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Me sie sich um -en Lorbeer [freiten!

Schenkervertrag.

die den

und des In-

Tarifsenkung im Güterverkehr geplant.

Aus der Verkehrswirtfchafk.

Ausgleich zwischen Eisenbahnen und Kraftwagen. — Der

* Nach dreitägiger Verhandlung wurde vom Schwurgericht Magdeburg der ehemalige Schupowachtmeister Walter Schroeder wegen Totschlags und Diebstahls zu 12 Jahren 2 Monaten Zuchthaus und zur Aberken­nung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren verurteilt. Schroeder, der we­gen dienstlicher Verfehlungen arbeitslos geworden

Wissenschaft und Forschung.

— Die Lahnschiffahrk im Juli. Im Monat Juli ist eine bedeutende Zunahme anTalverfrachtun- g e n auf der Lahn zu beobachten. Es wurden an Gütern verfrachtet: Zu Berg 526 Tonnen (im Juni 844 Tonnen), zu Tal 14 375 Tonnen (12 769), zusammen 14 895 Ton­nen (13 613 Tonnen). Erschleußt wurden im Monat Juli 1931 zu Berg und zu Tal je 125 (115) Güterschiffe,

• Iu den latein amerikanischen Bürgerkriegen wird uns gemeldet: In einem Kampfe mit den Regierungstruppen hat einer der Führer der Aist, ständischen, der General Francisco Peraca, mit zahlreichen Anhängern den Tod gefunden.

Noch in dieser Woche werden für das gesamte deutsche Verkehrswesen wichtige Entscheidungen fallen. Am Frei» tag wird, die Reichsregierung den Vertretern der deut­schen Länder das Gesetz über den Ausgleich zwi­schen Eisenbahn und Kraftwagen vorlegen und alsdann wahrscheinlich durch Notverordnung in Kraft setzen. Gleichzeitig wird der Schenkervertrag über die Neuregelung des Rollfuhrwesens bei der Reichs- bahn in seiner nunmehr geänderten Fassung voraussicht­lich vom Verkehrsminister genehmigt werden.

Die Reichsbahn beabsichtigt, im Güterverkehr erheb­liche Senkungen für die oberen Tarifklaffen vorzunehmen.

fallend war das ungeheuer feste zusammen- geschobene Eis, das selbst um diese Jahreszeit zwischen Nordland und dem a s i a t i s ch en Kontingent lag. Auf der Taymir-Halbinsel wurde die fast unbekannte östliche Hälfte besonders ausgekundschaftet. Es ergab sich, daß nördlich und östlich des langgestreckten Taymirfees sich eine große Bergkette mit Höhen bis zu 1400 Meter Höhe hin­zieht. Die Aufnahmen werden interessantes Mate­rial von diesen entlegenen Gegenden bringen, die bisher nur ein Forscher durchquert hat. Die lieber» querung der Nordinsel von N o w a j a S em ei ja ergab eine ungeheuere Vergletscherung dieser Nordinsel in ihrer ganzen Länge, wo'-ine- gen die Südinsel kein Inlandseis zeigte, abgesehen von Gletschern, die von den Gebirgsstöcken herun­terkommen. — lieber die meteorologischen Beobach­tungen sagte Dr. Eckener, daß das Luftschiff in allen Höhen verhältnismäßighoheTem- peraturen angetroffen habe, in der normalen Fahrthöhe von 500 Meter 6—7 Grad Wärme, in Höhen bis 1200 Meter sogar bis 8)4 Grad Wärme. Im Hochsommer ist also die Atmosphäre auch über der nördlichen Galotte stark erwärmt. Die Feuch­tigkeit der Atmosphäre war relativ außerordentlich gering, bis zu 10—12 Proz. Nur in der niedrigen Nebelzone unmittelbar über dem Wasser war es kühler. Die Fahrt verlief sehr angenehm, über dem Nebel und den niedrigen Wolken erstreckte sich un­unterbrochen blauer Himmel. Das Luftschiff hat erfolgreich eine Schlechtwetterzone an der Barents- See durchbrechen und in ein Schönwettergebiet ein­fliegen können. Der Ansicht, als ob die Arktis ein besonders g ü n st i g e s G e b i e t für die Luftfahrt und als ob Luftfahrzone das geeig­netste Instrument für die wissenschaftliche Erfor­schung der Arktis seien, könne man freilich nur mit

