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Hirten der Diözese Fulda ausgesprochen habe: Für die deutschen Katholiken, insbesondere für die Be­wohner der Diözese Fulda darf sicher das Zu­sammentreffen der Heimsuchung, die augenblicklich über das deutsche Volk hereingebro­chen ist, mit der Ja b r h u n d e r t f e i e r der hl. Elisabeth ein Trost sein.

Zum Schluß erteilten die Hochw. Herren den Versammelten den Bischöflichen Segen.

Bei der Rückschau auf den erhebenden Festtag gebührt weil er bei der A b w i ck l u n g des Pro- aramms ganz im Hintergrund blieb, ein Wort des Dankes Herrn Domdechanten Prof. Dr. L e i m - b a ch, auf dem die Hauptlast der Vorbereitung der Veranstaltungen und ihrer Einzelheiten ruhte.

Fulda, den 3. August 1931

$ut den Zahlungsverkehr

ist durch eine Notverordnung vom 2. August eine andere Regelung getroffen worden. In den Still- halteverhanülungen über kurzfristige Äuslandsver- ichuldung, die zur Zeit zwischen ausländischen Gläu­bigern und deutschen Schuldnern schweben, ist der bestimmte Wunsch zutage getreten, daß keinesfalls die außerhalb der Verhandlungsgruppen ste­henden ausländischen Gläubiger besser gestellt sein dürften als die Gruppen, die grundsätzlich bereit sind, sich freiwillig Beschränkungen zu unter­werfen. Diese Erwägungen und die Notwendig­keit, eine sparsame Devisenwirtschaft in Deutsch­land durchzuführen, haben angesichts der Eröff­nung der Banken dazu geführt, daß das Reich eine allgemeine Devisen-Regelung getrch- fen hat. Innerhalb der Verordnung sind nicht nur die selbständigen Stillhalte-Abkommen ge­sichert, sondern es ist selbstverständlich die Bezah­lung der Zinsen und Tilgungsquoten zum Fäl­ligkeitstage keinen Beschränkungen unterworfen.

Der Sparkassen-Verkehr für die neue Woche wird in der Weise geregelt, daß ein Aus­zahlungsbetrag von je 50 Mark unter den Bedingungen der bisherigen Verordnungen zur Auszahlung freigegeben wird. Im Laufe der kommenden Woche werden die Vorbereitungen ge­troffen, um für die Sparkassen eine weitergehende Auflockerung desZahlungsoerkehrs herbeizuführen.

Oie heimatlichen Sparkassen.

Vom Sparkassenverband für Hessen-Nassau wird uns folgendes mitgeteilt:

„Am Sonntag, den 2. August 1931, vormit­tags, traten die Direktoren und Rendanten der hessen-nassauischen Sparkassen unter Teilnahme zahlreicher Vorsitzenden der Sparkassenvorstände (Landräte, Bürgermeister) in der Stadthalle in Hanau zusammen, um über die Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs aufgrund der 7. Notverordnung vom 2. August und die Lage der Sparkassen in Hessen-Nassau zu bera­ten Von dem Verbandsvorsteher, Oberbürger­meister Dr. Blum, Hanau, wurde den Spar­kassen Kenntnis von der Entwicklung der Lage in der Provinz Hessen-Nassau seit Anfang Juni ge­geben und über die getroffenen Maßnahmen der Verbandsleitung berichtet. Diesen wurde zuge­stimmt: es konnte festgestellt werden, daß bisher im Rahmen der Reichsoersicherungsordnungen über den Zahlungsverkehr jede Sparkasse in Hessen --Nassau anstandslos die Barauszahlungen hat leisten kön­nen. Für die Zahlungen in der Woche vom 3. bis 8 August, die für Barauszahlungen auf Spar­konten die Höchstgrenze auf 50 RM. erhöht, wur­den die Vorkehrungen besprochen: die Sparkassen werden, wie sich aus der sehr angeregten Debatte ergab, den Weisungen der Reichsbank und ihres Spitzenverbandes in Berlin, des Deutschen Spar­kassen- und Giroverbandes, entsprechend, hierzu ihre Bestände in Wertpapieren und Kontokorrent­krediten und soweit möglich aus Hypotheken wei­terhin mobilisieren.

