Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda
Zahrg. 58
Nr. 180
Pflicht.
Dr. Kahl, M. d. R.
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Benito Mussolini, Italiens „Duce".
* Das diesjährige Flotlen-Artillerie-Schietzen in der Kieler Bucht wird unter Beobachtung besonderer Absperrungsmaßnahmen durchgeführt. Bei allen Schiffen wurde ein hoher Grad von Treffsicherheit festgestellt.
* Fünf kommunistische Zeitungen verboten. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen hat die kommunistischen Zeitungen in Könnern (Saalekreis), Zörbig, Nietleben (Saalekreis), Löbejün und die Wochenschrift „Der rote Torgauer" wegen Aufreizung zu Unruhen und Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Notverordnungen über Wäh- rungs- und Zahlungsverkehr für die Dauer von drei Monaten verboten.
* „Ludendorffs Volkswarte" verboten. Durch Beschluß der Polizeidirektion wurde die Wochenschrift „Ludendorffs Bolkswarte" bis zum 26. Aug. 1931 einschließlich verboten.
* Die rechtsradikale „Pommersche Tagespost" - Druckerei und Derlagsgesellschaft in Stettin hat ihre Zahlungen eingestellt. Der Verlag hat bisher unter anderem die „Pommersche Tagespost", ein von Hugenberg herausgegebenes Unternehmen, finanziert, dazu eine ganze Reihe von Kopfblättern. Auf der am Dienstag abgehaltenen Gläubigerversammlung wurde mitgeteilt, daß das gesamte Aktienkapital von 1 Million Mark, das zu mehr als der Hälfte von genossenschaftlichen Kreisen eingezahlt wurde, Verloren ist.
ließ. Die übrigen Angestellten wurden wegen Sowjetpropaganda in Haft behalten.
* Der Sultan von Marokko Sidi Mohammed ist auf dem Lyoner Bahnhof in Paris eingetroffen und wurde dort von dem Präsidenten der Republik empfangen. Der Sultan wird sich etwa eine Woche in Paris aufhalten.
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Privatmeinungen? Es wird einzig gefragt: Willst du helfen, das Chaos zu überwinden? Willst du unser Land wieder aufbauen? Willst du die Op- fxr bringen, «die dazu notwendig sind? Kannst du heroisch sein, wo eine Schlacht gegen uns auf allen Fronten neu entbrannt ist? Willst du ein Deutscher sein in dem großen Sinne dieses Wortes, das eben ein Bekenntnis zur Nation ist? Einzig dieses wird gefragt, und das ist ein Trost in dieser schweren Stunde: Aus all den verschiedenen Gruppen werden auf diese Fragen hin, wenn sie einmal mit der Ehrlichkeit gestellt werden, die wir im Wesen,Sr. Brünings spüren, immer neue Menschen zuströmen. Sie wollen nicht, daß jene Opfer, die auf den Schlachtfeldern draußen begraben liegen, kostbare Blutopfer, denen es zu danken ist, daß wir als Volk und Staat noch existieren, vergeblich gebracht worden find. Testamentsvollstrecker jer er Millionen wollen sie fein, die sich ein neues Deutschland, ein einiges, ein sozial gerecht verwaltetes, ja geradezu ein brüderliches und tief religiöses erwartet haben. Schamlos aber ist es, und das sei jedem vor den Kopf gesagt, wo immer er im Parteigruppenbild der deutschen Gegenwart feinen Plaß als Theaterdirektor, als Regisseur, als Heldenfigur, als Repräsentationsgötze oder als Elektrotechniker, als Statist, als Souffleur cder meinetwegen als Friseuse oder als Hinter- den-Kulissen-Agent innehat: Es ist ein Skandal, ein Land, das solch ungeheure Blutopfer im Angesichte der bewundernden Völker für seine Existenz gebracht hat. i n e i n T o l l h a u s zir verwandeln oder gar in eine Räuberhöhle.
* Südamerika und die Sowjet-Propaganda. Aus Buenos-Aires wird gemeldet: Die Polizei nahm in dem Büro der Zweigstelle der Amtorg (der Sowjethandels stelle in Amerika) erneut eine Durchsuchung vor und verhaftete das gesamte Personal in Stärke von 160 Personen. 49 Angestellte wurden wieder freigelassen, weil sich die gegen sie erhobene Beschuldigung des Dumpings nicht ausrechterhalten
Wählerinnen dringend zu empfehlen, dem Volksentscheid für die Auflösung des Preußischen Landtages fernzubleiben. Wer sich durch Zwang irgendwelcher Art genötigt fühlt, dennoch zur Abstimmung zu gehen, möge durch Streichung der Worte Ja und Nein den Stimmzettel ungültig machen oder mit nein stimmen.
