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teile Nachrichten der,Fuldaer Zeitung'

wtb. Hamburg, 14. August. (Eig. Meld.) Zwei

Vegebenhetten aus aller Wett

höchste Temperatur in der Sonne am 13.

Niedrigste Temperatur

seit 13.

8.

8.

8.

Thermo­meterstand

+17,5° +14,0« +17,5«

+20,0° +26,0«

C C c

c c c

757,0 mm

755,5 mm

750,0 mm am 13.

Barometerstand

(auf MeereshShe reduziert»

♦ Teuer verkaufte Liebesbriefe. Ein junger Mann aus Upsala hatte sich mit einem jungen Mädchen aus Stockholm verlobt. Da die Hochzeit noch längere Zeit hinausgeschoben werden mußte, schrieb der junge Mann, wie sich das gehört, seiner Verlobten eifrig Briese. Auf der Post hatte er sich zu diesem Zwecke gleich 3 5 Briefmarken besorgt. Seine Braut, die sehr ordent- lich war, bewahrte nicht nur die Briefe selbst, sondern auch die Kuverts auf. Eines abends kam ein Freund der Familie zu den Eltern der Braut und sah ganz zu­fällig einen der Briese liegen, worauf er einen Schrei des Entzückens ausstieß. Die Marke auf dem Um- schlag gehörte zu einer Sepie, die versehentlich fehlerhaftgedrucktund nu rein en einzigen Tag im Verkehr gewesen war. Der junge Mann aber hatte ausgerechnet 35 dieser wertvollen Briefmarken erwischt. Der Freund des Hauses, seines Zeichens Brief­markenhändler, bot für die 35 Marken 7800 Mark, also pro Marke 200 Kronen. Der Betrag mag den Hochzeitern recht gut gelegen gekommen sein.

Die Aufstände auf Cuba.

wtb. Havanna. 14. Aug. (Eig. Meldg.). Die Regierung hat Truppen in die Provinz Santa Clara geschickt, die den dort entbrannten Auf­stand bekämpfen sollen. Kurz vor ihrer Ankunft haben die Aufständigen den Bahnhof Agabama in Brand gesteckt und die Brücke über den Guara- cabuya-Fluß in die Luft gesprengt, die Telegra- phenleitungen zerstört und eine Menge von Waf­fen geraubt, worauf sie sich zurückzogen.

wtb. Paris, 13. August. Donnerstag stürzte in Paris ein im Abbruch befindliches Haus vollkommen zusam­men. Das Dach und das dritte Stockwerk waren bereits abgetragen. Im Augenblick des Unglückes befanden sich drei Arbeiter auf dem Bau. Die Feuerwehr hat die Aufräumungsarbeiten sofort ausgenommen und hofft die drei Arbeiter retten zu können. Die Feuerwehr konnte sich mit ihnen in Verbindung setzen, da sie sich in einem hohlraum befinden, der durch einige nicht umge- stürzte Pfeiler gebildet wird.

wtb. Lssen. 14. Aug. (Eig. Meld.) Der Verlag der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" hat gegen das Verbot des Blattes beim Reichsgericht B e • fchwerde eingelegt.

* Zwei Münchener Alpinisten tödlich abgestürzt. Die beiden Münchener Alpinisten Leo Rittler und Hans Brehm sind im Montblanc-Gebiet obgestürzt. Sie hatten versucht, die Iorasses- G,r u p p e von der Nordseite her zu besteigen. Diese Besteigung ist bisher noch nie ausgeführt worden. Die Verunglückten wurden auf dem Gletscher von Leschaux tot aufgefunden.

* Der angebliche van Dyck ein wertlose, Gemälde. Die Untersuchung des in einem Charlottenburger Restaurant beschlagnahmten Gemäldes, das angeblich ein echte van Dyk fein und während des Krieges in Belgien entwendet fein sollte, durch Geheimrat Friedländer vom Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin hat ergeben, daß das

Tagung des KKV. in Esten.

Stellungnahme zu den aktuellen Fragen der Wirkschafts- und Sozialpolitik.

Temperatur- und Barometerstand in Fulda.

Mitgeteil» von Diplom-Optlker Sauerdorn.

Einsturz-Katastroph e.

