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FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Freitag, 21. August 1931
Ar. 191
Mrg. 58
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Der Eindruck der Baseler Vereinbarungen.
Oie dritte Phase der Entwicklung des Reparations-Problems. Was die Weltwirtschaftsführer über das Kabinett Brüning zu sagen haben. — Ein bemerkenswertes Wort der Anerkennung.
In Berliner Bank- und Wirtschaftskreisen erblickt man, wie die „Vörsenzeitung" schreibt, in dem Baseler Stillhalteabkommen ein Kompromiß, das die deutsche Wirtschaft keineswegs befriedigen könne. Der geringe Teil der Hoffnungen, der in Basel erfüllt worden sei, habe noch erhebliche Einschränkungen erfahren. Angesichts der in Basel getroffenen Abmachungen, wonach den ausländischen Banken, die Markguthaben in Deutschland besitzen, zugestanden morden ist, ein Viertel dieser Beträge sofort und den Rest nach und nach innerhalb von sechs Monaten abzuziehen, sei bereits eine Versteifung am Diskontmarkt eingetreten. Es werde befürchtet, daß der Wirtschaft erhebliche Gelder, die sie notwendig zum Arbeiten braucht, verloren gingen. Gespannt sieht man in Bank- und Wirtschaftskreisen den Zinsvereinbarungen von Basel entgegen, da bisher über die Höhe der Sätze nichts bekanntgegeben wurde.
In Berliner politischen und wirtschaftlichen Kreilen ist der Bericht der Baseler Sachverständigen mit dem Interesse erwartet worden, das der außerordentlichen Bedeutung der Verhandlungen entspricht. Mit der Veröffentlichung findet nun d i e dritte Phase der Entwicklung des Reparationspro- blems ihren Abschluß, die mit dem Plan des Hoover-Jahres begann und dann in der großen Londoner Konferenz fortgesetzt wurde.
Bei den Baseler Verhandlungen muß man zwischen dem jetzt erzielten Stillhalteabkommen und dem Bericht unterscheiden dessen Wirkung über die Bedürfnisse des Augenblicks hinausführen soll. Das Stillhalteabkommen wird von unterrichteter Seite als eine Hilfsaktion bezeichnet. Das kommt auch darin zum Ausdruck, daß diese Aktion die Form eine Anlage zum Sachverständigenbericht hat. Dabei sandelt es sich übrigens nicht um einen Vertrag im juristischen Sinne des Wortes, sondern um Empfehlungen, die von den Delegierten der beteiligten Bankengruppen der verschiedenen Länder ausgehen. Die Empfehlungen werden schon deshalb unter allen Umständen wirksam werden, weil sie von deutscher Seite durchgeführt werden.
Es werden also keine Zahlungen geleistet werden, die über die Baseler Richtlinien hinaus- gehen. Die Sachverständigen selbst haben zikn Ausdruck gebracht, daß ihre Formel den Zweck hat, zu einer „dauernden Lösung des Problems" Hinüberzuführen. Volle Befriedigung findet dieses Abkommen schon deshalb nicht, weil die schließlich erreichte Vereinbarung über die Markguthaben nicht ohne gewisse Gefahren ist. Im einzelnen ist diese Frage so geregelt morden, daß die Gläubiger sofort 25 Prozent (nicht 20 Prozent) und dann monatlich je 15 Prozent zurückziehen können. Immerhin hat die Reichsbank Vorbehalte eingeschaltet, die ihr die Möglichkeit geben, die Raten durch Vereinbarungen mit den anderen Notenbanken hinauszuschieben.
