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15. Oktober

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Ile. 238

der

diese Weise

sein.

verwendbar E. W.

Haus der Liebenden.

Von Ruth Schaumann.

Der Regen klopft am Glas: Laß mich hinein, Ich weiß von Berg und Gras, Von Baum und Stein, Ich weiß der Wurzeln Sinn Im Blust vom Strauch.

O Regen, riefle hin. Ich weiß es auch.

Sturm kommt herbei als Macht Und dröhnt am Tor: Ich weih der Schiffe Fracht, Der Wellen Chor, Ich weiß der Möve Schrei Am Ziel der Flut.

Wind geh und weh vorbei. Ich kenn das gut.

Mond kommt im Kahn der Nacht Und häll nicht anz Hat nur das Fenster facht Empor getan

Und Licht füllt Paar um Paar Verlaff'ner Schuh. Eh noch ich selber war Bin ich schon du.

arbeitenden Frau, sondern auch der Kunstgewerblerin, der Werk- und Handarbeitslehrerin und nicht zuletzt der Fachschülerin. Preis des Heftes 2.50 Mk. Ein zwei­tes Heft, das gleichfalls dem Handarbeit?- und Werk­unterricht dienlich gemacht werden kann, wobei die fertige Arbeit der praktischen Verwendung zugeführt werden soll, betitelt sich:Der NWK-Webrahmen und seine Verwendung" (95 Pfg ).

Die praktische Hausfrau.

Reue Schuhe und Stiesel kaufe man niemals des Morgens, sondern nachmittags, wo die Füße die größte Ausdehnung erreichen, nachdem tagsüber das Gewicht des menschlichen Körpers darauf geruht. Morgens gekauftes Schuhzeug pflegt meistens abends zu drücken. Man mache es sich zum Prinzip, alle Schuhe in Zwischenräumen von 14 Tagen nach ständigem Tragen, einen ganzen Tag ins offene Fenster zum intensiven Auslüsten an die Luft zu stellen, was selbstverständlich viel häufiger geschehen muß, wenn man an Fußschweiß leidet.

Reinigung von Eisfellstoss. Man nehme lauwarmes Wasser und weiße Seife. Die schmutzigen Stellen wer- den mit Seife eingerieben und solange gewaschen, bis der Stoff ganz weiß geworden ist. Hierauf spüle man das Gewaschene in lauwarmem Wasser und wringe es so trocken als möglich. Der gewaschene Stoff ist durch das Waschen struppig geworden, von den gepreßten Ringen, die sich in dem neuen Stoff befanden, ist nichts mehr zu sehen. Um diese Ringe wieder herzustellen, breite man den Stoff flach aus, dann benütze man eine kleine Bürste und bewege sie kreisförmig über den noch feuchten Stoff. Auf diese Weise wird man mit wenig Mühe das Muster wieder herstellen. An zugfreiem Ort werden die gewa- scheuen Gegenstände zum Trocknen aufgehängt.

Natur mit all ihren Wundern und Reizen, verhärmt und verkümmert schaut sie nur um sich tieffte, trostlose Ein­samkeit. Ohne Antwort, ohne Trost schaut sie nach einem fernen Heimatland. Sie träumt und starrt sinnend in das Dunkel, ins Ewigleere und grübelt nach der Wahr­heit steilen Burgen. Und einmal wird die Gnade den Seelenflügeln neue Schwungkraft geben. Wie groß und lichtvoll wird Gott sich der einsamen Seele zeigen, die ihn gesucht und sehnend nach der Heimat verlangt. Friedlich und still wird die kämpfende Seele, wenn der himmlische Vater das gotthungrige Kind in vollen Zügen seine Liebe trinken läßt.

