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Nr 215

Freitag, IS. September 1931

laljtfl. 58.

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FuloaerZertung

Anzeiger für die Stabt Julba unb benCanbtreis Julba. Amtliches Kreisblatt.

Verlängerung des Hoover-Vloraloriums?

in

kommen tritt bekanntlich in Kraft, wenn fämt-

fei er

Chafe-Nationalbank, Wiggin, bevollmächtigt, Stillhalteabkommen, das die Verlängerung Deutschland gewährten kurzfristigen Kredite 6 Monate betrifft, anzunehmen. Das

das der auf Ab-

lieber die Bekämpfung der Wirlfchaflskrise

Genfer Beratungen.- Die Getreide-Versorgung. Die Wirt­schafts-Ententen. Ordnung an Stelle der Anordnung.

Vorräte zu erleichtern, habe man besondere Präferenz - Maßnahmen ergriffen. Deutschland, Frankreich und Jugoslawien hätten ein Interesse daran, daß diese Maßnahmen durchgeführt wer­den könnten, weil auch sie von der Hebung der Kaufkraft der Agrarländer Gewinn haben wür­den. Aber alle diese Maßnahmen, so wertvoll sie auch seien, stellten nur Behelfe dar, die die Krise mildern, aber nicht beseitigen könn­ten, weil sie ihre Ursachen bestehen ließen. In der Produktion und Verteilung der Güter müsse Ordnung an die Stelle der Unord­nung treten. Das System der internationalen Wirtschafts-Ententen entspreche dem Ideal der in­ternationalen Zusammenarbeit und trage der ge­bieterischen Not Rechnung. Die Stabilisierung der Produktion entspreche der Stabilisierung der Preise. Der Redner kündigte einen. Entschlie­ßungsentwurf über die Wirtschafts-Ent- e n t e n , die unter Aufsicht des Völker­bundes gestellt werden sollten, an.

Weitere Meldungen siehe unter Letzte-Nachrichten.

wtb. Genf, 17. Septbr. (Eig. Meld.) Der Wirt­schaftsausschuß der Völkerbundsversammlung trat heute mittag in die Erörterung seines eigentlichen Arbeitsgebietes, die Bekämpfung der Wirtschafts­krise, ein. Als erster Redner sprach der tschecho­slowakische Senator Stodola, der betonte, daß der Europa-Ausschuß nicht nur sehr wertvolle prak­tische Arbeit geleistet, sondern auch das Gefühl der wirtschaftlichen Solidarität ge­stärkt habe. Die Grundlage der tschechoslowaki­schen Handelspolitik bleibe nach wie vor die Meist­begünstigung. Die Tschechoslowakei begrüßte den in dem Bericht der Wirtschaftssachverständigen des Europa-Ausschusses erwähnten Gedanken einer europäischen Zollunion als Endziel. Der franzö­sische Handelsminister Rollin machte hierauf län­gere Ausführungen, die sich vor allem auf die Präferenzen und den im Mittelpunkt der im Mai veröffentlichten französiscken Denkschrift stehenden Gedanken der internationalen Wirtschafts- Entente bezogen. Um den Ländern Mittel- und Osteuropas den Absatz ihrer Getreide-

wünsche, einem Druck ausgesetzt zu sein. Es noch nicht das mindeste darüber bekannt, ob in einer dieser Fragen nachgeben werde.

Neuer Anstoß?

Es scheint uns schon fast wie ein Märchen

grauer Vorzeit zu liegen, daß einmal der amerika­nische Präsident den Änstoß zu einem Schulden­feierjahr gab, um damit die festgefahrene Weltwirtschaft wieder in Gang zu setzen und nicht zuletzt Deutschland Hilfe in schwerster Not zu brin­gen. Wir haben die Vorgänge von damals schon beinahe vergessen. Nicht weil wir undankbar wä­ren, Deutschland hat den Vorstoß des Präsidenten Hoover mit wirklich echtem Gefühl begrüßt, und selbst der Reichspräsident hat dem Manne jenseits des großen Teiches, der die Courage hatte, trotz Politik doch auch Mensch und Rechner zu sein, ge­dankt, ebenso wie es nachher der Reichskanzler in einer Rundfunkrede getan hat- Aber warum ist trotzdem jene große und wahrhaftig ungewöhnliche Aktion fast schon in Vergessenheit geraten?

