aus Rabat gemeldet wird, macht sich Widerstand der Eingeborenen bemerkbar. Am 25. 8. ist eine französische Militärabteilung mit Stammesver» bänden in ein Gefecht geraten. Die Eingeboren nen sollen mit starken Verlusten zurückgeworfen worden sein. Auch die französischen Truppen haben Verluste zu verzeichnen, u. a. werden ein französischer Offizier und ein Eingeborenensoldat als getötet gemeldet.
* Eine gefährliche Kinder-Unsitte. In der Hafenstraße in Mannheim wollte ein dort wohnhafter 10 Jahre alter Volksschüler auf dem Treppengeländer vom 3. zum 2. Stock abrutschen. Dabei verlor der Junge das Gleichgewicht und stürzte aus etwa 8 bis 10 Mir. Höhe in den Hausflur ab. Mit einem schweren Schädelbruch und sonstigen erheblichen Verlegungen wurde er in das städtische Krankenhaus eingeliefert.
— Registrierung eines Fernbebens kn Skukkqarl. Die Seismographen des Naturwissenschaftlichen Vereins im Geodätischen Institut der Technischen Hochschule Karlsruhe registrierten am Donnerstag nachimt» tag ein starkes Fernbeben. Der Einsatz der ersten Vorläiuserwellen erfolgte um 16.36 Uhr, das Maximum der Bewegung war um 17.02 Uhr zu verzeichnen, und gegen 19 Uhr kamen die Apparate wiä>er zur Ruhe Nach den vorläufigen Berechnungen beträgt di« Herdentfernung etwa 7400 Kilometer.
— Die Temperaturen in Meeren und Seen. Erwärmung und Abkühlung gehen in den Meeren und auch in Binnenseeen viel langsamer vor sich als auf dem Lande. Daher fallen auch größte Wärme und größte Kälte in den Meeren und Seen nicht mit den kältesten und wärmsten Jahreszeiten zusammen. Ist auf der nördlichen Erdhälste gewöhnlich der Januar der kälteste Monat, so erreicht das Wasser erst im Februar oder März seine größte Kühle. Dagegen ist auch das Meerwasser nicht im Juli am wärmsten, sondern im August und September. Die Schwankungen der Temperaturen find im Wasser viel geringer. Auf der Bodenfläche schwanken die Temperaturen zwischen 25—40 Grad, im Meerwasser macht der Unterschied aber nur 6—12 Grad aus. Im Genfer See beträgt der Unterschied zwischen källestem und wärmstem Wasser durchschnsttlich 14.9 Grad, im Bodensee 164 Grad, . / .
Do X in Aewgork eingetroffen
Begeisterter Empfang
Den Fliegern werden bei der
offiziellen Begrüßung Medaillen überreicht.
Die Zeppeliufahrl nach Südamerika.
wtb. Friedrichshafen, 28. Aug. (Gig. Meld.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" wird morgen abend um 23 Uhr zu seiner Fahrt nach Südamerika aufsteigen.
Der Rückflug des Do X nach Europa soll über Neufundland und die Azoren erfolgen. Oel- und Gasolinvorräte werden nach St. Johns (Neufundland), Horta (Azoren), Lissabon, Southampton und Travemünde als den wichtigsten Punkten der Rückflugroute gesandt. Der Tag des Starts hängt von der für die Ueberholung der Motoren notwendigen Zeit ab. Die Handelskammer von Detroit hat das Flugschiff Do X zu einem Besuche der Stadt eingeladen.
Internationaler Fliegerempfang im Weißen Hans.
Präsident Hoover empfing am Donnerstag im Weißen Haus in Washington deutsche, englische, italienische, polnische und tschechoslowakische Flic- ger, die sich am nächsten Sonntag an dem F l u g w e t t- bewerb in Cleveland beteiligen werden. Im Garten des Weißen Hauses wurde eine Gruppenaufnahme des Präsidenten Hoover und der Flieger gemacht.
ein neues elektrisches Klavier, dem der Resonanzboden fehlt. Die Saitenschwingungen beeinflussen kleine Elektromagnete. welche über den Salten angeordnet sind und wandeln so die mechank- schen Schwingungen, die Erzeuger der Schallwellen, um in magnetische, elektrische, verstärken sie und machen sie im Lautsprecher hörbar. Da der Verstärkungsgrad beliebig geregelt werden kann, bekommt das Klavier einen orgelartigen Ton von einer wundervollen Klangfülle und einer überraschenden Modulationsfähigkeit.
