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Es gibt blühende Blumen, singende Vögel, eine strah­lende Sonne für jeden. Es gibt Liebe und Familienglück im reichen Haus und im armen Stübchen.

Wir dürfen nur die Freude am Wesentlichen nicht verlieren, wir dürfen nicht nach äußerm Schein verglei­chen. Wir dürfen die Hoffnung nicht lassen und müssen das Leben lieben, was unser ist, halten. Und Wege su­chen, die ein Ausweg sind aus Not und Sorge ums Brot.

Dem Suchenden hilft Gott. K. D. F.

Das erste Bilderbuch.

Bater, wenn du wieder mit der Eisenbahn fortfährst, bringst du mir ein Bilderbuch mit", hatte die kleine Edith gesagt.

Wenn der Vater nämlich mit der Eisenbahn fort­fuhr, dann kam er immer in die Stadt und brachte den Kindern etwas mit.

Bisher hatte sich die Kleine regelmäßig Zuckersteine oder Schokolade gewünscht, jetzt sollte es auf einmal ein Bilderbuch sein.

Sicher hat sie eins bei Günthers Kindern gesehen", meinte die Mutter.

Aber bringe ihr nur eins mit, Vater. So teuer wird das ja nicht fein, und dann hat sie auch Unterhal­tung. sie kommt jetzt wenig genug aus dem Hause, und mit dem Hans kann sie doch nicht recht spielen, der ist schon zu groß für sie."

Was sollen denn für Bilder tn dem Buche sein, Edith?", hatte der Vater gefragt.

Schafe und Osterhasen und Eichhörnchen und kleine Kinder. Du darfst es aber nicht vergessen."

Vater und Mutter sahen sich lächelnd an.Nein, ich werde es gewiß nicht vergessen", hatte dann der Vater zu dem kleinen Mädchen gesagt. Das wollte dann noch wissen, ob der Vater morgen schon fortfahren würde. Es dauerte aber noch einige Tag«, bis der Vater mittags wirklich zur Bahn ging, um in die Stadt zu fahren. Und

als er abends kam, sprang ihm die Kleine schon auf der Treppe entgegen und kam gleich darauf wieder in die Küche zur Mutter.Mein Bilderbuch, mein Bilderbuch!", rief sie und legte ein Paketchen auf den Tsch. Die Mutter konnte gar nicht schnell genug die Verpackung lösen. Dann saß die Kleine selig hinter dem Tisch und blätterte in ihrem ersten Bilderbuch, und die Eltern ließen sie lä­chelnd gewähren.

Bis klein Edith auf einmal herzzerbrechend zu mei­nen begann. Die bestürzte Mutter fragte das Kind ver­gebens, was es denn habe. Endlich stieß es schluchzend die Antwort heraus: Die Katz . . . hat . . . dem Kind­chen . . . seinen Hampelmann genommen ... da schreit das Kindchen."

Erst sahen sich die Eltern ratlos an. Es waren weder eine Katze noch ein Hampelmann im Zimmer. Bis der Blick des Vaters auf das Bilderbuch fiel. Da war ein Bild aufgeschlagen, worauf eine Katze mit einem Hampelmann im Maul -avonlief, während das Kind auf dem Boden faß und schluchzte, genau wie Edith.

Aber Edith sagte die erschrockene Mutter," das ist doch keine richtige Katze und kein richtiges Kindchen." Aber die Kleine meinte weiter und weinte immer mehr, und trie Mutter sah den Vater fragen!» «n und sagte: Was soll man denn da nur machen?"

Der aber lächelte, nahm die Kleine auf den Schoß und sagte:Wie das Kind fo laut weinte, da kam die Mutter. Die sah die Katze mit dem Hampelmann. Da nahm sie den Besen und schlug auf die Katze, daß die gleich den Hampelmann fallen ließ und davonlief, die Treppe hinauf bis auf den Boden.Du böse Patze, wenn du noch einmal meinem Kind den Hampelmann nimmst," sagte die Mutter, hob den Hampelmann auf und brachte ihn dem Kind."Da hat das aber wie­der gelacht", fällt Edith ein und schaut die Eltern mit strahlenden Augen an, an denen noch die Tränen perlen.

