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Donnerstag, 1. Oktober 1931.
Iahte. 58
Nr. 226
Reichs-
Umkreis von iono Metern zertrümmerte.
befehligt.
Um 23.10 Uhr ist der fahrplanmäßige Zug Berlin—Paris auf dem Nordbahnhof in Paris eingelaufen. Eine ziemlich große Volksmenge wartete in der Bahnhofsvorhalle auf die zurückkehrenden französischen Minister, während die offiziellen Persönlichkeiten und Journalisten teilweise auf dem Bahnsteig zugelassen waren. Polizei und republikanische Garde sorgten für den locker gehandhabten Absperrungsdenst, der trotzdem vonseiten einer Anzahl französischer Journalisten auf Widerspruch bei der Ausübung ihres Amtes stieß. — Der Wagen, dem Ministerpräsident Laval und Außenminister Briand entstiegen, befand sich am Zugende. Die beiden Minister, bewillkommnet von ihren Kabinettskollegen und
tirlcbeinl lechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Sie Well ,m Bild' und „Luchendlätter" Rotationsdruck und ^Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda Fernrufe: Schrift- ::: leitung 3153 Fuldaer Arttendruck-rei 3151 und 3152. :r.
zwischen ihnen und etwa 50 Polizisten, die die Umgebung des Rathauses gesperrt hatten. Dabei wurden zwei Streikende getötet und 20 verletzt.
Auf der Rückreise von Berlin hat der französische Ministerpräsident Laval in Jeumont, der ersten französischen Bahnstation nach Pasiie- ren Belgiens, dem Sonderkorrespondenten der Agentur Havcis folgende Erklärung übergeben:
Wir haben in Berlin die heikelste Mission erfüllt, die f r a n zo ß i sch e n Ministern zufallen konnte. Dadurch, daß wir dem Reichskanzler und dem Reichsaußenminister den Besuch erwiederten, den sie im 2uli m Paris gemächt haben, haben wir durch eine Handlung eine Annäherung zwischen unseren beiden Pölkern erleichtern wollen. Ich habe dem Reichskanzler Brüning die Schaffung eines deutschfranzösischen Wirtschaftsausschusses vorgeschlagen. Der Plan ist im Verlaufe unserer Unterredungen verwirklicht worden. Der Ausschuß, der unverzüglich gebildet wird wird die wirtschaftlichen Probleme, die unsere beiden Länder betreffen, zu prüfen haben. Das ist eine Hoffnung, die auf«
Der französische Ministerpräsident Laval und der französische Außenminister Briand haben aus Aachen an den Reichskanzler und den Reichsaußenminister das folgende gemeinsame Telegramm gerichtet:
„Wir möchten Deutschland nicht verlassen, ohne Ihnen für den Empfang, den Sie uns bereitet haben, wie auch für die Aufnahme durch die Bevölkerung unseren Dank auszusprechen. Im Laufe unserer Unterredung haben wir für die Annäherung unserer beiden Länder gearbeitet Wir wollen aufrichtig dahin streben, daß unser gemeinsames Werk von einem vollen Erfolg gekrönt werde."
vombenfund in Steiermark.
wtb. Graz, 30. Sept. (Eig. Meldg ). Im Bahnhof von Rottenmann wurden heute früh zwischen Stämmen und Brettern versteckt 20 B om- be n gefunden. Die Sprengkörper bestehen aus Mannesmannröhren von 16,5 Zentimeter Länge und 35 Millimtr. Durchmesser. S'e sind mit hochexplosiblem Sprengstoff gefüllt und an beiden Enden mit Korken fest verschlossen. An einem Ende befindet sich eine Zündschnur. Die Bomben gleichen im allgemeinen denen, die bei den Eisenbahnattenraten in Deutschland und Ungarn verwendet wurde. Die Erhebungen haben bisher noch nicht ergeben, woher die Explosivkörper stammen. Man vermutet feöoch, daß sie für ei» Eisenbahnattentat bestimmt waren. Eine amtliche Bestätigung dieser Meldung liegt zur Stunde nicht vor.
le die Ankernehmer uns retten wollen Gemeinsame Erklärung deutscher Wirtschaftsverbände.
