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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.

Nr. 221

Lrlcheiiil led)»mal wöchentlich WochenveUagen: »Die Welt im Bild' undJBudjenblätter* Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in tfulba. Fernrute: Schrist- ::: leihina 3153 Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152. :::

Freitag, 25. September 1931.

Die Entscheidung über die Hauszinssleuer.

Die Dauerderakung des Reichskabinetts über die neue Jlof* Verordnung. Die einzelnen Probleme. Die Kleinsiedlung.

Monatlich 1.80 einichlietzl. Postgebühr <4tt P>g., ohne cZuiteUg Anzeigen-Preise: Kleinzelle (Kol.) lokal 0.15 RM auswärts 0.20 RM. Reklanrezeile: lokal 0.80 RM., auswärts 0.8V RM Bei 'IVipherhofunaen Rabon Polticheckk sfirinh <1 M 4'>51

Mrg. 58.

C. N. B. Berlin, 24. Sept. (Eig. Meld.) Wie wir erfahren, hat das Reichskabrnett die eigentlichen Kabinettsberatungen über das Wirtschaftspro- granrm begonnen, die durch die gestrigen Chefbe­sprechungen vorbereitet worden sind. Gestern abend hat es sich vor allem darum gehandelt, d a s P r o- blem der Hauszins st euer zu klären, das immer noch die schwierigste Frage im Rahmen des Wirtschaftsprogramms darstellt. Wie man in un­terrichteten Kreisen vermutet, werden die Bera­tungen wohl schließlich darauf hinauslaufen, daß die beiden sungsmöglich leiten, über die man bisher gesprochen hat, zusammengr- legt werden und zwar in der Form, daß eine Senkung und ein allmählicher Abbau der Hauszins st euer eintritt und daß außer­dem für den Rest eine ablösendeKapitali- s l e r u n g vorgesehen wird.

Eine Frage, die so schnell wie möglich entschie den werden soll, ist

die Kleinsiedlung,

für die die Zeit vor dem Eintritt starker Fröste noch ausgenutzt werden muß. In politischen Krei­sen rechnet man damit, daß dem Reichsminister Treviranus die Vollmachten des Siedlungskom­missars übertragen werden. Im Laufe der näch­sten Woche sollen dann bereits die Ausführungs­bestimmungen erscheinen, durch die den Städten die für die Jngang'etzung des Werkes erforderlichen Anweisungen gegeben werden. Wie wir hören, haben sich bereits viele Tausende Arbeitsloser um solche Kleinsiedlerstellen beworben. Die Pro­bleme der Arbeitslosigkeit kommen außerdem noch in den Beratungen über die Zusammenlegung von Krisen- und Wohlfahrtsfürsorge zur Geltung. Darüber hinaus hat das Kabinett noch eine Reihe weiterer Fragen zu behandeln. Dazu gehört z. B. die Notverordnung über die S o n d r r g e r i ch t e, die inzwischen im Reichssustizmrnisterium ausgear­beitet worden ist. Außerdem muß der Schenker­vertrag vollzogen werden. Eine große Rolle spielen die Fragen, die mit der Finanzlage von

Schwierigketten in der SPD.

