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Fuldaer Land und Nachbargebiek

Roggen Weizen Hafer S.-Ger.

Generalmusikdirektor Franz Schalk.

Zu den deutschen Kunstflugmeislerschasten

meinderechner, der eine

Sein Haus ohne Luldaer Zeiluog'

Aamttienkragödie in Aschaffenburg.

Mord an der Ehefrau. — Selbstmord des Täters. — Ursache: Zerrüttete Familienverhältnisse.

— Aschaffenburg. Donnerstag abend hat der 49 Jahre alte Hausmeister und Chauffeur Albin Mißlitz seine Frau erstochen und dann Selbstmord begangen. Die Ehe des Mißlitz war schon seit langer Zeit nicht mehr harmo­nisch; die Frau hatte die Absicht, ihren Mann zu ver­lassen. Sie war erst vor einigen Tagen von einer Reise nach Chemnitz zurückgekehrt. Während ihrer Abwesen­heit hatte der Mann Vorbereitungen seiner Frau entdeckt, die darauf schließen ließen, daß sie ihn verlassen wollte. Als er Donnerstag abend um %7 Uhr von der Arbeit nach Hause zurückkehrte, entspann sich zwischen ihm und seiner Frau ein lebhafter Streit. Der Mann geriet in furchtbare Erregung und schließlich in Raserei. Plötzlich nahm er einen schweren, einen Meter langen Fichten­prügel und schlug damit seiner Frau zwei- oder dreimal über den Kopf, so daß sie schwer verletzt zusammenbrach. Der 18jährige Sohn des Mißlitz aus erster Ehe sprang hinzu, konnte seinem Vater auch den Prügel entreißen, er war aber nicht mehr in der Lage, seinem Vater das

* Eine Oohnklage gegen den ehemaligen Kaiser. Mit einer Lohnklage gegen den Exkaiser Wilhelm hatte sich nach einer Meldung der „Frkf. Ztg." am Donnerstag das Berliner Arbeitsgericht zu be­fassen. Kläger ist der Arbeiter Voß vom Kron- gut Bornstedt bei Potsdam, der eine Lohnforde­rung von 148,60 RM. einklagte. Ihm mar zum 30. September gekündigt worden. Am 20. August sollte er beim Dreschen Ueberstunden machen, ver­weigerte sie aber mit der Begründung, daß er wegen Augenschmerzen nicht mehr weiterarbeiten könne. Wegen notorischer Arbeitsverweigerung wurde er darauf fristlos entlasten. Ein Arzt stellte am anderen Tage Bindehautentzündung fest. Die Entlassung wurde aber nicht zurückgenommen und Voß klagte nun auf Lohn vom Tage seiner frist­losen Entlastung beis Ende September. Eine Ent­scheidung fällte das Gericht am Donnerstag noch

feststehende Mester zu entreißen, das dieser setzt der am Boden liegenden Frau in die linke Brustseite stieß, da der Sohn in diesem Augenblick, wie auch seine 21jährige Schwester, die hinzukam, infolge des furchtbaren An­blicks ohnmächtig wurde. Mit dem gleichen Mester, mit dem Mißlitz seine Frau getötet hatte, beging er Selbst­mord. Er eilte in die hinter der Küche gelegene Speise­kammer ,die er von innen abschloß. Dort stieß er sich das Messer in die Brust und verletzte sich schwer an der Lunge. Er ist an innerer Verblutung bald verschieden.

Gottesdienftordnung.

Katholischer Gottesdienst.

Riesig, Ottikien-Oklav.

Sonntag, 9 Uhr, Hochamt mit Predigt, 2 Uhr Se­gensandacht mit Te Deum.

nicht; auf den 8. September wurde ein neuer Ter­min anberaumt.

