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len, vielmehr wird der ganze Stand der Land

werden.

Wer für Ordnung ist, der bleibt zu Hause!

Der Volksentscheid treibt das voll In Radikalismus and entseffett

! die schlimmsten Parteileidenschaslen!

tere Kreise wieder zu dürftig jft

Da tritt nun glücklicherweise eine Ausgabe m die Lücke, welche die rechte Mitte hält, so wie es

geeignete Jungbauern zum Studium anzmregen und sie während ihrer Studienzeit in rechter Weise seelisch zu beeinflussen. Gehen aber erst wieder aus unseren Bauernfamilien recht viele Priester her­vor, so wird der Segen, der von ihnen ausgeht,

Ignatius von Loyola.

Jur 375. Wiederkehr seines Todestages.

Wer kennte nicht den Namen dieses großen Heiligen, und doch wie wenige wissen etwas Ge­naueres über seinen merkwürdigen Entwicklungs­gang! Sein Lebensbild scheint in eine Menge oon Einzelzügen zu zerflattern und ist doch ein Le­ben aus einem Guß, eine Vielseitigkeit in streng geschlossener Einheit. Einem Großteil der heu­tigen Menschheit scheint er fremd, fast unheimlich, und doch ist er in Wahrheit der modernste Men­schen einer, nur daß eben das, was sich heute un­ter Dielen zerstreut findet, in ihm zur reichen le­bensvollen Einheit geworden ist.

Der jugendliche Ritter, der sich so ganz dem Reiz der glänzenden vornehmen Welt hingibt: der tapfere Soldat, der in die Bresche springt und dem Feinde wehrt, bis ein« Kanonenkugel sein Bein zerschmettert; der willensstarke Mann, der ohne auch nur zu zucken, die schmerzlichsten Ope­rationen über sich ergehen läßt; und wiederum der glühende Gottsucher, der, ganz vertieft in das Le­ben Jesu und der Heiligen, mit sich selber ringt und dann in einem Uebermaß von Kasteiungen tast zusammenbricht; der fromme Pilger, den hei­ßes Sehnen und blindes Gottvertrauen die Reise ins Heilige Land ohne jeden Zehrpfennig wagen läßt, das alles ist Ignatius. Dann sehen wir ihn als Mann von dreiundreißig Jahren sich inmitten einer Knabenschaar mit den Anfangsründen der Grammatik abquälen, und als bejahrten Universi­tätsstudenten, voll kühner Pläne für Christi Krone und Reich, um gleichgesinnte Männer werben. Mit unbeugsamen Mut überwindet er alle Widerstände und Hemmnisse, und wird so zum Stifter der Gesellschaft Jesu. Auch als erster General entwirft er, weitblickend und klug abwägend ihre allgemein bewunderten Satzungen und leitet sie trotz Kränklichkeit und Schwierigkeiten aller Art mit erstaunlichem Geschick und ungebrochener Tat­kraft bis zu seinem Tode.

Ein Mann mit stählerner Willenskraft, mit einem scharfen kühl berechnenden Verstand, mit einem reichen, tiefen Gemüt: ein Mann, aufgehend in rastloser, tiefgreifender Lebensarbeit und doch dabei voll Gottinnigkeit und Himmelssehnsucht, ein Mann der Tat und des Gebetes, der bis zu den höchsten Stufen mystischer Vereinigung erhoben war und uns das welterobernde Exerzitienbüchlein geschenkt hat, das alles war Ignatius. Und wenn man mit Recht als den Pulsschlag der jetzigen Menschheit die Richtung auf das Ganze bezeichnet, dann ist eben Ignatius, b«i dem es nichts Halbes, nichts Brüchiges gab, ein ganz moderner Menich. Das wäre gewiß Grund genug, ihn näher kennen lernen zu wollen.

