Vellage zur Fuldaer Zeitung
Ar. 185
nils
12. August
Einsam?
Nie bist du allein im Leben, Und ein Wahn ist Einsamkeit: Heute hat dich Freud umgeben, Morgen naht das stille Leid. Wenn die Rosen dir verblassen, Bleibt dir die Erinnerung, Wenn die Freunde dich verlassen, Kommen andre — sei nur jung! Und im Herzen mußt du trogen Eine Welt, die dir gehört;
Dann bist du in stillen Tagen Einsam nicht, nur ungestört!
M. Hartmann.
Frauen fürchten das ANelnsein.
Bon Mexa v. Sassenberg.
Merkwürdig, daß die Angst vor der Einsamkeit bei Frauen viel stärker ausgebildet ist, als bet Männern. Liegt die Furcht darin begründet, daß weibliche Wesen mehr zur Geselligkeit neigen, oder ist ihr Mitteilungsbedürfnis größer — jedenfalls hört man von Frauen aller Lebensstufen den Angstruf vor dem Alleinsein. Ehefrauen, Berufsfrauen, Mütter — in allen Tonarten erklingt ihr: „Ich kann nicht allein sein!" Ein Rezept gegen Furcht vor der Einsamkeit wird es schwer geben, da jede Persönlichkeit den Begriff anders auslegt. Zudem ist der Frau Furcht vor dem Raum — von Männern als „Budenangst" bezeichnet — unbekannt. Das Heim, Wohnung oder möbliertes Zimmer, ist ihr vertraut, Zuflucht, Zuhause. Sie macht es behaglich, gibt ihm den Stempel ihres Wesens.
Warum können Frauen nicht allein sein?
Einsamkeit, der Liebling geistiger Arbeiter, ist dann eine Feindin, wenn Leere im Innern den Druck der Zeit und ihren Ablauf schmerzlich empfinden läßt. Aus der großen Stille um uns wachsen Gefühle und Gedanken. Das Buch als Tröster der Alleingebliebenen bewährt sich oft, doch nicht immer. Manchmal fehlt der richtige Lesestoff, manchmal wollen die ermüdeten Augen nicht wieder von neuem angestrengt beschäftigt werden. Aber das Vertiefen in ein ungewohntes Gebiet, beispielsweise das Erlernen einer fremden Sprache, stellt häufig die Brücke her, auf der man vor der Einsamkeit entfliehen kann. Fällt der Anfang auch schwer, so entsteht aus dem fremden Wort und aus dem fremden Klang doch eine neue Welt, in die die Alleingebliebene einziehen kann. Eine Kunstgeschichte mit ihren Bildern, Reisebeschreibungen erweitern den Sinn und lenken ab. Zu bedenken ist ferner, daß Zerstreuung keinesfalls das Gegenteil von Einsamkeit ist. In Gesellschaft gleichgültiger Menschen, an einem Ort mit Musik und Tanz kann sich die tief veranlagte Frau weit eher allein fühlen, als in ihrem einsamen Heim. Der Frau ist es meistens gegeben, aus vielen eine gleichgesinnte herauszufinden. Es gilt nur, den Trieb zu bekämpfen, sich stets den Umschwärmten und Begehrten anschließen zu wollen. Ist dieser Trieb aus selbstsüchtigen Gründen verständlich, so gewährt seine Befriedigung der Einsamen doch keinen Trost. Wer die Gabe hat, sein Ich anderen zu schenken, sie zu bereichern, ihnen zu geben und auch von ihnen zu nehmen, der braucht nicht allein zu bleiben. Zwar werden alsdann nicht immer hochgespannte Freundschastserwartungen erfüllt, aber wer durch das Alleinsein arm ist, wird sich auch mit kleinen Gaben zuftieden geben. Nur darf niemals aus eigener Einsamkeit einem anderen Menschen ein Vorwurf gemacht werden. Selbst wer fremd in einer Stadt lebt, kann sich durch Größe und Ueberwindung des eigenen Ichs den Kreis schaffen, den er für das Dasein notwendig hat. Damit sind keinesfalls geldliche Opfer verbunden, sondern nur das Schenken aus der Fülle des Gefühles und aus dem Reichtum der Gedanken.