Einsturz einer französischen Mietskaserne infolge einer Explosion. — 30 Personen unter den Trümmern be­graben. — vier Tote geborgen.

wtb. Lyon. 14. August. (Eig. Meld.) In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde in einer Straße in ■Btlleurbanne eine von zahlreichen französischen, spanischen und italienischen Arbeitern bewohntes Miets- Haus durch eine Explosion zerstört. Etwa 30 Per- s o » e n, darunter 10 Kinder, sind u n t e r d e n T r ü m- ntern begraben Vier Leichen und 12, meist leichtverletzte Personen, konnten bis jetzt geborgen werden.

„Nautilus".

wtb. Oslo, 14. Aug. (Eig. Meld.) Em aus Spitzbergen heimkehrender Walfischfänger hat durch Funkspruch mitgeteilt, daß Wilkins Unterseeboot Nautilus die Bäreninsel bei schwerer See in schnel­ler Fahrt passiert habe und daß an Bord alles wohl sei. ______

Wieder ein Kasieubokeu-llebersall.

12 000 Mark geraubt. — Einer der drei Räuber verhaftet.

13. 8. 6 Uhr abends

14. 8. 8 Uhr morgens

14. 8.12 Uhr mittags

Höchste Temperatur int Schatten

der Tater flüchteten mit einer bereitstehenden roten Li- mufine, der dritte, ein der Polizei nicht unbekannter 42- lahr.ger Ernst Schulz konnte auf dem Boden des Hauses Doventfleth 31 festgenommen werden. Einer der Boten fiDoTnermunM verfall durch einen Streifschuß am xopf verwundet.

machte der Fachausschuß sich die Forderung zu eigen, daß ass eingerichtete Raume nur solche Räume gelten sollen, D^+Je rmd anderen Ausstattungsgegenständen

Es wurde beschlossen, an die Reichseisenbahn sowie auch an die Reichspost wegen SenkungderTarife heranzutreten. Beide Verkehrsinstitute haben sich nicht in dem Maße dem Preisabbau angepaßt, wie es unter den heutigen Verhältnissen erwartet werden muß. Die Gehaltssenkungen müssen sich auch bei diesen Instituten entsprechend ausgewirkt haben.

. Versammlung sprach sich auch gegen das Unwesen Der Wechselausstellung int Hausierhandel aus und vertrat Die Auffassung, daß der Wechsel im Hausiergewerbe beim Verkauf an den Konsumenten wegen der damit verbun­denen Täuschungsmöglichkeit und den sehr zahlreich nach­gewiesenen erfolgten Täuschungen nicht gebraucht werden dürfte.

Der Verband KKV hat sich schon vor längerem mit etner Forderung an das Reichsjustizministerium gewandt, wonach die Lohnpfändungsgrenze einer A en» öerung unterzogen werden soll. Diese Forderung hgt auch tn ihrer Formulierung in Fachkreisen weitgehende Beachtung gefunden. Die moralische Verpflichtung und die Cigenverantwortung des Schuldners muß auch hier stärkere Verankerung finden. Unter Gutheißung der bis. herigen Maßnahmen wurde der Verbandsvorstand beauf­tragt, diese Forderung auch weiterhin mit Nachdruck zu vertreten.

Eine eingebenfce Besprechung galt der Frage der Wertreklame bezw. des Zugab emefens. Der hierzu gefaßte Beschluß begrüßt den dem Reichstag vor­liegenden Antrag der Zentrumsfraktion als eine Etappe auf dem Wege zur Behebung der Mißstände im Zugabe- wesen.

In einem weiteren Referat berichtete sodann der Ver­treter des Verbandes in Berlin, Herr Horn, über den gegenwärtigen Stand der Sozialversicherung, insbesondere über deren finanzielle Sage und über die durch die einzelnen Notverordnungen getroffenen Maß­nahmen. Die grundsätzliche Haltung des Verbandes KKV zu diesen Fragen ist in den letzten Jahren immer wieder ausgesprochen worden und hat auch in dem oben wieder- gegebenen Schreiben ihren Niederschlag gefunden. __

Schließlich wurde noch der Forderung zugestimmt, daß für die kaufmännischen Abteilungen an den städt Be­rufs- und Handelsschulen nur kaufmännisch gebildete Fachmänner als leitende Direktoren angestellt werden sollen.

m Das Vertrauen zur gegenwärtigen Führung der Reichspolitik wurde am Schlüsse der Tagung noch in einem besonderen Telegramm an den Herrn Reichskanz­ler Dr. Brumng zum Ausdruck gebracht.

ahIoaUmaah ________i £ 1 < . '‘x, _ '

Berufsaussichten für Juristen.

