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ö. August

VeNage zur Fuldaer Zeitung

7lr. 179

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Hochsommer.

Don Franz C i n g i a-Schramberg.

Der Erde ist das Angesicht Bon Jubel hellem Glück erfüllt. Und lieblich hat im warmen Licht Der Sommer freundlich sich enthüllt.

Der blaue Himmel wölbt sich weit Und lächelt über Wald und Flur. Und überströmt mit Seligkeit Die sanfte Schönheit der Natur.

Die Wanderwege rufen dich Zum leichtbeschwingten Sommergang. Und lauschen tief und sehnen sich Nach deinem Schritt und Lied und Klang.

Mehr Sonne.

Don Dina Ern st berge r-Neunkirchen.

Alles, was da lebt und ist, strebt der Sonne zu. Selbst die Pflanze verkümmert und die Blume kann sich nicht zur vollen Schönheit entfalten, wenn ihr der wär­mende Sonnenstrahl fehlt. Sonnenlicht, Sonnenwärme ist das, was dem Dasein Kraft und Leben und Schön­heit gibt, im Erden- und im Menschheitsgarten.

Schon das Kind liebt und sucht die Sonne. Die kleine Seele verkümmert, wenn trübe Wolken allzuviele Schatten werfen. Wir sollen uns das merken und da­nach handeln. Es läge oft in unserer Hand, Sonnen­schein zu geben. Eine kleine Ueberwindung, ein fester Wille, könnte manchmal die Schatten bannen, die den leuchtenden Strahl im Kinderauge trüben. Es ist so leicht, ein Kinderherz zu beglücken. Auch im Hause, in der Familie, unter unfern Freunden und Bekannten könnten wir manchmal, mit nur etwas gutem Willen, Sonnenarbeit tun. Wie viele verkümmerte Pflanzen, im Wachstum gehemmt, stehen wie Darbend« im son- nenlohsen Garten und sehnen sich nach einem warmen Sonnenstrahl aus verstehendem Menschenauge. Gehen wir nicht achtlos daran vorüber. Lehren wir unfern Augen klares, geistiges Sehen und unserem Herzen Milde und Barmherzigkeit, damit wir nicht an der Not anderer achtlos vorübergehen und als glückliche Sonnen­kinder die Schattenwege nicht sehen, die andere wandeln müssen.

Sonnenarbeit tun im Menschengarten, an vom Leid verkümmerten, verbitterten Menschenseelen und an all denen, die des Alters schwere Last auf müden Schultern tragen, ist vor allem Aufgabe edler Frauen. Es ist dies eine segensoolle, beglückende und oft auch leichte Arbeit.

Denken wir an uns selbst. Hatte nicht jede von uns schon sonnenlose Tage, Zeiten, die uns der Anfang vom Ende schienen, und um und in uns Nacht zu werden drohte. Da trat uns die Teilnahme verständnis­voll entgegen, eine weiche, mitleidige Hand versuchte es, uns wieder aufzurichten und was in Geist und Gemüt in uns schlummerte, zu wecken, bis es uns entgegen­wuchs in reichen Blüten und über uns die Sonne wie­der strahlte. Begegnet uns auf unserem Lebensweg ein armes, im Schatten stehendes Menschenkind, so reichen wir ihm hilfereich die Hand; zeigen wir ihm den Weg zur Sonne, auch wenn Schuld das Recht hierzu ver­wehren sollte. Wollen wir nicht durch richtende Worte wie ein Sturmwind daherfahren und mit dem Reif des Hohnes und der Kälte im Wachstum hemmen oder gar vernichten, was zartkeimend ins Leben drängt.