gewissen Vorbehalten beipflichten, da das Luftschiff diesmal sehr günstige Vorbedingungen getroffen habe. Es wäre noch festzustellen, wie sich die Bedingungen in anderen Jahreszeiten ae- stalten. Nebel und Wolken, die bis 80 Metern über den Wasserspiegel herabreichten, können eine ergebnisreiche Forschung mit dem Luftschiff nur allzuleicht ausschließen.

herausgebildet. Sie weiß gar keine andere Pa­role auszugeben, als wie die: „Der Kampf geht weiter!" Die gleiche Parole, die wortwörtlich der „Völkische Beobachter" für die Nationalsozialisten herausgibt. Sie ist unglücklich, daß „von den Par­teien und Organisationen, die offiziell für den Volksentscheid eintraten, bloß eine in der Tat vollständig versagt hat: die Kommuni­stische Partei. Das ist ja ein sehr interessan­tes Bekenntnis eines Blattes, hinter dem größere Schichten auch der I n d u st r i e und Wirtschaft stehen. Was muß man in diesen Kreisen offen­bar an Hoffnungen und Erwartungen an die kommun» st ische Mithilfe geknüpft ha­ben, wenn man sich jetzt so enttäuscht und verär­gert über das „vollständige Versagen" mokiert.

Die „kommunistischen Wähler haben sich an dem Volksentscheid kaum beteiligt", ruft die .^Deutsche Allgemeine Zeitung" empört aus.

Dann sagt sie wieder, die Parteien und Ver­bände rechts vom Zentrum haben sich „ausgezeich­net geschlagen". Der Satz danach lautet indessen dann:

„Aber täuschen wir uns darüber nicht, die Ge­samtzahl der von ihnen aufgebrachten Stimmen ist nicht wesentlich größer als die Gesamtzahl der Stimmen bei der letzten preußi­schen Landtagswahl!"

Und das nennt die „DAZ." „ausgezeichnet qe? schlagen". Aber die „Deutsche Allgemeine Zei­tung" macht sich in letzter Zeit soviel Sorgen um dag Zentrum, so auch wieder unmittelbar in ihrer eben herangezogenen Wahlbetrachtung (Nr. 362 v. 10. Aug.), daß sie ihre Zunge und ihre Erziehung nicht mehr ganz im Zügel hat. Sie wird sich auch schon daran gewöhnen müssen, daß wir uns in dieser Beziehung mit ihr erst dann wieder ernstlich auseinandersetzen, wenn sie sich dem Zentrum gegenüber eines anderen Tones be­fleißigt. Bis dahin mag sie sich ruhig weiter ent­rüsten.

war, hatte im Mai dieses Jahres feiner Wirtin 100 Mark gestohlen und aus Angst, seine Tat könnte entdeckt werden, die Tochter seiner Wirtin, die 23jährige Gertrud Fischer, getötet.

In dem kommunistischen Blatt, „Die Welt am Abend" (Nr. 184, vom 10. August 1931), erklärt demgegenüber die kommunistische Parteileitung:

„Die Nationalsozialisten waren von der Bild­fläche verschwunden."

Was ist nun richtig?

Nun rechnen die Nationalsozialisten aus, daß sie allein über sieben Millionen Stimmen auf­gebracht hätten, und liebevoll versieht der Goeb- bel'sche „Angriff" in Berlin diesen jubelnden Aus­ruf mit dem Untertitel: „Restlose Pleite der KPD. und der Mittelparteien".