Der höhere Justizdienst in Preußen zählt, wie die Deutsche Beamtenbund-Korrespondenz erfährt, nur noch 6500 Planstellen gegen 7000 Stellen vor dem Kriege. Die Aufnahmefähigkeit für pinge Juristen ist daher sehr beschränkt. Die Zahl der Rechtsstudierenden ist 1929 erstmalig zurückgegangen. Bei den Gerichtsassessoren herrscht bedrohliche Ueberfülle. DieZahl der Rechtsanwälte hat sich von 7000 im Jahre 1^13 auf 10 800 im Jahre 1930, also um etwa 40 Prozent erhöht. Nach den Jahresberichten des preußischen juristischen Landesprüfungsamtes über die Prüfungsergebnisse des Jahres 1930 haben m Preußen das Assessorenexamen von 1704 Refe­rendaren nur 1345 bestanden. Der Prozentsatz der Durch gefallenen ist auf 21 v. H, gestiegen. Der viel beklagte Widersinn, daß in die akademische Laufbahn gerade die weniger Befähigten hrneingedrängt werden, belastet mehr und mehr die Prüfungen mit minder geeigneten Elementen unp bedeutet eine Gefahr für die Rechtspflege. Es mehren sich auch die Fälle, in denen Kandi­daten vor Wiederholung der Prüfung betonen, sie wollten nicht „bei der Justiz" bleiben odet Anwalt werden, sondern nur eine Stelle mitt­lerer Bedeutung in der Wirtschaft erhalten; dazu aber müßten sie den Assessor titel haben. Die Sächsische Anwaltskammer schrieb kürzlich: In bedrohlichem Ausmaße wächst ständig die Zahl der deutschen Rechtsanwälte. Bon 12544 im Jahre 1915 ist die Gesamtzahl auf 17184 am 1. Januar 1931 gestiegen. Ein Absinken ist umso weniger zu erwarten, als im Jahre 1930 die Zahl der an den deutschen Universitäten eingeschriebenen Stu­dierenden der Rechts- und Staatswissenschaft über 22000, die Zahl der an den preußischen Univer­sitäten Studierenden über 13 000 beträgt und die Zahl der Referendare sich immer weiter steigert. Der Bedarf der Justizverwaltungen des Reichs und der Länder ist nur verhältnismäßig gering. Die Wirtschaft ist ebensowenig in der Lage, den Anwärtern geeignete Posten zu bieten. Das Stu­dium der Justiz bietet michin sehr geringe Aus­sichten.

bedingten Schwierigkeiten erhalten bleiben. Tarifoer- tragsparteien und Schlichtungsinstanzen müssen sich je- doch darüber klar fein, daß dies nur möglich ist, wenn die allgemein als notwendig anerkannte Auflockerung der Tarifverttäge auch tatsächlich Platz greift. Dabei 3u prüfen fein, inwieweit auch einzelbetrieblichen

Bedürfnissen Rechnung zu tragen ist.

Bei der kommenden Lohn-undPrelsgestal- tung wird der Preispolitik der Kartelle nicht minder auch der Innungen besondere Auf­merksamkeit zu widmen sein. Man wird prüfen müssen, ob die zur Zeit vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten genügen, um die jeweils erforderliche Anpassung der Preise tatsächlich zu gewährleisten.

Der Verband KKV. braucht seine positive Einstel­lung zur Sozialpolitik nicht erneut zu betonen. Wir anerkennen die Bemühungen der Reichsregierung, die S o z i a l v e r s i ch e r u n g, wenn auch unter Preisgabe von Einzelheiten, so doch in ihren Grund- agen über diese Krisenzeit hinwegzuretten. Tatsächliche Ueberfpannungen und Mißbräuche müssen, wo sie sich zeigen, beseitigt werden.

Wir wissen, daß weitere Opfer zur lieber- windu n g der Krise unvermeidlich sind. Diese Opfer werden um fo leichter getragen, je mehr man die Ueberjeugung haben darf, daß die notwendigen poli­tischen Entscheidungen unter Führung fachkundiger Manner, unbekümmert um die Gunst der Dateien ge­troffen »erben. Die Mehrheit unseres Volkes lehnt das ewige Parteigezänke und die Krisenmacher, woher sie auch kommen mögen, ab. Das Volk will Ruhe, Arbeit und friedliche Entwicklung."