Warum denn ihr Menschenseelen, in irdischer Ver­blendung euch losreihen von der treuen Führerhand, mag die Welt auch locken und schnöden Gewinn versprechen, einmal kommt doch die Zeit, wo chr zu eurem ewigen Ursprung euch zurücksehnt. Sorget doch dafür, daß der Weg zur Heimat euch nicht zu weit wird. Durch die Stille der Nacht geht es oft wie ein leises Weinen, ist es wohl das Säuseln des Windes, von dem wir nicht wis­sen, von mannen und wohin er weht--oder ist es

eine Trauermelodie aus der Ewigkeit, weil so viele, ach so viele den Heimweg nicht finden können. In weiter, weiter Ferne ist ja Einer, der gut ist wie kein anderer, der sein Leben den Unglücklichen, Suchenden weiht und der mit den Müden zu reden weiß zu seiner Zeit. Der die Barmherzigkeit und die Liebe ist und nicht Ruhe findet, bis die irrenden, suchenden, sehnenden Menschen­seelen einziehen ins Vaterhaus. O lauschten sie alle, alle doch auf das Glöcklein aus der Fiedensheimat, das in Freud und Leid, in Glück und Not an die Tiefen ihres Herzens schlägt, ein Gottesruf, der tröstend,selig ist: Ge­denke, daß du vom Himmel bist!

sparen, denn ein schlecht versilbertes Besteck bleibt nur verhältnismäßig kurze Zeit gut im Aussehen, während die wirklich gute Ware nur wenig mehr kostet. Dieser kleine Ausschlag macht sich aber im Laufe der Jahre viel­mals bezahlt.

GliWHrtmetifieim in Frankfurt.

(Eine neue Einrichtung des katholischen Deutschen Frauenbundes.

Im November wird in Frankfurt a. M. das S t. Elisabeth-Frauenheim der Oeffentlichkeit über­geben, das die dortige Ortsgruppe des Katholischen Deut­schen Frauenbundes dieser Tage erworben hat. Das neue Heim liegt im Frankfurter Universitätsviertel an der Viktoria-Allee, im schönsten Stadtteil überhaupt, doch im­merhin noch so zentral, daß man es leicht erreichen kann. Die Aufgaben, die es sich gestellt hat, sind mannigfacher Art. Gerade In heutiger Zeit, die von Tag zu Tag größere Notlagen zeitigt, fehlt oft der alleinstehenden Frau ein Zufluchtsort, wo sie nach des Tages Last und Mühen ausruhen kann, wo sie eine Wohnung findet, die das umschließt, was das schlichte WörtchenHeim" auszudrücken pflegt. In wievielen Großstädten aber fehlt es gerade daran. In dunkeln Behelfswohnungen, in kahlen, unfreundlichen, möblierten Zimmern ober gar in Mansarden mit ihren unhygienischen Zuständen muß die erwerbstätige Frau wohnen. Noch viel schlimmer sieht es aber um die Frauen aus, die aus dem Arbeitsprozeß herausgerissen sind, die der Arbeitslosigkeit gegenüber» stehen. Daß man ihnen gerade im Elisabeth-Frauen­heim eine Stätte bereiten will, wo sie bleiben können, auch wenn nicht von heute auf morgen ein neuer Ar­beitsplatz winkt, scheint eine besondere Notwendigkeit zu sein. Schließlich wird sich das neue Heim aber auch der Armen, Kranken und Wöchnerinnen annehmen, denn eine Diät-, Armen- und Krankenküche wird die Lücke zu füllen suchen, die bisher in Frankfurt noch offen war. Da die heutige Not aber alle Kreise unseres Volkes gleich­mäßig trifft, soll das Frankfurter Elisabeth-Frauenheim Angehörigen aller Bekenntnisse offen stehen, es wird nicht nur für Frauen katholischen Glaubens seine segensreiche Arbeit entfalten. Man hat als wirtschaftlichen Träger des Heimes die Form einer G. m. b. H. gewählt, die ein Stammkapital von RM. 20 000 aufweist. In den Satzungen steht jedoch ausdrücklich, daß die Gesellschaft keinerlei Gewinne erzielen darf.

Der Eisschrank im Herbst und Winker.