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ur uniert mutnwtit

Nr. 226

Beilage zur Fuldaer Zeitung

NILS

1. Oktober

Oktober.

In Füllen leuchtender Astern stehst du Madonna.

Weißer Kerzen warmes Licht flammt, daß sie in goldenstem Gold dich umblühen.

Ist nicht Gebet schon, vor dir zu knien, Madonna.

Marianne Dieckmann.

Etwas vom Spaten.

Sparsamkeit auf allen Gebieten" ist das Losungs- wort in dieser schweren Notzeit. Leider wird dieser Grundsatz unfern Kindern meist nur von der geldlichen Seite her eingeprägt. Frühzeitig erhalten sie eine Spar­büchse, um die kleinen Geldgaben, die sie, vielleicht so­gar als Belohnung für Fleiß und gutes Betragen, erhal­ten, darin zu sammeln.

Mit der Bemerkung:Das kostet zuviel Geld" wird die Erfüllung eines Wunsches versagt. Geld besitzen, Geld ansammeln wird so schon den Kindern als wichtigste Lebensaufgabe hingestellt.

Sparsamkeit, echte, wirkliche Sparsamkeit, die einen tiefen ethischen Wert hat, sieht ganz anders aus. Auf Erfüllung eines Wunsches verzichten, weil seine Erfül­lung nicht lebensnotwendig ist, Einfachheit, Bescheidenheit in der gesamten Lebensführung, Schonung aller Ge­brauchsgegenstände, ob sie persönliches Eigentum sind oder der Schule, dem Lehrherrn, der Allgemeinheit ge­hören, von allen Lebensgütern nicht mehr verbrauchen, als notwendig ist, das ist Sparsamkeit. Dazu rechnet fer­ner die Sorge, nichts umkommen zu lassen, aus altem Material wieder neue Sachen erstehen zu lassen. Unsere Großmütter verstanden so gut für die jüngeren Kinder Kleidungsstücke aller Art aus den abgelegten Sachen der älteren herzustellen. Gerade diese wahre, echte Spar­samkeit, die alles Zusammenhalt, alles verwertet, selbst mit geringem Aufwand Zufriedenheit, Freude und Wohl­behagen in der Familie, vor allem im Kinde, erzeugt, tut in der jetzigen Zeit not. H. F.

Richtig Heizen! kohlen sparen!

Von Lina Frey-Duisburg.

Der Winter steht vor der Türe und mit ihm kommt wieder die Zett, wo sich die Hausfrau, Tag für Tag um di« Defen kümmern muß, da die Zahl der Haushallun­gen, die Zentral- oder Etagenheizungen besitzen, noch verhältnismäßig gering ist. Der Kohleneinkauf ist nun, namentlich wenn es sich um einen größeren Haushalt handelt, eine sehr kostspielige Sache und die Parole: Richtig heizen! Kohlen sparen! erfordert mehr denn je unsere Aufmerksamkeit.

Um richtig heizen zu können und die Brennstoffe so auszuwerten, wie es eine rationelle Wirtschaftsführung verlangt, muß man sich vor allem mit den Eigenheiten des Herdes und der Defen, die geheizt werden sollen, ver­traut machen. Dazu gehört aber auch, daß man weiß, wie Fehler abzustellen sind. Ein beinahe alltägliches Uebel stellt sich beim ersten Anheizen heraus, der Rauch geht statt in den Kamin in das Zimmer und erfüllt die ganze Wohnung mit stickigem, beißenden Qualm. Woran liegt das? Nicht am Herd ober Ofen in der Regel, son­dern am Kamin, der durch das Unbenutzffein kalt gewor­den ist. Der aus dem Ofen abziehende Rauch kühlt sich an den Mauerwänden sofort ab, es bildet sich Rußwasser und der Rauch kann demzufolge nicht abziehen. Er wird durch feine Schwere in den Ofen zurückgedrückt, verbin­det sich dort mit dem Rauch des brennenden Feuers und die Folge davon ist das gefürchtete. Verräuchern der Wohnung. Ehe wir also erstmalig den Ofen anheizen, müssen wir dafür folgen, daß der Kamin angewärmt wird. Das macht man auf folgende Weise: Man öffnet die Fenster, schließt die Tür des betreffenden Zimmers und entfacht nun im Ofen mit Zeitungspapier und Holz ein lebhaftes Feuer, ohne jedoch anderes Brennmaterial aufzulegen. Holzrauch wird in der Regel weit weniger zurückgedrückt wie Rauch von Steinkohle, Koks ufw. Erft wenn man das Holzfeuer eine halbe Stunde unterhalten hat, elgt man Kohlen oder Koks nach. Der Kamin wird inzwischen soweit erwärmt fein, daß ein Rückstau von Rauch nicht mehr stattfinden kann. Läßt sich der Ka­min, was namentlich in alten Häusern oft der Fall ist, durch das sogenannte Vor- oder Löckseuer, also durch das Anheizen von Holz nicht erwärmen, dann muß man

