FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadl Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
Ilr. 216
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Samstag, 19. September 1931.
Monatlich 1.80 einichiietzl. Pottgebuhr ,4n Pig.j ohne .tzunellp Anzeigen-Preite: Kleinzeile ((£ol.) lokal 0.15 RM. auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wirderbolu'-aen 'Rob yt Poitichrikk Frank- t> M ‘4051
Iahrg. 58.
vanken-Aussichk und Attlenrechts-Lesorm.
Vor der Veröffentlichung
C.N.B. Berlin. 18. Septbr. (Eig. Meld.) Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ist damit zu rechnen, daß morgen vormittag die Notverordnung über die Bankenaufsicht und über die dringlichsten Fragen der Aktienrechtsreform veröffentlicht werden wird.
Die europäische Wirtschafts-Not.
Fortsetzung der Aussprache des Genfer Wirtschaftsausschusses.
wtb. Genf, 18. Sept. (Eig. Meld.) In der Aussprache des Wirtschaftsausschusses der Völkerbundsversammlung, die heute fortgesetzt wurde, legte der italienische Korporationsminister Bottai den Standpunkt der italienischen Regierung zur internationalen Handels- und Wirtschaftspolitik dar. Die Rede war gekennzeichnet durch eine starke Zuversichtlichkeit in der Tätigkeit des Völkerbundes, andererseits durch eine sehr klare Stellungnahme zu einigen, im Augenblick besonders aktuellen Wirtschaftsfragen. Sehr ernst wandte sich der italienische Vertreter gegen Zollunion und internationale Jndustrievereinbarungen. Solche Gruppierungen verhinderten eine harmonische Lösung des europäischen Wirtschaftssystems, in dem sie zum Schaden Dritter ,
। die Gleichgewichtsstörungen, die man verbessern müsse, stabilisierten. Italien sei grundsätzlich auch gegen die Präferenzverhand-
wtb Genf, 18. Septbr. (Eig. Meld.) Im politischen Ausschuß der Völkerbundsversammlung ergriff Reichsaußenminister Dr. Curtius heute vormittag das Wort zu einer Erklärung über die Mandatsfragen. Er begrüßte es leb haft, daß der Völkerbund durch einen norwegischen Antrag auch in diesem Jahre die Möglichkeit habe, sich über die Mandatsfragen auszusprechen. Damit werde eine Tradition gepflegt, die den Pflichten entspreche, die der Völkerbund angesichts der bedeutenden Jnteresien der Bevölkerung. der weltpolitischen Fragen und des Zusammenhanges der Weltwirtschaft besitze. Die Arbeiten der Mandatskommission seien als außerordentlich wertvoll zu bezeichnen. Der Völkerbundsrat habe heute Gelegenheit gehabt, eine Reihe von Fragen an der Hand der Berichte der Mandatskommission zu prüfen. Als eine in letzter Zeit aufgetauchte wichtige Frage erwähnte Dr. Curtius
die Zulassung fremder Aerzke in die INandats- gebiele, an der auch Deutschland großes Interesse habe.
Er sprach den Wunsch aus, daß diese Frage positiv geregelt werde, wie dies in einem großen Mandatsgebiet bereits geschehen sei. Zu der in der letzten Tagung erörterten Frage der Beendigung des Mandatsverhältnisses erklärte Dr. Curtius, es sei zwar notwendig, die Bedingungen für die Beendigung des Mandates festzulegen; man dürfe aber dabei nicht zu weit gehen. Eine lOOprozentige Garantie werde man nie geben können, und es komme in erster Linie darauf an, daß die verantwortlichen Persönlichkeiten die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen besitzen, um die Ueberleitung in den neuen Zustand möglichst zweckmäßig vorzunehmen. Dr. Curtius sprach in diesem Zusammenhang die Hoffnung aus, daß es nach Beendigung des Mandatsverhältnisses und nach Regelung der damit zusammenhängenden Fragen — insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet — möglich sein werde, den Irak in den Völkerbund aufzunehmen.