Aber nicht nur Schattenkindern und Kreuzträgern fol- len wir Sonnenschein geben, zuerst müssen wir ihn in die eigene Familie tragen. Der häusliche Herd, um den sich wärmend die ganze Familie sammelt, ist das Herz der Gattin und Mutter. Sie ist der eigentliche Schwer- punkt des Hauses, nach dem das ganze Familienleben sich richtet. Versteht es die Frau, in die Häuslichkeit Sonne zu tragen, so ist es um die ganze Familie gut bestellt. Es liegt in der Macht der Frau, den Ton des Hauses zu bestimmen und ihm Sonnen- und Re­gentage zu geben. Es gibt laute und stille Häuser. Häu­ser, in denen die Szenen nie aufhören und andere, in denen Harmonie und Stille selten oder nie gestört wer­den; Häuser, in denen es einem sofort warm und be­haglich entgegenweht. Der Geist der Hausfrau macht sich in ihrem Heim allüberall bemerkbar und gibt ihm das Gepräge in angenehmer oder unangenehmer Weise; im sonnigen Glanz oder grautrüben Alltagsgewand. Die Frau ist der Mittelpunkt des Hauses. Von ihr soll die

Wärme ausstrahlen, die das Heim behaglich macht, den Gatten an die Familie fesselt und Sonnenschein über die Jugend der Kinder gießt.

Jedes Menschenkind, auch das unscheinbarste, kann Sonnenarbeit tun. Schärfen wir unser Auge, daß es nicht achtlos dort vorübergleitet, wo tiefe Schatten dun­keln. Und suchen wir die Augenblicke festzuhalten, wo Sonnenblicke das Alltagsgrau unseres Lebens vergolden. Sammeln wir die tasend Möglichkeiten der Freude, die täglich einlaßbegehrend an unsere Seele pochen. Oeff- nen wir unser Herz dem Sonnenlicht und geben wir von unserem Ueberfluß auch jenen, die im Schatten stehen.

Wollen wir Sonnenarbeit tun?

Ach meine Hände . . d

Wie schützt man sich bei Schmuharbeit im Haushalt.

Von Henny Horst, Hanau a. M.

Schmutzarbeit gibt es immer im Haushalt und die Hausfrau, die sich bei diesen teuren Zeiten oft ohne jegliche Hilfe um alles kümmern jnuß, kann dann meist auf das gepflegte Aussehen ihrer Hände keine Rücksicht nehmen. Es heißt eben angepackt, mögen die Hände dann aussehen, wie sie wollen, die Hauptsache bleibt schließlich, daß in der Wohnung alles blitzblank und sau­ber ist. Immerhin sollte aber auch die eiftigste Haus­frau ein wenig auf die Pflege ihrer Hände bedacht sein und wie immer im Leben heißt es auch hier: vorbeugen ist besser wie heilen. In jeder Familie gibt es alte Handschuhe, glacelederne und solche aus Stoffe. Warum sie wegwerfen, wenn man sie bei der Schmutzarbeit noch gut gebrauchen kann. Sie sind in wenigen Mi­nuten übergezogen und man hat sich rasch an das Ar­beiten in Handschuhen gewöhnt, was ja nur notwendig ist, wenn ganz großer Schmutz zu beseitigen ist. lieber den Handschuhen dann noch einen alten Leinenärmel ge- struppt, hält auch das Handgelenk und den Unterarm vom ärgsten Schmutz rein. Hat man keine alten Hand­

