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NILS

schon, ob ich nun dies oder

Der Geburtstag im Leben der Frau

die hauswirtschaftliche Arbeit Wann ist der Zeitpunkt da,

Wege schaffen wir die besten Grund­späteres inneres Glück und für Zufrie- Kinder. Und die Kinder und Jugend­

mählich immer lernen.

Auf diesem lagen auch für denheit unserer

sagt sie,was hindert es das tue?"

Es gibt Momente, wo

Dina Ernstberger.

dem Wesen auf. Die gefürchtete und bei keinem Menschen beliebtealle Jungfer" ist fertig.

Das ist eine grundfalsche Einstellung, denn abgesehen davon, daß die Erfahrung lehrt, daß auch Frauen zwi- schen dreißig und vierzig Jahren no choft und gern ge­heiratet werden, sollte die'moderne Frau, die ihren Be­ruf hat und im Leben steht, sich mit dieser Tatsache ab- finden, um so die Freuden des Lebens zu finden, die ihr vielleicht noch leichter zugemessen werden wie der verheirateten Frau, die sich aus der Not der Zeit heraus Tag und Nacht für das Wohl der Familie, des Mannes und der Kinder, plagen muß.

Es ist deshalb ein sinnloses Beginnen, die Zahl der Geburtstage ängstlich zu zählen. Wenn man sich so gibt, wie uns die Natur geschaffen hat, dann wird man auch als glücklicher, zufriedener Mensch leben können, wenn vielleicht auch der Kopf schon leicht angegraut und das Gesicht nicht mehr ganz ohne Fallen ist. Der Rückblick in die Vergangenheit darf nicht nur Trauer um die ent- schwindende Schönheit auslösen, er muß vielmehr getra­gen sein von den segensvollen Wirkungen, die ein wohl­geordnetes Leben der Pflicht und der Freuden mit sich bringt. Das ist die schönste Geburtstagsfeier der altern- den Frau, gleichviel ob sie Gattin, Mutter oder eine Un­verheiratete ist.

müssen. Wenn man die Strümpfe stopft, bis sie nur noch ein einziges großes Muster sind, fo daß der Wert des Gewebes nicht mehr die Kosten, die das Instandhal- ten verschlingt, aufwiegt und dazu noch die Zeit und die Arbeitskraft. Wenn man das schon abgetragene Futter des eigenen Mantels mi tviel Mühe und Aufwand noch für den neuen Kindermantel herrichtet, fo wird das alte Futter im neuen Mantel sehr bald zerreißen. Zeit- und Kraftvergeudung . . .

Vielleicht findet man es lustig, daß die alte Dame den weiten Weg zur Stadt zu Fuß macht, um in der klei­nen Konditorei den guten starken Kaffee trinken zu kön­nen. Aber die Stiefelfohlen . . . Oder sa . . . sie muß ihren großen Haushalt mit den vielen Möbeln aufgeben und eine kleine Wohnung nehmen. Sich von dem Ballast trennen, ihn verschenken, verkaufen, nein, das geht nicht, man bekommt fast nichts dafür. Also wird alles unter- gestellt . . ., billig, es kostet wirklich nicht viel. Aber nach Jahren find die Unterhaltungskosten weit über den Wert der Möbel gestiegen und dann werden sie doch eines

well sie natur- und damit gottgewollt ist, Kraft, Be­glückung, Reichtum wächst? Daß es unsere Pflicht auch ist, darnach zu handeln, dem Nächsten zu geben, was wir für uns wünschen? Bedenken wir das in unserem eigenen Handeln, im Beispiel, das wir geben, in der bewußten Leitung unserer Kinder?

Unsere Zeit leidet mehr Not, als wir se geahnt haben. Sie ist auch deswegen so unbeschreiblich hart und arm und schwer, weil wir Christen um diese Siebes« gemeinschast vergaßen. Sollen wir katholischen Frauen nicht diese Zeit der Not und der Gefahr völliger innerer Verirrung unseres Volkes endlich verstehen als letzten Weckruf an unsere Verantwortung? Sollen wir die Liebe zum Bruder, die selbstverständliche Hilfsbereit- schäft dem Notleidenden gegenüber, nicht wieder zum führenden Stern über unserem Leben machen? Sehr ernst und streng müssen wir Frauen uns wohl selbst erst wieder dazu erziehen, das Herz öffnen für andere, für Notleidende außerhalb unserer eigenen Familie, die Hand bereiten für tätige Hilfe für sie. Dann wird diese Haltung der Nächstenliebe von selbst auch richtunggebend in der Leistung unserer Kinder.

