Fuld aerZ ertun g
Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Nr. 211
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Sonntag, 13. September 1931.
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lafirg. 58.
Der deutsche Tag in Genf.
Reichsautzenminister Dr. Lurkins über wirtschaftliche Zusammenarbeit und Abrüstung.
Aeberreichung der deutsche« Einladung in Paris.
wtb. Genf, 12. Sept. (Eig. Meldg.). Als zweiter Redner der heutigen Sitzung der Völkerbundsversammlung ergriff Reichsautzenminister Dr. C u r t i u s das Wort:
Die Lage der diesfährigen Bundesversammlung, erklärte er us a., wird vor allem durch zwei Tatsachen bestimmt: durch
die furchtbare wirtschaftliche Notlage, in der sich die meisten Lander befinden.
und durch die bevorstehende
Abrüstungskonferenz.
Von diesen beiden Tatsachen müssen wir ausgehen, wenn wir uns klar darüber werden wollen, welche Möglichkeiten der Völkerbund überhaupt unter den gegenwärtigen Verhältnissen bietet und wobei es auf die diesjährigen Beschlüsse ankommt. Ich möchte mich deshalb, wie viele meiner Vorredner, in der Hauptsache mit diesen beiden Fragen beschäftigen. Die deutsche Delegation wird selbstredend an den auf der Tagesordnung stehenden übrigen Einzelfragen tatkräftig mitarbeiten und Gelegenheit nehmen, ihren Standpunkt dazu, insbesondere ihren Standpunkt in der Frage -er Eingliederung des Kelloggpaktes, des Europa- Komitees und in der Minderheitenfrage, in -en zuständigen Kommissionen darlegen. Ich glaube aber, daß die Augen der Völker jetzt auf Genf gerichtet sind, die vor allen Dingen wissen wollen, ob die hier versammelten Staatsmänner im Stande sind,
einen Ausweg aus der Not
zu finden oder wenigstens vorzubereiten oder ob wir eine berechtigte Hoffnung darauf setzen können, -aß es in der brennenden Frage der Abrüstung bei der bevorstehenden Konferenz za greifbaren Ergebnissen kommt.
Die Gefahren der Wirtschaftslage haben sich aus äußerste zugespitzt. Magazinisierung von Rohstoffen und Lebensmitteln auf der einen Seite, Mangel auf -er anderen, Zusammenballung von Kapital und Anhäufung von Gold in wenigen Ländern, in anderen Entblößung von Kapital un- unerträglicher Zinsdruck, und als furchtbarste Erscheinung der Zerrüttung der internationalen Wirtschaft
die Arbeitslosigkeit in den Industrieländern,
die sich im kommenden Winter in einer noch nicht absehbaren Weise steigern wird. Ein Heer von restlos Verzweifelten, -ie radikalen und revolutionären Einflüssen nur zu leicht zugänglich lind, niemand darf sich darüber täuschen,
daß die Erde bebt,
auf der -er Bau unseres heutigen Wirtschafts- und Währungssystems sowie unsere Kultur errichtet ist. Cs erhebt sich die ernste Frage, ob die diesjährigen Ergebnisse der Völkerbundsarbeit den dringlichen Forderungen der Gegenwart auch nur einigermaßen gerecht werden. Keiner meiner Vorredner hat das zu bejahen gewagt und ich glaube deshalb, wir sind uns einig darüber, daß
alles noch zu tun bleibt.
Das bedeutfan Ergebnis der bisherigen Arbeit des europäifö Studienkomitees ist der Bericht, den der Ausschuß der Wirtschaftssachverständigen erstattet hat und der auch im Völkerbund vorliegt. Der Ausschuß sieht eigentlich als einziges Mittel für eine durchgreifende Besserung der europäischen Wirtschaft
die wirtschaftliche Annäherung.
den wirtschaftlichen Zusammenschluß an. Die Verwirklichung solcher Pläne kann nur im Einvernehmen mit den außereuropäischen Ländern erfolgen, sie muß zu einer gemäßigteren Zollpolitik als gegenwärtig führen — Sicherungen, die das Mißtrauen anderer Kontinente gegen diese europäischen Pläne zerstreuen sollen. Bei dieser bloßen Fest- tellung darf es natürlich nicht bleiben. Die Resterungen müssen unverzüglich an die Aufgabe »erantreten, den Gedanken des wirtschaftlichen Zu- ammenschlusses so umfassend wie möglich schon in )er nächsten Zeit in die Wirklichkeit umzusetzen.