Der Sparkassenverband bitte die Tages- presse und die Bevölkerung der Pro­vinz Hessen-Nassau, die Sparkassen weiterhin in dem Bestreben zu unterstützen, bei der Lockerung des Zahlungsverkehrs jeden An sturm auf die Sparkassen hintan zu halten. Es ist selbstverständlich, daß manche Beschaffungen und Ausgaben einzelner Sparer in der jetzigen Zeit verschoben werden müssen im Interesse des großen Ganzen: denn nur, wenn die Sparer se l b st die Beträge, die sie bei den Sparkassen abheben müssen, auf das äußer st not wen­

dige Maß beschränken, können die den Sparkassen von der Reichsbank zufließenden Zah­lungsmittel dem Ansturm gewachsen sein, der sich aus der Oesfnung des Giro-, Kontokorrent- und Depositenoeickehrs vom 5. 8. ab ergibt.

Die Sparkassen, die das Vertrauen der Bevöl­kerung Hessen-Nassaus im vollen Maße in den zurückliegenden 3 Wochen gefunden haben, hoffen darauf rechnen zu können, daß sie auch in der Pe­riode der Lockerung des Zahlungsverkehrs volles Verständnis für die von ihnen nicht verschuldete schwierige Lage des Zahlungsmitteloerkehrs fin­den werden!

Namens der Stadl Fulda übermittelte heute vormittag Oberbürgermeister Dr. Danzebrink dem Vorsitzenden der Ful­daer Bischofskonfeenz, dem Herrn Kardinal- Erzbischof Bertram die Glückwünsche 3um. 50jährigen Priesterjubiläum und zum 25jährigen Bischofs-Jubiläum. Der Hochwürdigste Herr Kar­dinal hat in seiner einfach-herzlichen Art die Glück­wünsche mit großer Freude entgegen genommen.

vom Finanzamt.

Mit Rücksicht auf die von dem Herrn Reichs­minister der Finanzen angeordneten Sparmaß- m e n fallen wegen der durch Dienstre'.sen entste­henden Kosten die Steuersprechtage des Finanz­amts Fulda in Gersfeld, Hilders und Tann bis auf weiteres aus.

Zum Tod von Pfarrer Rathmann.

In Ergänzung der Notiz in Nr. 176 der „Ful­daer Zeitung" vom 2. dieses Monats, „Todesfall im Diözesan-Klerus" berichten wir, daß der leider so früh aus dem Leben abgerufene Pfarrer Alfred Rathmann von Melchendorf bei Erfurt ein En­kel des ehemaligen, noch in gutem Andenken stehenden Fuldaer Gymnafial-Lehrers Heinrich Rathmann (1860—1898) und ein Sohn des in Koblenz wohnenden Rektors August Rathmann ist. Letzterer wird seinen ehemaligen Mitschülern des hiesigen Lehrerseminars noch er­innerlich sein. Der verstorbene Pfarrer war der jüngste Pfarrer der Diözese Fulda. Er hat nur ein Älter von 38 Jahren erreicht. R. i. P.

Senkung der kosten für ärztliche Behandlung von Kassenmikgliedern.

Am 31. Juli verhandelten die Spitzenverbände der Aerzte und Krankenkassen im Reichsarbeits­ministerium über die Arzthonorare. Man war sich darüber einig, daß im Hinblick auf die schwere wirtschaftliche Lage die Kosten für ärztliche Be­handlung alsbald gesenkt werden müßten. Da eine Dauerlösung wegen der zahlreichen hiennst zu­sammenhängenden Fragen noch eingehend beraten und vorbereitet werden muß, trafen die Ver­bände eine vorläufige Vereinbarung, die bis zur endgültigen Regelung gelten soll. Es ist vorge­sehen, daß unter Zugrundelegung der den Kassen­ärzten im Jahre 1930 pro Kassenmitglied gezahl­ten Honorare (einschließlich Sachleistungen und Wegegebührnisse) ein Abschlag gewährt wird, der nach der Höhe des auf den Kopf des Ver­sicherten entfallenden Betrages von 10 v. H. bis 20 v. H. gestaffelt ist. Die Regelung gilt vom 1. Juli 1931 ab bis auf weiteres. Es wurde vereinbart, daß während der Dauer dieses Abkom­mens die Anträge von Kaffen auf Beschrän­kung der Neuzulassung von Aerzten ruhen, und daß von dem Recht der Vertrags­kündigung nach § 370 der Reichsversicherungsord­nung kein Gebrauch gemacht wird. Die Verhandlungen über eine endgültige Lösung wer­den alsbald fortgesetzt werden.