Dr. kahl gegen Volksenlscheid.
E.N.B. Berlin, 6. Aug. (Eig. Meld.) Nachdem gestern der frühere volksparteiliche Abgeordnete Universitätsprof. Dr. G r a f D o h n a in der liberalen „Kölnischen Zeitung" gegen den Volksentscheid sich ausgesprochen hat, sandte heute der Senior und Vorsitzender der Deutschen Volkspartei, der Reichstagsabgeordnete Geheimrat Dr. Kahl ein Telegramm an dis „Kölnische Zeitung", das folgenden Wortlaut hat:
„Den Ausführungen meines Freundes Dohna gegen Beteiligung der Deutschen Volkspartei am Volksentscheid vom 9. August in der „K. Z." stimme ich aus vollster Ueberzeugung in vollem Umfange zu und halte nach der gesamten innen- und außenpolitischen Lage die Erklärung gegen die Beteiligung für vaterländische
aufhin mit Dr. Hugenberg noch irgendwie zu verkehren, so könnte man das durchaus selbstverständlich finden. Denn es handelt sich ja hier nicht um eine Gegensätzlichkeit der politischen Ansicht, oder wenigstens nicht nur um eine solche. Man tritt dem Reichspräsidenten sicher nicht zu nabe, wenn man annimmt, daß er für sehr vieles, was Hugenberg erträumt, Verständnis hat. Aber deshalb braucht man noch nicht vorauszufetzen, daß der Reichspräsident nun auch Lust hätte, sich gelegentlich immer wieder Anpöbelungen dieses doch höchstens nur halben Gesinnungsgenossen ge- fallen zu lassen. Wenn er es trotzdem tut, so beweist er damit erneut seine über den Personen stehende Objektivität- Hugenberg ist ihm eben ein Parteiführer, und da die Parteien den Reichstag bilden, der nach der Verfassung das Volk vertritt, so lehnt Hindenburg Unterhandlungen auch mit einem Manne nicht ab. den er unter anderen Umständen vermutlich seit langem schneiden würde.
Oder liegen die Dinge anders? Es wird bisher über die Beweggründe, die Hugenberg zur Wilhelmstralße führten, nichts verlautbar. Man kann natürlich allerlei Motive vermuten. Vor einigen Tagen wurde ja erzählt, man überlege ernsthaft, ob nicht Hindenburg veranlaßt werden könne, sich gegen die Durchführung des preußischen Volkentscheides auszusprechen, womit man namentlich der Volkspartei den Rückzug aus ihrer unangenehmen Stellung hoffte erleichtern zu können. DerPlan war unsinnig, und zudem wäre sicher Hugenberg am wenigsten geeignet, ihn Hindenburg schmackhaft zu machen. Aber, wie gesagt, amtlich- wird über den Inhalt der Audienz nichts erzählü
Nun macht aber die „Deutsche Allgemeine Zeitung", die im allgemeinen zur Volkspartei gerechnet wird und die sicher ihre meisten Freunde bei der Groß- und Schwerindustrie hat, eine Mitteilung, die aufhorchen läßt. Danach soll Hugenberg ichon seit längerem die Absicht haben, mit dem Reichskanzler D r. Brüning zu verhandeln, damit der Deutschnationalen Partei nach dem preußischen Volksentscheid „eine Verringerung ihrer Distanz zur gegenwärtigen Reichs- regieruna ermöglicht" würde. Die Audienz bet Hindenburg aber solle diese Besprechung. mit dem Kanzler vorbereiten. Wenn diese Mitteilung der „D.A.Z." mehr als eine Vermutung ist und nicht nur dem eigenen Wunsch dieses Blattes entspringt, die Regierung Brüning noch mehr nach rechts hin zu versteifen, so wäre sie doch wohl nur dahin zu verstehen, daß Hugenberg, der ja an dem Erfolg des preußischen Volksentscheides nicht mehr zu zweifeln scheint, jetzt die Zeit für gekommen hält, seine Partei wieder an der Regierung zu beteiligen. Diele Vermutung wäre gar nicht so unbegreiflich. Denn daß gegenwärtig den Deutschnationalen die Felle immer weiter fortschwimmen, ist ja nicht zu verkennen. Hugen- bergs älteste Wünsche sind erfüllt, wenn er Preußen in Unordnung gebracht hat. (Freilich sieht er die Dinge ja nicht so, aber so werden sie sich entwickeln). Er träumt von einem preußischen Rechtskurs und ist im übrigen davon überzeugt, daß er im Reich selbst auch nicht viel anderes unternehmen könnte, als die gegenwärtige Regierung. Warum soll er sich da nicht um eine Beteiligung bemühen? Die Gelegenheit ist ja gar nicht so ungünstig, da das Reichswirtschaftsmini- fterium nicht besetzt ist und er also ohne große Schwierigkeiten, d. h. ohne eine eigentliche Kabinettsumbildung verlangen zu müssen, die er ja V nicht durchsetzen könnte, einen seiner Vertrauens- 1 leute an dieser Stelle in die Regierung hinein»
Ritz durch Deutschland.