Seitdem die Sozialdemokratische Partei genö­tigt ist, ihre Opposition nur auf dem Papier zu üben fehlt es nicht an Einflüssen, die ihre Un- züfriedenbeit mit diesem Zustand immer wieder zum Ausdruck bringen. Das ist nicht unnatürlich. Man muß sich daran erinnern, wie die Partei in ihre abseitige Stellung hineingeraten ist. Sie stürzte vor 1-4 Jahren das Kabinett mit ihrem eigenen Kanzler Hermann Müller und glaubte dem dann sich sozusagen zwangsläufig bildenden Kabinett Brüning schärfste Opposition ansagen zu müssen. Daher ließ sie es zur Auflösung des Reichstages kommen, und sie führte den Wahl­kampf in geschlossener Front gegen die neue Re­gierung. Erst der Ausgang der Wahlen zeigte ihr, daß sie sich verrechnet hatte. Und nun wird es immer ein Positioum in ihrer Geschichte blei­ben, daß sie, namentlich dank den Bemühungen des inzwischen verstorbenen Hermann Müller und des preußischen Ministerpräsidenten Braun, die Einsicht und den Mut fand, das Kabinett, das sie fünf Monate lang bekämpft hatte, zu tolerieren. Leicht konnte ihr dieser Entschluß nicht fallen, denn das Kabinett Brüning mußte, teils wegen der drängenden Not der Zeit, teils mit Rückficbt auf die es positiv stützenden Fraktionen, manche Maßnahmen beschließen, denen ein Sozialdemo' krat niemals hätte zustimmen können. (Auch die Zentrumspartei hat ja, um Schlimmeres zu ver­meiden, in manchen sauren Apfel beißen müssen?. Aber die Sozialdemokraten haben nicht überall in ihren Reihen Verständnis für die Haltung ihrer Fraktion wecken können, und das ist bei einer so großen Partei durchaus begreiflich. Um so höhe­ren Respekt muß man vor der Parteidisziplin im ganzen und vor dem festen Willen ihrer Führer haben, die aus der Erkenntnis heraus, daß in jedem Falle dieses Kabinett für die soziale Demo­kratie das kleinere Uebel darstellt, auf ihrem Wege sich nicht habe beirren lassen. Diese Haltung war nicht immer leicht. Die Opposition in der Partei ließ sich nicht mundtot machen. Neun Ab­geordnete haben seinerzeit gegen das Kabinett Brü- ning gestimmt, und sie haben damit im Lande doch in manchen Gruppen Anklang gefunden. Schon auf dem Leipziger Parteitag ist es deswegen zu lebhaften Auseinandersetzungen gekommen. Die Opposition unterwarf sich zwar, aber sie schwieg nicht. In diesen Tagen hatte sich der Parteiaus- schuß erneut mit ihr zu befassen. Wiederum hat sich die Auffasiung der Führer durchgesetzt, wieder haben sich die Opponenten gebeugt. Aber ob da­mit die Zwischenfälle nun wirklich aus der Welt geschafft sind, steht dahin. Vielleicht wird es dock. noch zu formellen Ausschlüssen kommen. Jeden­falls darf aber damit gerechnet werden, daß die klügere Ueberlegung die Oberhand behält. Es kann nicht im Interesse der sozialdemokratischen Arbei­terschaft liegen, der jetzigen Regierung unnötige Schwierigkeiten zu bereiten, denn was nach ihr kommen würde das würde für sie noch viel we­niger erträglich sein. Vor allem würde ein Kabi­nett der Rechten oder gar ein sogenanntes Direk­torium bestimmt nicht mit der deutschen Sozial­gesetzgebung so behutsam umgehen, wie Steger- wald es tut. Das weiß Breitscheid, und darum findet er sich mit dieser Regierung, wenn.auch schweren Herzens, ab. Er tut recht daran.

Reich, Ländern und Gemeinden zusammenhängen. Dazu gehört in erster Linie die

Befördermrgssperre für die Beamten,

die bekanntlich im Zusammenhang mit den preußi­schen Vorschlägen steht, die Herabsetzung der Höchst­pensionen, über die vor 14 Tagen bereits aus­führlich berichtet wurde und schließlich die Ver­schiebung des Etchsjahres vom 1. 4. auf den 1.7. Endlich ist noch daran zu erinnern, daß Vertreter der Sozialdemokraten in der letzten Zeit verschie­dentlich mit dem Kanzler und dem Ressort über die Beseitigung der schlimmsten Härten früherer Not­verordnungen verhandelt haben. Es ist anzuneh­men, daß diese Fragen in der neuen Notverord­nung ebenfalls realisiert werden.