Das Ergebnis dieser Bemühungen wird ein Prüfstein dafür sein, wie weit heute in Europa der Dille zu großzügiger, praktischer Zusammenarbeit wirklich vorhanden ist.
Auch das Problem der Zollpräferen- z e n für Getreide bezeichnete der Minister als einen solchen Prüfstein für den Willen der Zuzam- menarbeit. Er verwies auf die Vorschläge des Europakomitees, die Zollpräferenzen für Getreide als Ausnahme von der Meistbegünstigung empfehlen und gab der Erwartung Ausdruck, daß es gelinge, diesen Plan zur Annahme zu bringen, in dem stm auch die außereuropäischen Länder davon überzeugten, daß die Hebung der europäischen Kaufkraft schließlich auch ihnen zugute komme. Die Anregung,
kleine Sachversiändigen-Komilees nach den hauptwirtschaftszenkren in Asien und Latein- Amerika zu schicken.
um dort die Lage zu studieren und dann an die Bundesversammlung des Jahres 1932 geeignete
Vorschläge zu richten, erscheine ihm beachtenswert. Vielleicht sei es auch möglich, ohne solche Prüfung auf einem Sondergebiet, der Produktionseinschränkung und Regelung in der Landwirtschaft zu praktischen Maßnahmen zu gelangen.
Nur internationale Kooperation sei im Stande, wirkliche Hilfe zu leisten.
Er hoffe, daß diese kurze Anregung vertieft und Vorschläge für die Bundesversammlung gemacht werden könnten.
Hierauf wandte sich Dr. Curtius
dem finanziellen Problem
der Krise zu.
Wir stehen, sagte er, vor einer Verwirrung der ganzen Geld- und Kreditwirtschast. Das Ein- fließen von Kapital aus den kapitalreichen in die kapitalarmen Länder hat nicht nur ganz aufgehört, die kapitalreichen Länder haben sogar den kapital- armen Ländern in einem minimal vorherzusehenden Umfang die kurzfristigen Mittel, die sie dort angelegt hatten, wieder entzogen. Schwere Zusammenbrüche von Banken und ein hierdurch notwendig gewordener Eingriff der Regierung in die private Geld-Wirtschaft sind die bedauerliche, aber unvermeidliche Folge gewesen.
Diese Vorfälle haben ihren Hintergrund in der Lage der internationalen Finanzbeziehungen, die
durch die bestehenden Schulden politischen Charakters geschaffen worden
sind. Die gewaltigen politischen Zahlungen von Land zu Land erfolgten ohne wirtschaftliche Gegenleistung. Sie entzogen dem an sich schon kapitalarmen Schuldnerland andauernd große Kapitalmengen und zwangen diese Länder im Interesse des Schutzes ihrer Währung zu deflationistischen Maßnahmen, die sich
in hohen Zinssätzen, schwindender Kaufkraft, daher fallender Einfuhr und Steigerung der Ausfuhr äußerten. Ein Fortdauern dieser Entwicklung, d. h. die Ermöglichung der Zahlung politischer Schulden durch Drosselung der Einfuhr und formierte Steigerung der Ausfuhr der Schuldnerländer, muß nicht nur für diese Länder, sondern
für die ganze Weltwirtschaft die verderblichsten Folgen haben.
Das hat auch der bekannte Bericht des Baseler Sachverständigenausschusses deutlich betont. Infolge dieser Störung der internationalen Kredit- und Eeldbeziehungen häuft sich das Gold in einzelnen Zentren. Dort ruht es in völliger Unfruchtbarkeit. Die Goldwährung ist einer der Hauptfaktoren der wirtschaftlichen Entwicklung der Welt in den letzten 100 Jahren gewesen. Jetzt besteht die Gefahr, daß sie sich selbst ad absurdum führt.
Es ist ein
geschichtliches Verdienst des Herrn Präsidenten der Bereinigten Staaten von Amerika,
daß er in klarer Erkenntnis der Gefahr eine einjährige Pause für die Zahlungen der politischen Schulden vorgeschlagen und erreicht hat. Als Vertreter Deutschlands liegt mir daran, auch von dieser Stelle aus die Großzügigkeit des Hoover-Planes und die Erleichterung, die er für mein Land gebracht hat, anzuerkennen. Aber das Feierjahr schasst
nur eine vorübergehende Atempause.