In der eigenen Familie muß solche Anleitung und wirklicheErziehung" aus inneren Beweggründen her­aus auch wenn sie kindliche Form haben begin­nen. Liebe und Hilfsbereitschaft gegenüber den kleineren Geschwistern, Dienstfertigkeit gegenüber den Eltern, auch

kann. Und darauf kommt es an, daß die Kinder und Heranwachsenden lernen von uns, hellhörig und hell­sichtig zu sein für Anderer Leid, daß sie die Trauer, die Hilfsbedürftigkeit erkennen und tatreich zu ihrer eigenen machen, besonders lieb und gut sind, wo sie Leid sehen. Die Kinder müssen schon erkennen, daß man an tätiger Teilnahme und Hilfe für andere am meisten wächst und sich weitet, daß man glücklicher wird durch die Freude, die man anderen bereitete, als durch Glück, das einem

Sparfamteif.

Don Greta van Teifen.

Die Hausfrau schätzt den Wert ihrer Arbeitsstunde meist zu gering ein, wenn sie fo in ihrem täglichen Dreh" ist. ,Hch muß ja doch bei den Kindern sein,"

Die praktische Hausfrau.

Fleischbriihe, die an heißen Tagen säuerlich ge­worden ist, wird durch einen Zusatz von Natron wieder genießbar.

Wollene Kleider und Pullover legt man vor dem Waschen einige Stunden in Regenwasser, wo- durch das Del in der Wolle gehalten wird. Alsdann wäscht man die Kleidungsstücke in Seifenflocken. Man wird feststellen können, daß sie wieder wie neu aus- sehen.

Helle Krawatten reinigt man mit einem Läpp­chen, bas man in Benzin getaucht hat. Dann reibt man mit einem anderen Lappen unter Verwendung von Kar­toffelmehl oder Magnesia gut nach. Das Nachreiben muß aber rasch geschehen, damit sich keine Ränder hüben kön­nen.

Delfarbengeruch wird von vielen Mensche» nicht gut vertragen. Man vertreibt ihn aus Wohnräu­men durch Ausitellen großer Gefäße mit Salzwasser, am besten während der Nacht.

vorhandenemUlz^ besetzt werden. In derselben Weise kann man die beliebten und modernen Mantelklei» d e r arbeiten. Man läßt dann die beiden vorderen Teile Zusammenstößen und setzt eine Knopfleiste auf, was sehr hübsch ausfiel)t. An kühlen Tagen trägt man unter dem Mantelkleid eine bunte Bluse in Hellen Far­ben, so daß man seinen Anzug sehr abwechselungs­reich gestalten kann. Nachmittags- und Abendkleider, die man diesen Winter mit Vorliebe dunkel trägt, las­sen sich ohne große Mühe ganz besonders reizvoll ge­stalten. Rock und Bluse spielen dabei eine wichtige Rolle. Durch aufgesetzte einfarbige Stulpen läßt sich eine gebrauchte Bluse Herrichten und durch ein Spitzen- jabot sogar sehr elegant ausftatten. Man versäume niemals, aus gegebenem Stoss zu der Bluse einen Gür­tel zu arbeiten, in den man sonst eingeschlagenen Stoff hübsch einkräuselt. Nun hätten wir eine Schoßbluse, die durch ihre gefällige Form erfreut. Man kann auch aus einem Rock des Jackenkleides ein ganzes Kleid Herstel­len, indem man Rock und Bluse aneinanderkomponiert und durch andersfarbig« Tresse, Sammet oder sonstigen Besatz verziert. Ein solches Kleid kann sehr harmonisch wirken, besonders wenn auch die Aermel entsprechend modernisiert werden. Man nimmt z. B. einen Plissee- ärmei ober setzt mehrere kleine Volants übereinander, ohne das Handgelenk zu verdecken. Dieser Besatz kann natürlich einfach oder auch reichlich verwendet werden, je nachdem es sich um em schlichtes ober um ein gar­niertes Kleid handelt. Im allgemeinen darf man wohl in diesem Winter den Aermel als einen Schmucktra- ger der Mode ansehen.