=: Gelnhausen. Die Leitung der Barbarossa- Schau beschloß, diese Ausstellung in diesem Jahre wieder abzuhalten und zwar am 31. Oktober und 1. No­vember. Die Schau wird eine Kleintier- und Geflügel­ausstellung, Obst- und Handwerksausstellung bringen. Im vergangenen Jahre mußte die Veranstaltung wegen der Ungunst der Verhältnisse ausfallen.

— Kassel. Nachdem am 18. August der Kommunist Ziegler aus Kassel von der AnUage, am Vorabend des Himmelfahrtstages bei dem Ueberfall auf eine Stahlhelmgruppe den tödlichen Schlag gegen einen Stahlhelmer herbeigeführt zu haben, wegen Mangels an Beweisen freigesprochen wurde, wurde am Donnerstag Abend ein in Kassel wohnender Kommunist zum zwei­tenmal verhaftet, der unter dringendem Verdacht steht, an dem Ueberfall beteiligt gewesen zu fein. Er wird sich demnächst vor dem Schöffengericht zu verantworten Haven.

Gemeinde

Marborn Romsthal Steinau Sarrod Ulmbach Klesberg Vollmerz Hintersteinau Wallroth Elm Hmten Oberkalbach Heubach Oberzell Weichersbach Sterbftitz Ahlersbach Bellings Kressenbach

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag, 6. September (14. Sonntag n. Irin.)

Fulda. Vorm. 8 Uhr: Predigtgottesdienst, Kreis­pfarrer Weber. Vorm. 91/. Uhr: Predigtgottesdienst mit Liturgie, Kreispfarrer Weber. Vorm. 11 Uhr: Kinder- gottesdienst. 8 Uhr abends: Jungmännerverein im Bib­liothekzimmer. 8 Uhr abends: Jungmädchenverein int Schwesternhaus. — Amtswoche: Kreispfarrer Weber. — Lad Salzschlirf. Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienst., Pfarrer Uhl aus Kastel. — Großenlüders ‘ Bonn. 10 Uhr: Predigtgottesdienst, cand theol. Reining. — Hün­feld. Vorm. 9.30 Uhr: Predigtgottesdienst, Pfarrer Hattendorfs.

Fulda. Dienstag, den 8. September abends 8 Uhr: Kirchenchorprobe im Gemeindehause. — Mittwoch den 9. September, nachm. 5 Uhr: Andacht im Altersheim „Emmaus", Sup. Ruhl; abends 8 Uhr: Bibelstunde im Schwesternhause. — Donnerstag, den 10. September, abends 8 Uhr: Mütterverein im Schwesternhause. — Lad Salzschlirf. Donnerstag, den 10. September, nach­mittags 5.45 Uhr: Bibelstunde in der Kirche.

Einsturz-Anglück im Wiesbadener Haupt- bahnhof.

Ein Arbeiter tot, vier schwer verletzt.

wtb. Wiesbaden, 5. Sept. (Eig. Meld.) Ein folgen­schweres Einsturzunglück ereignete sich heute vormittag um 8 Uhr im hiesigen Hauptbahnhof. Infolge Bruchs eines Drähtfeiles stürzte ein in etwa 12 Meter Höhe auf­gehängtes H ä n g e g e r ü st, das zur Ausführung von Anstreicherarbeiten diente, in die liefe und riß 5 darauf beschäftigte Arbeiter mit sich nach unten. Einer der Ver­unglückten war sofort tot, die übrigen 4 mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft wer­den.

Aus Oberhessen.

Die Gemeindekasse um 2 000 Mk. geschädigt.

Neues aus Frankfurt.

- 5000 RM. unterschlagen. Der Buchhalter einer Filmverleihgesellschaft hat seit einigen Jahren die Gelder die er für Steuerzwecke, Krankenkassenbeiträge von der Direktion erhalten hatte, unterschlagen und für sich ver- braucht Der Mann, ein gewisser Heinrich Berlebach, ge­boren 1897 zu Winkel, wurde festgenommen.

scht-Mma und Besteiteschaistung von Belegen aus 9 Mo­nate Gefängnis.