schuhe zur Verfügung, dann hilft man sich mit einem Wachsüberzug der Hände. Zu diesem Zweck werden alle Wachsrestchen, Lichtstümpfchen usw. in einem alten Topf angesammelt. Hat man eine genügende Menge und steht Schmutzarbeit bevor, dann werden sie bei of­fenem Fenster wegen des nicht immer angenehmen Ge­ruchs eingeschmolzen und das flüssige Wachs so warm wie erträglich auf die Hände aufgetragen. Dann gehts an die Schmutzarbeit. Das Wachs, das sich in die Hand­linien einschmiegt, verhindert das Eindringen des Schmutzes, es hemmt aber auch das Springen der Haut, so daß die kleinen, überaus lästigen Schmutzstreifen in der Hand, die nur sehr schwer wieder entfernt werden können, nicht entstehen können. Ist die Schmutzarbeit bann beendet, so bereitet man ein recht warmes Handbad aus ©eifenmaffer, milde Kernseife eignet sich am besten dazu dem man einige Tropfen Olivenöl hinzugefügt hat. Die Hände werden dann gut eingefeift, mit einer nicht zu harten Bürste sorgfältig gebürstet, besonders un­ter den Nägeln und mit weichem Boraxwasser gut nach- gespült. Die Geschmeidigkeit der Haut wird auch we­sentlich durch warme und kalte Wechselbäder der Hände bestimmt. Nach dem Waschen reibt man die Hände mit einer guten nicht reizenden Hautcreme ein, noch besser aber ist es, eine Mischung von Glyzerin und Zitronen­saft regelmäßig anzuwenden, die so lange auf den Hän­den verrieben wird, bis diese trocken geworden sind. Auch abends vor dem Schlafengehen sollte man Glyzerin- Zitronensaft stets für die Hände bereithalten, da die Haut bann sehr geschmeidig wirb. Eins muß allerdings noch gesagt werden: Der Einwand, daß man zu der Handpflege keine Zeit habe, gilt nicht! In wenigen Mi­nuten täglich kann man all das erledigen, was zur Pflege der Hände notwendig ist und diese kurze Zeitspanne kann jede FraU, auch wenn sie noch so beschäftigt ist, aus- bringen. Schließlich soll die Hausfrau doch nicht als Aschenputtel ungepflegt und unsauber in der Welt her- urnlaufen. Deshalb Hände pflegen, ehe es zu spät ist. Sind erst einmal die verschmutzten Arrbeitsschwielen vor- hanben, wird man sie schwer wieder megbringen.

Väterliche Erziehung.

Das Kind braucht die Erziehung beider Eltekn. Ge­wiß braucht uns um die Entwicklung und das Schicksal des Kindes noch nicht bange zu sein, wenn es auch nur die Mutter erzieht, wofern sie nur bas Herz auf bem rechten Fleck hat. Aber der wünschenswerte Zustanb ist es nicht. Gerabe in der väterlichen Erziehung liegen besondere Vorzüge, um bie kein Kind kommen sollte, in der mütterlichen trotz allem auch Gefahren, die ausgegli­chen werden 'müssen. Vor allem ist bie Mutter, ihrem weicheren Wesen entsprechend, auch zu leicht zur Nach­sicht dem Kinde gegenüber geneigt, sie verweichlicht es oft. Zum andern fehlt mancher Mutter der klare Blick fürs wirkliche Weltbild, der feste Sinn, die Stetigkeit. Daher bie Not mancher Mutter mit ihren Kindern, ba= her Zweifel unb Aengste, was sie mit ihren Kindern ma­chen soll. Viele Mütter fühlen auch bebrückt die eigene Unzulänglichkeit; sie gestehen es ein: ja, es fehlt meinem Kinde halt der Vater!

Seine eigenartige Erziehung tritt besonders in zwei Punkten hervor. Sie wurzelt im gegensätzlichen Wesen der Geschlechter. Der Mann ist im Gegensatz zum mehr gefühlsbetonten Weibe Verstandesmensch, er bewahrt im Gegenteil zur leichter bewegten, mehr mit bem Gemüt erlebenben Frau den kühleren Kopf, er Überblickt auch manchmal klarer bie Folgen. So läßt er auch in ber Erziehung ben Verstand da reden, wo das mütterliche Gefühl leicht zu hohe Wellen schlägt unb in ber Er­regung Irrwege einschlägt. Sein Verstaub trägt einen «gewissen Zug von Festigkeit, Entschiebenheit in die Er­ziehung. Das mütterliche Gefühl sucht noch immer be­kümmert um den besten Weg, wenn ber Mann schon un­abänderliche Beschlüsse gefaßt hat. Väterliche Eigenart ist Stetigkeit, um so mehr, wenn bie klare Vernunft einen Weg gewiesen hat, während die Mutter öfters als gut geneigt scheint, bereits gefaßte Entschlüsse umzustoßen, besonders wenn Widerstände in Erscheinung treten. Ob­gleich beide Eltern die Erziehung mit gleichem Ernste anfassen, tritt doch noch ein wichtiger, vielleicht der augen­fälligste Unterschied zutage: ber Vater erscheint, nein, ist auch in der Tat härter als die Mutter. Diese mag es noch so gut mit ihrem Kinde meinen, eins macht sie boch oft recht unglücklich, es leiden zu sehen, ihm wehe zu tun. In ber Erziehung aber geht es ohne einen zeit­weiligen Zwang, ohne Strenge nicht ab, es ereignen sich