Nun, es gelang anderen Kräften, ihr den Schmelz der Naturkraft zu nehmen, und während man in Paris sich sträubte und feilschte, ging viel von dem Hooverschen Impuls, soweit er auch mo­ralische Wirkungen haben mußte, verloren. Als das Feierjahr schließlich anerkannt war, wirkte es nicht mehr wie ein großer, unerwarteter Anstoß, sondern nur noch wie eine Notwendigkeit: wäre es nicht von Hoover angeregt morden, so hätte es sonst irgendwie kommen müssen, denn Deutschland hätte auf absehbare Zeit keinesfalls noch Repara­tionszahlungen leisten können. Die Staatsmän­ner also, denen damals die geistige und ethische Elastizität fehlte, um Hoover sofort, zuzustimmen, haben durch dieses Versagen aus einem fast wie ein Wunder wirkenden Angebot eine platte Selbstverständlichkeit gemacht, der kei­nerlei anfeuernde Wirkung innewohnt.

Jetzt heißt es, in Amerika erwäge man eine weitere Tat, man wolle das Moratorium auf drei bis fünf Jahre verlängern. Zwar fei der Präsident selbst dafür noch nicht gewonnen, wenn er dem Gedanken auch, seiner ganzen Hal­tung entsprechend, nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstehe. Er wolle das erste, bereits in ®ang gesetzte Feierjahr erst durch den Kongreß ratifizieren lassen, bevor er der Welt neue Anre­gungen gebe. Das ist gewiß begreiflich, aber die Meldungen besagen, daß maßgebliche amerikani­sche Bankiers einen Aufschub, wenn auch nur auf sechs Monate, wie Hoover ihn erwäge, für u n = Möglich halten. Ihnen scheint die jetzige Un­gewißheit, die um so drohender wird, je näher wir dem Winter kommen, unerträglich, und damit

In Ergänzung seines Berichts über das Ein­treten amerikanischer Bankiers für eine Verlän­gerung des Hoover-Moratoriums meldet der Wa­shingtoner Korrespondent derTimes" noch, das Verlangen der Bankiers, daß das Kriegs- schuldenmoratorium um mindestens drei Jahre verlängert wird, werde, wie zuverlässig verlaute, auch von Schatzsekretär Mellon befürwortet. Zur Beurteilung der Lage sei bedeutungsvoll, daß nur bei einer merklichen Besserung der Geschäftslage Präsi­dent Hoover nächstes Jahr die Aussicht auf eine Wiederwahl hätte. Der Präsident habe den Bankiers anscheinend zu einer liberaleren Kredit­politik geraten, aber hierauf hätten die Banken erwidert, daß ihnen die Hände gebunden seien. Einer von ihnen habe ganz unumwunden erklärt: Unsere Uhr haben die Deutschen in der Tasche, womit er die 600 Millionen Dol­lars kurzfristige Kredite meinte, die in Deutschland stillgehalten sind. Die Bankiers be­zeichnen als Vorbedingung einer Hilfsaktion er­stens eine Verlängerung des internationalen Mo­ratoriums und zweitens eine Aenderung der Po­litik des Direktoriums der Bundesreservebanken in Richtung auf eineregulierte Insla - t i o n", solange es noch Zeit fei, einen solchen Vorgang zu regulieren. Die Bankiers und In­dustriellen verlangten ferner eine Abänderung des Alkoholoerbots und Zulassung von Bier mit 3 Prozent Alkohol. Sie erklärten, daß auf diese Weife der Landwirtschaft geholfen, die Steuern reichlicher fließen und die Arbeitslosigkeit vermin­dert werden würde. Der Korrespondent schließt, alles deute darauf hin, daß der Präsident nicht