Sie allesamt bekommen also den Fußtrittweg.

Dem gegenüber lesen wir nun in der bereits erwähnten kommunistischen „Welt am Abend", daß es nur einen „roten" Volksentscheid gegeben habe!

Mit den Hitlerianern und Hugenbergern ginge es rapid abwärts.

Die Kommunisten reklamieren für sich, die „stärkste Partei in Preußen" zu sein, und dasselbe behauptet für die Nationalsozialisten der Berliner „Angriff", indem er sagt, wenn nach dieser Ab­stimmung eine Neuwahl in Preußen vorgenom­men würde, dann würden die Nationalsozialisten „schon fetzt als die stärkste Partei des Landes" hekvorgehen.

Was ist nun richtig?

Im übrigen wird gerade die nationalsoziali­stische Presse sehr ungemütlich gegenüber den Mit- lelparteien. In der offiziellen Kundgebung der Reichsleitung der N.S.D.A.P. wird der gesamten bürgerlichen Mitte „restloses Verlagen" vorgemorsen.

Und von den Deutschnationalen wird wegwer­fend und hämisch zugleich in der gleichen offiziel­len Kundgebung der nationalsozialistischen Reichs- leitung gesagt:

„Die Deutschnationale Volkspartei hat ungefähr das gehalten, was man von ihr er­warten konnte!"

Die „Erwartungen" der Nazi über die Wahl- Hilfe der Deutschnationalen müssen also offenbar nicht sehr hoch gespannt gewesen fein. Demgegen­über mutet es komisch an, wenn im deutschnatio- naleti Pressedienst, und zwar in den amtlichen Mit­teilungen der Deutschnationalen Volkspartei aus­gerechnet wird, daß die Deutschnationalen und Na­tionalsozialisten „bestimmt über 7,5 wahrscheinlich gegen 8 Millionen der Ja-Stimmen aufgebracht haben!"

Bescheidenheit ist wohl auch hier eine Tugend, die man am besten im Schrank läßt!

Die anderen Parteien, die Deutsche Volkspartei, die Wirtschaftspartei, die verschiedenen Bauern- und sonstigen Gruppen samt den Kommuni­sten werden also mit einer lumpigen Million Stimmen, die noch darüber hinaus erzielt worden ist, abgespeist. Dabei behaupten die Kommuni- •ften. s i e seien doch die Stärksten, und der Volks­entscheid sei ein „roter" gewesen, habe sich auch als solcher bewährt.

Die Nationalsozialisten sind aber nun wirklich sehr böst. In der bereits mehrfach erwähnten Kundgebung der Reichsleitung der NSDAP, wird gesagt, daß die Nationalsozialistische Partei „trotz ihrer Bedenken" - Hört, Hört, Hört! — dem Volksentscheid „voll st e" Unterstützung ge­geben habe.

Bisher haben die Nazi so getan, als sei es ihnen edelste Herzensangelegenheit, diesen Volks­entscheid zu vertreten, und Hitler, der große Mann von Braunau in Oberösterreich, hat sich doch, freilich zum Gaudium der ganzen Welt, als ein Urpreuße gefühlt und betätigt! Nun aber sagt die offizielle nationalsozialistische Kundgebung, die aber diesmal Hitler nicht zu unterzeichnen ris­kierte, daß die Nationalsozialisten ihren eigenen Laden ausmachen. Mit dem andern Parteienmisch- masch wollen sie nichts mehr zu' tun haben, die „Entscheidung im Kampf um die Erneuerung der Nation und um die Gestaltung der deutschen Zu­kunft fällt n u r bei der Nationalsozialistischen Deut­schen Arbeiterpartei und nur durch sie!"

Aber auch in anderen Lagern ist man konfus geworden Ganz besonders bedenkliche Blüten ha­ben sich bei der „Deutschen Allgemeinen Zeitung"

In all dem Ungemütlichen der letzten Tage be­reitet die Lektüre dessen, was die rechts- linksradikale Presse über den Ausgang Volksentsck-eids schreibt, gar manches heitere termezzo.