Aus der Fülle sonstiger Einzelftagen verdient fol­gendes besonders hervorgehoben zu werden:

, Der Verband KKV. will neben feiner Arbeit im öf­fentlichen Leben in Zukunft auch das Gebiet der S e l b ft- bilfe im kaufmännischen und gewerblichen Mittelstand besonders bearbeiten.

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbe- t» e r b, das, wie schon von allen Seiten anerkannt wird, langst reformbedürftig ist, wurde bezüglich des vorliegen­den Referentenentwurfes über das Ausoerkaufswefen emer Besprechung und Beschlußfassung unterzogen Der vorliegende Entwurf hat Forderungen, die der KKV in Dlefer Beziehung vor 2 Jahren ausgestellt hat, verwirk- Ilcht. Darüber hinaus soll aber eine Sondertommission f'<h mit einer weiteren Abänderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb beschäftigen, wie ebenso 2 Spezlalkommisslonen über die Abänderung der Kartell­gesetzgebung und über die beabsichtigte Phasenpaufchalie- rung der Umsatzsteuer beraten sollen. V

Des weiteren beschäftigte man sich mit dem 8 2 Nr. 4 ^lteuergesetzes betr. die Umsatzsteuer- P'l'cht bei der Vermretung eingerichteter Räume, Hier

Bild «in wert loses Phantasieprodukt aus dem 17. Iahrhundert ist und auch nicht, wie Sach­verständige annahmen, von einem Rubens-Schüler stamme. Ferner ergab die Untersuchung, daß das Bild, wie vorher angegeben, aus dem Rahmen heraus geschnit­ten ist, da die Farbe nicht bis an den Rand des Gemäldes heranreicht.

Pech bei der Notlandung.

Das Verkehrsflugzeug München—Böblingen bei einer Rollandung in einen Sleinbruch gestürzt.

Zwei Schwer- und vier Leichtverletzte.

Das Verkehrsflugzeug München—Böh­ling e n, das auf der Schwäbischen Alb bei Auendorf wegen Regens und Nebels eine San- hung vornehmen wollte, streifte dabei an einem Baum und stürzte, als es den Boden bereits berührt hatte, einen an dieser Stelle befindlichen Steinbruch hinunter. Verletzt wurden die beiden Piloten, darunter der Flugzeug- führer Kraft schwer, von den Fluggästen Direk­tor Wiedmer ans Starnberg bei München schwer und drei weitere Personen leicht. Die beiden Schwerverletzten wurden in das Göppinger Kran- kenhaus eingeliefert. Der Flugzeugführer hat ei­nen Schädelbruch und Quetschungen erlitten Di- riktor Wiedmer soll einen Beckenbruch davongetra- gen haben. ______________

* Explosion eines Weinfasses. Beim Arbeiten in einem Weinkeller in dem Moselort Kesten stellte ein Kü­fermeister eine Kerze auf ein Weinfaß. Das Faß ex- plodierte plötzlich. Während der Küfermeister selbst ohnmächtig zusammenbrach, gelang es einem zweiten Kü- fer, der im gleichen Keller arbeitete, ins Freie zu kommen und Hilfe herbeizuholen. Der Küfermeister trug schwere Brandwunden davon und mußte sofort ins Kran­kenhaus gebracht werden. Der zweite Küfer erlitt leich­tere Brandverletzungen.

* Die Gesamtzahl der loten bei der Schissskafa- trophe von St. Nazaire. Die Gesamtzahl der Toten Oer Katastrophe des Dampfers St. Philibert an der Loiremündung konnte jetzt endgültig festgestellt werden. Es sind 452 Personen in den! Wellen ums Leben gekommen, von denen I 400 geborgen werden konnten. 30 0 Lei­chen konnten identifiziert werden. Im gan­zen sind 460 Personen an Bord des Schiffes ge­wesen. |

schaftsdiktate, müssen im Tornister verpackt blei­ben!

Das Zentrum versagt niemandem seine Mit- Hilfe und Mitarbeit. Aber es drängt sich auch niemandem auf. Die Norm ist gegeben: Volk und Vaterland! Wer diese Marschroute ehrlich mit­machen will, und wem das „Sichbesinnen auf das, mas uns eint", wie es der Reichskanzler dieser Tage im Reichstag aussprach, „echt und tief" ist — wohlgemerkt echt und tief! — dem reichen wir di« Hand und der sei mit ung Weggenosse! . . .

Schwere politische Zusammenstöße.

. wtb. Itzehoe, 14. August. (Eig. Meld.) Nach emer stark besuchten sozialdemokratischen Partei­versammlung kam es gegen Mitternacht zwischen heimkehrenden Versammlungsteilnehmern und Na­tionalsozialisten, die starken Zuzug von auswärts erhalten hatten, an verschiedenen Stellen der Stadt zu schweren Schlägereien. Drei Reichs- barmerleule und ein Nationalsozialist wurden so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Außerdem waren noch etwa 20 bis 25 Leichtverletzte zu verzeichnen. Die Polizei griff mit allen verfügbaren Kräften ein und säuberte die Straßen.

Kommunistische Verhaftungen in Steiermark.

wtb. Graz, 14. Aug. (Eig. Meldg ). Die Po- lizeidirektion Graz hat festgestellt, daß ein gewis- ier Personenkreis, dem Ausländer und verschie­dene Intellektuelle angehören, in der letzten Zeit eine erhöhte Tätigkeit für die kom­munistische Partei entfaltet hat. Einige Kommunisten, die nicht landeszuständig sind, wur­den aus Steiermark ab g e s ch o b e n. ' Ferner hat die Polizei gestern den in Wien bekannten Kom­munistenführer Theodor Maller verhaftet. Er wurde feit mehreren Tagen wegen einer in Gösting bei Graz gehaltenen Rede, in der er zu ungesetz­lichen Handlungen aufgefordert hatte, von der Po­lizei gesucht. Maller, der gestern an einer kom­munistischen Versammlung in Graz teilnahm, wurde dem Landesgericht überftellt

* Der Vorstand des Deutschen Städtetages wählte Bürgermeister Dr. Weber-Königsberg zum Geschäftsführenden Vorstandsmitglied. Dr. Weber wird im Deutschen Städtetag gleichzeitig das Finanzdezernat verwalten.

Die Verhandlungen mit den Gememdearbeitern nicht geschettert.

C. N. B. Berlin, 14. Aug. (Eig. Meld.) In einer Meldung wird behauptet, daß die Der- Handlungen, die zur Zeit im Reichsarbeitsmini- ftetium mit den Gemeindearbeitern geführt wer­den, gescheitert seien. Diese Meldung trifft, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, nicht zu. Die Verhandlungen sind zur Zeit noch im Gange. __________

Das englische Kabinett und die Vorschläge des Sparausschusses.

wtb. London, 14. Aug. (Eig. Meld.) Die zur Zeit in Urlaub befindlichen Minister wurden auf­gefordert, an einer am nächsten Mittwoch stattfin­denden Sondersitzung des Kabinetts teilzunehmen, in der ihnen die Vorschläge des Sparausschusses oorgelegt werden sollen.

Handel und Wirtschaft

---- Auch Konkursantrag über das vermögen der (Bebt. Karl und Hein, Lahnfen. Der Konkursverwalter von Nvrdwvlle hat nunmehr auch Antrag auf Konkurs­eröffnung über den Privatbesitz der beiden Gebrüder Karl und Heinz Lahufen, den leitenden Vorstandsmit- gliedern von Nordwolle gestellt, um das Privatoermögen für die Gläubiger von Nordwolle sicherzustellen. Nicht betroffen davon wird das dritte Vorstandsmitglied und das A.-R.-Mitglied Lahufen, die bekanntlich auch nicht m die gerichtliche Untersuchung einbezogen sind.

= TRaispreife bleiben unverändert. (Eig. Meld.) Der Verwaltungsrat der Reichsmaisstelle hat beschlossen, die Maispreise und die An- und Verkaufsbedingungen b i s 7. September 1931 einschließlich unverändert bestehen zu lassen.

+10,0° _ Niederschlago. 13.8.8U.morg. —14.8.8U.morg. 0,00mm Relative Feuckttgkett der Luft am 14 8. mitt. 12 Uhr 71,0 %

Der Verband KKV. hat auf seinem letzten Verbands­tag in Trier 1930 beschlossen, in diesem Jahre in der Zell vom 6—9. August den Verbandsbrüdern im Osten einen Besuch abzustatten und den Derbandstag in Danzig abzu­halten. Die Vorgänge der letzten Wochen veranlaßten jedoch die Verbandsleitung, infolge der gänzlichen Un- Übersichtlichkeit in der Entwicklung der Verhältnisse, den Verbandstag abzusagen.

Statt dessen traten am Samstag und Sonntag Ver­bands- und Fachausschuß des Verbandes k a t h. k a u f m. Vereinigungen im Verbandshaus Essen zu einer Tagung zusammen. An den Ver­handlungen nahmen auch mehrere Abgeordnete des Reichstages und des Preuß. Landtages teil.

Der erste Tag war durch die Beratung organisato­rischer Fragen ausgefüllt.

Am zweiten Tag gab man zunächst einmütige Zu­stimmung zu einer Entschließung, in der der Verband KKV. seiner Freude über den Erlaß der Enzyklika „Quabragefimo anno" Ausdruck gibt und seine Bereitwilligkeit erklärt, wie bisher, so auch für die Zu- funft im Geiste dieser Enzyklika zu arbeiten. An den Heiligen Vater wurde ein Ergebenheits- und Danktele­gramm abgesandt.

Die wirtschafts- und sozialpolitischen Beratungen wur­den eingeleitet durch ein Referat des Verbandsdirektors Dr. Wages über das Thema „F a l fch e W i r t s ch a f t s- und Sozialpolitik". Die sich anschließende Aus­sprache beschäftigte sich naturgemäß mit der heutigen außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Lage. Wenn man auch bei Einzelmaßnahmen der Reichsregierung ver­schiedener Meinung sein kann so kam doch das bisher der Reichsregierung, insbesondere Herrn Reichskanzler Dr. Brüning bekundete Vertrauen auch hier uneinge­schränkt zum Ausdruck/ Die Auffassung des KKV. zu den im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Lage stehenden Fragen wurde in nachstehendem Schreiben an den Herrn Reichskanzler niedergelegt:

Die Spitzenkörperschaften unseres Verbandes haben sich am vergangenen Sonntag in eingehenden Bera­tungen mit der gegenwärtigen Lage beschäftigt. Als Niederschlag dieser Beratungen gestatten wir uns. Ihnen folgendes zu unterbreiten:

Der Verband KKV. hat die von Ihnen mit Ihrer Amtsübernahme in selbstloser und unermüdlicher Ar­beit eingeleitete Politik jederzeit in Wort und Schrift auf das Nachhaltigste unterstützt. Wir erneuern das

Vertrauen zu Ihrer Führung auch heute wieder,

weil wir mit Ihnen der Ueberzeugung sind, daß auf dem von Ihnen gewiesenen Wege die gegenwärtigen Schwierigkeiten überwunden werden.

Die von Ihnen in den letzten Wochen eingeleiteten internationalen Verständigungsver- fuche finden unsere vollste Zustimmung. Wir sind überzeugt, daß die Reichsregierung unter vollster Wah­rung der nationalen Würde und des Ansehens unseres Volkes alles tun wird, um diese Verhandlungen zu einem für Deutschland erfolgreichen Ende zu führen. Dies gilt insbesondere auch bezüglich des Verhältnisses zu Frankreich. ,

Wenn man auch in Einzelfragen verschiedener Mei­nung fein kann, so haben wir doch das entfdjlof- fene Handeln u. die zur Behebung der Fi­nanz k r i f e bezw. zur Regulierung des Zahlungs- verkebrs getroffenen Maßnahmen im Ganzen lebhaft begrüßt. Auch wir haben die Erhöhung des Reichs­bankdiskonts auf 15 Prozent gefordert und stellen mit Genugtuung fest, daß der beabsichtigte Zweck fo er- treulich schnell erreicht worden ist. Nunmehr muß er- wartet werden, daß von keiner Seite etwas geschieht was die Sich erheit der Währung irgendwie gefährden konnte. Sollten sich trotzdem Vorgänge dieser Art zeigen, so ist dagegen mit allen gesetzlichen Mitteln vorzugehen. Dazu zählen wir auch das Ver­langen einzelner Firmen ober Verbände, im In lanbs- verkehr infremderWährungzu regulieren.