dürften sie recht haben. Denn unterdessen hat sich ja nicht nur in Deutschland die Lage verschlimmert. Wer es nicht an 'wirtschaftlichen Erscheinungen ab- leien kann oder wer töricht genug wäre, aus seinen eigenen, vielleicht noch verhältnismäßig günsti­gen Lebensbedingungen zu schließen, daß alles doch nochnicht fofchlimm fei, der mag aus dem Aufruf des Reichspräsidenten, der Reichsre­gierung und der freien Wohlfahrtsverbände er­kennen, wie tief die Not sich in unseren Volkskör­per eingefressen hat. Die unter dem TitelWir wollen helfen" am Dienstag abend vom Rundfunk veranstaltete Reichssendung mit der Rede des Mi­nisters Dr. Wirth und den Ansprachen des Präsi­denten des Karitas-Verbandes und des Vorsitzen­den des Roten Kreuzes war eine erschütternde Kundgebung, an der kein Wort falsch war. Sv tritt nur eine Regierung vor ihr Volk, wenn sie das Schlimmste befürchtet. Das Elend wird in diesem Winter so groß fein, daß einer auf den anderen angewiesen ist. Wir gehen dem frierenden Hun­ger entgegen, und hinter ihm verstecken sich Ver­zweiflung und Aufruhr. Es ist wieder einmal so, daß die Welt in Gefahr ist, durch Deutfchlands Zu­sammenbruch mit in den Strudel der Verelen­dung und des politischen Durcheinanders gerissen zu werden.

Aber es ist nicht nur in Deutschland 5 Minuten vor zwölf. Ein anderes stolzes Land, dessen Ruhm es war, niemals besiegt worden zu sein, geht mit großen Schritten ähnlichen Verhältnissen ent­gegen: England. Das stolze Albion leidet Not. Und diese Tatsache ist der schlüssigste Beweis da­für, daß die großen Mächte wirtschaftlich aufs engste aufeinander angewiesen sind. Auch in Eng­land steigt die Arbeitslosigkeit von Woche zu Woche und droht mit ihrer trüben Flut das Land zu über­schwemmen. Das ist ein Mahnzeichen für Amerika und es ist tröstlich, daß man es in den Bereinigten Staaten ernst nimmt. Daher die Besorgnisse der in diesen Tagen in Washington tagenden Bundes­banken, daher ihre Mahnung an Hoover, seinen Vorschlag von damals zu erweitern und erneut seine Autorität für eine Lockerung des krisenhaften Zustandes einzusetzen. Selbstverständlich, so müs­sen wir leider sagen, sind von anderer Seite wie­der Hemmungen und Schwierigkeiten zu erwarten. Man wird sich in chauvinistischen Kreisen Frank­reichs nicht scheuen, den politischen Egoismus wieder den Bedürfnissen der Menschen voranzufet­zen, und wenn Hoover sich entschließt, dem Rat der amerikanischen Bankiers zu folgen, so werden seine Staatssekretäre Stimson und Mellon wieder schwere Arbeit erhalten, bis sie der Vernunft auch an der Seine zum Durchbruch verhalfen haben.

Deutschland selbst wird dabei kaum viel helfen können, aber unsere inneren Verhältnisse werden von Tag zu Tag überzeugen­der als Einpeitscher hinter den diplomatischen Ver­handlungen stehen. Dabei wird es allerdings nach den Erfahrungen der letzten Monate auch von uns her nicht an Hemmungen fehlen. Es ist leider nicht zu leugnen, daß es in der deutschen Industrie Elemente gibt, die sich ebenfalls von einem kapitalistischen Egoismus, den bas Schicksal der Massen erst sehr weit nach seinen persönlichen Interessen kommt, noch nicht frei gemacht haben. Wir haben in den letzten Tagen in einer fchwerindustriellen Zeitung des Westens wieder eine Haltung feftstellen können, die von dem Gefühl der Schickfalsverbundenheit aller Deutschen untereinander roeit entfernt ist. Hier scheint die Reichsregierung durch Verordnun­gen einschneidender Art eingreifen zu müssen Denn wenn es den Amerikanern darum zu tun ist, die deutsche Wirtschaftsmaschine wieder ankurbeln zu helfen, so haben sie doch kein Interesse daran, Einzelnen die Möglichkeit zu scharfmacherischer Machtentfaltung auf Kosten der Arbeiterschaft zu geben.