Bei Beginn des'Herbstes darf die Hausfrau nicht übersehen, daß der Eisschrank einer gründlichen Reini­gung unterzogen wird, besonders dann, wenn man ihn im Winter nicht benutzen will. Trotz größter Sauberkeit kann es vorkommen, daß irgendwelche Speisen, welche aufbewahrt wurden, einen Geruch zurückließen. Wenn der Schrank nunmehr längere Zeit unbenutzt und ver­schlossen bleibt, so könnte er dadurch Schaden leiden. Es ist deshalb auf alle Fälle zu empfehlen, beim Aus­waschen dem Wasser etwas übermangansaures Kali bis zur Rosafärbung beizufügen. Die vorhandenen Holz­roste scheure man ebenfalls gründlich ab. Dann stelle man den Schrank, Deckel und Tür geöffnet, an die frische Luft, damit er austrocknen kann. Bei Schränken mit Zink­blechauskleidung ist zu empfehlen, etwa sich auf dem Blech bildende Flecken mit feinem Sand ober einem der bekannten Reinigungsmittel zu entfernen. Bei bem Eis­kasten genügt das Abwaschen mit Wasser. Das gilt auch von der Schmelzwasserrinne und bem durch den Boden führenden Ablaufrohr. Scheuern und Putzen ist nicht

Frauen-Zeitschriften.

Entwürfe für kunstgewerbliche Frauenarbeiten" be­titelt sich die letzte Neuheit der Sammlung Dobachs Hand- arbeitshefte (Heft Nr. 154) des Vobach-Verlags, Leipzig. Der Autor, Egon Lehnert, ein anerkannter Künstler und Zeichenmethodiker, zeigt hier auf 16 Tafeln, von denen 8 in vielfarbigem Druck wiedergegeben sind, die Schönheit und Vielgestaltigkeit der neuen Frauen- Handarbeit. Er weist neue Wege zu Form und Farbe. An Stelle der sinnlosen Verzierung tritt der sachliche Schmuck, der den Gegenstand in feiner Wirkung steigert und sich doch in Form und Farbe unterorbnet. Das Heft ist nicht nur eine Mustersammlung für alle Ge­genstände der neuen Frauenhanbarbeit, sondern es zeigt auch den Weg zum Eigenentwurf. Mit feinem Ver­ständnis erläutert der Autor die Schmuckmöglichkeiten der Gegenstände (Teppiche, Handtaschen, Mappen, Tisch­decken, Kissen, Tücher, Wäsche, Spielzeug, Westen usw.) und zeigt die vielen Variationsmöglichkeiten in Form und Material. Das Heft dient also nicht nur der hand-

Richkige Vehandlung der Etzbefieüe.

Sie lohnen es durch verlängerte Gebrauchssähigkeit.

Von Hertha Baue r-München.

Die-Bestecke werben vielfach von den Hausfrauen wie Stiefkinder behandelt, man tut nicht sehr viel zu ihrer pfleglichen Instandhaltung. Vor allem sind Silber­bestecke, aber auch versilberte, besonders empfindlich und man muß schon einige Regeln sorgfältig beachten, wenn man auf die Dauer Freude an ihnen haben will. Vor allem merke man sich, daß Bestecke niemals lange liegen bleiben dürfen. Sie müssen möglichst sofort nach Ge­brauch gereinigt werden. Das geschieht am besten durch rasches Eintauchen in lauwarmes, nicht heißes Wasser, worauf man mit einem weichen Lappen nachreibt und gut abtrocknet. Nach Möglichkeit vermeide man die An­wendung aller scharfen Putzmittel, insbesondere ist Sand und Bimsstein ganz ungeeignet. Laufen die Bestecke an, so liegt dies meist nicht an der Versilberung, sondern an schwefelhaltiger Luft, auch schwefelhaltiges Einwickelpa­pier oder die Gasbeleuchtung kann daran schuld fein, da Leuchtgas stets etwas Schwefel zu enthalten pflegt, ge­gen den Silber immer empfindlich ist. Auch leicht schwe­felhaltige Speisen, wie Gier, Fische ober Geber können ein Anlaufen ber Bestecke verursachen. Sehr sorgsam müssen vor allem auch die Klingen ber Messer behan­delt werben. Nichts ist unschöner, als wenn auf bem Tische Messer liegen, die schartig unb fleckig geworden sind. Besonders die Einwirkung ber Speisereste ist ge­fährlich, da sie die Politur zerstören, die in der Regel nicht mehr ersetzt werden kann. Selbst ein aufgearbeitetes Messer wirb in der Politur niemals wieder so schön wie ein anderes, weit älteres, das gut gehalten wurde. Aetz- flecken durch Speisereste entfernt man mit einem Fla­schenkork, mit dem man seinen Schmirgel und Del auf der Klinge verreibt. Messerkingen, die längere Zeit nicht benutzt werden, sollen leicht mit Knochenöl oder auch mit guter Vaseline eingerieben werden. Daß man Messer nicht zum Klopfen, Hacken ober zum Nußknacken verwen­den soll, braucht man wohl nicht besonders zu bemerken, denn die Klingen sind, wenn es sich um Qualitätsware handelt, aus gehärtetem Stahl angefertigt, ber bei un­sachgemäßer Behandlung ausfpringt und Scharten be­kommt. Sehr bequem im Gebrauch sind die modernen, nicht rostenden Klingen, die man nur in heißem Wasser abzuspülen und gut nachzutrocknen braucht. Das Mes­serheft soll, wenn es aus Bein, Horn oder Holz ange­fertigt ist, niemals mit bem Wasser in Berührung kom­men. Selbst wenn ganz gutes Material verwendet wurde, wenn das Holz der Klinge jahrelang ausgetrocknet unb sorgsam poliert ist, verzieht es sich mit ber Zeit, die Politur verliert ihren Glanz, während Messerhefte aus Bein und Horn besonders in ber Farbe leiden, mitunter löst sich aber auch ber Kitt unb die Klinge wird locker. Deshalb streng darauf achten, baß bas Heft ber Messer trocken gereinigt wird. Beim Einkauf von Bestecken achte man darauf, daß das Messer möglichst einfach ist. Ver- zierungen an Bestecken sind nicht nur nicht schön, sie ver­hindern auch eine schnelle unb sorgfältige Reinigung. Un­wirtschaftlich ist es auch, beim Einkauf von Bestecken zu

