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höchste Temperatur im Schatten

am 31. 8.

höchste Temperatur in der Sonne am 31. 8.

Niedrigste Temperatur

seit 31. 8.

* Ermordung eines polnischen Politikers.

Einer der

Ohne Gewähr

Nachdruck verboten

19. Ziehungstag

31. August 1931

196 Gewinne zu

Zuschriften aus unserem Leserkreis

27770

ÄGewinnrade verblieben: 2 , 2 Gewinne zu je 500000, n ... -1. OAAAAA A ... 1. KAAAA

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den No­rin gnä-

Niederschlag v. 31.8.8U. morg. — 1. 9.8 U. morg. 1,5 ma Relative Feuchtigkeit der Luft am 1.9. mitt 12 Uhr 91,0 %

142381 160822 176895 192994 218344 247124 259739 309699 332298 356713

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4-20,0° C

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4-12,5° C

Nun bleibt nur abzuwarten, was sich in Boi- zenburg, der Stadt, in der die Linksradikalen 125 Stimmen mehr haben als die Rechtsradikalen, be­gibt. Wir haben keine großen Hoffnungen für Boizenburg, ,

die Nacht vom 3.-4. Oktober wünschen, wollen dies um­gehend an die „Feldkameradschaft 14. bayr. Jnf.-Rgts. e. 23." in Nürnberg, Maxplatz 35 melden.

Verhalten des deutschen Episkopates zu tionalsozialisten an. Möge Gott ihm diger Richter sein."

Wie der Krackauer illustrierte Kurier meldet, sind am Sonntag in Truskawiez und in der Umgebung Massen­revidierungen und Verhaftungen vorgenommen worden. Das zahlreiche ukrainische Verbände umfassende zentral- ukrainische Komitee hat eine Kundgebung erlassen, in der das an Holuwko begangene Verbrechen ein abscheu­licher Mord und ein Werk der Feinde des polnischen und ukrainischen Volkes genannt wird.

Aus der Geschäftswelk.

Ein Juf)pflege-3nffi(uf hat sich in Fulda aufgetan. Dasselbe wird von dem ärztlich gepürften Fußspeziali» ten Schuhmachermeister P. B r e i d b a ch, Kurfürsten- kraße 32, geleitet. Durch modernste technische 'Einrich­tungen werden quälende Hühneraugen, eingewachsene Nägel, Hornhaut und bergt schmerzfrei und fachkundig, hygienisch einwandfrei ohne Messer beseitigt. Alle Fuß­leidende, die das neue Institut bisher aussuchten, wur­den vollkommen zufrieden gestellt.

Auf einem Platze in Stradford hat ein Amerikaner dem Dichter ein Denkmal errichten lassen. Vielleicht so­gar aus innerer Erkenntnis. Vielleicht nur, weil er viel Geld hatte und wußte, daß Shakespeare berühmt war.

Dies kleine Stradford lebt von Shakespeare. Fremde- die dorthin kommen, tun dies nur Shakespeare halber. Allerdings entstammen sie wohl meist mehr der geistigen denn der kapitalkräftigen Welt.

Immerhin: das Shakespeare-Gofthäft geht gut in diesem Städtchen; Einwohner sagten mir das selbst So vollzieht sich die „Nachwirkung" eines großen Gel­tes in verschiedenartigster Weise!

ter oder ihre Nichtberücksichtigung trotz öffent­lich günstigerer Angebote gesamtwirtschaftlich äu­ßerst ungünstige Wirkungen haben. Der Relchswirtschaftsminister ist der Auffassung, daß regionale Abgrenzungen, die die Einheitlichkeit des deutschen Wirtschaftsgebietes aufheben, bei Ver­gebungen öffentlicher Körperschaften keineswegs Platz greifen dürfen, und daß es notwendig ist, einer derartigen Entwicklung rechtzeitig und mit Nachdruck entgegenzutreten. Der Reichswirtschafts­minister hat daher die Regierungen der Länder gebeten, die Beschaffungsstellen ihres Landes noch einmal anzuweisen, bei den Vergebungen seiner Anregung entsprechend zu verfahren und auch auf die Gemeinden und sonstige öffentliche Körperschaf­ten im gleichen Sinne einzuwirken. Das Preu­ßische Handelsministerium hat durch einen Erlaß diesem Wunsche entsprochen.