Ein Grund, weshalb das Leben dieses wahr­haft großen und weltgeschichtlich bedeutenden Man­nes nicht besser bekannt ist, liegt größtenteils dar­in, daß es bisher in Deutschland keine Lebens- beschreibung von ihm gab, die geeignet war, in weitere Kreise zu dringen. Die Lebensbeschret- bung von W. von Rieuwenhoff S. I, 2 Bde., Re­gensburg 1901 und die von Genelli in 3. Auflage Hrsg, von Viktor Kolb S. I., Regensburg 1920, find datür zu umfangreich. Die beiden von pro­testantischen Gelehrten verfaßten Darstellungen, v. E. Eothein, Halle 1895, und H. Böhmer (Stu­dien zur Geschichte der Gesellschaft Jesu" 1. Band, Bonn 1914) sind trotz mancher Mißverständ­nisse tüchtige und dankenswerte Arbeiten, eignen sich aber wegen ihres Umfanges und wegen der wissenschaftlichen Anlage ebenfalls nicht für wei­tere Kreist, zudem ist das Berk des ersteren nun schon veraltet. Die von Helene von, Reuß besorgte und 1912 bei Kösel erschienene Uebersetzuna des Jgnatiuslebens von dem englischen Dichter Fran­zis Thompson, der als besonderer Schmuck die Zeichnungen der Künstler G. W. u. Mr. H. C. Brewer eingefügt sind, kann auch höheren An­sprüchen genügen, eignet sich aber gerade deshalb weniger zu einer Volksschrift; während hinwie­derum die in der Reihe der Exerzitien-Volksschrst-

Elster Sonntag nach Pfingsten.

Eingangslied: Pf. 67, 67 u- 36.

Gott ist an seiner heiligen Stätte. Gott, der die Gleichgesinnten im Hause vereint, gibt Kraft und Stärke seinem Volke. (Ps. ebd. 2) Gott, steh auf, und die Feinde stieben davon; es fliehen, die ihn hassen, vor seinem Angesicht.

Epistel: 1 kor. 15, 110.

Brüder! Ich mache euch das Evangelium kund, das ich euch gepredigt habe. Ihr habt es ange­nommen und verharret in ihm. In ihm findet ihr das Heil, wenn ihr es so festhaltet,' wie ich es euch gepredigt habe. Wenn anders, hättet ihr verge­bens den Glauben angenommen. Dor allem habe ich euch darüber belehrt, wie auch ich belehrt wor­den bin, daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, wie geschrieben steht; daß er begraben wurde, daß er am dritten Tage, der Schrift gemäß, wieder auferstand, daß er dem Petrus erschien, und danach den Elfen. Hierauf erschien er mehr als fünfhun­dert Brüdern auf* einmal; von ihnen leben noch viele bis auf den heutigen Tag, einige aber sind entschlafen. Hernach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln zugleich. Zuletzt von allen er­schien er auch mir, einer Fehlgeburt; denn ich bin der geringste unter den Aposteln und nicht würdig, Apostel zu -heißen, weil ich die Kirche Gottes ver­folgt habe. Aber durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin ,und feine Gnade ist in mir nicht ver­geblich gewesen.

Evangelium: Mark. 7, 3137:

Das Wunder an dem Taubstummen.

tert erschienene Lebensbeschreibung (Ignatius I bei dem kleinen Umfang von 67 Seiten für wet- v. L., Bilder der Gotteinsamkeit und Menschen- liebe eines Heiligen" von I. 21. Otto S. I., mit Zeichnungen von W. Sommer, M.-Gladbach 1928)

In derKölnischen Volkszeitung" erscheint aus der Feder von Pater Dr. Chryfostomus Schulte O. M. Cap., Münster i. W., ein Aufsatz, der zwar in erster Linie westdeutsche Verhältnisse im Auge hat, aber eine Frage anschneidet, die auch in un­serem Leserkreis Beachtung verdient:

Eine hochangesehene, weitverzweigte westfälische Gutsbesitzersfamilie hielt nach Jahren wieder ein­mal einen großen Familientag. In seiner Begrü­ßungsrede konnte der Chef des Stammhauses alle möglichen Stände und Berufe willkommen heißen, die aus der Familie hervorgegangen waren: Land­wirte, Kaufleute, Fabrikanten, höhere Staatsbe­amte und Militärs, Akademiker der verschiedenen Berufe, allerdings auch solche Familienmitglieder, die ein Opfer der schweren Wirtschaftsnot unserer Tage geworden waren. Nachdem der alte Herr in launiger Weise jedem ein freundliches Wort gewid­met hatte, fuhr er fort:Nun muß ich noch zu meinem Bedauern feststellen, daß wir keinen Theo­logen mehr in unserer Familie haben, seitdem On­kel B. vor fünf Jahren gestorben ist, und daß wir trotz so vieler studierender Neffen und Enkel in den nächsten Jahren keine Primiz in unserer gro­ßen Famüie zu erwarten haben. Ist das Zufall oder haben wir uns vergessen, was Onkel B. un­serer Familie gewesen ist, wie er im Mittelpunkt stand, wie wir ihn immer wieder um Rat gefragt haben und wie gut und uneigennützig er uns be­raten hat?