Blitzschlag in eine weidende Schasherde.

ßi.rtM£»n; Ein Blitz schlug in eine weidende Schafherde tötete sieben Schafe und betäubte 20, die sich spater wieder erholten. 17

Durchschnitt: 21% 72% 62% 37% 14%

Bei der Bereisung wurde festgestellt, daß die meisten Bauern aus Angst das feuchte Getreide heim­gefahren haben, um wenigstens einen kleinen Teil "°ch ZU retten. Es besteht jetzt die größte Gefahr, daß das feucht emgefahrene (Betreibe in den Scheunen vol­lends verdirbt, wenn es nicht sofort ausgedroschen, auf dem Boden gelagert und täglich mehrmals umgeschauselt wird. Die Absicht des Herrn Landrats, für den Kreis eine Trockenanlage aus Kreismitteln zu beschaffen konnte aus verschiedenen Gründen nicht mehr in die Tat umgesetzt werden. Einstweilen stehen von „Hessenland" die Trockenanlagen in Fulda und Gelnhausen zur Verfügung, weshalb wir raten, das ausgedroschene (Be­treibe nach dort zur Trocknung zu bringen.

X Marburg. Der Gemeinberechner des Kreisortes 'Vronhaufen (Lahn), der feit vielen Jahren fein Amt mit größter Gewissenhaftigkeit führte, tünbiqte im vergangenen Jahre diese Tätigkeit und übergab feinem N«hfolger eine Abrechnung, bie scheinbar in Einnahme und Ausgabe stimmte. Bei näherer Nachprüfung ergab sich fedoch ein Fehlbetrag von 2000 Mark. Ser G->- ‘ ‘ ' > Betrugsabsicht in Abrede stellte

und angab, die Arbeit sei ihm über den Kopf gewach­sen, konnte keine Belege über Einnahmen und Ausga­ben oorzeigen. da sie ihm gestohlen seien. Es wurde jedoch sestgestellt, daß er sie verbrannt hatte. Das hiesige Schöffengericht, bas sich gestern bis in bie späten Abendstunden mit der Angelegenheit beschäftigte, er­kannte gegen ben Gemeinderechner wegen Amtsünter-

Für die bevorstehende Herbstbestellung gkS «s hieraus die not-wendigen Folgerungen zu ziehen In erster Linie wird es darauf ankommen, zum Wintergetreide eine rechtzeitige und richtig bemes­sene Düngung mit Kali und Phosphorsänve zo verabreichen. Auf den besseren Böden hat es sich sehr gut bewährt, die Kaligabe bereits auf di« Stoppel zu streuen und mit einzuschälen. Späte­stens sollte das Ausbringen 8 Tage vor der Saat erfolgen; anderenfalls empfiehlt es sich, bis nach dem Auflaufen der Saat zu warten. In Zwerfels- fällen hole man sich Rat und Auskunft. Die Be­deutung der Kalidüngung im besonderen beruht darin, daß sie durch Bildung eines vollen und schweren Kornes den Ertrag mehrt, durch Ver­hüten von Krankheiten, Auswinterung und Lage­rung die Ernte sichert und durch ihren günstiges Einfluß auf die Verwertungseigenschaften des ®e- treides die Qualität verbessert. Benötigt werden je 34 Hektar beim Roggen ca. 1 Ztr. 40 er Kalidünge»: salz, bei dem anspruchsvolleren Weizen ca. 13« 3tr.| und bei der Wintergerste, die als die kalibedürf-i tigste Getreideart zu gelten hat, ca. 1% Ztr. neben einer entsprechenden Phosphorsäuregabe und eotLj einer geeigneten Stickstoffgabe.