Mehrere tausend Arbeitslose versammelten sich im Hyde-Park, von wo sie zum Parlament zogen, um eine von 200 000 Bergarbeitern unterschriebene Protestkundgebung gegen die geplante Senkung der Unfallversicherungssätze zu übergeben. Sie sangen revolutionäre Kampflieder und gerieten mit der Polizei zusammen, die den Platz vor dem Parlament schließlich räumte und nur einer Deputation gestattete, auf kurze Zeit sich vor die Tore des Gebäudes zu begeben, um mit einigen Unterhausmitgliedern zu sprechen. Den Ordnungsdienst versahen viele hunderte von Polizisten, im Laufe der Reibereien sind auch einige Demonstranten verhaftet worden.
Streikunruhen in Kanada.
Zwei Tote.
wtb. Esteven (Saskatschewan), 30. Sept. (Eig. Meld.) Ungefähr 600 streikende Bergarbeiter versuchten trotz des Verbots des Bürgermeisters eine Kundgebung vor dem Rathaus zu veranstalten. Sie wurden von Kommunisten geführt, die Sowjet- Fahnen trugen. Es kam zu einem Zusammenstoß
Radikalismus in England.
wtb. London, 30. Sept. (Eig. Meld.) Die Arbeiterpartei hat Premierminister M ac d o n a l d und seine sämtlichen Anhänger aus der Partei formell ausgeschlossen.
Amerika spart.
Wie der Washingtoner Korrespondent der „Newyork Times" meldet, geht die Regierung im Zusammenhang mit ihrem Plan, die A u s g a b en aufs äußerste einzuschränken, mit dem Gedanken um, das Schiffs bau Programm für das Rechnungsjahr 1932-33 zu streichen und ferner nur die Hälfte der Zahl der Torpedobootszerstörer bauen zu lassen, die der letzte Kongreß in seiner Schlußsession bewilligt hat. Man schätzt die dadurch zu erzielenden Ersparnisse auf 150 Millionen Dollar.
Scharfe Kritik wird an gewissen M a r i • nevffzieren im Marineamt geübt, die durch den Flottenverein und auf anderen Wegen ihren Kampf gegen die Sparpolitik Hoovers in die Presse tragen. Es wurde erklärt, daß lediglich die Regierung und das Volk und nicht die Mitgliederder Mi niste- r t e n über die Ausgaben zu bestimmen hätten.
»heikelste Misste«" sranMschet Minister Die Pariser Besucher wieder daheim.
Marschall Tschcmghsüliaug, i'WH der die chinesischen Truppen in der Mandschurei
Ergebnis bringen muß.
Die Psuudkrise und Deutschland.
ERB. Berlin, 30. Sept. (Eig. Meld.). Eine Berliner Reutermeldung beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Pfundkrise auf die deutsche Wirtschaft und verzeichnet unter Hinweis auf die Schließung der deutschen Börsen als Alarm-Signal auch in deutschen Finanzkreisen angeblich gehegte Zweifel, ob Deutschland in der Lage sein werde, den Goldstandard aufrechtzuerhalten, wenn das gegenwärtige Stillhalteabkommen ablaufe. Demgegenüber ist festzustellen, daß nicht nur eine Aenderung unserer Goldwährung nicht in Frage kommt, sondern daß auch jede Beurteilung der Wirkung der Pfundkrise auf Deutschland verfrüht i st; denn es ist noch nicht einmal zu übersehen, ob England selbst diese Wirkungen wird durchhalten können. Die Times weist z. B. in ihrem Annocenteil darauf hin, daß mit Preissteigerungen zu rechnen ist. Auch die große Einfuhr, auf die England angewiesen ist, läßt es fraglich erscheinen, ob es gelingen wird, das inner-englische Preis- und Lohnniveau zu halten. Mißlingt dieses Bemühen, so ist England aller V orteile der Mckßnahmen beraubt, die schädigende Einwirkungen auf die Einfuhr aus anderen Ländern haben kann.
Skaaksrak macht nicht mit.
Er will die Sparverordnung Preußens für verfassungswidrig erklären.
Was bei dem starken Einfluß der Oberbürgermeister im Staatsrat zu erwarten war.