Im „Mainzer Journal"

finden wir einen längeren Bericht über die na- tionallozialistische Versammlung, nach der der na­tionalsozialistische Reichstagsabgeordnete Gemein- der von einem tödlichen Herzschlag getroffen wurde. Vor Gemeinder hatte ein Sohn des Kai­sers Wilhelm H., Prinz August Wilhelm von Preußen, der bekanntlich als nationalsozialistischer Versammlungsredner tätig ist, gesprochen und u. a. das Zentrum des Verrats des Christentums an den Atheismus beschuldigt. In dem Mainzer Blatt heißt es dann: „An zweiter Stelle sprach der Reichstagsabgeordnete und hessische Gauleiter der Partei Gemeinder - Darmstadt. Der Redner, der seit längerer Zeit schwer herzkrank gewesen sein soll, erlag kurze Zeit nach Beendigung der Versammlung einem Herzschlag. Im Augenblick höchster Leidenschaft während seiner Rede rief er als Katholik das Urteil Gottes gegenüber ^>em

Rmidfunkhörer der Blücherftraße werden regelmäßig behindert, an den gymnastischen Hebungen des Deutschlandsenders Königswusterhaiisen ab 6 Uhr 30 Minuten teilzunehmen, weil ein Bewohner um diese Zeit ein sehr lautes Geräusch mit irgend einem Appa­rat (offenbar Heilapparat) verursacht. Vielleicht könnte der störende Apparat eine Stunde früher ober später in Anwendung gebracht werden. Don 7.30 Hhr ab ist der Sender .einige Stunden außer Tätigkeit.

Gar nicht weit von dieser Kirche steht das berühmte Shakespeare-Theater, zu einer Ruine niedergebrannt Man wird es jetzt wieder aufbauen.

Vor dem Theater steht Shakespeares Denkmal. Hoch aufgerichtet; es blieb vom Brande unbeschädigt. Mani möchte vergleichen: genau so werden irdische Katastro­phen auch dem Geist dieses Dichters nichts anhabett können.

Der große Garten vor dem Theater ist wundervol! gepflegt. Riesige Mohnblüten leuchten. Die Wege sind von gold-gelbem Sand. Und gleich am Rande des Gar­tens fließt der Avon, nicht sehr breit, aber mit wunder­barer, glatter Wasserfläche. Eigentümlich und beinahe Mitleid erregend sicht die Theater-Ruine in dieser schön­heitsreichen Landschaft. —

Hebrigens hat man in einem Saal der Stadt e:rt Not-Theater eingerichtet, wo Shakespeare-Festspiele abge­halten werden. Doch wird der Wert des Dichters in sei­ner Heimat längst nicht so hoch eingeschätzt wie bei uni in Deutsckland. Cs gibt in England nur wenige, die viel von Shakespeare wissen. Man könnte beinahe an- nchmen, daß Shakespeare, geistig-dichterisch gesehen, gar kein Engländer war . . .

Dle Kommunisten als „Sieger".

Der Bürgermeister von Boizenburg in Mecklenburg

Aus Boizenburg (Mecklenburg) wird ge­meldet:

Am gestrigen Sonntag fand hier die Bürger­meisterwahl statt. In der Stichwahl standen sich der von den Na t i o n a l s o z i a l i st e n und Bür­gerlichen aufgestellte nationalsozialistische Rechts- anwalt Dr. Zeitler (München) und der kommu­tt i st i s ch e Rechtsanwalt Dr.Mexander (Berlin) ge­genüber, der von den Kommunisten und Sozial­demokraten unterstützt wurde. Dr. Zeitler er­hielt 1625 und der kommunistische Kandidat Dr. Alexander 1752 Stimmen. Somit ist der kommu­nistische Kandidat zum Bürgermeister von Boizen­burg gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 90 Prozent.