oft bie bittersten Kämpfe zwischen Eltern unb Kindern, die nur gewonnen werden, weil der Vater fest, vielleicht auch hart blieb. Seine Festigkeit hat nicht selten den Anschein der Grausamkeit und Ungerechtigkeit, und sie hat schon manchmal nicht nur Vater und Kinb, sondern auch Mann und Frau entzweit. Es mag auch sein, baß der Vater, der ein Ziel allzu starr im Auge behält, di« Grenzen berechtigter Strenge überschreitet, im großen und ganzen aber wird seine vernünftige Festigkeit doch ein wohltätiges Gegengewicht gegen die manchmal ver­hängnisvolle Weichheit der Mutter fein.

Erziehung ist mit Vorbereitung fürs Leben. Der Mann kennt das in ber Regel besser, weil er selber er­werbend unb kämpfend drin steht. Darum ist er auch besser als die Mutter imstande, sein Kind in die äußeren Verhältnisse einzuführen, ihnen die späteren Lebensziele aufzudecken, sie dafür zu begeistern, sie vor Gefahren zu warnen, sie tapfer kämpfen zu lehren. Er kann die Zu­kunft ber Kinber besser überwachen; er Hilst bei ber Be­rufswahl mit seiner Erfahrung, er führt ben Heranwach­senden Sohn, die Tochter ins Leben, lenkt ihr Schicksal noch fern vom Daterhause. So löll er Ausgaben, denen sich eine Mutter oft hilf- unb ratlos, höchst verzweifelt gegenüber steht.

Natürlich ist das Verhältnis des Vaters zum Kinde anders als das der Mutter. In der Jugend ist ber Mensch mehr Gefühlswesen. In der Frau bleibt das Empfinden immer besonders stark. Schon daher sind sich Kind unb Mutter verwandt. Vor allem findet das Kind bei der Mutter leicht Mitleid, Hilfe und Recht, manchmal auch bann, wenn das Kind im Unrecht ist. Zwischen Vater und Kind besteht immer eine größere (Entfernung. Un­zählige Male mag sich bas Beispiel von Goethes Eltern wiederholen: ber ernste, strenge, unnahbare Vater, bie heitere, fabulierende, mit den Kindern alles durchlebende 'TOutter. Sie ist dem Kinde vielfach Genossin, Gespielin, Liebe und Freude, der Vater dagegen Ernst unb Würbe. In ben Nöten flieht bas Kind zur Mutter; vom "Vater erwartet es Klarheit, Auskunft, Hilfe in den verwor­renen Zuständen des äußeren Lebens; es hat Achtung vor feinem Wissen, Respekt vor seinem Können, es fühlt feine Ueberlegenheit. Wo der Vater in seiner Verant­wortungden Apfel neben die Rute" zu legen weiß, wird das Kinb trotzdem den Pulsschlag der Liebe herausfühlen,

fiaritastätigteif der modernen Ara«.

AuMeg. - Aeue verufe. - GerlchlsM. - Erholung. - Gesiihrdelenfrage. - Schulungskurse.

Die Entwicklung der letzten Jahre brachte ber Frau neben bem errungenen Recht zur Selbständigkeit bie Pflichten eines erweiterten Aufgabenkreises. Und es spricht für die Frau, daß sie ihn in einem riesigen Aus­maße dort suchte, wo sich die ihr von ber Natur mit­gegebenen Veranlagungen und Eigenschaften in günstig­stem Sinne auswirken mußten: in der Karitas.