Von verschiedenen Vorrednern ist mit aller Deutlichkeit die Notwendigkeit betont worden, daß das Problem der internationalen politischen Zahlungen im Allgemeininteresse eine Gesamtlösung er- fokdere, die der Krise wirklich ein Ende mache.
Das ist die große Aufgabe, vor di« sich die Welt gestellt sieht. Jnternaüo- nale Zusammenarbeit auf diesem Gebiete kann selbstverständlich nur dann Erfolg haben, wenn jedes Land für sich alle die gegebenen Möglichkeiten für die Heberwindung der Krise erschöpft. Ich kann für die deutsche Regierung in Anspruch nehmen, daß sie dies getan hat und dabei auch nicht vor den ernstesten Maßnahmen und Eingriffen zurückscheute. Das berechtigt mich, nicht nur im Interesse meines Landes, sondern im gleichen Maße auch im allgemeinen Interesse die Forderung zu stellen, daß das,
was auf diesem Gebiete nur durch internationale Zusammenarbeit bewirkt werden kann, jetzt entschlossen in Angriff genommen wird.
Es ist klar, daß dieses Problem, wie bisher auch künftig, den unmittelbar beteiligten Regierungen überlassen bleiben muß.
Eine Reihe von Projekten wird jedoch der Völkerbund selbst tatkräftig zu fördern haben. Aber alle internationalen Bemühungen auf dem gesamten Wirtschafts- und Finanzgebiete hängen von einer elementaren Voraussetzung ab; das ist die
Wiederherstellung des gegenseitigen Vertrauens in den internationalen politischen Beziehungen Soll der Völkerbund hierin seine Mission erfüllen, dann müssen die in ihm vertretenen Regierungen sich immer wieder darauf besinnen, welche die Grundsätze sind, von denen in den politischen Beziehungen der Staaten das Vertrauen abhängt. Gerade der Völkerbund muß dafür sorgen, daß -ieseGrundsätze wirksam zur Geltung kommen. Ich lege das Gewicht nicht so sehr darauf, was bei un
seren Genfer Bemühungen schon erreicht ist, sondern vielmehr auf das,
was noch fehlt
und noch erreicht werden muß.
Echtes Vertrauen ist ein gegenseitiges Verhältnis. Das Vertrauen zwischen den Völkern kann nur dann eine sichere Grundlage finden und bewahren, wenn es auf der verständnisvollen Anerkennung der beiderseitigen Interessen und Auffassungen beruht. Diese' Grundlage darf auch durch die schlimmste materielle Notlage eines Landes nicht gefährdet werden. Die Ueberwindung augenblicklicher Schwierigkeiten darf nicht um den Preis noch größerer Schwierigkeiten in der Zukunft werden.
Allen versuchen zur Wiederherstellung eines normalen Güter- und Kapitalverkehrs müßte ein dauerhafter Erfolg versagt bleiben, wenn dabei nicht in den politischen Beziehungen die Grundsätze der Gerechtigkeit und Gleichberechtigung
gewahrt würden. Der Völkerbund ist berufen, der Garant dieser Grundsätze auch da zu sein, wo die materielle Regelung der wirtschaftlichen und finanziellen Einzelprobleme nicht in seiner Hand liegt. Wir müssen ganz offen davon sprechen, daß in vielen Länden
ein weitgehender Skeptisismus
gegenüber den Genfer Institutionen und eine wachsende Gleichgültigkeit zu beobachten ist. Gerade da, wo ftarte Hoffnung auf den Völkerbund gesetzt wurde, wächst die Enttäuschung. Gewiß, Wunder zu erwarten, wäre Torheit, aber auch die Einsichtigen wollen Maßnahmen sehen, die in die Wirklichkeit eingreifen und sie bessern. Die deutsche Regierung wird es nicht daran fehlen lassen, zu einer internationalen Zusammenarbeit mit allen Kräften beizutragen. Diese Einstellung zu den Problemen der Gegenwart ist es gewesen, die uns nach Chequers, Paris, London und Rom geführt hat. Der Herr Vertreter Großbritanniens hat die Bedeutung untefftrichen, die in der Entwicklung der internationalen Beziehungen der Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich zukomme, einer Annäherung, die, wie er sagt, nicht nur in Worten, sondern in Handlungen bestehen muß. Lord Robert Cecil kann davon überzeugt fein, daß sich die deutsche Regierung dieser Bedeutung voll bewußt ist.