In politischen Kreisen rechnet man damit, daß die Beratung all dieser Probleme heute den gan­zen Tag und auch noch morgen in Anspruch neh- men wird. Während des Besuches der französischen Mini st er in Berlin würden die Ressorts bann die Aufgabe haben, die Ein­zelheiten zu formulieren, sodaß die zu- sammenfassende Notverordnung dann bis späte- stens Mittwoch nächster Woche erscheinen könnte.

Das notwendige vertrauen.

wtb. Genf, 24. Sept. (Eig. Meld.) Bei der Vor­legung des Wirtschaftsberichtes in der Völkerbunds­versammlung stellte der französische Handelsmini­ster an den Schluß seiner Ausführungen den Hin­weis auf die zum Gelingen aller wirtschaftlichen Anst.engungen unerläßliche Wiederkehr zum in­ternationalen Vertrauen und fügte hinzu: In dem Augenblick, wo der französische Ministerpräsident Laval und der französische Außenminister Briand sich anschicken, die Grenze zu überschreiten, die so viele Leiden gesehen hat, ist zu hoffen, daß diese Reise, die die französischen Minister trotz aller Schwierigkeiten unternehmen, von den Völkern richtig verstanden wird und daß sich daraus eine ehrliche, dauerhafte Annäherung als gegebenes Unterpfand der Sicherheit und des Frie­dens ergibt.

vom Reichstag.

D.D.Z. Berlin, 24. Sept. (Eig. Meld.) Nach­dem die Sitzungen des Strafrechtsreform­ausschusses des Reichstages abgesagt wor­den sind, werden einige andere Reichstagsaus­schüsse in den nächsten Tagen ihre Arbeit beginnen. Für den 29. September ist der Wohnung s- ausschuß des Reichstages einberufen worden, der sich mit Jnitiativ-Anträgen der Sozieldemokra- ten und des Christlich-sozialen Volksdienstes zu einem Wohnheimstättengesetz beschäftigen wird. Am gleichen Tage finden Verhandlungen des ständigen Unterausschusses des Haushaltsausschusses statt, denen einige bei den Etatsberatungen von der Reichsregierung zugesagte Vorlagen zugrunde lie­gen, nämlich eine Denkschrift des auswärtigen Amts über Sparmaßnahmen im Amt, eine Nach­weisung über die Arbeit der Oststelle bei der Reichskanzlei und ein Schreiben des Reichsfinanz­ministers über die Durchprüfung der Landesfinanz­ämter. Weiter wird vom 8. bis 10. Oktober der Beamtenausschutz des Reichstages tagen. Auf der Tagesordnung stehen vorläufig nur Peti­tionen.

Die «englische Krankheit-.

Don einem unserer wirtschaftspolitischen Mit­arbeiter:

Diejenigen, die sich am meisten gegen das Vor­bringen und die Auswirkungen der Weltwirt» sckaftskrists, die mit der durch die wirtschaftlichen und politischen Drangsalierungen Deutschlands her» vorgernfenen deutschen Wirtschaftskrisis in Bewe­gung kam, gewehrt und gesichert zu haben glaub­ten,, find nun selber in der größten Gefahr.

Noch bis vor wenigen Tagen hatte man im Auslande, vorab in Frankreich, lesen können, daß es mit der deutschen Krisis ja gar nicht so schlimm sei, daß viel künstliche Mache dahimer wäre, und daß das Ganze eine großangelegte, raf finierte Aktion zur Entschuldigung Deutschlands gegenüber seinen Gläubigern fei.

Und nun kam der englische Schlag, überrascht und alarmierend für die ganze Welt. Und diese Welt gerät nun aus den Fugen! Daß jemals ein Haus wie Rothschild wanken könnte, daß Rotschild selber von seinen Gläubigern zum Df» fenbarungseid geladen werden würde, jeder, dem man das noch vor wenigen Wochen gesagt hätte, würde das für ein Märchen, noch nicht ein­mal für ein gutes gehalten haben.