Der Spareinlagenzins.

Der Sparkassen- und Giroverband hat, wie ver­lautet, ähnlich wie bei der Diskonterhöhung aus 10 Prozent sich entschlossen, auch diesmal den Sparkassen eine Veränderung des Einlagenzinses anheimzu st eilen. Bekanntlich sind auch bei der ersten Diskonterhöhung die Sparkassen in den einzelnen Landesteilen verschiedenartig vorgegan­gen.

Schulgelderlaß für Kinder Erwerbsloser.

Im Januar ds. Js. hatte der Minister für Wis­senschaft, Kunst und Volksbildung allgemein ange- ovdnet, daß für erwerbslose Erziehungsberechtigte das Schulgeld gestundet oder niedergeschlagen wer­den sollte. Die niedergeschlagenen Beträge mußten aus den Mitteln gedeckt werden, die für Schulgeld- freistellen, Erziehungsbeihilfen u. ä. tüchtiger Schü­ler vorgesehen waren. Nunmehr hat der Minister ergänzend verfügt, daß die Anträge auf Stundung und Niederschlagung des Schulgeldes von Kindern

erwerbsloser Eltern nur dann genehmigt werden sollen, wenn auch im übrigen die allgemeinen Vor­aussetzungen für die Schulgeldbefreiung (Wür­digkeit, Begabung usw.) gegeben sind. Diese Klarstellung wird in Schulkreisen im Interesse der Schülerauslese begrüßt.

Fulda erfolgreicher Marttort.

verlauf der Fleckviehbullenversteigerungen.

Der Verlauf der letzten Fleckviehbullenoerstei­gerungen war in Fulda, wo bis auf 3 Bullen ausveikauft wurde, mit g u t zu bezeichnen, wäh­rend der Geschäftsgang in Treysa infolge fehlen­der Käufer schleppend und in Hersfeld sehr schlep­pend war. Insgesamt waren 106 Bullen aufge­trieben, von denen 82 gekört wurden. Von die­sen wurden einschließlich der 17 in Fulda nach Rußland verkauften Bullen 58 Stück verkauft. Der Durchschnittspreis für die Bullen nach Ruß­land betrug 700 Rm., für Bullen in dem hiesi­gen Bezirk 526 Rm., sodaß sich ein Gesamtdurch- schnittserlös für 58 Bullen von 603 Rm. ergibt. Der Verkauf an die russische Kommission, der vor der Versteigerung in Fulda freihändig erfolgte, gestaltete sich überraschend günstig. Während nach Mitteilung der Kommission in Sachsen und Thü­ringen bei 15 000 eingetragenen Tieren 30 Bul­len gekauft wurden, erwarb die Kommission hier bei über 4000 eingetragenen Tieren 17 Bullen, also relativ die doppelte Anzahl wie in den angrenzenden Zuchtgebieten. Die Kommission sprach sich auch sehr lobend über die gute Pflege der hiesigen Bullen aus. Sie ging bei der Aus­wahl sehr vorsichtig mit Meßstock und Meßbano und guter Sachkenntnis vor. Ausschlaggebend waren gutes Gangwerk, fester Rücken und gute Milch-, insbesondere hohe Fettleiftung. Der größte Teil der Bullen geht nach Sibirien. Hof­fentlich bekommt ihnen dort das Klima. Die Ver­ladung der Bullen erfolgt in 14 Tagen nach Nürn­berg, von dort geht die Sammelladung von 800 Fleckoiehbullen — im Vorjahre waren es 2000 Stück — mit Extrazug nach Rußland. Die nach Rußland verkauften Bullen stammten aus den Kreisen Gersfeld, Schlüchtern, Fulda, Hün­feld, Hersfeld, Rotenburg und Melsungen.