Belde, die Nationalsozialisten einerseits, Kommunisten andererseits streiten sich um ____

~orbeer In der Kundgebung der Reichsleitung ber N.S.D.A.P. wird „festgestellt", „daß die Kom­munisten fast vollständig dem Volksentscheid fern geblieben sind . . ."

Sie wissenschaftliche Ausbeule der Zeppeliu-Nordlaubsahrk

Interessante Erklärungen vr. Eckeners.

Heber die Fahrt des Luftschiffes „Graf Zeppe­lin" in der Arktis hat Dr. Eckener interessante Angaben gemacht, aus denen wir folgendes hervor­heben: Die Fahrt führte von der Halbinsel Kanin direkt nach Franz-Iosephs-Land, das vom Kap Flora bis zum Kap Fligely in feiner ganzen Länge überquert wurde, von dort etwa auf dem 82. Breitengrad entlang bis nördlich von dem noch halb sagenhaften Nordland, das dann in feiner ganzen Länge überfahren wurde, weiter bis zum östlichen Zipfel des Taymir-Sees auf der Taymir-Halbinsel und von hier auf ziemlich ge­nauen westlichen Kurs bis Dickfon-Hafen an der Mündung des Jenissei, endlich von hier bis zur Nordspitze von Nowaja Semelja und in größerer Höhe über die Gletscher und Gebirgszüge der Nord­insel bis Matotschkin-Sund, durch diesen und quer über die Südinsel und bann nach der Halbinsel Kanin zurück. Das große Viereck zwischen Nowaja-Semelja, Franz-Iosephs- Land und N o r d l a n d wurde also auf seinen Grenzlinien umfahren. Es konnte fest- gestellt werden, daß Bayer und Weyprecht vor nun­mehr 60 Jahren unter den schwierigsten Verhält­nissen und durchweg zutreffender und mustergülti­ger Weise die Hauptumrisse des südlichen Franz- Iosephs-Land festgelegt haben. Einige kleine Un­richtigkeiten stellten sich allerdings heraus, fo z. B. daß zwei von den genannten Forschern kartogra­phierte Inseln nicht bestehen und daß an die Stelle, der einen Insel eine Halbinsel zu treten hat. Das Gebiet im Norden von Franz-Iosephs-Land konnte aus einer Höhe von 1100 Metern photogra­phisch genau festgelegt werden. Auf der Fahrt von Kap Fligely bis nördlich von Nordland ergab sich ein­wandfrei, daß nördlich und südlich dieser Route sich neue noch unbekannte Inseln nicht befinden. Mit der Nordspitze von Nordland scheint die nördlich st e Erstreckung des asiati- chenFestlandes unter etwa 81)4 Grad nörd­licher Breite erreicht zu sein. Nordland besteht aus zwei Inseln, einer kleineren südlichen und einer größeren nördlichen. Die letztere ist in großartiger Weise übergletschert und von Gebirgen von etwa 1200 Meter Höhe durchzogen. Die Westküste ist buchtenreich mit steil abfallender Eiswand. Auf-

Aulo gegen Zug.

4 Personen getötet. — 1 schwerverletzt.

Ein schweres Automobilunglück hat sich Diens­tag nachmittag in Ppern ereignet. Ein mit 5 Per­sonen besetztes Automobil stieß an einer Uebersüh- rung mit dem Zuge Ppern-Comines zusammen. 4 Personen wurden auf der Stelle getötet, während die 5. schwere Verletzungen da­von trug. _______________

* Nautilus seht seine Polarfahrt fort. Kapi­tän Wilkins erklärte einem Pressevertreter, der an Bord des Nautilus gekommen war, während das Boot nördlich von Tromfö trieb, es sei garnichrs besonderes vorgefallen. Das Boot habe angehal­ten, um vor der Fahrt in die arktischen Gewässer die Akkumulatoren zu laden und die Ventile eines der Motoren in Ordnung zu bringen. Alles sei wohl an Bord. — Am Mittwochnachmittag ist das Unterseeboot „Nautilus", das nach den letzten Mel­dungen nördlich von Tromfö trieb, mit voller Ge­schwindigkeit wieder nordwärts gefahren.