Die Form des Abendkleides zeigt den erweiterten Rocksaum bei einer Länge, die sich nicht wesentlich ge­ändert hat. Es gibt allerlei Auswege aus dieser armen Zeit, wenn wir unbedingt ein festliches Gewand besitzen wollen. So kann man z. B. ein getragenes Seidenkleid mit gebrauchtem Spitzenstoff verarbeiten. Das kann in der Fachenzusammenstellung einen gewählten Geschmack bekunden und durchaus fein wirken. Vor allem mutz man aber den obersten Grundsatz der neuen Mode nicht unbeachtet lassen, und der heißt das feminine Kleid herrscht. Alles Sportliche ist abgetan, nichts soll mehr allzu betont umveiblich wirken.

Eine Plauderei von

Geburtstagsfeier! Sie bringt viel Schönes und Gu­tes, Geschenke und liebe Briefe, Blumen und Leckerbissen aller Art. Das Geburtstagskind ist immer eine gefeierte Persönlichkeit im Hause.

Für die Jugend und das späte Alter ist die Geburts­tagsfeier am poesievollsten. Die Jugend schaut hoffnungs­freudig, mit hellem Blick in die Zuknft, die vor ihr liegt. Das Geburtstagskind mit dem Reif des Alters im Haar aber läßt noch einmal alle Stationen des Lebens vor­überziehen, fröhliche, fonnenbeschienene und auch die, die dornig waren und mit Steinen besät.

Einen nicht immer freudig begrüßten Abschnitt im Leben der Frau bilden die Jahre zwischen dreißig und vierzig. Sie bedeuten ohne Zweifel einen Abschnitt von der ersten Jugend, das ist ganz gewiß richtig, aber auf der anderen Seite ist es eigentlich nicht zu verstehen, warum sich manche Frauen so sehr über das erste graue Haar und das erste Fältchen im Gesicht entsetzen. Und wieder andere Frauen erblicken das ganze Heil in ihrer Jugendlichkeit, die sie mit allen Mitteln festzuhalten su­chen, ohne zu bedenken, daß gerade dies künstliche Zurück- Halten einer naturgemäß begründeten Entwicklung, ab­stoßend und lächerlich wirken muß. Gewiß, ein jugend­liches, frisches Gesicht ist ein guter Empfehlungsbrief, aber die jugendliche Frische muß auch echt sein. Die Spuren des Lippenstiftes und der Puderquaste entwür­digen und entwerten die Jugend und noch mehr die Frau im reiferen Alter, Mit uns altern doch auch unsere Zeit­genossen, an deren Urteil uns etwas liegt. Jeder Ab­schnitt des Lebens bringt auch andere Anschauungen mit sich. Für uns und unsere Zeitgenossen. Was die Zwan­zigjährige begeistert, muß in vielen Fällen die Dreißig- und Vierzigjährige kalt lassen. Der gereifte Mann weiß die Vorzüge der gereiften Frau zu schätzen, selbst wenn der erste Schmelz der Jugend vorüber sein sollte.

Frauengröße und Frauenwürde sind sehr schätzens­werte Eigenschaften der Frau, aber sie kommen erst beim gereiften Weide wirklich zum Ausdruck. Dem Mann kann das vollentwickelte Weib viel mehr Kameradin und Freundin fein, als das Mädchen an der Schwelle zwischen Frau und Kind.

