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Fuld aerZ er tun g

Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.

Nr. 181

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilogen: »Die Welt I im löilb* undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag I der Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- I :n leitung 3153, Fuldaer Äctiendruckerei 3151 und 3152. ::: |

Samskag. S. August 1931.

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3ü6rg. 58.

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der gehe zum Volksentscheid und stimme mitja

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sowie andere hohe Persönlich-

wtb. Rom, 7.

Aug. (Eig. Meld.) Anläßlich

deutschen Botschaft leiten eingefunden.

erst die Kraft und den Wut gegeben haben, den Trümmern des alten Deutschen Reiches neues zu errichten und die Deutschen so vor sonst sicheren Vernichtung als Slaatsvolk zu wahren.

meinsam interessieren, als auch alle jene Probleme erörtern, die zu lösen sind, um nicht Deutschland allein, sondern ganz Europa die Möglich­keit zu gemeinsamer friedlicher Ar­beit, zum wirtschaftlichen Gedeihen und zur Heilung der Wunden zu geben, die die schweren Ereignisse der letzten zwei Jahrzehnte hinterlassen haben. Sn diesem Sinne hoffe ich auf einen glücklichen Verlauf der bevorstehen­den Aussprache zwischen italienischen und' deut­schen Staatsmännern.

Demokratie, des Volksstaakes, in Deutschland ge­kommen sei. Der Weg soll nunmehr frei sein zur Verwirklichung der Pläne auf Vernichtung all der volksrechte, die nach dem Zusam­menbruch von 1918 dem gesamten deutschen Volk

an die Stelle von Ordnung und Sicher­heit die gegenseitige Zerfleischung der dann um die Herrschaft kämpfenden ra­dikalen Parteien, also den Bruderkrieg im eigenen Land sehen will.

die mühsam wieder angeknüpften, von der deutschen Wirtschaft zur europäischen Umwelt führenden Fäden wieder zer­reißen will,

ein Sowjet-Preußen oder ein faschistisches Preußen will.

dagegen für den sozialen und demokraki- Ausbau der deutschen Republik und des Freistaates Preußens ist,

der Preußischen Staatsregierung mithel­fen will, uns aus dem furchtbaren Elend der Wirtschaftskrise und der Arbeits­losigkeit in hartem und zähem Kampf wieder aufwärts zur Gesundung zu führen.

Vernunft, Besonnenheit und tiefe, glü- herOe Liebe zu Volk und Vaterland ge­rade in schwerster Zeit beweisen will.

aus ein der be-

tvtb. Rom, 7. Aug. (Eig. Meld.) Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Cur- tius trafen in Begleitung des deutschen Botschafters in Rom, Dr. von Schubert, am Freitag um 8.15 Uhr hier ein. Sunt Empfang hatten sich der italie­nische Ministerpräsident Mussolini, Außen­minister G r a n d i und das gesamte Personal der

wer aus blindem haß gegen die Errungen­schaften der Demokratie den Sturz der Regierung der Weimarer Koalition in Preußen will.

Eintreffen der deutschen Mister in Hom Reichskanzler Brüning wendet sich an das italienische Volk. Fortsetzung der freundschaftlichen internationalen Aussprache.

* Das holländische Verkehrsflugzeug London- Amsterdam stürzte infolge eines Motorendefekts mit 13 Passagieren kurz nach der Zwischenlandung in Rotterdam ab. 7 Personen, darunter der Pilot und der Mechaniker, wurden so schwer verletzt, daß fre ins Krankenhaus gebracht werden mußten,

Die Begrüßung der deutschen Minister.