Mit dem eigentlichen Sachverständigenbericht haben die Bankiers eine Teilantrnort auf die Fragen gegeben, die die Londoner Konferenz ihnen vorgelegt hatte. Sie haben betont, daß die Beeinträchtigung der deutschen Kreditwür- digkeit ihren Grund nicht in der deutschen Wirtschafts- oder Staatsführung hat, sondern in der zu starken Belastung von außen her. Sie haben damit unmißverständlich auf die Notwendigkeit einer tragbaren Reparationsregelung Ijingemieien und die ihnen gestellte Aufgabe, soweit sie politischer Natur ist, in die Hände der Politiker zu- nickgelegt. Es wird sogar ein äußerster Termin für die Herbeiführung einer solchen Lösung angegeben, nämlich das E n d e der Stillhälte- Zeit, also ein halbes Jahr. Diese Feststellungen, die die Unterschriften der Sachverständigen aller Länder ckragen, werden in politischen und wirtschaftlichen Kreisen immerhin als außerordentlich bemerkenswert bezeichnet. Ueber die weitere Entwicklung ist zu sagen, daß der Sachverständigenbericht in den nächsten Tagen zunächst der Weltöffentlichkeit reichlich Stoff zur Erörterung liefern wird. Dann wird sich zweifellos auf der Septemberta- gung des Völkerbundes Gelegenheit zu weiteren Unterredungen der Staatsmänner bieten, und schließlich dürfte die Londoner Konferenz in irgendeiner Form Wiederaufleben, um das Material auszuwerten, das die Sachverständigen den Politikern jetzt unterbreiten.
Der deutsche Kriegs-Tribut.
Der Streit um die Summe, die schon von Deutschland infolge des verlorenen Krieges bezahlt werden mutzte.
Der französische Finanzminister F l a n d i n hat vor wenigen Tagen im „Echo de Paris" Erklärungen abgegeben, die u. a. dahin gehen, daß Frankreich niemals auf den rein französischen Anteil an den deutschen Reparationszahlungen verzichten könne, weil diese Zahlungen ,zd i e Wiederherstellung der Kriegsschäden nicht a u s g l j chen".
Wie hoch sind die französischen Kriegsschäden? Die Kosten für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete werden von den Franzosen selbst m i t 100 Milliarden Franken, also 16,7 Milliarden Rm. angegeben. Was hat demge
genüber Deutschland an Reparationszahlungen bisher geleistet? Es ist bekannt, daß über die Bewertung der früheren deutschen Leistungen sehr verschiedene Zahlen im Umlauf sind. Professor Brentano ist im Jahrel923 auf rund 55 Milliarden Goldmark gekommen In den Pariser Sachverständigenverhandlungen sind die gutschriftsfähigen Leistungen auf 25 Milliarden Rm., die nichtgutschriftsfähigen Leistungen auf 29 Milliarden Rm. berechnet worden, dazu kommen die Leistungen während der Ruhrbesetzung (einschließlich der Micum-Leistungen) in Höhe von 1,4 Milliarden Rm., so daß sich eine Gesamtsumme von 55 bis 56 Milliarden Rm. ergibt. Mit der Bewertung der deutschen Leistungen haben sich auch bekannte Ausländer mehrfach befaßt. Die Schätzung des amerikanischen Institute of Economics aus dem Jahre 1923 geht auf 25 bis 26 Milliarden. Der englische Nationalökonom Keynes ist bei feinen Untersuchungen auf denselben Betrag gekommen. Die Differenz gegenüber der deutschen Schätzung beruht z. B. auf der Frage, wie der Wert bei einer Enteignung zu bestimmen ist. Selbst wenn wir aber von den niedrigen Schätzungen ausgehen, dis von neutraler Seite aufgestellt worden sind, kommen wir mit Einschluß der deutschen Zahlungen, die unter dem Dawes-Plan und dem Poung-Plan erfolgten, auf insgesamt 37 Milliarden Rm., die von Deutschland für Reparations- Zwecke aufgebracht worden sind. Unter dem Dawes-Plan wurden bekanntlich 8 Milliarden Rm. von Deutschland gezahlt, unter dem Poung-Plan bis zum Inkrafttreten des Hoover-Jahres 2,7 Milliarden.