Da die mecklenburgische Regierung kein Bestä­tigungsrecht hat, wie dies in Preußen der Fall ist, gilt Dr. Alexander endgültig als Bürgermeister von Boizenburg.

Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne ' « über 400 M. gezogen

2 ©etoimte zu 10000 M. 91658

44 Gewinne zu 2000 M. 69059 152039 182556

227746 235966 252061 293979 304240 306489

Ergebnisse der Staakslotterie

Gewinnaurzug

5. Klasse 37. Preußisch-Süddeutsch« , (263.Preuß.) Staats-Lotterie

Wie wird das Wetter?

Die Luftdruckverteilung über Mitteleuropa ist zur Zeit sehr gleichförmig. 3m Gebiet eines ganz flachen Tiefs kommt es bei wolkigem, ziemlich warmem Wetter stellenweise zu örtlichen Gewitterregen, die sich auch morgen noch wiederholen dürften. Da der Luftdruck von Westen her zunächst etwas ansteigt, ist vorerst mit der Fortdauer des im ganzen freundlichen, aber nicht mehr durchweg trockenen Wetters zu rechnen.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Noch kein« schnelle Aenderung des Wetters abzusehen.

Temperatur- und Barometerstand in Fulda.

Mitgeteilt von Diplom-Optiker Sauerborn.

An Shakespeares Geburtshaus ist nichts Besonderes zu sehen. Auch innen nicht. Das Häuschen mit den drei Spitzgibeln und den dunklen Fachwerkbalken hat eben nur die Sonderheit, daß Shakespeare in ihm geboren wurde. Innen beherbergt es gleich einem Museum allerlei Bilder, Schriftstücke, Bücher und Möbel, Dinge, die zum größten Teil kaum in direktem Zusammenhang mit dem Dichter stehen. — Es ist eigentlich unwichtig, das anzusehen. Nur die Räume an sich sind interessant Klein, enghorizontig, etwas gemütvoll beschränkt. Sv stehen sie in einem amüsanten Gegensatz zum Geist des Dichters.

Stühle sieht man und Bänke, auf denen der Dichte« saß; auch seinen Schreibtisch, ein verhauenes, zerschun- benes Stück Möbel, das aussieht wie zusammen geleim­tes Brennholz. Das einzige, was direkt auf Shakespeare deutet, ist ein Brief, der nicht von ihm, sondern art ihn geschrieben wurde.

3m Garten hinter dem Haus blühen Unmengen von Blumen. Zierliche Bäume stehen da, die Wege sind sorgfältig gepflegt, schmuckkastenhaft, und es herrscht eine liebliche Stimmung in diesem Garten, lieblich wie oft die Shakespearfche Lyrik mit Blumenblühen und Nachtigallen klang.

*

Ganz still ist es dort, wo Shakespeares Lebensbahrt endigte: in der Collegiate Church of the Holy Trinity; dort, wo Shakespeares Grab liegt.

Ein kleiner, alter Friedhof rahmt die Kirche ein. Alte Grabsteine, doch ohne Hügel. Glatt und mit fri- chern Grün überwachsen ist dieser Gottesacker, auf dem große Tannen und Linden stehen und diesen und jenen! Grabstein in Schatten hüllen.

Schöne, schlichte Gotik, diese Kirche; klein tft ihr For­mat, und sie hat nur einen schmalen, spitzen Turm. 3m Innern, in der breiten Vorstufe zum Altar, befindet sich die Grabplatte Shakespeares. Neben ihm ruht sein« Frau, die treue Anne Hathaway; dann noch eine seine« Töchter und deren Mann. Alle in einer Reihe.