wtb. Rom, 7. Aug. (Eig. Meld.) Reichskanz­ler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Cur» tius haben bei ihrer Ankunft in Rom, die pünktlich um 8.15 Uhr erfolgte, einen sehr würdi­gen Empfang erhalten. Schon eine Viertel­stunde vor Ankunft des Zuges war der Chef der italienischen Regierung, Mussolini, in Begleitung des Außenministers Erandi und zahlreicher hoher Beamter des italienischen Außenministeriums, auf dem Bahnhof erschienen. Bis zum Eintreffen des Zuges unterhielt sich Mussolini angelegentlich mit dem italienischen Botschafter in Berlin, Orsini Baronr. Nach Einlaufen des Zuges ging Musso­lini sofort auf die Gäste zu, um sie in deut­scher Sprache freundschaftlich zu bewillkommen. Außer dem vollständig erschienenen Personal der deutschen Botschaften beim Quirinal und Vatikan waren die deutschen und einige italienische sowie ausländische Pressevertreter bei dem Empfang an­wesend. Nach der offiziellen Vorstellung durch den Botschafter Dr. von Schubert begaben sich die Herren durch den Königssalon zu den bereit stehen­den Automobilen. Auf dem Bahnhofsplatz hatte sich hinter der in Gala-Uniform aufgestellten Garde eine stattliche Menschenmenge eingefunden, die durch wiederholtes Tücherschwenken und Zu­rufen den deutschen Staatsmännern ihren Gruß entboten Zahlreiche Photographen und Film- operateure haben den Empfang im Lichtbild fest­gehalten. Die deutschen Regierungsvertreter ver­abschiedeten sich hierauf von ihren Gastgebern und begaben sich ins Grand-Hotel, von wo sie sich nach

der Ankunft des Reichskanzlers und des Reichs- außenministers in Rom hat Reichskanzler Dr. Brüning der Agencia Stefanie folgende Erklärung übergeben:

Die Tatsache, daß mein Kollege Curtius und ich die Reise nach Rom in einer Seit angetreten haben, in der Deutschland unter Aufbietung aller Kraft um Sicherung seiner wirtschaftlichen und politischen Existenz ringk, zeigt, wie ungemein wichtig uns die persönliche Berührung und der vertrauensvolle Gedankenaustausch mit den leitenden Männern des heutigen Staliens, insbesondere mit dem hervor­ragenden Chef der italienischen Regierung, erschei­nen, und ich möchte schon hier meinen Dank dafür zum Ausdruck bringen, daß die italienische Regie­rung unserem Wunsch nach diesem persönlichen Ge­dankenaustausch in so besonders freund­licher und gastfreier Weise entgegen­gekommen ist. Das deutsche Volk hat in seiner schweren wirtschaftlichen und politischen Lage die italienische Anteilnahme warm empfunden, die sich in der schnellen und bedingungslosen Annahme und praktischen Durchführung des Hoover-Gedankens gezeigt hat. Sm Berlauf der freundschaftlichen internationalen Aussprache, die in Chequers begann und ja auch bereits zu einem Susammentreffen mit dem Herrn Außenminister Grandi geführt haben, wollen wir sowohl die Fra­gen besprechen, die Deutschland, und Stalien ge-

Rechtsparkeien, Stahlhelm und Kommunisten unversöhnliche Todfeinde in unnatürlicher Paarung vereint rufen zum Volksentscheid für Auflösung des Preußischen Landtags auf. Par­teien, deren fanatische Anhänger sich täglich in Ueberfällen und blutigen Kämpfen gegenüber­stehen, finden sich urplötzlich zusammen. 2Hif der­selben Waffe des »Ja"-Zettels zum Volksentscheid wollen beide Teile das denkbar Entgegengesetzte erreichen: Die Einen ein bolschewistisches, russischen Methoden nachgeahmtes Sowjetpreußen, die An­deren das alte volksfeindliche Preußen des Dreiklaf- sen-Wahl-llnrechtes oder eines faschistischen (Se­roaltregiments.

And doch: Eines ist in der Tat den Rechts- I und Linksradikalen, die hier zum Sturm auf den Preußischen Landtag einsehen, gemeinsam, klaffen | auch ihre weiteren Ziele unvereinbar auseinander: Rationalsozialisten und Kommunisten wollen das Chaos, wollen den Sturz des Bestehenden. Je­der denkt aber, an die Stelle des Gestürzten feine Herrschaft sehen und die Anderen eben noch will­kommene Bundesgenossen beim Volksentscheid unter seine Füße treten zu können.