Frankreich hat von den Reparationsleistungen durchweg, roh gerechnet, 52 Prozent erhalten. Das ist die Beteiligungsziffer, die ihm an allen Reparationen zugesprochen ist. Bei einer deutschen Aufbringungsleistung in Höhe von 37 Milliarden Rm. würde Fr a n k r e i ch also 18,5 M i l- liarden Rm. erhalten haben. Wenn man dem die Kosten des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete in Höhe von 16,7 Milliarden Rm. ge- genüberftellt, ergibt sich, daß Frankreich mehr erhalten hat, als die Kosten für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete betragen. Es steht also fest, daß die These des f ran z ös i sch e n Finanz m i n i st e r s Flandin, nach der die deutschen Zahlungen für die Winderherstellung der französischen Kriegsschäden schon bisher nicht ausgereicht hätten und weitere Verzichte Frankreichs nicht möglich feien, unhaltbar ist.
Laykon-Berichk und Regierung.
Was die Kritiker des Kabinetts Brüning sich merken sollten.
In dem Bericht der Bankiers-Konferenz in Basel heißt es wörtlich:
Die deutschen öffentlichen Finanzen sind von Zeit zu Zeit Gegenstand von Kritiken gewesen, die ihren Ausdruck in dem Bericht des Dawes-Ausschusses und später in den Berichten und anderen Mitteilungen des Generalagenten für Reparationszahlungen fanden.
Man kann hierzu nur bemerken, daß die gegenwärtige Regierung unter schwierigen Der- hältnissen den Beweis ihrer Entschlossenheit, Deutschlands öffentliche Finanzen auf eine gesunde Basis zu stellen, geliefert hat, und daß diese Politik, wenn sie streng fortgesetzt wird, entschieden dazu beitragen wird, Deutschlands Kredit zu stärken.
Es ist indessen in Anbetracht der Kurse, zu denen deutsche Wertpapiere an den Börsen der Welt notiert werden, klar, daß es ohne elne Wiederherstellung des Vertrauens rn die finanzielle Zukunft Deutschlands, auf welches die Londoner Konferenz hin- gewiesen hat, unmöglich ist, eine langfristige Anleihe allein auf Deutschlands Kredit hin aufzunehmen. Schon die Fundierung der übermäßigen kurzfristigen Verschuldung würde dazu beitragen, die Lage zu bessern. Es bleiben aber zwei grundlegende Schwierigkeiten, die offen aufgezeigt werden müssen. Die erste ist das damit verbundene polrtische Risiko. Solange nicht die Beziehungen zwischen Deutschland und anderen europäischen Mächten auf der Grundlage freundschaftlichen Zusammenarbeitens und gegenseitigen Vertrauens beruhen und dadurch eine wesentliche Ursache inner- politischer Schwierigkeiten für Deutschland beseitigt wird, ist keine Gewähr für einen dauernden und friedlichen wirtschaftlichen Fortschritt gegeben. Dies ist die erste und grundlegende Voraussetzung für die Kreditwürdigkeit. Die zweite betrifft die äußerenVerpflichtuNgenDeutschlands. Solange diese Verpflichtungen, sowohl die privaten als auch die öffentlichen, entweder eine dauernde lawinenartige Erhöhung der ausländischen Schuld Deutschlands ober aber ein derartiges Mißverhältnis zwischen seiner Ausfuhr und Einfuhr Hervorrufen, daß die wirtschaftliche Prosperität anderer Länder bedroht ist, wird ein Geldgeber die Sage kaum als gefestigt oder dauernd anfehen. Solange die augenblicklichen oder zukünftigen Gläubiger Deutschlands nicht übersetzen können, wie sich in dieser Hinsicht die künftige Lage Deutschlands entwickeln wird, besteht ein sehr ernstes Hindernis für die Gewährung neuer oder auch nur die Erneuerung be«| stehender kurzfristiger Kredite und I für die Aufnahme einer langfristigen Anleihe. Wir 1
sind sicher, daß die Regierungsvertreter, wenn sie auf der Londoner Konferenz die Verantwortung übernommen haben, den Bankiers der Welt zu empfehlen, gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen, um den Umfang der Deutschland bereits gewährten Kredite aufrechtzuerhalten, sich vollkommen dessen bewußt waren, daß der Vorschlag keine Lösung des Problems war, sondern ein Mittel, Zeit zu gewinnen, in welcher Schritte für die Wiederherstellung des deutschen Kredites unternommen werden könnten. Aber die Zeit drängt, der Wirtschaftskörper der Welt, dessen Lebenskraft sowieso schon sehr geschwächt ist, hat an einem seiner wichtigsten Glieder einen schweren Schlag erhalten.