Ein riesiges Spitzbogen-Fenster ragt hinter beul Altar auf, mit wunderbaren, bunten Glasgemälden. Wenn die Sonne durch dieses Fenster scheint, färbt sich ihr Licht durch die Glasmalereien bunt, fällt auf Shakespeares Grab und liegt dort wie bunte Blüten.

Weihevoll still ist es an diesem Grab, wo vor drei­hundert Jahren die sterblichen Ueberrefte des Dichter« versenkt wurden. „Hic depofitum eft quob mortale fuit Shakespeari." Der Geist lebt weiter.

3n einem Kirchenbuch sind Geburts- und Sterbejahr Shakespeares verzeichnet. Die Seiten mit den Eintra­gungen liegen aufgeschlagen: die 3ahre 1564 und 1616.

2 Gewinne zu 5000 M. 28097 12 Gewinne zu 3000 M.

249184 294196 372564

Die Shakefpeare-SkM Stradford.

Von Albert Maaß.

Von London braucht der elegante Expreß der Great Westen Rallway nicht ganz zwei Stunden bis Lea- mington, von dort schleicht ein Bummelzug langsam durch eine sommerliche Gegend nach Stradford. dein Geburts- und Sterbeort von Shakespeare. Ein nettes "dstftdtchen, dieses Stradford, recht doch im

übrigen unscheinbar wie tausend andere Landstädtchen. Klein sind seine Straßen; ebenso die meisten, höchsten? zweistöckigen Häuser.

Schon die ersten Läden hängen voll von Shakespeare- Dingen: Postkarten, Photographien, kleinen Shake­speare-Büsten. Shakespeare, nicht als Shakespeare.

Ein Shakespeare-Hotel gibt es da, ein Shakespeare- Kaffee, eine Shakespeare-Galerie. Heber dem Eingang einer Bank ist Shakespeare in Mosaik. 3a, ich aß sogar Shakespeare-Gebäck! Tausend Shakespeare-D'nge. Gröbster Kitsch einer geschäftstüchtigen Andenken-Indu­strie. Ohne diesen Shakespeare-Rummel wäre dies Städtchen erlebnisleer.

Die Edelpelztterzuchk in Hessen-Nassau

Bereits 22 Farmen.

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196 »etoinne'iu 500 M.' 285'2763 3565 9474 13842 14467 19785 29240 29330 33489 37367 43498

43697 44278 48476 57054 59680 61157 63108

63873 67261 68813 72847 77062 81684 83202

84772 85473 86056 88564 92392 103165 ------

106865 " J *

172 Gewinne zu 500 M. 4343 7807 13982 25556 29382 35802 40000 56018 70490 80974 84504 89252 89557 94330 96104 98918

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3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne „ über 400 M. gezogen

2 Gewinn, zu 10000 W. 59764 *

14 Gewinne zu 5000 M. 13 1663 1987 55708

109223 176559 320179

12 ®eti>inne zu 3000 M. 27742 41008 42352 126473

195619 308097

66 »«Winne zu 2000 M. 11023 61073 90416 100857

109523 119706 ------ ------ ------ ------

— 40jährige Ehe. Dienstag, den 1. September, können die Eheleute Konrad Will und Frau Anna geb. Jahn, auf ein 40jähriges glückliches Ehe- und Fa­milienleben zurückblicken.