Das Leben.

So ein bißchen krank sein, ist ganz schön. Ich kenne das. Man legt sich ein paar Stunden, wird bedauert, die Liebe von Mann und Kind wird spürbarer. Und dann kommt ein lieber Besuch, bringt Apfelkuchen mit Schlagsahne mit, eine herrlich-schöne Sache. Das ist ein Kranksein, das erträglich ist, das beinahe einegehobene" Note ins tägliche Leden bringt.

Ernst wird's erst, wenn einmal alles Sich-schonen zwecklos ist, wenn nur ein operativer Ausweg bleibt, um gesund zu werden.

Ich war arg erstaunt, als mein Arzt mir zu einer Operation riet Warum? Ich lies doch herum, versorgte, mit Hilfe allerdings, meinen Haushalt. Aber ins Kran­kenhaus? So krank fühlte ich mich nicht!3a, in ein paar Monaten kann es zu spät sein; kein Mensch kann aus Wolle Seide spinnen."

Nun ist's eigenartig. Man geht durch die Straßen, Man tut seine Arbeit, alles bewußter, fühlbarer. Das Tugehörigkeitsgefühl zu Mann und Kind steigert sich 'cheinbar. In Wirklichkeit lassen wir unsere innige Ein­stellung zueinander nur merkbarer nach außen treten, "»d dann, wenn alle Formalitäten erledigt sind, geht ^an ins Krankenhaus. Wie zu einer kleinen Reise: mit Nachthemd, Zahnbürste, Taschentuch und Seife. Ich ging ottein. Abschied vor Zeugen nehmen ist mir fürchter- d». Meinen Mann und bas Kind schickte ich vorher in

Tiergarten. Se gingen schweren Herzens. Und ich s 3u.r'*tf mit einem Gefühl, als ob ich ersticken müßte. . Allein zog ich mit meinen Sachen meine Straße, logt« der Schwester meine Personalien, ließ mich in mein «'unner führen. Zwei Frauen lagen da schon, liebe, gute Eidensschwestern. Wir hatten alle drei einen Mann, ein >nb zu Haus. Wir trugen alle drei schwer an der u en^ng. Die letzte Nacht vor der Operation schlief ich,

J;räfte zu behalten für den neuen Tag.

ton* ne Abendessen war ich eingeschlafen, nach dem Er- <9en blieb bas Frühstück aus; Ersatz war eine Spritze

an der Reinigungsklappe des Kamins im Keller aus Zeitungspapier vorsichtig ein Dorwärmefeuer entfachen, das dann bei etwas mehr Mühe den gleichen Zweck er­füllt. Auch Sägespäne wird man dabei gut verwenden können, jedoch ist stets Vorsicht anzuraten, damit kein Kaminbrand entsteht.

