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| Dienstag, 11. August 1931. |

Mrg. 58.

Nr. 183

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Vernunft siegt über Kommunisten und Nationalisten

Dee Volksentscheid blieb mit 37,1 Prozent auf der Strecke.

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

Anerwartek starke Beteiligung der Kommunisten in den Industrie-Großstädten. 2 Polizei-Hauptleute in Berlin von Kommunisten ermordet. Ein verbrecherischer Anschlag auf den Franksurk-Serliner v.-Zug. Die Auspeitschung der Parteileidenschasken durch den Stahlhelm-Volksentscheid hak bluttge Folgen gehabt. Soll es seht besser merdeu?

Obgleich nach allen Meldungen, die aus den verschiedensten Großstädten vorliegen und die wir auch örtlich bestätigt finden, die Kommun^ st en in sehr großer Zahl bei demnationalen Volksentscheid mitgestimmt haben, ist die erfor­derliche Zahl von 13,4 Mill. Stimmen lange nicht erreicht. Es fehlen über 3 Mill. Stim­men Die ganze Veranstaltung war also ver­gebens Auch diesem Volksentscheid ist es ge­gangen wie den beiden früheren (Fürsten-Ente'.g- nung und Freiheitsgeseß). Er ist gescheitert. Viel Geld, viel Kraft sind vertan. Das schlimmste ist, daß Volksbegehren und Volksent­scheid, beide gegen die preußische Re­gierung gerichtet und vomStahlhelm eingeleitet, monatelang das deutsche Volk in hef- tigsten Parteizwist gestürzt haben. Je­der normale Mensch hätte einsehen müssen, daß in dem Augenblick, da die deutschen Staatsmänner sich um eine Verbesserung der außenpolitischen Lage unseres Vaterlandes heiß bemühen, der innere Hader in Deutschland hätte schweigen müs­sen. Die maßlosen Singriffe der Radikalen muß­ten selbstverständlich die erforderliche Ab­wehr auslösen und so verschärfte sich die poli­tischen Spannung von Tag zu Tag. Am Sonn­tag hat sich die Spannung dann vielfach in bluti­gen Zusammenstößen entladen und der Tag meist Vergleichszahlen auf, die mit jedem mexika­nischen Bürgerkrieg in Wettbewerb tre­ten können. Soweit ist es in Deutschland, diesem Land stolzer Kultur und Zivilisa­tion, gekommen! Hoffentlich werden jetzt die Regierungen in Reich und Länder mit erhöh­tem Nachdruck für Ordnung sorgen. Der 9. Slugust hat erwiesen: die weit über­wiegende Mehrheit des Volkes steht hinter der auf Ordnung und Aufbau bedachten Regierungsgewalt.

Stimmen ans Amerika.

wtb. Neuyork, 10. August. (Eig. Meld.) Die Morgenblätter, die das Ergebnis des Volksent­scheids in großer Aufmachung bringen, he­ben hervor, daß die Abstimmung offenbar die empfindliche Niederlage des extremen Nationalismus dar st eile und möglicher­weise ein Abflauen dieser Bewegung andeute. Herald Tribüne" bezeichnet in seinem Leitartikel das Abstimmultgsergebnis als die aufmunterndste Nachricht, die die vom Schicksal heimgesuchte Welt­gemeinschaft seit langer Zeit erhallten habe. Diese Nachricht werde alle Kräfte stärken, die für d i e Ordnu ng, den Frieden und die wirt­schaftliche Erholung Europas und damit der ganzen West arbeiten. Das deutsche Volk ver­diene für diesen SiegdernüchternenUe bel­l' egung die rechte Anerkennung. Es sei keine Uebertreibung, wenn man sage, die gestrige Abstimmung biete den besten Beweis dafür, daß Deutschland die demokratischeRegie- rungsweise würdige. Hiermit höre die Re­gierung Brüning auf, eine Minderheitsregierung zu sein. Wenn das Ergebnis bereits eine Verbes­serung der inneren Lage Deutschlands darstelle, so stärke es noch viel mehr die Hoffnung auf eine ausländische Hilfe für Deutsch - land. Das vorliegende Abstimmungsergebnis fei das Zeichen, aus das die ausländischen Bankiers gewartet hätten. Besondere Be­deutung habe die Entscheidung für Frankreich gebracht. Der Ausfall der Abstimmung sollte die französische Regierung zu neuen Bemühungen ver­anlassen, um eine Verständigung mit Deutschland zu erreichen. Die Sicherheit Euro­pas hänge schließlich von einem erträglichen Ver­hältnis zwischen Frankreich und Deutschland ab. Jeder Freund Frankreichs hasse hier, daß Laval doch noch einen Ausweg finden werde, wo alle anderen versagt hätten. Deutschland hätte gestern die beste Voraussetzung für erneute Bemühungen dieser Art geliefert.