* Neue Cholerafälle in Mesopotamien. Der Cholera, die — wie bereits gemeldet — in Basra vor etwa zehn Tagen ausgebrochen ist und schon 16 Menschenleben gefordert hat, sind nach neuesten Be­richten 18 weitere Personen zum Opfer gefallen. __________________

je 119 (97) Motorpersonenboote sowie 52 (30) Sportfahr- zeuge zu Berg und 924 (404) Sportsahrzeuge zu Tal.

— Seife aus Reisschalen. Die Schalen des Reifes galten bisher als nutzlose Abfälle, die meist verfeuert wurden. Jetzt ist es nach dem Berner „Bund" einem amerikanischen Laboratorium gelungen, Seifenpulver aus Reisschalen herzustellen. Die Versuche haben er­geben, daß der Wert der Reisschalen als Reifenrohstoff (aus dem sich Badeseife Herstellen läßt) größer ist, als der Reiswert selbst.____

Kunst und Literatur.

Die hessischen Büchnerpreisträger 1931.

Die Wahl der Preisträger für den diesjährigen Georg- Büchner-Preis des Landes Hessen ist auf den Kunstmaler Alexander Posch und den Komponisten Hans S i m- so n, beide in Darmstadt, gefallen.

Die feierliche Ueberreichung der Preise und der Ur­kunden fand am Vorabend des Derfassungstages im Staatsnunifterium durch Staatspräsident Dr. Adelung statt.

*

Alexander Posch, 1890 in Schönberg bei Dens­heim geboren, stammt aus einer kinderreichen Arbeiter­familie. Nachdem er die Volksschule in Darmstadt ver­lassen hatte, kam er in die Lehre eines Glasmalers. Mit Hilfe von Stipendien besuchte er die Kunstschule Adolf Beyers in Darmstadt und die Kunstgewerbeschule in München. Nach dem Kriege begann er mit Oelfarben zu malen. Heute ist fein Name schon weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt.

Hans Simon wurde 1897 als Sohn eines Beamten in Darmstadt geboren. Nach der Absolvierung des Darm­städter Realgymnasiums studierte er Musik im Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt a. M. Dann begann für ihn ein unstetes Wanderleben als Theaterkapellmeister. Heute ist er wieder in seiner Vaterstadt seßhaft, die vor kurzem Zeuge feines letzten großen Erfolges (Urauffüh­rung der heiteren Oper „Valerio") wurde.

Amllichevekannlmachungeu. Fulda.

I. Nr. L. 3315.

Der Bezirksausschuß zu Kassel hat für das Jahr 1931 die Schonzeit für männliche Rehkälber auf dos ganze Jahr und für weibliche Rehkälber auf den Monat No­vember ausgedehnt.

Diese Anordnung gilt jedoch hinsichtlich der weiblichen Rehkälber nicht für nachbezeichnete Bezirke des Land­kreises Fulda:

Fulda-Süd für den gesamten Staatswald, Fulda-Nord für den gesamten Staatswald, Großenlüder für den gesamten Staatswald, Neuhof-West für den gesamten Staatswald mit den angeschloffenen Jagdenklaven,

Mackenzell für die Försterei Steinhaus.

In diesen besonders genannten Bezirken ist also die Jagd auf weibliche Rehkälber in den Monaten November und Dezember erlaubt.

F u l d a, den 7. August 1931.

Der Landrak:

I. V.: Dr. Stachels, Regierungs-Affeffor.

Bekanntmachung.

Am 16. August ds. 3s«. von 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags findet im Saale des hiesigen Rat­hauses die Abstimmung zum Gemeindeentscheid über Skadkratsauflösung statt.