Das Rauchen der Defen kann aber auch noch andere Ursachen haben, wie den kalten Kamin. Wenn z. B. die Kamintürchen im Keller nicht fest verschlossen sind, wenn Ecken fehlen, wenn die Hallescharniere durchrastet sind, oder wenn sich im Kamin Mauerschäden 'befinden, wird man auch oft die Beobachtung machen, daß es in den Zimmern raucht. In vielen Fällen fehlt auch in den Waschküchen unter den Kesseln eine Abdichtung unter dem Aschenfall, dadurch strömt kalle Luft in den Kamin

Unter Kalorien versteht man in der Ernährungslehre den Nährwert der einzelnen Lebensrnittel. Je höher die Kalorienzahl ist, die ein Nahrungsmittel enthält, umso höher ist es für die Ernährung des Menschen zu bewer­ten. Im allgemeinen machen sich unsere Hausfrauen nun über den Nährwert der von ihnen zubereiteten Spei­sen ein durchaus falsches Bild. In den folgenden Aus­führungen sind die Ernährungswerte nach den Zusam­menstellungen von Ragnar-Berg für je 100 Gramm der betreffenden Nahrungsmtttel zu Grunde gelegt. Es ist zum Beispiel ein weit verbreiteter Irrtum, daß Rind­fleisch die nahrhafteste Fleischsorte darstelle. Es enthält wohl 160 Kalorien, wird aber vom Hammelfleisch mit 318 Kalorien und von Schweinefleisch mit 295 Kalorien weit in den Schatten gestellt. Noch geringwertiger wie bas Rinbsleisch ist Kalbfleisch mit 120 Kalorien. Die weitaus nahrhafteste Fleischspeise dürfte Schinken sein, der mit 439 Kalorien an der Spitze steht. Verhältnis­mäßig arm an Kalorienzahl ist Wurst, so enthält Blut­wurst nur 100 Kalorien. Von den Fischen steht der ge­salzene Hering mit 238 Kalorien unbedingt an der Spitze, wird er geräuchert und kommt dann als Bückling auf den Markt, dann enthält er nur noch 167 Kalorien. Ein Schwergewicht an Kalorien ist auch der ganz gewöhnliche Siebkäse oder Quark mit 222 auf 100 Gramm, nur der süße Rahm übertrifft ihn noch mit 244. Vollmilch ent­hält 67 Kalorien, Magermilch 41. Sehr reich an Kalorien und deshalb auch von keinem anderne Lebensmittel über­troffen sind Fette. Butter enthält 762, Butterschmalz 920, Erdnußöl ebenso viel, Pflanzenfett 883 und Margarine 790. Von den Getreideprodukten kommen an erster Stelle Haferflocken mit 341 Kalorien, es folgt der Reis mit 330, Weizenmehl mit 325 und Weizengries mit 324. Schwarzbrot enthält weniger Kalorien, nämlich 220 als

Die Frau im Berus.

Hauptversammlung des Verbandes der weiblichen Handels- und Büroangestelllen.

Am 6. und 7. September hielt der Verband der weib- lchen Handels- und Büroangestellten seine Hauptver­sammlung in Eisenach ab. Aus dem der Versamm­lung erstatteten Tätigkeitsbericht sind folgende Angaben beachtlich. Die Mitgliederzahl betrug 1930: 92 031, Ende Juni 1931 über 94 000, die Zahl der Ortsgruppen war 300, der Geschäftsstellen 82. Es konnten im letz­ten Berichtsjahre 13 325 Stellen vermittelt werden. Die ungünstige Geschäftslage fand ihren Ausdruck in der hohen Zahl der Unterstützten. Für geregeUe Stetten- losen-Unterstützung wurden nahezu 300 000 RM., für Notfallunterstützung wurden 51000 RM. ausgegeben. Der Rechtsschutz wurde 68 OOOmal in Anspruch genom­men, die größere Zahl der Fälle konnte durch gütliche Erwägung erledigt werden, die Zahl der Klagen belief sich auf 1881 tm Jahre 1930. Der Bericht verbreitete sich weiter über die sozialpolitische Tätigkeit, insbeson­dere über Arbeitszeit, Sozialversicherung, Arbeits­gerichtswesen, über die Tarifbewegung, das Bildungs» wesen, und beleuchtete gleichzeitig die Bedeutung der An­gestelltenschaft, ganz besonders des weiblichen, für Volk und Wirtschaft. Die vorgeschlagene Neufassung des so­zialen Programms sowie Satzungsänderungen wurden angenommen. Ebenso fanden Entschließungen Annahme, die sich auf Silbungswefen, Tarife, Angestelltenversiche­rung bezogen. In diesen Entschließungen wurde Stel­lung genommen gegen den Abbau der Berufsschulen