Roch häufiger als bei verheirateten Frauen findet man, daß bei unverheirateten die Jahre zwischen Dreißig und Vierzig als eine Plage empfunden werden. Viele möchten gerne auf Gratulation und Geschenke am Ge­burtstag verzichten, wenn sie nicht nach dem Alter ge­fragt würden. Man fühlt sich vom Schicksal benachtei- ligt gegen die Freundinnen, die schon längst verheiratet sind wird verbittert und mißgünstig, beneidet andere, die in der Sonne einer glücklichen Häuslichkeit leben, innere Zerrissenheit, Neid und Eifersucht erfüllen die Seele und prägen und nach außen hin ihre Spuren den Zügen und

Wir stehen ttn Beginn einer neuen Saison und haben allem Anscheine nach mit großen Veränderungen auf modischem Gebiete zu rechnen. Da drängt sich uns ganz von selbst die Frage auf:Wie soll nun die Frau und Mutter es fertig bringen, sich und die ihrigen gut und zugleich modern zu kleiden, ohne dabei besondere Unkosten aufzuwenden?" Es dürfte für viele Leserin­nen interessant sein, über die Lösung dieser Frage Nähe­res zu erfahren. Man muß feine Ansprüche natürlich sehr vereinfachen und darf doch darin anspruchsvoll fein, daß man auf Ordnung, Sauberkeit und Nettigkeit im Anzuge mehr Wert legt, als auf spielerischen Tand und eitlen Zierrat. Man soll es dem Kleide ansehen, daß es den Sinn des Sparens zeigen will und nicht durch kostspielige Zutaten dassparsame" Kleid illusorisch macht.

Nun werden alle geeigneten Kleidungsstücke und Stoff teile, die man neu aufarbeiten will, einer genauen Prüfung unterzogen. Es ist erstaunlich, was alles bei einer solchen Musterung zum Borschein kommt. Der Sommerüberzieher des Herrn, ein abgelegter Winter­mantel, ein fast vergessener schwarzer Gehrock und ähn­liche Schätze werden aus der Tiefe des Kleider­schranks ans Licht befördert. In manchen Familien ist auch der Gavderobeschrank der Mutter ober der Toch­ter oft eine wahre Fundgrube von hochwillkommenem Material. Da ist noch ein längst unmodern gewordener Umhang ober ein Abenbmantel aus Flausch. Blusen unb Rücke von Jahren vorher, Kleider, an die niemand mehr denkt. In Truhen oder Kisten unb Kasten ver­wahrt findet sich auch noch allerlei Schmuck, den man zur Ausstattung der neuentstehenden Kleider verwenden kann, wie z. B. Tüll und Spitze, Federn und Blumen, Stickereien und seidene Bänder. Ist diese Heerschau zu unserer Zufriedenheit ausgefallen, fo beginnt die Rei­nigung der einzelnen Stofsteile. Alle Nähte müssen

Dein letztes, leises Wort

Bon Franz C i n g i a-Schramberg.

Dein letztes, leises Wort verklingt Und wird verweht vom kühlen Wind. Ein abendtiefer Traum durchdringt Die Fluren, die verlassen sind.

Und tiefe Sehnsucht webt um mich Den Schleier dunkler Einsamkeit.

Am Himmel zeigt kein Sternlein sich, Nur Wolken ziehen hoch und weit.

Wie ausgelöscht ist alles Glück, Bersunken in der stillen Nacht.

Kein Schicksal bringt dich mir zurück, Und hat mit Leid mich nur bedacht.