Ich begrüße es, daß
der bevorstehende Besuch der französischen Staatsmänner in Berlin
Gelegenheit bieten wird, den unmittelbaren Gedankenaustausch fortzusetzen und ich knüpfe daran die Hoffnung, daß es auf diesem Wege zu Versicherungen kommt, die den beiden Ländern zu Vorteil gereichen und darüber hinaus auch im allgemeinen Weltinteresse dienen.
Ich komme zu dem zweiten großen aktuellen Problem des Völkerbundes,
der Abrüstungsfrage.
Für die Behandlung der Abrüstungsfrage trägt von vornherein und ganz allein der Völkerbund die Verantwortung. Die Satzung des Völkerbundes hat der Welt die Abrüstung verkündet; sie ist dem Völkerbunde bei seiner Entstehung als Hauptaufgabe zugewiesen, sie ist feine
Schicksalsfrage,
die sich auf der bevorstehenden Konferenz enffchei- den muß. Es bringt keinen Nutzen, die gegensätzlichen Ansichten, die in Abrüstungsfrage heute noch bestehen, zu verschleiern. Ich beginne deshalb ganz offen mit der Erklärung, daß ich zwar vielen, aber doch nicht allen den Gedanken zustimmen kann, die in unseren bisherigen Debatten geäußert worden sind. Ich möchte anknüpfen an die Rede des
italienischen Herrn Außenministers.
dessen grundsätzliche Ausführungen über das Verhältnis zwischen der frieMtdjen Streitschlichtung, der Abrüstung urtb der Sicherheit ich mit großer Genugtuung gehört habe. Wenn Herr Grandi die Ansicht vertritt, daß die friedlichen Streiffchlich- tung und die Abrüstung zusammen die entscheidenden Mittel zur Erhöhung der Sicherheit darstel- len, so kann ich dem nur mit aller Entschiedenheit zustimmen.
Aste Bemühungen um die endgültige und uneingeschränkte Beseitigung des Krieges bleiben Stückwerk, solange nicht das System der fried- Udjen Streikschlichlung vom Völkerbunde so ausgebauk ist. daß auch für die schwersten Interessengegensätze'eine gerechte und billige Regelung gewährleistet ist.
In der Heber,Beugung, daß nicht Rüstung sondern Abrüstung Sicherheit bringt, liegt ein entscheidendes Merkmal der im Völkerbund organisierten Staatengemeinschaft gegenüber den früheren Methoden der Politik. Die Sicherheit der Staaten ist nur dann eine Bürgschaft für -ie Erhaltung des Friedens, wenn alle Staaten an ihr in gleichem Maße teilhaben. Die Völkerbundsfatzung kennt nur einerlei Nationalsicherheit für alle Bundesmitglieder. Sicherheit begründet auch das Hebergewicht -er Rüstung, bedeutet stets Hnsicher- heit und Gefahr für die anderen an Rüstung unterlegenen Ländern. Sie sät Mißtrauen und läßt unvermeidlich den
Gedanken des Rüstungswettlaufes
wieder aufleben, dessen völlige Beseitigung einer der wesentlichen Zwecke der Gründung des Völkerbundes war. Wie -as Gefühl der militärischen Schutzlosigkeit gegenüber stark gerüsteten Nachbarn auf der Seele einer Nation lastet und ihr ganzes
Leben bedrückt, das weiß jeder Deutsche, der die Auswüchse am eigenen Volke beobachtete.
Man hat geltend gemacht, daß der Schutz des Völkerbundes problematisch bleibt, solange seine Machtmittel nicht durch den Ausbau anderer Teile des Paktes genau bestimmt und ihre Anwendng festgelegt seien. Aber ich bleibe der Ansicht, daß dieser Gedanke einen Trugschluß enthält.
Der Schlußstein des Gebäudes einer Ariedensorga- nifafion kann erst gesetzt werden, wenn durch einen vorherigen Ausgleich der Rüstungen sichergestellt ist. daß eine Bundesgewalt nur in paritätischer Weise gegen jedes Bundesregime, nicht aber mit Hilfe stark gerüsteter Staaten gegen andere angewandt werden kann.
Die Durchführung der Rüstung, wie Art. 8 der Völkerbundssatzungen vorsieht, bildet deshalb die Voraussetzung, ohne die an einen Ausbau des Zwangsverfahrens des Völkerbundes nicht gedacht werden kann. Das eigentliche Thema der Herabsetzung der Rüstungen darf auf der Konferenz nicht abhängig gemacht werden von den Fragen, die erst nach Durchführung der Abrüstung gelöst werden können.