— Drei hochbelaglen Kameraden des Kriegerver­eins Fulda ist es am 3. September vergönnt, bei bester geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit Geburtstag äu feiern. Zunächst ist es der Zollafsistent i. R. Louis Saut, Blücherftraße 6, der am 3. September 82 Jahre alt wird. Er ist Ehrenmitglied des Kriegeroereins Fulda und zählt zu den Veteranen von 1870-71. Trotz feines hohen Alters ist er ein steter Besucher der Mo- natsverfammlungen des Vereins und dient damit auch weit jüngeren Kameraden zum Vorbild. Nicht uner­wähnt sei, daß Paul auch von 1891 ab viele Jahre lang eifriges Mitglied der Fuldaer Stadtkapelle unter Lei­tung des Herrn Wienecke war, wobei er den Streichbaß und Tuba bediente. - Das zweite hochbetaqte Geburts­tagskind ist der S» d'ältette und jekioe Rentner Karl Kramer, Niefigerstraße 3 a, der am 3. September 79 Jahre alt wird und ebenfalls zu den Ehrenmitgliedern des Kriegervereins Fulda zählt. — An dritter Stelle folgt der Rentenempfänger Kasimir Helmer, Am Bahnhof 30, der als Ehrenmitglied des Kriegeroereins Fulda am 3. September 78 Jahre alt wird.

= Tradüions- und Wiedersehensfeier der Angehöri­gen ehern. Kgl. bayr. 14. Jnf.-Regiments in Nürnberg. Am Samstag, den 3. Oktober, abends 8 Hhr findet in Nürnberg, Saalbau Kolloff eurn, Maxtor, die Trabi- tions- und Wiederfehensfeier des ehem. bayr. 14. Jnf.- Rgts. statt. Am Sonntag, den 4. Oktober 1931, vormit­tags ist Nachfeier mit den auswärtigen Kammeraden im Verkehrslokal „Kettensteg", Nürnberg, am Hallertor. Diejenigen auswärtigen Kameraden, welche Quartier für

Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz vor» geschriebene Verantwortung.

»Wir ersticken im Staub. — Den Einsendern des „Straften des Schreckens", deren Zuschrift vor einiger Zeit hier erschien, muß man sehr beipslichten, denn obgleich ja noch niemand wirklich daran erstickt ist, will der Erstere mit diesem Ausspruch doch seine Entrüstung darüber kundtun, daß man noch nicht mal innerhalb seiner Woh­nung vor diesem aufgewirbelten Straßendreck gesichert ist. Wer an der geschilderten Straße wohnen muß, ist zu bedauern Aber in der heutigen Wirtschaftslage sind neue Straßen so rasch nicht herzustellen Diesen Stra- ßengerfall hätten die maßgebenden Stellen früher er­kennen bezw. diesem Hebel entgegensteuern müssen; sie mußten gleichzeitig mit dem immerwährend zuneh­menden Straßenverkehr und gerade durch die immer mehr eingeführte Gummibereifung, die aus den lockeren Schotterstraßen die kleinsten Steine geradezu heraussau- gen, zur Erkenntnis kommen, daß gewalzte Schotter­straßen ohne Bindemittel überhaupt nicht mehr ausge­führt werden dürfen. So ist auch Teer — oder Asphalt­bindung zu verwerfen, da solche Straßendecken in der warmen Jahreszeit weich werden und somit wellige, buckelige Oberflächen entstehen. Es ist schade, daß Die zuständigen Behörde? nicht schon vor vielen Jahren zu der Erkenntnis gekommen sind, daß gewalzte Schotter­straßen schon nach einigen Wochen ausbröckeln und hol­perig werden, mithin nur noch für gepflasterte Straßen Geld aufgewendet werden dars, denn auch Zement- straßen bekommen Risse und zerfallen und bedürfen der dauernden Ausbesserung (z. B. die Straße vor der Harmonie). Man kann so häufig beobachten, wie diese Vertiefungen und Schlaglöcher auch auf den Landstraßen einfach mit losem Basältgries zugedeckt werden. Wer diese Anordnung trifft, erlaubt sich zwecklose Geldaus­gaben, da diese Löcher, so oft sie auch auf gefüllt, doch immer wieder durch die Gummireifen leergesaugt wer­den. Deshalb dürfen künftig für Ausbesserungen gar keine Geldaufwendungen mehr gemacht, vielmehr es müßte an den schlimmsten Straßen Neupflasterung vor­genommen werden, wenngleich die Pslasterunternehmer diese einzelnen Flickstellen bevorzugen, weil hierbei nicht genau nachprüfbar ist, wie groß die ausgebefferten Stellen waren, zumal da die Pflasterer diese Stellen noch mit einer Unmenge Sand überstreuen. Es ist klar, daß die behördliche Stelle — bevor sie diese Geldaus­gaben macht — nicht erst diese Sandschichten entfernt, um dann den verrechneten Flächeninhalt nachprüien zu können. So muß man monatelang durch diese Sand- stellen fahren, bis er immer mehr zu Staub geworden mit dem übrigen Straßenschmutz sich vereinigt. Man sollte doch behördlicherseits erkennen, daß, wem, man sich überhaupt schon teures Straßenpflaster erlaubt, dann auch ein entsprechender Nutzen für alle Passanten beim Ueberfdireiten bezw. Befahren der so geschaffenen fe­sten Oberfläche entsteht. Aui dieser Oberfläche dürste kein Hindernis, wie sie überfüllte Fuhrwerke foriwäh-