und es ist in der Regel dann schwer, die Ursachen fest­zustellen. Jede Rauchabkühlung im Kamin führt zu ir­gendwelchen Störungen. So machen sich auch Ofenrohre, deren Umfan gkleiner ist als die Einmündung in den Kamin, störend bemerkbar, da durch die oft schlecht verkit­teten Ritzen Lust einstromt. Das Ofenrohr soll mit der Einmündung in den Kamin glatt abschneiden, denn Rohrenden, die in den Kamin hineinragen, hemmen den Rauchabzug, was sich in den darunter liegenden Woh­nungen sehr unangenehm bemerkbar macht. In den oberen Stockwerken wird die Feuerung vielfach zur Plage, weil dann der Weg von der Feuerstelle zum Kaminausgang zu klein ist. Das fft allerdings ein Uebel, das sich sehr schwer beseitigen läßt, hier kann nur der Häfner ober Schornsteinfeger Abhilfe schaffen.

Weißbrot, das mit 253 seinen schwarzen Nachbar um 33 Kalorien übertrifft. Eine sehr gewichtige Gesellschaft sind auch die Hülsenfrüchte. Während grüne Bohnen mit 45 Kalorien einen etwas dürftigen Eindruck machen, steigert sich ihr Gehalt, wenn sie getrocknet sind, auf 240. Grüne Erbsen sind mit 68 auch kein allzu hoch zu ver­anschlagendes Nahrungsmittel, getrocknet werden sie mit 271 jedoch in der Küche als besonders wertvoll anerkannt. Um eine Kalorie wertvoller präsentieren sich dann die Linsen.

Nun zu den Kartoffeln und zu den verschiedenen Ge­müsen, deren Kaloriengehalt übrigens im allgemeinen ein sehr geringer ist. An der Spitze steht die Kartoffel selbst mit 85, es folgt ein sehr bissiger Herr, der Meerret- tig mit 65, dicht darauf der verachtete Grünkohl mit 58, dann Sellerie mit 47, Kohlrabi mit 39, Rote- und Gelberüben mit 34 bezw. 32 Kalorien. Auch der Spinat enthält ungefähr ebenso viel. Wirsing bringt 31 Kalorien auf den Markt, Rotkraut 27, Weißkraut 24, Lauch 24, Sauertraut 22. Sehr dürftige Gesellen sind die Tomate mit 18 ,der Kopfsalat mit 15 und die Gurke mit 12, woraus hervorgeht, daß diese drei Gemüse fast als reine Genußmittel anzusprechen sind.

Noch ein paar Worte über bas Obst. An der Spitze stehen hier weit über allen andern die Erdnüsse mit 394 Kalorien, bann folgen Haselnüsse mit 304 und ge­trocknete Feigen mit 238. Kastanien ohne Schalen ent­halten 158 Kalorien, gedörrte Zwetschen 140, frische Zwetschen jedoch nur 47. Der Kalorienzwerg unter dem Obst ist der Apfel mit 13, die Birne enthält 46, die Aprikose 36 und die Banane 53 Kalorien. Mit der Fest­stellung, daß Kirschen 45, Johannisbeeren 22, Zitronen 25 und Drangen 26 Kalorien enthalten, sei dieser inter­essante Einblick in die Ernährungslehre beschlossen.

und der Unterrichtszeit in den Berufsschulen, gegen die Versuche, das Vermögen der Angestelltenversicherung zugunsten anderer Versicherungseinrichtungen zu kürzen, gegen das Bestreben, bas Tarifwesen zu verschlechtern, zumal es elastisch genug fei, um sich den jeweiligen wirt­schaftlichen Verhältnissen anzupassen. Die Berusskran- kenkasse des VWA., die Ende Juni 42 000, die Renten­versicherungskasse mit 7736 Versicherungen bei 21727 Anteilen tagten vor der Hauptversammlung. Nach wie vor ist, wie aus den mitgeteilten Zahlen hervorgeht, der Verband der weiblichen Handels- und Büroangestellten die größte Drganifation berufstätiger Frauen. Am zweiten Verhandlungstage hielt Herr Dr. Silbermann einen Vortrag über die Rolle des Kapitals in der Wirt­schaft, an den sich eine sehr angeregte, lebhafte Erörte­rung schloß.