Der große Teil weiblicher Berufsanwärter, ben heute bie sozialen und ähnlichen Frauenschulen aufnehmen, gibt von bem Geiste, von dem bie jungen Mädchen beseelt sind und von ihrem Wunsche, sich karitativ oder nennen wir es gemeinverständlicher human ober menschenfreunb- lich zu betätigen, wohl ben beredtesten Ausdruck. Die vorzügliche Schulung und Ausbildung, ferner bie gar nicht hoch genug einzuschätzende Erfahrung auf dem Ge­biete ber Wohlfahrt, die bie Frau besitzt, haben ihr neben ber allgemein wohl mehr bekannten ehrenamt­lichen karitativen Arbeit eine Reihe wichtiger Posten nicht nur bei ben christlichen Verbänden und Organisatio­nen, fonbern auch in ber öffentlichen Wohlfahrtspflege eingetragen.

So finden wir sie heute beispielsweise in ben Mini­sterien bes Reiches unb ber einzelnen Länder, nicht nur als Sekretärin, als indirekte Hilfskraft, sondern als Ministerialdirigentin, als Dezernentin und Ressortleite­rin ganzer Abteilungen mit ihren männlichen Kollegen zusammen die Obliegenheiten verrichten, bie die Sorge um ein 60 Millionenvolk unb der heiße Wille, es aus einer tiefen Volksnot zu einer Gesundung wirtschaft­licher Verhältnisse zu führen, von Staats wegen geleistet werden. Als Stadträtin, Stadtverordnete, Stadtfchul- lätin, Gemeindeschwester u. a. stellt sie ihre Kräfte für

das Wohl ber Stadt und ihrer Bürger zur Verfügung. Ferner bot sich staatlicher- ober städtischerseits ber Frau in den neugegründeten Arbeits- und Berufsämtern ein weites Schasfensgebiet. Erhöhte Aufmerksamkeit und vollste Dankespflicht verdient jedoch in unserer Zeit bes Elends und ber Arbeitslosigkeit das selbstlose Wirken ber Frau in ben privaten Vereinen unb Einrichtungen ber christlichen Nächstenliebe.

Wie wenig wissen wir im Gründe von dem Liebeswerk, bas sie hier zum Teil geschaffen hat, zum Teil betreut! Eines Werkes, dessen einzelne Details anzuführen oder auch nur genauere unb spezielle Hinweise darauf anzu­geben, unmöglich ist, da es mit allen Sonderabteilun- gen fast sämtliche Gebiete umfaßt, auf denen ein Mensch überhaupt vom Unglück heimgesucht werden kann. Es beginnt bei der Geburt bes Erdenbürgers, durch Ge­währung jener Wochenfürsorge für die unbemittelte Mutter und der Nahrung und Wäsche für bas Kind, und endigt mit dem Tode durch die Leistungen der Be- gräbnisfürforge. Die Schwierigkeiten, mit denen die Ka­ritas zu kämpfen hat, sind hauptsächlich finanzieller Art. Denn man bedenke, daß die Mittel zur Durchführung ihrer Bestrebungen meistens pfennigweise gesammelt und aufgetrieben werden müssen, im übrigen auf die Kollek­ten in der Kirche ober bie Mitgliedsbeiträge der einzel­nen Vereine beschränkt bleiben! Der Staat unterstützt nur ganz wenige, und bann immer nur unzureichend.

Daher hängen die Erfolge auch weniger von dem Fleiß und bem Eifer der Karitasjüngerinnen als von ben finanziellen Erträgnissen ab; was nützen bie besten Pläne unb Jbeen, wenn man kein Gelb hat, um sie zu verwirklichen. Aber bie Mittelbeschassung und bas Er­

schließen neuer Geldquellen scheint wirklich ein Gottes­geschenk an die Frau zu sein. Denn die Karitas hat bereits die neuesten Maßnahmen, die zur Linderung der geistigen und materiellen Krise, in der wir uns befinden, beitragen können, in ihrenDienst gestellt und darüber hin­aus durch den Ausbau ihrer einzelnen Verbände und Fachoerbände auch für ihren Nachwuchs eine Reihe von Berufen erschlossen.