Annahme des Stillhalteabkommens durch die amerikanischen Bankiers.

wtb. New Jork, 16. Septbr. (Eig. Meld.) Der Ausschuß, in dem die Bankiers der Vereinigten Staaten vertreten find, hat den Vorsitzenden der

liche Vertragsparteien den Vertrag gezeichnet ha­ben.

wtb. New York, 17. Sept. (Eig. Meld.) Die Möglichkeit der Errichtung von Zoll­mauern um einzelne Teile des briftschen Reiches erregt hier große Unruhe. Viele amerikanische Handelshäuser erkundigen sich wegen der evtl. Errichtung amerikanischer Filialfabriken in Groß­britannien, um dadurch den Folgen eines britischen Zolltarifs zu entgehen.

Das Reichskabmett ander Arbeit

wtb. Berlin, 17. September. (Eig. Meld.) Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett eine über Mitternacht hinaus dauernde Sitzung gehalten. Die Frage derBankenaufficht ist so weit gefördert, daß es nur noch auf Kleinigkeiten in der Formulierung ankommt. Das Kabinett hat sich dabei entschlossen, den Gedanken eines Beirates der Privatbanken fallen zu lassen. Es ist möglich, daß diese Frage der Bankenaufsicht von den übrigen Plänen abgetrennt und die entsprechende Notverordnung noch in dieser Woche veröffentlicht wird. Zunächst soll aber auch hierüber wie über die Eesamtsragen heute noch einmal mit dem Neuner-Aus- schuß aus Bankwelt und Industrie ge­sprochen werden. Daber wird auch die allge­meine Finanz- und Wirtschaftslage erörtert,, die in der Nachtsitzung des Kabinetts Gegenstand einer eingehenden allgemeinen Aus­sprache bildete. Es ist anzunehmen, daß in diesem Rahmen auch die Verschiebung des Be­ginns des Etatsjahres vom 1. April auf den 1. Juli verhandelt worden ist. Beschlüsse wur­den noch nicht gefaßt. In unterrichteten Kreisen rechnet man nun aber damit, daß die A e n - |

berung des Etatsjah res kommt, da sie die ganze Etats- und Finanzpolitik des Reiches erleichtern unb übersichtlicher gestalten werbe.

Wie der Sozialdemokratische Pressedienst be­richtet, soll der Vorsitzende der Deutfchen Volks­partei, Abgeordneter Dinaeldey, kürzlich an den Reichsaußenminister nach Genf einen Brief gerich­tet Haden, der Curtius darüber unterrichtete, daß die Mehrheit der volksparteilichen Fraktion gegen fein weiteres Verbleiben im Amt sei. Der Reichs­außenminister soll auf diesen Brief telegraphisch geantwortet haben, daß er sich ausschließlich dem Reichspräsidenten und der Reichsregierung verantwortlich fühle.

* Entscheidung über Landtagseinberufung am Dienstag. Nachdem jetzt die Deutschnatio­nalen den kommunistischen Antrag auf Einberufung des Aeltestenrats zwecks Entscheidung über dis Frage der Einberufung des preußischen Landtags unterstützt haben, hat Präsident Bar­thels den Aeltestenrat für Dienstag, den 22. Sep­tember, 4 Uhr nachmittags, zu einer Sitzung ein­berufen.

* Die Leichenfeiern für die Toten des heim- wehrputfches. In Bruck a. d. Mur fanden unter großer Teilnahme der sozialdemokratischen Arbei­terschaft die Leichenfeier für die bei dem Heirn- wehrputschversuch ums Leben gekommenen Schutz­bündler Kainz und Gaisser statt. Die Leichen wur­den darauf nach Kapfenberg gebracht, wo Bürger­meister Seitz die Trauerrede hielt. Dann wurden die Särge nach Wien zur Feuerbestattung überge­führt. In Pernegg fand das ^Begräbnis des Schutzbündlers Münzer statt. Beide Leichenbe­gängnisse verliefen in voller Ruhe- DerOberst­kommandierende" der österreichischen Heimwehren

Schwarzer Tag der Vriten-Iloüe.

Eine «Lohn-Bewegung- unter den englischen Matrosen. Was steht noch fest aus der Welt?