* Der Herr Reichspräsident empfing am Freitag den Herrn Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag.
• Kein Empfang Hitlers beim Reichspräsidenten beabsichtigt. In einem Teil der Provinzpresse ist in großer Ausmachung berichtet worden, daß der Reichspräsident den Führer der Nationalsozialistischen Partei, Adolf Hitler, empfangen werde. Von z u st ä n d i g e r Stelle werden diese Nachrichten als reine Kombinationen bezeichnet, wenn auch die Ansicht vorherrscht, daß der Reichspräsident auch Hitler empfangen würde, wenn das beantragt würde. — Warum sollte der Reichspräsident denn auch nicht Herrn Hitler empfangen? Das würde auf Hitler vielleicht einen heilsamen Einfluß ausüben.
Em schwieriger Fall»
wtb. Parts, 18. Sept. (Eig. Meld.) Wie Havas aus Madrid meldet, sei die von der Kammer angenommene Formel, Spanien als eine demokratisch-liberale Arbeiter-Repu- blit zu bezeichnen, wieder fallen gelassen worden. Man werde sich wahrscheinlich auf folgende Formel einigen: Spanien ist eine liberale und demokratische Republik, deren Grundlage die Arbeit bildet.
* Die „Rote Fahne" auf vier Wochen verboten Der Polizeipräsident von Berlin hat die in Berlin erscheinende Tageszeitung ,Lie Rote Fahne"
der neuen Notverordnung.
langen, die nach Ansicht der italienischen Regierung mit der Meistbegünstigungsklausel und den italienischen Interessen nicht vereinbar sei. Italien weigere sich aber nicht, in eine Prüfung dieses Systems zu treten, wenn es einen klar begrenzten Charakter habe, um auf diese Weise der besonderen Lage der osteuropäischen Agrarstaaten Rechnung zu tragen. Bottai. setzte sich im weiteren Verlaufs seiner Ausführungen
für eine Inkraftsetzung der Genfer Handelskonvention
ein und betonte die Notwendigkeit, daß die Staaten sich aller protektionistischen Maßnahmen enthalten. Zum Schluß begründete er ausführlich einen Antrag der italienischen Regierung, worin der Völkerbundsrat ersucht wird, eine engere Zusammenarbeit der in den einzelnen Ländern bestehenden Wirtschaftsräte mit dem Völkerbund herzustellen.
Die drohende Zoll-Mauer.
wtb. Paris, 18. Septbr. (Eig. Meld.) Das französische Aktions-Komitee für Wirtschafts- und Zollfragen hat den Finanzminister ersucht, schleunigst mit England Verhandlungen aufzunehmen. Wenn die von der englischen Regierung geplanten Zölle angenommen würden, würden Repressalien unausbleiblich fein.
einschließlich der Kopfblätter mit sofortiger Wirkung auf die Dauer von vier Wochen verboten. In dem von der „Roten Fahne" veröffentlichten Telegramm des ZK. der KPD. an die englische Marine wird eine schwere Störung der freundschaftlichen deutsch - englischen Beziehungen erblickt. Der Schlußsatz des Telegramms stellt überdies eine Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze dar.
* Teutschs Nachfolger. Wie gemeldet, hat der Reichstagsabgeordnete Pfarrer Deutsch, der als christlichsozialer Abgeordneter in den Reichstag eingezogen und dann zu den Nationalsozialisten übergetreten war, sein Reichstagsmandat niedergelegt. Für Deutsch tritt jetzt der Mannheimer Stadtrat Dr. S ch m e ch e I in den Reichstag ein. Damit verfügen die Christlichsozialen wieder über 14 Abgeordnete. — Wie das Nachrichtenbüro des vdz. meldet, hat der nationalsozialistische braunschweigische Minister a. D. D r. F r a n z e n soeben sein Reichstagsmandat nied e rgelezt. Nach dem nationalsozialistischen Wahlvorschlag tritt nunmehr der Schmiedemeister Hans Kumme r f e l d t in den Reichstag ein.