Stille ber Nacht zur Erbe und werben als ein Hauch des Ewigen in die Menfchenbrust gesenkt. Dort läßt er sie wachsen und gedeihen, läßt eine jede ihren Weg ziehen, nachdem er ihr in seiner Schöpserliebe noch ein Tröpflein Himmelssehnsucht eingeträufelt. Der Seelen Wege gibt es so viele ach so viele wie es Menschen gibt. Oft kreuzen sich die Bahnen, oft laufen sie ein Stück der gleichen Richtung zu. Plötzlich aber trennen sie sich und begegnen nie wieder den früheren Gefährten. Das Schick­sal führt Seelen zusammen und trennt sie wieder. Die einen laufen ziellos, planlos, heute dem einen und mor­gen dem andern Führer nach. Nippen überall ein wenig, wie ein Schmetterling, der sorglos von Blume zu Blume fliegt. Es sind so viele, die sich berufen fühlen, Führer zu sein, jeder glaubt die seligmachende Wahrheit zu ken­nen. Es mag ja oft die hehre, aufrichtig liebende und wohlwollende Absicht des Führers fein, alles Gute ist wahr und das Wahre ist gut, doch wie kann der irrende Mensch das wirklich Gute vom nur scheinbar Guten un­terscheiden? Unb so viele suchenbe Seelen gehen neugie­rig von einem Führer zum anbern, bann verleibet ihnen olles unb sie glauben allein ihren Weg zu finden. An­dere gehen prüfend ihren stillen Weg, sie suchen unb fin­den nicht, was ihrer Seele fehlt. Sie werden müde unb geben die Hoffnung auf, ihr ersehntes Ruheziel zu fin­den. Am glücklichsten fühlen sich wohl nur die, die am Glauben ihrer Jugend festgehalten unb das stille Lau­schen der Seele einem treuen Mutterherzen ab gefühlt. Wohl ihnen, wenn sie ihm treu bleiben, bem trauten Glockenton aus ber ewigen Friedensheimat. Einmal müssen sie alle zurück, zu bem, von welchem sie ausge­gangen, wehe ihnen, wenn sie ihre Heimat verleugnet haben. Unb wenn auch erst in letzter Stunde, einmal wirb es erwachen, was so tief in ihrer Brust geschrieben steht ... baß ein Himmel bereitet ist ihrer gottfernen Seele. Sie haben ihr Geben lang gehascht und gesucht nach Sinnesgenuß, nach Erdenglück, nach Ehre unb An­erkennung, unb als sie lane Zeit in vollen Zügen genos­sen vom Becher ber Freube, fühlen sie ihre Nutzlosigkeit unb innere Leere unb finken kraftlos zurück. Den Men­schen ber mobernen Kultur fehlt das wahre Leben, bas Seelenleben, wahre Inseln ber Seligkeit gibt es nur im stillen Ozean ber Seele.