So hat z. B. der Katholische Frauenbund bereits 34 Eheberatungsstellen eingerichtet; Arbeitsvermittlung und Arbeitsbeschaffung besorgen in Deutschland 225 be­hördlich genehmigte katholische Stellenvermittlungen; bas Einrichten von katholischen Kindergärten und Kinder­horten, bas jetzt viel vorgenommen wirb, dürfte katho­lischen Mädchen, die ihr Examen als Kindergärtnerin oder Hörtnerin in der Tasche haben, Anstellungsmöglich­keiten in ihren Kreisen bieten. Der neue Beruf ber Jugendleiterin (Inhaberinnen des Hortnerin- unb Kin- bergärtnerinnene^amens)' hat ebenfalls hier schon An­stellung gefunden. Und vielen Mädchen, bie sich ben Be­ruf eines Laienapostels wünschen, gibt bie Pfarrhelfe- rinnenschule dazu Gelegenheit. Besonders in ben Städ­ten, wo manchmal an einer Pfarrei zwei Helferinnen ausreichende Beschäftigung finden, können sie sehr viel produktive Arbeit leisten unb" sehr viel Gutes tun. Die Ausbildung erstreckt sich hauptsächlich auf Religion, Pä­dagogik, Psychologie usw. Sehr gut ist es, wenn bie Bewerberinnen Buchhaltung ober heute muß man wohl sagen: bas moderne Karteiwesen, etwas Stenographie ober Schreibmaschine beherrschen. Sie wird dort nicht nur die Kartotheken führen (oft sind es drei: die Haupt­kartothek, enthaltend bie Namen aller zu ber Pfarrei gehörenden Parochianen, die Wohlfahrtskartothek, mit den Namen der zu betreuenden Karitativen, bie Vereins­kartothek und eventl. die Laienkartothek). Die letztere ist die wichtigste. Sie umfaßt alle Fälle der eigentlichen Seelsorge, wie laufen, Trauungen, Ehescheidungen, unb Austritte. Ansonsten hat bie Pfarrhelferm, später

aber es kommt auch vor, daß übergroße Härte bes Kin­des Herz entfremdet. Hier dürfte eine wichtige Aufgabe der Mutter darin bestehen, den Vater nicht nur als ein Schreckgespenst hinzustellen, ihn zum Büttel zu entwür­digen, sondern das Kind den Vater, diesen aber auch bas Kind verstehen zu lehren. In der Erziehung muß an einem Strange gezogen werden.

Heute meint man oft, dem Kinde müsse recht viel Frei­heit und Nachsicht gestattet werden. Gerade manche Mut­ter findet sich dadurch leicht getröstet unb läßt bie Zügel erst recht am Boden schleifen. Die Folge sind verwöhnte Muttersöhnchen, zbie bem Leben nicht gewachsen finb. Demgegenüber verlangen wir mehr heilsame unb liebe­volle Zucht. Unb wenn die väterliche Erziehung heute so oft ausgeschaltet ist, erhöht sich die Aufgabe ber Mut­ter. Sie mag immerhin der Weichheit ihres Herzens folgen, sich dabei aber auch zur nötigen Festigkeit zwin­gen unb bem Lichte der Vernunft folgen.

Von P. H.

Das Kind in der Wettttkerakur.

was Philosophen, Dichter, Künstler unb Würdenträger darüber zu sagen haben.

Der Greis wird wieder Kind, aber ein Kind für jene Welt. Aus Hebbels Tagebüchern.

Wer ohne Kinder lebt, weiß nicht warum.

Sprichwort aus dem Mittelalter.

Die Kinder der Welt sind klüger als die Kinder des Lichts, aber diese sind seliger.

Feuchtersiebens Aphorismen.

Die Kinder sind mein liebster Zeitvertreib.

Chamisso.

O du Kindermund, o du Kindermund Unbewußter Weisheit froh, Vogelsprachekund, oogelsprachekund, Wie Salomo!

Friedrich RückertAus der Jugendzeit".

Was ist den Kindern höhere Lust als Ruhm und Glück des Vaters, was dem Vater mehr als Kindeswohl?

Sophokles.