Nachdem der Minister betont hatte, daß an dem Termin der Abrüstungskonferenz unbedingt festgehalten werden müsse, fuhr er fort, die Aufgabe der kommenden Abrüstungskonferenz ist eine starke und wirksame Herabsetzung der Rüstungen.
Seit 5 Jahren gehört Deutschland dem Völkerbund an, ohne daß die Abrüstungs-Versprechungen eingelöst worden sind Wenn jetzt endlich die Abrüstungskonferenz Zusammentritt, so kann vom deutschen Volke nicht verlangt werden, daß es sich mit einer Legalisierung der gegenwärtigen Rüstungsverhältnisse ablindet. Eine starke,
wirksame Verminderung der Rüstungen der stark ge- rüstelen Staaten ist daher für Deutschland die unerläßliche Vorbedingung für das Gelingen der Konferenz.
Wenn die Abrüstungskonferenz zu einem politisch erträglichen Ergebnis führen soll, muß sie überdies dafür sorgen, daß künftig auf dem Gebiete der Rüstungsbeschränkung nicht internationale Rechtssätze zweierlei Charakters nebeneinander bestehen bleiben, je nachdem es sich um im Weltkrieg unterlegene oder um andere Staaten handelt. Der Ausgangspunkt muß die Gleichberechtigung aller Staaten sein, sodaß innerhalb der Völkergemeinschaft nicht mehr mit zweierlei Maß gemessen wird.
Mit großem Interesse habe ich von der Anregung des italienischen Herrn Außenministers Kenntnis genommen, die Staaten sollten sich bereit erklären, im Hinblick auf die Konferenz und
Die Einladung.
wtb. Paris, 12. Sept. (Eig. Meld.) Dee deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat Dr. Forster, hat heute vormittag dem französisch en Ministerpräsidenten Laval für den 27. September die offizielle Einladung der Neichsregierung für ihn und den französischen Außenminister Briand nach Berlin zum Wochenende überbracht. Der französische Ministerpräsident hat die Einladung angenommen. Die Einzelheiten der Reise werden später vereinbart werden.
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wü>. Genf, 12. Sept. (Eig. Meld.) Mexiko ist heute durch einstimmigen Beschluß der Bundesversammlung in den Völkerbund ausgenommen worden. Es hat seinen Beitritt ohne Vorbehalt vollzogen.
währen- deren Dauer die Ausführung von Programmen für
neue Rüstungen aufzuschieben.
Die Deutsche Regierung hat diesen Gedanken gewissermaßen für Deutschland schon vorweg angenommen durch die Erklärung, die sie anläßlich der Verhandlungen über den Hooverplan abgegeben hat. Ich stimme mit Herrn Grandi überein, daß der Gedanke einer Rüstungspause geeignet sein kann, die Vorbedingungen für die Konferenz zu verbesfern und ihre Aufgabe zu erleich- tem. Ich hoffe, daß es gelingt, diesem Gedanken für die in Betracht kommenden Staaten praktische Gestalt zu geben.
Arn Ende feiner Ausführungen schloß sich Dr. Curtius dem Appell Lord Robert Cecil an: Geben wir unseren Delegierten für die Konferenz die wei- testgehendsten und weitherzigsten Instruktionen, das Maximum, nicht das Minimum der Ab-Rüstungen muß die Richtschnur unserer Verhandlungen fein. Rur so kann die Welt von dem Alpdruck befreit werden, der auf ihr lastet, und der sie in allen Funktionen des internationalen Zusammenlebens trennt.
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Die Rede des deutsche« Außenministers, der beim Betreten der Redner-Tribüne von der Der- sammlung mit großem Beifall begrüßt wurde, hat in ihrer klaren Gliederung, ihrem logischen Aufbau und der Herausstellung der beiden wichtigsten aktuellen Tragen in Genf einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Der deutsche Bertreter hat bewußt die Probleme zweiter Ordnung zurück- gestM und in den Mittelpunkt seiner Darlegungen die wirtschaftliche Notlage und das Abrüstungsproblem gerückt.
Vriands Echo.
wtb. Paris, 12. Sept. (Eig. Meldg.). Die französische Presie ist mit der Rede Briands im allgemeinen einverstanden. Eine andere Stellung nehmen allerdings die Coty-BIätter ein.