Der Preußische Landtag würde der Verfassung gemäß ohnehin späte st en s im Mai 193 2 neu gewählt werden. Selbst beim Gelingen des Volksentscheids würde frühestens Anfang De­zember gewählt werden können. Wegen der kur- den unterschiedlichen Frist von vier Monaten wer­den nunmehr schon seit dem Februar des Jahres die politischen Leidenschaften aufs Schärffte aufge- stachelk. Ein für das Volkswohl ungemein schäd­liches Beginnen in einer Zeit schwerster wirtschaft­licher Rot, in der alles darauf ankommt, die öffent­liche Ordnung und Sicherheit als unentbehrliche Vorbedingung für jede Möglichkeit eines Wieder- auffkiegs Deutschlands zu schützen.

Geht es wirklich nur darum, zu erreichen, daß der Preußische Landtag um einige Monate früher gewählt werden soll? Rein« Vereint wollen die Links- und Rechtsradikalen, wollen Rationalsozia- listen und Kommunisten das letzte große Bollwerk, die Zitadelle der Demokratie und Republik in Deutschland: Preußen erstürmen. Mit dem Ge­lingen des Volksentscheids wollen sie weithin sicht­bar das Flammenzeichen geben, daß das Ende der

sonders danken. Seine Warnung vor der Betei­ligung an diesem destruktiven Unternehmen ist für dessen Veranstalter ein schwerer Schlag gewesen. Wer die Rundfunkrede aufmerksam anhörte, er­hielt ja ein klares und durch seine Schlichtheit überzeugendes Bild von der politischen Gesamtlage, in der Deutschland sich befin­det. Daß diese Lage durch den Volksentscheid nickt gebessert werden kann, mußte jedem Gut­willigen einleuchten. Brüning wird sich durch seine klare Aussage erneut den Haß all der Egoisten zugezogen haben, denen das Schicksal des Reiches nicht in erster Linie steht, sondern die immer zuerst ihr eigenes Parteisüppchen kochen wollen. Aber dafür hat er die Gewißheit, man­chen Schwankenden aufgeklärt und in entscheiden­der Stunde seine vaterländische Pflicht als Staats­mann und als Deutscher erfüllt zu haben.

Brünings Rechenschaft.

Die Rede, die Reichskanzler Dr. Brüning am Dienstag abend, genau sechs Wochen nach zener anderen vom 23. Juni, im Rundfunk gehalten hat, besaß eine Reihe von sehr guten Eigenschaften: sie war ehrlich, mutig, und sie wandte sich sowohl an das Ausland wie an die Deutschen selbst, sie scheute vor klaren Bekenntnissen, die der Opposi­tion nicht passen, nicht zurück, und sie war zuletzt auch der Ausdruck einer tief erlebten Volksver­bundenheit, die den Mann an der Spitze der Reichsregierung auszeichnet. Brüning sprach als Kanzler, als Bürger und als deutscher Mensch, und er fand für diese drei Grundlagen seines Handelns immer den rechten Ton. Als Staats­mann äußerste er sich von der höheren Warte aus, von der er die Dinge im Weltgeschehen überblickt; als Bürger setzte er sich für die Richtigkeit, wenn auch nicht für eine Unfehlbarkeit der von ihm veranlaßten wirtschaftlichen Maßnahmen der letz­ten Wochen ein, und als deutscher Mensch sprach er zu denen, die wohl zur Regierung und zur inneren Kraft unseres Volkes Vertrauen haben möckten, die aber doch von einer gewissen Aengst- lichkeit nicht ganz frei sind, weil das Schicksal uns in den letzten siebzehn Jahren fast allzu viel Schweres, seelisch und physisch kaum Tragbares, auferlegt hat. Sprach der Staatsmann mit be­schwörendem Ernst, der zugleich den eisernen Wil­len durchklingen ließ, das Amt, das ihm auf die Schultern gelegt ist, nach besten Kräften und bis zur Hergabe des letzten Hauches für das Wohldes Reiches zu verwalten, so kam danach der Bürger, der. kluge Staatsbürger, zu Wort, der die Ab­hängigkeiten und Verpflichtungen des wirtschaft­lichen Geschehens kennt und davon überzeugt ist, daß ein kräftiger Wille doch immer sein Ziel er­reichen wird. Wo Brüning aber zu den Aengst- lichen sprach, da wurden seine Mahnungen und Belehrungen brüderlich und väterlich, und gerade dieser Teil seiner Rede hat ihm gewiß viele neue Gläubige gewonnen, die nun davon überzeugt sind, daß das Schicksal des Reiches bei diesem Kanzler in den besten, sorgsamsten und reinsten Händen ruht.