Neuwahlen in England?
Aus London wird gemeldet:
Tue „Times" bleibt dabei, daß eine baldige Wahl sowohl auf der Regierungsseite als auch bei "der Opposition für unvermeidlich gehalten werde. Das Blatt hält es für unwahrscheinlich, daß die jetzige Regierung einen Tarif durchführen kann, denn bei einer Mehrheit von 50 bis 60 Stimmen könne sie sich das Abfallen auch nur eines Dutzends Liberaler nicht leisten.
Die liberale „News Chronicle" hält es für unmöglich, das englische Pfund zu schützen, wenn die Konservative Partei ihre „unbesonnene" Absicht ausführe. Das Blatt erinnert ferner daran, daß bei Bildung der neutralen Regierung keine der beteiligten Parteien ihre politischen Grundsätze preisgegeben habe, und bestreitet, daß die Liberalen für einen Zolltarif gewonnen seien.
Die Oberbefehlshaber der englischen Kriegshäfen nach London berufen.
Die Oberbefehlshaber der Kriegshäfen sind von der Admiralität zu einer Beratung über die Beschwerden wegen der Kürzung der Löhnung in der Marine nach London berufen worden.
Der Schatten ?s Stinnes-Vrozesses.
Landgerichtsdirektor Arndt suspendiert.
Auf Grund der von dem Senatspräsidenten beim Kammergericht, Schönfeld, im Dienstaufsichtswege geführten Ermittlungen hat der Gene- ralstaatsanwalt beim Kammergkricht die Eröffnung des Disziplinarverfahrens gegen den Landgerichtsdirektor Dr. Arndt und gleichzeitig die Amtssuspension bei dem Disziplinarsenat des Kammergerichts beantragt.
Der Disziplinarsenat hat antragsgemäß das förmliche Disziplinarverfahren gegen Landgerichtsdirektor Dr. Arndt eröffnet und gleichzeitig die Amtssuspension angeordnet. Dem Landgerichtsdirektor Dr. Arndt wird fahrlässiges Verhalten als Vorsitzender im Stin- nes-Prozeß zur Last gelegt. Zum Untersuchungskommissar in dem förmlichen Disziplinverfahren hat der Kammergerichtspräsident den mit der Angelegenheit bereits vertrauten Senatspräsidenten' Schönfeld bestimmt.
Die Pressestelle der An walt s k am m e r Berlin teilt mit: Mit Rücksicht auf die in der Oefsentlichkeit gegen eine Reihe Berliner Rechts
anwälte im Zusammenhang mit der Stinnes-An- gelegenheit erhobenen Vorwürfe hat der Vorstand der Anwaltskammer Berlin beschlossen, den Generalstaatsanwalt beim Kammergericht zu ersuchen, in einem ehrengerichtlichen Ermittlungsverfahren aufzuklären, ob und inwieweit diesen Anwälten Verstöße gegen die Standespflicht zur Last zu legen sind."
Deutsches Flugzeug ab gestürzt.
Fluigzeugunglück in Schweden. — Bier Tote.
Ein deutsches Flugzeug mit der Zulassungsnummer D. 1812 der Bayerischen Flugzeugwerke stürzte am Donnerstag um 12.45 Uhr einen Kilometer nördlich des Vire-Sees im Bezirk I ö n - köping in Mittelschweden ab. Das Flugzeug zerschellte auf dem Boden, seine vier Insassen kamen ums Leben. Sie waren bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Zeugen haben das Unglück nicht gesehen, doch war das Krachen weithin hörbar. Das Flugzeug dürfte vor dem Unglück über den Wolken geflogen sein, die am Donnerstag ziemlich niedrig lagen.