Zeitgeist und
Zeitgeist nennt man den geistlichen Gehalt, der einem bestimmten Zeitabschnitt sein Gesicht, sein individuelles Gepräge gibt. Er ist heute charakterisiert durch die alleinige Einstellung des Diesseits. Unsere Zeit geht im Alltag auf, denkt nur ans Geldverdienen und ist ganz von der Herrschaft des Aeußeren und von der Hochschätzung der materiellen Lebensgüter beherrscht. Deshalb ist sie, wie Dr. Elisabeth S ch n e i de r in ihrem ganz ausgezeichneten Handbuch der „Weiblichen Jugendpflege" Herder-Verlag (Freiburg) mit Recht schreibt, innerlich leer; daher auch das Hasten und Streben der Menschen, diese Leere auszufüllen mit dem Sinnen nach Geld, mit äußerem Erfolg, Ruhm, Flirt, Sport usw., nur nicht mit dem, was allein not tut, einer großen starken Idee, Vertiefung und Verinnerlichung derselben. Eine Vorliebe für Krankhaftes, Modernes, Farbloses lebt im Volke und diese hat eine gewisse äthetische Verfeinerung gezüchtet, die gefährlich ist un* 'lle ewigen Normen ablehnt. Durch naturwissenschaftliche Bildung oder Halbbildung, durch Oberflächlichkeit im Denken, durch die starke Sinnenkultur vom Geistigen abgelenkt, geht die Welt achtlos an tieferen Dingen und ernsten Problemen vorüber.
Ausdruck dieser seelischen Haltung ist die „Illustrierte", sie ist ganz auf Sensation eingestellt und verlangt vom Menschen keine Konzentration und Vertiefung. Als Anziehungspunkt erscheint auf dem Titelbilde fast immer die Frau, eine solche, die m Kleidung und Mode nahe an die Halbwelt herangeht, die im Ballsaal oder auf dem Tennisplatz oder auf der Filmbühne glänzt oder auf der Rodelbahn, beim Skilaufen und Schwimmen sich besonders hervortut — nie ober selten die Frau als Mutter oder Königin ihres Heims Ebenso drehen sich die Unterhaltungen und Witze im Büro, auf der Bahn und am Biertisch immer um Frauen, Ehe, Liebelei, Damen- und Herrenbekanntschaft, Sport, Kleidung, Mode, Sensation usw., gerade nicht immer in der feinsten Weise.
Infolge dieser minderwertigen Einschätzung der Frau erwächst dem jungen Mädchen das Gefühl der Nebensächlichkeit und des Unwertes. Es fühlt sich nicht geachtet; entweder will es diese Kluft überbrücken, will an Kraft und Auftreten dem M n gleichstehen und wächst sich zum Bub aus; es verkennt jede feinere Frauenart und lehnt sie bewußt ab. Oder aber auch das Gegenteil kann eintreten: Das Mädchen sucht mit aller Kraft die Beachtung des Mannes zu erringen, spielt und arbeitet mit seinen weiblichen Reizen, tritt Frauenstolz und Frauenwürde mit Füßen und wird zur triebhaften Frau Es sucht Beachtung und findet Verachtung.
Das krankhafte Streben der Welt nach Aeußerlichkeit weckt im Innern des Mädchens einen Widerhall und richtet in feiner Seele eine solche Verheerung an, daß es sich in seiner ganzen Haltung nur auf Außenkultur ein-
Jungmädchen.
stellt und sich vom Augenblick beherrschen läßt. Die Zeit ist sehr raschlebig, schlägt von heute auf morgen ins Gegenteil um, was gestern noch gepriesen wurde, wird heute verdammt. Das Leben ist wie eine Litfaßsäule, die alles wahllos plakatiert. So z. B. Heiratsgesuche, Konzerte, Tanzvergnügen, Ballet, Kino, Sport, Raub und Mord. Daß solches möglich ist, zeugt von einer bisher unbekannten Urteilslosigkeit in Bezug auf ethische Werte. Schuld daran ist das Zerbröckeln der Maßstäbe, der Mangel an höheren Werten und der praktische Relativismus auf der Seite der Erwachsenen. Wie soll sich da die Jugend zurechtfinden, die noch unreif ist und zu wenig Erfahrung hat, um selbständig urteilen zu können. Das Leben läßt ihr ja keine Zeit zur ruhigen Besinnung und geistigen Klarheit. . .
