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FuldaerZertung

Anzeiger für die Sladk Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Lreisblatk.

Nr. IST

(£ riebe int sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild' undBuchenblätter'. Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift» ::: leitunq 3153. Fuldaer Actiendruckerei 3151 und 3152-

Samstag, 15. August 1931.

Monatlich 1.80 einschließl. Postgebühr (48 Psg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.s lokal 0.15 RM.. auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt. Postschecks Franki. o. M. 4051.

Mrg. 58.

Kriegsgefahren.

Don Dr. Alphons Nobel.

Jeder vernünftige Mensch wird hoffen, daß nie­mals mehr ein Krieg fein wird. Aber kann ein vernünftiger Mensch im Ernst annehmen, daß diese Hoffnung sich erfüllt, daß es also wirklich nie m«'hr einen Krieg geben wird? Leider muß man diese Antwort mit Nein beantworten.

Es gibt keine bessere Garantie für die leidige Tatsache, daß immer wieder Kriege fein werden, als das Vorhandensein gewaltiger Flotten, Ar­meen, Eeneralstäbe, Bombengeschwader und- stunasindustrien. Denn das Vorhandensein schon solcher Dinge drängt, wie man zugeben muß, zur Anwendung der tödlichen Mittel, welche die Völ­ker ersonnen haben, sich gegenseitig zu vertilgen oder doch mindestens zu quälen.

Wer aber wird mit wem Krieg füh­ren? Es ist ein heikles, aber durchaus interessan­tes Gebiet, in das wir mit dieser Frage leuchten. Denn wie unter dem suchenden und verräterischen Strahl der Scheinwerfer büßen hier die Span­nungen der politischen Welt auf.

Nicht daß sich sagen läßt. Amerika wird Japan eines Tages den Krieg erklären, oder Italien wird Frankreich überfallen, oder Rußland wird Polen zu überrennen versuchen. Niemand kann das wis­sen, und wir alle hoffen, daß derlei Möglichkeiten nicht eintreten müssen. Aber niemand kann auch leugnen, daß eine Anzahl sehr konkreter Kriegs­gefahren in der europäischen und weltpolitischen Luft liegen, und immer dort gelegen haben, wenn sie auch zum Glück sich nicht immer verwirklichten Nicht alle Spannungen müssen ja zu Kurzschluß führen. Es ist das doch gerade die furchtbare Tra­gik Europas und insbesondere unseres Vaterlan­des. daß ausgerechnet der Weltkrieg in d e r Kom­bination losbrechen mußte, in einer Kombination die von vornherein wenn mir es uns auch nicht gleich eingestehen wollten, die Chancen gegen uns gerichtet sein ließ.

In Europa sehen wir heute vor allem drei kon­krete Kriegsgefahren. Italien gegen Frankreich Rußland gegen Polen oder Rumänien ein ge­samt-europäischer Krieg unter Beteiligung aller Großmächte.

Die erste Gefahr: Italien gegen Frank­reich ist eine bekannte Tatsache in der politischen Nthmospbäre der Gegenwart. Die Eeneralstäbe, Kriegsministerien und Flottenleitungen sowohl in Paris. Brest und Toulon, wie auch in Rom, An- kong und Spezia wissen darum, 'rechnen damit und bereiten sich vor. Die Reibungspunkte zwischen den beiden Mittelmeermächten liegen einerseits in Vor- dergsien- türkische Küste und Syrien: andrerseits in Nordafrika, also in Algerien und Tunis beides französische Kolonien, in denen der italienische Ein­wanderer schon heute eine ausschlaggebende Rolle spielt. Dazu kommen einige Gebiete zweiten Ran­ges, so zum Beispiele Tanger, Korsika, die fran­zösische Riviera, wo recht viel italienisch gespro­chen wird. Die italienisch-französischen Gegen­sätze erhalten noch manche Verschärfung: so durch die Tatsache, daß Paris das Hauptquartier. der antifaschistischen italienischen Emigranten ist. daß Paris die Südslawen unterstützt, und vor allem durch die Behandlung Italiens durch Clemenceau während der sogenannten Friedenskonferenz in Paris. Natürlich ist dieser Krieg keineswegs sicher. Er kann durch kluge und vorsichtige und gemäßigte Diplomatie vermieden werden und wird es hoffentlich auch. Bricht der Krieg aber aus so besteht Gefahr, daß Südslawen, Rumä­nien. Ungarn, Albanien einbezogen werden. Die Chancen wären eher für Frankreich, als für Ita­lien günstig: Italiens gefährlich große Küsten­linie. Frankreichs gewaltige Landarmeen, die bes­sere Kriegstauglichkeit des französischen als des italienischen Soldaten und besonders die innerpoli­tische Gefahr in Italien, daß im Falle eines Krie­ges die Antifaschisten losbrecheu.

