist klar und eindeutig: wir stehen gegen die „erzieherischen Werte" und g e ge n b t e „neue Weltanschauung" bes Nationalsozialismus. Die Verbänb« ber katholischen Jugend haben, bie Mitgliedschaft bet ihnen mit einer Zugehörigkeit, zur N. S. D. A. P. unb chren Organisationen für unvereinbar erklärt. Keiner aus ber katholischen Jugend kann in den Jugendverbänden der Hitlerpartei stehen. Hinein in bie Reihen ber deutschen katholischen Jugend- verbände! Nicht aus Haß und Feindschaft rufen wir so. Es geht uns um unsere eigene Aufgabe Jur Deutschland. Starke, disziplinierte Gememschchsten wollen wir in unseren Verbänden unb Bünden sein. Es geht uns um die Erziehung einer neuen deutschen Jugend unb bie Erneuerung unseres Volkes._____________ ;
fiolpingsjugenb im Spessart.
lieber em Bezirksfest bes Gesellenvereins in Kassel geht uns folgender Bericht zu:
Man erlebt heute Tagungen und Treffen ber verschiedensten Verbände und Organisationen, die sich mehr ober weniger wertvoll ober verderblich unb zersetzend auswirken. Kundgebungen unb Tagungen aber sollen initretßen unb aufklären, sollen Zweifelnde überzeugen, sollen ge- meinschaftsb übend fein. Dann aber müssen sie einen echten, einen wahren, einen gesunden Charakter tragen, müssen kurz so fein, wie es das Bezirksfest bes Kathol. Gesellenvereins am Samstag, ben 10. unb Sonntag, ben 11. Oktober in Kassel, Kreis Gelnhausen, gewesen ist.
Habt Ihr einmal Kolpingssöhne marschieren sehen mit ihren ftoöemben Bannern? Habt Ihr einmal junge Menschen gesehen mit aufrechtem Blick, die nicht mit Phrase unb Schlagwort, sondern durch charaktervolle Haltung, durch bedachte, gewissenhafte, ganze Tat mitgeftalten wollen am Werben unserer Zukunft ? In Kassel finb sie am Samstag zusammen gekommen aus den verschiedensten Ecken des Spessarts. Die Tagung mußte gelingen. Sie mar aufgezogen unb eingeleitet mit Bedacht und mit Begeisterung. Das Dankeswort hierfür gebührt dem rührigen Präses des Kasseler Vereins H. H. Kooperator Boden.
Mit schallendem Kolpingsgruß traf sich am Samstag- abenb bie junge Schar zur ersten Beratung über bie be- vorstehenbe Winterarbeit. In Form einer Arbeitsgemeinschaft, in gegenseitiger Aussprache, in engster Gemeinschaft erarbeitet man ein Bild, an dem man erkannte, welche Aufgaben und Pflichten im bevorstehenden Winter von ber werktätigen Jugend unb für dieselbe zu erfüllen sind. Einer, der nicht gelernt hat aus ben großen Theorien vieler Bücher, sondern aus den richtigen unb realen Schau ber gegenwärtigen Dinge unb Verhältnisse,
gäbe auch in unseren Tagen.