Diese Atmosphäre greift selbstverständlich in das Leben des Mädchens über, läßt es träumen vom höchsten Glück und treibt es in Unglück und Selbstmord. Es lebt in den stärksten Gegensätzen und findet für sein an und für sich starkes Gemütsleben selten die ausgeglichene Klarheit, die seinem Leben allein die Kraft gibt.
Wenn auch diese innere Zerfahrenheit nicht in jedem Mädchenherzen in so starker Form auftritt, so wirst sie doch immerhin ihre Schatten auf seine Entwicklung, Schatten, die je nach Temperament und Charakter, Umgebung und Lektüre, nach Erziehung in Stadt oder Land sich stärker oder schwächer auswirken. Stadt wie Land sind davon betroffen, denn „Großstadt" ist heute kein abgezirkelter Kreis mehr, sondern eine „Gesinnung", die mehr oder weniger auch schon auf das Land übergegriffen hat.
Auf jeden Fall ist es klar, daß die innere Haltlosigkeit und Unsicherheit im Mädchenherzen wächst. Eine Orientierung ist für das Mädchen umso schwerer, weil es noch nicht hineingewachsen ist in die Wertgebiete der Erwachsenen, weil vielfach die religiös-sittliche Führung versagt oder nicht Macht oder Gegeneinfluß genug aufweist.
v. Dr. Sch.
Wen hast du Neber?
Von Franz Schaue r-Hamburg.
„Wen hast du lieber, den Papa oder die Mama", wie oft wird nicht diese Frage an ein Kind gerichtet, sei es nun im Beisein der Eltern oder sei es irgendwo anders! Aber keine Frage ist pädagogisch ungeschickter wie diese, denn jedes Kind, an das sie gerichtet wird, kommt durch sie in einen Gewissenskonflikt. Es soll eine Entscheidung treffen, deren Tragweite es noch garnicht beurteilen kann, die aber dann bestimmt wird durch gewisse Aeußerlich- keiten, die es zu einer günstigen Stellungnahme nach der
einen ober anderen Seite veranlassen. Wenn der Vater dem Kind irgendetwas mitgebracht hat, während es in der gleichen Stunde van der Mutter wegen einer Ungezogenheit Schelte bekam, wird es selbstverständlich antworten, es habe den Vater lieber. In vielen Fällen ist es auch umgekehrt, weil der Vater den ganzen Tag im Geschäft ist,, die Mutter sich aber zuhause um das Kind kümmern muß. Man kann sich denken, daß ein Vater, dem das Kind im Beisein dritter erklärt, es habe die Mutter lieber, ein wenig verstimmt fein könnte, während es auch keine Mutter gern hören wird, wenn das Kind den Vater varzieht. Warum also diese Frage stellen? Da ist es doch viel gescheiter, dem Kinde von ftühester Jugend auf einzuprägen, daß olle Liebe und Verehrung den Eltern gehört, die es Tag und Nacht betreuen, die nach Kräften für es sorgen und es mit ihrer Liebe umgeben, der Vater draußen in der Welt, wo er den Lebensunterhalt der Familie verdient und die Mutter bei stillem Tun im Hause. Ein Kind, das so erzogen ist, wird der Frage „Wen hast du lieber? verständnislos gegenüberstehen und es wird dann auch ganz folgerichtig antworten, wenn die Frage doch einmal kommen sollte: „Vater und Mutter sind mir gleich lieb."
Die teueren seidenen Strümpfe.
Wie man sie auf einfache Art ausbessern kann.
Bei seidenen, kunstseidenen und Seidenflorstrümpfen sind die Beinlängen oft noch sehr gut erhalten, während die Füße derart zerstopft und zerrissen wurden, daß man sie nicht mehr tragen kann. Nun ist es garnicht schwer diese Strümpfe durch Einsetzen einer neuen Sohle und Spitze wieder tadellos instand zu setzen. Man sieht die angesetzten Teile nicht und selbst in ausgeschnittenen Schuhen können diese reparierten Strümpfe getragen werden.