Die hiesige Gemeinde bildet einen Stimmbezirk.

Die Sttmmzettel sind amtlich hergestellt und werden am Abstimmungstage im Abstimmungsraum den Stimm» berechtigten ausgehändigt.

Stimmberechtigt find alle am 16. August ds. 3s. über 20 Jahre alte und über 6 Monate im Gemeindebezirk wohnenden Männer und Frauen. Das Stimmrecht ist persönlich auszuüben. Abstimmen kann nur, wer in die Stimmliste eingetragen ist.

Die Abstimmung erfolgt getrennt nach Geschlechtem.

Die Stimmabgabe erfolgt durch Einzeichnung eines Kreuzes oder ähnlichen Zeichens in den Kreis des Stimm­zettels für Ja oder Nein. Stimmzettel, die dieser Vor­schrift nicht enffprechen, sind ungültig.

Abstimmungsleiter ist der unterzeichnete Beigeordnete und als Stellvertreter Stadtkämmerer Joseph Deschauer.

Geisa, den 10. August 1931.

Der Skadkvorstand: A. Dittmer, Beigeordneter.

Hochzeiksfeft im lö.Iahrhunderk

Don Friedrich Z o e p f L

Jede Hochzeit war ein großes Volksfest. Bei fürst­lichen Hochzeiten erschienen oft 200—300 Gäste, biswei­len der ganze Adel des Landes. Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz benötigte bei feiner Vermählung mit Maria Markg^äf'.n o. Brandenburgs, . ach 1537 allein für die männlick-en Gäste 50 Tafeln. Der M"gt t" rger Rat begrenzte 1544 die Zahl der Hochzeitsgäste: zu pa- trizifchen Hochzeiten dürften nicht mehr als 72 Personen, zu den Hochzeiten der vornehmsten ' ufleute nick'» "ber 60, zu den Hochzeiten der Handwerker und gemeinen Bürger nicht über 40, zu Hochzeiten von Knechten und Mägden nur 18 Personen geladen werden. Nicht besser war es im Süden des Reiches. Hippolyt Guarinoni, Stadt- und Stiftsarzt zu Hall in Tirol, macht seinen Zeitgenossen Vorhlt, daß auch die geringsten Handwerker bis in die sechs, sieben oder acht Tafeln voll Hochzeits- gäfte hätten.

„Etlich Obrigkeit", fährt Guarinoni ironffch weiter, „die sich auff den Fraß nit nach dem beßten verstehen und noch die fraß Regien nicht recht gelernet haben noch lernen möllert", hätten vor kurzer Zett solchen Hoch­zeitsfraß eingestellt und „sonderlich den Wirthen und Fraßmeistern, so den beßten Nutz auß diser Fraßthor- heit klauben und einräumen, ein Ziat eingeleot". Dieser „Fraßthorheit", die sozial und sittlich so verderblich war, einen Zügel anzulegen, haben noch viele andere Obrigkei- ten versucht. Der Magdeburger Rat schrieb z. B. in der schon erwähnten Verordnung von 1544 genau die Zahl der Mahlzeiten und Gänge vor, die bei einer Hochzeit verabreicht werden dürften. Bei den Hochzeiten der Pa­trizier, Kaufleute und Handwerker dürsten zwei Mahl­zeiten gegeben werden, mittags und abends, bei Hoch­zeiten von Dienstboten nur eine Abendmahlzeit. Jede Mahlzeit dürfe nur aus drei Gerichten bestehen. An Getränken dürfe man den Gästen Bier, rheinische oder fränkische Weine Dorfeben, dagegen kein-"-'-! Süßweine: „diese wollen sich die Bürgermeister von Rats wegen bet Verlobungen, Hochzeiten, Gastereien, auch sonst bet Ver­