Irgendwo anders wieder werden Fernseh- versuche gezeigt. Ohne Zweifel: man ist Weitergekommen: ein reiner Genuß aber ist dieses Fernsehen, das muß wohl gesagt werden, immer noch nicht. Es hängt eben alles davon ab, daß es gelingt, die Zahl der Bikderpunkte, die in jeder Sekunde übertragen werden, noch sehr wesentlich zu erhöhen, daß die Bilder gleichsam feiner gerastert werden. — eine Forderung, deren Erfüllung der Technik offenbar noch erhebliche Schwierigkeiten macht. Es ist aber heute schon kein Zweifel mehr daran, daß die Schwierigkeiten überwunden werden und daß das Fernsehen bald neben dem Fernhören steht — Abend für Abend in jedem Heim.
Von den Radiogeraten kann allgemein gesagt werden, daß sie heute nicht mehr ein Instrument sind, ,Has zu spielen man erst lernen muß", sondern es sind Hausgeräte geworden, Einrichtungen, deren Bedienung mit einem Knopf nicht mehr einfacher gedacht werden kann. Sie sind billiger geworden, kleiner, gedrängter in der Anordnung der einzelnen Teile und schöner in der Formgebung.
Auch die „Achtzylinder" unter ihnen fehlen nicht, Apparate, die mit nur vier Röhren und drei Trennkreisen (mit Einknopfbedienung) neben ganz erstaunlichen Reichweiten eine überraschende Abstimmschärfe haben. Geräte werden gezeigt mit vier Bandfiltern, deren Sieb die eine gewünschte Welle mit tötlicher Sicherheit aus dem Wellen- salat des Aethers herausfischt. Auch Kurzwellenempfänger werden vorgeführt, und manche Firma hat einen neuen Lautsprecher auf den Markt gebracht, dessen Klangschönheit wir vor kurzem noch nicht für möglich gehalten haben. Lautsprecher, die von den tiefsten bis zu den höchsten Tönen, ohne etwas zu verschlucken, ohne zu verfärben, ihren Dienst tun.
Wie jedesmal, so wird auch in diesem Jahr die Große Deutsche Funkausstellung der Auftakt sein zu einem neuen Funkjahr, zu einem neuen Jahr des gemeinsamen Erlebens vieler Millionen Menschen, zu einem Jahr, in dem man sich noch weniger als im vergangenen wird vorstellen können, daß es einmal keinen Funk gegeben hat.
Habe.
Diese 8. Ausstellung zu Füßen des Funkturms in Berlin-Wißleben zählte viele tausende Besucher cm ersten Tag. In sechs weit gespannten Hallen zeigen hier die elektro-akustischen Industrien Funk, Phono und Tonfilm, das Ergebnis eines Jahres Entwicklungsarbeit. Man steht verwirrt vor der Fülle der Erscheinungen, man ist gepackt von dem künstlerischen und ästhetischen Wert der musikalischen Darbietungen, man ist entzückt über die technische Vollendung der neuen Geräte und die Einfachheit ihrer BÄienung.
Da steht irgendwo eine elegante Truhe, vor der die Menschen sich stauen, Pantophon: das Tonfilmtheater im Heim! Im eingebauten Lautsprecher sind nahe und fernste Stationen zu hören, Grammophonplatten werden vollendet wiedergegeben, doch das alles ist nichts Neues, man kann selbst Platten besprechen oder bespielen und kann gleichzeitig mit diesem Gerät selbst aufgenommene Schmalfilme projizieren. Dabei kann Bild und Ton natürlich synchronisiert werden, so daß das Wesen eines Kindes in seinen verschiedenen Entwicklungsstadien eingefangen werden kann in selbst hergestellten Tonfilmen; Radio, Grammophon und Tonfilm in einem, kurz: Pantophon.