Was man in England sagt.

wtb. London, 10. Slug. (Eig. Meldg.). Der römische Korrespondent derTimes" schreibt j$u dem Besuch der deutschen Staatsmänner in Ita­lien: Schon die Tatsache, daß Mussolini die Ein­ladung, als Gast der deutschen Regierung nach Berlin zu gehen, angenommen habe, sei ein bemerkenswertes Zeugnis für den Erfolg der deutsch-italienischen Besprechungen: habe sich doch Mussolini während der letzten Jahre von allen internationalen Zusammenkünften au­ßerhalb Italiens ferngehalten. Beide Länder, so meint er weiter, seien bestrebt gewe­sen, zu betonen, daß das freundschaftliche Einver­nehmen nicht gegen irgendeine anbere Macht gerichtet ist und Italien wurde em An­näherung zwischen Deutschland und Frankreich be­grüßen. '

Jeder will der Tüchkixste -wesen sein . ..

Aus dem nationalsozialistischen _Braunen Haus" in München wird erklärt, daß man dort schon immer gesagt habe: der Volksentscheid des Stahlhelms geht schief. Immerhin hätten nicht die Kommunisten die Stimmen aufgebracht, son­dern von den rund 10 Millionen Ja-Stimmen

Am TNonlag morgen lag folgendes vorläufiges amtliches Gesamtergebnis vor: wtb. Berlin, den 10. 8. (Eig. Meldung).

Ja-Stimmen 9793 603

Nein-Slimmen 362 885

Ungültig rund 236000

Stimmberechtigte 26399885

37,1 Prozent.

stammten 67 Millionen von den Nationalsoziali­sten. Nach dem Ergebnis dieser Abstimmung würde die N. S. D. A. P. aus einer Neuwahl in Preu­ßen schon heute als die stärkste Partei des Landes hervorgehen.

Zweck-Optimismus!

Betfaffungsfeiet des Reichsbanners.

Aus Koblenz wirb gemeldet: Die Bundes- Verfassungsfeier des Reichsbanners Schwarz-Rat- Golb sah 60000 Teilnehmer in den Mauern der Stadt. Die Feier wurde am Samstagabend einge­leitet mit einer Kundgebung am Deutschen Eck, Bet der der preußische Wohlfahrtsminister H i r t s i e f e r die Festansprache hielt. Der Minister wies darauf hin, daß, solange es in Deutschland Kampf- und Wehrverbände gegen den Staat gebe, die Republikaner das absolute Recht hätten, Verbände für den Staat zu gründen, die dem Jn- und Ausland zeigten, daß es in Deutschland Män­ner gebe, die begeistert für den Stqat eintreten. Das fei der Sinn des Zusammen­schlusses int Reichsbanner.

Der Sonntag begann mit einer Ehrung der Kriegsgefallenen auf dem Ehrenfriedhof, wobei

Generalvon Deimling die Gedenkrede hielt.