Die Spannungen zwischen Rußland und feinen nächsten westlichen Nachbarn ist ebenfalls offenbar und bekannt. Auch hieraus braucht fein Krieg zu kommen und wird es hoffentlich auch nicht Aber daß Polen immerfort gefährdet ist. von dem bolschewistischen Menschenreservoir ver­schlungen vj werden, ist fein Geheimnis. Schon einmal in der Nachkriegszeit ist eine Schlacht zwi­schen Polen und Russen, nicht allzuweit von War« schau geschlagen, und von den Russen verloren worden. Die wichtigsten territorialen Streitigkeiten betreffen die Ukraine und, hinsichtlich Rumäniens, Bessaraben. Die Russen fühlen sich betrogen. Wich­tiger aber ist, daß die Russen leicht glauben mö­gen, im Falle einer polnischen Niederlage sei es ihnen möglich, mittels der Roten Armee den Bol­schewismus und die Weltrevolution weiter nach Europa über Deutschland nach Frankreich, Italien und Spanien tragen zu können. Im Falle eines solchen Kriegs ist Deutschland, das kann man nicht oft genug betonen, aufs Aeußerste gefährdet. Denn alle Welt, vor allem England und Frank­reich, vielleicht sogar Amerika, wird Rußland dann abhalten wollen, sich auf Polen zu stürzen. Deutsch­land könnte bann gezwungen werden, das Auf­marschgebiet und vielleicht den Kriegsschauplatz für einen solchen antibolschewistischen Krieg abzugeben. Dazu kommt etwas Innerpolitisches. Natürlich werden die Kommunisten in Deutschland alles da­ran setzen, ihrem Vaterlande der Welirevolunon in landesverräterischer Weise beizuspringen.

Schließlich einen pan-europäischen Krieg. Veranlassung würde die Reparationsfrage, bzw. die Sanktionsfrage werden, also der Wunsch Frank­reichs. die Verträge zu verewigen oder der Ver­such Polens, unter Mithilfe Frankreichs, Danzig ganz zu nehmen. Auch das Saargebiet birgt solche Gefahren Frankreichs ungeheure militärische Ue« Verlegenheit steht ebensowenig außer Frage wie Deutschlands Entwaffnung. Aber es gibt natürlich auch einen Grenzpunkt, über den hinaus Frank­

reich nicht gehen kann. Wir wollen nicht hoffen, daß es soweit kommt, wir wollen vielmehr glau­ben, daß eine vernünftige französische Politik nicht so weit geht, um Deutschland nicht zur Verzweif­lung zu treiben und vor allem nicht Englands Interessen indirekt anzugreifen: denn das Gefähr­liche wäre ja gerade ein Interesse Englands, Frankreich durch Deutschland gedemütigt zu sehen. Einer Kombination aber zwischen England, Deutschland und Italien wäre auch Frankreich auf die Dauer nicht gewachsen. Aber der Fimmel be= wahre uns vor einem solchen neuen Weltkrieg Er würde vielleicht das Ende der europäischen Zivili­sation bedeuten.

Alles in allem braucht man diese europäischen Kriegsgefahren nicht zu überschätzen. Es sieht' heute so aus, als ob der letzte große Krieg Eu­ropas Länder den Geschmack an blutigen Ausein­andersetzungen verdorben hätte. Ferner werden die natürlichen Interessen aller europäischen Län­der immer mehr miteinander verbunden. Denn das Erstarken außereuropäischer Länder wird ganz automatisch die abendländischen Nationen zusam­menschmieden.

Aber gerade aus den außereuropäischen Län­dern können Kriege heraufbeschworen werden, de­ren wir uns nicht erwehren können. Amerika gegen Japan: was für Pläne sonst arbeiten die nordamerikanischen Ingenieure und General­stäbe aus, als die Rüstungen Amerikas so stark zu machen, daß es über den Pazifik hinweg den tödlichen Schlag versetzen kann? Das neue Mili- tärluftsckiffAkron" ist der pazifistischen . Flotte einverleibt worden; auch ein Symbol. Japan be­droht aber nicht nur Amerika, sondern auch Au­stralien. Es bedroht auch China. Aber wie wird eine weitere Zukunft werden? Kann nicht China ebenfalls in die Reihe der Großmächte ein- rücken, und wie wird es sein, wenn es sich dann gegen Europa wendet, vielleicht verbündet mit Indien? Wird Europa einem solchen Bünd­nisse standhalten können, das schon nach den heu­tigen Bevölkerungsziffern mehr als eine Milliarde Menschen gegen nur eine drittel Milliarde ver­eint? Rußlands Platz wird natürlich auf asiati­scher Seite fein.