Dieses Wort schlug ein. Es wurde gleich aufge­griffen, und es ist viel in der Familie besprochen worden. Wenn nicht alles täuscht und trügt, ist es auch nicht umsonst gefallen.

Augenblicklich erleben wir ein sprunghaftes Auf­steigen der Zahl der Theologen. Daran ist aber weniger das Land beteiligt als vielmehr die Stadt, und zwar in erster Linie die ausgesprochene Groß­stadt. Noch vor wenigen Jahren war man allge­mein der Ansicht, jede Diözese müsse ein größeres bäuerliches Hinterland haben, um die Städte mit Seelsorgern versehen zu können. Durchblätterte man damals die Schematismen der einzelnen Diö­zesen oder Ordensprovinzen, so zeigte sich, daß der Großteil des Klerus vom Lande stammte. Heute treten die Städte sehr stark in den Vordergrund. In der Erzdiözese Köln macht sich diese Erscheinung besonders auffällig bemerkbar. Aber auch in an­deren Diözesen liegen die Verhältnisse ähnlich. Selbst Theologen vom Lande stammen durchaus nicht in erster Linie aus landwirtschaftlichen Krei­sen. Es handelt sich dabei vielmehr sehr häufig um Söhne von Handwerkern, Lehrern, Geschäftsleuten und kleineren Beamten.

Genauere Untersuchungen bezüglich der Herkunft der Theologiestudierenden einer größeren norddeut­schen Diözese haben ergeben, daß ungefähr je ein Fünftel den sog. sozial höheren Ständen, dem bür­gerlichen Mittelstände, dem mittleren und unteren Beamtenstande, den Arbeiterkreisen und der Land- wirffchaft entstammen. Bei dem letzteren Fünftel überwiegen aber wieder die Söhne kleinerer Land­wirte und Kötter bei weitem. Eine Verschiebung hat zweifellos stattgefunden. Sie fällt sogar direkt in die Augen und gibt Anlaß zu allerlei Erwägun­gen und Fragen.

Man hat wiederholt die wirtschaftliche Notlage unter den Landwirten für die Abnahme der Theo­logenberufe aus diesen Kreisen verantwortlich ge­macht. Tatsächlich kann man es heute erleben, daß Theologen aus landwirtschaftlichen Kreisen, ja selbst Söhne von Gutsbesitzern, um Gebührenerlaß und sonstige materielle Vergünstigungen einkom- men, bei denen es noch vor wenigen Jahren eine Selbstverständlichkeit war, daß sie für die Studien­gelder voll und ganz aufkamen. Die wirtschaftliche Notlage soll nicht von der Hand gewiesen werden und doch kann sie nicht ausschlaggebend sein für un­sere Frage.

Tatsache ist, daß heute auf dem Lande viel mehr Söhne und Töchter studieren als vor dem Kriege. Benutzt man einen Morgen- oder Mittagszug, so fällt die große Zahl der Fahrschüler und Fahr­schülerinnen selbst an einsamen und entlegenen Stationen des Landes direkt auf. Vor allem die

für eine wirkliche volkstümliche Schrift erforder- lich ist. Kolb, Viktor S. I.Das Leben des hl. Ignatius v. Loyola, Stifters der Gesellschaft Jesu, unter Benutzung der neue st en Quellen." Nach dessen Tod veröffentlicht von Franz Hat- h e y e r S. I. Mit 3 Bildern. (Jesuiten. Le­bensbilder großer Gottesstreiter. Hrsg, von Kon­stantin Kempf S. I.) 8° X und 160 Seiten. Frei­burg i. Br. 1931. Herder. 3,40 Mk., in Leinen 4,80 Mk.