Vergebung von öffentlichen Arbeiten und Liefe­rungen durch die Gemeinden u. Gemeindeverbände

Der preußische Minister des Innern bringt in einem Runderlaß vom 18. Juni 1931 (unter Be­zugnahme auf entsprechende frühere Erlasse) den preußischen Gemeinden und Gemeindeverbänden folgenden Runüerlaß zur Kenntnis: Der preu­ßische Landtag hat bei den diesjährigen Haus­haltsberatungen folgende Entschließung gefaßt: „Das Staatsministerium wird erneut ersucht, bei Vergebung von öffentlichen Arbeiten und Liefe­rungen Betriebe des gewerblichen und kaufmänni­schen Mittelstandes nach den Vorschriften der Reichsoerdingungsordnung mehr als bisher zu berücksichtigen, und in dem gleichen Sinne auf die kommunalen Behörden einzuwirken. (IV a J 573)." Leider sind die Gemeinden zur Zeit wegen des Geldmangels nicht in der Lage, überhaupt in nennenswertem Umfange Arbeiten zu vergeben.

Kind vom Auto umgefahren.

Am Samstag abend gegen %8 Uhr wurde am Wallweg ein sechsjähriger taubstummer Junge, der auf der Straße spielte, von einem auswärtigen Personenkraftwagen angefahren, umgeworfen und verletzt. Der Junge mußte ins Landeskrankenhaus ausgenommen werden. Die Schuldfrage ist noch zu klären.

Dor etwas über 100 Personen, darunter auswärtige Stahlhelmmitglieder, sprach hier am Samstag in einer Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei im Evangelischen Ge­meindehaus Professor Martin Spahn. Mar- fin Spahn, der schon 1901 in seinem 26. Lebens­jahre ordentlicher Professor der neueren Geschichte an der Universität Straßburg wurde, ist bekanntlich der Sohn des langjährigen Zentrumsführers Peter Spahn. Martin Spahn selbst trat 1910 als Zentrumsab geordneter in den Reichstag ein. Da er mit dem weniger auf professorale als auf volkstümliche Politik eingestellten süddeutschen Abgeordneten, namentlich mit dem Abg. Erzberger, in heftige Meinungsverschiedenheiten geriet, sand seine parlamentarische Tätigkeit als Zentrumsab­geordneter schon 1912 ein Ende. Während des Krieges wirkte er im G e m e i n d e r a t in Straß­burg und schrieb vaterländische Zeitungsaufsätze. 1924 ist der frühere Zentrumsabgeordnete Martin Spahn dann als d e u t sch na tiona I er Abge­ordneter im Reichstag wieder aufgetaucht. Was I

er im Evangelischen Gemeindehaus am Samstag seinen jetzigen politischen Freunden mitteilte, waren nicht etwa staatspolitische Lösungen, die sein Parteichef Hugenberg nach dem Volksentscheid be­reit hält (Hugenberg soll übrigens am Sonntag sich mit dem Reichspräsidenten von Hindenburg über den von den Kommuni st en und National­sozialisten unterstützten Volksentscheid unter­halten haben), sondern es waren Betrachtungen über die Vergangenheit, aus denen man auf den lang anhaltenden Eindruck persönlicher Spannungen zwischen den wesensungleichen Herren Spahn (Vater und Sohn) und Erzberger schließen konnte. Was der Katholik Spahn da- ber vor seinen durchweg evangelischen Zu­hörern Abträgliches über die politische Vertretung der deutschen Katholiken, das Zentrum, gesagt hat, war das Gehässig st e, was wir aus gegne­rischem Mund von einem Mann, der über Bil­dung verfügt, über die Zentrumspolitik je in Fulda gehört haben. Auch das katholische Blatt des Ful­daer Landes, die Fuldaer Zeitung, hat er herab- gesetzt, wie sie von weltanschaulichen Fein­den in den 60 Jahren, in denen sie in guten und bösen Tagen für die katholische Sache kämpft, stets herabgesetzt worden ist: Er machte es mit aka­demischen Mitteln, wie es mit populären Mitteln heute die N a t i o n a l s o z i a l i st e n, g e st e r n die Sozial ist e n und vorgestern die Fort» schrrttsmänner getan haben, jeder zu seiner Zett, keiner so geistlos, so persönlich verletzend, so ohne Kenntnis historischer Linien und des grund­sätzlich Weltanschaulichen wie die heutigen Feinde. Daß uns, die wir durch Kriegs- und Friedenserfahrungen dem historisch-polittschen Semi­nar schon entwachsen sind, an den Zensuren dieses Herrn Professors nichts liegt, brauchen wir nicht ausdrücklich festzustellen. Soweit seine Thesen aktu­elle politische Fragen berühren, haben wir schon bisher und werden wir auch künftighin, so weit es notwendig ist und unter Beibringung guter Gründe, unsere Meinung sagen. Mit dem Professor selbst und seiner polittschen Rolle wollen wir uns aber, so -groß die Versuchung dazu ist, nicht weiter beschäftigen und aus katholischem Solidari­tätsgefühl die Asien vor der Oeffentlichkeit über ihn schließen.