In einer anschließenden Kundgebung in der Stadthalle hielt Innenminister S e v e r i n g eine Rede. Er betonte, das Reichsbanner wolle gerade in Koblenz Zeugnis ablegen davon, daß es im Sinne der Mahnungen Steins das deutsche Dost einigen wolle in allen seinen Stämmen. Dem deutschen Vost könne nur geholfen werden, wenn dem Dolkskörper selbst das Gift der partei­politischen Ueberspitzung entzogen werde. Der beste Grenzschutz für ums sei der Frie­denswille des deutschen Volkes. Diesen Frie­denswillen müsse man gerade hier im Westen betonen.

Aus dem Ekemens-Platz hatten inzwischen die Scharen der Reichsbannerleute Aufstellung genom­men. Nachdem hier der Bundesvorsitzende Hörsing tn längerer Rede seine Ziele auseinandergesetzt hatte, ergriff das Mitglied der franzö si s ch en Deputiertenkammer Grumbach das Wort zu Aus­führungen über den Weltfrieden, die 6et1 den Versammelten begeisterten Widerhall fanden. Nach Beendigung der Kundgebung zogen die For­mationen in Ordnung durch die Stadt, um wieder in ihre Heimat abzurücken. Der Vorbeimarsch dauerte etwa zwei Stunden.

Der Kanzler ist aus Rom zurück.

Die letzten Ereignisse des Besuches in Italien. Das Echo.

wtb. Berlin, 10. August. (Eigene Meldung.) Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius trafen Montag vormittag um 7,36 Uhr in Begleitung des italienischen Botschafters Orseni Baroni mit dem fahrplanmäßigen Zuge a u f dem Anhalter Bahnhof ein.

*

Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußen­minister Dr. Curttus sind Samstag abend 21.40 Uhr mit dem von der italienischen Regierung wie­derum zur Verfügung gestellten Ministerpräsidenten­zug von Rom nach Berlin abgereist. Zum Abschied waren erschienen der italienische Außenminister Granin in Begleitung einer größeren Anzahl höhe­rer Beamter und Botschafter von Schubert mit dem vollständigen Botschaftspersonal. Außerdem hatten sich eingefunden deutsche und ausländische Pressevertreter und Mitglieder der deutschen Kolonie.

*

In der Sonntagsnummer des Berliner Börsen- eourier veröffentlicht der italienische Ministerprä­sident Mussolini einen ArtikelZwang zu gemeinsamer Tat" (Die Wirtschaftsnot als Frie­densstifter). Der Verfasser weist darauf hin, daß die führenden Völker 13 Jahre nach dem größten aller Kriege sich zu einer machtvollen Kraft- anstrengung vereinen, um eine Zeit der i n t er» nationalen Ruhe herbeizuführen. Zwar seien, so legt Mussolini dar, noch nicht alle Hindernisse beseitigt, aber man dürfe sich ermutigt fühlen, wenn man sehe, daß wir uns zu dem Willen durchgerungen haben, eine echte Epoche des Friedens zu verwirklichen. Wenn man sich diese Verwandlung nach 13 Jahren des Ee- schwätz es vor Augen halte, wäre man fast versucht, den Tag zu segnen, an welchem einzelne Mächte wirtschaftlich zusammentraten, aus welcher Situation heraus die Welt zur Besinnung und zu der Erkenntnis kam, daß das ganze törichte Ziel mit wirtschaftlichem Untergang unter der La st der Militärausgaben und mit nationaler Selbstaufgabe enden würde, wenn es so weiter ginge wie bisher. Der italienische Mini­sterpräsident führt weiter aus: Das Bestreben irgendeiner starken See- oder Landmacht, sich selbst zum Schiedsrichter einzusetzen und in der Welt eine Vormachtstellung zur See oder zu Lande zu beanspruchen, könne nicht noch einmal geduldet werden. Vormachtstellung münde früher oder später in Aufrechterhaltung der veralteten Methode des europäischen Gleichgewichts. Man brauche eine ehrliche Ab rüstun g s p o l itik, die alle veranlasse, chre Wehrmacht auf Poli -

zei stärke zu beschränken. Auf diesem Gedanken habe Italien seine Vorschläge aufgebaut. Italien sei bereit, die niedrigste Bewaffnungsziffer anzu­nehmen, sogar höchstens 1OOO0 Gewehre, wenn kein anderes Volk mehr habe. Mussolini schließt seinen Artikel mit den Worten: Wenn Friede und Wohlstand wiederkehren sollen, müsse die Welt dahin gebracht werden, sich besser zu ver­stehen.