Bei der Bemessung der Düngung muß beatfp' tet werden, daß die höheren Ernten, die heute in' fortschrittlichen Betrieben durch Verwendung besse­ren Saatgutes, durch bessere Pflege usw. angestrebt werden, einen wesentlich höheren Nährstoffbedarf zur Folge haben als die Ernten früherer Jahr«! und daß daher auch hinsichtlich der Düngung eim anderer Maßstab anzulegen ist. Daß ein gesteiger­ter Düngeraufwand nicht nur einen höheren Roh­ertrag, sondern auch einen höheren Reinertrag, also eine weitere Senkung der Erzeugungskosten bewirkt, hat erst kürzlich Dr. Fensch in einer Ver- vffentlichung des Deutschen Landwirtschaftsrates (Heft 24) auf Grund von umfangreichem amtlichen Buchführungsmaterial überzeugend nachgewiefen.^

Das Ultnenfferben.

= Wiesbaden. Das durch Uebertragung auch in Mit- teleuropa hervorgerufene Utmenfterben hat zurzeit unter ben Ulmenbeftanben der Stabt Wiesbaden einen ver­heerenden Charakter angenommen. Allein 342 'N Wiesbaden von der Krankheit befallen und muffen zur Vermeidung von Unfällen nieder- g e l e g t werden. Die dazu erforderlichen Mittel sind am Freitag vom Magistrat bewilligt worden

Einbruch in die Eiterfelder Kirche.

m 2" ei,CJfe‘b (Kr. Hünfeld). In der Nacht zum Mitt­woch wurde das hiesige Schwesternhaus und die Pfarr- DOn b'ner Einbrecherbande heimgesucht. Die Diebe miv eln8m Diamanten ein Stück aus einer Fen­sterscheibe des Schwesternhauses, öffneten bas Fenster unb konnten bann im Erbgeschoß alles durchsuchen. Sie (letzen alle Lebensrnittel, die sie brauchen konnten, mit- gehen. Da sie auch bie Kirchenschlüssel fanben, statteten |te aucf) der Kirche einen Besuch ab unb erbrachen bie Upferftotfe, ohne jedoch namhafte Beute zu machen. Hof­fentlich gelingt es, die Bande zu ermitteln, bei der es stch vielleicht um die gleiche handelt, bie vor einiger Zeit bi« Kirchen im benachbarten Geisaer Land ausplünberte.

Freiwilliger Arbeitsdienst.

Einweihung des neuen Schulsaales in Weyhers.

= Weyhers. „Schaffende Jugend" war bie Inschrift Die der hiesige G e s e l l e n v e r e i n der Gewerbe­ausstellung gab, die er im Juni dieses Jahres mit großem Erfolge veranstaltete. In den letzten Wochen hat der Verein ein weiteres Werk vollbracht, das Zeugnis ablegt von ber regsamen Tätigkeit, bie trotz der großen Arbeitslosigkeit unsere Gesellen erfüllt. Schon vor Jah­ren hatte unsere Gemeinde den Beschluß gefaßt, ein neues Schulhaus zu bauen. Bei der jetzigen Notlage konnte aber an eine Ausführung des Baues nicht gedacht werden, und so entschloß man sich, nur einen Schulsaal i ZU bauen, der auch zugleich dem Gesellenverein ein Heim bieten sollte. Mit größter Bereitwilligkeit stellten sich die Mitglieder des Vereins in den Dienst der guten Sache. Em Teil ber alten Schulscheuer wurde niedergelegt unb em neuer, massiver Bau errichtet, bei dem bie Gesellen wochenlang unermüdlich unb zum großen Teile auch un­entgeltlich mitgeholfen haben. Nunmehr ist nach Ueber- rombung mancherlei Schwierigkeiten der Bau, eine Zierde unseres Dorfes, vollendet und hat in feiner Schönheit und praktischen Verwendbarkeit allgemeine Anerkennung gefunden. Unter freudiger Anteilnahme der Bevölke­rung und vieler auswärtiger Gäste konnte am letzten Sonntag bie kirchliche Einweihung erfolgen. Möge der Bau eine Statte fein, in ber das verwirklicht wird, was die Wandinfchrift besagt: Hier wird gearbeitet an der I Zukunft unseres Volkes!