Brüning gab eine Rechtfertigung der Maßnah­men, die die Regierung in den letzten Wochen ge­troffen hat, um das Reich vor dem Absturz in ein wirtschaftliches Chaos zu bewahren. Wer Ohren hatte, zu hören und den Willen zu begreifen, der mußte erkennen, was die Rtzichsregierung unter dem jetzt viel erörterten Begriff d e r Se l bsi­ch i l f e versteht, der von gewißer Seite in be­stimmten zweideutigen Absichten so gerne mit einem Inhalt erfüllt werden möchte, den er nicht haben soll. Es geht nicht um nationalistische Illu­sionen und draufgängerische Redensarten, hinter denen noch keine greifbare Wirklichkeit steht, son­dern es geht darum, daß wir die Dinge sehen wie sie sind. Das bezieht sich in erster Linie auf die erwartete große ausländische An­leihe. für die nach der Ueberzeugung der Reichskegierung zunächst und bis auf weiteres die Möglichkeiten nicht gegeben sind. Darum müs­sen wir uns zunächst und unter Aufbietung aller Mittel und mit Uebernahmx schwerster Befchrän- kungen selbst helfen. Das ist das, was Brüning fordert, wenn er von den Aufgaben und den Er­kenntnissen eines aufgeklärten Wirtschaftsvolkes spricht. Damit hängen auch die Dinge zufammen, die sich um den Verkehr mit den Sparkassen grup­pieren und die des weiteren die Bemühungen des Reiches betreffen, zunächst die Schwierigkeiten der Großbanken zu beheben. Es war eine sehr begrü­ßenswerte Belehrung gewißer Schichten unseres Bürgertums, die so gerne sich von hetzerischen Re­densarten das eigene Urteil trüben laßen, als Brüning erklärte, das besondere Eingreifen der Reicksregierung für die Sanierung der bedrohten Großbanken fei in diesem Falle eine ausge- sprochene Mittelstandsmaßnahme ge- wesen. Das mögen sich besonders auch diejenigen merken, die immer bereit sind, bei den sogenann­

ten Banken- und Börsenfürsten die besondere Liebe, ja Abhängigkeit der Reichsregierung vor­auszusetzen. Wenn der Kanzler andeutete, daß das Reich einige belastete Persönlichkeiten von ihren Poften entfernen will, so beweist das, daß auch er dem Volk nicht zumuten will, weiter zu Leuten Vertrauen zu haben, die durch ihre Wirt­schaftsführung es verwirkten.

Mit besonderer Freude werden alle die, die sich von politischen Phantastereien freizuhalten wünschen, die Erklärung des Reichskanzlers aus­genommen haben, daß die Regierung auch künftig mit ausländischen Kabinetten in Verbindung bleiben und die in Chequers und in Paris sowie auf der Londoner Sieben-Mächte-Konferenz geknüpften persönlichen Beziehungen weiter sorg­sam pflegen will. Es war gerade jetzt, wo wie­derum illusionäre Schlagwörter kolportiert und von Urteilslosen mißbraucht werden, notwendig, daß der Kanzler die Vorstellungen von der Mög­lichkeit einer Abgrenzung und Abkapselung der deutschen Wirtschaft auf sich selbst mit tapferer Aufrichtigkeit und mutiger Nüchternheit zer­störte. Wir können wirtschaftlich nicht eine chinesische Mauer um uns herum ziehen. Deutsch­land stellt einen io großen Wirtschaftskörper dar, daß er ohne Verbindungen mit den anderen Län­dern nicht am Leben bleiben würde. Wer das begreift und die Maßnahmen der Re­gierung in ihren unzerreißbaren Zusammenhän­gen sieht, der wird daher auch alles vermeiden, was der Wirtschaft neue Schwierigkeiten bereiten könnte. Das gilt auch für die kleinen und klein­sten Sparer, die gar keinen Grund haben, ihre Ersparnisse abzuheben. Sie würden damit den Sparkassen nur sinnlos Steine auf den Weg wäl­zen.