Gottes Stimme zu vernehmen Muß man in ber Stille lauschen. Lauter rebet sie im Säuseln Als im Sturm unb Wetterrauschen.

In ber Einsamkeit lernt bie Seele so recht bes Da­seins Zweck erkennen, sie erschließt ihr allein den Urquell bes Gebens. Die Stille bringt ihr tiefe Gotteserkennt­nis unb in bem Meere bes Erhabenen zeigen sich ihr alle Schwächen und Nichtigkeiten. Aber auch bas Leid bringt Leben in bie trägen Seelen, es drückt ihnen den Stempel wahren Adels auf. Zum Leiden gehört mehr Kraft als zum Tun, es braucht mehr Stärke zum Ent­behren als zum Genuß, unb oft ist es ja gerade die Not, die den glimmenden Docht zum flackernden Feuer bringt. Gott wirkt große Wunder in ber Natur, aber erhabenere in den Menschenseelen. Einer rounöen Seele Arznei hat noch kein Denker erdacht, ber Suchenden, Frierenden scheint selbst ber blaue Himmel fremd, fremd ist ihr die

notwendig.

In vielen Fällen wirb ber Eisschrank währenb der kalten Jahreszeit auch als Dorratsschrank benutzt. Für diese Zwecke ist es empfehlenswert, wenn man sich eine Gazetür, die in jedem einschlägigen Geschäft erhältlich ist, anschafft. Sollte wider Erwarten eine derartige Tür nicht zu erhalten fein, kann man sich dieselbe auch beim Tisch­ler für wenig Geld anfertigen lassen. Auf m" wirb ber Eisschrank auch im Winter gut

Ansere Seelen.

Von Rosa Frei-Scherrer -St. Gallen. Leise, ganz leise wie Schneeflocken fallen sie in

legt unb mit Zwiebel, Gewürz, Pfefferkörnern, gefdjnit- tenem Lauch, etwas Petersilie und geschnittenem Selle­riekraut bestreut. Dann deckt man den Tops fest zu und dünstet die Heringe in einem größeren Topf, den man etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt hat. Je weni­ger Dampf entweicht, desto schmackhafter werden bie He­ringe, deshalb sorge man dafür, daß auch der größere Topf gut schließt. Nach etwa 3040 Minuten sind die Heringe gar. Man serviert sie mit Kartoffelstücken und zerlassener Butter; auch Butter- oder Petersiliensauce, die man unter Zusatz des Fischsaftes bereitet, schmeckt vor­züglich dazu.

Gekochte grüne Heringe.

Die Heringe werden gut gesäubert und sorgfältig vorbereitet, darauf legt man sie 15 Minuten in Salzwas- fer. Inzwischen wird bas Kochwasser unter Zusatz ei­ner Zwiebel, einem Lorbeerblatt und einer Gewürznelke zum Sieben gebracht. Nun nimmt man die Heringe aus bem Salzwasser heraus unb legt sie in bas Koch­wasser. Wenn dieses erneut kocht, werden bie Heringe beiseite geschoben, um nach etwa 10 Minuten zu Ziehen. Wenn sich das Fleisch leicht von den Gräten lösen läßt, sind die Fisch genußfertig. Man kann diese gekochten Heringe sehr hübsch mit verschiedenen Salaten verzie­ren, jedoch empfiehlt es sich bann, Kopf- unb Schwanz- enbe mit einem bünnen Faden ober mit einer zu biefem Zweck käuflichen Nadel zu verbinden. H. Braun.

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Grüne Heringe.

Sonderbarer Weise kennt man in vielen Gegenden Deutschlands nicht die Zubereitung der sogenannten grünen Hering«" das heißt des frisch gefangenen, un­gesalzenen Fisches, der überall an ber Wasserkante als ein billiges unb babei außerordentlich schmackhaftes Volksnahrungsmittel geschätzt wird. Nachstehend gehen wir einige Rezepte für die Zubereitung der grünen He­ringe, die bis zu bem Eintritt des Frostes in fast allen großen Fischhandlungen zu haben sind.