Ein einsamer Rhönhos abgebrannt.

= Kippelbach (Kr. Gersfeld). In der Nacht zum Donnerstag, gegen 1.30 Uhr, bemerkten Nachbarsleute in der Scheune des am Fuße des Reesberges wohnenden Landwirtes Johann S e if e r t Feuer. Sie eilten hinzu, um die Hausinfaffen zu wecken und bas Vieh zu retten. 2ln ein Loschen bes Brandes war jedoch nicht zu denken Das Feuer verbreitete sich mit größter Schnelligkeit über bas ganze Gehöft, das bis auf die Grundmauern nieber- brannte. Die Familie Seifert ist durch bas Brandunglück schwer betroffen.

Ein gesunder Menschenschlag.

— ILiibflecken (Rhön). Die älteste Einwohnerin un- I feres Ortes, Katharina Gundelach, wurde am 2. Sep­tember 95 Jahre alt. Die Frau ist noch so rüstig, daß sie täglich ihrer gewohnten Arbeit nachgehen kann.

Erntefchüden im Kreise Schlüchtern.

= Schlüchtern. Man schreibt uns: Auf Veranlassung t . landw. Kreisvereins wurde am 29. August durch die Gemarkungen der Orte Niederzell, Steinau, Romsthal, Kerbersdorf, Sarrod, Ulmbach-Elisabethenhof, Uerzell Klesberg, Hintersteinau, Wallroth, Klosterhöfe, und nach­mittags Elm, Hutten, Oberkalbach, Heubach, Oberzell Weichersbach, Sterbftitz und Vollmerz eine Rundfahrt Zwecks Besichtigung der Ernteschäden veranstaltet. Im großen und ganzen kann man sagen, daß die Schäden überall die gleichen sind, in manchen Ortschaften hat ber Heizen und Hafer etwas mehr gelitten, in anderen wie­der ber Roggen unb ber Weizen. Die Gerste zeigte ben geringsten Auswuchs. Auch hört man schon vielerorts Klagen über das starke Faulen der Kartoffeln.Schätzungs- weise stellt sich der Crnteausfall an handelsfähiger Ware gegenüber normaler Ernteschäden wie folgt: 1

Franz Schalk f.

Der langjährige frühere Direktor der Wiener Staats­oper Hofrat Professor Franz Schalk ist am Donnerstag, ben 3. September, 68jährig, nach mehrmonatigem schwe- I ren Lungenleiben in Cblach gestorben. Schalk gehört zu jenen Opernführern, denen bas Dirigieren Lebens­element ist, die aber am Dirigieren allein ihr letztes Ge­nügen nicht finden können. Seine Stabführung bleibt immer Dienst am Werk. Er versagt sich billige Wir­kungen; aber er läßt den Zuhörer bie Sorgfalt ber Vor­bereitung, bie überlegene Führung von Orchester und Sängern, eine reife Musikalität und eine Kultur bes Geschmacks spüren.

Als Wiener Kind hat Schaft zum engsten Kreis bes alternben Bruckner gehört. Die f-Moll-Messe des Meisters, die nächstens in Fillba aufgeführt werden soll, hat Schalk gar oft in ber Wiener Hofburgkapelle bin« giert mit unübertrefflicher Kunst und mit begeisterter Hingabe an bas Werk. Dann kommt bie übliche Ka­pellmeisterzeit an einer provinzialen Operbühne; 3 Jahre dirigiert er in Prag unter Angelo-Neumann, Gast­engagements folgen am Coverst Garben in London, an Metropolitain in Newyork unb enblich ein Jahr an ber Königlichen Oper in Berlin. Zu Beginn des Jahrhun- berts wird ber noch nicht 40jährige erster Kapellmeister an ber Wiener Hofoper, die er seitdem nicht mehr ver­lassen hat. Zehn Jahre lang steht er neben und zu Gustav Mahser. Mit dem Sturz ber Monarchie reist Schalks große Zeit, fein geschichtliches Verdienst. Er führt die Wiener Oper nicht nur über ihre schwerste Zeit hinweg, sondern gibt ihr nach ber Revolution auch wie- der die neue künstlerische Grundlage. Zahlreich sind seine Feinde; aber er gewinnt bie Schlacht auf bem schwierigen und undankbaren Kunstbaden Wiens. Wien hat allen Anlaß, dem Retter seiner Oper zu banfen unb fein Andenken zu ehren. Schalks Name wirb aber auch bei allen denen in Ehre gehalten werden, bie jemals ein musikalisches Erlebnis unter seiner Stabführung ge­habt haben.