Welche Ausgaben sich nun für den Kathol. Gesellen- verein in der heutigen Notzeit ergeben unb wie diese Aufgaben zum Besten ber Gesamtheit erfüllt »erden, dar- über sprach Herr Mommertz in ber großen Kundgebung amDie Geschehnisse des Tages hatten impcmiert. Am Abend war ber Tagungssaal zu klein. Die Bevölkerung füllte ihn bis in die letzte Ecke. Man faß unb stand während einer mehrstündigen Feier, bie der Senior des Kathol. Gefellenvereins Kassel, Hugo Becker, eröffnete. Ein gutes Programm gab der Kundgebung einen feinen Rahmen. Herr Mommertz sprach zu dem Thema: „Die Bedeutung des Kathol. Gesellenvereins m ber heutigen Notzeit". Klar unb eindeutig zeichnete er bie Stellung für den Gesellenverein zu den gegenwärtigen Verhältnis- sen, zeichnete, wie sich aus dieser Stellung für den Gesellenverein die Forderungen ber Familie, ber Demokratie unb bes Völkerfriebens ergeben müssen. Fordern wollen wir, aber auch dienen! Dienen, selbstlos dienen, das ist heute bas Wertvoller«. Man denke an die 'Ißanber- fürforge, die Stellenvermittlung, die Erwerbslosenhilfe, die Schulungs- und Erziehungsarbeit. Zahlen gaben den Beweis von den wertvollen Auswirkungen der f03tuten Tätigkeit bes Kathol. Gesellenverein,. Den besten Beweis aber lieferte ein Bilb aus dem Leven. In einer kurzen Ansprache erklärte ein wandernder Geselle, der durch die Welt zieht, der von allen Nöten und Wirren unserer Zeit ersaßt ist, wie er doch nicht untergeht, son- dem stark wirb im Kampf, weil er Stütz« und Halt sindet durch bas Werk Adolf Kolpings. Das war lebendiger Wiederklang all bes Gesagten des ganzen Tages.
Der Tag hat in Kassel gewirkt. Mit dem begeistert gesungenen Kolpingslied nahm er seinen Abschluß.
Franz Giesen.
Betrachtungen eines jungen Arbeitslosen
Don Joseph Sch mar ik.
der unsere Zeit sieht von den Grundsätzen aus, von denen Adolf Kolping einst seine Zeit gesehen hat, stand als ber Leiter unb Führer bes Abends unter uns. Die Kolpmgs- jugenb kennt ihn, ihren bewährten Freund unb Führer, ben Verbanbsfekretär Joseph Mommertz, Köln.
Nach außen hin überraschte unb imponierte bann die Kolpingsjugenb durch einen eindrucksvollen Falleizug mit anschließender Gefallenenehrung. Im weiten Kreise ebarte man sich um bas Kriegerdenkmal, ehrte im Scheine ber Flammen die Toten, bie starben fürs Vaterlanb, bie Opfer waren eines unsinnigen Krieges. Diözesansenior K s i e n f i t trat vor, sprach an dieser Stätte für die Kolpingsjugenb zu dem Volk, bas ben weiten Kreis umgab. „Streckt bie Waffen! Friede ben Völkern!" Das waren die Worte, die ausklangen in den Herzen ber großen Menschenmenge.
Die tobemben Fackeln warf man im Kreise zusammen. Gemeinsam brannten sie, waren Symbol einer Gemeinschaft, sprachen von einem Leben, von einem Frieden unter ben Völkern. Das war ber Aus klang bes Abenbs, eines Abenbs, den gewiß mancher m Kassel nicht erwartet hätte.
Früh am Morgen kniete die junge Schar geschlossen im Gotteshause unb bat den Herrgott um den Segen unb das Gelingen für ben neuen Tag. Geschlossen trat man hin zur Kommunionbank, junge Männer, bie ganze Tat wollen, und die wissen, wo sie di« Kraft zu dieser Tat finden.
„Auf Gesellen, frisch zum (Streite, unser Banner ist entrollt." Das Symbol unseres Wollens ist das Kol- pingsbanner. Der junge Kasseler Verein hat in feierlichem Amt sein Banner entrollt unb geweiht. Wieder weht eine Flagge mehr. Wieder steht unter ihr ein junger Trupp, ber mitmacht. Zum Festakt der Bannerweihe sprach H. H. Hüber, Geistt. Rat aus Höchst. Als bewähr- ter, langjähriger Gesellenpräses wandte er sich an bie Sol» pingsjugenb, sprach zu ihr in leidenschaftlicher Begeiste-
j PMWk Wl!W-MsW in Sulin j
vom 1ö. bis 21. November 1931.