Kolb war durch die Herausgabe von Genellis Werk und durch fortgesetzte Beschäftigung mit der Lebensgeschichte des Heiligen, die ihm eine Her­zensangelegenheit war, besonders geeignet, ein Buch zu schaffen, das bei einem mäßigen Umfang das Lebensbild des Heiligen in greifbarer Klar­heit hervortreten läßt. Ueber allem muß die Wahrheit stehen, und das darf man bei Kolbs Ar. beit mit aller Bestimmtheit sagen, sie ist ein Dienst an der Wahrheit. Bei aller Liebe und Verehrung zu seinem Ordensstifter verfällt er nie in den überschwänglichen Lobpreis, der so manches Hei­ligenleben verunziert und entwertet. Sein Stre­ben ist vielmehr darauf gedichtet, den Heiligen, so wie er war, wieder vor uns erstehen zu lassen. Und deshalb sollten gerade in unserer Zeit, da von gewissenloser, hetzerischer Seite wieder alles mögliche über die Ge­sellschaft Jesu behauptet und ver­breitet wird, alle, die entweder mit den Ver­hältnissen weniger vertraut sind, oder sich berufen fühlen als Streiter im Kampfe für Gott und die heilige Kirche, zu dieser Schrift greifen. Da steht vor ihnen Ignatius, der wackere Gottesstrei­ter in hart bedrängter Zeit der Kirche, da er­steht vor dem Auge die Gesellschaft Jesu und entfaltet ihr Heerbanner; da lernt man auch die heutige Gesellschaft besser kennen und verstehen, die immer noch den alten Geist bewahrt hat und mit diesem alten, ewig jungen Geist, für Christus zu arbeiten, zu kämpfen, und wenn es Gottes Will« ist, auch zu leiden und zu sterben.

Als eine willkommene Ergänzung zu Kolbs Ig- natiusleben, erwähnen wir für solche, die in das feinere Psychologische einbringen wollen, ein klei­nes Schriftchen von dem auf diesem Gebiete <As angesehener Fachmann und Forscher bekannten P. (5t von Dunin-Borkowski S. I.Igna­tius von Loyola", Borgmeyer, Breslau. Auf 56 Seiten wird der ganze Werdegang des Heiligen mitBetonung der inneren, zumal der psychologi- fchen Zusammenhänge" dargestellt. Wer zu die­ser Schrift greift, wird reichliches Licht daraus schöpfen. A. Pummerer, S.J., Passau.

Nun ist es aber eine Tatsache, die jeder Kenner der Verhältnisse zugeben wird, daß gerade die Jugend­bewegung den,starken Andrang der Stadter und Großstädter zum theologischen Studium herdeige- 'führt hat. Diese Kreise werden getragen von ei­nem großen Idealismus. Um nicht unterzugehen u. zu ertrinken im Strudel der Stadt, suchen sie be­wußterweise Orientierung und Halt am Christen­tum. Sie beschäftigen sich viel mit religiösen Fra­gen und Problemen, versenken sich mit Vorliebe in die Liturgie und wachsen so in vielen Fällen von selbst in den Theologenberuf hinein.

Der Landwirts- und Gutsbesitzerssohn macht heute oft eine umgekehrte Entwicklung durch. Ge­wiß ist auf dem Land noch viel positive Religion. Mögen auch manche freigeistige Ideen in die Land­bevölkerung hineingedrungen sein, so ist doch der Glaube im großen und ganzen intakt geblieben. Doch bleibt das religiöse Leben des Landwirtes nur allzu oft in der formalen Gebetsfrömmigkeit stecken, während sich das reale Leben von den christ­lichen Forderungen schon mancymal mehr oder we­niger weit entfernt hat. Der ®eiWi*e hat im all­gemeinen an Ansehen wie an Einfluß auf dem Lande nicht gewonnen, sondern verloren. Handelt es sich Z. B. um Orientierung oder Rührung im wirtschaftlichen oder im politischen Leben, so leynt man ihn vielfach mit Bewußtsein direkt ab. Da geht der Landwirt mit dem Pfarrer nicht mehr überein wie früher. Infolgedessen kommt es leicht zu einer gewissen Dpnofition. Die b-ranwawsende männliche Jugend unserer Landwirte und Guts­besitzer gehört zum Teil rechts gerichteten r^anh Nationen an, oder sie wird in ihren Vereinen und Vereinigungen in einer -tanz bestimmten Rtmtung planmäßig beeinflußt. Das Leben-v-norgdas ihr vorgetragen wird, die ganze Luft, in der sie augenblicklich au'mächft ist hem TheologenberMe im allgemeinen nicht förderlich.

