Einzelbild herunterladen
 

»»* * '

M» V ' 1

<

MW

Fuldaer Land und Nachbargebiet

Bilder vom Tage»

Die

Der Zlallever Colombo gewinnt den Vellflng rund um Zlallen

halle und den Gepäckraum ein und nahmen Pakete mit Schuhen und Textilwaren mit. Auf der Straße wurde ein unbeleuchtetes Auto beobachtet. Es liegt die Ver­mutung nahe, daß die Einbrecher mit diesem Auto ent­kommen sind.

oiehangebot an Ochsen, Bullen, Kühen und Fär­sen und mit einem erhöhten Milchkuhbestand zu rechnen. Darüber hinaus steht auch für die Zukunft ein stärkerer Nachwuchs allgemein und insbesondere für die zweite Hälfte des Jahres 1930 ein vermehrtes Schlachtochsen­angebot zu erwarten. Aus der Erhebung der vom März bis Juni 1931 gedeckten Kühe und Färsen geht hervor, daß der Kälberanfall vom Januar bis März 1932 nur etwa ein Drittel des hauptsächlich auf die sechs Winter­monate zusammengedrängten Gesamtjahresanfalles an Kälbern ausmachen dürfte.

pünktliche Bezahlung

der fälligen Rechnungen ist eine Forderung der Gerechtigkeit I

Der Geschäftsmann muß mit seinem Kapital arbeiten. Er erwartet deshalb von seinen Abnehmern pünktliche Bezahlung der Rechnungen.

16. Juni 1931 zeigt, daß die am Jahresanfang beobach- tete beschleunigte A b n a h me der Kälber im zweiten Vierteljahr etwa zu dem Zeitpunkt, als der Kälber­bestand auf die Höhe des vorigen Jahres gefallen war, nachgelassen hat, so daß mit ungefähr demselben Käl­berbestand wie zu der gleichen Zeit des Vor­jahres zu rechnen ist. Dagegen ist der Bestand an Rind­vieh über zwei Jahre, sowie an Jungvieh, stärker als im Juni 1930. Demzufolge ist also einmal in den Som­mermonaten dieses Jahres mit einem starken Schlacht»

Freistaat Hessen.

Drei verletzte bei einem Melerskreil

— Mainz. In einem Hause in Mainz-Kastel gerie­ten Einwohner in einen heftigen Streit, wobei einer der Beteiligten eine Verletzung am Kopf davontrug. Ferner wurde eine Frau mit einem Kartoffel st ößer schwer mißhandelt. Eine andere Frau erhielt einen Messerstich in den linken Mundwinkel. Die Ver­letzten muhten sich sofort in ärztliche Behandlung be­geben.

Unterschlagungen bei der Büdinger Stadtkasse.

— Büdingen. Ein Kanzleigehilfe bei der hiesigen Stadtkasse hatte in seiner Eigenschaft als Schalter- b e a m t e r annähernd 3000 0 Mk. amtlicher Gel­der unterschlagen und für sich verbraucht. Im Januar beging der ungetreue Beamte dann einen Selbst­mordversuch, nachdem er seine Unterschlagungen brieflich zugegeben hatte. Vom Bezirksschöffengericht Gießen wurde er jetzt zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.

lich hat ein höherer Derwaltungsbeamter bet' Kreisver­waltung nach Bekanntwerden der von ihm verübten Un­terschlagungen Selbstmord verübt; ein weiterer Beamter wurde vom Amt entfernt.

Die englische Fliegerin Amy Johnson

ist in England zu einem Flug nach Tokio aufge- stiegen. Die erste Etappe führte nach Zwischenlan­dungen über Berlin und Königsberg bis nach Moskau.

Colombo besteigt feine Spezialmaschine.

Bei dem-Italien-Rundflug, der soeben zum zweiten Mal ausgetragen wurde,, siegte der Italiener Colombo mit einer Breda-Maschine, die speziell für diesen Flug erbaut worden war.

Prof. August Forel, '

der berühmte Schweizer Psychologe und Gesell­schaftsforscher, ist im Alter von 83 Jahren auf seinem Landsitz in Dvorne am Genfer See ge» stvrben. Prof. Forel veröffentlichte in weiten Kreisen bekanntgewordene Werke über die Welt der Ameisen, über Hypnose und Suggestion, über die sexuelle Frage und den Alkoholismus. Er war Prioatdozet in München, ehe er 1877 als Direktor an die Irrenanstalt Zürich berufen wurde.