<n'' nn m-n 1 B. V0M Güterbahnhof bis zur Filzfabrik eine dicke Kahlenspur verfolgen kann, so müßte dieser skandalöse Fall bestraft werden. Oder die Bauarbeiten an der Straßenkreu- zung-Florengasse Dalbergstraße — dürfen doch nicht als hinreichender Äxund gelten dafür, daß diese Straße selbst in der ganzen Länge durch Bauschutt verunreinigt wird u. man bei eingetretenem Regen hier durch Schlamm fah­ren muß und sich so Kleidung und Fahrzeug besudelt. So ist auch die Straße vor dem evangel. Gemeindehaus schlammig; ein sauberes Pflaster ist doch schon kurz nach dem Regen wieder abgetrocknet! Es müßten hier

energische Maßnahmen ergriffen werden; z. B. könnte am Güterbahichof eine Schranke fein, die nur ganz dick­ten, auch nicht überfüllten, Wagen geöffnet wird. Diese Kontrolle könnte sogar di« Reichsbahn selbst vorneh­men, auch dafür sorgen, daß beim Umlaben selbst nur solche Leute geduldet werden, die nicht das geringste verschütten, damit die Wagenräder dort keine Kohlen mehr zu Staub mahlen, wie er seither vom Sturm nach den Anwohnern geblasen wurde. In dieser arbeitslosen Zeit Fahrwege zu sparen durch Heberladen und auf Kosten der armen Tiere müßte durch Polizei-Verord­nung unterbunden werden. Dies betrifft auch die Müll­abfuhr, deren überfüllte Wagen bisweilen eine ekelerre­gende Sauerei auf den Straßen hinterlassen. Die be­stehende Polizei-Verordnung bezüglich des Kehrens am Mittwoch und Samstag erreicht den gewollten Zweck nicht, denn ein Anlieger bekommt auf fein gekehrtes Pflaster den Dreck feines Nachbars vom Wind und Fahrzeugen wieder hingeblafen (namentlich in der Straßenrinne bringt dies der Wind gut fertig); spät abends kehrt bann der andere Nachbar fein Straften- stück, unbekümmert darüber, daß ein Teil feines Drecks auf die gekehrte Nachbarfläche geraten ist. Heber Nacht einfetzender Gegenwind verteilt dann den abgewehten Dreck wieder auf beide Grundstücke und so kommt der Sonntagmorgen, an welchem beide Nachbarn wegen nicht ordnungsgemäßen Kehrens Polizeiftrafe erhalten O nein, die Verordnung müßte lauten: „Es darf nie­mand beim Passieren der Straße etwas fahrlässig hin­werfen oder verlieren. Die Anlieger haben dies tun­lichst zu überwachen und Uebertretungen zur Anzeige zu bringen; sie haften selbst für ständige Sauberkeit ihres Straßenteiles an jedem Tag und zu jeder Stunde." Dann würde es in kurzer Zeit keinen Bau-, Kohlen-, Koks- und sonstwie zermahlenen — Gries mehr auf den Straßen geben. Viele Milliarden Schuh­sohlen hielten 3—5 mal so lange, die Fahrzeuge und besonders die Bereifung würde 5 mal so lange halten, der Verkehr würde sich rascher und gefahrloser abwik- keln, das deutsche Volk würde zufriedener sein und mit bedeutend geringerem Lohn famos aus kommen. Dies alles würde zur Folge haben, daß wir innerhalb des Reiches in weitem Maß frei werden von reichsschädi­genden Reparaturarbeiten und so immer mehr die Pro­duktion von Exportwaren aller Art wegen der gelchil- beten Verbilligung ber Waren in Fluß kommt. Wird auf diese Weise Ordnung geschaffen im Staate, so kön­nen wir in kurzer Zeit zur Beherrschung des Weft- marktes wieder gelangen, weit mehr, wie in ber Vor­kriegszeit. Es würbe durch Steigerung bes Exportes Neukapital unb Golb ins Land fließen, denn umgekehrt hat die immer mehr eingeriffene Unorbnung bahiuge- führt, itoft jeder Arbeitsvorgang zu teuer tarn in­folge der Hindernisse bis zur Schaffung einer Ware. So sind die zahllosen Stillegungen ber Betriebe zu erklä­ren. Auch unsere direkt lebensgefährlichen Straßen mit den zahllosen Schlaglöchern sind Hindernisse, die an dem Zerfall sehr Mitschuld sind und dem Wiederaufftieg wie angezogene Bremsen entgegenwirken.