Und in noch fernerer Zukunft sehen wirAsrika ausstehen und sich gegen das einst herrschende Eu­ropa wenden. Können nicht auch immer wieder aus den Tiefen der asiatischen Steppen, wie zu Dschinghiskhans Zeiten di« Heere über Europa kommen?

Niemand weiß es.

Amerikanische Wirkschaslsnöke.

Wachsende Arbeitslosigkeit ht den Städten.

wtb. London, 14. August. (Erg. Meld.) Der Korrespondent derTimes" berichtet in einem Telegramm aus Washington, daß der Vorschlag des Federal Farm Board über die Vernich­tung eines Drittels der bevorstehen­den Baumwollernte in Amerika eine sehr geteilte Aufnahme gefunden habe. Der Korre­spondent weist auf denebenso tragischen" Zu st and am Weizenmarkt hin und fährt fort, daß in Amerika das große Stabilisie­rungsprogramm, für dessen Durchführung der Federal Farm Board geschaffen wurde, für bankrott erklärt werde. Die Wirkung der Verwirrung und Not in den Agrar- ftaaten könne unermeßlich groß werden. Wäh­rend es in den Landwirtschaftgegenden bereits gäre und die Städte sich im Winter auf eine größere Arbeitslosigkeit denn fe vor­bereiten, hätten Hoover und seine Regierung auf dem Gebiete der Außenpolitik während der näch­sten Monate eine Entscheidung von äußerster Wich­tigkeit zu fällen. Es seien bereits Gerüchte dar­über verbreitet worden, welcher Art die Aktion Hoovers in der Frage der Abrüstung, der Reparation n und Schulden sowie der Organi­

sierung des Friedens in der ganzen Welt sein werde. Hoover werde aber nicht stark genug sein, so zu handeln, wie er handeln müßte, wenn das Land wie dies unzweifelhaft der Fall sei das Vertrauen in Hoovers Führung der innerpolitischen Ange­legenheiten verliere.

Mederauskeigen des Skeuerauskommens.

CNB. Berlin, 14. Aug. (Eig. Meld.) Nach­dem im Juli infolge der Stockung des Zahlungs­verkehrs und der Schließung der Banken ein Min­deraufkommen an Steuern in Höhe von etwa 180 Mill. Rm. festzustellen mar, ist, wie wir aus Krei­sen des Reichsfinanzministeriums erfahren, bereits in der ersten Dekade ein erheblicher Teil des Aus­falles den Steuerkassen wieder zugeflossen Da die Stockung des Zahlungsverkehrs wieder auf­gehört hat, rechnet man an zuständiger Stelle da­mit, daß der Juli-Ausfall in der 2. Hälfte des Au­gust in noch stärkerem Maße wieder aufge­holt wird.

Das Vertrauen der Länder.

Die finanzpolitischen Beratungen, die in den Vereinigten Ausschüssen des Reichsrats unter dem Vorsitz des Reichskanzlers und im Vorstand des Deutschen Städtetages stattfanden, haben das Programm einer finanziellen Sanierung der Reichs-, Länder- und Gemeindehaushalte erheb­lich gefördert.

Die Aussprache im Reichsrat hat, wie dieVos- sische Zeitung" berichtet, als politisch wichtigstes Moment die Feststellung allgemeinen Ser» trauens der versammelten Länder- minister in die Auffassungen und Pläne des Reichskanzlers und des Ge­samtkabinetts ergeben. Die technische Durcharbei­tung dieser Pläne soll nun in der Weise vor sich gehen, daß eine Sachverständigenkommission er­nannt werden wird, in die neben Vertretern der Reichsregierung auch einzelne Länderbeamte als Sachverständige entsendet werden dürften. Dieser Kommission werden die vorliegenden Vorschläge zur Durchprüfung übergeben werden. Man schätzt die Zeit, die zur Vorbereitung der neuen Maßnah­men erforderlich ist auf etwa 14 Tage, so daß nach zweiwöchiger Sachverständigenarbeit neue StotoerorInnungen zur Durchführung des wirtschaftspolitischen Programms zu erwarten sind.