Temperatur- und Barometerstand in Fulda.

Mitgeteilt von Diplom-Optiker Sauerborn.

Barometerstand

(auf Meereehöhe reduziert)

Thermo­metersland

1. 8. 6 Uhr abends

2. 8. 8 Uhr morgens

2. 8.12 Uhr mittags

756,5 mm

757,0 mm

757,0 mm

4-25,0° C

4-21,0» C

4-26,0» C

2. 8. 6 Uhr abends

3. 8. 8 Uhr morgens

3 8.12 Uhr mittags

757,0 mm

758,0 mm

759,0 mm

4-23,0« C

4-20,5» C

4-26,5° C

Höchste Temperatur im Schatten am 1. 8. 4-28,0° C

Höchste Temperatur in der Sonne am 1. 8. 4-36,0° C

Niedrigste Temperatur seit 1. 8. 4-13,0° C

Höchste Temperatur im Schatten am 2. 8 4-27,0° C

Höchste Temperatur in der Sonne am 2. 8. 4-34,0° C

Niedrigste Temperatur seit 2. 8. 4-15,0° C

Nieder'ch aq o. 1.8. 8U.morg. — 3. 8. 81L morg. 0,0 mm Relative Feuchtigkeit der Luft am 3. 8. mitt 12 Uhr 80,0 %

AmllicheLekanntmachungen.

Handelsregistereinkragirngen.

Fulda, 27. 7. 31. — A 80: Firma A. Großenbach in Fulda: Die Firma ist erloschen.

30. 7. 31. — B 83: Firma Emaillirwerk Aktien­gesellschaft in Fnlda: Nach dem Beschlüsse der General­versammlung vom 27. Juni 1931 ist auch der Vertrieb der von der Gesellschaft hergestellten Erzeugnisse Gegenstand des Unternehmens.

Amtsgericht Abt. 5.

„Was, schon 7 Ahr?" sagte erstaunt die Hausfrau. „Da ist es ja höchste Zeit, daß ich an die Zubereitung unserer Abendsuppe denke." Rasch entnahm sie dem Küchenschrank ein paar Maggi-Suppenwürfel, die sie als praktische Haus- frau stets vorrätig hat. Nach wenigen Minuten schon stand, genau nach der einfachen Vorschrift hergestellt, die nahrhafte und wohlschmeckende Suppe auf dem Tisch. Dazu gab es Butterbrot. An den zufriedenen Gesichtern konnte man sehen, wie es allen schmeck e. — 30 verschiedene Sorten gibt es, so daß man sich an jedem Tag im Monat eine andere gute Maggi-Suppe zum Mi tag oder Abendessen bereiten kann.

Schriftleiter: Dr. phil Johannes Kromer.

Verantwortlich für allgemeine und kommunale Po- litik Dr. phil. Johannes Kramer, für Heimat, Ju­gendblatt und religiöse Beilage Dr. oec. publ. Jo­seph Sauer, für den übrigen Text Dr. rer. pol. Karl A u st e r m a n n, alle in Fulda. Verantwortlich für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I. P a r z e l l e r.

2 Ratschläge für die Schönheitspflege auf der Reise

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will ich sein letztes Ruhebett ihm bereiten und gern ihm schmücken noch ein stilles Grab.