Und wenn einer davon gesprochen hätte, daß die Bank von England ,diese alte, ehrenwerte Tante von Themse, diese traditionelle Hüterin und Herrscherin des Weltkapitals, in ernste Schwie. rigkeiten geraten würde, den hätte man als einen unheilbaren Phantasten bezeichnet.

Nun aber schreitet das Uebel mit Riesenschrit­ten vorwärts. Dieenglische Krankheit" frißt weiter und hat jetzt auch Amerika er g rif f e n Und wie lange wird es dauern, bis Frank­reich an der Reihe ist?

In Amerika find in Auswirkung der englischen Geldkrisis am 22. September 1931 an einem ein­zigen Tage für nicht weniger als HO Millionen Dollar, also für 450 Millionen Goldmark, Gold

und Devisen in Abzug gebracht worden. Hinter den geheimnisvollen Käufern sollen Frankreich und Holland stehen. Frankreich führt offenbar nur einen verzweifelten Kampf, um sich selber zu sichern, aber der bisherige Ablauf der Krisis hat gezeigt, daß noch ein jeder, der auf feine eigene Sicherung bedacht war, sich selber in Gefahr brachte. Und die Ereignisse der letzten Woche haben des weiteren gezeigt, daß ein Mißtrauen, wenn es einmal da ist, unaufhaltsam, geradezu mit elementarer Wucht, sich ausbreitet und auch über Goldberge hinwegschreitet! ....

Diese Krisis, die mit furchtbarer Gewalt Völker und Länder erfaßt, bat ein Gutes: sie fördert die Erkenntnis, daß der Weltkrieg und die politische nicht-wirtschaftliche Aufbürdung der Kriegskosten auf Deutschland die Ursache allen Elends sind! Und es scheint beinahe so, als hätte diese Weltkata­strophe eintreten müssen, um die Welt zur Besiv- nung zu bringen.

Und nun muß der Kelch bis zur Neige ausge­kostet werden. Entweder man entschließt sich, nunmehr zu einer gemeinschaftlichen internationa­len politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit und damit auch zu einer vernunftmäßigen Ver­teilung und Nutzung der Goldvorräte im Interesse

wtb. Tokio, 24. Sept. (Eig. Meld.) Die Mit­glieder des Kabinetts sind zu einer dringenden Sitzung zusammengerufen worden, in der die Ant­wortnote auf die Vorstellungen des Völkerbun­des durchgesprochen werden soll. Man hofft, den Entwurf noch heute abend veröffentlichen zu kön­nen.

Der Rat Amerikas.

wtb. Tokio, 24. Sept. (Eig. Meld.) Reuter: In einer an das Ministerium des Aeußern gerichteten Denkschrift über die Vorgänge in der Mandschurei erklärt der amerikanische Staatssekre- t ä r Stimson, die Vereinigten Staaten wünsch­ten keinesfalls, sich in die Angelegenheiten Japans einzumifchen, aber die gegenwärtige Lage rufe bei den anderen Mächten f ch w e re B e f p r g n i f f e rechtlicher und anderer Natur hervor. Er rate da­her Japan, die Angelegenheit rasch beizulegen und nicht weiter Gewalt anzuwenden.

Wie verlautet, berät das japanische Kabinett gegenwärtig über die Antwort an Stimson.

Der amerikanische Staatssekretär hat dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Mitteilung zugehen lassen, worin er den Empfang der Be­nachrichtigung über den Appell des Völkerbundes an die chinesische und japanische Regierung b e- stätigt und erklärt, daß die Regierung der Ver­einigten Staaten sich in voller Ueberein« stimmung mit der Haltung des Völ­kerbundes, die in dem Ratsbeschluß zum Aus­druck kommt, befindet und daß sie an Japan und China in gleichem Geiste gehaltenen Noten senden wird.

wtb. Genf, 24. Sept. (Eig. Meld.) Die Döl- kerbundsversammlung hat heute vormittag nach

Neues amerikanisches Luftschiff.

Erste Probefahrt des LuftkreuzersAkron".