Bei der Reparatur schneidet man zuerst aus dem Strumpf die Sohle heraus. Die Ferse ist bann an dem herausgeschnittenen Stück gewölbt. Man muß sie nun in der Mitte ber Länge nach durchschneiden, um so das Muster zu bekommen mit dem aus einem alten, in der Farbe passenden Strumpf eine neue Sohle aus den Beinlängen geschnitten wird. Den oberen Teil der Spitze trennt man besonders ab, schneidet nach ihm eine neue Spitze und setzt dieselbe zuerst an. Das neue geschnittene Sohlenteil steppt man an der Ferse zusammen, um so wieder die schöne Rundung der Ferse zu bekommen. Dann heftet man die neue Sohle ein und steppt sie mit der Maschine. Die Nähte schneidet man sauber ab, jedoch nicht zu kurz. Wer sehr empfindlich an den Füßen ist, wird gut daran tun, die Nähte auseinander zu bügeln, um sie dann mit Hexenstichen zu befestigen. Aber meistens kann man sich diese zeitraubende Arbeit sparen.
Hat man zum Einsetzen nicht alte Strümpfe in der gleichen oder ähnlichen Farbe, so sehen auch schwarz angesetzte Sohlen recht sauber aus. Nur auf den Versuch kommt es an! Wer ihn einmal gemacht hat, der wird die Billigkeit und Nützlichkeit des Verfahrens erkennen, das der Frau manche Mark für Neuanschaffung von Strümpfe erspart. Denn wenn man einmal etwas geübt ist, geht das Ausbessern sehr rasch von der Hand. Man kann ungefähr drei paar Strümpfe mit neuen Sohlen versehen, bis man ein paar sehr zerrissene gestopft hat.
Beim ersten Versuch empfiehlt es sich weniger gute Strümpfe zum Probieren zu verwenden, bis man einmal praktisch festgestellt hat, wie die Sache geht. Hat man die Strumpfreparatur jedoch erst versucht, geht sie rasch und tadellos von der Hand. E. M.
Ein paar echl französische Rezepte.
Von Greta Oehlschläger.
Die französische Küche erfreut sich mit Recht besonderer Beliebtheit auf der ganzen Welt, nur ist es schwer, ihre Besonderheiten nachzuahmen, da echte französische Rezepte nicht ganz leicht zu haben sind. Nachstehend geben mir nun einige Kochanweisungen, die aus der täglichen Praxis der französischen Küche stammen, vielleicht findet manche Hausftau Gefallen daran, umsomehr als sich auf diese Weise eine sicher angenehm empfundene Abwechslung im täglichen Küchenfahrplan ergibt.
Kalbfleisch für Feinschmecker.
Zutaten für drei ober vier Personen: 500 Gramm Kalbfleisch, 30 Gramm Butter, zwei Löffel Olivenöl bester Qualität, ein Löffel gehackter Petersilie, ein Kaffeelöffel Senf, eine Zehe Knoblauch, Salz und Pfeffer, ein Kilo Kartoffeln in Würfel geschnitten und in Butter gedämpft. Zubereitung: Vom Metzger läßt man sich messerrücken- dick Kalbfleischschnitzel schneiden, die man am Vorabend in eine Marinade von zwei Löffeln Olivenöl, das man mit Salz und Pfeffer gewürzt hat, legt. DieStiicke werden öfters vor der Zubereitung gewendet. In einem Bräter läßt man am anderen Tage zwei Löffel Butter und die Hälfte des Olivenöls der Marinade heiß werden, worauf
man die Fleischstücke leicht braun herausbäckt, jedoch ohne mit der Gabel zu stechen, was ungefähr zehn Minuten beansprucht. Eine inzwischen erwärmte Platte bestreicht man mit Knoblauch, gibt Petersilie, Senf, Salz und Pfeffer und den Rest der Marinade auf dieselbe und legt bann das Fleisch darauf. Den Satz, ber sich in der Fleischpfanne bildet, löst man gut mit der Gabel, gibt Fleischbrühe dazu und gießt zum Schluß die Sauce über das Fleisch. Das Ganze rüttelt man gut durcheinander. Gedämpfte Kartoffeln werden heiß dazu serviert.
Huhn in Tomaten.
Ein in der üblichen Weise zubereitetes Huhn wird ht zwölf bis vierzehn Stücke geschnitten. In einem Kasserolle läßt man zwei Löffel Butter zergehen, legt die Hühnerstücke, die man gesalzen hat, hinein, gibt ein paar Pfefferkörner, vier Zwiebeln und ein Dutzend Tomaten, ein halbes Glas Weißwein, ein wenig Fleischbrühe, Petersilie, Thymian, ein Lorbeerblatt hinzu und läßt das Ganze 90 Minuten gut zugedeckt dämpfen, passiert die Sauce und serviert das Ganze sehr heiß mit Maccaroni oder Nudeln.
fiäfeauflauf mit Weißbrot ober Brötchen.