Wie aus Luftfahrkreisen mitgeteilt wird, handelt es sich um ein Flugzeug der Deutschen Verkehrsflug A.G. Fürth. Die Maschine, die mit einem siebenzylindrigen Wright-Wirlwind- Motor ausgestattet ist, wurde vor einiger Zeit an ditz Photogrammetrie in München verchartert, um tn Schweden Luftbildaufnahmen zu machen. Bei den inzwischen identifizierten Verunglückten handelt es sich um den Piloten Johann Wirtz, den die Photogrammetrie gestellt hatte; Franz Paul ist vermutlich der Photograph der Expedition.
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Die beiden anderen getöteten Insassen wurden als der Diplomingenieur D a n i e l s o n aus Stockholm, der als technischer Fachmann und Kontrolleur an dem Fluge teilnahm, und seine E h e f r au festgestellt.
Der Absturz erfolgte während der Ueberfüh- rung der Maschine vom Flughafen Ljungbehead nach dem Flughafen Malmslätt. Das Unglück ist wahrscheinlich dadurch entstanden, daß der eine Flügel der Maschine sich vom Rumpf g e l ö st hatte.
* 3n den Alpen vermißt. Wie aus Innsbruck gemeldet wird, ist der 36jährige Studienassessor Georg Hoerl- b a ch e r aus Nürnberg seit dem 24. August im Groß- Ben e d i g e r-Gebiet abgängig. Es wird ein Unfall durch Erfrieren oder Absturz in eine Gletscherspalte befürchtet.
ERB. Berlin, 18. Sept. (Eig. Meld.). Von den 44 Nationalsozialisten, die wegen ihrer Beteiligung an den Kurfürstendamm-Krawallen gelegentlich des jüdischen Neujahrsfestes am Samstag der vergangenen Woche festgenommen wurden, hatten sich heute 34 vor dem Schnellschöffengericht Charlottenburg zu verantworten, das mit diesem Verfahren zum ersten Mal in Aktion trat. Die restlichen Festgenommenen werden sich z. T. vor dem Jugendgericht zu verantworten haben. Für den heutigen Freitag ist lediglich die Vernehmung der Angeklagten vorgesehen, während die Zeugen, 42 an der Zahl, unter denen sich zahlreiche Polizeibeamte und Augenzeugen und auch der Besitzer der demolierten ^-mditorei Reimann, befinden, für morgen gelr sind. Die Angeklagten stehen im Alter von 11 ois 30 Jahren. Auf dem Zeugentisch lagen die Waffen, die man den Demonstranten abgenommen hatte und zwar Messer mit feststehendem Griff, Gummiknüppel und eine große Reitpeitsche.
Der Staatsanwalt formulierte zu Beginn der Verhandlung die Anklage, die auf Landfriedensbruch, Aufruhr,Aufreizung zum Klassenhaß, Anstiftung zu Gewalt, tätigfetten und in einzelnen Fällen auch verbotenen Waffenbesitz und Beamtenbeleidigung lautet.
Schmitt (Zentrum), der bisherige Kultusminister, tritt die Nachfolge des verstorbenen Staatspräsidenten von Baden Dr. Wittemann an und übernimmt gleichzeitig das Justizministerium.
Die Regierungsparteien haben im Badischen Landtag einen Antrag eingebracht, durch den die Regierung ersucht wird, aufgrund des Spargut- achtens und der Notverordnung des Reichspräsi- deuten vom 24. August das Erforderliche vor-
Jugoslawieu nach der Diktatur
Die Aussichten des neuen parlamentarischen Regimes.
Von Otto Schumann - Wien.
Die Erklärung König Alexanders bei Einführung der Diktatur am 6. Januar 1929, daß es sich hierbei nur um einen vorübergehenden Zustand handeln solle, um das Land aus den derzeitigen Schwierigkeiten hinauszuführen, wurde — was nicht verwundern konnte — fast allgemein mit erheblichem Mißtrauen aufgenommen. Der Verlauf der Ereignisse hat indessen gezeigt, daß es der Herrscher ernst meinte, und seit dem 30. August dieses Jahres besitzt Jugoslawien wieder eine parlamentarische Verfassung.
Daß etwa dergleichen in der Luft lag, war eingeweihten Kreisen bereits seit einiger Zeit bekannt. Schon im Juni verlautete, daß der König zur Aufhebung der Diktatur entschlossen sei, und man erwartete, daß eine entsprechende Erklärung am 16. August, dem Tage des zehniährigen Regierungsjubiläums, erfolgen werde. Anscheinend waren aber die Vorbereitungen damals noch nicht weit genug gediehen.
Was hat nun den König bewogen, gerade jetzt sich feiner diktatorischen Machtvollkommenheiten zu entäußern? Tat er den entscheidenden Schritt freiwillig oder unter irgend welchem äußeren Druck? Man muß annehmen, daß das erstere der Fall ist. Wenigstens läßt sich weder ein inländischer noch fremder Einfluß erkennen, der zur Wiedereinführung des Parlamentarismus gedrängt hätte. Vielmehr schien die Stellung des Diktator-Königs gerade in den jüngst vergangenen Monaten besonders stark. Alexander fand bei seinem letzten Besuch in Kroatien eine ungewöhnlich warme Aufnahme. Die Regierung hat vor nicht langer Zeit die heiß begehrte Anleihe nach Hause bringen können, wenn auch verschiedene Umstände sie dabei besonders begünstigten; man denke nur an das Bestreben Frankreichs, den europäischen Südosten gegen den österreichisch-deutschen Zollvereinsplan mobil zu machen, ganz abgesehen davon, daß die schwierige Wirtschaftslage des jugoslawischen Freundes zur Hilfeleistung zwang. Endlich war es dem Minister Ziwkowitsch gerade in letzter Zeit gelungen, mehrere Politiker aus dem oppositionellen Lager zu sich herüberzuziehen. Alles dies mußte die Stellung der Regierung stärken.
Demgegenüber fehlten auch nicht einige Flek-
Die Kurfürstendamm- Krawalle vor dem Schnellgericht.
34 Nattonalfoziallsten unter der Anklage des Landfriedensbruchs.
Reue Regierung in Baden.
Als Rädelsführer sind angeklagt der Alberter Ponke, der Dipl.-In g. Brandt und der I n g. Gewehr, die in der S. A. Sturms ührer sind; als Anstifter hat sich der Führer des Sturms 29 in Zehlendorf, D ip l.» Ing. Fischer, zu verantworten. Die Angeklagten, von denen einige aus der Provinz stammen, sind meist Arbeiter und Handwerksgesellen; es befinden sich unter ihnen auch zwei Studenten.
Der erste Angeklagte Schuster erklärte, daß er nur als Neugieriger in die Menge hineingeraten fei. Er sei auch gar nicht in der N. S. 2. A. P. organisiert. Das feststehende Messer, das ihm die Polizei abgenommen habe, sei sein Brotmesser.
Der zweite Angeklagte Sonin will von Kameraden gehört haben, daß man sich am Kurfürstendamm einfinden solle. Der Porsitzende hielt ihm vor, daß er bei der Polizei erklärte habe, der Sturmführer Fischer habe befohlen, nach dem Kurfürstendamm zu gehen. Demgegenüber erklärte der Angeklagte jetzt, es habe sich hur um eine kameradschaftliche Verabredung gehandelt. Er gab aber zu, daß er mit 6 Nationalsozialisten aus Wannsee nach dem Kurfürsten- domm gefahren sei. Dort hätten sie sich das jüdische Neujahrsfest anschauen und zeigen wollen, daß es noch andere Leute als Juden in Berlin gebe.
Siehe auch unter Letzte Nachrichten".
Dr. Baumgartner, der bisherige Präsident des badischen Rechmings- hoss, wird das Kultusministerium künftig leiten.
zusehen, daß bereits für die nächsten Landtagswahlen die Zahl der Abgeordneten um etwa ein Drittel der jetzigen Za hl herabgesetzt und aus etwa 60—65 festgelegt wird.
Deutschland und die llolonialHrage.
Dr. Curtius spricht in Genf über die Mandatsgebiete.