Wie aus Akron (U. S. 21.) gemeldet wird, ist das amerikanische MarineluftschiffAkron" Mitt­wochnachmittag 3.38 Uhr Ostnormalzeit zu seiner ersten Fahrt aufgestiegen.

Das Marineluftschiff kehrte nach dreistündiger Fahrt zurück. Die erste Fahrt des neuen Luftschiffes ist ohne Zwischenfall verlausen.

* Der Reichskanzler hat dem R e i ch s g e r i chts- Präsidenten i. R. Dr. Simons zur Vol­lendung seines 70. Lebensjahres in einem herzli­chen Schreiben feine und der Reichsregierung auf­richtigen Glückwünsche ausgesprochen.

* Landvolk fordert höheren Vutterzoll. Die Reichstagsfraktion des Deutschen Landvolks hat soeben einen Antrag eingebracht, worin die Reichs­regierung ersucht wird, auf Grund des Ermächti­gungsgesetzes über Zolländerungen vom 28. März, das die Regierung verpflichtet, nachweisbar vor­handene Mißverhältnisse zwischen dem Inder der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und den übrigen Indexen zu beseitigen, den Vutterzoll mit sofor­tiger Wirkung in einem Umfange zu erhöhen, der der Lage der milcherzeuqenden Landwirtschaft Rechnung trägt. In einem weiteren Anträge er­sucht das Landvolk die Reichsregierung, durch die Aufnahme der Kenntlichmachung ausländ!» fchee Agrarprodukte beim Verkäufer die Erzeug­nisse der bäuerlichen Wirtschaft des Obst- Ge- müfe- und Weinbaues vor weiterem Preisversall zu schützen. _______

Kommunistische Kundgebung vor der fioni- gin der Niederlande. Aus Amsterdamm wird ge­meldet: Als die Königin in Begleitung des Prinz­gemahls und der Thronfolgerin zum Besuche in Amsterdam eintraf, ereignete sich auf dem Platz vor dem königlichen Schloß ein Zwischenfall. Un­ter der zahlreichen Menge, die überall die Stra­ßen und die Nachbarschaft des Schlosses umsäumte, befanden sich auch mehrere hundert Kommunisten, darunter Mitglieder des kürzlich gebildeten Rot- frontfämpferbunbes. Die Kommunisten brachen beim Herannahen der königlichen Kutsche in Rot- fr ontrufe aus und stimmten später, als die Königin unter den Klängen der Nationalhymne,

der Gesamtheit, ober aber der Untergang ist nicht mehr aufzuhalten. Die Entscheidung liegt nicht mehr bei uns, sie ist nur in die Hände derer ge­geben, die alles zu verlieren haben!

* Verleihung des Adlerschilds an Reichsgerichks- präsidenlen i. R. Dr. Simons. Der Herr Reichs­präsident bat dem Reichsgerichtspräsidenten i. R. Prof. D. Dr. Walter Simons anläßlich feine» 7 0. Geburtstages den Adlerschild des Rei­ches übermittelt und diese Auszeichnung mit einem herzlichen Glückwunschschreiben begleitet. Der Ad­lerschild des Reiches, der die Widmung trägt: - Wal­ter Simons, dem hohen Richter, dem Förderer des Völkerrechts, der Reichspräsident zum 24. Sep­tember 1931" wurde im persönlichen Auftrag des Reichspräsidenten am Dienstag abend dem Jubi­lar in seiner Wohunng durch Staatssekretär Dr. Meißner überreicht.

* 50 000 Arbeitslose demonstrieren in Glasgow. Blättermeldungen aus Glasgow zufolge ver­anstalteten dort am Mittwoch 50 000 Arbeitslose Kundgebungen. Sie zogen durch die Hauptstraßen der Stadt und fangen kommunistische Kampflieder. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet.

kurzer Aussprache die von dem schweizerischen Bundesrat Motta vorgelegte Entschließung über die Fortsetzung der Arbeiten des Europaausschus­ses angenommen.

Der Rückzug der Japaner.