Zum Schluß wurde der Kanzler in seiner Rede auch innenpolitisch, und das wollen wir ihm ein paar Tage vor dem preußischen Volksentscheid be-c

Schmmann zur Heparationsfrage.

wtb. Rewyork. 7. Aug. (Eig. Meld.) Der frü­here amerikanische Botschafter in Berlin Schur- man, der mit dem Lloyd-DampferEuropa" aus Deutschland zurückgekehrt ist, erklärte, die Welt habe nur noch lOMonate zur Durchführung der Maßnahmen, die den Zusammenbruch verhindern könnten, der im Interesse keiner Nation läge. Schurman sprach die Ueberzeugung aus, daß die Reparationen n i e mehr auf der alten Grundlage zu l e i- sten sein würden, sondern den wirtschaftlichen Wirklichkeiten, vor allem der deutschen Zahlungs­fähigkeit, angepaßt werden müßten. Diese Anpas­sung liege ebensosehr im Interesse anderer Na­tionen wie im Interesse Deutschlands. Deutschland könne jedoch Reparationen nur dann zahlen, wenn die Zollsätze anderer Länder zu seinen Gunsten so weit herabgesetzt würden, daß Deutschland einen Ausfuhrüberschuß erzielen könne. Bot­schafter Schurman betonte schließlich den engen Zu­sammenhang zwischen Reparationen, Kriegs­schulden und Abrüstung, die bei der Behandlung der gegenwärtigen Lage Europas zusammen zu berücksichtigen seien.

Die Betreiber des Volksentscheids sind gewissen­los genug, der Preußischen Sfanfsre- gierung die Schuld an dem schweren wirtschaft­lichen Unheil aufzuladen, das jetzt über das deut­sche Volk hereingebrochen ist. In Wirklichkeit sind es die Folgen des verlorenen Krie­ges und der uns auferlegten Kriegs­lasten, die Folgen der Ruhrbefehung und der Inflation und volkswirtschaftlich verfehlter Maßnahmen, nicht zuletzt aber auch das unverant- wörtliche Gebaren unserer radikalen Parteien, ihre Bürgerfriegsfpielerei und großsprecherische Revanchepolitik, die sich nunmehr zu unser aller Unglück auswirken. Nichts wäre un­heilvoller, als den Urhebern des Volksentscheids oder ihren kommunistischen Bundesgenossen auch noch das Staatsruder in Preußen in die Han- zu geben.

Gelingen des Volksentscheids be­deutet: Sieg zweier für den Augenblick vereinter gegnerischer radikaler Flügel, die dann in einem erbtet ten Kampf miteinander um die Endherr, schäft einfreten und Staat und Wirtschaft in diesen Vernichtungskampf mit hereinreißen würden.

Ein Scheitern des Volksentscheids ermöglicht eine Deiterführung der ruhigen und stetigen Regierungspolikik in Preußen zur Auf­rechterhaltung der Ordnung und als wertvollste Stühe des Reiches bei allen Verhandlungen mit dem Ausland, die der Fefsiguug des Vertrauens za Deutschland und dem Wiederaufbau feiner Wirt­schaft dienen.

»g der Preußischen Slaalsregiecung

An Preußens Wühler und Wählerinnen.

der folge der Parole:

haltet Euch fern vom Volksentscheid! Deteiligt Euch nicht am Volks­entscheid!

Das preußische Staatsministerium:

Dr. h. c. Braun, Ministerpräsident.

Dr. Jng. e. h. Seoering, Minister des Innern.

Dr. h. c. Hirt fieser.

Minister für Volkswohlfahrt.

Dr. h. r. Skeiger, Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Dr. Höpker-Aschoff. Finanzminister.

Dr. Schreiber.

Mnister für handel und Gewerbe.

Dr. Schmidt, Justizminisler.

Grimme.

Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung.