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Anzeiger für die Staöf Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk

Nr. 201

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Mittwoch, 2. September 1931.

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lahtg. 58.

Die 64. Tagung des Mkerbundsrales.

Die Eröffnungssitzung.

wib. Genf, 1. Sept. (Gig. Meld.) Heule vor­mittag 11 Uhr begann die 64. Tagung des Völker- bundsrates. Der Ratstisch zeigt gegenüber der letzten Tagung ein etwas verändertes Bild. Den Borsitz führt der panische Außenminister Ler - rour. England st durch Lord Robert Cecil, Frankreich durch den Direktor der Völkerbunds­abteilung Andre Massigst vertreten. Obwohl vor der Tagung eine ziemlich starke Nachfrage nach Eintrittskarten zu verzeichnen war, zeigte sich setzt, daß die Tagung nerhältnismäßig geringes In­teresse findet Die Beteiligung des Publikums und der Presse heute vormittag war außerordent­lich schwach. Die Sitzung, die etwa eine halbe Stunde dauerte, war mit der Verlesung einiger Berichte über die Arbeiten seit der letzten Rats­tagung ausgefüllt. U. a. wurde ein Bericht über die Arbeiten des Wirtschaftskomitees verlesen, den der Vertreter Deutschlands erstattet hat. Die nächste Sitzung findet Mittwoch statt.

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Aus Eens wird gemeldet:

Der Gegenbesuch Lavals und Bri­ll n d s in Berlin ist vorläufig auf den 26. September festgesetzt. Das wird hier, als Bestätigung Berliner Meldungen, mit­geteilt. Vorläufig ist Dr. C u r t i u s noch der einzige hier anwesende Außenminister der großen europäischen Staaten, wenn man von dem russi­schen Volkskommissar absieht. Lord Reading kommt nicht, und B r i a n d wird auf ärztliche Anordnung erst unmittelbar vor Beginn des Völkerbundplenums nach Genf reifen. Zunächst wird er durch Fran ? ois Poncet vertreten, den bereits ernannten neuen Botschafter in Ber­lin. Dr. Curtius hatte mit Poncet bereits eine längere Unterhaltung.

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ERB. Paris, 1. Sept. (Eig. Meld.) Der Gen­fer Korrespondent des „Petit Parisien" meldet ein Genfer Gerücht daß man die Frage des Vorsitzes der Abrüstungskonferenz, für den ursprünglich be­kanntlich der englische Außenminister Hender - s o n vorgesehen war, einstweilen auf sich beruhen lassen will. Man gedenke es der Abrüstungs­konferenz selbst zu überlassen, nach ihrem Zusammentritt ihren Vorsitzenden zu wählen.

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Don verschiedenen H a u p tstädten der am Haager Spruch beteiligten oder interessierten Mächte werden Gerüchte über den voraussichtlichen Inhalt der Entscheidung des Haager Gerichts in Sachen des deutsch-öster­reichischen Protokolls für die Zollunion verbreitet. Diese Mitteilungen weichen im allgemeinen wenig von einander ab und stimmen vor allem in der Angabe überein, daß der Spruch kein ein­deutiger sein werde. Angeblich soll näm­lich die Zulässigkeit des deutsch-österreichischen Protokolls im Verhältnis zum Vertrage von St. Germain anerkannt werden, während in bezug auf das Genfer Protokoll von 1922 aber ein etwas abweichender Standpunkt eingenommen werde.

Allen diesen Angaben dürfte im Augenblick nicht die Bedeutung einer authentischen Wieder­gabe des bevorstehenden Spruches zukommen. Mit der Zusammenkunft der Staatsmänner in Genf erwächst im Hinblick auf die verschiedenartigen politischen Interessen, die von den verschiedenen Mächten dort vertreten werden, erfahrungsgemäß das Bedürfnis nach Erzeugung einer gewissen Stimmunczscrtmolphcire auf deren Gestaltung mit solchen Vorhersagen, wie den obigen, Einfluß zu nehm versucht wird.

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Aus Genf wird gemeldet:

Dis Diskussion über den Gedanken eines wirt­schaftlichen Nichtangriffspaktes im Koordina­tionskomitee des Europaausfchuf- f e s wurde abgeschlossen. Entsprechend dem Vor­schlag des deutschen Außenministers Dr. Curtius beschloß das Komitee dem Redaktionsausschuß die Formulierung eines Berichtes an den Eurovaaus- Ichuß zu übertragen. Man nimmt an, daß der Europaausschuß beschließen wird, entsprechend den Anregungen des deutschen Delegierten, die Frage entweder einem Sonderausschuß oder dem Wirt- schaftskomitee des Völkerbundes zur Weiterver­folgung zu überweisen.

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Die Tagung des 7. Kongresses der Nationalitäten in Genf ist abgeschlossen worden. Das Ergebnis der dreitägigen Beratun­gen wurde in zwei Entschließungen zusammenae- faßt. Als Gesamtein^ruck der Berichte über die Lage der einzelnen nationalen Volksgruppen in Europa wird darin festgestellt, daß schärfer als je in den durch Minderheitssckmtz gebundenen Staa­ten ebenso wie in den vertraglich nicht gebundenen — abgesehen von wenigen Ausnahmen — die Assimilation betrieben wird. Das Präsi­dium des Kongresses wurde beauftragt, die ernste Lage dem Völkerbund, vorzustellen und die Not­wendigkeit des Petitionsverfahrens zu betonen. In einer anderen Entschließung heißt es, die ma­terielle Abrüstung könne mit Aussicht auf Erfolg nicht ohne gleichzeitige moralische Abrüstung durch­geführt werden. Diese moralische Abrüstung müsse vor allem in einer befriedigenden Lösung der Na­tionalitätenfrage bestehen.

Brianb noch schonungsbedürftig.

Nach einer Mitteilung des französischen Au­ßenministeriums wird Vriand sich nicht zum Be­ginn der Vollversammlung des Völkerbundes nach Genf begeben. Professor Vaguez hat Vriand be­sucht und eine erhebliche Besserung seines Gesund­heitszustandes festgestellt. Immerhin schien es dem Arzt empfehlenswert, den Außenminister vor

Wiederaufnahme feiner vollen Tätigkeit eine wei­tere Woche Ruhe zu verordnen.

Aus Neuyork wird gemeldet:

Paul Boncour, der Vorsitzende des Kammer- ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, soll gegenüber dem Pariser Korrespondenten der Afso- ciated Preß geäußert haben, die Nationen sollten dahin Übereinkommen, ihre Streitkräfte dem Völkerbundsrat zu dem Zwecke zur Verfügung zu stellen, daß er sie gegen den „sestgestellten Angreifer" verwen­den könne. Er soll dabei zu verstehen gegeben haben, durch diese Maßnahme würde das Problem der Gleichheit gelöst werden können. Er habe weiter auf die in Frankreich herrschende Besorgnis hinge- wiesen, daß andere Mächte bemüht seien, die Sicherheit Frankreichs zunichte zu machen. Man könne überzeugt fein, daß ein Mißerfolg der näch­sten Abrüstungskonferenz das Signal zur Wiederaufrüstung der Mächte sein würde, die unter den Friedensverträgen Sonderbeschrän­kungen unterworfen seien. Paul Boncour soll schließlich auf die deutsche Forderung nach „mathe­matischer Rüstungsgleichheit" hingewiesen haben, die im Widerspruch zur Völkerbundssatzung stehe.

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WaMnatoner Regierungskreife lehnten, wie Associated Preß aus der Bundeshauptstadt meldet,

Der Nürnberger Katholikentag ist vorüber. Hunderttausend Menschen, katholische Menschen, haben am Sonntag früh dem Festgottesdienst bei­gewohnt, die Pontifikalmesse gehört, die der päpst­liche Legat im Stadion zelebrierte, und mindestens eibenfo viele Katholiken und Nichtkatholiken wa­ren durch den Rundfunk Ohrenzeugen des Gesche­hens in der Nürnberger Kampfbahn. Nun ist alles vorüber — vorüber die wallenden Fahnen, der Trommelwirbel, der Trompetenton, vorüber die feierliche Pracht der kirchlichen' Liturgie, vorüber das Brausen der Menge im Luitpoldshain. Die Nürnbergfahrer sind h'eimgekehrt, und es gilt für jeden Einzelnen wie für das Präsidium und das Zentralkomitee, das Fazit zu ziehen.

Diese Katholikenverfammlung, die sich in allem, was Tiefe des Arbeitseifers und Durchschlagskraft des Demonstrationsgedankens angeht, mit allen bekannten Reichstagsabgeordneten, der in der Zen­trumsfraktion ein ganz besonderes Ansehen ge­nießt, und dem unter allen führenden Politikern vielleicht am wenigsten der Ruf des Nurpoli­tikers anhaftet. Joseph Joos kommt aus dem Ar­beiterstande, stieg aber bald in bedeutsame und dann in führende Stellungen der katholischen Ar­beiterbewegung auf, wurde Mitglied der National­versammlung und ist seitdem Spitzenkandidat des Zentrums im Wahlkreis Köln-Aachen. Aber er ist viel mehr als das. Ein Philosoph, sagen wohl manche seiner Kollegen, ein Dichter, meinen gele­gentlich Arbeiter, die feiner ausgleichenden Kunst der Menschen- und Parteienhandlung nicht immer zu folgen vermögen. Es ist ja kein Zufall, daß auch der katholische Akademikerre-bavd r-iei'erbolt diesen ehemaligen Arbeiter aernfen bat. damit er seine Mitglieder aus allen Fakultäten über soziale Zusammenhänge und Verpflichtungen aus dem Volkstum heraus belehre. Joos ist der geborene geistige Führer, nicht nur für die Schicht, die ihn vorschickte und der er für immer sein Wirken ge­widmet hat, sondern für jeden Deutschen, dem Vaterland, Volkstum, Heimat mehr als Be­griffe, dem sie Erlebnisse, dem sie heilige Forderun­gen sind.

Wenn die Nürnberger Katholikenversammlung diesen Mann zu ihrem Präsidenten machte, so tat sie damit nicht nur etwas Kluges, sondern auch et­was Symbolisches. Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen, hat vor 17 Jahren Hein­rich Lersch, der Schützling und damalige Nachbar des Abgeordneten Joos, gesungen. Alles, was der Präsident der Nürnberger Katholikenoersammlung gesagt hat, klingt irgendwie auf diesen selben Ton hinaus: Weil Deutschland leben muß, darum müssen wir es auf uns nehmen, ihm dieses Leben zu ge­währleisten, indem wir ihm die innere Treue hal­ten. Innere Treue ist Festhalten am V o l ks- tum, ist Begreifen der Volksnot, ist Abkehren vom Materialismus, ist Durchhalten im Sinne ei­gener Sraftanfpannung. Und das gilt für jeden Einzelnen. Joos hat in feiner Schlußayfprache im Nürnberger Stadion, die ebenso gewaltig, wie fei­erlich mar, eine von seinem verstorbenen Freunde Dr. Sonnenschein oft formulierte Forderung weiter entwickelt und etwa gesagt: Wenn wir von unse­ren Arbeitern Treue in jedem Sinne verlangen, dann sind wir verpflichtet, ihnen auch ein Mindest­maß von Wohlstand zu sichern. Damit begegnet er sich mit einem Satz, den vorher Landgerichts- Präsident Dr. Lorenz Krapp gesprochen hatte: Bor zwei Menschen soll man aufstehen und den Hut abziehen, vor dem Kriegsblinden, dem beide Augen ausgeschossen sind, und vor dem arbeitslosen Fa­milienvater, der in diesem Zusammenbruch der Heiligtümer noch fein gläubiges Gott ver­trau e n bewahrt. Beide sind Helden und verdie­nen die Bürgerkrone.

Es ist kennzeichnend, daß auf diesem Katholi­kentage ein Mann wie Lorenz Krapp auftrat, der vor einem Bierteljahrhundert als Student we­gen der flammenden Begeisterung seiner,Verse von sich reden machte und dann später, wiewohl die Glut seines dichterischen Sehens nicht erlosch, sich still auf feine Berufsarbeit zurückzog, um von dort

jede offizielle Stellungnahme zu dem Vorschläge Paul Boncours ab, wonach die Nationen ihre Streitkräfte der Kontrolle des Völkerbundes unter­stellen sollten. Einige Beamte äußerten jedoch, nach chrer persönlichen Ansicht würde ein solcher Vor­schlag auf scharfe Opposition im Kongreß stoßen.

* Verlängerung des russisch-litauischen Nicht, angrisfspakles. In K o w n o wurden die Ratifi­kationsurkunden zu dem Protokoll über die fünf­jährige Verlängerung des russisch-litauischen Nicht­angriffspaktes ausgetauscht. Gleichzeitig wurde das Protokoll über die Rechtsstellung der russi­schen Handelsvertretung in Litauen unterzeichnet.

* Der chinesische Außenminister in Berlin. Der chinesische Außenminister Exzellenz Wang ist in Berlin eingetroffen. Er wird sich einige Tage in Berlin aufhalten und sodann nach Genf Weiter­reisen. ___________________________

Internationaler Gehalts abbau.

Notstandsmaßnahmen bet finnischen Regierung.

Aus Helsingfors wird gemeldet: Die Re­gierung hat dem Parlament einige Gesetzesvor­lagen zur Ueberwmdung der augenblicklichen Wirtschaftsdepression vorgelegt, die u. a. eine Kürzung der Gehälter für verheiratete Beamte um fünf Prozent und für unverheiratete Beamte um zehn Prozent, ferner eine Kürzung der Abgeordnetendiäten um zehn Prozent vor- sehen. Nach einer weiteren Gesetzesvorlage sollen ausländischer Roggen, Hafer und Gerste in Zu-

aus immer tiefer in das Verständnis des Volkes und gerade des schuldig gewordenen Vol­kes einzudringen. Es ist kennzeichnend für den Geist der deutschen Katholikentagungen, und da­rum heben wir diesen Redner neben dem Präsiden­ten, neben Joos, für den der Erzbischof von Bam­berg ein Gebet in die ergriffene Riesenversamm­lung hineinschickte, besonders hervor. Denn wir können in diesem kurzen Bericbt nicht, oller geden­ken, die in Nürnberg die sittlichen und sozialen Forderungen des Katholizismus, die ja nur die Forderungen einer christlichen Nation sind, formu­liert haben, geschweige denn, daß wir auch nur den Versuch machten, alle diese Gedanken hier zu skizzieren. Es war ja dieser Katholikentag, der unter dem Zeichen der mildtätigen heiligen Elisa­beth stand, in feinem tiefstem Wesen eine f o - ziale Tagung. Deutschland durchlebt und durchhungert eine Zeit, wie sie schwerer kaum je­mals auf unserem vielgeprüften Lande gelastet hat. Wir zitieren noch einmal Lorenz Krapp: Die sitt­liche Tragödie der Arbeitslosigkeit ist noch er­schütternder als die materielle, der man zur Not abhelfen kann durch die Arbeitslosenunterstützung. Aber die Heiligtümer im Innern des Menschen, die hier zusammenbrechen, wer baut diese wieder auf?

Unsere Gegner werden auch diesmal von ihrer Gewohnheit, Katholikentage als raffi­nierte politische Heerschauen des Z e n t r um s zu bezeichnen und ihnen damit den Schein bloßer Parteitaktik zu geben, nicht abgeben. Mögen sie es halten, wie sie wollen. Wer unvor­eingenommen den Beratungen und den großen Reden gefolgt ist, der mußte überall heraushören, daß hier eine gewaltige und tief ernste, vor keiner verpflichtenden Schlußfolgerung zurückschreckende Gewiffenserforfchung des deutschen Volkes vorge­nommen wurde. Nichts von alledem, was man in Nürnberg in den Aussprachekreisen und in den öffentlichen Kundgebungen erarbeitete, ging den Katholizismus allein an. Wie Joos in feinem Schlußwort sich an alle wandte, auch an die, die außerhalb der Gemeinschaft der Kirche leben, so war jede Forderung, die da aufgestellt und be­gründet wurde, e in Postulat für den deut­schen Menschen dieser Krisenzeit, und so dürfen wir uns mit Genugtuung sagen, daß diese große Demonstration, wenn man den Katho­likentag als eine solche auffassen will, letzten Endes eine Kundgebung deutschen Wesens für deutsche Wesen war, eine nationale Demonstra­tion, an der jeder teilhatte, dem das Wort „Deutschland über alles" mehr als ein Klang und tönender Sers, dem dieses Wort sittliches Erlebnis

•

Aus der Reihe hervorragender Reden, die in Nürnberg auf dem Katholikentag gehalten worden sind, fei hier die Schlußrede des Präsi­denten, des Reichstagsabgeordneten Joos noch kurz Umrissen. Ein Teilnehmer der Tagung er­klärte uns, diese Rede und die sie begleitenden Kundgebungen hätten einen überwältigenden Ein­druck gemacht. Joos führte aus:

Der Abend senkt sich nieder auf die Türme und Giebeldächer Nürnbergs, auf das deutsche Land, auf unser leidendes Volk. Abend wird es über der 70. Generalversammlung der deutschen Katho­liken. Es waren Tage der Freude und Erhebung. Ringsumher sprangen die reichen Quellen katho­lischen Kirchenlebens auf und leuchten in den Tag. Wir haben es gefühlt in diesen Tagen, wie groß unsere Kirche ist im Ernst ihrer Felerlichkeft und im Jubel ihrer Freude. (Händeklatschen.) Es waren Tage der Kraft. Was ist der einzelne, wenn er irgendwo verstreut ist. Hier haben wir es erlebt. Wir sind nicht allein, wir haben Gott zum Vater und sind Kinder einer hei­lig en getreuen Mutter, der Kirche. Heute wurde hier ein Flugblatt verteilt: Bis heute Soldaten der Kirche! Darauf antworten wir: Nein, nicht bis heute, wir sind und blei­

kunst mit einem bestimmten Prozentsatz heimischen Kornes vermischt werden.

Nolvollmacht für die englische Regierung? ]

Aus London wird gemeldet:

Eine der ersten Maßnahmen, die dem Parla­ment zur Annahme vorgelegt werden soll, wird, wie her politische Korrespondent des „Evenina Standard" annimmt, her sogenannte „Notvoll» machtsakt" fein.

„Gras Zeppelin- übet dem Ozean,

poffabrourf auf den Kapverdischen Inseln.

Montag mittag hat „Graf Zeppelin" auf fei» ner Fahrt nach Südamerika die Stadt Porto» Praia auf den Kapverdischen Inseln überflogen, lieber den Kapverdischen Inseln ging das Luftschiff zur Erforschung der Wärmeaus­strahlung auf eine Höhe von 1000 Meter, von wo die Insassen einen herrlichen Rundblick auf das Wolkenmeer hatten. Über Sao Thiago auf den Kapverdischen Inseln wurde P o st a bg e» warfen.

Gronau in Kanada gelandet.

wtb. Toronto, 1. Sept. (Eig. Meldg.). Der deutsche Flieger von Gronau ist gestern nach­mittag von Grönland kommend bei sehr günstigem Wetter in £? a n g I a e (Ontario) gelandet. Er wird voraussichtlich heute vormittag mit Kurs auf Chicago starten.

benimmerSoIbatenber Kirche. (Stürmi­scher Beifall.)