In eine gut eingefettete feuerfeste Form legt man lagenweise geschnittenes Weißbrot oder Brötchen in Scheiben und geriebenen Parmesankäse. Man kann auch geriebenen Schweizerkäse dazu verwenden. Drei Eier werden mit Milch, Salz und Pfeffer tüchtig vermengt, über den Auslauf geschüttet und das Ganze goldgelb gebraten.
Muscheln mit Pilzen gefüllt.
250 Gramm Champignons werden gut geputzt, gewaschen und mit einem Stück frischer Butter gedämpft. Uebrig gebliebenes Fleisch schneidet man in Würfel und bereitet gleichzeittg eine weiße Sauce mit Fleischbrühe oder wenn solche nicht zur Verfügung steht, mit Milch. Pilze und Fleisch werden mit der Sauce gemischt, in Muscheln gefüllt und mit geriebenen Brötchen bestreut. Man brät die Muscheln dann goldgelb im Ofen.
Warum und Wett in der Küche.
Das Ei spielt im Haushalt eine große Rolle und ist ein guter Bekannter; aber wie oft kennt man seine nächsten Bekannten am wenigsten, also schadet es nichts, ein wenig mehr zu wissen.
Das wissen Sie vom Ei?
Warum soll man keine Phantasiepreise für Eier zahlen, bloß weil sie eine weiße oder braune Schale haben?
Weil die Schalenfarbe nichts mit dem Nährwert oder Geschmack der Eier zu tun hat.
Warum klappert ein altes Ei und ist leichter als ein frisches?
Weil die Schale der Eier so porös ist, daß das Wasser aus ihrem Innern mit der Zeit verdunstet.
Warum kann man Eier solange aufbewahren, wenn man sie z. B. durch Wasserglas luftdicht ab» schließt?
Weil bann durch die an sich porösen Eie» schalen nicht mehr mit der Luft Bakterien ins Innere dringen und das Ei verderben können.
Warum sind „weiche" Eier bekömmlicher als „harte"? Weil das Eiweiß um so schwerer zu verdauen ist, je mehr es durchs Kochen gerinnt.
Warum läßt sich Eiweiß nicht mehr zu Schnee schlagen, wenn etwas Eigelb hineingekommen ist?
Weil das Eigelb Fett enthält.
Warum ißt man Eier mit einem Hornlöffel?
Weil das Eigelb Schwefel enthält, das mit Silber eine unangenehm schmeckende Verbindung ergibt, und den Silberlöffel schwärzt. Warum gießt man bei der Zubereitung von verlorenen Eiern etwas Essig ins Wasser?
Weil Säure bas Eiweiß sofort zum Gerinnen bringt.
Warum soll man jeden Teig, der viel Eiweiß enthält, zwar bei mäßiger Hitze, aber schon braun backen?
Weil das Eiweiß im rohen Zustand geschmacklos ist, durchs Backen aber einen sehr feinen Geschmack bekommt.
Gib Deinem Kinde
Du sparst dann Mühe. Sorge Geld.
Ehe-Sprüchlem.
Nach allen Drucken.
Was ist der Ehestand? Er ist ein Vogelhaus;
Die draußen wollen ’nein, die drinnen wollen 'raus.
Welche Frau nit fürchtet Wort so sehr als Schlag, Zu Ehren die nimmer kommen mag.
Eine gescheite Frau läßt den Mann wohl wüten, Aber davor soll sie sich hüten. Daß sie ihn nicht lasse maulen, Sondern den Mund den faulen Durch ein holdselig Gespräch Beizeiten ihm aufbrech.
Goethe über die Ehe.
Die Ehe ist der Anfang und Gipfel aller Kultur. Sie macht den Rohen mild, und der Gebildete hat keine bessere Gelegenheit, seine Milde zu beweisen. Unauflöslich muß die Ehe fein; denn sie bringt so vieles Glück, daß alles einzelne Unglück dagegen gar nicht zu rechnen ist. Und was will man vom Unglück reden? Ungeduld ist es, die den Menschen von Zeit zu Zeit anfällt, und dann beliebt er sich unglücklich zu fühlen. Lasse man bep Augenblick vorübergehen, und man wird sich glücklich preisen, daß ein so lange Bestandenes noch besteht.