Im Zusammenhang mit ben Sanfnorgängen der letzten Wochen hat die Reichsregierung bereits eine künftige verwaltungsmäßige Einflußnahme auf diese Institute angekündigt.

Diese Einflußnahme muß sich auch dahin auswirken, daß ben gefunben Ärebitbebürfmffen bes kaufmännischen unb gewerblichen Mittelstandes gebührende Rechnung getragen wirb.

Alle Bemühungen muffen darauf gerichtet fein, recht bald wieder die Vorausfetzungen für einen gefunden Realkreditzu schaffen. Dahin gehört auch die von uns feit langem ausgesprochene Forderung nach B e - f eitigung oder doch wesentlicher Herab­setzung der Hauszins st euer. Dies ist auch unerläßliche Voraussetzung für eine Senkung der "7-Jetenr? eine Frage, an der wir bei dem abge- glittenen Lohn- und Gehaltsniveau unmöglich vorüber­gehen können.

Tarifvertrags- und Schlichtungs- w e f e n.muffen, trotz der durch die gegenwärtige Krise

Eln übler Wahlaufruf.

Das Verbot der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung", Es ist immer noch ein Trost, daß es auf. fällt, wenn ein ernst zu nehmendes Rechts- blatt verboten wird wegen schwerer Uebertretung des ungeschriebenen Ehren-Kodex der Presse. Daß fortgesetzt die radikalen Druckerzeugnisse ver- boten werden müssen, ist eine Angelegenheit, über die man gar nicht zu sprechen braucht. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" ist ein im Westen Deutschlands angesehenes Blatt stark rechts orien­tierter Art. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" wurde durch den Oberpräsidenten der Rheinpro­vinz auf vierzehn Tage verboten. Wer sich über die Gründe dieses Verbotes informieren will, braucht nur das Wahlinserat zu lesen, das in jener Zeitung abgedruckt war. In der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" (Nr. 400) und drei westfälischen Blättern war zu lesen: „Mich werdet Ihr am 9. August nicht an der Wahlurne sehen! Weil ich mich unter den augen­blicklichen Verhältnissen sehr wohl fühle! Weil ich durch die sozialdemokratische Mißwirtschaft einen gutbezahlten Posten erhalten habe! Weil ich An­hänger und Verehrer der Korruption bin! Weil ich mich für die Gottlosenbewegung einsetze! Weil ich noch nicht genügend Steuern zahl«! Weil ich ans meine Kriegsrente freudig verzichten kann! Weil es mir gut geht und ich nichts nach dem Elend meiner Volksgenossen frage! Weil ich nicht auf Pensionen verzichten will, die mir ohne große Mühe in den Schoß gefallen sind! Weil mich das Wohlergehen Frankreichs und Polens mehr inter» essiert als das meines eigenen Volkes! Weil ich kein gläubiger Christ bin! Weil ich kein Vater- land habe, welches Deutschland heißt! Weil ich alles glaube, was mir im roten Rundfunk erzählt wird! Weil ich dem Augenblick lebe und mir das Wohl unb Wehe meiner Kinder absolut gleichgül­tig ist! Weil ich unter Ketten meiner Feinde nicht aufbegehre-, denn ich will die internationale Weltverbrüderung!" •

Jedermann mußte fühlen, daß damit der Reichs- kanzler Brüning getroffen werden sollte, der be­kanntlich am Mikrophon erklärt hatte, daß man ihn nicht an der Wahlurne sehen werde. Wir müssen gestehen, daß uns eine so b ö sart i g e und so schwer beleidigende Wahlan­zeige 'n einem bürgerlichen Blatt seit Jahrzehnten nicht begegnet ist. Die Verwilderung, die aus der Anzeige spricht, ist so erstaunlich, daß anzunehmen ist. daß sie selbst in den Kreisen, die der „RH-inisch-Westfälischen Zeitung" nahestehen« nur unter Scham empfunden wurde.

vormittag am Doventfleth von drei Männern überfallen i l

unb beraubt. Sie hatten 12 000 RM. bei sich, bie sie ^^fge^^ä^"war^^^-7^t^^7'^

von der Commerz- unb Privatbank geholt hatten. Zwei I bysund auf ©rönl^gS gKbet.b '