Man wird der Kirche von heute geaenüber in etwa verstimmt. Man ist mit ihr nicht recht zufrie­den. Sie ist nicht mehr wie früher die Autorität schlechthin. Während die jugendbewegten städti­schen Kreise der heiligen Ueberzeugung leben; nur das Christentum kann die Menschheit erlösen, sieht sich die bäuerliche Jugend in ihrer Not nach anderen Führern und Helfern um. Es mag eigenartig klin­gen, und es soll in diesem Zusammenhänge auch durchaus kein Werturteil ausgesprochen sein, aber die Tatsache verdient doch einmal erwähnt zu wer- den: ,

In dem Maße und in dem Grade, in dem sich die landwirtschaftlichen Kreise von der politischen Zentrumspartei abgewendet haben, sind die Theo­logenberufe zurückgegangen.

Das hängt natürlich nicht so sehr mit der politi­schen Umstellung der Landwirte als solcher zusam­men, als vielmehr mit dem dadurch gegebenen ge­samten Umschwung im Denken und Handeln, in der Gesinnung und in der gesamten Lebenshaltung. Außerdem stehen wir auf dem Lande erst am Be­ginn einer kulturellen Krisis, die in den Städten schon längst akut geworden ist und die hier die die Scheidung der Geister im weiten Umfange be­reits herbeigeführt hat.

Eine andere Frage ist freilich auch die, ob der Landklerus von vornherein die Zeichen der Zeit er­kannt hat. Auf jeden Fall wird er damit rechnen müssen, daß sich die Landbewohner um ihn herum gründlich geändert haben und daß es infolgedessen einer Neuorientierung in unserer heutigen Land- feelforge dringend bedarf. Heute vollzieht sich die Entwicklung auf dem Lande vielleicht nicht gerade gegen die Kirche, aber zu einem ganz großen Teil ohne die Kirche. Sobald es dem Landklerus ge­lingt, die kulturelle Entwicklung wieder maßge­bend zu beeinflussen, wird es auch um die Priester­berufe aus landwirtschaftlichen Kreisen wieder bes­ser bestellt fein.

Unsere Jungbauern sind planmäßig einzufüh­ren in die ganze Tragik der Kulturkrisis, in die die Landwirte durch die Verhältnisse hineingeraten sind. Sie sind aus dem Lande ihrer Väter ausge­stoßen und sollen nun mit einem Male ihres Le­bens Meister fein. Sobald unsere Jungbauern Sinn bekommen für die katastrophalen Zustände, die eintreten werden, wenn die Entwicklung in der bisherigen Richtung weiter verläuft, werden sie von selber wach und lebendig.

Es muß eine Jungbauernbewegung sein analog der Jugendbewegung in unseren Städten, nur mit dem Unterschiede, daß gewisse einseitige Berftiegen« heiten, wie wir sie in der Jugendbewegung leider bemerken konnten, auf dem Lande von vorneher- ein zu vermeiden und auszuschalten sind. Eine solche Bewegung wird aus den Kreisen der Jung- bauern heraus viele wackere Laienführer hervor- bringen.

Sie wird zugleich zahlreiche Priesterberufe wel­ken, besonders wenn der Landseelsorger es versteht,

Der gerade Weg.

Da mag die moderne Welt spötteln und höhnen, wir sind katholische Jugend nach außen und innen und wissen als solche unsere große Aufgabe ganz zu erfassen. Wir wollen sein männlich-fromm, keine Betschwestern", nein, ganze Katholiken, und zeigen, daß wir, in eine große Aufgabe hineingestellt .diese ganz er­füllen können.

Ein ideales Beispiel dafür gibt uns unser Reichs­kanzler Brüning, der in zielbewßter Arbeit an dem Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes arbei­tet. Und wir sehen seine Erfolge. Da mögen die Gegner in unverantwortlicher Demagogie Lügen verbreiten, wir stehen treu zu unserem Kanzler und glauben mit ihm an eine bessere Zukunft Deutschlands.