Der Vogelsberger Bahnbau eingestellt.

— Gelnhausen. Der Bahnbau in den Vogelsberg er- eidet eine Verzögerung, da infolge Stockung des Znh- lungsmittelüberweisungsverkehrs nicht möglich war, die erforderlichen Lohnsummen pünktlich zusammenzubrin­gen. Die Arbeiten am Bahnbau wurden daher am Montag vorübergehend eingestellt.

Einbruch in eine Güterhalle.

— klingenberg a. 21L In einer der letzten Nächte wurde in die Station Klingenberg ein Einbruch verübt. Die Diebe drangen trotz festen Verschlusses in die Güter­

Neues aus Frankfurt.

— Die Frankfurter Ortskrankenkasse erhöht ihre Bei­träge. Das Versicherungsamt als Aufsichtsbehörde hat I eine Erhöhung der Beiträge der Allgemeinen Ortskran­kenkasse in Frankfurt a. M. von 6.75 auf 6.9 Prozent beschlossen. Gleichzeitig sollen die Leistungen der Kasse auf das gesetzliche Mindestmaß herabgesetzt werden. Das bedeutet u. a. eine Herabsetzung des Krankengeldes von I 55 auf 50 Prozent. Dadurch werden monatliche Mehr­einnahmen bezw. Minderausgaben in Höhe von rund I 130 000 RM. erzielt, die es ermöglichen, Einnahmen | und Ausgaben zu balanzieren und gleichzeitig eine kleine Rücklage zur Abdeckung des in der ersten Hälfte des | Jahres entstandenen Defizits von 1.5 Millionen gestatten. I = Aus der Arbeit des Schnellgerichts. Bei einem hiesigen Kaufmann war von der Kriminalpolizei eine Haussuchung auf verbotenes Plakatmaterial I der NSDAP, vorgenommen worden. Ein Sohn des Kaufmanns, der sich den Beamten tätlich zur Wehr ge­setzt hatte, wurde verhaftet und vor das Schnellgericht gebracht. Vom Staatsanwalt wurden sechs Monate Ge­fängnis beantragt, das Gericht erkannte auf 100 Mark Geldstrafe.

— Inventurausverkäufe und Taschendiebe. In allen Kaufläden der Stadt herrscht augenblicklich Hochbetrieb; die Käufer und „Sehleute" drängen und winden sich durch die Hallen, mit ihnen aber auch die Zunft der Diebe, für die jetzt auch der Weizen blüht Obwohl die großen Warenhäuser in allen Abteilungen eigene De­tektive beschäftigen und Kriminalbeamte fortgesetzt un­terwegs sind, ist es doch naturgemäß nicht möglich, dem I Heer der Taschen- und Warendiebe Herr zu werden. Aber trotzdem gelang es schon am ersten Ausverkaufstage, eine Reihe von Dieben zu erwischen und festzunehmen. Ein Ehepaar, soeben erst aus dem Gefängnis wegen Ta­schendiebstahls entlassen, wurde beim Diebstahl von Kleidern betroffen und feftgenommen. In seinem Besitz fand man weitere Kleider, Schuhe und sonstige Waren, die es bereits gestohlen hatte. — Ferner wurde eine Frau beim Kofserdiebstahl in einem Warenhaus ange­troffen und festgenommen. — In einem anderen Kauf­hause faßte man einen jungen Mann ob, als er einer Frau aus der Handtasche die Geldbörse entwenden wollte. —, An anderer Stelle erwischte man ein junges Mädchen beim Schuhdiebstahl. In einem Geschäft an der Kaiser- straße wollte eine Frau einen Pullover verschwinden lassen. — Nach polizeilicher Erfahrungen kamen 80 Pro­zent aller Diebstähle auf Frauen und Mädchen. Die Hälfte hiervon ist wegen Diebstahls bereits vorbestraft.

= Gold- und Platindiebstähle aus einer Univerfitäks- anstall. Nachts wurden aus einer Versuchsanstalt der Universität Frankfurt a. M., die fid; in 0 b e r u r f e I be­findet, folgende Sachen entwendet: 2 Goldwannen Größe 17 mal 25 mal 6; 1 Platinwanne, ebenfalls 17 mal 25 mal 6; 1 Goldwanne 0.3 Millimeter dick und 515 Gramm schwer; 1 Goldwanne 0,2 Mmtr. dick, 363 Gramm schwer. I Die Platinwanne ist 382 Gramm schwer und noch mit kalter Schmelze angefüllt. Außerdem wurde noch eine Platinhülse 20 Gramm schwer gestohlen. Der Gesamtscha­den beträgt 10 000 Mk. Von den Dieben, die „fachmän­nisch" arbeiteten, fehlt jede Spur.

= Fußball im Dienste der Erwerbslosenküchen. Die mainischen Fußballvereine haben auf einer Tagung in Offenbach beschlossen, bei den im August beginnenden Fußball-Verbandskämpfen am Kasseneingang Ver­einsfähnchen in den Farben der spielenden Klubs zum Preise von fünf Pfennigen zum Verkauf anzubieten. Die Reineinnahmen sollen ohne jeden Abzug den alten und den neu zu gründenden Erwevbslosenkllchen zuge­führt werden. Man hofft, daß auf diese Weise recht ansehnliche Beträge für den gemeinnützigen Zweck ab- geführt werden können.

Oie Welkelekkrizikäk entdeckt...

Ein Mann glaubt eine epochemachende Erfindung gemacht zu haben.

Polizei, Handelskammer und andere sachverständige Körperschaften sind augenblicklich mit weltumwälzenden Problemen beschäftigt und zerbrechen sich in diesen Hunds­tagen die Köpfe über die „Weltelektrizität", die hier in Frankfurt entdeckt worden sein soll. Der Entdecker hat sich bereits seit Jahrzehnten mit der Sache im Stillen beschäftigt und die Frage nunmehr soweit gelöst, daß er weiteren Kreisen davon Mitteilung gemacht hat. Es handelt sich um eine Kraftmaschine, die ohne Brennstoff oder gar einen beliebigen Betriebsstoff läuft, immer, ewig. Die dazu erforderliche Kraft entsteht, dem Er­finder zufolge, einfach im Raum. Und das Wasser ist die einzige Kraft, die treibt, die aber „wieder nichts gemein hat mit allen bis jetzt bestehenden Krafterzeu­gungen und Kraftmaschinen". Durch diese neueste Kraft ist aber Erzeugung von Weltelektrizität möglich und da­durch wieder die schrankenlose Erzeugung von Kraft, Licht und Wärme. Die „Kraft" aber wird — wir zitieren I immer wieder den Erfinder — auf rein physikalischem Wege gewonnen. Nur das W a s s e r m u ß in den Ma- ' schinen ersetzt werden. 1

Pilze und Pilzvergiftungen.

Nach dem Beginn der Pilzzeit lieft man in den Zei­tungen regelmäßig Meldungen über Pilzvergiftungen, die oft zu schweren, schmerzhaften Magenerkrankungen füh­ren ober gar den Tod im Gefolge haben. Beim Pilz- fuchen, beim Zubereiten der Pilze und beim Essen muß man also vorsichtig fein. In unseren Wäldern wachsen glücklicherweise nur wenige eigentliche Giftpilze. An erster Stelle dieser Giftpilze ist wohl der Fliegenpilz be­kannt. Bei diesem und überhaupt allgemein kann man von Giftpilzen sagen, daß sie als sicheres Kennzeichen beim Rohkosten einen bitteren Geschmack haben. Ein be­sonderes Zeichen des Satanspilzes ist, daß er beim Schnei­den btaugrün anläuft und gallig schmeckt. Der Knollen­blätterschwamm hat, unterschiedlich vom ähnlich aus- sehenden, eßbaren und wohlschmeckenden Champignon, weiße Lamellen und einen am Ende keilförmig verdickten Stiel. Der Birkenreizker ändert beim Abschneiden seine Farbe nicht, ist aber ebenfals giftig. Giftig, oder we­nigstens von widerlichem Geschmack sind ferner die mei­sten Täublinge (Blätterpilze mit blaßroten, grünen und blaugrünen Kappen). Gefährlich ist der sogenannte Ju­denpilz, der in hochstämmigen Gebirgswäldern wächst und äußerlich dem Steinpilz Zum Verwechseln ähnlich sieht. Mit großer Vorsicht find Morcheln zu genießen, die Helvellasäure enthalten. Sie müssen immer gebrüht werden. Das Kochwasser muß stets weggegossen werden. Schlimmer noch als Vergiftungen sind oft Schäden, die durch veredordene Pilze hervorgerufen werden. Bei alten oder gedrückten Pilzen gehen die Eiweißkörper leicht in Verwesung über und erzeugen äußerst heftige Schmerzen. Als Hauptregel beim Pilzsuchen sollte gelten, daß nur gesunde Pilze gestückt werden sollen, Pilze, die nicht angefault und nicht madig sind. Die Polze sollten schon beim Pflücken gründlich gesäubert werden. Schlechte weg: bei größeren Blätterpilzen sollte die Haut des und schwammige Teile sind gleich abzuschneiden. Bei größeren Pilzen wirft man den Stiel am besten gleich Pilzhutes abgezogen werden. Aeltere Steinpilze. Ma­ronenpilze usw., deren Fleisch nicht mehr ganz fest ist, schneide man am besten in dünne Scheiben und trockne diese über dem Herd. Junge Steinpilze in kleine Wür­fel geschnitten, halten sich, in Salz eingelegt, den ganzen Winter hindurch frisch. Reizker und Champignons wer­den in Essig konserviert.

Von den Hochschulen.

— Der neue Rektor der Universität Heidelberg. Zum Rektor der Heidelberger Universität für das Studienjahr 1931-32 wurde der Ordinarius für Mineralogie und Petrographie Professor Dr. Otto Erdmannsdörffer gewählt.

Aus Oberhessen.

AukounfaN des Landrats von Kirchhain.

Landrat Beaucamp und Frau schwer verletzt.

— Kirchhain. Auf einer Autofahrt noch dem Sieger­land wurde der Kraftwagen des Landrats des Kreises Kirchhain von einem schweren Unfall betroffen. Als in der Nähe der Ortschaft Keppel ein Radfahrer einen abschüssigen Nebenweg in flottem Tempo herabfuhr, um in die Hauptstraße einzubiegen, kam ihm auf dieser das Auto des Landrats entgegen. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, wollte der Kraftwagen ausweichen und prallte dabei an einen Baum. Der Landrat und feine Frau wurden schwer verletzt und mußten Aufnahme im Städtischen Krankenhaus in Siegen finden, Ihre Ver­letzungen sind schwer, jedoch nicht lebensgefähr­lich. Der Kraftwagen wurde stark beschädigt.

Die Unterschlagungen bei der kreisverwalkung Biedenkopf

— Biedenkopf. In der Sitzung des Kreistages wurde von einem fireistagsabgeorimeten der bürgerlichen Ar­beitsgemeinschaft die Anfrage gestellt, wie weit die Unter­suchung in der Angelegenheit der Unterschlagungen bei der Kreisverwaltung des Kreises Biedenkopf gediehen sei, da die Oeffentlichkeit ein Interesse daran habe, die volle Höhe der begangenen Unterschlagungen und der bis jetzt getroffenen Maßnahmen zu erfahren. Landrat Eoßmann erklärte sich bereit, die Anfrage zu beantworten. Bekannt-

Rakionalsozialistische Ruhestörer.

— Kassel. Montag abend nach der Versammlung der NSDAP, in der Stadthalle stimmten mehrere National­sozialisten in der Hohenzollernstraße wiederholt Sprech­chöre „Deutschland erwache!" an. Als zwei Polizei­beamte die Wortführer zur Feststellung der Personalien zur Polizeiwache sistieren wollten, wurden sie von den übrigen Personen angegriffen und ihnen einer der Fest- genommenen entrissen Dabei erhielt ein Polizeibeamter mit einem Tambourstock einen Schlag auf den Kopf und Tritte gegen Ober- und Unterschenkel, sodaß die Beamten von der Waffe Gebrauch machen mußten. Vier Personen wurden festgenommen und dem Polizeipräsi­dium zugeführt.