natürlich aufgetrennt unb von Staub und Fäben gerei­nigt werden. Mit Hilfe von guten Waschmitteln, wie Salmiak, Waschholz, Persil Usw. werden alle Stücke Stoff feucht gebürstet und gebügelt, vielleicht sogar vor­sichtig gewaschen unb, wenn nötig, aufgefärbt. Man hat feinen Bedarf an Kleidungsstücken schon lange vor­her festgestellt. Hier fehlt eine Bluse, dort ein Rock, hier wird ein Kindermantel gewünscht, dort ein warmes Kleid für die liebe Großmama. Jebes Familienmit­glied wird liebevoll in diese SDtobeöerforgung neuester Art einbezogen, unb die Freube ist groß, wenn mit Hilfe guter Schnittmuster unb an Hand eines Modeheftes bi« verschiebenen Wunsche greifbare Ge­stalt anzunehmen beginnen. Wo es garnicht anders geht, kann man zur Hilfe beim Nähen eine bezahlte Straft ins Haus nehmen, aber bas Ideal bleibt boch bie emsige selbstschaffende Hausfrau. Natürlich kommt man nicht immer daran vorbei, auch neuen Stoff kau­fen zu müssen, Kleiber bei seiner Schneiderin machen zu lassen oder fertige Konfektion zu kaufen. Hier haben der Geldbeutel unb Art der Lebenshaltung zu bestim- men. Es gibt aber auch Frauen und Mütter, die keine größere Freude kennen als bie, aus eigener Straft zu schaffen und mit mühsamer Arbeit anderen Gutes und Liebes zu tun. Die Mobe gibt taufend Möglichkeiten, schlummernde Talente zu wecken und verborgene Strafte auf dem Gebiete der Schneiderei, Stickerei und Putz­macherei usw. mobil zu machen. Die beginnende Sai­son wirb es uns zeigen.

Diagonal gewebte Stoffe, wie sie vor Jahren mo­dern waren, werden vielfach zu Herbstmänteln verwen­det. Kragen, Stulpen und Gürtel können aus karrier- tem ober andersfarbigem Stoff gearbeitet werden. Auch wenn bie nwberne Länge nicht ganz reicht, ist es er­laubt, von diesem Material eine entsprechende Blende anzusetzen. Derartige Mäntel können im Winter mit

lichen, die wir also sehen unb helfen gelehrt haben, brin­gen auch der eigenen Familie Glück und Freude. Und die Not unserer Zeit wird leichter werden, wenn in diesem Sinne wieder christliche Liebes-, Not- und Hilfs­gemeinschaft wächst!

Laßt uns, Mütter, den Ruf unserer Zeit verstehenl

Dr. E. B. ,

Oft find wir unzufrieden über unsere Kinder un­sere Jugend überhaupt. Wir tadeln und schelten sie. Unb doch hat alles Mahnen und Schimpfen so wenig Erfolg. Wie, woher mag das kommen?

Nicht vielleicht auch daher, weil wir unsere Kinder, unsere Heranwachsenden Buben und Mädel, in allem Erziehen" nicht genügend von sich selbst ablenken? Weil wir sie zu sehr in ihrer Grundeinstellung belasten, daß sie in allem um sich selbst, kreisen, alles für sich nur denken, erhoffen, erstreben? Selbstsucht ist an sich ein Grund- zug des Jugendalters. Bis zu bestimmten Grenzen ist sie zum Wachstum notwendig und gesund, unvermeidlich. Aber sie darf nicht Herrscherin sein. Das Szepter darf allein geführt werden vom Wollen zu Gott, zum Gottes- Dienst und von dem Ziel muß alles durchfeelt und geprägt fein. Ob wir bas wesentlich allem zugrunde­legen, was wir in derErziehung" tun? Ob es nicht bester wäre mit unserer Jugend, wenn wir diesen Ge­danken der Ablenkung vom eigenen Ich mehr zur Richt­schnur aller Anleitung und Führung machten?

Wächst unsere Erziehung konsequent heraus aus dem entscheidenden Gedanken, daß alle Menschen Gottes Kinder find und wir alle eine große Gemeinde? Daß wir Christen den Leib Christi bilden, also alle Glieder sind eines Leides unb baß wir daher in einer Le­bens- unb Not- unb Hilfsgemeinschaft miteinanber stehen unb stehen müssen, baß aus solcher Gemeinschaft,

Tages veräußert . Oder ist es nicht falsche Sparsamkeit, wenn bie Stenotypistin, um nur ja von ihrem kargen Gehalt noch zwei Toiletten kaufen zu können, das Mit­tagessen spart unb sich lieber mit ein paar Stullen be­gnügt. Aber, wenn es sich nach einigen Jahren an ber Gesunbheit zu rächen beginnt, bann kostet bas doch wie­der mehr Geld.