Sich zu trennen, gibts gar keinen hinlänglichen Grund. Der menschliche Zustand ist so hoch in Leiden und Freuden gesetzt, daß gar nicht berechnet werden kann, was ein paar Gatten einander schuldig werden. Es ist eine unendliche Schuld, die nur durch Ewigkeit abgetragen werden kann. Unbequem mag es manchmal sein, das giaube ich wohl, und das ist eben recht. Sind wir nicht auch mit dem Gewissen verheiratet, das wir oft gerne los fein möchten, weil es unbequemer ist, als uns je ein Mann ober eine Frau werben könnte?
Cs ist keine Frage, daß bei allen gebildeten Nationen die Frauen im ganzen bas Uebergewicht gewinnen müssen; denn bei einem wechselseitigen Einfluß muß ber Mann weiblicher werben, unb bann verliert er; denn sein Vorteil besteht nicht in gemäßigter, sondern un= gebändigter Kraft. Nimmt dagegen das Weib von dem Manne etwas an, fo gewinnt sie, denn wenn sie ihre übrigen Vorzüge durch Energie erleben kann, fo entsteht ein Wesen, das sich nicht vollkommener denken läßt.
Geh einfach stets, denn viele Hüllen deuten auf Verhülltes. (Grillparzer).
Lerne dankbar stets empfangen unb fröhlich geben.
(Lavater.)
Das beste Mittel gegen den Zorn ist die Verzögerung.
(Seneca.)
Du ziehst hinein, du ziehst hinaus, ein flücht'ger Gast
im eig’nen Haus, drum nimm die Liebe zum Geleit: Sie legt ins Heut die Ewigkeit. (Hertz).
Aussprüche über die Frauen.
Der Philosoph Kant hat gesagt: „Die Natur hat in das-weibliche Geschlecht eine natürliche Anlage zur Kunst gelegt. Der Mann ist geschaffen, über die Natur zu gebieten, das Weib aber, den Mann zu regieren. Zum ersten gehört viel Kraft, zum anderen viel Geschicklichkeit." Der Dichter Friedrich Hebbel meinte: „Man muß dem Weibe keine Rechte, sondern nur Privilegien ein» räumen; sie wollen diese auch lieber als jene." O. Pfleiderer war folgender Ansicht: „Der soziale Beruf ber Frauen liegt vorzugsweise im Familienleben; soweit sie aber nicht in der Lage sind, diesen Beruf, fei es als Hausfrau oder als dienendes Familienmitglied, zu erfüllen, haben sie die Pflicht, auf irgendeinem, ihrem Talent entsprechenden Arbeitsgebiet berufsmäßig zu bienen." Der Geschichtsschreiber von Sybel sagt: „Die Frau, nach ihrem sicheren Empfinben, ist recht eigentlich bas Gewissen des Mannes. Gott möge uns davor bewahren, daß dieser Einfluß an der rechten Stelle uns jemals ermangele."
*
Was Männer tun, posaunt ber Ruhm in späte Zeiten aus, inbes am stillen Herde, nicht bemerkt, im dunklen Schatten ber Bescheibenhett die Frauentugenb tiefe Wurzeln schlägt, unb in dem Säuseln ungestörter Ruh mit sanftem Wehen unsere Hütten kühlt. Stolberg.
Von der Ordnung.
Ordnung hält miteinander alle Dinge. Dante.
« ।
Ordnung hilft haushalten. Schwöb. Sprichwort.
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Halte Ordnung, liebe sie
Ordnung spart dir Zeit und Müh!
Deutscher Sinnspruch.
*
Wir wollen nicht verwerfen die alten Ordnungen, sondern nur ihre Mißbräuche. Joh. Aoentinus.
♦
Ordnung ist das halbe Leben. Deutsch. Sprichwort.
♦
Ordnung und Fleiß
bringt jeder Mühe den Preis . Thür. Sprichwort.
♦
Ordnung beizeiten den Kindern gelehrt
Macht ihnen das Leden oft unbeschwert.
Rheinisches Sprichwort. «
Die Ordnung bient, wie das Gewicht der Uhr. Dante.
*
Nur ber ordentliche Mensch wird es im Leben zu etwas bringen. Ordnung ist die Wegbereiterin des Erfolges. Aus Öen Briefen Fröbels.