„Frankreich hat das Wart'*.
Das sagt ein verständiger Franzose. — Was wird Laval sagen?
wtb. Paris, 20. Aug. (Eig. Meld.) Zu dem Ausgang der Baseler Verhandlungen schreibt das Organ Dalabiers, „La Republigue", die Vermittlung mittel- und langfristiger Kredite an Deutschland und die Lancierung kurzfristiger Kredite sind nur Behelfsmittel, die das Ueberftehen schwieriger Zeiten erleichtern können, die aber die Lage nicht wieder festigen und auch nicht eine Garantie gegen neue gefährliche Drohungen sein werden. Das Problem ist ein organisches; es betrifft gleichzeitig den Poung-Plcm, also die Reparationen und die interalliierten Schulden und die europäische Solidarität, also die europäische Wirtschafts-Union und die Abrüstung. Aus Washington kann und muß die einzige Lösung für das Schuldenproblem kommen. Die einjährige Vertagung dieser Schulden hat bereits günstige Rückwirkungen gehabt, ohne den Gläubigerstaaten Abbruch zu tun. Das wird zweifellos ein Ansporn dafür fein, die einzig vernünftige und endgültige Lösung in Aussicht zu nehmen, nämlich restlose Streichung sämtlicher Schulden. Im übrigen hat, was die europäische Einigung und die A b - rüstung betrifft, hauptsächlich Frankreich das Wort. Will Ministerpräsident Laval, wenn er nach Berlin geht, weiterhin erklären, „Die Frage ist nicht aktuell?" In diesem Falle wird genau wie nach Locarno ober nach der vorzeitigen Rheinlandräumung die Gelegenheit nicht ergriffen werden, und bann wäre es mit den Möglichkeiten für ei n e A n n ä h e r u n g, also eine Beruhigung in Deutschland und in Europa aus..
Was Amerika sagt.
wtb. Washington, 20. Aug. (Eig. Meld.) Die hiesigen Abendblätter bringen einen offiziellen Auszug aus dem Baseler Bericht, zu dem Washington Herald bemerkt, daß fein Inhalt einen vollen Erfolg für die Regierung Brüning dar st eile, einen Erfolg, der um so be- deutungsvoller und bemerkenswerter fei, als diesmal sogar Vertreter Frankreichs für die Revision der Repa rationen vorbehaltlos eingetreten seien. Zu diesem Einlenken Frankreichs habe, so schreibt das Blatt, zweifellos die Ablehnung des Volksentscheids in Preußen sehr viel beigetragen. Die Ablehnung zeige, daß das deutsche Volk keine Aenderung der gegenwärtigen sachlichen Politik wünsche.
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wtb. Boise (Idaho), 20. Aug. (Eig. Meld.) Senator Borah erklärte gestern, daß es Zeitverschwendung sei, eine Schuldenannullierung vorzuschlagen, „wenn man nicht Europa von ben Sklavenketten der Friedens- verträge und Rüstungen befreie, bie seinen Untergang h e rb e i f ü h r t e n." Borah fuhr fort, baß er für eine Schulden-Annul- lierung sei, baß biefe aber feiner Ansicht nach von einem wirklichen politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprogramm für Europa begleitet fein müsse.
Reform-Fragen.
Wahlrecht. — Stärkung der Stellung des Reichs- Präsidenten. — Zweite Sammer.
Unter den Erwägungen, die gegenwärtig noch in engerem Kreise und noch nicht offiziell gepflogen werden, die aber das Ziel einer besseren und wirksameren Regierungsarbeit, insbesondere in Verbindung mit dem Parlament verfolgen, gehört
auch die Reform des Wahlrechts, in Verbindung damit aber auch bie Frage, ob nicht durch Aenderungen verfassungsrechtlicher Bestimmungen erhebliche Einsparungen erzielt werden können. Das gilt insbesondere für die parlamentarischen Einrichtungen, vor allem also für den Reichstag. Bezüglich der Wahlreform fpielt die Frage der Verminderung der Abgeordneten- Ziffer eine hervorragende Rolle, in Zusammenhang damit die Frage der Heraufsetzung des Wahlalters und die Erweiterung der Rechte des Reichspräsidenten. Auch denkt man an die Einrichtung einer foge- nannten Zweiten Kammer, in welche Persönlichkeiten aus Politik, Parlament, Wirtschaft berufen werden sollen. Diese Verhandlungen stehen aber noch im Stadium unverbindlicher Bor» bereitungen.