Heringe in Dunst.

Die Fische werben wie üblich vorbereitet, mit Salz, und Zitrone eingerieben, hierauf in einen Kochtopf ge­

Die Frau in Zahlen.

Zeitgemäße Betrachtung von Hans v. Kahlenberg.

Ich habe eine sehr wackere Freundin, die sich über nichts mehr ärgert als über diese zwei kleinen Wörtchen einer Bezeichnung ober Eintragung: ,Shne Beruf". Es gibt zum Beispiel eine Volkszählung, und ber Zähler kommt in ihr Haus.Ich besorge ohne Dienstboten bies Haus unb meine drei Kinder," erklärt meine Freundin. Der Beamte antwortet höflich:Also schreiben wir: Ohne Beruf."

In meinem Paß steht: Beruf: Ehefrau", sagt meine Freundin.Ich besitze ein eigenes Bankkonto; für bas Finanzamt, für bie Theatergemeinde, für den Ten­niswettkampf habe ich den Beruf der Ehefrau. Wenn Sie wenigstens schreiben wollten: Beruf: Hausfrau!"

Die Amerikaner nennen bas Home mafer. Sie sind immer viel vernünftiger unb fortgeschrittener als wir. Praktisch fortgeschritten, meine ich! Sie reden nicht. Aber höre ihre Zahlen, ich habe sie mir gemerkt und werde in unserem Zentralverein eine gleiche Untersuchung an» stellen.

Industrie und Geschäft dort in U. S. A. rechnen mit einer Arbeitswoche von 42 bis 48 Stunden. Die Rund­frage 1930 der hauswirtschaftlichen Abteilung bes Lanb- wirtschastsministeriums hat bei ben Hausfrauen, den Home maters, nun ergeben: Für ein Sechstel weniger als 42 Arbeitsstunden, für die Hälfte 42 bis 56 Stunden, für ein Drittel 56 und mehr Stunden. Noch vor dreißig Jahren rechneten bie gleichen Hausfrauen, Pioniersgat­tinnenohne Beruf" mit Arbeitswochen von 84 bis 112 Stunben unb mehr. Was mir in Kriegs- und Infla­

tionszeit schweigend und ohne Rechnen geleistet haben, wirb wohl der Welt nie vorgeführt werden können. Ohne Beruf ist man eben auch ohne Ruf.

Die Herabsetzung ber Arbeitszeit auf fast bie Hälfte haben bie berufslosen Hausfrauen lediglich der Technik, Nähmaschine, Staubsauger, elektrischem Bügeleisen, Warmwasserversorgung, benWundertöpfen" aller Art zu verdanken. Drüben hat diese Rationalisierung des Haushalts, deren Möglichkeiten wohl noch längst nicht voll ausgeschöpft sind, zusammen mit raummäßiger Ver­kleinerung der Wohnungen sogar bereits einen Mißstand entgegengesetzter Art, eine neue Berusslosigkeit, gezeigt. Der sogenannteWomen on the shelf", das sind die Frauen von vierzig bis sechzig, in Vollkraft noch zumeist, denn mit ber Technik ist auch die Gesundheitspflege fort­geschritten. Nachdem bie Kinder verheiratet oder im Be­ruf sind, ber Mann vollständig im Geschäft aufgeht, fühlen sie sich in ihren vier Wänden überflüssig unb nutzlos. Ausrangierte, jene Goldschnitt-Parabe- bärtbe, bie auf bem Wanbborü stehen.Nippsachen!^ nickt meine Freundin verächtlich, bie bergleichen bei sich unb ihren Töchtern nicht bulbet, eine feste Hand hat.

Die Zahl dieser Ausgeschalteten ist natürlich bei uns, bem oerminberten Volksvermögen entfpredjenfc niebri- ger. Trotzbem reifen sie, sie bevölkern bie Fremben» heime bes In- unb Auslandes, Kursäle, Lesezimmer, Konbitoreien unb Teeräume in erstaunlicher Anzahl. Aus vierzehn Frauen ein Mann, hat man in biefem Sommer berechnet!", stellt die Mutter von zwei Töch­tern sachlich fest; ihre Töchter haben Berufe. Für die Hausarbeit fallen sie beswegen aus, indesverdienen sie Gelb." Die Ueberschüsse oerzchren bloß.