Aus Rom wird gemeldet:

Nach dem Abschluß der politischen Besprechun­gen hat am Samstag mittag Reichskanzler Dr. Brüning zu Ehren des Chefs der italienischen Re­gierung, Mussolini, auf der deutschen Botschaft ein Frühstück gegeben, zu dem sämtliche in Rom anwesenden italienischen Minister und andere hochstehende Persönlichkeiten sowie die Botschafts­mitglieder geladen waren. Mussolini verließ nach sehr herzlichem Abschied vom Reichskanzler und Reichsaußenminister die Botschaft.

In den Nachmittagsstunden des Samstag machte der Reichskanzler in Begleitung von Botschafter v. Schubert einen Ausflug über die Via Appia in die Albaner Berge. Abends 18 Uhr wurden Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenmini- fter Dr. Curtius nach dem für Regierungshäppter üblichen Zeremoniell im Vatikan empfan­gen. Sie statteten nacheinander zunächst Kardi­nalstaatssekretär Pacelli einen Besuch ab, worauf ihnen der Papst ebenfalls längere Privataudienzen gewährte, die sehr herzlich verlaufen sind.

Nach dem Verlassen des Vatikans begaben sich Dr. Brüning und Dr. Curtius zu einem auf der deutschen Botschaft beim Vatikan veranstalteten Abendessen, an dem auch Kardinalstaatssekretär Pacelli teilnahm.

Sitzung des Reichskabinetts.

CNB. Berlin. 10. Slug. (Eig. Meld.). Das Reichskabinett ist heute mittag zusammengetreten. Wie wir erfahren, werden Reichskanzler Dr. Brü­ning und Reichsminister Dr. Curtius über ih­ren Besuch in Rom berichten. Das Kabinett wird sich außerdem mit der Frage der etwaigen Abänderung der Pressenotverordnung vom 17. 7. beschäftigen, die heute endgültig geregelt werden soll.

CNB. Berlin. 10. Slug. (Eig. Meld.). Der ge­schäftsführende Vorstand der deutschen Zentrums­partei tritt Mittwochvormittag im Reichstage zu­sammen. An dieser Sitzung nehmen neben den dem Zentrum angehörenden Reichsminister auch

die preußischen Minister teil. Die Besprechungen gelten der allgemeinen politischen Lage. Eine be­sondere Rolle wird in diesen Besprechungen auch der Ausgang des Volksentscheids spie­len.

wtb. Berlin, 10. August. (Eig. Meld.) Der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, daß die bisherige Zählung 9 793 603 Ja-Stimmen in ganz Preußen ergeben hat.

Der französische Botschafter in Berlin.

Der Wechsel in der bulgarischen Gesandtschaft.

cnb. Berlin, 10. August. (Eig. Meld.) Wie wir erfahren, ist das von der französischen Re­gierung nachgesuchte Agrement für Unterstaats­sekretär Francois Poncet, der den Botschafter de Margerie in Berlin ablösen soll, von der Reichs­regierung erteilt worden. Ebenso ist das von der bulgarischen Regierung nachgesuchte Agrement für ihren bisherigen Gesandten in Bukarest, Pomenoß, der an Stelle des Gesandten Popoff die Berliner Gesandtschaft übernehmen wird, erteilt worden.