VDZ. Berlin, 30. Sept. (Eig. Meld.) Der Versassungsausschuß des preußischen Staatsrats beschäftigte sich mit dem von der preußischen Staatsregierung auf Grund der Notverordnung der Reichsregierung am 24. August 1931 erlassenen Verordnungen sowie der dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen. Der Ausschuß kam nach längerer Aussprache zu folgenden Feststellungen: Der Verfassungsausschuß vertritt den Standpunkt, daß die von der preußischen Staatsregierung auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 24. August 1931 erlassenen Verordnungen, insbesondere die vom 12. September 1931 sowie die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen mit der Reichs- und Landesverfassung nicht im Einklang stehen. Eine erhebliche Anzahl von Bestimmungen überschreitet das Maß des zur Beseitigung des Notstandes ersorderlichen Maßnahmen und ist deshalb mit der Reichsverfassung unvereinbar. Die Verordnung vom 12. September 1931 war nach Art. 4 b em Staatsrat vor Erlaß vorzulegen. DerStaats- rat muß sich die zur Wahrung seiner verfassungsmäßigen Rechte notwendige Schritte Vorbehalten. Unter allen Umständen wäre es gemäß Art. 40 Abs. 1 der preußischen Verfassung Pflicht der Staatsregierung gewesen, den Staatsrat über die von ihr getroffenen weittragenden Maßnahmen unter eingehender Darlegung des Sachverhalls auf dem laufenden zu hatten.
Der Verlust,mgsausschuß wird der am Mittwoch nachmittag tagenden Vollsitzung des Staatsrats dies« Feststellungen zur Annahme empfehlen.
♦ Der Oberpräsidenk der Provinz Schleswig- Holstein hat das Erscheinen der in Altona heraus- qegebenen kommunistischen Tageszeitung „Hamburger Volkszeitung" auf die Dauer von 3 Wochen vom 30. September bis einschließlich 20. Oktober verboten.
Verwaltung aufgebaut sein auf dem Grundsatz der Sicherung des Privateigentums und der Rechtssicherheit. Ferner sei es eine grundlegende Notwendigkeit, die Währung gesund zu erhalten. Für die Privatwirtschaft sei eine Ausweitung des Kreditvolumens dringend erforderlich, aber jedes Währungsexperiment müsse ganz entschieden abgelehnt werden. In der Handelspolitik müsse eine Linie verfolgt werden, die der Aufrechterhaltung und Erweiterung der deutschen Ausfuhr ebenso Rechnung trage wie der Aufrechterhaltung und Erweiterung des Bin- nenmarttes.
Die Erklärung schließt damit, daß die staatllche, wirtschaftliche und kulturelle Zukunft Deutschlands von folgenden beiden höchsten Grundsätzen abhänge: dem ftecheitlichen Grundsatz der von den schöpferischen Kräften der Einzelpersönlichkeit des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers getragenen Privatwirtschaft und dem bindenden Grundsatz der nationalen Idee und der nationalpolitischen Verantwortung.
Lohnverhandlungeu beim Reichskanzler.
VDZ. Berlin. 30. Sept. (Eig. Meld.) Wie das Nachrichtenbüro des Vereins deutscher Zeitungsverleger in parlamentarischen Kreisen hört, hat die Absicht, die Tarifverträge für Löhne und Gehälter elastischer zu gestalten und damit einen neuen Lohnabbau einzuleiten, einen erheblichen Wider- stand in den Gewerkschaften weit über die sozialistische Gewerkschaft ausgelöst. Heute vormittag haben die Vertreter der freien Gewerkschaften ihren Protest offiziell bei der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vorgetragen. Das Material, das dabei den Parlamentariern überreicht wurde, wird mit die Unterhandlungsgrundlage bilden für die Aussprache, die nachmittags 4 zwischen sozialdemokratischer Reichstagsfraktion und Reichskanzler Dr. Brüning beginnt. Für die Sozialdemokratie werden die Abgeordneten Dr. Wels, Dr. Breitscheid und Dr. Hilferding beim Kanzler erscheinen. Vermutlich werden außerdem als Gewerkschaftsspezialisten die Abgeordneten Auffhäuser und Graßmonn art den Be- svrechungen beteiligt sein.
wtb. Paris, 30. Sept. (Eig. Meld.) außemnimster Dr. Curtius hat dem nach Berlin Centsandten Sonderberichterstatter des Organs Daladiers, „£a Repubiigue" eine schriftliche Er- tlärung überreicht, in der es u. a. heißt, er könne mit Genugtuung seststellen, daß man einen b e - deutsamen Schritt auf dem Wege der Entspannung zwischen Frankreich und Deutschland vorangekommen sei. Es handette sich nicht um einen einfachen Höflichkeitsbesuch, sondern um die Fortsetzung und Erweiterung der in Paris begonnenen Verhandlungen. Man habe nicht nur vertrauensvoll und freimütig die verschiedenen Fragen geprüft, sondern auch gleich das Mittel gefunden, schnell zu verwirklichen, was als erreichbar anerkannt worden sei. Wir haben einen Organismus geschaffen, der die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder erleichtern soll und durch die Zusam- menarbett der Regierungen und der Wirtschaftskreise die Gewißheit für ein positives, praktisches
Die Lage der Sozialversicherung.