Sparsamkeit. Ist die Frau heute nicht schon weise unb sparsam, wenn sie mi tben gegebenen Mitteln im Monat auszukommen versteht? Sie kann sich alles ein» teilen wie sie will, aber wenn es nun nicht reicht, bann kommt ber vergrämte Blick in bie Augen ber Frau. Unb sie benkt nur noch an bas tägliche Einerlei unb immer basfelbe. Dann muß sie sich manchmal mit Gewalt los« reißen unb sagen stopp. Eine Arbett nehmen, bie außer­halb bes täglichen Rahmens liegt. Unb das soll bann das Ultimatum für sie werden, bas sie aus ihrem müden Gleichmaß holt.

Am besten ist es, sich solch ein Ultimatum zu stellen vor Festen, ober, wenn mal Besuch kommt. Da ist ber kleine Garten, er muß in Orbnung sein, wenn man Gäste erwartet. Es bedrückt bie Hausfrau schon lange, bah er gar so verwahrlost baherschaut, aber sie glaubte ja, neben den anderen Sorgen nie Zeit dafür zu haben. Unb nun hat es sich wirklich gelohnt, einmal gründlich aufzuräu- men. Man hat auch gleich eine kleine Rabatte einge­teilt unb sie für Salat unb etwas Gemüse bestimmt. Und vorne gleich am Haus, da wird man Blumensamen aus­säen unb es soll leuchten von scharlachnen unb gelben und violetten Blüten. Daß sie nicht eher daran dachte. Ja, das Ultimatum! Und nun wiegt die Freude, daß es endlich geschasst und so gut gelungen ist, bie Arbett reichlich auf.

Ultimatum. Wenn Hausbesuch kommt unb man hat kein Gastzimmer! Die Speicherstube ba oben ist ja nicht zu zählen, abgeriffene und verblaßte Tapete, keine Gar­dinen, kein Geld. Unb dann geht es doch. Zunächst wirkt solch ein gründliches Eckenaufräumen manchmal wohl­tuend. Dann konferiert man mit dem Drogisten, rührt sich einen schönen Farbtopf zurecht unb streicht frisch fröhlich in ockergelbem Ton die alte, verblaßte Tapete über. Ein Stückchen Voile liegt noch im Flickkasten zu wenig zum Kinderkleid, für bie Oarbine wirb es reichen. Wenigstes hat man für die Farbe aufgeroenbet unb bie Zeit. Aber man besitzt jetzt ein reijenbes luftiges Som­merstübchen ba oben. Jahrelang stank» es unbenutzt unb voll des alten Gerümpels, bas nun zum Teil im Keller feinen Platz gefunben hat.

Das sink» Dinge, bie wohl lohnen, sparen helfen unb Freude schaffen. Unb wer findet nicht, daß es manchmal wirklich gut ist, daß bas Regelmah ber Tage auf diese Weise durchbrochen wird? . . .

wo es einmal wirklich eine Arbeit gilt, Entgegenkom­men unb Helferwillen auch gegenüber ber Hausgehilfin gegen alle überhaupt, bie im Kreis ber Familie stehen, muß selbstverständliche Haltung unb Lebensart, ber Ton" im ganzen Familienleben fein. Unb weiter muß biefe Anleitung gehen auf bas Leben braußen, auch da anfangenb bei kleinsten Kleinigkeiten, von ge­ringsten Forderungen an Rücksicht unb Liebe aus auf« bauend Daß es bem Kind selbstverständlich und leicht wirb, beim Spiel bem armen Nachbarkinb, dem kleinen Schulgefährten das eigene Spielzeug einmal selbstlos zu überlassen bem bedürftigen freubearmen Spiel­kameraden abzugeben von ben süßen Gaben bes Weih- nachts- ober Namensfestes. Daß es bem Kinb unb jun­gen Menschen innerlich Notwenbigkeit unb Bebürfnis wirb, in ber Straßenbahn, im Zuge, wo immer Men­schen warten, Platz zu machen, für ältere Leute. Es gibt auch Mütter, bie eine Bitte um Platz an ihre Kinber als Beeinträchtigung ihrer unb ihrer Kinder Recht empfinben! Ob bie Kinber in der Familie hilfs­bereit fein mögen? Es müssen bie Kinder durch uns lernen, wie es größte Freude und Genugtuung auch für sie selbst ist, wenn sie anderen eine Freube, eine liebe kleine Ueberraschung auch unter eigenen Opfern bereiten, wenn sie helfen, wo ein kleiner ober großer Mensch vor einem Werk steht, besten er allein nicht Herr werben

aufhört rentabel zu fein. _ .