Es gibt viele Ausstellungsstände, welche Vorrichtungen zum Selb st besprechen der Platten zeigen, teils rein akustische, in der Wiedergabe meist schlechte, teils elektroakustische, welche ein genaues Spiegelbild des Schalls auf der Platte aufzeichnen. Auch ein Automat wird gezeigt, eine Zelle, in der man nach Einwurf von zwei Fünfzigpfennigstücken drei Minuten lang eine Platte besprechen kann. Sie ist sofort fertig zum Mitnehmen. Die Entwicklung des „gesprochenen Briefes" hat hier ihren Anfang genommen. Wohin sie führen wird, ist noch nicht ab,zusehen. Vielleicht sieht der Postempfang früh am Morgen so aus: Die erste Platte (anscheineno sehr kurz bespielt, natürlich): „bei Durchsicht meiner Bücher . . . widrigenfalls . . das Grammophon wird aber abgestellt. Die zweite: die Stimme des Kindes, des Vaters, der Frau, der Freundin; man wichd diesen „Brief" wohl öfter „hören" wollen.
Interessant die Vorführungen des Hertzschen Institutes für Wellenforschung: neue elektro-aku- stische Instrumente als Wegbahner einer neuen Musik. Es ist ein eigenartig Ding um diese Elektromusik, ob es nun die Aetherwellenklänge Theremins sind, oder ob das von Hellberger erfundene Instrument eben noch die süße Kantilene einer Stradivari-Geige und jetzt schon wieder dke samtweichen Töne eines Fagotts, kurz darauf das Quäken einer gestopften Trompete und schon wieder tiefe Orgelklänge unter den Händen des Spielers entstehen läßt. Zukunftsreich scheint mir auch
Im Kulturverein kam das erste Festkonzert des Deutschen Katholikentages zur Aufführung. Das Vereinsorchester „Liederkranz" Bamberg sowie dessen gemischter Ehor trug das große Oratorium von Franz Liszt „Die Legende von der Heiligen Elisabeth" in meisterhafter Weise vor. Die Leitung lag in den Händen von Musikdirektor Valentin Höller (Bamberg). Das Festkonzert wurde auf sämtliche bayerischen Sender übertragen.
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Am Donnerstagabend fanden in Nürnberg an- läßlich des Katholikentages mehrere Versammlungen bezw. Tagungen statt. In einer großen E l • ternkundgebung im Herkules-Velodrom, der Ministerpräsident Held, Erzbischof von Hauck und andere prominente Persönlichkeiten beiwohnten und die von Reichskanzler a. D. Dr. Marx geleitet wunde, sprach Stadtpfarrer Stadler-München über Kindernot-Elterngebot und zeigte die Wege auf, die uns aus den Nöten der Zeit herausführen. Mit beredten Worten appellierte er an die Eltern, gemeinsam mit der Schule an der christlichen Erziehung der Kinder mitzuarbeiten. Mit starken Worten wandte er sich gegen die Kameradschaftsehe, das Treiben der Kommunisten, Gottlosenzellen in den Schulen zu schaffen, das wilde Bade- roefen und eine gewisse illustrierte Literatur, die in Wort und Bild vergiftend auf die Kinderseele einwirke. Für die Heranwachsende Jugend fordert er die Schaffung von Heimen, in denen die Kinder in ihrer schulfreien Zeit, soweit sie nicht unter der Obhut ihrer Eltern stehen, und die schulentlassene Jugend Aufnahme finden können.
Die Versammlung der Deutschen Charitas für Akademiker eröffnete abends um 8 Uhr der erste Vorsitzende Prälat Professor Dr. Schreiber im Großen Rathaussaal. Anwesend waren u. a. der österreichische Kultusminister, Gesandtschaftsrat Klee vom Auswärtigen Amt, Staatssekretär Brügger und Prälat Madlener» Bamberg, Studentenseelsorger D r. N i e I e n • Frankfurt a. M. behandelte in seinem Vortrage „Die seelische Not unserer Iungakademiker und die Aufgabe des katholischen Äkademikertums", währnd Frau Ministerialrat Dr. Helene Weber über das Thema sprach: „Die katholische Akademikerin",
schiff 42 Tonnen schwer. Das Wetter ist außerordentlich günstig. Der Flug wird über die Alpen führen.
Am Landungsplatz wird eine italienische Besatzung das Flugboot übernehmen, das die Bezeichnung I. Redi erhalten soll.
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wtb. Berlin, 28. Aug. (Gig. Meld.) Do X 2 meldete den Dornierwerken durch Funkspruch, daß er um 11.20 Uhr in etwa 3600 Meter den Splügenpaß in Richtung auf Genua überflogen habe.