Ihr Lied klingt wie ein Trauergesang aus, Blechbläser begleiten die Trostweise vom Tode, wie ein Erlösungs­lied steigt es aus dem stillen Grabe auf. Wieder rezitie­rend, mit wechselnden Tenören und Bässen, sagen die Männer der Heiligen für den letzten Trost des Erden- pilgers Dank.

Es folgt nun unmittelbar- der dritte Satz, der das herrliche Elisabethlied und den ergreifenden Elisabeth- choral enthält. Die Elisabetharie schwingt sich von dem gesamten Orchester in hinreißenden, chromatischen Stei­gerungen gestärkt, immer höher ansteigend, das hohe h erreichend, zu jubelndgewährter Hilfeleistung heran.

Kommt all zu mir, die ihr voll Mühsal seid, ich will in jedem Kreuz und Leid, ich will in aller Not und Pein, stets Labung, Trost und Rettung fein.

Nach einem kraftvollen, starkryihmischen Zwischenspiel setzt dann der dreistrophige Elisabethchoral ein. In feier­licher Melodie, von den Bläsern in Blech mitgestärkt, von den Geigen in Sechszehnteln, von den Holzbläsern in Achteltriolen umspielt, erbraust machtvoll und ergrei- send dieses neue Kirchenlied dahin. Zwischenspiele mit schmetternden Fanfarenklängen verbinden die einzelnen sich musikalisch wiederholenden Strophen. Wie unge­stümes Flehen, wie ein Himmelanstürmen wälzen sich die Wogen der Harmonien und Tonfolgen dahin.

Elisabeth, du milde, du Trost in aller Not, deck uns mit deinem Schilde, wenn uns Verderben droht, halt uns in deinen Armen, wenn unsre Kraft gebricht, erfleh uns auch Erbarmen im letzten Weltgericht.

Ein mehrfach wiederholtes Amen, von Einstimmigkeft in

einen mehrstimmigen Akkord ausklingend, von dem ganzen Orchester sieghaft unterstützt, bildet den glänzen­den Abschluß der Kantate.

*

So hat die Dichtung, die von dem weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannten Dich­ter, dem Pfarrer Ludwig Nüdling aus Kleinsassen, stammt, dem Komponisten Gelegenheit gegeben, sich in Solomelodien und Chorgebilden, im instrumentalen Un­terbau und im ornamentalen Schmuck, charakteristisch und mannigfaltig zu offenbaren. So ist ein Werk entstanden, das durch seinen Aufbau, seine thematische Entwicklung, durch seine Steigerungen und Spannungen, durch seine unerhört neuen Klangschönheiten, durch feinen religiösen Inhalt und durch seinen kirchlichen, choralischen Ausklang eine besonders hervorragende Stelle in der Musik der Gegenwart und vor allem in der Elisabethmusik des Ju­biläumsjahres einnimmt. Krieger ist der modernen Rich­tung in der Musik verpflichtet, und es gibt Klangfolgen in diesem Werke, in denen er weit in die Stilart der atonalen Musik vordringt. Aber mit diesen Mitteln mo­derner Atonalität, auf diesem modernen Kompositions­wege werden starke musikalische Erfolge erreicht. Mit welcher geradezu erschütternden Gewalt prägt sich das Thema des Leids, der Not, des Hungers, des Frostes in die Seele hinein. Mit welcher fast niederschmetternden Wucht wird das riesengroße Weh der Menschheit durch die Form höchster Atonalität zumAusdruck gebracht. Aber mit welcher Lieblichkeit umspielen die dissonierenden Ton­wellen auch die süße, trostspendende Stimme Elisabeths. Mil welcher sinnvollen Steigerung schwingt sich zum Schlüsse das mehrfache Amen gleichsam als letzter Auf­ruf des ganzen leidenden Volkes zum Himmel empor. Die Elifabethkantate Kriegers scheint mir den Beweis zu brin­gen, daß auch die moderne musikalische Kompositions­weise, wenn sie nur aus dem innereren geboren und in tiefster Seele erlebt ist und zugleich auch die jormalenMit-

tel und die Gesetze der Komposition beherrscht, wie jede andere Stilart hohe Gedanken, liefe Stimmungsgehalte, religiöse Empfindungen und Glaubensinhalte ergreifend, begeisternd, hinreißend darstellen kann. Ich stehe nicht an, Kriegers Elifabethkantate als einen neuen wichtigen Schritt und Fortschritt auf dem Gebiete der gegenwär­tigen geistlichen Musik zu betrachten.