Die Meldung von der Bildung einer Kommis­sion von Sachverständigen und Vertretern der Länder, die einen Ausgleich zwischen den Etats des Reiches, der Länder und der Gemeinden vor­bereiten soll, wird von unterrichteter Seite als unzutreffend bezeichnet.

Der Besuch Lavals iti Berlin.

lieber den Besuch des deutschen Botschafters von Hoesch beim Ministerpräsidenten Laval wird das folgende offizielle Kommunique ausgegeben: Mini­sterpräsident Laval hat den deutschen Botschafter von Hoesch empfangen. Botschafter von Hoesch hat im Namen der deutschen Regierung offiziell Mini­sterpräsident Laval und Außenminister Vriand ein» geladen, sich nach Berlin zu begeben. Der Mini­sterpräsident hat Herrn von Hoesch gedankt, und diese Einladung für ein Datum, das angesichts der Abwesenheit Briands von Paris noch nicht festge­setzt werden kann, angenommen.

Zu diesem offiziellen Kommunique fügt die Agentur Havas hinzu: Wir glauben zu wissen, daß der Besuch des Ministerpräsidenten und des ?fu= ßenministers in Berlin o m 26. u n b 27. 21 u g u ft ausgeführt werden wird. Kerr Laval bat dem de-t- fchen Botschafter von Hoesch mitgeteilt, daß er in der Lage fein werde, ihn hierüber endgültig am Freitag nachmittag zu unterrichten.

Der Weg des Zentrums.

Tagungen der Zentrums-Instanzen haben schon immer das Interesse der weitesten Oeffentlichkeit gefunden. Schon Ankündigungen solcher Zusam­menkünfte fetzen viele Federn in Bewegung, um deutend und prophezeiend, um forschend und erklä­rend, den Sinn, das Wesen und das Ziel solcher Aktionen herauszuarbeiten zu suchen. Das gleiche Bemühen beobachteten wir in der gesamten beut« scheu Presse von äußerst rechts bis äußerst links ge­genüber ber angefünbigten Sitzung bes Geschäfts» führenben Vorstanbes ber Deutschen Zentrumspar­tei, bie unmittelbar nach bem Abrollen des Volks­entscheids nach Berlin berufen wurde, und am Mittwoch, den 12. August 1931, vor sich ging. Was versprach man fick da in einer gewissen Presse, na­mentlich bei der Rechten, nicht alles anSensatio­nen". Man fabulierte von einerneuen Taktik des Zentrums", und insbesondere die Tatsache, daß die Sitzung des Zentrumsvorstandes einberufen war unmittelbar nach dem Volksentscheid, mußte für eine ganze Reihe weitgehender politischer Kombi­nationen herhalten.

So sehr wir das Interesse der Gegenseite an den Entschließungen und Maßnahmen des Zentrums verstehen, und so sehr wir darin eine vielfach frei­lich ungewollte Anerkennung der überragenden Bedeutung des Zentrums für die deutsche Politik schlechthin erblicken, so wenig kann es das Zentrum als feine Aufgabe betrachten, Senfotionsbebürfniife irgend welcher Art zu befriedigen. Derlei Erwar­tungen wurden restlos enttäuscht. Und nun, da bie parteioffiziöse Mitteilung über ben Verlauf biefer Sitzung erschienen ist, gibt man sich einem neuen Rätselraten hin.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung", die in den letzten Tagen ihre Hauptaufgabe darin sah, dem Zentrum Vorschriften zu machen, zeigt sich setzt sehr darüber enttäuscht, daß man sich um ihre Ansichten gar nicht kümmert. Sie klagt:Das Zentrum legt sich nicht fest." Als ob es Aufgabe des Zentrums wäre, sich ausgerechnet für bie DAZ" zu engagieren!

Der Parteiamtliche Presiebienst ber Deutschna­tionalen spricht vomZentrum in ber Schwebe", unb ber HugenberscheLokalanzeiger" überschreibt seinen Bericht mit bem TitelDunkler Zentrums­beschluß" unb meint:

Die Kunst, Beschlüsse zu fassen, daß sie sich lesen wie bie Sibyllinischen Bücher und dementsprechend nach jeder denkbaren Richtung ausbeutbar sind, ist im Zentrum stets hochentwickelt gewesen."