Von Friedrich M u <f e r m a n n S. I.
Betrachtet man die Gruppierung des deutschen Volkes in diesen seinen schweren Tagen parteipolitisch und parteitaktisch, so drängt sich der Gedanke auf, es gäbe zweierlei Deutsche, zwei Lager, einen Riß durchs Ganze, ständig wachsende Spannung, bedrohlichsten Auseinanderbruch. Die Wirklichkeit ist anders, und zwar so total anders, daß die parteipolitische Situation geradezu a.s groteske Verzerrung der Wahrheit erscheinen muh.
Was hat innerlich unsere nationale Rechte m-t dem Kommunismus zu tun, dem Marxismus in extremster Form? Wenn sich ein wirklich konservativ denkender Mann mit einem wirklichen Kommunisten trifft, dann ist nicht soviel Gemeinsames da, daß man sich überhaupt untereinander aus- sprechen könnte. Der eine geht rechts, der andere links, und doch führt Parteitaktik sie zusammen. Nehmen wir Zentrum und Sozialismus. Auch hier ist der denkbar tiefste Unterschied in der geistigen Haltung. Geht der eine zur Kirche, um zu beten, so gehen die andern zu einer Freidenkerdemonstration, die alles verspottet, was jenen heilig ist. Um die Lächerlichkeit dieses fast burlesken Spieles vollzumachen, wirft nun noch der eine dem andern vor, er stehe mit dem Marxismus im Bunde. Wegen feiner Koalition mit der Sozialdemokratie wird dem Zentrum dieses in allen Tonarten immer wieder nachgerufen, und das ausgerechnet von solchen, die mit dem Kommunismus Arm in Arm zum Volksbegehren ichreiten. Muß nicht beim Anblick solchen Irrsinns das gesamte Ausland denken, die deutsche Innenpolitik sei in ein Narrenhaus geraten?
In ruhigen Tagen könnte man dergleichen hingehen lassen. Wo aber um deutsches Schicksal gewürfelt wird, möchte man doch nicht gerade den Eindruck haben, es geschehe in einer Ir- r e n a n ft a 11. Hier muß unbedingt einmal zu einem großen Halt geblasen werden, und zwar nicht von den Kirchturmspitzen der Parteiinteres- sen her, sondern aus der Höhe der Idee, der Aufrichtigkeit. der Ehrlichkeit, der Wahrheit. Sobald man von hier aus die Bürger dieses Staates sammeln wollte, käme sofort ein gänzlich anderes Bild heraus. Umgekehrt braucht man kein Prophet zu fein, um folgendes vorauszusagen: „Bestimmt weiter eine innere Verlogenheit ganz großen Stiles das politische Kräftespiel in Deutschland, so werden wir alle in gar nicht langer Zeit nicht mehr in einem Tollhaus uns befinden, sondern in der Zwangsanstalt irgend eines Terrors ober in den Zuchthäusern einer bolschewistischen GPU. Bekämpfen nämlich aus dieser in Systemen erstarrten Unwahrhaftigkeit heraus jene einander, die zusammen gehören, die einmütig die Rettung Deutschlands wollen, die auch im Großen und Ganzen ähnliche Wege zum gleichen Ziel einschla- äen würden, so bedeutet das offensichtlich erstens eine tragische Selbstzerfleischung unseres vaterländisch treuen Bestandes und zweitens eine vollkommen unnötige Verstärkung der vaterlandszerstörenden Elemente." • .