Verhandlungen Stegerwalds mit den Gewerkschaften.
Zwischen dem Reichsarbeitsminister Stegerwald und den Führern der drei gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen hat, dem Börsenkourier zufolge, eine Besprechung über aktuelle sozialpolitische Fragen stattgefunden. Dabei wurden im besonderen die finanziellen Schwierigkeiten in der Sozialversicherung erörtert. Die Gewerkschaften haben den Reichsarbeitsminister darauf aufmerksam gemacht, daß die Milderung oder gar Beseitigung der „Unabdingbarkeit" der Tarifverträge von der deutschen Arbeitnehmerschaft unter keinen Umständen hingenommen werden könnte.
Wie das Blatt weiter berichtet, will die Reichsregierung über die Frage einer gewissen Elastizität der Tarifverträge mit den Spitzenorganisationen der Unternehmer und der Gewerkschaften in nächster Zeit noch verhandeln, lieber die endgültige Gestaltung steht naturgemäß, im Augenblick noch nichts fest, a^er man denke bei einer solchen elastischeren Gestaltung der Tarifverträge an die Einschränkung der Verbindlichkeit, an kürzere Laufzeit der Verträge usw. und schließlich daran, eine Kündigungsform in die Tarifverträge einzubauen.
Aus der Mandschurei.
Separatistische Bestrebungen.
wtb. London, 30. Sept. (Eig. Meld.). Der Korrespondent der Times in Tokio meldet: In der Mandschurei sind 3 Selbständigkeitsbewegungen in Erscheinung getreten, die neueste davon in Kirin, wo eine Gruppe früherer Beamter eine provisorische Regierung gebildet und in Telegrammen an Tschanghsueliang und Tschiankai- schek'die Unabhängigkeit von Kirin erklärt hat. Die Japaner haben erklärt, daß sie provisorische Regierungen nicht anerkennen werden. Der Korrespondent fügt hinzu, die Bedeutung der Bewegung, zu der ß o t a I p a t r t o • t e n, einige ehrgeizige Offiziere und eine kleine Gruppe von Royalisten gehörten, sei noch nicht zu erkennen. >
Rücktritt des chinesischen Außenministers. \
wtb. Shanghai, 30. Sept. (Eig. Meld.) Außen- Minister Wang, her dieser Tage bei einem poK- tischen Anschlag von Studenten schwer verwundet wurde, hat seinen Rückttitt erEIärt. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige chinesische Gesandte in London, Alfred Sze, ernannt.
Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat gemeinsam mit den übrigen Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft dem Reichskanzler und sämtlichen Mitgliedern des Reichskabmetts, den Ministerpräsidenten der deutschen Länder sowie dem Reichsbankpräsidenten, dem,. Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn- geseu'schast, dem preußischen HaNdelsmmister und einer Anzahl führender Parlamentarier eine Er- klärung zur Wirtschaftspolitik zur Kenntnis gegeben.