Der Erste Lord her englischen Admiralität, Austen Chamberlain, erklärte im Unterhaus zu den Vorgängen auf den Schiffen der atlanti­schen Flotte: Die Admiralität hat die Vorstellun­gen des Oberbefehlshabers der atlantischen Flotte über die Benachteiligung der Seeleute einiger Soldklassen durch die von der Regierung anzeord- neten Kürzungen der Löhnung geprüft. Di: Re­gierung hat die Admiralität ermächtigt, Vorschläge zu machen, um die Lage der Seeleute in den an­geführten Fällen zu erleichtern, soweit die Tat­sachen durch die geplante Untersuchung bestätigt fein werden. (Beifall bei der Arbeiterpartei.)

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wtb. London, 17. Sept. (Eig. Meld.) Die Presse veröffentlicht eine von der Admiralität aus­gegebene Tabelle über Aenderung in der Löh­nung der Seeleute, aus der hervorgeht, daß die Abstriche nicht 20 bis 25 Proz., sondern nur 1013 Proz. betragen. Soweit die Blätter zu den Vorgängen in der atlantischen Flotte Stellung nehmen, äußern sie Bedauern über dieUnbe­sonnenheit der jugendlichen Seeleute". ___

wtb. London, 17. Septbr. (Eig. Meld.) In einem irn Namen der Seeleute an die Admiralität gerich­teten Schreiben wirdeineMilderung der drakonischen Lohnkürzungen" ver­langt, die die am niedrigsten bezahlten Matrosen erleiden würden. Die Seeleute, die sich als ge­horsame Untertanen des Königs bezeichnen, er­klären, sie seien mit einer vernünftigen Lohnsen­kung einverstanden.

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Aus London wird gemeldet:

Wie dieUnited Preß" erfährt, fingen dis Schwierigkeiten innerhalb der englischen Flotte bereits am Samstag an. In Invergordon in Schottland hielten 6700 Matrosen eine Ver- lammlung in der Matrosenkantine am Schwarzen Park ab, um zu den Lohnkürzungen Stellung zu

nehmen. Es kam zu noch nicht dagewesenen Aus­schreitungen zum Schluß der Versammlung. Die Fenster des Kantinengebäudes wurden eingewor­fen und die Mannschaften zogen mit dem Absin­gen des englischen kommunistischen LiedesDie rote Fahne" (die übrigens zu der Melodie vonO Tannenbaum" gesungen wird. Red.) zurück auf die Kriegsschiffe. Wie verlautet, sollen die Mann­schaften sich geweigert haben, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, ehe nicht ihre Forderungen ange­nommen würden. Am Montag sollen sie den gan­zen Tag an Deck herumgelegen haben und die Zeit mit Kartenspiel und Absingen von Liedern verbracht haben. Abends, als das Kommando zum Ausmachen der Lichter ertönte, sollen sie sich nicht gefügt haben, sondern sich weiter an Deck aufgehalten und Hochrufe auf ihren Protest aus­gebracht haben.

In Rossyth (im Firth of Forth) fand ebenfalls in der Landkantine eine Versammlung der Mann­schaften statt, an der etwa 375 Mann teilgenom- men haben. Eine Bittschrift, in der gegen die Lohnsenkung protestiert wurde, ist von allen un­terschrieben und an Kapitän Boyle, dem Kom­mandanten des SchlachtkreuzersJron Duke", übergeben worden. Wie verlautet, soll auch bei der Torpedobootbesatzung die Unzufriedenheit der Mannschaften mit der neuen Lohnregelung zum Ausdruck gekommen fein.

Am Dienstag wurde auf sämtlichen Kriegs­schiffen auf dem Firth of Forth und Crornany Firth der Landurlaub gestrichen.

Größtes Interesse wird für diese Entwicklun­gen in Plymouth gezeigt. Die Zeitungen haben alle Extrablätter herausgebracht. Der größte Teil der Besatzung der Flotte, die in Schottland liegt, stammt aus Portsmouth. Die Offiziere hielten am Dienstag eine Ansprache an ihre Mannschaften in Plymouth und erklärten ihnen die neuen Lohn­regelungen. Daraufhin sind keine Zwischenfälle zu verzeichnen gewefen. In Chatham und Deven- port, den anderen Flottenbasen, ist alles ruhig.

Ausfahrt der englischen Flotte zu den Rlanövern auf dem Atlantik.

Von vorn: Die großen Schlachtkreuzerhood",Repulse",Nelson",Rodney".