Hier muß Wandel geschaffen werden. Wir haben es doch erlebt in dem augenblicklichen Auslandsverkehr der europäischen Minister, wie teuer uns unsere Zwietracht zu stehen kommt. Wir können nicht verlangen, daß ein Ausländer so intim mit unseren deutschen Verhältnissen vertraut ist, daß er noch aus einem Chaos herausfindet, das Mbft bei uns die klügsten Köpfe verwirrt. Sieht Deutschland aüf dem Kopf, so wird der normale Franzose oder Engländer das für unsere natürliche Haltung ansehen und schließlich ironisch bemerken, wir Deutsche seien doch ein sonderbares Volk. In der Tat sind wir das; denn in keinem Volke der Welt würde man in einem Augenblick, - in dem die Existenz dieses Volkes auf dem Spiele steht und eine Versklavung ohne Ende droht, das Schauspiel erleben, daß in diesem Volke die besten Kämpfer wie zu einem politischen Turnier gegeneinander aufrücken und daß sie dieses Spiel schon beinahe mit scharf geladenen Patronen aus- fämpfen. Wo es um die Nation selber ging, ist noch immer eine wirkliche Nation zur Selbstbesinnung gekommen. Gelingt uns Deutschen das nicht, so verdienen wir nicht, als Nation von unseren Feinden geachtet zu werden. Was ist die praktische Schlußfolgerung aus diesen Erkenntnissen?
Wir müssen in unseren Zeitungen und in unseren Versammlungen und bis in den Privatverkehr hinein alles das vermeiden, was Deutsche, die das Volk und den Staat bejahen, noch weiter auseinander manövriert. Eine jugoslawische Zeitung hat vor kurzem unfern Reichskanzler als einen charakteristisch deutschen Mann bezeichnet. Es ist uns nun nicht von der Vorsehung aufgetragen, alle Schritte, die Brüning von sich aus tut oder unter dem Zwange der Verhältnisse tun muß, für die einzig richtigen zu halten. Menschen dieses Formats gegenüber wirken lobhudelnde Anerkennungen von Hinz und Kunz geradezu lächerlich Die Geschichte wird über sie urteilen, auch über Brüning. Das hat aber gar nichts zu tun mit einer Gefolgschaft, die man aus Treue leistet und die aus staatspolitischer Notwendigkeit heraus unbedingt leisten muß. Wir können über Brüning jedenfalls Besseres sagen als über irgend einen deutschen Staatsmann der Gegenwart.' Das gesamte Ausland bestätigt uns das. Haben wir also nun aus freier Wahl und aus Einsicht in die innere Notwendigkeit uns hinter Brüning gestellt, so sei er uns Symbol für das, was ist diesem Artikel gefordert wird. Damit ist ein einheitlicher Mittelpunkt gefordert. In Brünings Lager ist heute Deutschland.
Schließen wir nun nicht die Lagerpforten für irgend einen, der unter diese Fahne treten will; denn dieser Reichskanzler fragt nicht mehr: Was hast du für Ansichten über dieses und jenes Finanzproblem? - Wie stellst du dich als Theoretiker zum Marxismus?. Was hast du sonst für
* Sozialdemokraten und Volksentscheid. Der Vorstand der S. P. D. teilt mit: Der Vorstand beschloß am Mittwoch, allen preußischen Wählern und
Prof. Dr. Kahl, der angesehenste Mann der Deutschen Volkspartei gegen den Volksentscheid, den der volksparteiliche Fraktionsführer empfiehlt! Das Chaos in der deutschen Politik ““ hert sich rasch dem Höhepunkt.
Annäherung?
Aus Berliner Zentrumskreisen wird uns schrieben:
Es wird in den Zeitungen bemerkt und sprachen, daß am Samstag der deutschnationale Parteivorsitzende Dr. Hugenberg eine Audienz beim Reichspräsidenten gehabt haben soll. Man könnte sich darüber wundern, denn gerade Hindenburg ist von Hugenberg und seinen Partei- und Presseangestellten nicht immer gut, ja sehr oft schlecht behandelt worden, und wenn ein Mann wie Hindenburg es ablehnen würde, bar
gen Wagen, der in München in den Italienschnell- zug eingestellt wurde. Der Reichskanzler arbeitete während des ganzen 40 Minuten-Aufenthaltes in München mit dem Außenminister im Wagen, ohne sich am Fenster des Abteils zu zeigen. Pünktlich um 9.40 Uhr verließ der D-Zug München. Am Brenner werden die Herren den Zug verlassen und in einem Sonderzug mit 6 Wagen die Reise nach Rom fortsetzen.
Zur Begrüßung!
Die römische Presse bringt sehr herzlich gehaltene Begrüßungsartikel zur Romreise des Reichskanzlers und des Reichsaußenministers, deren Bedeutung sowohl für die deutsch-italienischen Beziehungen, wie auch für die Entwickelung der internationalen Zusammenarbeit vom „Messaggero" besonders unterstrichen wird.
„Italien, das mit aufmerksamer Sympathie das Wiederaufbauwerk des Reichskanzlers und seiner Mitar-
Deutschland und Italien.
Zum erstenmal seit dem deutsch-italienischen Krieg sahren deutsche Staatsmänner nach Rom.