Der Tod auf der Landstraße.

— Hauu.-Mündeu. Am Dienstag vormittag wollten drei Handwerksburschen auf den Anhänger eines fahren­den Lastzuges springen. Dabei kam einer zu Fall und geriet unter die Räder, die ihm über den Leib gingen. Der Tod trat sofort ein.

Landwirtschaftliches.

Rindvieherhetmug der Preisberichlstelle beim Deut- scheu Landwirtschaslsrat vom 3uni 1931.

Das Opfer des Blitz-Strahls.

= Blankenau. Am Dienstagmorgen wurde die 17= tahrige Tochter der Witwe Maria Sinn zur ewigen Ruhe bestattet. Das am Samstagnachmittag niederge­gangene schwere Gewitter hat ihren Tod verursacht. Sie war als Feldmädchen auf dem nahe gelegenen Gutshofe in Stockhausen beschäftigt. Von dem plötzlich eintreten» ben sturm und Regen suchte sie unter einer Eiche Schutz. Wenige Minuten später traf sie der Blitz töd­lich. Tiefe Trauer herrscht in der Familie sowie in öer ganzen Gemeinde, weil die Verstorbene allgemein beliebt war. Nach dem Friedhöfe bewegte sich ein Trauerzug, wie er selten in Blankenau gesehen worden ist. Zum ersten Male suchte die Dahingeschiedene ihr Brot bei einer fremden Herrschaft zu verdienen und wurde gleich ein Opfer des Berufes. Im Weltkrieg wurde die Familie Sinn sehr heimgesucht, da der väter­liche Ernährer ein Opfer des Vaterlandes wurde. Möge der himmlische Vater den Hinterbliebenen der Verstor­benen Mut und Kraft geben, daß sie die harten Schick­salsschläge ergebungsvoll in Gottes Willen überwinden. „Vor Slitz und Ungewitter bewahre uns o Herr."

= Reulbach (Rhön). Man schreibt uns: Am Sonn­tag- den 26. Juli, feiert die hiesige Pfarrei das hl. äfapulierfeft in der herkömmlichen, feierlichen Weise. Den ganzen Samstag hindurch eilten die ©lau­bigen zum Seichtstuhl, wo der H. H. P. Johannes vom Kloster Frauenberg, der in hiesiger Gegend sehr be­kannt und beliebt ist, tätig war. Der hohe Festtag wurde eingeleitet durch feierliches GlockengellHute, woraufhin sich die gesamte Pfarrei in dem reich geschmückten Kirch­lein zum Empfang des hl. Altarfakramentes, einfand. Auch viele Fremde hatten sich eingefunden, besonders aus der Umgebung des Kreuzberg. In der Predigt um 9.30 Uhr feierte H. H. P. Johannes bas hl. Stapulier aks einen Schutz gegen die Gefahren des Leibes und als etn Stärkemittel gegen die Feinde des Heils. Zum Schlüsse rief er alle auf, als Bannerträger und Kinder Mariens, sich den Gefahren unserer Zeit mit aller Ener­gie und wenn nötig, auch mit unerbittlicher Strenge zu widersetzen und sie zu bekämpfen. Auf die Predigt folgte ein feierliches Levitenamt, bei dem H. Kuratüs Roth, Dietges, und H. Kaplan Fischer, Batten, assistier­ten. Nach dem Amte wurde von dem Ortsgeistlichen, Herrn Pfarrer Kehl, eine große Anzahl in die Skapu- lierbruderschaft aufgenommen. Arn Nachmittag bewegte sich eine Prozession mit dem Allerheiligsten durch das Darf. Eine feierliche Marienandacht, die mit dem Te Deum ihren Abschluß fand, schloß sich an. Obgleich bas Wetter sehr unbeständig war, hatten sich doch so viele Andächtige eingefunden, daß sie das Kirchlein bei weitem nicht zu fassen vermochte, und viele sich mit einem Platz oor der Kirche zufrieden geben mußten.

Vom Jungmäuuer-Verband.

3-zirkslagung des kalh. Jungmännerverbandes, Bezirk Sinzig-Jossa.