DieVossische Zeitung" freilich schreibt, daß biefe Zentrumsvorstandstagung daswichtigste innerpolitische Ereignis des Tages" gewesen sei.

Was über die offizielle Verlautbarung hinaus über den Verlauf der Zentrumsvorstandstagung in ber Nicht-Zentrumspresse mitgeteilt wird, hat einzig unb allein ben Charakter ber Kombi­nation unb Phantasie. Es wirb vor al­lem in ber Rechtspresse von Bestrebungen bes Zen­trums mrAnnäherung" an bie Rechte gespro­chen, und im Hugenberq'schenLokalanzeiger" wirb gesagt, in mittelparteilichen Kreisen wolle man wissen, daß das Zentrumeine gewisse Ver­ständigung mit ber Rechten betreiben wolle. Das Blatt fügt dann hinzu:

Nein, damit würde es schlechte Erfahrungen machen"

Will berLokalanzeiger" damit sagen, bah bie Rechte" stur unb unbelehrbar ist und bleibt, unb daß jeder, ber sich darum bemühen wollte, an Vernunft unb Verstand, an Wirklichkeitssinn, aber auch an bas patriotische Empfinden bei ber Rechten zu appellieren damitschlechte Erfahrun­gen" machen würde? Das Blatt fährt dann fort:

Eine .gewisse' Verständigung ist unmög­lich Es gibt nur völlige Verständigung ober weiteren schärfsten Kampf."

Das ist allerdings die beste Methode, um von vornherein alles in Grund und Boden zu schlagen! Die Deutschnationalen sollen sich doch nicht ein« bilden, daß man ihnen zum Dank dafür, daß sie so Jahr und Tag einem wirklichen positiven Schaf­fen in ber Innen- und Außenpolitik die größ­ten Hemmungen bereitet haben, die Führung unb Bestimmung ber künftigen Politik nach innen unb außen überantwortet. Mit solcher Einstellung zei­gen bie Deutschnationalen ja nur, daß sie nicht zu deneingliederungsbereiten" Kräften gehören wol­len, von denen der Reichskanzler dieser Tage ge­sprochen hat. Was derLokalanzeiger" in ben oben zitierten Sätzen ausspricht, ist bas Gleiche, was immer wieder in ber beutschnationalen Presse gesagt worben ist, baß nur unter ber Bebingung der vollen Uebereignung ber Macht unb ber vor­herrschenden Bestimmung der Deutschnationalen, an ihre Mitwirkung gedacht werden kann. Das- selbe fugen nun freilich auch die Nationalsoziali­sten. Uns kann es gleich sein, wie die Herrschaf­ten das unter sich ausmachen, aber das Zentrum als Helfer dafür zu gewinnen, ist eine Utopie, von der man glauben sollte, daß sie doch in dem be­schränktesten Kops keinen Raum hätte.

Der Weg des Zentrums ist ganz klar: Samm­lung aller wirklich ehrlich hilfsbe- r eiten Kräfte, bie ohne parteitaktische ober parteiegoistische Hintergedan- t en bereit sinb, im Interesse bes Ganzen mit Hand anzulegen am Aufbauwerk ber Ration.

Diese Linie hat das Zentrum in keinem Au­genblick verlassen. Diese Politik und ihr Ziel sprechen für sich selbst. Wer gesonnen ist, mitzu­marschieren. ob er nun von rechts oder von links oder aus ber Mitte heraus kommt, ist herzlich ein- geloben, aber parteiische Eigenbröbeleien unb Ei­gensinnigkeiten, parteipolitische Herrschafts- ober Unterbrückungspläne unb Macht- und Vorherr-

Ein Bild von der SMYalkekonferenz in Bafel.

Blick in den Sihnngsraum.

Z KM

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M

Von links nach rechts: Walter T. Layton, der englische Sachverständige, Moreau, 5er frühere Prä­sident der Dank von Frankreich, Albert H. Wiggin-Amerika, der Vorsitzende des Stillhalte-Komitees, der belgische Finanzsachverständige Emile Francqui und Dr. Karl-Melchior, der deutsche Vizepräsident ber BIZ.

Unter bem Vorsitz bes Amerikaners Wiggin hat in Basel bas Studienkomitee ber Bank für in­ternationalen Zahlungsausgleich seine Arbeiten auf genommen. Seine Hauptaufgabe ist, die Vor­bedingungen für langfristige Anleihen an Deutschland zu untersuchen,