Einleitend wird festgestellt, daß ein Ausweg aus dem bitterernsten Zustande der deutschen Wirtschaft nur noch möglich erscheine, wenn die Reichsregierung in kraftvoller Entschlossenheit und in voller Unabhängigkeit von Interessenten- und Par- teipolitik den Weg zu sofortigem Handeln finde. Die deutsche Polittk müsse erkennen, daß es zwischen sozialistischen und kapitalistischen Wirtschaftsmethoden kein Kompromiß gebe. Sie müsse sich offen und rückhaltlos zu einem Weg, dem des individualistischen Wirtschaftssystems, bekennen. Die Wirtschaft muffe ihrerseits alles daran setzen, Handlungen im eigenen Lager zu vermeiden, die im Widerspruch zum individualistischen Wirtschaftssystem stehen. Ebenso wie jeder neue Staatseingriff in die Wirtschaft grundsätzlich abgelehnt werden müsse, müsse auch jede Fehlleitung wirtschaftlicher Kräfte durch Subventionen unterbleiben. Darüber hinaus habe die Wirtschaft die Pflicht, alle Wege zu beschreiten, die eine Auflockerung des Preisniveaus herbeizuführen geeignet seien. Damit stehe aber in unlösbarem Zusammenhänge, daß die Regierung sofort und umfassend die Wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Maßnahmen durchführe, ohne die die notwendige Kostensenkung und Kostenauflockerung unmöglich sei. In der Erklärung wird dann weiter die wirtschaftspolitische Entwicklung der Nachkriegszeit gekennzeichnet unter dem Einfluß des erheblich gestiegenen Finanzbedarfs des Reichs, der Länder und der Gemeinden, der im Jahre 1913 16,2 Prozent des damaligen Volkseinkommens, im Jahre 1928-29 dagegen 30,1 Prozent des Volkseinkommens ausgemacht habe, und daran die Forderung geknüpft, an die Stelle kapitalzerstörender Eingriffe solche Maßnahmen zu setzen, die die Kapitalbildung zu fördern geeignet seien, was gerade jetzt um so notwendiger sei, als die Vorgänge in England neue schwere Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft mit sich brächten. >
In der Erklärung werden sodann eine Reihe von Erfordernissen, die schnell und umfassend ver- wirklicht werden müssen, auf gestellt: Ein weiterer umfangreicher Ausgaben - und Ausgabenabbau in der gesamten öffentlichen Hand, damit sich die Reparationsentlastung sofort in einer Senkung der die wirtschaftlichen Gestehungskosten besonders belastenden Steuern auswirken könne. Eine Anpassung der Löhne und Gehälter an die gegebenen Wettbewerbsverhältnisse (Reform des Tarif- und Schlichtungswesens), Anpassung der weit überhöhten Belastungen an das wirtschaftlich Mögliche und durchgreifende Verwaltungsvereinfa ch u n g e n auf allen Gebieten der Sozialversicherung einschließlich der Arbeitslosenversicherung. Senkung der Tarife der Reichsbahn, der Reichspost und der ?emeindlichen Versorgungsbetriebe. Befreiung des rutschen Geldmarktes vom Druck der öffentlichen schwebenden Schulden durch eine unter Wahrung der Gläubigerrechte erfolgende Konsolidierung dieser Schulden. Endgültige Beseitigung aller Reste der Zwangswirtschaft, insbesondere auch int Wohr:"N',Zwesen. Zusammen mit der Erfüllung dieser Forderungen müßten alle zukünftigen Alle der Gesetzgebung und Schritte der
kommt. Eine neue Methode ist angenommen worden. Angesichts des Ernstes und der Schwierigkeiten der zu lösenden Probleme kann diese Initiative als bescheiden erscheinen. Man muß sie aber nach ihren Ergebnissen beurteilen. Gegenwärtig muß man schon die Absicht, die ihr zugrunde liegt, in Rechnung stellen. Alle Maßnahmen, die ins Auge gefaßt wenden, um das Elend in der Welt zu besiegen, führen näher zum Ausgleich und befestigen den Frieden. Wir haben nichts von den Interessen unseres Landes geopfert, dadurch daß wir die Möglichkeit suchten, sie unter den gegenwärtigen Umständen mit den Erfordernissen der internationalen Solidarität in Einklang zu bringen. Ich werde, wie gestern in Berlin, so auch bald in Washington im Namen meines Landes mein Möglichstes tun, um an den neuen schweren Aufgaben teilzunehmen, die die Weltkrise der Regierung auferlegt.
Monatlich 1.80 einjchließi Pojtgebühr «48 ot>ne -iunelft Änzeigen-Preise: Kleinzeile ((£ol.) lokal 0.15 RM ausworl- 0 20 RM Reklame-Zeile: lokal 0.60 NM., auswärts 0.80 NM « hnhr-qeh *Rnh itt ff ,tr mf i M 4 ’51
von dem deutschen Geschäftsträger in Paris Forster konnten sich nur mit großer Mühe und langsam unter dem Beistand einer Gruppe sie umgebender Polizisten einen Weg bis zur Halle bahnen, wo sie in ihre Automobile stiegen. Die Volksmenge begrüßte die beiden zurückkehrenden Minister mit dem Rufe: „Es lebe Laval! Es lebe Briand! Es lebe der Friede!"
Was Curtius sagt.
FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.
Im Telefonamt von Sevilla explodierte eine von streikenden Telefonarbeitern gelegte Bombe, die die im Keller gelegenen Telefoneinrichtungen zerstörte und sämtliche Fensterscheiben im Umtreis von 1000 Metern zertrümmerte.