So soll jeder Großes leisten an der Stelle, an der er steht, und fein ein Musterbeispiel der Pflichterfüllung. Dann werden wir auch noch in der heutigen modernen Zeit, dem immer fortschreitenden Zeitalter der Technik, zeigen, daß es noch eine katholische Jugend gibt, die sich, wie ehedem, ganz einsetzt für ihre hohen Ideale.

(AusDie Wacht" Nr. 7. 1931.) 1

Abnahme derpriesterberuse auf dem Lande

Ein ernstes Kapitel, das zum Nachdenken zwingt.

Prüf- u. Reparatur- Werkstatt hat nur

Tei. 2412. Funkhaus Leibold Mittelstr. 42

Kleine Mitteilungen.

Statistik der kathol. Bevölkerung von Amerika.

Das soeben erschieneneOfficial Catholic Direc­tory" der Vereinigten Staaten von Nordamerika veröffentlicht folgende Statistik: Innerhalb des Jahres 1930 ist die Zahl der Katholiken um 13391 auf 20091539 gestiegen. Die Zahl der Konversionen betrug 39 5 2 8. Die Zahl der Priester stieg um 939 auf 27 854, davon gehören 8 552 religiösen Orden und Ge- meinschaften an. 62 neue Pfarreien wurden er­richtet, sodaß die Gesamtzahl jetzt 12 745 betragt. Dazu kommen 5743 öffentliche Missionskirchen. Die Zahl der theologischen Seminare stieg um 10 auf 145, die der Seminaristen um 1316 auf 17 616 Die Zahl der Gymnasien für Knaben be­trägt 222, für Mädchen 725. Die Zunahme an Pfarrschulen ist mit 162 zu verzeichnen, die äugen- blickliche Gesamtzahl mit 7387; die entsprechenden Zahlen der Schüler sind 39 463 und 2 283 084. 6 neue Waisenhäuser wurden errichtet, damit stieg ihre Gesamtzahl auf 335 mit insgesamt 52 328 Kindern. Die Gesamtzahl der Krankenhäuser stieg um 18 auf 642, die Durchschnittszahl der in ihnen

*

In Bad Kreuznach sand das erste DIK. -Fechter« treffen statt. *

DIK. Bonn gewinnt Schlagballspiel um Ctadtemeisterschaft Bonn. DIK. Adle« Bonn schlägt Nordstern (W. S. V.) mit 31:22. DIK. Südstern über- windet die Universität mit 49:31.

zahlreichen höheren Schulen unserer mittleren Städte könnten sich ohne diesen Zuzug vom Lande überhaupt nicht halten. Auf Grund vieler Beob­achtungen und Erfahrungen glaube ich sagen zu können, daß die Zahl der Studierenden aus land- wirtschaftlichen Kreisen gegen früher nicht abgenom­men, sondern bedeutend zugenommen hat. Aber gerade das tägliche Hin- und Herfahren mag für den Theologenberuf weniger förderlich sein. Ehe­dem waren die zahlreichen Gymnasialkonvikte der verschiedenen Diözesen fast ausschließlich mit Schü­lern aus ländlichen Kreisen besetzt. Nachdem man in der Heimat eine Rektoratsschule besucht hatte, verbrachte man die eigentlichen Jahre des gyma- sialen Studiums in einem solchen Konvikt in der ausgesprochenen Absicht, einmal Priester ju wer­den. Heute rekrutieren sich die Konvikte in erster Linie durchaus nicht mehr aus Schülern, die land­wirtschaftlichen Kreisen entstammen.

Während in unseren Städten, vor allem in un- ------ -------

fern Großstädten, die Jugendbewegung an den nicht nur auf die betreffenden Fannlien zurucNtrah- höheren Schulen schon früh eine Scheidung der len, vielmehr wird der ganze Stand der Land- Geister bewirkt, werden die studierenden Land- wirte dadurch aufs tiefste beeinflußt und befruchtet wirtssöhne im allgemeinen kaum davon erfaßt.

3tr. 182

Beilage zur Fuldaer Zeitung

9. August