Der Gedanke, daß wir Soldaten unserer Kirche sind, gibt uns Mut und Stärke und Trost und Zuversicht. Wir sind keine Winkelkirche, wir sind eine Weltkirche. Unser Volk lebt, es will leben, es hat ein Recht darauf, und es soll leben, und es kann Heben, wenn der Geist einer hl. Elisabeth wieder lebendig wird und stark in uns allen (Händeklatschen!). Wenn die Not groß ist im Lande, dann soll der Opfer­wille, zu helfen, noch größer sein (Bravo!). Das ist das geistige Derrn."'".ms, ein heiliges Vermächt­nis der 70. Generalversammlung. Redner dankt darauf herzlich allen Bekannten oder Unbekannten, gesehen oder nicht gesehen, die zum herrlichen Ge­lingen des Katholikentages beigetragen haben. (Stürmischer Beifall!) Und schließt: Wir gehen nun fort von hier, und an unserer Seite soll diehl. Elisabeth wieder durch die deut­schen Lande gehen. An ihrer Hand wollen wir durch die Straßen unserer Städte wandern, durch die Jndustriereviere, um zu tun, was immer in unseren Kräften steht. Elisabeth, unsere § eilige, möge auch durch die Kontore der Fabriken, der Geschäfte, der Ban­ken und durch die Arbeits - und Bera­tungszimmer der Wirtschaftsführer und Staatszimmer gehen (stürmischer Bei­fall), damit in dieser schrecklichen Zeit einer Welt­krise neben dem rechnenden Geist der andere auf­geht: der mütterlich sorgende Sinn für die Menschen. Der Haushalt der Welt ist in Unordnung, die Welt bedarf der ordnenden, pflegenden, mütterlich leitenden Hand, wenn sie nicht in Flammen aufgehen soll. Elisabeth soll wieder durch Deutschland gehen und wir alle mit ihr. Im Abendglanze des Katholikentages falten wir wieder wie zu Beginn die Hände. Die Tau­sende, die in diesem Augenblick meine Stimme hören, mögen in ihren Herzen mitsprechen:

Herr, den wir tief im Herzen tragen, fei du mit uns!

Du Enadenhort in Glück und Klagen, sei du mit uns! Behüte uns am Born der Freude vor Uebermut, Und wenn wir an uns selbst verzagen, Sei du mit uns!

Dein Segen ist wie Tau und Regen, Nichts können wir aus uns selbst. Doch daß wir können das Höchste wagen, Sei du mit uns!

(Stürmischer Beifall und Händeklatschen.)

Der Bamberger Erzbischof führte dann aus:

Mit dem Gruße Gelobt sei Jesus Christus wurde die Katholikenversammlung eröffnet, der immer wieder in allen Versammlungen erklang. Es war ein Huldigungsgruß an den König der Könige; es war ein Glaubensbekenntnis, daß nur in Christus Heil sei; es war ein bemüti» ges Gebet um seinen Beistand für unsere Versamm­lungen und Arbeiten. Christus hat dielses Gebet erhört, sein Segen hat die Arbeiten der General­versammlung besruchtek. Ihm der erste Dank. Dank aber auch allen, die ihre Kraft dem Katholikentage dienstbar gemacht haben. Herr Präsident Joos hat ihre Verdienste namhaft gemacht. Er selbst aber hat sich das größte Verdienst erworben. War er doch ein scharfblickender, geistesmächtiger und umsichtiger Leiter und Führer, hat er doch mit opferbereiter Hingabe, ohne sich Rast und Ruhe zu gönnen, seines hohen Amtes geroaitet, und feine Aufgaben in hervorragendster Weise gelöst (Hände­klatschen!). Ihm sei daher besonderer Dank gezollt. (Erneuter Bestall und Händeklatschen!) Nun gilt es, voneinander zu scheiden. Bevor wir aber scheiden, grüßen wir unseren Herrn und Heiland

ftafljolilentages:

Wenn die Aok groß ist im Lande, dann soll der Opferwille, zu helfen, noch größer fein!