Warum und Weil in der Küche.

Das Jahr geht nun ganz sachte in den Herbst und bald auch in den Winter über. Wir wollen uns jetzt mit den Nahrungsmitteln der kalten Jahreszeit beschäf­tigen, mit Fleisch und Fett und den warmen Geträn­ken. Zunächst einmal Fleisch.

was wissen Sie vom Fleisch?

Warum soll man das Fleisch immer quer zur Struktur schneiden?

Weil es aus Muskelfasern besteht, die vom sog. Binde­gewebe zusammengehalten werden.

Warum liefert ein und dasselbe Tier nicht nur zartes, sondern auch zähes Fleisch?

I Weil das von der Arbeit abhängt, die der Körperteil zu verrichten hatte, aus dem ein Stück Fleisch stammt. Alles, was stark in Anspruch genommen wird, ist zäh.

Warum wird ein zähes Fleisch geschmort ober im Tops gebraten?

Weil langsames Dämpfen in feuchter Hitze das Binde­gewebe erweitert, so daß die Fasern leicht getrennt werden können.

Warum kann man zähes Fleisch durch Einlegen in eine Weinessig-Mischung ober durch Kochen in To­matensaft zart machen?

Weil bas Bindegewebe durch Säure erweicht wird. Warum brät eine gute Köchin das Fleisch erst mal an, ehe sie zur weiteren Behandlung schreitet?

Weil sich an der Außenseite des Fleischstücks eine knus­perige Kruste bildet, sobald das Fleisch einer starken Hitze ausgesetzt ist. Diese Kruste schließt den Braten ab und hält den Saft im Fleisch zu­rück.

Warum soll zerschnittenes ober zerhacktes Fleisch fo rasch wie möglich verwendet und zubereitet wer­den?

Weil die stark vermehrten Schnittflächen ein besonder» gefährliches Cinfalltor für Bakterien sind.

Warum ist fiischgeschlachtetes Fleisch fade und geschmack­los?

Weil es erst ein paar Tageabhängen" muß, um ge­wisse Säuren zu bilden, die ihm dann den cha­rakteristischen Geschmack geben.

Warum soll man ausgekochtes Suppenfleisch nicht in den Abfall werfen, sondern weiter verwenden, z. B. als Fleischsalat, Fleischküchle?

Weik durch bas Auskochen wohl bie Dust- und Ge­schmackstoffe, aber nicht alle Nährstoffe heraus­gezogen werben.

Warum sott man auch Leber und Hirn zur Ernährung heranziehen?

Weil diese Drüsenorgane reich an Vitaminen sind und gewisse Stoffe enthalten, die zur Blutbildung und Gehirnernährung dienen. kos.

Erprobte Rezepte.

Pfefferlinge (Pfifferlinge, Gelblinge). (Für 3 Per­sonen). Zutaten: 2 Pfund Pfefferlinge, 1 Zwiebel, 50 Gramm Speck, 1 Maggis Fleischbrühwürfel, 1% Eß­löffel Mehl, Salz, Pfeffer, feingehackte Petersilie. Zu­bereitung: Man richtet die Pilze sauber vor, wäscht st« sorgfältig und gibt sie in ein Sieb zum Abtropfen. Un­terdessen brät man den in ganz kleine Würfelchen ge­schnittenen Speck aus, gibt die feingehackte Zwiebel und die Pilze hinein, dünstet sie unter Umrühren gut durch, gießt gut % Liter Wasser darüber, lost Maggis Fleisch­brühwürfel darin auf und läßt das Gemüse nun weich schmoren. Beim Anrichten schmeckt man nach Salz und Pfeffer ab und zieht die gehackte Petersilie darunter. Sehr verfeinert wird bas Gemüse burch Zugabe einiger Eß­löffel Sahne (Rahm).