FuldaerZertung
Ofnipinor für die Stabt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatk.
Grandi.
der italienische Außenminister.
beiter beobachtet, erwidert", wie das Blatt ausführt, „vollkommen die Gefühle der Zustimmung, mit denen die deutsche Oesfentlichkeit die Romreise begleitet. Alle Probleme, die die beiden Länder, sei es wegen ihrer besonderen Beziehnugen, sei es im Rahmen der internationalen Politik, interessieren, sollen in Rom in einer Atmosphäre der Klarheit und Aufrichtigkeit geprüft werden.".
Das Blatt erinnert an die großzügige Vision, die Mussolini seit langem für die europäischen Angelegenheiten habe und in deren Mittelpunkt die Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Staaten und Völkern stehe. Aus dieser Einstellung heraus habe Italien | alles unterstützt, was die auf den toten Punkt geratenen I Probleme — Reparationen, Kriegsschulden und Abrü- 1 stung — wieder in Gang bringen könne. Aus dieser Vision heraus habe Italien auch in verschiedenen Hauptstädten mit ruhiger, aber bestimmter und realistischer Sprache das Ziel verfolgt, möglichst schnell zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Neugestaltung zu kommen, die von dem politischen Wiederaufbau untrennbar sei. Unter diesen Umständen dürfe man erwarten, daß der römische Gedankenaustausch ein wichtiger Faktor zur Klärung und Entspannung der internationalen Sage bilden werde.
(Einigung des Hauptausschusses der amerikanischen Bankiers.
Der Hauptausschuß ber arnerikanstchen Bankiers hat sich auf einen Plan zur Durchführung ber Vorschläge bes Reichsbankpräsibenten Dr. Luther geeinigt. Der Plan sieht jeboch einige Abweichungen von den ursprünglichen Anregungen bes beutschen Reichsbankpräsibenten vor.
Anläßlich ber Reise bes Reichskanzlers und bes Reichsministers bes Aeußeren nach Rom hat Reichskanzler Dr. Brüning Wolffs Telegraphischem Büro die folgenbe Erklärung zugestellt:
Meinem Kollegen, bem Herrn Reichsminister des Auswärtigen unb mir ist es eine besonbere Freube, bie Reise nach Rom, anzutreten unb so Gelegenheit zu finben, den hervorragenben Chef ber italienischen Regierung persönlich kennenzulernen In Deutschland ist man sich besten bewußt, baß alle politischen Entscheibungen Italiens in diesen Jahren von bem Gefühl ernstlicher Verantwortung für Europas Befriebung unb wirtschaftliche Wieberaufrichtung getragen werben — zwei Ziele, in benen Deutschlanbs unb Italiens Interessen sich burchaus begegnen. In diesem Sinne möchte ich ber Hoffnung auf einen harmonischen unb erfolgreichen Verlauf ber bevorstehenden zwangslosen unb freundschaftlichen deutsch-italienischen Besprechungen Ausdruck geben.
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Um dem Reichskanzler und dem Reichsaußen- minifter die Reise nach Rom möglichst leicht und angenehm zu gestalten, hat der Chef der italienischen Regierung den vorzüglich und sehr bequem ausgestatteten Ministerpräsidentenzug zur Verfügung gestellt, der bis an die Grenze entgegenfährt. Von Berlin zur Grenze sind die deutschen Minister im fahrplanmäßigen Zug gefahren, um besondere Unkosten zu vermeiden. Bei der jetzigen Jahreszeit wird der Aufenthalt im hochsommerlichen Rom für Brüning und seinen Begleiter ein schweres gesundheitliches Opfer sein. Dort herrscht jetzt Sumpffieber.
Als der Zug aus dem Anhalter Bahnhof ausfuhr, brachte das zahlreiche Publikum, das sich auf dem Bahnsteig befand, den abreifenden deutschen Vertretern Ovationen dar.
In München.
wtb. München, 6. Aug. (Eig. Meld.) Reichskanzler Dr. Brüning traf mit Außenminister Dr. Curtius mit dem. fahrplanmäßigen Zuge 9.02 Uhr im Münchener Hauptbahnhof ein. Obwohl auf ausdrücklichen Wunsch des Reichskanzlers ein offizieller Empfang nicht stattfand, hatte sich eine größere Menschenmenge im Bahnhof einge- funben. Der Reichskanzler reiste in bem kursmäßi-
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: ^lieWell I —
im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag TtßifatL *• -UUQUft 1931
der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- I jWHwg, S> ,
[eitung 3153, Fuldaer Aetiendruckerei 3151 und 3152. ::: |