Um 11.40 Uhr überflog Do X 2 in 3000 Meter Höhe mit 190 Klm. Geschwindigkeit den C o m e r s e e.
Die Ankunft
Auf einer Veranstaltung der katholischen Gesellschaft zur religiösen Vertiefung des künstlerischen Schassens und der Ausstellungskommission für katholische Gegenwartskunst sprach in der Städtischen Galerie im Künstlerhaus Bischof Dr. Gröber aus Meißen über „Kirche und Künstler in der Gegenwart". Der Redner führte aus, der Künstler fei ein Former und Gestalter, der das Schöne innerlich erlebt und in farbige Töne kleide. Gerade die Kirche fei es. die das künstlerische Schaffen befruchte und entwickle Die Kirche versetze den Künstler in die wunderbare Stoffwelt der Ideen, Gestalten und Taten des Christentums. Die katholische Kirche habe kein Schönheitsideal aufgestellt. Sie wolle katholisch und allgemein sein. Sie wolle für alle sein, selbst wenn sich die Schönheitsbegriffe und Anschauungen änderten. Sie habe sich daher nicht auf irgendwelche Sffle festgelegt. Sie lehne das Neue ni cht ab, trete aber dem Neuen mit einer gewissen Vorsicht entgegen. Der Künstler müsse immer in Übereinstimmung mit dem christlichen Wahrheitsempfinden seine Objekte darstellen. Kirchliche Kunst müsse deshalb Gemüt und Herz haben, müsse fromm sein, um dem Ewigen das Bild zu geben, wozu Hand und Geist des Menschen fähig fei. Endlich müsse die kirchliche Kunst dem Wesen der Kirche und ihrer Tradition angepaßt fein. Schon daraus ergebe sich: kein revolutionärer Abbruch, sondern ein Weiterbauen oder ein Weiterwachsen.
_ Professor Dr. Holzmeister (Düsseldorf) brachte mit seinem Vortrag „Moderne Kirchenkunst" vor allem die neuen architektonischen Gesichtspunkte mit zahlreichen Lichtbildern wirkungsvoll zur Geltung.
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wtb. Bremervörde, 28. Aug. (Gig. Meld.) In der Kornscheune des Landwirts Peters in Gräpel brach heute früh Feuer aus. Kaum war die Wehr alarmiert, aH bereits eine entfernt liegende Scheune und ein Schweinestall eines Landwirts Brümmer in Flammen stand. Man alarmierte daraufhin die ganzen Wehren der Umgebung, mußte aber inzwischen einen dritten und vierten Brand bei den Landwirten Peters und Müller feststellen. In allen vier Fällen brannten die Gebäude mit den Erntevarräten und insgesamt 11 Schweinen. Da die Scheunen in beträchtlicher Entfernung voneinander liegen und Flugfeuer nicht in Frage kommt, handelt es sich ohne Zweifel um Brandstiftung Noch im Laufe der Nacht trafen Landjäger und Vertreter der Staatsanwaltschaft in Gräpel ein, um Ermittlungen aufzunehmen.
friedensmiete beträgt und der alle Personen unterliegen, die am 1. September irgendwelche Räumlichkeiten innehaben. Drittens werden d i e Bezüge der Beamten, sofern sie höher sind als 1500 Mark jährlich, um fünf Prozent ge- kürzt. Weiterhin werden bei den höheren Unterrichtsan st alten die Pflichtwoche n st u n d e n der Lehrer um durchschnittlich drei Stunden erhöht. Bei den Volksschulen in den Gemeinden sollen die Schulklassen künftig durchschnittlich fünfzig Schü- ler umfassen.