Freiftaak Hessen.

f .. ?ie Hessische Bauernschaft hat be-

schlossen, zehn Söhnen ihrer Mitglieber ben r?A.enfr-eJe? ^such der Landwirtschaft- Irchen Schule .n Lauterbach zu ermögli­chen, damit auch das landwirtschaftliche Bildungswe- fen gerade in ben kleinen Betrieben besonders gefördert JS ®'e Schuler, die in Frage kommen, müssen min­destens em Jahr Fortbildungsschule hinter sich haben Dw werden dann vom Besuch bes zweiten unb brüten FortbWungsschul,ahres befreit. Bewerber unb Interes­senten wollen sich alsbalb an bie Geschäftsstelle der Hes­sischen Bauernschaft, Lauterbach, wenden.

Einrichtung einer Volksküche in Lauterbach.

— Lauterbach. Zur Speisung der hilfsbedürftigen | Krisenunterstutzungsempfänger in unserer Stabt rickstet d'e Bürgermeisterei auf Beschluß des Gemeinderats für die Spätherbst- unb Wintermonate eine Volksküche ein Die Aussicht über diese Einrichtung führt die Stadtver­waltung. Das Essen soll von einer Kochfrau züberei­lt werden, während arbeitslose junge Leute in ber Küche helfen sollen. Es sollen kräftige Suppen mit Kartoffeln sowie Fleischnahrung in der Küche verabreicht werden.

Messerstecherei als Abschluß der Kirmes.

= Wetzlar. Die Kirmes im Stadtteil Niedergirmes nahm em blutiges Ende. Aus einer Wirtschaft sollte ein angetrunkener Anstreicher entfernt werden, wobei er ein JJieffer jag und einem kaufmännischen Angestellten eine tieft Wunde int Oberschenkel, dicht neben der Haupt­schlagader, beibrachte. Nur bie sofortige Ueberführung bes Verletzten in bas Stöbt. Krankenhaus bewahrte ihn vor bem Verbluten. Der Täter würbe verhaftet.

Tragischer Tod zweier Kinder.

— Darmstadt. In Ober-Mombach verletzte sich ein neunjähriger Junge beim Brombeerpflücken am Knie. Nach kurzer Zeit stellte sich Wundstarrkrampf ein, so daß I der Junge starb. — In Sprendlingen (Rheinhest I fen) gaben Angehörige einem 7 Monate alten Kind von auf bem Juxplatz gekauften Süßigkeiten zu kosten. Das Smb erkrankte an Blutvergiftung unb starb nach kurzer I 3^11-

vom Blitz erschlagen.

— Darmstadt. Bei bem am Donnerstag über Darm- I stabt Und Umgebung niedergehenden schweren Gewitter I wurde bei Lengfeld ein Knecht, ber sich mit ben Pftrben auf dem Heimwege befand, vom Blitz erschlagen. Zwei weitere Gespannführer, bie sich in [einer Nähe be­fanden, blieben unverletzt.

Die hervorragendsten Teilnehmer.

Oben links: Gerhard Fieseler, der im vorigen Iah - die deutsche Kunstflugmeisterschaft errang. Oben rechts: Die junge Afrikafliegerin Elli Beinhorn. Unten links: Liesl Bach, die EuropakunMugmei- sterin. Unten rechts: Der Bremer Kunstflieger Achgelis, der den Weltrekord im Rückenfliegen hält.