Schmorgurkm. (Für 4 Personen). Zutaten: 3 Gur­ken, 1 Zwiebel, 60 Gramm Speck, % Liter Fleischbrühe aus 2 Maggis Fleischbrühwürfeln, Prise Zucker, etwas Salz, Pfeffer, gewiegte Petersilie, ein Teelöffel Weizen­mehl, 1 Teelöffel Zitronensaft. Zubereitung: Die Gur­ken werben geschäl, durchgeschnitten, von allen Kernen befreit unb dann in gleichmäßige Stücke geschnitten, bie in der Fleischbrühe gar schmoren müssen. Der Speck wird kleinwürflig geschnitten, ausgebraten, die klein­geschnittene Zwiebel und ein Löffel Mehl darin gar ge­dünstet, worauf man von der Gurkenkochbrühe soviel zusetzt, daß eine sämige Soße entsteht, die man nach Salz, Pfeffer, Zucker, Zitronensaft abschrneckt, 1 Tee­löffel gewiegte Petersilie zusetzt und die Gurkenstücke darin noch kurze Zeit durchschmoren läßt. L. H.

Blätter und Blüten.

Je angestrengter und sorgenvoller das Leben des Mannes draußen in der Welt ist, desto mehr bedarf er im Hause der Liebe. (Michelet.)

Ich sprach zum Ewigen: Sprich, was ist die Liebe? Jsts heiliger Ernst? Jsts süße Tändelei? Da gab mir Gott ein Weib, ein treues, liebes, und nimmer fragt ich, was die Liebe fei. (Emil Rittershaus.)

Set Kaloriengehalt unserer wichtigsten Nahrungsmittel.

Don Grete Brand, Stettin.

in den Arm. Und dann kam der Wagen. Durch die Einspritzung fehlte mir schon der Maßstab der Dinge. Ich kam mir komisch vor, als ich da oben lag. Wäre ich 20 Jahre jünger gewesen, bann hätte ich mich wahrschein­lichgefühlt", interessant und wichtig.

Die Fahrt ging los durch den Koridor in den Opera- tionssaal. Da lag ich. Ich schmeckte die süßliche Luft. Durch Milchglasscheiben schimmerte die Sonne. Die Spritze vorher war mein Glück. Ich erfaßte nicht mehr den Ernst der Situation. Ganz tm Unterbewuhtsein betete ich:Lieber Gott, laß alles gut gehen."

Dann kam die Schwester, gab mir die Narkose.Ho­len Sie tief Atem". Ich tat es schon. Nur, um aus jedem Fühlen und Denken herauszukommen. Ich fühlte mich schwer werden, von den Armen abwärts. Ich fühlte mich versinken ins Bodenlose Noch einmal ein hell­waches Erfassen des Gedankens:Du willst leben!" Und bann nichts.

Nichts bis ich in meinem Bett erwachte. Ohne Schmerz. Nur etwas Uebelkett. Unb boch so herzens­froh, wieder das Kreuz über der Tür grüßen zu kön­nen. 24 Stunden erst ist das her. 24 Stunden freue ich mich, daß ich lebe! Ja. ich freue mich, freue mich mit unsagbarer Sehnsucht. Trotz allem trotz aller Not, die draußen auf mich wartet. Trotz aller Sorg-n, die uns quälen. Aber wir leben, wir haben uns lieb. Mann, Frau unb Kind. Unb mir haben bie Hoffnung! Daß man arm ist, aber ja, bas ist ein Leib. Nur gibt es größeres Leid.

Man muß auf der Grenze gestanden haben zwischen Leben und Tod, um zu wissen, wie schön bas Leben ist, auch ohne Geld. Ideelle Werte sind von Geld unabhän­gig. Ober kann ich mir bie Siebe meines Mannes mit allem Geld der Welt halten, wenn seine Liebe es nicht will? Ober will ich mein Knd, geistig-körperlich in ge- funber Entwicklung, gegen alles Gold der Welt gegen ein Kräppelchen vertauschen?

Mit tausend Fäden bindet uns bas Leben. Und ber unzuverlässigste heißt Gelb.