wtb. Nürnberg, 8. Aug. (Eig. Meld.) In der Stadt herrscht heute ein außerordentlich reges Leben. Vormittags 10.45 Uhr traf der Apostoli - che Nuntius Vasallo di Torregrossa, von München kommend, hier ein. Er wurde in der mit Blattpflanzen geschmückten Osthalle empfangen. Inter den Erschienenen bemerkte man Erzbischof von Hauck, Ministerpräsident Held, vom Präsidium des Katholikentages Oberlandesgerichtspräsident Hahn, Baron Morrau-Passau und Stadtrat Loßer- Vreslau sowie die Präsidenten der verschiedenen Kommissionen und des Nürnberger Lokalkomitees. Oberlandesgerichtspräsident Hahn, sowie der Erzbischof von Hauck dankten dem Apostolischen Nuntius für sein Erscheinen und hießen ihn im Namen der Katholiken Nürnbergs und des deuten Katholikentages herzlich willkommen. Als der Nuntius den Bahnhof verließ, wurde ihm von der Menge ein begeisterter Empfang bereitet. Im Kraftwagen begab er sich hierauf nach der Frauenkirche am Hauptmarkt, wo der kirchliche Empfang stattfand. In der überfüllten festlich erleuchteten Kirche hatte zu beiden Seiten des Haupteingangs die katholische Jugend mit ihren Bannern, Fahnen und Wimpeln Aufstellung genommen. Der Stadtpfarrer der Kirche, Domherr Egenhöfer, bewillkommnete namens der katholi- chen Geistlichkeit und der Katholiken Nürnbergs )en hohen Kirchenfürsten und bat ihn, dem Papste zu sagen, daß die Katholiken Nürnbergs und Deutschlands treu und fest zur katholi- chen Kirche stünden, worauf er den aposto» ischen Segen erflehte. Nach Erteilung des apostolischen Segens verließ der Nuntius das Gotteshaus.
Der Kakholiken-Tag in Nürnberg
Gewaltige Kundgebungen der katholischen Frauen.
In den Hallen des Schalls.
Eindrücke von der Großen Deutschen Funkausstellung und phonofchau
Die in den Großen Saal des Kulturvereins für Donnerstag nachmittag 4 Uhr einberufene allgemeine F r a u- enfe st Versammlung des Katholikentages hatte einen so ungeheuren Andrang aufzuweisen, daß eine Parallelversammlung abgehalten werden mußte. Die stellvertretende Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes und Bayerischen Landesverbandes Ammann- München begrüßte die Versammlung. Frau Stadtrat Ulrich richtete im Namen des Nürnberger Zweiaoer- eins Begrüßungsworte an die Versammelten. Bischof
Im Rahmen der 70. Generalversammlung der Deutschen Katholiken fand hier eine große Landfrauen- kundgebung statt. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. Erzbischof Dr. v. Hauck, Bischof Dr. Ehren» fried-Würzburg, den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held und andere. Baronin v. Kettering, die Vorsitzende der Reichslandfrauenvereinigung, begrüßte die Ehrengäste. Erzbischof Dr. v. Hauck versicherte die Versammlung des oberhirtlichen Wohlwollens für die katholischen Landfrauen. — Bischof Dr. Ehrenfried sprach ebenfalls Begrüßungsworte. Im Namen der bayerischen Staatsregierung und besonders im Namen des Landwirtschaftsministers Dr. Stützet, der am Erscheinen verhindert sei, übermittelte Ministerpräsident Dr. Held Glückwünsche. Reichsminister a. D. Dr. Hermes führte in seinem Vortrag „Die Aufgabe der katholischen Landfrau im modernen Wirtschaftsleben" u. a. aus, die bäuerliche Wirt, fchaft sei nur als familiengebundene Wirtschaft möglich. Der Geburtenüberschuß der ländlichen Bevölkerung sei der einzige Aktivposten in der Lebensbilanz des deutschen Volkes. Die verhängnisvollen Auswirkungen der Agrarkrise beginnen sich ebenfalls bei der Bäuerin zu zeigen, die doch die eigentliche Behüterin der Lebenskraft des deutschen Volkes sei. An den Werten der Religion, des Glaubens, des Familiensinns und der Treue sei nichts zu ändern. Dagegen dürfe sich die Frau in wirtschaftlicher Beziehung nicht sträuben, die Arbeit der Bäuerin durch zusätzliche Arbeitskräfte zu entlasten. Dies könne jedoch nur durch Wiederhestellung der Rentabilität des Bauerntums erfolgen. Das religiöse Lebe müsse ein voller Gleichklang zwischen Gebet und praktischer Arbeit sein.
Gräfin Anne Spreti sprach sodann über „Unser Dienst an Kirche und Heimat".
Hierauf folgte eine Sonderführung durch die Ausstellung des Katholischen Frauenbundes „Die Frau im Arbeits- und Feierkleid".
RSkfelhafke Brandstiftungen.
Ein geheimnisvoller Brandstiftungsanschlag hat sich kn der Villa des augenblicklich verreisten Berliner Schriftstellers Major a. D. Karl Strecker in der Kolonie Klein-Luchnow bei Zehlendorf abgespielt. In den meisten Räumen der Villa war Schwarzpulver gestreut und Zündschnüre gelegt. Durch die Aufmerksamkeit des Portiers konnte der Brand auf den Entzündungsherd, das Schlafzimmer, beschränkt werden. Die Motive zu diesem seltsamen Anschlag sind nicht bekannt.
Zu der ungewöhnlichen Brandstiftung erfahren wir, daß die Nachforschungen der Kriminalpolizei bereits auf eine gewisse Spur geführt haben. Bekanntlich hatte der Täter eine ganze Reihe von Brandherden gelegt. Er hat dazu über ein Dutzend Flaschen mit brennbaren Flüssigkeiten verwendet. Es sind z. T. Flaschen, die ein Liter Spiritus fassen. Außer dem bereits genannten Schwarzpulver hat er auch Pechfackeln in Gebrauch genommen. In der Nachbarschaft ist in den letzten Tagen mehrmals ein kleineres Auto gesehen worden. Vielleicht ist der Brandstifter mit diesem Wagen gekommen und hat seine Flaschen, die Fackeln und das andere Material auf diese Weise in das Haus geschafft. Die Herkunft der Flaschen mit den Flüssigkeiten konnte von der Kriminalpolizei bereits ermittelt werden. Einige sind in Berlin, andere in Zehlendorf und Klein-Machnow gekauft worden.
des Nuntius.
Dr. v. Hauck sagte in seiner Ansprache u. a., die Frau sei ins öffentliche Leben eingetreten; sie sei dem Mann gleichberechtigt geworden in Gemeinde und Staat; ihre Stimme sei mitentscheidend für die staatliche Gesetzgebung wie in Gemeindeangelegenheiten. Die wichtigste Aufgabe des Katholischen Frauenbundes sei der Kampf gegen die Unsittlichkeit. Die katholische Frauenwelt werde der Kirche die stärkste Hilfe in diesem Kampfe bringen, wenn sie einig im Katholischen Frauenbund eintrete für Heiligkeit der Ehe. Hochschätzung des Kindersegens und Schutz der Ungeborenen, Rückkehr zum Anstand und zur Schamhaftigkeit in der Kleidung, die nicht nur durch Gottes Gebot, sondern allein schon durch das feinere weibliche Empfinden geboten werde. Es komme hinzu feine außerordentliche fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete des sozialen Lebens und der Karitas. Wenn die Not in den kommenden Monaten noch höher steige, dann bitte er, daß der Katholische Frauenbund und seine Mitglieder alles tun, diese Not unseres Volkes zu lindern. Die Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes, Fräulein Dr. Krabbel-Aachen, würdigte in einem Vortrag das Leben nud Wirken der hl. Elisa- sabeth.
Der ungarische Ministerpräsident a. D. Husar überbrachte im Auftrage des Kardinals Szerdy Grüße. Deutschland, Mitteleuropa, ganz Europa, so sagte der Redner unter stürmischem Beifall, wären seit 1918 verloren, wenn in Ungarn, in Deutschland, und in ganz Europa die katholischen Frauen nicht besser standgehalten hätten als die Männer.
Ein Flugboot für Italien.
Do X 2 zu feinem Ueberführungsflug nach Italien gestarlek.
wtb. Friedrichshafen, 28. Aua. (Eia. Meld.) Das auf den Dornierwerken gebaute Flugschiff Do X 2, das von Italien angekauft wurde, ist heute früh von Altenrhein zu seinem Ueberführungsflug nach Spezia (Genua) gestartet. Leiter des Fluges ist von Mitterwall- ner, Chefpilot ist Wagner, der den Do X 2 und auch dm Do X 1 eingeflogen hat. Die Besatzung besteht aus 12 Mann. Außerdem befindet sich die italienische Ab- i.ahmekommission an Bord. Mit Nutzlast ist das Flug
Das Flugschiff Do X, das am Donnerstag kurz nach 14 Uhr (MEZ.) von Norfolk mit 30 Passagieren an Bord startete, erschien kurz nach 17 Uhr )MEZ.) über N e w y o r k. Das Flugschiff schoß mit donnernden Motoren durch den Hafeneingang Sandyhook und nahm dann Kurs auf die Freiheits- statue, deren Haupt, von Sonnenstrahlen beleuchtet, aus dem grauen Wolkenhimmel hervorragte. Wenige Minuten später errschien es über der Südspitze Manhattans. Es flog sehr niedrig, und alle im Hafen liegenden Schiffe begrüßten es mit ohrenbetäubendem Sirenengeheul. Umtost von brausenden Hochrufen einer im Battery-Park angesammelten Riesenmenge flog es den Hudson aufwärts weiter nach dem oberen Stadtteil, lieber Bronx angekommen, beschrieb das Luftschiff mehrere große Schleifen und flog wiederum den Hudson abwärts nach Battery, wo es auf bewegtem Wasser nahe der Freiheitsstatue nieberging.
Die Insassen des Flugschiffes wurden am Battery- Park ausgebootet, wo, nachdem man rasch die Zollforma- litäten erledigt hatte, die offizielle Begrüßung durch das städtische Empfangskomitee stattfand. Den Fliegern wurden Medaillen übergeben. Im Namen des Deutschen Reiches hieß sie der deutsche Konsul Paul Schwartz auf das herzlichste willkommen. Cictor Ridder entbot die Willkommensgrüße der deutschen Vereine Newyork. Nach Beendigung der kurzen, aber sehr eindrucksvollen Feierlichkeit kehrte die Besatzung an Bord zurück, um den Do X zu seinem endgültigen Ankerplatz in der Bowery Bay am Song Island Sund zu bringen, wo er zunächst verbleiben wird.
Italienisches Dorf eingeüschert.
Etwa 200 Häuser und Baracken abgebrannt. — 10 Millionen Lire Sachschaden.
In einem etwa 25 Kilometer von Reggio (Calabria) entfernten Ort brach anscheinend durch Selbstentzündung in einem Heuschober Grotzfeuer aus. Da nach dem Erdbeben von 1908 die Ovt- chaft nur zum Teil wieder auf gebaut wurde und >ie Bevölkerung meist noch in Holzbaracken wohnte, and das Feuer bei dem herrschenden starken Wind reiche Nahrung. Etwa 200 Häuser und Baracken, die ebenso viele Familien beherbergten, wurden ein Opfer der Flammen. Da die Feuerwehr die Bewohner gefährdeter Häuser mit Gewalt entfernte, sind keine Menschenleben zu beklagen. Der Sachschaden dagegen beläuft sich auf annähernd 10 Mill. Lire.
Sowohl die Regierung als auch der Papst haben für die erste Hilfeleistung Fonds zur Verfügung gestellt.
* Lin Hamburger Polizeibeamler niedergeschossen. Am Mittwoch abend wurde der 45 Jahre alte Pollzeiwachtmeister Wilhelm P. in Hamburg angeschosien und schwer verletzt. P., der sich auf dem Wege zum Dienst befand, beobachtete fünf Personen mit Fahrrädern. Einer dieser Radfahrer kam auf ihn zu, rief ihm die Worte: „Hände hoch!" zu und feuerte sofort einen Schuß ab. P. brach zusammen und wurde mit einem Beckenschuß ins Krankenhaus übergeführt. Etwa 5—10 Minuten später wurden einem Poli- zeibeamten, der versuchte, die Täter zu ermitteln, von einem Radfahrer die Worte zugerufen: „Warte man, Ihr kriegt alle noch was!" Auch dieser Radfahrer enttarn in der Dunkelheit.
* Wiederaufleben der Kämpfe in Franzöflscst- Warokko. In Französisch-Marokko war vor einiger Zeit die Vorpostenlinie weiter südlich vorgeschoben morden. Die durch diese militärische Maßnahme betroffenen nicht unterworfenen Stämme hatten damals nicht reagiert. Wie jetzt
wohl nur noch bei Leuten auf Eindruck rechnen, die zur Politik ein Verhältnis haben, wie die Kuh zum Sonntag.
Bayerns Notverordnung.
Die erwartete Notverordnung der bayerischen Regierung zum Ausgleich des Staatshaushalts ist erschienen. Sie sieht erstens eine Verdoppelung der Schlachtsteuer bis 31. März 1932 vor, , zweitens wird eine sogenannte Wohlfahrtsabgave erhoben, die ein Prozent der Jahres- I