Am 6. September werden im Berliner FluHafen die diesjährigen deutschen Kunstflugmeister- schaften unter Beteiligung zahlreicher hervorragender Flieger ausgetragen.

am 29. 8. noch nicht eingefahren:

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Senkung der Erzeugungskosten durch richtige Düngung.

Von Dr. A s d o n k - Kassel.

Je mehr sich die wirtschaftliche Lage für benj Landwirt verschärft, um so wichtiger ist es fürs ihn, seinen Betrieb den Zeitoerhältnissen möglichst zweckmäßig anzupassen. Zwar zwingt die ungün^ stige Preisgestaltung dazu, so sparsam wie nur möglich zu wirtschaften, doch darf nicht übersehe« werden, daß es richtige und falsche Sparmaßnah- men gibt. Richtig ist das Sparen dann, wenn der einzusparende Betrag mindestens so groß ist, wie! der durch die Sparmaßnahme bedingte Ausfalls an Einnahmen; ein falsches Sparen wäre es je­doch, wenn ein Einnahmeausfall entsteht, der höher ist als der gesparte Betrag. Richt gespart werden darf infolgedessen an solchen Betriebsmit-s teln, die wegen ihrer Preiswürdigkeit nachweislich eine Rente bringen. Nach dem hervorragenden- Sachkenner Prof. Dr. Ritter-Berlin hat heutef neben dem Kraftfutter der Handelsdünger als das billigste Betriebsmittel zu gelten. Richtige Anwen­dung vorausgesetzt, ist dieser daher in besonderer« Maße geeignet ,die Selbstkosten herabzusetzen.

Wenn beispielsweise nach Geh.-Rat Remy- Bonn 1 Kilo Düngerkali im Preise von 22,5 Pfg. unter Einbeziehung der Nachwirkung im Durch­schnitt rund 6 Kilo Körner im Werte von etroa 1,20 RM. erzeugt, so bedeutet dies, daß jede Mark,; die für die Kalidüngung zu Getreide ausgegeben wird, eine Einnahme von 5,30 RM. bringt und so­mit die Erzeugungskosten um 4,30 RM. senkt. Es wäre also zweifellos nicht richtig, diese Ausgabe einzusparen.

Die hin und wieder zu hörende Ansicht, der Düngeraufwand macht sich nicht bezahlt, ist eine Selbsttäuschung. Sie wird in der Regel dadurch herbeigeführt, daß man die Düngerrechnungen zu­sammen kommen läßt und nachher erstaunt ist über die hohe Endsumme. Hier muß die betriebswirt­schaftliche Forderung gestellt werden, daß die Dün­gerkosten, sofern nicht Barzahlung geleistet werden kann, aus den durch die erhöhte Ernte erzielten Mehreinnahmen zu bestreiten sind, bevor letztere für andere Zwecke verausgabt werden. Ein Be­trieb, der sich für die Anschaffung derjenigen Ve« triebsmittel, die für die Rentabilität ausfchlag- gsbend sind, nicht zahlungsfähig erhält, ist natürlich aufs äußerst« gefährdet.

In diesem Sommer hat man die Beobachtung machen können, daß der Stand der Getreidefelder außerordentlich verschieden war. Mancherorts standj die Saat so vorzüglich, daß eine Rekordernte zu er­warten war, währen- sie an anderen Orten gaq sehr zu wünschen übrig ließ. Der Grund hierfür ist zweifellos zum Teil in der Witterung zu snchemj Die Hauptschuld dürfte jedoch die mangelhafte oder falsche Nährstoffversorgung tragen. Der Rechen-, stift wird den betreffenden Betriebsleitern zeigens daß die Selbstkosten durch Einsparen der Dünst gung nicht verringert worden sind, daß es vieti mehr ein Sparen mit Verlust gewesen ist. \

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