ehrungen gegen Fremde Vorbehalten". Einen ganzen Katalog der Mißbräuche, die das hochzeitliche Mahl zu einem Abscheu für alle ehrlichen Leute machten, liefert uns Magister Cyriakus Spangenberg im Tal Mansfeld in der vierundoierzigsten seiner siebzig Brautpredigten (Eisleben 1562). Einleitend beklagt er es, daß das Hoch­zeitsmahl vom Hause in die Wirtschaft verlegt worden sei und daß sich die Gäste mit „Gefresse und Geseuse" gegenseitig zu überbieten trachteten. Dann legt er ge­gen die Mißbräuche heim Hochzeitsmahl los. Erstlich: weil viele Gäste nicht zur Trauung in die Kirche kom­men oder während der Predigt wieder davonlaufen, kommen sie lange nicht zu Tische, was dann viel Aerger unter den Geladenen erregt. Zum anderen: junge Ge­sellen und junge Eheleute setzen sich „oben an zu Tische", statt daß sie die äUeren Gäste bedienen; und wenn sie bedienen, fo machen sie sich um die Frauen und Jung­frauen herum und belästigen diese „mit unhüpschen Wor­ten und unzüchtigen Reden". Zum dritten: tft kein Kirchendiener auf der Hochzeit, „so fallet man on gebet in die Speise wie die unvernünftigen Sewe zum Tröge". Zum vierten: die Eltern ziehen einen ganzen Schwarm Kinder mit sich auf die Hochzeit; nicht nur werden da­durch die Kinder von der Schule abgehalten, sie sehen und hören auf den Hochzeiten meist nur Schlechtes. „Wenn der Teufel selbst eine eigene Bubenschule anrich­tet, so wüste ich nicht, ob die Kinder mehr Untugend darinnen lernen köndten, denn auff den Wirffchafsten jetziger Zeit." Zum fünften: gar eine grobe Unver- nunft fei es, daß manche Eltern auch noch den Kindern zu Hause von allen Trachten und Gerichten einen Anteil schicken; „daher kömpts auch, das man keine schüffel vol gnug machen kan". Zum sechsten: wenn der Bräutigam „nach alter deutscher Höflichkeit" von Tisch zu Tisch geht und durch einen der Werber (gleich Hochzeitslcüter) die Gäste auffordert, es sich fröhlich zu machen, glaubt jeder, er müsse dem Bräutigam „ein gantzes oder ein halbes bringen"; das Ende sei, daß der Bräutigam bezecht werde. Zum siebten: wenn man einem schönen Brauch folgend, „von wegen der armen Leute die Büchsse (effet über die Tische tragen", so ist mancher viel eher geneigt, Gauklern und Spielleuten zu geben als dem armen