Die Aufführung, die der Komponist selbst vor­bereitete und leitete, hat dem Werke auch zu einem äußeren glänzenden Erfolge verholfen. Die Wiedergabe erreichte bei der Festfeier, deren würdigen Abschluß sie bildete, einen solchen Grad der Vollkommenheit, daß wohl stärkere Eindrücke durch keine andere Darstellung und Deutung erlang! werden können. Alles, was zum charak­teristischen Inhalte dieses neuartigen Werkes gehört, wurde von dem Komponisten und Dirigenten sauber und sinnfällig bis in die kleinsten Einzelheiten herausgear­beitet. Die ungeheuren Spannungen und Zusammen­ballungen, die dynamischen Höhepunkte, ebenso wie die Klanggebilde von mystsiche rVerklärtheit waren mit allen ihren seelischen und künstlerischen Absichten deutlich ver­wirklicht. Orchester und Chor zeigten eineBegeisterung für die neue und edle Sache und eine Hingabe der Emp­findung und des Gehorsams gegen den Führer, die man bewundern muh. »Vielleicht waren die letzten Rezitative des Chors das einzige, das mit etwas mehr Ton- und Klangreinheit hätte vorgetragen werden können. Das Orchester, das, wie bekannt, nicht organisch geeint ist, sondern immer für die Konzerte zusammengesetzt wird, verdient mit Hinsicht auf die Schwierigkeiten seiner Bil­dung eine besondere Anerkennung. Die Schönheit und Kraft des Orchesters kam besonders bei der großen Stei­gerung nach dem dritten Werke der Barmherzigkeit, bei dem herrlichen Arioso im dritten Satze, in der Beglei­tung des Chorals und in dem mächtigen Aufschwünge des

Amen am Schluffe zum Ausdrucke. Ueberragend war auch die Sopranpartie der Frau L. Rätter aus Frank­furt. Durch die überlegene Kraft ihrer Stimmittel, die es ihr gestatten, in schwierige Höhen zu steigen, durch ihre bei Sängern und Sängerinnen durchaus nicht immer selbstverständliche Musikalität und vor allem durch die tiefe seelische Einfühlung in den dichterischen und geisti­gen Gehalt der Elisadethworte, die zum Wichtigsten der Kantate geworden sind, gestaltete sie ihre Aufgabe mit herrlicher Klarheit, mit überzeugender Kraft und stärk­stem, bleibenden Eindruck auf die Hörer. Frau Rötter ist gelungen, die musikalischen wie seelischen Werte der Dichtung und der Komposition zum letzten zu entbinden. Sie hat an dem Erfolge des Abends einen ersten Anteil. Nicht unerwähnt bleibe, daß auch der Klavierspieler zum Gelingen verdienstlich beigetragen hat.

Es steht zu hoffen, daß die Uraufführung der Elifa- bethkantate bei der herrlichen Festfeier in Fulda nicht die einzige Aufführung des Werkes bleibt, sondern daß Kriegers Werk auch sonst, wo die Kräfte vorhanden sind, wiederholt werde und zur Ehrung der Iubiläumsheiligen beitrage. Keine der bisher in diesem Jahre entstande­nen Elisabethkompositionen reicht an äußerer Größe und Ausdehnung, an Entfaltung der musikalischen Mittel und an innerem Gehalte an Kriegers Werk heran. Und auch wenn das neue Oratorium von Joseph Haas, das in Aus- sich steht, erschienen ist, wird Kriegers Elifabethkantate ihren hervorragenden Wert, ihre besondere Stellung in der musikalischen Elisabethliteratur behalten. Möge der Erfolg, der ihr beschieden ist, den noch jungen Kompo­nisten begegnen, auf dem einmal beschrittenen Wege mutig, unbeirrt durch Hemmungen und Hindernisse, vor- wättszuschreiten und ihn veranlassen, der musikalischen Welt bald wieder ein neues, noch größeres und ausgereif« teres Werk zu schenken.