Karl Schneider, Ingenieur.

hervorragendsten polnischen Politiker, der Abgeordnete Taddäus Holuwko, ist im ostgalizischen Badeort Truska­wiez von zwei bisher unbekannten Tätern ermordet wor­den. Es handelt fick vermutlich um ein politisches Ver­brechen, und die polnische Presse nimmt als gewiß an, daß U t r a i n e r die Täter sind. Holuwko gehörte zu den Führern bes Regierungsblocks unb hatte sich als solcher vor allem der Minderheitspolitik in Ostpolen zu- gewandt. — Der örtliche Starost hat einen Preis von 10 000 Zloti für die Ergreifung ber Täter ausgesetzt.

Die Zucht von Edelpelztieren hat in Deutschland während der letzten Jahre ganz bedeutende Fort­schritte gemacht. Um nun einen einwandfreien Ueberbtick über die Zahl der Farmen und Pelz­tiere zu erhalten, wurde im Februar dieses Jahres eine amtliche Erhebung veranstaltet. Man wählte gerade diesen Zeitpunkt für die Zählung, weil im Februar im allgemeinen die Schlachtungen beendet und nur noch Zuchttiere vorhanden sind, auf die es für die Beurteilung der Weiterentwicklung der Pelztierzucht in erster Linie ankommt. Das Ergeb­nis der Ergebung zeigt uns deshalb auch nicht die int Laufe eines Jahres erreichte Höchstzahl von Tieren, sondern eher den geringsten Stand.

Schon das Vorhandensein von über 1000 Edel­pelztierfarmen in Deutschland beweist, daß dieser neueste Zweig der Tierzucht bereits eine beach­tenswerte Verbreitung gesunden hat. Die meisten Farmen liegen in Südbayern (rd. 200), dann folgt die Provinz Hannover, wo wir schon im Bezirk Stade 135 Farmen antreffen und das Gebiet von Niederschlesien mit 90 Farmen. Eine starke Edel­pelztierzucht besteht ferner noch in Württemberg, Ostpreußen und Oldenburg. Meist liegen die Standorte der Edelpelztierzucht in Gegenden mit niederschlagreichem Klima, das für eine gute Be­schaffenheit der Felle von besonderer Bedeutung ist. Hessen-Nassau gehört ebenfalls zu den Gebieten mit verhältnismäßig starker Verbrei­tung von Pelzfarmen. In unserer Provinz liegen im ganzen 22 Farmen, also nicht viel weniger als in Thüringen (26) und Hessen (29).