Lazaro. Das unnütze Bettlergesindel, das sich vor dem Wirtshaus herumtreibe und nur darauf warte, „Kan- deln, Teller, Schüsseln oder so etwas zu stehlen", solle unbarmherzig weggewiesen werden. Zum achten: statt wie ftüher Sänger, Harfen, Leiern, Lauten, Geigen oder Pfeifen zur Erheiterung der Gäste zu verwenden, gebrauche man jetzt gemeiniglich die Trommel, die doch mehr zum Kriege denn zur Fröhlichkeit gerichtet sei, und mache damit den Gästen mehr Beschwerde denn Kurz­well. Zum neunten: das lange „Tischen" soll nicht ge­duldet werden; es sei vielen, namentlich den Alten und Schwängern beschwerlich, dem jungen Volk aber nach­teilig. Zum zebnten: gegen den großen Ueberfluß an Kuchen sollte die Obrigkeit einschreiten. Zum elften: ein „ganz nutzloser Pracht" werde getrieben „mit den Schauessen von Wachs, Bildwerk und anderer Matena zugerichtet, deren man nicht genießen noch davon essen kann". Damit man große Herren prangen und beosorge, daß nicht einmal unser lieber Herr uns ein Schauessen anrichte: Hagel, Feuer, Blitz, Donner, Sturmwind und dergleichen. Sparmenberg rüof im .9-titfe feiner Predigt nonoch etlicher Bräuche, „so nach geschehener Mahlzeit fürfallen". Erstlich- will ihm bas Brauthuhn nicht be­hagen, das ist „ein Bildnis von Butter, Wachs oder sonst feinem Stoff) zugericht", das nach Beendigung des Mahles in einer Schüssel herumgereicht werde und nur dazu diene, die Hochzeit hinauszuschieben. Die Magde­burger Hochzeitsordnung von 1544 schaffte mit einem gemessenen Befehl, „das mit Fähnchen geschmückte Brauthuhn" ab. Zum anderen: nach dem Mahl werde das Becken herumgereicht, in das jeder Gast dem Bräu­tigam seine Verehrung einlege. Früher habe dieses Geschenk den Zweck gehabt, dem jungen Ehepaar über ben schwierigen Anfang hinwegzuhelfen. Jetzt bewachte man den halben Taler ober halben Gulden, den man opfere, als eine Entschädigung für tue Teilnahme am Hochzeitsmahl, esse und winke aber so unbändig, daß der Bräutigam von dem Geschenk mehr Schaden als Nutzen habe. Zum dritten: nach ber Verehrung gehe man zum Tanz; ber Hochzeitstanz sei aber mit so vielen Mißbräuchen überwuchert, daß er in einer eigenen Pre- digt behandelt werden müsse. Zum vierten; viele gehen

nicht zum Tanz und bleiben sitzen; aber sie beginnen nun „aus freiem Fürsatz" ein derartig tolles Wettsaufen daß man glaube, nicht mehr Menschen vor sich zu haben, sondern „recht grobe, garstige, unflätige Säue; andere fangen an zu spielen und einander das Geld abzugewin- nen; wieder andere erlustigen sich an Gauklern, Stock­narren, Hämmerlingsknechten (gleich Possenreißern) und ihren unzüchtigen Spässen" zum höchsten Aergernis der umstehenden Jugend.

*) Leseprobe aus dem 2. Band ber „Drutsch en Kulturgeschichte" von Friedrich Zoepfl. Verlag Herder in Freiburg im Breisgau. (Mit vielen Bildern. Lex.-8°. 734 Seiten. 28 Mark). Dieser 2. Band bildet den Abschluß des prachtvollen, im besten Sinn« volkstürnlichen Werkes. Er erzählt die beuffche Kultur­geschichte vom Humanismus burch die ganzen letzten Jahrhunderte bis zur Gegenwart.

— Der Aekna als Sraflquelle. Die verheerenden Kräfte des Aetna, die erst jüngst wieder blühende Ort­schaften und Felder vernichtet haben, sollen in einer nicht zu fernen Zukunft dem Menschen dienstbar gemacht werden. Wenigstens hofft man dies in Italien, wo vor kurzem ein besonderer Ausschuß von Gelehrten und Sachverständigen gebildet und nach Sizilien gesandt wurde, um zu untersuchen, wie man die feurigen, unter­irdischen Kräfte bändigen und in elektrischen Strom umwandeln kann. Sollle der jetzt noch als sehr kühn erscheinende Plan gelingen, fo würde dies für die wirt­schaftliche Zukunft des Apenninenreiches von allergrößter Bedeutung werden. Hat doch das unter Leitung des be­kannten Professors Ponte stehende Aetna-Observatorium berechnet, daß die bet dem letzten Ausbruch ausgeworfene Lava fo viel Hitze enthielt, baß man mit dem daraus ge- wonenen elektrischen Strom ganz Italien vier Jahr« lang versorgen könnte. Eine Hauptschwierigkeit bildet bei allen derartigen Plänen die große Unregelmäßigkeit der Vulkantätigkeit, da man sich über die Kräfte, welche die Spannung der vulkanischen Dämpfe und den Druck der feurigen Lavamassen beeinflussen, noch keineswegs klar ist.

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