wann lohnt es sich nicht mehr: Wenn man bis tief in bie Dämmerung hinein flickend am Fenster sitzt um Licht zu sparen, so wird man bald einen Augenarzt aufsuchen

selbst unverdient in ben Schoß fällt. Aus biefer Ein­sicht wirb bann langsam Gewöhnung wachsen, überall auf Hilfe zu sinnen, wo Not einem begegnet unb bas ist bie (Srunblage unserer Gesunbung, wenn all- mehr Menschen von Kinb auf so denken

Laßt uns hie Anher zur Liehe anleiten! Ein Work an unsere Mütter.

Nokzeik und Mode.

Aus der Tiefe des Sleiderfchrankes. Modeverforgung neuester Art. Mantel, kleider. Schmuckträger der Mode. - Das seltsame kleine Hütchen Modeunstnn.

heller Teint wird erzielt, wenn man vor bem Schla- fengehen bie Haut mit einer Mischung von Benzoe (füe 20 Pf.), unb Rosenwasser (S Pf.) einreibt.

Dem entspricht auch bie große Neuigkeit ber modi­schen Kopfbedeckung, bas s«ltsam kleine H Ü t ch e n. Noch schwebt es vereinzelt unb schüchtern über die Straß«, erregt an belebten Gaststätten, in Theater, Kon­zert und Kino große Aufmerksamkeit unb wirbt mit sei­nem aufgeschlagenen Rand, mit wallenden bem unb zierlichen Flügeln sehr deutlich um bie Gunst ber Frauen. Allerdings, so klein und niedlich es ist fo groß wird es darin sein, alle bisher beliebten Huttor- men in die Flucht zu schlagen. Unb was sagt bazu ber Geldbeutel? Nun, er rechnet mit ber Klugheit unb Ge­schicklichkeit, mit ber modischen Anpassungsfähigkeit ber Dame. Aus ben Hüten ber vergangenen Jahre werben Ranb unb Kopfform bes modernen Hütchens herausge- holt unb zusammengestellt. Hier sink» ber Erfindungs­gabe durchaus kein« Grenze gefetzt. Die Arbeit wird [eidit, wenn man die neue ' wenig @erb ,M

Geschäft ersteht, sie mit fündigen Händen in einen Ue- berzug von Sammet ober Tuch gleiten läßt unb bas Derk mit Febern, Band unb Blumen krönt. Not macht erfinberisch. So hat eine Dame ber besseren Kreise in Ihrer gänzlichen Mittellosigkeit den guten Gedanken gehabt, eine Hütchen-Werkstich« zu eröffnen. Für em bis zwei Mark fertigt sie aus einem alten Hutunge- tfim ein kleines, reizendes Hütchen ganz nach Wunsch und Vermögen der Bestellerin. Ihr« Tür steht nicht still. Ihre Produkte sind stark begehrt, und sie selbst unb ihre Kinder haben Schutz vor dem Hunger gefun» den.

Die Zutaten für bie kleinen Modehüte, also die Fe- bergestecke, ferner bie sogenanntenHahnenschlappen", bann bie Pleureusen unb sonstigen Beigaben beschäfti­gen in ihrer Verarbeitung ein Heer von fleißigen fän­den. Nur von diesem Eestchtspuntte aus ist ein Wan- del in der Mode überhaupt zu begrüßen und zu recht- fertigen, ganz abgesehen davon, baß die weibliche Hut­mode in Gefahr war, sich ins Groteske zu verlieren. Selbst die oielgerühmten Kappen hätten diesen Weg nicht verstellt. Das kleine Hütchen hat einem Mobeun- sinn ein Ende bereitet, der schon lange vernünftige Leute in Erstaunen versetzt hat.

Albertine Albrecht, Düffetborfr

Ar. 221

Beilage zur Fuldaer Reifung

25. September