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CNB. Berlin, 20. Aug. (Eig. Meld.) Der Minister des internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, ist heute früh hier eingetroffen. Sein Berliner Aufenthalt dient hauptsächlich informatorischen Zwecken. U. a. sind Besprechungen mit dem Reichskanzler und dem Reichsarbeitsmini st er vorgesehen.
10:7.
Die Stärke der Kirchenfeinde in der Betfaffungs- kommission der spanischen Nationalversammlung.
Aus Madrid wird gemeldet: Der Beschluß der Verfassungskommission der Cortes auf Religionslosigkeit des Staates und Verjagung der religiösen Orden wurde laut „Informaciones" mit 10 gegen 7 Stimmen und 2 Enthaltungen gefaßt. Ein Rechtsliberaler stimmte mit der Linken, 2 Rechtsliberale enthielten sich der Stimme. Sie haben dadurch ihre katholische Wählerschaft verraten. Da der Beschluß des Ausschusses erst noch vom Plenum der Nationalversammlung genehmigt werden muß, ist es durchaus nicht sicher, ob dort die kirchenfeindlichen Gesetze durchgehen.
Letzte Nachrichten.
Deutschland und der französisch-russische Nichtangriffspakt.
CNB .Berlin, 20. Aug. (Eig. Meld.) Zu den Erörterungen über den Abschluß eines stanzösisch- russifchen Nichtangriffspaktes erfahren wir von amtlicher Seite, daß im Auswärtigen Amt noch keine authentische Meldung über den Abschluß dieses Paktes vorliegt. Man ist aber in unterrichteten Kreisen der Auffassung, daß ein derartiger Pakt wederdemWortlautnoch dem Geiste nach dem Berliner Vertrag mit der Sowjet-Union widersprechen würde. Im Rahmen der in den letzten Jahren auch von uns betriebenen Politik der Nichtangriffsverträge kann Deutschland einen derartigen Pakt begrüße n.
Die englischen Zollpläne.
CNB. Berlin, 20. Aug. (Eig. Meld.) Die in England augenblicklich erörterten Pläne, auf Lebensrnittel und Fertigwaren einen 10- prozentigen Zoll zu legen, werden in hiesigen politischen Kreisen mit Interesse verfolgt. Man ist der Auffassung, daß die Durchführung dieser Pläne einen grundlegenden Umschwung der Handelspolitik der letzten Jahre bedeuten und den Richtlinien der großen Wirtschaftskonferen- zen völlig widersprechen würde. Auch der Layton-Bericht wendet sich ja gegen eine Schranke für die freie Güterbewegung.
Dienstenthebung des Danziger Schnpo- fiommanbeurs.
wtb. Danzig, 20. Aug. (Eig. Meld.) Der Kommandeur der Schutzpolizei, Dbr '* v. Heyde- b red, ist vom Senat vorläufig j -s Dienstes enthoben worden. An feine Stelle ist vertretungsweise mit dem Kommando der Schutzpolizei der Oberstleutnant S ch w a h n beauftragt worden.
Am Montag ist bei G o st y n i n im nördlichen Kongreßpolen ein polnisches Militärflugzeug ab- gestürzt. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Die beiden Flieger, polnische Fähnriche, wurden auf der Stelle getötet.
Zum Rücktritt des ungarischen Kabinetts.
Gras Julius Karolyi,
Graf Stephan Dethlen,
Außenminister im Kabinett Bethlen, wurde mit der bisherige Ministerpräsident, der zusammen mit der Neubildung der Regierung beauftragt. seinem Kabinett sein Demissionsgesuch einreichte.