Aus Salmünster wird uns berichtet:

Am 25. und 26. Juli fand in Salmünster der 3. Be­rkstag der kathol. Jungmännervereine im Bezirk -iinz g-Jossa statt Die ganze Veranstaltung war bewußt auf de., neuen Stil katholischer Jugendbewegung einge­stellt. Sie verschmähte die üblichen Reizmittel des Ge­mütes, durch die nach altem Vereinsmuster die Feiern zu interessanten Veranstaltungen gemacht werden mußte: Ohne daß König Alkohol und Nikotin das Zepter schwangen, war es ein Fest, das Geist und Sinn hatte. Schon am Samstag, dem 25., hatten sich ungefähr 50 Jungführer aus fast allen Vereinen des Bezirkes einge- unben, um den Ausführungen des Diözesanpräses zu lauschen, der über die Trierer Tagung sprach und vor allem zur genauen Durchführung des neudurchgearbei­teten Verbandsgesetzes ausforderte. Nach der ersten Versammlung, die im neuhergerichteten Salmünfteraner Zugendheim stattfand, ging es hinaus auf die Höhen wo ein Christusfeuer den Willen der Jugend kundgab. Ein Jungmann sprach in der Feuerrede von dem Gottes­beweis, der schweigenden Nacht. Eine kurze Andacht m der Kirche, die nur von den Kerzen der über hundert aungmänner erhellt war, beschloß den Tag.

Am nächsten Morgen hatten sich die Jungmänner rest­los an der Kommunionbank eingefunden. Die beiden folgenden Referate zeigten die Arbeit eines Jungmanns in feinem Verein und die Zusammenarbeit im Bezirk. Zum Schluß wurde der neue Bezirksvorstand gewählt. Folgende Jungmänner wurden zu verantwortlichen Lei­tern des Bezirks von dem Bezirkstag gewählt: Johann Wolf (Salmünster), Bezirksleiter; Deigmoller (Salmünster), Schriftführer; als Obleute:, für Alsberg Betz, für Schlüchtern Schöppner, für Bieber Schä­fer, für Eckardroth Noll, für Sarrod Joseph Link, für Uerzell Heinrich Paul, für Orb Joseph Büttner, für Wilkenroth Wolf, für Marborn Joseph Eder, für Aufenau muß der Vertreter noch ernannt werden, für Soden Franz Hartung. Nach einer Christuskönigs- andacht marschierte die ganze Schar, die inzwischen auf fast 300 angewachsen war, in musterhafter Disziplin zur Steintaute zu einer Weihe an bas Vaterland. Der Salmünfteraner Verein hatte „Das Tellspiel" von Weinrich eingeübt und verstand es, die Gedanken der Dichtung gut zum Ausdruck zu bringen. Diözesanleiter Hermann Vogler richtete in seiner Ansprache an die wohl tausendköpfige Zuhörerschaft einen Appell zum Bekennt­nis zum jetzigen Volksstaat und feinen Führern. In derselben Disziplin ging es durch die Stadt zum Saale Jffert, wo die Festversammlung stattsand. Ein Streich­orchester, kombiniert aus Großauheimern und Salmün- fteranern umrahmte die Worte des hochwürdigen Herrn Diözesanpräses. Den Schluß machten wir mit einem „Großer Gott, wir loben Dich", das im Gasthaus wie ein Schwur klang, Gottes Witten mitten hineinzutragen in alle Gebiete des menschlichen Ledens..

Besonderen Dank gebührt den Einwohnern von Sal­münster, die die Jungführer kostenlos übernachten lie­ßen, auch dem Salmünfteraner Orchester, das sich in letzter Stunde noch in liebenswürdiger Weife uns zur Verfügung stellte. Jungführer vergeßt den Tag nimmer! Denn für Gnaden, die uns der Herrgott schenkt, ver­langt er auch Taten!

Gewerkschaftliches.

= Forderungen der Angeslelllenräle der 3. G. Far- ben-Jnduslrie. In einer vom Gewerkschaftsbund der An­gestellten nach Frankfurt einberufenen Tagung der An- gestellten-Betriebsräte der I. G. Farbenindustrie wurde die wirtschaftliche Lage der I. G.-Unternehmungen durchweg als günstig geschildert. Gefordert wurden: Einstellung des Abbaues der Angestellten, Einführung der 40-Stunden-Woche und gesetzliche Maßnahmen ge­gen Ueberarbeit. Unter Berufung auf die gegenwärtige Krise und die Notverordnungsgesetzgebung wurde eine Ausdehnung des Machtbereichs der Betriebsräte ver­langt, die auch bei der Neugestaltung des Aktienrechtes in der Frage der Mitwirkung im Aufsichtsrat zum Aus­druck kommen müsse. '

Amllicheöekannkmachungen.