Es ist nicht immer möglich, im Leben sich so kinderrein zu halten, wie's uns die Stimme lehrt im Innersten.

Friedrich von Schiller.

Die Seele eines Kindes ist heilig und was vor sie ge- bracht wird, muß wenigstens den Wert der Reinheit haben. Herder.

Eines Kindes Hand ist leicht gefüllt.

Deutsches und italienisches Sprichtwort.

Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, es findet uns nur noch als wahre Kinder. Goethe.

Hoher Sinn liegt oft im kindischen Spiel.

Friedrich von Schiller.

Kinder und Narren sagen die Wahrheit.

Deutsches Sprichwort.

Kinder sind eine Gabe bes Herrn, unb Leibesfrucht ist ein Geschenk. 137. Psalm.

Denn wir können bie Kinder nach unserem Sinne nicht formen. GoetheHermann unb Dorothea".

Für heitze Tage.

kafseelimonade.

Eine halbe Tasse guter Bohnenkaffee wird mit 50 Gramm Zucker und einer halben Flasche Selterswasser vermistch, auf Eis gekühlt und ergib tso eine erfrischende, auch für Kinder unschädliche Limonade.

Orangelimonabe.

Der Saft von 2 Drangen wirb mit Zucker nach Ge­schmack gesüßt und mit Selterswasser, das man am be­sten vorher gekühlt hat, aufgefüllt. Zitronenlimonade wird auf die gleiche Weise bereitet.

Bischosswein.

Die Schale einer Drange wird in Rotwein ausgelaugt, den man kurz vor dem Genuß mit Zucker nach Geschmack süßt. Dieser Bischofswein, dem man auch noch den Saft einer halben Drange zufügen kann, wird kälter getrun­ken wie dies bei Rotwein normaler Weife üblich ist.

Pfarrfchwester, die Führung des pfarramtlichen Schrift­verkehrs, der Registratur und der Kaffe. Sie soll sich ferner kümmern um die organisatorische Seite des Apo­stolates, des guten Beispiels, der Beschaffung von Geld- Mitteln, der Förderung des katholischen Schrifttums, ber katholischen Schule, ber Vqlksmissionen, der Exerzitien, von Priester- unb Drbensberufen, des Bonifatiusvereins usw.

Sehr großen Zuspruch finden heutzutage bie Rechts- auskunfts-, Rechtsschutzstellen sowie bie Abteilungen für soziale Gerichtshilfe, bie die großen karitativen Verbände eingerichtet Haden. Auch an der Verschickung von Kin­dern zu Erholungs- und Heilungszwecken wird eifrig ge­arbeitet.

Aber neben den praktischen Aufgaben, bestehend in ber Beratung von Unterstützungsempfängern unb Unter­stützungsbedürftigen, Recherchen, Vermittlung von Gä­ben, Fühlungnahme mit der öffentlichen und organisier­ten Armenpflege, sehen sie ihre Aufgabe weiter in ber Unterbringung Fürsorgebedürftiger, Kranker, alter Leute, gefährdeter Frauen und Jugend und körperlich Behinder­ter, wie Taubstummer oder Blinder. Die Anzahl der eigenen Heime, Jugendherbergen, Krankenhäuser wächst von Jahr zu Jahr.

Trotz aller äußeren Erfolge, deren sich die in der Kari­tas tätigen Frauen erfreuen dürfen, haben sie ihr Augen­merk in richtiger Erkenntnis nicht nur auf die Gegen­wart, sondern ebenso auf die Zukunft gerichtet. Es gibt fast keinen Verband, der keine Schulungskurse für feine Anhänger und Sängerinnen veranstaltet, selbst Schulen gründet, um nach seinen Erfahrungen und Grundsätzen auszubilden und aufzubauen. Denn bie Frau in ftänbi- gern Konnex mit der Gegenwart, mit ihren wichtigsten Auswirkungen, Geschehnissen und Entwicklungen zu er­halten, ist eines der wesentlichsten Male, das all diesen speziell von Frauen oder für Frauen geschaffenen Einrich­tungen gemeinsam ist.

Trude Bergmann.