Wir möchten annehmen, bah sich in Wohlfahrtspflege unb Wohltätigkeit, in den schönen Künsten, in Sport und Politik auch für solche Ausgeschaltete ehrenamtlich Betätigung und Befriedigung finden ließe. Dennoch liegt Kapital hier brach, Kapital im Buchstabensinne bes Worts unb nicht nur an Arbeitskraft.

So muhte bie Welt unlängst mit Überraschung er­fahren, daß in ben Vereinigten Staaten heute bereits auf die weiblichen Steuerzahler 42 Prozent bes Gesamt- fteuerauftommens biefes reichsten Laubes bet Erbe ent­fallen. 70 Prozent der Männer hinterlassen ihr Geld Frauen, ihnen werben die Lebensversicherungen aus» gezahlt, während 64 Prozent ber Frauen wieder anbere zu Erben einsetzen. Frauen stellen den Großteil ber Ationäre der Telephon unb Telegraph Co., ber United Steel, der Eisenbahngesellschaften. 139 Frauen ver­steuern ein Einkommen von 50 000 Dollar gegen bloß 23 Männer mit gleichem Einkommen, lieber eine Mil- lion Dollar nehmen 44 Frauen ein unb 42 Männer.

Auch über diesen Punkt wäre höchst erstrebenswert bei uns eine Statistik aufzustellen. Tätigt doch die Frau, auch hier wie drüben, 85 Prozent aller Einkäufe, weil immer mehr Männer sich daran gewöhnen, die An­schaffungen Siner geschickten unb umsichtigen Mittlerin zu überlassen. Gif Milliarben Reichsmark durchlaufen im Jahr die Hände von elf Millionen Hausfrauen.

Es scheint deshalb wünschenswert, in einer Zeit, wo die GegensätzeHie Not, hie Luxus, Eigentum ober Gemeinwirtschaft" aufeinanderplatzen, sich zu blutig gern Austrag anschicken, bie haushälterische Begabung, diesen bejahenden unb vermittelnden Frauenwillen, auch in staatlichen und konMUnalen Betrieben viel entschiede­

ner und bewußter einzusetzen. Rein zahlenmäßig sichert der Wählerin schon der Frauenüberschuß ein lieber» gewicht; bah hinter diesen Zahlen auch Verantwortungs- gefühl und Einsicht stehen, bewies bie sehr starke Be­teiligung von 78 Prozent der Staatsbürgerinnen bei nur 62 Prozent der männlichen Wählerschast zur Verfassung gebenden Nationalversammlung 1919.

Dem gegenwärtigen Reichstag von 575 Abgeord­neten gehören 39 Frauen an. etwa 7 Prozent; in ben Landtagen werben es 7.5 Prozent, gegen 10 Prozent in ben Gemeindevertretungen fein.

Gewohnt, die Dinge nüchtern unb von nah zu sehen, wirb die Frau sich viel weniger von Grunbsätzen und Schlagworten beeinflussen lassen als ber Mann. Ins­besondere die Jugend.

Sie weiß, daß alles Leben aus Tatsächlichkeiten be­steht: Vier Mahlzeiten am Tage, Staubwischen, Spü­len, Heizen, großer Wäsche unb Mietszahlung.

Kleinkram! sagen manche verächtlich: ,^OHne Berus." Gerade die Nicht-Professionals, weder eingereiht noch einseitig möchten wir rufen!

Weil mir sie nötig Haden. 'Nichts nötiger als ihren gesunden Menschenverstand, zwei Hände, die angreifen, wo zugepackt werden muß. Streichelnde und beschwich­tigende Hände oh ja! aber auch sehr wohl im Stande, schmutzigen und gierigen Pfoten recht energisch auf bie Finger zu klopfen.

Die Frau,unsere liebe Frau" Mutter Gertrud lächelt etwas grimmig, das Einzige vielleicht, was von rechts bis links Geltung Verzeihung: Kurs­wert behalten hat!