Bekanntmachung.

Sie Urlifte für das Jahr 1932 der zu Schöffen und Geschworenen geeigneten Personen hiesiger Stabt, deren Namen mit dem Anfangsbuchstaben T, U, V, X, N und Z beginnen, liegt vom 1. bis einschl. 7. August 1931 während den Dienststunden im Dienstzimmer des Einwohner­meldeamtes Stadtschloß, zweiter Hof links, zu jedermanns Einsicht auf. Während dieser Zeit können Einsprüche gegen diese bei der unterzeichneten Behörde eingereicht werde».

Fulda, den 28. Juli 1931.

Der Magistrat: Dr. Danzebrink.

Aus dem Freigericht.

— Somborn (St. 21 u n a f e ft). Das St. Annafest, das Patronatsfest unserer Pfarrkirche und Gemeinde, das alljährlich am 26. Juli gefeiert wird, fiel in diesem Jähre auf einen Sonntag, weshalb die allge­meine Teilnahme besonders aus den Nachbarorten des katholischen Freigerichts weit größer als in den Vor­jahren war. Das Fest wurde mit einer Vesper am Samstagabend eingeleitet. Außerordentlich stark war die Teilnahme an den verschiedenen Gottesdiensten und am Tische des Herrn. H. H. Kaplan Dr. Biba (aus Horbach stammend) hielt im Hauptgottesdienst die Fest­predigt. _5n ergreifender Weife verstand er es, den Zu­hörern St. Anna als leuchtendes Beispiel der Nachah­mung hinzustellen. Mit einer feierlichen Vesper und anschließender Prozession im weiteren Umkreis um die Pfarrkirche am Nachmittag fand das kirchliche Fest feinen Abschluß. ___________

Es ist — wieder nach dem Erfinder — gelungen, die Auftriebskraft des Wassers gegenüber den im Wasser befindlichen hohlen Körper und gleich schweren Körper wie das Wasser, als Kraft auszunützen, ohne daß das Gesetz der Schwerkraft solches weiter verhindert, wie das seither der Fall war. Dieses Weltproblem, um das sich alle Physiker der Welt bis auf Einstein bisher vergeblich bemühten, ist nun in Frankfurt gelöst (?). Diese so gewonnene Kraft ist aber so ungeheuer bedeu­tend und wird im Laufe der Zeit noch ins Größte, ins Riesenhafte gesteigert werden können, wenn die dazu erforderlichen Maschinen gebaut sind.

Und nun kommt der einzige wunde Punkt: Dazu gehört Geld, unheimlich viel Geld. Da der Erfinder aber keines hat, sondern nur die Ideen, so sucht er durch Zeitungsanzeigen Geldleute, die das Werk ausnützen und ousbauen sollen. Die Pläne liegen fertig vor, die Ma­schinen können aber jrft gebaut werden, wenn der Mann das nötige Geld dazu bekommt. Jetzt prüfen nun Han­delskammer und Polizei die Angaben des Erfinders.

Wenn diese Meldung auch reichlich unklar ist, so bleibt doch interessant, daß immer wieder Leute glauben, sie hätten da- „Perpetum mobile" entdeckt. Ob die ganze „Erfindung" einen praktischen Wert hat, bleibt abzu­warten. Vielleicht handelt es sich dabei buchstäblich um eine Erfindung. _______________

Da sich die vom Statistischen Reichsamt erhobenen vierteljährlichen Schweinezählungen als sehr vorteilhaft erwiesen haben, veranstaltet die Preisberichtstelle beim Deutschen Landwirtschastsrat seit Dezember 1929 viertel­jährlich Rindvieherhebungen. Die soeben veröffentlichte neueste Erhebung des Landwirtschaftsrates über die Veränderung des Rindviehbestandes vom 16. März bis