In den Tierbeständen der Edelpelztierfarmen nehmen zahlenmäßig die Silberfüchse die erste Stelle ein. Etwa die Hälfte der deut ch en Farmen züchtet diese Tiere, deren Gesamtzahl sich bei der Zähluna auf rund 8600 stellte. Hierbei ist zu bedenken, daß es sich überwiegend um Zuchttiere handelt. Etwa 2850 Tiere werden in den südbayrischen Farmen

gehalten, über 600 in Ostpreußen, fast ebensoviel im Regierungsbezirke Stade, fast 500 in Thüringen, 400 in Niederschlesien und 300 in Schleswig-Hol­stein. In Hessen-Nassau geben sich 9 Farmen mit Silberfuchszucht ab» die zusammen Über 70 Tiere verfügen. Weit geringer sind die Bestände an Blaufüchsen, deren im Reich insgesamt 300 und in Hessen-Nassau 10 festgesteklt wurden. Dagegen ist die Zucht von Nerzen fast ebenso stark verbreitet wie die Silberfuchszucht. An der Nerzzucht sind rund 45 Proz. aller Farmen beteiligt, der Ge­samtbestand an Nerzen belief sich auf rd. 7000. Auch in der Zucht dieser Tiere steht Südbayern obenan, ferner sind Niederschlesien, Württemberg unb Thüringen mit größeren Beständen vertreten, auch Hessen-Nassau mit 6 Farmen und 54 Tieren nimmt eine beachtenswerte Stelle ein. Die dritte Art der Edelpelztiere bilden die Sumpfbiber, fast 2000 üt 179 Farmen, darunter 400 Tiere in Ober­bayern, 220 in Schleswig, 200 in Württemberg und 115 in Hessen. In Hessen-Nassau ist diese Zucht weniger verbreitet, wir finden hier 4 Farmen mit 18 Tieren. Von anderen Pelztieren spielen noch die Waschbären, rund 900 in 136 Farmen, eine Rolle. In Hessen-Nassau werden 10 dieser Tiere in drei Farmen gehalten. Auch die Zucht von Karakulschafen hat eine gewisse Bedeutung erlangt, mit dem Unterschied allerdings, daß sie sich auf wenige (etwa 25) Farmen beschränkt. Immerhin wurden schon 1500 Tiere gezählt. Sonst gab es noch im Deutschen Reich 90 Skunks, 70 Biber, 50 amerikanische Opossum, 94 Silberdachse, 126 Steinmarder, 52 Baummarder und 315 Iltisse als Zuchttiere.

Deutschland nimmt nunmehr nach Kanada und Norwegen die dritte Stelle in der Edeltterzucht der Welt ein. Dort sollen allerdings 58 000 bezw. 35 000 Silberfüchse vorhanden sein.

! Prämien zu je —i* www, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 4 zu je 50000, 14 zu je 25000, 74 zu je 10000, 164 zu je 5000, 354 zu je 3000, 1016 zu je 2000, 1982 zu je 1000, 3132 zu je 500, 8568 zu je 400 Mark.

------ ------ ------ 311187 383153 394328

94 Gewinn- ju 1000 M. 889 18426 34804 39262 46954 49556 51920 56222 56818 58613 59664 75534 77020 79878 8674,1 92919 103075 ------

" 145081

207929

318981

366856

394472

94 Gewinn- au 1000 M. 5235 17975 23167 43904 46977 58620 77476 90168 101299 101578 ------

" 176765 177450

220309 222512

F. A. BROCKHAUS - LEIPZIG

DerUnterzeidinete.bittetumunverbindlidieZusendung des Probeheftes „Der Große Brodchaus neu von A-Z"

Name u. Ort: -

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327058

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331309

337032

340665

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388361