Aus Tokio wird gemeldet: Alle japanischen Truppen in der Mandschurei haben sich nach dem Gebiet der südmandschurischen Bahn zurückgezogen. Japanische Kräfte stehen noch in Mukden und Tschantschun, sie mischen sich aber nicht in die städtischen Angelegenheiten ein.

I

wtb. London, 24. Sept. (Eig. Meld.) Der Times» Korrespondent in Tokio meldet: Außer bei Mul­den, Tschangtschun und Kirin sind alle japanische» Truppen in der Mandschurei in die Eisenbahnzone zurückgezogen worden. Die Berichte von einem Vormarsch gegen Chardin sind unbe­gründet.

Aus Nanking meldet Reuter: Die Nachricht über das Vorgeben des Völkerbundsrates ist hier mit großer Freude ausgenommen worden und hat die Atmosphäre gereinigt.

Eine Massenversammlung, an der 100 000 Men­schen teilnahmen, nahm eine Entschließung an, in der die Regierung aufgefordert wird, eine sofor­tige allgemeine Mobilisation anzuord­nen. Zahlreiche Japaner haben Nanking verlassen und sind nach Schanghai ausgewandert, wo die ganze japanische Kolonie von Hangtschau eingetrof- fen ist. Man befürchtet antiiapanische Kundgebun­gen und Zwischenfälle, wenn nicht in kurzer Zeit Maßnahmen zur Beilegung des Konfliktes in der Mandschurei ergriffen werden.

ton den Zuschauern begrüßt, auf dem Balkon des Schlosses erschien, die Internationale an. Die Volksmenge rotes jedoch den kommunistischen Störungsversuch zurück, indem sie durch begeister­tes Mitfingen dex Nattonolhymne die Interna­tionale übertönte. Die Polizei brauchte nicht ein» zuschreiten. Bemerkenswert ist, daß in der Aus­gabe des kommunistischen OrgansDe Tribüne" zu der Kundgebung aufgefordert worden war.

* Die spanische Kündigung des Patzabksmmens. Im Auswärtigen Amt ist jetzt die Note der spani­schen Regierung, in der das deutsch-spanische Paß­abkommen gekündigt wird, eingegangen. Die Kün­digung ist mit Wirkung vom 25. September ab ausgesprochen, nicht, wie in der Presse behauptet wird, vom 22. d. M. ab.

* Die Novemberkammerwahlen in S üb Ra­mien. Aus Belgrad wird gemeldet: Der Kö­nig hat einen Erlaß unterzeichnet, wonach die Neu. wählen zum Parlament im Monat November ftaftfinben. Die neugewählte Kammer wird am 7. Dezember zu ihrer ersten Sitzung zusammenire» ten.

Einwanderung nach Chile untersagt. Nach einer Meldung aus Santiago di Chile hat Chile mit Rücksicht auf den Stand der Arbeits­losigkeit jede Einwanderung unter­sagt.

* Die Frage einer Welt-Silberkonferenz. Ein von der internationalen Handelskammer eingesetz­ter und aus drei Währungssachverständigen be­stehender Ausichuß. der den Vorschlag einer (Ein­berufung einer Welt-Süberkonferenz prüfen soll, ist am Donnerstag in London zusammengetre- ten. Er wird der internationalen Handelskammer in Paris nach Abschluß seiner Beratungen Bericht erstatten.

Der Oberbürgermeister von Hagen hat ein Ermittinngsversahren beantragt. Der Oberbür­germeister der Stadt Hagen hat wegen der im Zu­sammenhang mit dem Hagener Straßen­bahnskandal veröffentlichten Anschuldigungen dem Regierungspräsidenten Bericht erstattet und um Einleitung eines Ermittlungsver» fahrens gebeten. Der frühere Direktor der Hagener Straßenbahn ist wegen Unregelmäßig­keiten im Amte kürzlich verhaftet worden.

Die japanische Hofe an den Völkerbund.

Der japanische Vormarsch ist eingesteltt. Amerikas Warnung.