* Bürgermeister Walker von Rewyork in Bre­merhafen eingetroffen. Mit dem Schnelldamp­ferBremen" des Norddeutschen Lloyd traf Mon. tag morgen James I. Walker, der Bürgermeister Newyorks in Bremerhasen ein. In Begleitung Walkers befanden sich Dr. W. M. Schröder jun., der Leiter der Newyorker Gesundheitsbehörde und George Collins, der Privatsekretär des Bürger­meisters. Walker wurde an Bord des Schnell­dampfersBremen" von Präsident h. c. Philipp Hinken und Direktor Adolfs Stabtlenberger na­mens des Norddeutschen Lloyd begrüßt.

Wie hoch ist unser Geldumlauf?

Die Maßnahmen des Reiches haben ihr Ziel nicht verfehlt: der Weg aus dem Engpaß der Zahlungsmittelschwierigkeiten ist gebahnt, der Strom des Geldes ist wieder ins Fließen gebracht. Nun gilt es, dafür Sorge zu tragen, das Ver­trauen in die Zukunft unseres Wirtschaftslebens zu stärken und auf die Dauer zu festigen. Ver­trauen ist der Wegbereiter jedes wirtschaftlichen Aufstiegs. Es ist daher von größter Bedeutung, daß Ruhe und Selbstbesinnung im deutschen Volk wiederkehren. Die völlig unbegründete Furch» vor einer Geldentwertung, diese Furcht vor ein­gebildeten Jnflationsgesahren, ist abgeklungen. Was not tut, ist, der Wiederkehr einer solchen Massenangst vorzubeugen.

Feste, zuverlässige Dämme insbesondere die Organisation der Reichsbank, ihre vollständige Trennung von den Staatsfinanzen, die strengen Vorschriften über die Notenausgabe, die scharfen Abwehrmittel der Diskont- und Kreditpolitik der Reichsbank machen eine Überschwemmung der deutschen Volkswirtschaft mit Zahlungsmitteln ein für allemal unmöglich. Der Umlauf an Reichs­banknoten und Rentenbankscheinen zeigt heute wie war es auch anders zu erwarten grundsätz­lich das gewohnte Bild. Ja, er ist sogar kleiner als etwa vor ein ober zwei Jahren. Am 31. Juli 1931 belief sich der Umlauf an Reichsbanknoten auf 4,45 Milliarden Reichsmark, der an Renten­bankscheinen auf 0,42 Milliarden RM. Zum glei. chen Zeitpunkt des Vorjahres betrug er 4,63 bzw. 0,44 Milliarden RM., Ende Juli 1929 4,72 bzw. 0,43 Milliarden RM.

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In diesem Zusammenhang ist eine Berechnung von aktuellem Interesse, die neuerdings vom In- ftitut für Konjunkturforschung angestellt worden ist. Es hat den Geldumlauf (Noten und Mün­zen) m verschiedenen Ländern der Welt jeweils auf den Kopf der Bevölkerung umgelegt. Das Ziffernbild enthüllt bemerkenswerte Unterschiede im Geldumlauf der einzelnen Länder. Im Durch­schnitt des Jahres 1929 der Geldumlauf war damals in Deutschland höher als im Durchschnitt dieses Jahres betrug der Umlauf an Noten und Münzen in Deutschland 93 RM. je Kopf der Bevölkerung. In anderen vergleichbaren Län­dern war er wesentlich höher. In Frankreich zum Beispiel belief er sich auf 262 RM., jn der Schweiz auf 251, in den Niederlanden auf 215, in Eng­land auf 206, in den Vereinigten Staaten auf 165 RM. Diese Unterschiede sind zum Teil eine Folge der verschiedenen Zablungsaewohnheiten in den einzelnen Ländern. In Deutschland hatte man sich durch jahrelange Uebung an bargeldlosen Ver­kehr gewöhnt. Nicht unbedingt benötigte Gelder ließ man auf den Konten bei Banken, Sparkassen, Genossenschaften oder auf den Postscheckkonten stehen. Es steht zu hoffen, daß das deutsche Volk zu diesen guten Grundsätzen im Zahlungsverkehr wieder mrückkehrt. Damit werden nicht nur die letzten Reste der unheilvollen Krise vom Juli 1931 ausgeräumt sein; auch der Wiederkehr der